
Sam Knight liefert nicht nur eine Übersicht über die titanischen Probleme der
Realisierung des Brexit - dabei scheint er mit der Idee des Brexit sogar zu sympathisieren - , sondern auch ein so bisher nie gelesenes
persönliches Porträt über Theresa May und eine Reportage mit Details über die Folgen des Brexits. Eines Tages wollte May der Nation
gute Nachrichten bringen: Das bei der EU eingesparte Geld soll in Krankenhäusern eingesetzt werden, sagte sie bei einer Rede: "Ich saß ein paar Sitze entfernt von Suzanne Tyler, der Direktorin des Royal College of Midwives. Rund
1.
500 in der EU ausgebildete Hebammen arbeiten zur Zeit in britischen Krankenhäusern, aber seit 2016 ist die Zahl der aus Europa kommenden Hebammen jährlich um
achtundachtzig Prozent zurückgegangen. Es gibt keine Einigung über die Bedingungen, unter denen die Hebammen der EU nach März arbeiten können; 234 Hebammen verließen das Land im vergangenen Jahr. 'Die Leute sind unsicher, was passieren wird', sagte Tyler mir. 'Wir könnten auf einen Schlag Hebammen für zehn Krankenhäuser verlieren.'"
Elisabeth Zerofskys
Geschichte liest sich zu Anfang ein bisschen wie "
Polen für Anfänger", aber sie ist trotzdem lesenswert. Es geht vor allem um die
Geschichtspolitik der Gerechtigkeitspartei, und die kleine Geschichte über das
Mokotow-Gefängnis zeigt zeigt einmal wieder, wie
düster und komplex die jüngste Geschichte Polens ist: "Die Gerechtigkeitspartei, deren Programm ein Kapitel über 'Identität und Geschichtspolitik' enthält, führt eine ganze Kampagne unter dem Titel 'Wiedergewinnung der Geschichte', die auch dazu dient, das Gedächtnis an die '
Verstoßenen Soldaten' wiederzubeleben. Es ist kaum verwunderlich, dass es keinen historischen Konsens in der Erinnerung an sie gibt. Unter ihnen waren Gruppen, die mit Untergrundorganisationen liiert waren, die von der Exilregierung nicht anerkannt wurden, sie waren häufig
rechtsextreme Antisemiten, die ein judenfreies Polen wollten. Hätte Polen nach 1945 seine Unabhängigkeit erlangt, hätte die Regierung wohl viele von ihnen
vor Gericht gestellt, einige auch, weil sie Zivilisten ermordet hatten, darunter ethnische Weißrussen und Juden, die ins Land zurückgekehrt waren. Stattdessen endeten viele Verstoßene Soldaten im Mokotow-Gefängnis, wo die Kommunisten sie folterten und exekutierten. Heute macht die Gerechtigkeitspartei aus dem Gefängnis ein Museum. 'Sie schaffen sich eine eigene Genealogie, eine Art Gründungsmythos über sich selbst', sagt der Historiker
Jan Gross."
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