Eine Delegation der "
Reporter ohne Grenzen" stieß bei Gesprächen in
Saudi Arabien auf echte Irritation über das schlechte Ranking des Landes im Pressefreiheitsindex der Organisation. Die Delegation hat den Offiziellen aber erklärt, dass die Ermordung
Jamal Khashoggis nicht als eine Ausübung königlicher Pressefreiheit zu verstehen ist,
berichtet Stephanie Kirchgaessner im
Guardian: "Im jüngsten Ranking, in dem auch vom Mord an Khashoggi und der scharfen Unterdrückung de Redefreiheit durch die saudischen Kronprinzen die Rede ist, ist Saudi Arabien noch einmal um drei Plätze nach unten gefallen. Der Bericht erwähnt auch, dass sich die Zahl der Journalisten und Blogger, die ins Gefängnis kamen,
seit 2017 verdreifacht hat - dem Jahr also, in dem Prinz Mohammed, der sich selbst als Reformer darstellte, als Erbe des Königs eingesetzt wurde."
(Via
turi2)
Mathias Döpfner plant den genialen Schachzug, den Springer Verlag zu großen Teilen von dem
Finanzinvestor KKR aufkaufen zu lassen (unserere
Resümees). Der ist auch einverstanden, erhebt aber Bedingungen in bezug auf die
Welt und die
Welt am Sonntag, die man nur bei "angemessener Steuerung der jährlichen Ergebnissituation" fortführen wolle,
berichtet Klaus Max Smolka im Wirtschaftsteil der
FAZ: "Die Frage ist, was mit diesem
geistigen Erbe des Verlagsgründers Axel Springer passiert. Auffallend ist, dass das offizielle Angebotsdokument in der besagten Passage nur die
Welt-Gruppe zum Thema macht... Von der
Bild-Gruppe, die als lukrativer gilt, ist keine Rede."
Politiker als Kolumnisten von Medien sind eine problematische Angelegenheit,
findet Anne From in der
taz mit Blick auf
Friedrich Merz, der für Springer-Blätter, und
Sigmar Gabriel, der für Holtzbrinck-Blätter schreibt: "Wenn der
Tagesspiegel Sigmar Gabriel interviewt, ist das dann ein Gespräch zwischen Journalist und Politiker? Oder eines zwischen Quasi-Kollegen? Und wenn die
WamS über Merz' politische Ambitionen berichtet, tut sie das dann, weil der Draht zwischen Redaktion und Kolumnist sowieso kurz ist?" Mal abgesehen davon, dass die Honorare obszön sind: Gabriel verdient mit seinen Kolumnen "
zwischen 15.001 und 30.000 Euro im Monat, so gibt er es auf seiner Webseite an".