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Heute in den Feuilletons

Fein gezupftes Fleisch mit Speckschaum

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
26.07.2008. In der SZ erinnert sich der bosnische Dolmetscher Hasan Nuhanovic daran, wie die Holländer seine Eltern in Srebrenica in den Tod schickten. In der FR erinnert sich Andreas Maier an das Redestressklima in den Achtzigern. In der NZZ lauscht Felix Philipp Ingold dem metaphysischen Wabern Maurice Blanchots. In der Achse des Guten attackiert Richard Wagner den rumänischen Autor Mircea Cartaresecu, der ihm allzu versöhnlich über die Securitate-Spitzel schrieb. Aufbau und Abbau: Die taz befasst sich mit der Krise der mittelgroßen Verlagshäuser. Die Berliner Zeitung weiß: Chinese Democracy war nur eine schlechte Idee von Guns N'Roses.

Aus den Blogs, 26.07.2008

Die von Herta Müller (hier) und Richard Wagner (hier) angestoßene Debatte um die Stasi-Spitzel bei einer Tagung des rumänischen Kulturinstituts in Berlin schlagt auch in Bukarest Wellen. Richard Wagner bezieht sich in der Achse des Guten auf einen Artikel Mircea Cartarescus in der Tageszeitung Evenimentul zilei, der ihm allzu versöhnlich scheint: "Cartarescu spricht in höchsten Tönen von der fachlichen Meisterschaft der beiden ehemaligen Informanten. Der eine habe ein fundamentales Buch über die Utopie verfasst, der andere sei ein großer Germanist, und sogleich folgt die Behauptung, Moral und Intellektuellenleistung gingen selten zusammen. Und dann passiert etwas Erstaunliches. Cartarescu nennt als Beispiele für seine These: Heidegger, Hamsun, Ezra Pound, Celine und Drieu la Rochelle. Das ist ein Skandal. Ich wüsste nicht, dass auch nur einer von diesen jemals Informant der Gestapo gewesen wäre. Sie haben ihre politischen Ansichten vielmehr öffentlich geäußert, für jeden sichtbar und zugänglich. Sie haben sich gewaltig geirrt, aber sie haben sich öffentlich geirrt und mussten sich dafür auch verantworten. " (Hier ein dpa-Ticker mit ein paar Cartarescu-Zitaten.)

Hier ein paar Takte Parsifal für alle, die nicht nach Bayreuth fahren konnten: der große Hans Knappertsbusch dirigierte 1959:



Das offizielle Google-Blog meldet: Man hat zum ersten Mal über eine Billion Links gefunden: "Even our search engineers stopped in awe about just how big the web is these days -- when our systems that process links on the web to find new content hit a milestone: 1 trillion (as in 1,000,000,000,000) unique URLs on the web at once!"

Berliner Zeitung, 26.07.2008

"Das Werk darf als veröffentlicht gelten", meldet Boris Fust, nach dem einige Titel des von einigen offensichtlich erwarteten Guns N'Roses-Albums "Chinese Democracy" auf Youtube kursieren. Aber er ist enttäuscht: "Alle Großmelismen, für die Axl Rose eine der berühmtesten Karikaturvorlagen geschaffen ist, sind durch technisches Gerät tonal begradigt und rhythmisch durchsequenziert worden. Dieses Verfahren findet bei sämtlichen Songs Anwendung und führt zu dem Eindruck, ein körperloser Cyborg wäre mit Axl-Rose-Algorithmen gefüttert worden." Zum Glück sind bei Youtube - angeblich aus urheberrechtlichen Gründen - die Audiotracks deaktiviert worden.

NZZ, 26.07.2008

Letztes Jahr sind Maurice Blanchots Essays von 1941 bis 1944 aus dem Journal des debats neu veröffentlicht worden. Blanchot, der später eher zur Linken tendierte, sympathisierte zu jener Zeit noch mit den Faschisten. Trotzdem: interessante Lektüre, verspricht Felix Philipp Ingold. "Man ist, als heutiger Leser, gleichermaßen frappiert davon, dass hier ein Autor zu Kriegszeiten, mithin unter massiv erschwerten Lebens- und Arbeitsbedingungen, wöchentlich einen vier- bis fünfseitigen Beitrag zu liefern vermag und dass er es überdies, um welche Themen auch immer es geht, auf stets gleichbleibend hohem stilistischem Niveau tut. Abgesehen davon, dass er, in Verbindung damit, ein schier unfassbares Lektürepensum absolviert, das vom Mittelalter bis zur Gegenwart, von Meister Eckart und dem Cusaner bis hin zu Montherlant, Kafka und James Joyce reicht. (...) Blanchots begriffsschwaches, aber bildstarkes Räsonieren gibt wenig zu verstehen, umso mehr gibt's zu denken. Von daher rührt wohl das Faszinosum seiner Texte, deren logische Unhaltbarkeit und metaphorisches Wabern auch den kühnsten Lesarten Tür und Tor öffnen. Denn die Schwierigkeiten des Verstehens wirken bei ihm nicht abweisend, sie sind, ganz im Gegenteil, anregend, einladend, befreiend."

Weiteres: Manfred Clemenz denkt über Sigmund Freuds Studie "Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci" nach. Ute Frevert skizziert eine Gefühlsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Besprochen werden - im Aufmacher - David Talbots bisher nur auf Englisch erschienenes Buch über die Kennedys und Michael J. Sandels "Plädoyer gegen die Perfektion".

Im Feuilleton beantwortet heute Michael Hagner die Frage "Was ist schweizerisch?" mit Blick auf den besonderen Umgang der Schweizer mit der Zeit. Nicht ganz ernst nehmen kann Joachim Güntner Ettore Ghibellinos These von der "verbotenen Liebe" zwischen Goethe und Anna Amalia. Besprochen werden die Ausstellung "Our Future", mit der die Ullens Foundation erstmals in Peking Einblicke in ihre Sammlung chinesischer Gegenwartskunst gewährt, neue DVDs und Bücher, darunter Gedichte des Iren Matthew Sweeney (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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TAZ, 26.07.2008

Exemplarisch findet Wiebke Porombka die Probleme des Aufbau-Verlags - und zwar nicht nur für den Niedergang der DDR-Verlage, sondern auch für das Schicksal mittelgroßer Verlage überhaupt im Zeitalter der "Konzernisierung": "Während die Kleinstverlage von Anfang an Strategien für die die schwierigen Bedingungen auf dem Markt entwickeln mussten, häufig als Ein- oder Zweimannbetriebe funktionieren und auf diese Weise unter Fragen wie Renditedruck mehr oder weniger wegtauchen können, haben mittelgroße Verlage ein strukturelles Problem. Hier ist der Druck auf das einzelne Buch genauso gestiegen, wie er das bei den konzerngebundenen Verlagen ist. Gleichzeitig hat man es aber eben ungleich schwerer, seine Bücher in den großen Handelsketten in die Regale zu bringen."

Weitere Artikel: Ulrich Gutmair erklärt, was die deutsche Obama-Begeisterung mit Kant und mit Star Trek zu tun hat. Besprochen werden neue Popmusik aus Afrika und Bücher, darunter Emmanuel Lepages Sandinisten-Comic "Muchacho" und Christiane Hoffmanns Bericht "Hinter den Schleiern Irans" (mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

In der zweiten taz freut sich der bekennende "Obamaniac" Robert Misik über die Begeisterung, die Obamas Auftritt in Deutschland ausgelöst hat: "Den Frust, den Bush auslöste, bekommt Obama in gewechselter Münze zurück: als unbedingte Zuneigung, gewürzt mit einer Prise messianischer Heilserwartung." Felix Lee stellt die gleich fünf chinesischen Olympiamaskottchen (hier im Bild) vor und weiß auch, warum sie beim Volk Angst und Schrecken auslösen. In einem kurzen Interview erklärt der österreichische Künstler Florian Nährer, was er sich dabei gedacht hat, den wegen Inzest inhaftierten Josef Fritzl in einem Pop-Art-Bild zu porträtieren.

Im taz-mag-Gespräch schildert der Rebellionshistoriker Wolfgang Kraushaar die unterschiedlichen Ost-West-Wechselwirkungen von Achtundsechzig. Einerseits würden die Parallelen zwischen Studentenrevolte und Prager Frühling überschätzt, andererseits werde "viel zu wenig wahrgenommen, wie seitens der SED versucht wurde, das linke Potenzial der APO auf die eigene Seite zu ziehen. Da verriet sich zum Beispiel an einer Rede von Walter Ulbricht im Sommer 1967, in der er, der starke Mann der DDR, sich für die Unterstützung der westdeutschen Studentenbewegung aussprach."

Und Tom.

FR, 26.07.2008

Der Schriftsteller Andreas Maier meditiert über Energie, Autos, Konzentrationslager, Atomstrom und die Unverbesserlichkeit einer rundum geisteskranken Gesellschaft: "Das, was Zeitungen und Politiker reden, erinnert mich auch wieder an meine alte hessische Schule. Die ganze Oberstufe war ich von (meistens) Mädchen umgeben, die wirklich ganz ernsthaft redeten, als könnten sie mit ihrem Reden die Welt ein Jota ändern oder verbessern. Man muss sich dieses Redestressklima damals in den Achtzigern mal vorstellen: Bundesweit hunderttausende Schüler, die ernsthaft und verzweifelt redeten, als hinge die Welt irgendwie davon ab, ob sie erkannten, was der gute Weg ist. Es war alles nur Sprachkitsch."

Weitere Artikel: Ina Hartwig bewundert an Barack Obamas Rede weniger Inhalt und Form als Obamas Zähne und sein "afrikanisches Lachen, temperamentvoll, tänzerisch, voll kindlicher Frische". Judith von Sternburg kommentiert alt-neue Spekulationen um eine angebliche Liebschaft zwischen Goethe und Herzogin Anna Amalia. In einer Times Mager erkennt Arno Widmann, dass in den Glossen des nun im Internet zugänglichen Codex Sinaiticus aus dem vierten Jahrhundert frühe Blogger am Werk waren. Marcia Pally fordert angesichts der neuen Obama-Amerika-Begeisterung mehr deutsche Eigenständigkeit.

Besprochen werden die "respektheischende" Aufführung von Ernst Kreneks Oper "Karl V." bei den Bregenzer Festspielen, der Fernsehfilm "Schokolade für den Chef" mit Götz George, die im Nachmittagsprogramm von RTL 2 versteckte US-Fernsehserie "Dead Like Me" und Henning Mankells neue Krimi-Predigt "Der Chinese" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Welt, 26.07.2008

Für die Reihe "Neue Museumslust" schickt die Welt die junge Autorin Mely Kiyak ins Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg. Allzu begeistert ist sie nicht von der dort ausgestellten Nationalkultur: "Alles Böse, was den deutschen Sprachraum betrifft, ist verhältnismäßig klein gehalten. Das Museum beschränkt sich stets auf die Wie-Frage. Dass es einen Nationalsozialismus in diesem Land gab, erfährt man in diesem Museum nicht. Wohl aber gibt es eine Antwort darauf, wie in dieser Zeit gemalt wurde. Sage und schreibe ein Bild hängt aus dieser Zeit an der Wand."

Weitere Artikel: Thomas Schmid kommentiert die jüngsten Äußerungen Martin Walsers zur deutschen Wirtschaftsmoral. Michael Pilz gratuliert Mick Jagger zum 65. Hendrik Werner stellt Google Knol-Projekt vor.

Besprochen werden eine Ausstellung über den historischen Dracula in Innsbruuck, eine Fernsehdokumentation zum ersten Todestag Ulrich Mühes (heute auf 3sat) und eine "Ariadne auf Naxos" in München.

In der Literarischen Welt denkt der israelische Historiker Benny Morris anlässlich einiger britischer Neuerscheinungen über Churchill und die Juden nach. Und Ian McEwan erklärt im Gespräch mit Ivan Hewett, warum er ein Opern-Libretto schrieb.

SZ, 26.07.2008

Im Aufmacher der SZ am Wochenende erinnert sich Hasan Nuhanovic an das Jahr 1995 - Nuhanovic war damals für die UN als Dolmetscher tätig und verlor seine ganze Familie beim Massaker von Srebrenica. Er klagt heute gegen den holländischen Staat und schildert in seinem Bericht die Szenen, in denen die holländischen Unmos-Soldaten seine Familie in den Tod schickten. "Meine Eltern sehen mich an. Es ist gegen Mitternacht. Wir hören von draußen Schüsse. Immer wieder. Es gibt keinen Rhythmus bei diesen Schüssen, so wie sonst bei den Serben, wenn sie ihre Waffen im Krieg abfeuern. Es klingt nicht wie DaDaDaDaDa, sondern so: Tak. Tak. Tak. Die Geschosse enden offenbar schnell irgendwo, in einem Körper, im Fleisch. Ich ahne also: Menschen werden getötet. Die Serben töten Jungen und Männer draußen vor der Tür."

Gleich zwei Artikel widmen sich im Feuilleton dem Zustand der Mittdreißiger. Ganz falsch findet Jens-Christian Rabe etwa Martin Reicherts in seinem Buch über die "Generation Umhängetasche" angestellte Diagnose, es handle sich um eine Generation von Dauerjugendlichen, die nicht erwachsen werden wollen: "Prinzipiell als 'erwachsen' eingeschätzte Einstellungen und Verhaltensweisen sind die Regel, nicht die Ausnahme." Willi Winkler kennt das wahre Jugendelixier - es ist der Rock'n'Roll, dessen noch aktive Vertreter einsehen mussten: "Sterben kann jeder, Überleben ist besser." Außerdem war Alex Rühle für die Serie "Bei der Arbeit" mit dem Verleger Gerhard Steidl unterwegs, bei Karl Lagerfeld in Paris und bei Robert Frank in Kanada. Lars Weisbrod kommentiert nicht ohne Sympathie den arg verspäteten Einzug des Goethe-Instituts ins Second Life.

Besprochen werden die Münchner Festspielpremiere der von Robert Carsen inszenierten und von Kent Nagano dirigierten Richard Straussschen "Ariadne auf Naxos", eine Aufführung von Ernst Kreneks (Nicht-)Oper "Karl V." bei den Bregenzer Festspielen (für Wolfgang Schreiber eine "Operngeschichtslektion von europäischem Rang"), die Ausstellung der Sammlung Rheingold "Paradies und zurück" auf Schloss Dyck bei Jüchen, und Bücher, darunter Khushwant Singhs Roman "Der Zug nach Pakistan" und Peter Wendes Buch über "Das britische Empire" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Im Samstagsmagazin geht es um das Jeans-Label Prps und die tödliche Sorglosigkeit der Pioniere der Radioaktivität. An literarischer Lektüre gibt es Heike Geißlers Erzählung "Das luftige Leben". Der Künstler Daniel Richter spricht im Interview übers "Scheitern", das seiner Ansicht nach offenkundig eine sehr dialektische Angelegenheit ist: "Gescheitert ist man immer dann, wenn man das, was man wollte, erreicht hat."

FAZ, 26.07.2008

Gianfranco Ravasi, frischgebackener Kulturminister des Vatikans, will 2009 auf der Kunstbiennale in Venedig einen Pavillon für den Heiligen Stuhl einrichten. Im Interview mit Bilder und Zeiten bedauert er das Desinteresse der Katholischen Kirche an zeitgenössischer Kunst. Provokationen muss man halt aushalten können: "Ich bin mir schon im Klaren darüber, auf was ich mich da einlasse. Es ist durchaus vorstellbar, dass zur gleichen Zeit, in der wir ausstellen, irgendwo in der Nähe eine Madonna zu sehen ist, die Sperma weint, wie kürzlich in Bologna, oder eine Abendmahlszene mit masturbierenden Jüngern, wie jetzt in Wien, die nebenbei bemerkt von einem sehr qualitätvollen Künstler, Alfred Hrdlicka, gezeichnet wurde. Es gibt ja heute für jeden etwas."

Weiteres: Dorothea Razumovsky, die Ehefrau des damaligen FAZ-Korrespondenten in Prag, erinnert sich an das Prag der sechziger Jahre. Abgedruckt ist eine Auszug aus Orlando Figes' Buch "Die Flüsterer: Leben in Stalins Russland". Günter Bannas besucht das Maritime Museum in Hamburg. Besprochen werden Raoul Schrotts Buch über "Homers Heimat" und Arno Orzesseks Roman "Drei Schritte von der Herrlichkeit" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Im Feuilleton löst Nicholas Carrs Stoßseufzer über seinen durchs Internet verursachten generellen Konzentrationsmangel einen Exkurs von Oliver Jungen über "sehr alten, reflexhaften Kulturpessimismus" aus. Journalisten: Miesepeter, die an alles und jeden ein Etikett heften und die Dinge runterkochen müssen. Nicht mit Tobias Rüther, der sich die Botschaft der Berliner Rede Obamas bewahren will: "Doch, sagt Obama, man darf auch in der Politik meinen, was man sagt. Man darf das Politische existentiell nehmen." Jürgen Dollase speist bei dem niederländischen Koch Hans van Wolde: "Die Wirkung einer konsequenten Interpretation ist auch bei einer Lamm-Variation mit Speck in verschiedenen Verwendungen (darunter geschmortes und fein gezupftes Fleisch mit Speckschaum oder ein Karottenpüree mit Speck) zu beobachten." (Bei youtube erklärt van Wolde, was für ihn Geschmack ist.) Arnold Bartetzky lobt das "für polnische Verhältnisse ungewöhnlich strenge denkmalpflegerische Regiment", mit dem der Stadtkonservators von Nikischschacht, Henryk Mercik, oberschlesische Arbeitersiedlungen vor Satellitenschüsseln bewahrt. Rainer Hermann hofft, dass es mit einer deutschen Künstlerakademie am Bosporus bis 2010 noch was wird. Freddy Langer schreibt zum Achtzigsten des Fotografen Elliott Erwitt.

Auf der letzten Seite wagt sich Paul Ingendaay auf die Weide des spanischen Stier-Züchters Manuel Sanz de la Morena: "Während wir uns den zwölf Stieren nähern, wächst die Spannung. Manuel geht voran, also wird es sicher sein; wir folgen ihm auf den Fersen. Jetzt dreht uns der am nächsten stehende Stier den Hintern zu, dann noch einer. Aber ein anderer tut das Gegenteil, er schaut uns an und will wissen, wer seine Weide betritt ..."

Auf der Schallplatten- und Phono-Seite geht's um eine Folk-CD der Felice Brothers, eine Aufnahme der "Choros" von Heitor Villa-Lobos, Götz Friedrichs Bayreuther "Tannhäuser"-Inszenierung auf DVD und Rap-Collagen.

In der Frankfurter Anthologie stellt Eckart Kleßmann ein Gedicht von Nikolaus Lenau vor:

"Himmelstrauer

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;
Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,
Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.
..."