
In der aktuellen
Ausgabe des
New Yorker untersucht Dexter Filkins den Verdacht, zwischen einer
russischen Bank und
Trumps Präsidentschaftskampagne könnte es Verbindungen geben. Gewisse Aktivitäten im Netz legen das nahe, erfährt Filkins von einem IT-Spezialisten namens Max: "Als Max und seine Leute die Einträge im Domain Name System (D.N.S.) von republikanischen Kandidaten durchkämmten, stießen sie auf Überraschendes. 'Wir suchten nach Spuren, wie wir sie auf den gehackten Computern des Democratic National Committee gefunden hatten, fanden aber etwas völlig anderes, Einzigartiges', so Max. In dem kleinen Ort Lititz, Pennsylvania verhielt sich eine der
Domains von Trumps Organisation sehr merkwürdig. Der Server der Domain gehörte zu einer Firma namens Listrak, die vor allem kommerzielle Massenmails zu verteilen half, Spa-Angebote, Trips nach Las Vegas usw. Einige von Trumps Domains taten das Gleiche, doch diese eine versendete gar nichts. Zugleich versuchte eine sehr kleine Gruppe von Firmen mit der Domain zu kommunizieren. Bei der Untersuchung der Domain-Daten entdeckte Max
D.
N.
S.-
Lookups von Servern der
Alfa Bank, einer der größten in Russland. Die Rechner der Bank kontaktierten die Adresse des Trump-Servers nahezu jeden Tag, manchmal ein dutzendmal, zwischen Mai und September 2016 insgesamt mehr als zweitausend Mal. 'Wir beobachteten das in Echtzeit und fragten uns, warum eine russische Bank so dringlich mit Trumps Organisation kommunizieren wollte … Schließlich folgerten wir, dass es sich um einen
verdeckten Kommunikationskanal handeln musste.'"
Jiayang Fan
porträtiert den chinesischen Schriftsteller
Yan Lianke, den er auf Besuchen bei seiner Mutter auf dem Land und bei seinem Verleger begleitet. Die
Zensur in China wird immer schlimmer, meint Yan: "Yan hatte immer gescherzt, dass er an dem Tag, an dem er zehn Wörter Englisch gelernt hätte, ins Ausland ziehen würde. Aber er vermutet, dass er nicht die gleiche Dringlichkeit in seiner Arbeit verspüren würde, wenn er China verlassen würde. 'Es ist ironisch', sagte er mir. 'Es gibt
so viel Angst vor dem Schreiben innerhalb der Grenzen Chinas, aber diese Angst ist es auch, die mich schreiben lässt.'"
Außerdem: Hua Hsu
berichtet, wie
Amerikaner asiatischer Herkunft sich gegen die Diskriminierung beim Antragsverfahren für Eliteunis wie Harvard wehren und dabei auch den Schulterschluss mit einem weißen konservativen Anwalt nicht scheuen: Die asiatisch-amerikanischen Studenten sind besorgt, dass "affirmative action" an Universitäten mehrheitlich zugunsten afroamerikanischer Studenten und Latinos geht, Hua ist besorgt, dass am Ende in diesem Kampf nur die Weißen gewinnen. Nathan Heller
stellt den italienischen Regisseur
Luca Guadagnino ("Call Me by Your Name") vor. James Wood
feiert John Wrays 9/11-Roman "Godsend". Adam Gopnik
liest David W. Blights Biografie über "
Frederick Douglass: Prophet of Freedom". Elizabeth Kolbert
denkt darüber nach, wie man wissenschaftlich über verschwundene Arten und
zerstörte Ökosysteme schreibt. Anthony Lane
sah im Kino
Damien Chazelles "First Man".