Magazinrundschau - Archiv

Der Spiegel

163 Presseschau-Absätze - Seite 8 von 17

Magazinrundschau vom 22.12.2003 - Spiegel

Im Spiegel spricht Außenminister Joschka Fischer über die Wiederaufbau-Pläne im Irak, die Schwierigkeiten, mit Putin über Menschenrechte zu sprechen, und über das Land, das den europäischen Verfassungsgipfel hat scheitern lassen: Polen ist ein stolzes und großes Land. Die entscheidende Frage ist jetzt, welche Sicht dieses stolze und große Land auf Europa hat. Welchen Beitrag im europäischen Einigungsprozess wollen die Polen künftig leisten? Das muss die polnische Nation schon selbst beantworten."

Weitere Artikel: Das große Reformpaket wird unter die Lupe genommen und für zu klein befunden: "Selbst für ein läppisches Steuerprivileg für Matrosen und Reeder stritt die Union erbittert" und gewann. Thomas Thuma sinniert in einer kleinen Weihnachtsgeschichte darüber, was in den letzten Jahren "zwischen alten New-Economy-Träumen und neuem Reformeifer" aus einer kleinen, feinen, mittelständischen Konditorei namens "Sweet Dreams" in Hamburg Eppendorf alles hätte werden können - und Gott sei Dank nicht geworden ist. Helene Zuber hatte einen andalusischen Traum in Ferran Adrias Hotel El Bulli

Nur im Print: im Interview verrät Omar Sharif, dass er "nur eine einzige Frau geliebt" hat. Der Titel beschäftigt sich mit Aufstieg, Fall und Verhaftung des Saddam Hussein.

Magazinrundschau vom 15.12.2003 - Spiegel

"Wissen Sie, ich langweile mich leicht. Es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren, mich für eine Sache zu begeistern. Das funktioniert meistens nur für einen Augenblick", sagt Rickie Lee Jones (homepage) in einem Interview mit Wolfgang Höbel, während beide auf Anregung von Jones nebenbei Spielbergs "Catch Me If You Can" im Pay-TV schauen. Und in dem Jones am Ende fragt: "War das nicht toll? Wir haben etwas Neues ausprobiert." Und dann, berichtet Höbel, passiert es: "Rickie Lee Jones lächelt. Für ein paar Sekunden sieht sie richtig begeistert aus."

Weitere Artikel: Regisseur Peter Jackson plaudert im Interview über sein "King Kong"-Projekt und erzählt, wie er die New-Line-Studios von seiner "Herr der Ringe"-Trilogie überzeugte. Nikolaus von Festenberg und Marcel Rosenbach zeigen sich ziemlich ungerührt vom Abgang Harald Schmidts: "Die Untiefe von Schmidts Fernseh-WG war ausgereizt, der Meister selbst oft müde, indisponiert oder einfach belanglos." Und schließlich wird in einem umfangreichen Beitrag über die - kurz vor ihrem EU-Beitritt - noch immer ungemindert große Korruption in den osteuropäischen Länder berichtet.

Nur im Print: Ein Essay von Bernhard Schlink "über Biotechnik und das Grundrecht auf Menschenwürde". Jana Hensel ("Zonenkinder") liefert eine kurze Reportage über die demonstrierenden Studenten. Außerdem ein Interview mit dem Chef des Karlsruher ZKM, Peter Weibel, über "den Wert von Videokunst" und Weibels "neue Macht". Der Titel nimmt den 500. Geburtstag Martin Luthers zum Anlass, an die weniger erfreulichen Seiten des Reformators zu erinnern.

Magazinrundschau vom 08.12.2003 - Spiegel

In einem kurzen Artikel begründet der Spiegel, warum eine Ummeldekarte aus dem Frühjahr 1943 der Beweis dafür sein könnte, dass Walter Jens seitdem von seiner NSDAP-Mitgliedschaft gewusst haben musste: Automatische Ummeldungen, etwa durch die Einwohnerbehörden, habe es nicht gegeben.

Weitere Artikel: Alexander Osang war bei der Premiere des Broadway-Musicals "I'm my own wife", das die Geschichte des Berliner Transvestiten Charlotte von Mahlsdorf erzählt. Rüdiger Falksohn und Padma Rao berichten über die Pläne zur Sanierung des größten Elendviertels in Asien: Es liegt in Mumbai, auch bekannt als Bombay. Der Musikkanal Viva hat "Teile seiner heiß begehrten Clip-Rotation heimlich exklusiv für die Plattenfirma Universal reserviert", berichtet Thomas Schulz, die "Musikbranche tobt, der Sender muss medienrechtliche Konsequenzen fürchten". Und im Interview zeigt sich der neue Sat1-Chef Roger Schawinski sensibel für das, was alle am brennendsten interessiert: "Harald Schmidt verhandelt gerade mit ProSiebenSat.1-Chef Urs Rohner über die Vertragsverlängerung für das nächste Jahr. Angst, dass er abwandert?" Darauf Schawinski: "Nein. Schmidt war der Erste, den ich am Freitagmorgen angerufen habe. Wir werden uns diese Woche treffen."

Nur im Print: Artikel über den "Self-made Historiker" Jörg Friedrich., über Dario Fos Attacken gegen Silvio Berlusconi, über eine Ausstellung der Fotografien von Jean Baudrillard in Kassel und über Tom Cruise' neuen Film "Last Samurai".

Magazinrundschau vom 01.12.2003 - Spiegel

Im Interview spricht der chinesische Außenminister Li Zhaoxing über die Bereitschaft Chinas zur politischen Öffnung. Was er über die Unabhängigkeit Taiwans zu sagen hat, klingt allerdings eher gruselig:
"Spiegel: Ihre Regierung hat aber mit einem Militärschlag gedroht, falls die Taiwaner es wagen, ein Referendum über die Unabhängigkeit zu organisieren. Sollte es zu einem Krieg kommen, wären die Olympischen Spiele in Peking gefährdet. Wollen Sie das riskieren?
Li: Ich bin da gar nicht skeptisch. Die Spiele werden sehr erfolgreich sein. Ich glaube nicht, dass irgendjemand in der Lage ist, sie zu verhindern, auch Herr Chen Shui-bian nicht ...
Spiegel: ... der taiwanische Präsident.
Li: Wenn jemand irrsinnig genug ist, das zu versuchen, dann wird er kein gutes Ende nehmen. Die taiwanischen Unabhängigkeitskräfte unter Chen Shui-bian haben einen sehr gefährlichen Weg eingeschlagen. Sie wollen Taiwan vom Mutterland abspalten. Wir dürfen nicht erlauben, dass sie damit Erfolg haben."

Nur im Print: Ein Gespräch mit Doris Lessing "über ihre besondere Beziehung zu den Deutschen" und ihren Roman "Ein süßer Traum". Im Titel geht es um Menschen, die "weder Glück noch Trauer" empfinden können, was angeblich auf jeden Zehnten zutrifft. Dafür, erfahren wir, haben Schnecken Emotionen.

Magazinrundschau vom 24.11.2003 - Spiegel

Erich Wiedemann berichtet aus den Niederlanden vom möglicherweise nahenden Ende der dortigen Monarchie: "Das Erbkönigtum sei zum Implodieren verurteilt, man müsse nur ein wenig nachhelfen, sagt der Amsterdamer Republikaner und Philosophieprofessor Ulli Jessurun d'Oliveira. Das klingt subversiv. Wollen Sie Revolution machen? Ja, aber in aller Stille. Jessurun d'Oliveira lächelt milde: 'Wir machen es ganz ohne Guillotine.'"

Wie die Zukunft des Musik-Marktes aussehen wird, weiß gegenwärtig offenbar niemand so recht zu sagen. Thomas Schulz und Thomas Tuma berichten jedenfalls, dass auch die Führung von Bertelsmann uneins ist über die Frage, ob die geplante Fusion von Bertelsmanns BMG mit Sony Music Sinn macht: "'Wenn man eine Elefantenhochzeit eingeht, muss man wissen, ob Elefanten künftig noch gebraucht werden', so ein Beteiligter."

Im Print: "Ein neues Lexikon der Germanisten erregt schon vor Erscheinen die Zunft. Es beweist: Weitaus mehr große Gelehrte, als bislang bekannt ist, waren Parteigänger des braunen Regimes. Auch die Schicksale der wenigen, die sich den Nazis verweigerten, werden erstmals genau dokumentiert." (hier gibt's den Arritkel für 40 Cent) Ein weiterer Artikel berichtet von interessanten Funden im Nachlass von Brigitte Reimann. Und Clint Eastwood spricht im Interview über seinen neuen Film "Mystic River" und "seinen Abschied vom Macho-Heldentum".

Im Titel (85 Cent) geht es, nach den Anschlägen von Istanbul, diesmal unter anderem um Strategien der Terrorbekämpfung: "Während US-Präsident George W. Bush als Antwort auf die Terrorkampagne zu verstärktem militärischem Einsatz aufruft, wachsen die Zweifel an dessen Wirksamkeit."

Magazinrundschau vom 17.11.2003 - Spiegel

Im Netz diesmal zwei Beiträge zum Irak. Siegesmund von Ilsemann berichtet aus Geheimunterlagen über ein Treffen zwischen Donald Rumsfeld und Saddam Hussein am 20. Dezember 1983: "Noch vor der Rumsfeld-Reise warnt das US-Außenministerium, 'dass der Irak mit wesentlicher Hilfe durch ausländische Firmen nicht nur in der Lage ist, C-Waffen einzusetzen, sondern vermutlich bereits große Vorräte für den späteren Gebrauch angelegt hat'. Doch statt eines geharnischten Protests wegen der Verletzung der Genfer Konvention beschließt Washington, sich 'auf die Beobachtung des irakischen C-Waffen-Einsatzes zu beschränken'. Reagans Order 114 zum Iran-Irak-Krieg vom 26. November erwähnt den C-Waffen-Einsatz nicht einmal. Auch Donald Rumsfeld unterlässt in Bagdad jeden Hinweis auf die Völkerrechtsverletzungen seines Gesprächspartners." Und Romain Leick, Gerhard Spörl und Berhard Zand berichten über die aktuelle Lage im Irak.

Im Print: Der Historiker Heinrich August Winkler äußert sich "über Martin Hohmann und seine Vorgänger". Ein Gespräch mit dem britischen Star-Baumeister Norman Foster über seinen umstrittenen neuen Wolkenkratzer in London. Und ein Interview mit der französischen Sängerin Juliette Greco "über das Leben und ihre neuen Lieder".

Der Titel widmet sich der schwierigen Lage der SPD: ausgerechnet sie soll den Sozialstaat zurechtstutzen.

Magazinrundschau vom 10.11.2003 - Spiegel

"Lieber Täter als Opfer": Unter diesem Titel überlegt Henryk M. Broder, was wirklich gegen Antisemitismus helfen könnte. Jedenfalls nicht das neue Buch von Paul Spiegel ("Was ist koscher?"), mit dem dieser über das Judentum aufklären möchte. Das nütze überhaupt nichts. "Der Zentralrat könnte zum Beispiel, statt die Justiz wie im Falle Hohmann anzurufen, die Beziehungen zur CDU einfrieren, solange die Partei ihren Abgeordneten nicht ausschließt. Ein wenig Aggression statt höflicher Regression wäre das richtige Mittel. Keine Ideallösung, aber besser und überzeugender als jede Antwort auf die Frage: 'Was ist koscher?'"

Außerdem berichtet der Spiegel aus den USA, dass die Ausstrahlung einer "eher harmlosen" TV-Mini-Serie über das Leben von Ex-Präsident Ronald Reagan vom Fernsehsender CBS abgesagt wurde - was "einmal mehr" zeige, dass "die amerikanische Rechte mittlerweile alle Medien-Scharmützel gewinnt, noch bevor die Linke überhaupt weiß, was los ist".

Im Print: Ein Gespräch mit Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi "über den Missbrauch des Islam durch die Politik". Ein Bericht über den Konkurrenzkampf zwischen Klavier- und Flügelherstellern. Und ein Interview mit Kylie Minogue über "Sex-Bilder in der Popwelt" und ihre neuen Lieder.

Im Titel geht es um die Probleme der Lehrer in Deutschland.

Magazinrundschau vom 03.11.2003 - Spiegel

Michael Stipe, Sänger und Star bei R.E.M. ("Die anderen beiden machen immer ihre Witze, dass sie in der Band von diesem berühmten Typen sind") gibt sich im Interview bescheiden und unkompliziert: "Im Ernst machen die Leute den Fehler, mich nur deshalb als Exzentriker einzustufen, weil sie meine Songtexte alle für autobiografisch halten. Sie vergessen, dass es verschiedene Erzählhaltungen gibt. Patti Smith könnte Ihnen das genau erklären, sie hat Literatur studiert."

Dominik Cziesche, Andreas Wassermann und Klaus Wiegrefe berichten über den CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann - der gerade durch die Einschätzung bekannt geworden ist, man könne Juden "mit einiger Berechtigung als Tätervolk bezeichnen", weil sie maßgeblich an der russischen Revolution beteiligt gewesen seien. Hohmann, erfährt man aus dem Artikel, hat den Wahlkreis von Alfred Dregger übernommen, in Bischof Dybas Fulda. Er hält seit langem in rechten Kreisen Vorträge und ist ein Unterstützer der vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachteten "Jungen Freiheit". (Zur Rolle der Juden in der Russischen Revolution schreibt heute auch Sonja Margolina in der Berliner Zeitung.)

Nur im Print: Ein Beitrag zu den Folgen von Harry Potter, nach dessen Erfolgsgeschichte nämlich wollen "die Strategen der Branche jetzt alle Generationen zum schamlosen Genuss von Jugendliteratur animieren: 'All Age'-Bücher sollen den Markt erobern." In einem kurzen Interview erklärt der Fotograf Thomas Ruff den "vorläufigen Rauswurf" von Jörg Immendorff aus der Düsseldorfer Kunsthochschule für übertrieben.

Thema des Titels: Russlands Wirtschaftsaufschwung und die Frage, was die spektakuläre Verhaftung des russischen Unternehmers Michail Chodorkowski in diesem Zusammenhang bedeutet: "Droht der Staatsstreich einer Geheimdienstfraktion?"

Magazinrundschau vom 27.10.2003 - Spiegel

Im Netz zu lesen gibt es einen längeren Beitrag zur Brisanz des geplanten, europäischen Satelliten-Navigationssystem namens "Galileo", einem Konkurrenzunternehmen zum amerikanischen GPS-System. Beide System sind, wie Winfried Didzoleit, Siegesmund von Ilsemann und Dirk Koch berichten, "weit mehr als nur ein System zur weltweiten Ortsbestimmung. Die 28 US-Satelliten, die rund um den Globus mit ihren atomuhrgesteuerten Signalen präzise Orientierung erlauben, sind ein technologisches Fundament der konkurrenzlosen Dominanz der Militärmacht USA." Und so kommen die Autoren zu dem Ergebnis: "Erstmals wird in Umrissen greifbar, was der amerikanische Politologie-Professor Charles Kupchan in seinem Buch über 'Das Ende der amerikanischen Ära' prophezeit: Europa als globaler Herausforderer der Weltmacht Amerika. Mit Galileo fordert Europa die Weltmacht USA nun auf einem Gebiet heraus, auf dem die Supermacht bislang ein unbestrittenes, immens wichtiges Monopol besitzt."

Nur im Print: ein Interview mit der frisch gebackenen Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkewicz - über "ihre neue Rolle im Verlag und ihre Ziele" (siehe unsere Feuilletonrundschau). Eine Polemik des Schriftstellers Günter Franzen, der unter der Überschrift Titel: " Links, wo kein Herz ist" die politisch korrekte Missachtung der deutschen Kriegsopfer beklagt. Ein Artikel über den Erfolg des "umstrittenen Knaben-Malers" Norbert Bisky. Und ein Interview mit Cecilia Bartoli über die Musik des angeblichen Mozart-Mörders Antonio Salieri.

Der Titel widmet sich dem 11. September: Nachdem die beiden "Chefplaner" der Anschläge in US-amerikanischer Haft gestanden haben, berichtet der Spiegel, lasse sich aus den Vernehmungsprotokollen nun auch "ein genaues Bild der Vorgeschichte des Terroranschlags zeichnen".

Magazinrundschau vom 13.10.2003 - Spiegel

In einem kurzen Interview erklärt die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi die Menschenrechte für universelle Werte: "Die Menschenrechte sind einzigartig und überall gleich, sie können nicht von Land zu Land unterschiedlich ausgelegt werden. Die Kulturen sind verschieden, aber das setzt die Geltung der Prinzipien nicht außer Kraft. Es gibt nur unterschiedliche Wege, sie durchzusetzen." Auch der Islam, erklärt sie weiter, sei "absolut vereinbar mit einer modernen Demokratie".

Marco Evers betrachtet Arnold Schwarzeneggers Beraterstab und versucht so herauszufinden, was für eine Politik von dem Mann zu erwarten ist. So fragt er etwa, welchen Einfluss Schwarzeneggers Frau, die Demokratin Maria Shriver, haben wird. "'Ich kriege viele Ratschläge von Maria', sagt Schwarzeneggers Vordenker Dreier, aber 'manchmal muss ich sie daran erinnern, dass ihr Mann Republikaner ist.'"

Nur im Print: ein Interview mit Quentin Tarantino über Gewalt im Film. Und ein Interview mit Wolf Biermann über seine freie Übersetzung eines Gedichts von Bob Dylan. Der Titel steht diesmal ganz im Zeichen der in Berlin geplanten Reformen.