9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.08.2018 - Ideen

Einige Zeitungen würdigen der Merkur-Herausgeber Kurt Scheel, der sich im Alter von siebzig Jahren das Leben genommen hat. Christian Schröder schildert ihn im Tagesspiegel als recht eigensinnigen Außenseiter im Feuilletonbetrieb: "Scheel hatte ab 1977 als Lektor für deutsche Literatur und Sprache an der Universität von Hiroshima gearbeitet, bevor er 1980 Redakteur beim Merkur in München wurde. So brachte er einen Blick von außen auf die deutschen und europäischen Verhältnisse mit. Wenn er die Idee des Westens kulturell wie politisch verteidigte, brach er seine Argumentation auch schon mal auf dass Format eines Slogans herunter: 'Überall dort, wo Freiheit herrscht, gibt es auch Kapitalismus.'"

Patrick Bahners verweist in der FAZ auf Scheels letzten Beitrag in dem von Scheels Freund Michael Rutschky begründeten Blog Das Schema, in dem Scheel einen Ausflug an die Havel schildert: "Scheel wollte die Stille der Vögel nicht hinnehmen, die ihn beim frühmorgendlichen Bad in der Havel überraschte. 'Was machen die gefiederten Freunde, frage ich mich, und füge vogelkritisch hinzu: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.'" Und in der SZ schreibt Willi Winkler: "Kurt Scheel war ein Autor, der fast nichts schrieb und es doch besser konnte als fast alle anderen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.08.2018 - Ideen

Jan Feddersen würdigt in der taz den Publizisten, politischen Liberalen und Filmkenner Kurt Scheel, der sich im Alter von siebzig Jahren das Leben genommen hat: "In den vielen Jahren als faktischer Chefredakteur des Merkur ...  hat er viel dafür getan, dass gewisse deutsche Vermieftheiten in der politischen Diskussion, sei es von rechts oder, besonders gern, weil mainstreamig, von links, nicht ohne Rüge davonkommen."

Die weltweite Flucht von Menschen ist eine "demografische Revolution" und groß angelegte Abschiebungen wären eine "ethnische Säuberung light",  schreibt der Historiker Michael Wolffsohn in der Welt. Wir brauchen keine Leitkultur, aber feste Regeln, fordert er: "Freiheit für alle, sofern das Leben eines jeden gesichert und das individuelle Glücksstreben nicht auf Kosten des Lebens oder der Freiheit des anderen verwirklicht wird. Das klingt verdammt einfach und ist verdammt schwer durchzusetzen. Dafür, und auf diesen universellen (nicht nur europäischen oder deutschen) Wertevorstellungen basierend, brauchen wir Regeln - auf Deutsch formuliert, in Deutschland angewendet und durchgesetzt. Unabhängig von Herkunft, Einkünften, Bildung und Religion. Der Staat hat als Staat diese Uraufgabe. Nimmt er sie nicht wahr, sind Chaos und Konflikte programmiert."

Wie Hefepilze fressen wir uns dem eigenen Ersticken entgegen, sagt der Historiker Philipp Blom in seiner von der Zeit online nachgereichten Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele, in der er den Verlust der Werte der Aufklärung beklagt: "Auf dem ganzen Globus entstehen autokratische Staaten, werden längst überwunden geglaubte autoritäre Strukturen und nationalistische Identitäten zum Programm oder zur Praxis, verlieren Wahrheit und Wissenschaft an Verbindlichkeit, greift freiwillige Verdummung Rau. Vielleicht ist das einfach eine Reaktion auf die grundlegenden Veränderungen der Gesellschaft innerhalb von gerade einmal drei Generationen. Nach dem Fortschritt kommt der Rückschritt. Vor dreihundert Jahren war es einfach, an den Fortschritt zu glauben - heute beginnen die Nebenwirkungen des Fortschritts seine ursprüngliche Absicht zu überwältigen, und so kann sich Fortschritt selbst in sein Gegenteil verkehren. Vielleicht ist dies der Anfang vom Ende der aufklärerischen Gesellschaften. Nach uns der ethnische Pluralismus."

Weitere Artikel: Auf Seite 3 der SZ zeichnet Willi Winkler Klaus Brieglebs Verbindungen zu BND-Chef Reinhard Gehlen nach. Gehlen, vor allem mit Brieglebs Mutter Hildegard befreundet, hatte Anfang der Sechziger den Druck von Brieglebs Doktorarbeit über Friedrich Schlegel durch einen Zuschuss unterstützt.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.08.2018 - Ideen

Kathleen Stock - sie lehrt an der University of Sussex Philosophie - denkt im Economist über das "Konzept Frau" nach. Ist wirklich jeder eine Frau, der behauptet, eine zu sein, wie es die Trans-Bewegung fordert? Gehört nicht auch eine gelebte physische Erfahrung dazu? Und was verlieren wir, wenn wir das aufgeben? Zu viel, fürchtet Stock: "Die Kategorie 'weiblich' ist auch wichtig, um die besonderen Herausforderungen der Mitglieder zu verstehen. Dazu gehören eine erhöhtes Risiko für Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe, Voyeurismus und Exhibitionismus, sexuelle Belästigung, häusliche Gewalt, bestimmte Krebserkrankungen, Magersucht und Selbstverletzung und so weiter. Wenn selbsterklärte Trans-Frauen in die Statistik aufgenommen werden, wird das Verständnis erschwert. Die Selbstidentifikation eines Mannes mit der Kategorie 'weiblich' oder 'Frauen' bringt nicht automatisch eine erhöhte Gefährdung in diesen Bereichen mit sich ... In einer sexistischen Welt, die oft Frauen als solche benachteiligt, brauchen wir gute Daten. Wir brauchen natürlich auch gute Daten über Trans-Personen, aber die beiden Aufgaben sollten getrennt werden." (Der Artikel gehört zu einer ganzen Serie über "Transgender-Identitäten", die man alle hier findet.)

Im Gespräch mit der Zeit versucht Catrin Misselhorn, Wissenschaftstheoretikerin und Technikphilosophin an der Universität Stuttgart, etwas Klarheit in die Vorstellung von Künstlicher Intelligenz zu bringen. Die Vorstellung, Maschinen könnten in der näheren Zukunft einen eigenen freien Willen haben, hält sie für Nonsense: "Auch bei Emotionen, die ich als Prozess auffasse, kommen Elemente wie Wahrnehmungen, Meinungen und Wünsche kausal ins Spiel. Diesen Aspekt kann man auch in Maschinen nachbilden. Darüber hinaus besitzen Emotionen jedoch eine Empfindungsqualität, die Maschinen abgeht. Maschinen haben nur Quasimeinungen und Quasiwünsche. Diesen Begriff des 'Quasi' entnehme ich der Ästhetik. Der amerikanische Philosoph Kendall Walton hat folgende These aufgestellt: Unsere Empfindungen gegenüber fiktionalen Figuren sind Quasiemotionen. Wenn ich etwa bei der Lektüre von Anna Karenina fürchte, dass die Hauptfigur sich vor den Zug werfen könnte, ist das keine echte Angst, sondern eine Quasiangst."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.07.2018 - Ideen

Der Soziologe Andreas Reckwitz erklärt im Gespräch mit Martin Reeh und Jan Feddersen von der taz, was es in der "Gesellschaft der Singularitäten" (so der Titel seines viel beachteten Buchs) mit neuer und alter Mittelklasse und der Unterschicht auf sich hat: "Die eine Gruppe, die neue Mittelklasse, kann sich als Teil und Träger des Fortschritts der westlichen Moderne nach dem Mauerfall sehen, der Liberalisierung, des Bildungsfortschritts et cetera. Die beiden anderen Klassen sehen sich eher in einer manifesten oder latenten Situation von Entwertung. Die neue Unterklasse ist sozial deklassiert. Die alte Mittelklasse, die materiell noch relativ gut dasteht, sieht sich häufig in einer kulturellen Defensive gegenüber den Liberalisierungsprozessen."

Nationale Identität kann durchaus in einer menschenfreundlicher Version existieren, meint Andreas Spillmann, Direktor des Schweizerischen Landesmuseums, in der NZZ und denkt dabei an die Geschichten über Jan Hus, die Jungfrau von Orleans oder die Wikinger. Dann wird das Empfinden von Zugehörigkeit "nicht an Unumstößlichem festgemacht. Es sind nicht Herkunft, Religion oder Ethnie, sondern Erzählungen, die die nationale Zugehörigkeit definieren - Erzählungen, die unabhängig von Herkunftsmerkmalen internalisiert werden können. Auch supranationale Institutionen wie die Europäische Union sollten sich vor nationalen Identitäten, Werten und Symbolen nicht fürchten. Auch für die Europäische Union wären narrative Repräsentationen hilfreich."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.07.2018 - Ideen

Vor etwas mehr als 25 Jahren veröffentlichte Botho Strauß seinen "Anschwellenden Bocksgesang", ein Manifest einer neuen "Konservativen Revolution", auf das bald der neuerechte Sammelband "Die selbstbewusste Nation" folgte, erinnert Marc Felix Serrao in der NZZ. Das mit der konservativen Revolution klappte zwar nicht. Der band aber half ein Klima zu schaffen, das heute vergiftet ist, so Serrao: "Wer sich als Konservativer oder Liberaler heute kritisch über bestimmte politische Zustände äußert, hat sofort Claqueure am Hals, die 'Merkel muss weg' brüllen oder der 'Lügenpresse' den Kampf erklären. Für diesen geistfeindlichen Jargon (der links auf eine andere Weise wuchert) hat der Sammelband mit seinem Gerede von Denk- und Sprechverboten eine erste Saat gelegt."

Dass die Rechten soviele linke Streitbegriffen gekapert haben - Establishment, Subversion, System, Gegenöffentlichkeit - ist ein echtes Problem für die Linke, meint Mark Siemons in der FAS. Denn diese Begriffe stehen für Aufbruch, Wandel, Bewegung. Die Linke klammert sich dagegen nur noch an den Status quo und die Institutionen: "Engagement würde kaum mehr einer mit irgendeinem Bruch von Regeln in Verbindung bringen, sondern vielmehr mit dem Einsatz für immer mehr und immer perfektere Regeln. Soziale Kontrolle ist Trumpf, bürgerliche Sitte wird nicht mehr bekämpft, sondern zum Maßstab von allem, auch der Künste erklärt, die einst als Gegenwelt zum Muff der Mehrheitsgesellschaft fungierten. ...  Wenn die Institutionen, die doch dazu da sind, den legitimen Wünschen jedes Einzelnen Schutz zu gewähren, selber als das letzte Ziel aller Wünsche erscheinen, droht die Luft zum Atmen auszugehen. Ist das vielleicht der Grund, weshalb das rechte Denken bisweilen den Eindruck erwecken kann, es sei im Aufwind, obwohl es so viele rechte Intellektuelle vermutlich gar nicht gibt?" Siemons empfiehlt der Linken als Gegenmittel die Lektüre von Judith Shklars "Liberalismus der Furcht".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.07.2018 - Ideen

In der New York Times erklärt Natan Sharansky, ein ehemaliger Mitarbeiter des russischen Menschenrechtlers Andrej Sacharow, warum Sacharows vor 50 Jahren erschienener Essay "Wie ich mir die Zukunft vorstelle : Gedanken über Fortschritt, friedliche Koexistenz und geistige Freiheit" heute immer noch von großer Bedeutung ist: Sacharow hatte aufgerufen, die Menschenrechte nicht nur im eigenen Land für unverzichtbar zu erachten, sondern auch überall sonst auf der Welt: "Trotz der dramatischen Unterschiede zwischen Donald Trump und Barack Obama folgt Präsident Trump bei der Trennung der Menschenrechte von der Außenpolitik dem Beispiel von Präsident Obama. Obama hat immer wieder mit diktatorischen Regimen zusammengearbeitet, statt ihre Menschenrechtsbilanz in Frage zu stellen. Sein Eifer, einen Atomvertrag mit dem Iran abzuschließen, schwächte seine moralische Stimme während der Grünen Revolution 2009. Und er weigerte sich, den diplomatischen Fortschritt von der Forderung abhängig zu machen, dass der Iran den Terror weltweit nicht mehr unterstützt oder sein eigenes Volk zu Hause hinrichtet. Trump hat Amerikas menschenrechtsfreie Außenpolitik in absurde Höhen getrieben. Seine Behauptung, die Nordkoreaner unterstützten Kim Jong-un mit 'großer Leidenschaft', untergrub Amerikas moralisches Ansehen, sabotierte nordkoreanische Dissidenten und legitimierte einen bösen Diktator. ... Die Weisheit von Sacharows Aufsatz mag heutzutage nicht in Mode sein, aber die Wahrheit, die er enthält, ist ewig."

Der Kern von 68, erklärt der Soziologe Heinz Bude im Interview mit der taz, war, "dass sich die Dinge nicht von selbst verstehen. Man kann anders sein, sein Leben experimentieren, man kann sogar, wenn man will, konservativ sein. Man muss sich dafür aber entscheiden. 68 war ein Happening, das vieles denkbar und lebbar machte. Die einen hatten auf der Suche nach dem richtigen Leben immer den Adorno dabei, die 'Minima Moralia', die anderen hörten auf Jefferson Airplane, die Doors oder Velvet Underground. Was sie einte, war eine ungeheure Sehnsucht nach Welt." Und das fehlt ihm heute. "Eine Idee für das Andere, auch wenn sie wirr und unausgegoren ist, muss man schon haben. Insofern ist das Erbe von 68 nicht weg. Befreiung muss immer wieder neu durchdekliniert werden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.07.2018 - Ideen

Im Gespräch mit Tania Martini in der taz skizziert der französische Soziologe Luc Boltanski, was er unter "Ökonomie der Bereicherung" versteht, der sein letztes, zusammen mit Arnaud Esquerre verfasstes Buch gewidmet ist: "Wir beschreiben den ökonomischen Wandel, der durch die Deindustrialisierung in den westeuropäischen Ländern seit den 1970er Jahren eingesetzt hat, und den damit zusammenhängenden Wandel der Ausbeutung von Ressourcen, die nicht neu sind, aber eine völlig neue Bedeutung bekommen haben: die Künste, die Kultur, der Antiquitätenhandel, die Luxusindustrie, die Patrimonialisierung und der Tourismus."

Etwas konkreter spricht der Historiker Marcus Böick, Autor eines Buchs über die Treuhandanstalt mit Anja Maier ebenfalls in der taz über die "Kontextgebundenheit von Wertzuschreibung", die vielen ehemaligen DDRlern bis heute Phantomschmerzen bereitet. Auf die Frage, ob er das konkreter machen kann, antwortet er: "Das geht. Etwas, was eben noch viel wert sein kann, kann unter veränderten wirtschaftspolitischen Bedingungen nichts mehr wert sein. Der ehemalige Chef der SPD-Volkskammerfraktion, Richard Schröder, erzählt gern von seinem Wartburg, der bis zum Mauerfall sein größter Schatz war. Und wenig später hat er ihn nicht mal mehr verschenkt bekommen. In Bezug auf die DDR-Ökonomie war der 1. Juli 1990, der Tag der Wirtschafts- und Währungsunion, eine Art Tag des Jüngsten Gerichts."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.07.2018 - Ideen

In der FAZ bespricht Jürg Altwegg das jüngste Buch Bernard-Henri Lévys, "L'empire et les cinq rois": "Sein Essay ist eine flammende Aufzählung von lauter historischen Verbrechen, welche die schrumpfende zivilisierte Welt nicht verhindert - weil sie nicht mehr auf Lévy hört."
Stichwörter: Levy, Bernard-Henri

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.07.2018 - Ideen

Kommunikation geht immer mehr über audiovisuelle Medien und immer weniger über Text - "Präsenzkultur" ist das Stichwort, warnen die Wissenschaftler Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski in der NZZ und plädieren dafür, dem Text wieder eine Chance zu geben: "Man könnte den Text einerseits als Hilfsmittel der Distanzierung und Reflexion zeitgenössischer Phänomene begreifen, als ein Hilfsmittel, das sich dem bloss reflexhaften Erleben auf vorgezeichneten Pfaden fast notwendig versperrt. Andererseits ginge es gleichzeitig darum, zu erkennen, dass gerade die Digitalisierung - etwas hintergründiger angeschaut - genau das Gegenteil des Posttextuellen beschreibt, dass sie sich keineswegs im luftleeren Raum der Erscheinungen vollzieht. Denn hinter jedem Bild, jedem Video und jedem virtuellen Erleben steht Code geschrieben; ein formalisiertes Gewebe, eine Textur, die unser Weltbild alias Filterblase entscheidungslogisch prägt."

Außerdem: Die SZ übernimmt den Medium-Artikel von Douglas Rushkoff, der erzählt, wie er einmal für ein absurd hohes Honorar zu einem Gespräch mit fünf Milliardären - Elon Musk, Peter Thiel, Sam Altman, Ray Kurzweil und Mark Zuckerberg - gebeten wurde (unser Resümee). Mehr über dieses Gespräch kann man in einem Interview mit Rushkoff bei Nonprofit Quarterly nachlesen. Wer wissen will, wie verschiedene Völker friedlich koexistierten und Handel trieben, sollte einen Blick auf Alteuropa werfen, schlagen der Sprach- und Kulturwissenschaftler Harald Haarmann und eine Wiesbadener Künstlerin mit dem Pseudonym LaBGC in einem Essay für die FR vor.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.07.2018 - Ideen

In einem sibirischen Lager stirbt der zu Unrecht verurteilte Filmregisseur Oleg Senzow den Hungertod. Und die Welt? Guckt Fußball, als ginge sie das nichts an, als sei Krieg halt so. Aber das stimmt nicht, schreibt der ukrainische Dichter Serhij Zhadan in der NZZ: Oleg Senzow "ist es, der den Menschen plötzlich wieder in Erinnerung ruft, dass der Krieg weder Stabskarten noch Einflusssphären, sondern dass der Krieg immer die Menschen sind. Sie kommen um, kämpfen, legen Zeugnis ab, klagen an. Gerade jetzt in diesem Moment, in diesem Augenblick, wenn jeder von uns mit seinen - zweifellos wichtigen - Dingen beschäftigt ist, geht die Chronik des Sterbens, die Chronik des verzweifelten Widerstands weiter, eine Chronik, die in die Geschichte eingehen wird. Ob sich jemand mit dieser Geschichte identifiziert oder sich davon distanziert, ist die Entscheidung jedes Einzelnen."