9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Geschichte

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.10.2017 - Geschichte

Die taz stellt heute einigen prominenten Linken zwei Fragen aus Anlass von hundert Jahren Oktoberrevolution: "1. Gehört der Kommunismus auf den Müllhaufen der Geschichte - oder ist noch etwas recycelbar? 2. Welche Revolution wird die nächste sein?" Die Antwort des britischen Autors Tariq Ali auf Frage 1 gibt Aufschluss über den Geisteszustand der britischen Linken: "Echte demokratische Organisationen wie die Räte in der Frühzeit der Sowjetunion bleiben eine gute Idee. Ebenso von genialen Architekten entworfene Wohnungen für Arbeiter und Arme, Widerstand gegen imperialistische Kriege und Kolonialismus, das Recht auf nationale Selbstbestimmung und der Schutz der Natur (sogar heute verfügt Russland noch über mehr natürliche geschützte Lebensräume als andere Länder). Die Rote Armee brach dem deutschen Faschismus das Rückgrat und 1917 war Blaupause der chinesischen, vietnamesischen und kubanischen Revolution. Also ja, es gab Gutes. "

Gaga auch das Statement des FAZ-Redakteurs Dietmar Dath: "Mehr als jedes andere Wort in unserem politischen Vokabular ist der Kommunismus die radikale Negation des herrschenden Regimes, welches Ausbeutung und Ungleichheit zelebriert. Die Kommunismen, die im Schwarzen Loch von 1989-1991 verschwunden sind, beinhalten die heroische Wiederherstellung von Gemeinschaften ohne Eigentum, kommunale indigene Gesellschaften, Realsozialismus mit seinen Errungenschaften und Verbrechen. Sie beinhalten die lange Geschichte antifaschistischen Widerstands, egalitären Mystizismus, die dialektische Abschaffung des Kapitalismus durch seine inneren Dynamik und die unerforschten, unausbeutbaren Reserven des Widerstands, die sich der Kapitalismus nicht aneignen kann."

Illusionsloser ist der Blick des Hongkonger Politologen Willy Lam, der im Interview mit Felix Lee über den gerade stattfindenen Parteitag der KP Chinas unter Xi Jinping spricht: "Chinas heutiges politisches System hat natürlich nichts mit dem kommunistischen Gedanken im marxschen Sinne zu tun, sondern lehnt sich eher am Leninismus-Stalinismus der Sowjetunion an. Auch dort hatte der KGB einen Polizeistaat errichtet, der die totale Kontrolle über das Land vorsah. Das heutige China entwickelt sich in diese Richtung. Xis ausgerufene Antikorruptionskampagne dient auch nicht nur dazu, korrupte Parteikader zu entlarven, sondern sich seiner Widersacher zu entledigen."

In seiner am 18. Oktober im Schloss Bellevue gehaltenen und heute in der Welt abgedruckten Gedenkrede zum 40. Todestag von Hanns Martin Schleyer fordert Stefan Aust die vollständige Offenlegung der Stammheim-Akten inklusive der geheimgehaltenen Abhörprotokolle: "diejenigen, die bei der Fahndung versagten, sollten nicht den Deckel über ihre Versäumnisse schlagen, sondern offen dazu stehen. Nur wenn klar wird, was schiefgegangen ist bei dem Versuch, einen Menschen aus der Geiselhaft zu befreien, kann daraus gelernt werden. Vertuschen ist die Grundlage des nächsten Versagens. Der Spruch des Geheimdienstkoordinators aus dem Kanzleramt zum Schreddern der NSU-Akten, ausgesprochen vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages, darf niemals zur Maxime behördlichen Handelns werden: 'Es dürfen keine Staatsgeheimnisse bekannt werden, die Regierungshandeln unterminieren.'"

Außerdem:In einem größeren Essay sucht tazler Stefan Reinecke Aufschluss über die Frage, ob heute ein gewaltsamer Umsturz wie 1917 noch möglich sei.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.10.2017 - Geschichte

Der Perlentaucher publiziert den Vortrag, den Götz Aly gestern zum zehnten Todestag Raul Hilbergs gehalten hat. Er erzählt die lange Geschichte der Ablehnung von Hilbergs Werk "Die Vernichtung der europäischen Juden", unter anderem durch das Münchner Institut für Zeitgeschichte, das sich in mehreren Gutachten gegen das heute als Standardwerk betrachtete Buch aussprach. Aber das Institut war nicht allein: "1967 schlug ein amerikanischer Freund Hilbergs dem Rowohlt Verlag vor, 'The Destruction of the European Jews' endlich in Deutschland erscheinen zu lassen. Darauf antwortete Fritz J. Raddatz, der Verlag sei sehr mit Aktuellem 'belastet' und beabsichtige nicht, für Hilbergs Studie andere 'Projekte zu opfern'. Raddatz war damals für die auflagenstarke, mit der Neuen Linken mitschwimmende Reihe 'rowohlt aktuell' verantwortlich. Zu den möglichen 'Opfern' des Hilberg-Buches hätten Titel wie diese gehört, die laufend erschienen: Ernesto Che Guevara, 'Brandstiftung oder neuer Friede?'; Mao Tse-tung, 'Theorie des Guerillakrieges oder Strategie der Dritten Welt'; Gabriel und Daniel Cohn-Bendit, 'Linksradikalismus - Gewaltkur gegen die Alterskrankheiten des Kommunismus'."

In seinem großen neuen Buch "Die Farbe Rot" reiht Gerd Koenen den Kommunismus in die Geschichte millenaristischer Bewegungen ein, die sich noch viel um das Leben des einzelnen bekümmerten. In einem Essay für ein Zeit-Dossier über die Aktualität der Kommunismus kommt er auch auf den unauflöslichen Clinch der feindlichen Brüder Links- und Rechtsextremismus und die Figur Stalins zurück: "Am Ende war es Hitler, der ihm zur Statur eines Vaters des Vaterlandes und Befreiers der Menschheit verhalf und dem nachträglich konstruierten sowjetischen 'Antifaschismus' eine weit ausstrahlende moralische Dignität verlieh. Und insgesamt waren es die faschistischen Bewegungen und ihre Großreichsprojekte, die den Kommunisten aller Länder als Wegbereiter und Brandbeschleuniger gedient haben."


Stepan M. Karpow: Völkerfreundschaft, Sowjetunion, 1923/24 Bildrechte: © Staatliches Museum für Zeitgenössische Geschichte

Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat zum Jahrestag der russischen Revolution eine große Ausstellung zum gemacht. "Starker Auftritt", findet Andreas Kilb in der FAZ. In der FR ist Arno Widmann dagegen entsetzt von dem engen Blick, den die Ausstellungsmacher haben. Nirgends ein Hinweis darauf, dass die Revolution von Anfang an als Weltrevolution gedacht war: "Man versteht diese Geschichte, ihre Dynamik, ihre Gewalt und Wucht nicht, wenn man Asien und Lateinamerika, die USA und Afrika weglässt. Die Weltrevolution war der Schrecken, der zusammen mit seinem Begleiter der Weltreaktion das zwanzigste Jahrhundert bestimmte. Nichts davon in der Ausstellung. '1917 Revolution' ist unkritisch und begriffslos. Sie geht in die seit vielen Jahrzehnten aufgestellte Falle der bolschewistischen Geschichtsschreibung. Die Geschichte, so lautet deren Legende, führte hin zur Oktoberrevolution, also ist die Geschichte vor ihr nichts als ihre Vorgeschichte. Das ist immer verkehrt. Aber gerade im Falle der Oktoberrevolution ist es verhängnisvoll, wenn man nicht erst einmal das Erstarken des Bürgertums im zaristischen Russland sichtbar macht. Die Ausstellung verzichtet auf die Vorstellung der Mittelklassen. So nimmt sie deren Liquidierung durch die Bolschewiki vorweg."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.10.2017 - Geschichte

Eine neue Kontroverse zwischen Götz Aly und dem Münchner Institut für Zeitgeschichte bahnt sich an, dem Aly vorwirft, sich zuerst in den Sechzigern und dann nochmal um 1980 gegen eine deutsche Übersetzung von Raul Hilbergs heute als epochal angesehenes Werk "Die Vernichtung der europäischen Juden"  ausgesprochen zu haben: Zuerst warf man ihm vor, wissenschaftlichen Standards nicht zu gehorchen, dann fand man ihn nicht mehr zeitgemäß. Eine unrühmliche Rolle spielte auch der Droemer Knaur Verlag, der eine bereits zugesagte Edition des Werks 1965 wieder absagte - der Cheflektor Fritz Bolle hatte als "Chefassistent" in einem KZ-Außenlager gearbeitet. Aly wird heute bei einer vom Institut mit ausgerichteten Tagung einen Vortrag zu der Sache halten. Die SZ bringt heute einen Auszug, der Perlentaucher wird heute Nachmittag, zum Zeitpunkt des Vortrags, den Text in voller Länge mit Belegen und reprografierten Dokumenten online stellen.

Einen ausführlichen Gegenartikel zu Alys Vortrag veröffentlicht bereits heute Sven Felix Kellerhoff in der Welt, der erklärt, dass sei alles überhaupt nicht neu, Aly wolle nur skandalisieren und die negativen Gutachten des Instituts hätten "keineswegs allein" dagestanden: "Nach dem Erscheinen der englischsprachigen Originalausgabe gab es vielmehr eine Reihe negativer Rezensionen. Allerdings ging es diesen Kritikern - zu Hilbergs großem Erstaunen - nicht um seine zentrale These: dass der Massenmord an Europas Juden ein bürokratischer Prozess war, der nur zum Erfolg führen konnte, weil 'alle möglichen Fachleute ihre Ideen und Kenntnisse dazu beigetragen hatten'. Das war eine Erkenntnis, die Anfang der 1960er-Jahre noch zu früh kam: Raul Hilberg war seiner Zeit einfach weit voraus." Auch der Spiegel hatte am Wochenende berichtet.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.09.2017 - Geschichte

Der Economist bespricht Anne Applebaums neues Buch "Red Famine - Stalin's War on Ukraine", in dem die Autorin den Hungermord an Millionen Menschen, meist Ukrainern, auch als eine Kampagne definiert, Unabhängigkeitsbestrebungen der Ukraine zu brechen. Systematisch wurde die Bevölkerung  ausgehungert und an der Flucht gehindert: "Stalin war nicht nur informiert über das Massensterben (das etwa 13 Prozent der ukranischen Bevölkerung vernichtete). Er unterdrückte  das Wissen darüber (inklusive Bevölkerungsdaten) aktiv, um die Kollektivierung der sowjetischen Landwirtschaft und und den Zugriff der Kommunsitischen Partei auf das Land voranzutreiben -  Applebaum beschreibt diese Kampagne als eine 'Revolution, die tiefer und schockierender ist als die bolschewistische Revolution selbst'."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.09.2017 - Geschichte

Man kann die Reformation würdigen, ohne sie deshalb gleich zur Heilsgeschichte zu verklären, meint Dirk Pilz in der FR. "Man kann Luther Wegbereiter für die Geschichte der Individualisierung nehmen - und ihm zugleich sein durchweg negatives, von der Erbsünde geprägtes Menschenbild vorhalten. Mit Moral- oder Fortschrittskategorien lässt sich keine Geschichte begreifen: Auch ein menschenfreundlicher Humanist wie Erasmus von Rotterdam war Antisemit, auch ein gutgemeinter, betont nichtchristlicher Gesellschaftsentwurf wie der Kommunismus hat blutige Geschichte geschrieben."

Außerdem: Auf Zeit online skizziert der Historiker Christian Mentel die Strategien der international gut vernetzten Holocaust-Leugner. In der Welt erinnert Matthias Heine an die deutschen Kolonien in der Südsee, wo sich bis heute einige hundert deutsche Lehnwörter erhalten haben.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.09.2017 - Geschichte

Das derzeit so modische Tilgen problematischer historischer Figuren aus Straßennamen und Denkmälern ist nichts anderes als ein Weißwaschen der Geschichte, meint Marc Tribelhorn in der NZZ: "In der Tendenz wird die Geschichte auf diese Weise zur Wohlfühlzone: Alles, was unseren heutigen Wertvorstellungen entspricht, ist genehm. Der Rest muss verschwinden. So wird die Vergangenheit von der Gegenwart her passend gemacht. Oder wie es Lord Patton, der Vorsteher der Universität Oxford, in der Debatte um die Rhodes-Statue formulierte: 'Unsere Geschichte ist kein weißes Blatt, auf das wir unsere eigene Version von dem, was hätte passieren sollen, schreiben können - ausgehend von dem, wie wir heute denken.' Tatsächlich ist es ehrlicher und produktiver, sich mit den Traditionsbeständen auseinanderzusetzen, als sie zu tilgen und totzuschweigen, auch wenn sie uns irritieren oder provozieren."
Stichwörter: Straßennamen

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.09.2017 - Geschichte

Der Althistoriker Roland Steinacher spricht mit Ambros Waibel in der taz über die Funktionalisierung archäologischer Genetik, etwa wenn es darum geht, bei Gräberfunden Volksgruppen wie die Langobarden, als eindeutig germanisch auszuweisen: "Quellen sprechen nie für sich selbst, sondern bedürfen immer der Interpretation. Wo die Genetik tatsächlich unheimlich wertvoll wäre, ist nicht bei der Unterscheidung in Volksgruppen - zugewanderte Langobarden oder einheimische Römer -, sondern bei der Frage nach den verwandtschaftlichen Beziehung der etwa vierzig Personen, die dort bestattet sind. Ist das zum Beispiel eine Dynastie, über drei, vier Generationen? Denn die nächste Absurdität ist ja: Diese Volksnamen, die dann der DNA zugeordnet werden, stammen aus der traditionellen Geschichtswissenschaft. Es ist aber absurd, veraltete historische Fragestellungen, meist aus nationalistischen Narrativen des 18. und 19. Jahrhunderts, mit hochmoderner Genetik beantworten zu wollen."

In der Berliner Zeitung stellt Nikolaus Bernau ein neues Forschungsprojekt der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy vor: Es geht um "'Translokation. Historische Studien über die Verlagerung von Kulturgut', es soll um die verschlungenen Wege gehen, die Objekte und Sammlungen seit der Antike bis in unsere Museen und Bibliotheken nahmen. ... Ausdrücklich geht es nicht darum, postkolonial nur die in Europa oder von europäischen Mächten bewirkten Verlagerungen von Kulturgut zu bearbeiten. Der Blick ist auch nach Ostasien und Afrika geöffnet, Indien, Nord- und Südamerika sollten wenigstens noch dazu kommen. Schließlich erwarben auch die Azteken, Inka oder Irokesen gern und oft gewaltsam Objekte aus anderen Kulturen."

Außerdem: Petra Pluwatsch besucht für die FR die Ausstellung "Mein Verein" im Bonner Haus der Geschichte und Tilman Spreckelsen für die FAZ eine Ausstellung über Richard Löwenherz im Historischen Museum der Pfalz in Speyer.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.09.2017 - Geschichte

In der NZZ zeichnet Gunnar Heinsohn den Weg der RAF-Terroristen und ihrer Sympathisanten nach, die sich von Antifaschisten in stramme Antisemiten und vom Revolutionären in Karrieristen und schließlich in ganz gewöhnliche Spießer verwandelten: "Die studentischen Operationen im Westen lassen sich als durchaus originelle Antworten auf das stetige Verschwinden der proletarischen Massen verstehen, von denen die Bewegung eigentlich ausgehen sollte. ... Durchaus blutig im verbalen Revolutionsduktus, aber weitgehend gewaltlos operieren dagegen Studenten, die sich dem Proletariatsschwund dadurch entgegenstemmen, dass sie die Universitäten verlassen und selbst zu Arbeitern werden. Die davon Beglückten sehen das nicht gerne; denn die akademischen Arbeiter-Darsteller greifen flugs nach Gewerkschaftsposten und verstellen so den Originalen die attraktivsten Aufstiegsmöglichkeiten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.09.2017 - Geschichte

Michael Wuliger schildert in der Jüdischen Allgemeinen, wie sehr ihn die RAF vor vierzig Jahren anwiderte, wie wenig er sich aber zu Mitleid mit Hanns-Martin Schleyer, einem einstigen SS-Mann, der in der Tschechoslowakei an Arisierungen mitgewirkt hatte, durchringen konnte: "Und ich bin bis heute froh, dass mir, nachdem die Terroristen ihre Geisel am 18. Oktober 1977 ermordet hatten, erspart blieb, mich bei einer der zahlreichen Trauerbekundungen zu Ehren des Toten zu einer Schweigeminute vom Platz erheben zu müssen. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten hätte. So oder so hätte es sich falsch angefühlt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.09.2017 - Geschichte

Die Südkoreaner sind bei der Debatte um die "Trostfrauen" - Koreanerinnen, die von den Japanern zwangsprostituiert wurden - selbst unehrlich, schreibt Fabian Kretschmer in der taz, Wer bestimmte Wahrheiten ausspricht, bekommt Probleme: "Dies hat die Professorin Park Yu Ha von der Seouler Sejong-Universität persönlich zu spüren bekommen. In ihrem 2013 erschienen Buch 'Comfort Women of the Empire' (mehr hier) wies sie darauf hin, dass viele der Menschenhändler, die für die Japaner Frauen rekrutierten, selbst Koreaner waren und als Komplizen vom System profitierten. Ebenso zweifelt sie das vorherrschende Narrativ an, dass es sich bei den Frauen ausschließlich um 'Sexsklavinnen' gehandelt hat. Einige von ihnen wussten laut Park sehr wohl, worauf sie sich einließen, sie hätten sich aus Armut, jedoch aus freien Stücken den Militärbordellen angeschlossen."

In der Berliner Zeitung ermuntert Arno Widmann zum 150. Jahrestag der Erscheinung von Karl Marx' "Das Kapital" unbedingt zur Lektüre dieses monstre sacre der Philosophie: "Was sah Marx in der Tiefe? Das 'Wesen' des Kapitalismus, sein innerster Kern, sein Motor ist der Doppelcharakter der Arbeit. Sie schafft Gebrauchswerte und Waren. Ware wird etwas, wenn es getauscht wird oder auch nur getauscht werden soll. War wohl kein Perlentaucher, der Karl Marx. Das ist doch nichts Tolles, nichts Besonderes? Das sagen nur die, die Marx nicht gelesen haben. Wer ihn liest, erlebt das Feuerwerk, das Marx aus dem Unterschied von Gebrauchs- und Tauschwert schlägt, und weiß nicht, ob es ihn blendet oder die Verhältnisse erhellt. Darüber wird gestritten, seit das Buch erschien."