
Noah Shachtman
porträtiert in einem riesigen Text den russischen IT-Sicherheitsexperten
Eugene Kaspersky, der mit seiner Antivirus-Software weltweit effektiv etwa 300 Millionen Kunden betreut und dessen Team auch für Regierungen auf der ganzen Welt arbeitet. Dabei kommt Shachtman ordentlich das Gruseln: Zwar belässt Kaspersky seine vom
KGB finanzierte Ausbildung, seine Tätigkeit als Sowjet-Geheimoffizier und seine Nähe zum
Putin-
Regime im Dunkeln, über was er aber sehr offen spricht ist seine "Vision für die Zukunft der Internetsicherheit, die vom westlichen Standpunkt aus
extrem erscheinen mag. Sie beinhaltet die Notwendigkeit strikt
überwachter digitaler Personalausweise für einige Onlineaktivitäten und die Möglichkeit staatlicher Eingriffe in soziale Netzwerke, um Protestbewegungen entgegenzuwirken. 'Dort herrscht
zuviel Freiheit', sagt Kaspersky mit Blick auf Websites wie
Facebook. 'Freiheit ist gut, aber die bösen Jungs können diese Freiheit missbrauchen, um die öffentlichen Meinung zu manipulieren.' Das sind nicht gerade beruhigende Worte von einem Mann, der für die Sicherheit von so vielen unserer PCs, Tablets und Smartphones zuständig ist. Doch darin besteht das
Paradox von Eugene Kaspersky: Er ist ein Vertrauter des autokratischen Putin-Regimes, der mit der Bewachung der Daten von Millionen Amerikanern beauftragt ist; ein angeblich pensionierter Geheimdienstoffizier, der heute damit beschäfigt ist, die geheimen Aktivitäten anderer Nationen aufzudecken; eine vitale Präsenz im offenen und freien Internet, der nicht möchte, dass wir zu frei sind."
Außerdem: Bald ein Jahr nach
Steve Jobs' Tod und
Walter Isaacsons Biografie über den Software-Tycoon sind IT-Visionäre und andere Geschäftsmänner in
zwei Lager gespalten, wenn es darum geht, aus Jobs' kontroversem Führungsstil persönliche Konsequenzen zu ziehen,
beobachtet Ben Austen: Auf der einen Seite sieht er die "
Akolythen", für die ein zwischenmenschlich defizitärer Umgang mit Menschen gerechtfertigt ist, wenn er einem höheren Zweck dient, auf der anderen Seite die "
Rejektoren", die einen Mittelweg zwischen geschäftlichem und privatem Erfolg verfolgen. Monica Murphy und Bill Wasik
schreiben über die Rätsel, die die Tollwut der Medizin bis heute aufgibt. Chris Baker
spricht in der "Icons"-Reihe mit dem Gamedesigner
Will Wright.