Dienstag, 01.07.2003
Heute in den Feuilletons
01.07.2003 "Die Frauen, die Frauen!" murmelt die FAZ im tiefsten Herzen der Medien-Finsternis. In der FR fordert Richard Rorty ein starkes Europa. Die SZ polemisiert gegen Hans-Ulrich Wehlers Kerneuropa-Begriff. Die taz beklagt den Spielraumverlust der Kulturpolitik. Die NZZ bedauert die gescheiterte Fusion der deutschen Kulturstiftungen.
Bücherschau des Tages
01.07.2003 Mit Kritiken zu Stuart E. Eizenstat: "Unvollkommene Gerechtigkeit" in der TAZ, H. C. Artmann: "H.C. Artmann: Sämtliche Gedichte" in der TAZ, Helmut Krausser: "UC" in der TAZ, Susanne-Sophia Spiliotis: "Verantwortung und Rechtsfrieden" in der TAZ und Rene Schickele: "Die blauen Hefte" in der FAZ.
Mittwoch, 02.07.2003
Heute in den Feuilletons
02.07.2003 In der taz fordert Klaus Harpprecht den Rücktritt von "Dr. Frank-Felix Schirrmacher-Krull" als Herausgeber der FAZ. Die FAZ schildert, wie man mit Bourdieu die Kultur in Gefahr bringt. "Hier gibt es keine Heimkehr", seufzt die SZ nach Besuch des todgeweihten Palastes der Republik. In der NZZ beklagt Faraj Sarkohi die heuchlerische Iran-Politik Europas. Die FR widmet sich dem Rätsel der Wiederkehr der Sportschau sowie der Bahncard.
Bücherschau des Tages
02.07.2003 Mit Kritiken zu Yasmina Khadra: "Die Schwalben von Kabul" in der FAZ, Volker Reinhardt: "Geschichte Italiens" in der NZZ, Judith Butler: "Kritik der ethischen Gewalt" in der NZZ, Jack Goody: "Geschichte der Familie" in der FAZ und Halil Gülbeyaz: "Mustafa Kemal Atatürk" in der SZ.
Donnerstag, 03.07.2003
Heute in den Feuilletons
03.07.2003 Als "seltsam zauberhaft" kommentieren die großen Zeitungen die Rettung der Berliner Opernlandschaft in ihrer verbürgten Dreifaltigkeit. In der Zeit wendet sich Architekt Frank O. Gehry gegen die Deckelung von Leuten mit Talent. Die NZZ beobachtet in den Neubauten der Stadt Minsk eine bizarre Überlagerung von sakraler und realsozialistischer Anmutung. In der FAZ kritisiert der irakische Autor Hussain Al-Mozany noch einmal die deutsche Position zum Irak-Krieg.
Bücherschau des Tages
03.07.2003 Mit Kritiken zu Nick McDonell: "Zwölf" in der SZ, Dan Diner: "Gedächtniszeiten" in der ZEIT, Joseph Vogl: "Kalkül und Leidenschaft" in der ZEIT, Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade: "Justine und Juliette, Band 10" in der ZEIT und Günter Grass / Helen Wolff: "Günter Grass / Helen Wolff: Briefe 1959 - 1994" in der FR.
In eigener Sache
03.07.2003 Die Literaturzeitschrift Lettre International lobt in Zusammenarbeit mit der Aventis Foundation und dem Goethe-Institut einen hochdotierten Preis für literarische Reportagen aus, den "Lettre Ulysses Award". Zwanzig Texte sind bereits nominiert. Und der Perlentaucher baut die Website.
Freitag, 04.07.2003
Heute in den Feuilletons
04.07.2003 In der SZ warnt Jeremy Rifkin die Alteuropäer: Führt bloß keine genmanipulierte Nahrung ein! Die taz interviewt Daniel Cohn-Bendit zu Berlusconis Entgleisung, die auch in allen anderen Feuilletons kommentiert wird. Die FAZ fragt, warum es keine Gesetze gegen die Verharmlosung des GULag gibt.
Bücherschau des Tages
04.07.2003 Mit Kritiken zu Frank Bajohr: "'Unser Hotel ist judenfrei'" in der FR, Dan Tsalka: "Tausend Herzen" in der FAZ, Wolfgang Sofsky: "Operation Freiheit" in der FR, Alois Prinz: "Lieber wütend als traurig" in der FR und Isabelle Graw: "Die bessere Hälfte" in der FR.
Virtualienmarkt
04.07.2003 Wie "verbohrt ist der IG-Metall-Zweite Jürgen Peters?" fragt Josef Joffe im Leitartikel der Zeit. "Oder mit Karl Marx: Wie weit schlurft das Bewusstsein dem Sein hinterher?" Wollen Sie das lesen? Und wenn ja, wollen Sie das auch hören? Die Zeit bietet seit kurzem einen Audio-Dienst an, der neue Nutzer auf ihre Internetseiten locken soll.
Samstag, 05.07.2003
Heute in den Feuilletons
05.07.2003 In der einem gemeinsamen SZ-Artikel sprechen sich Timothy Garton Ash und Ralf Dahrendorf vehement gegen Habermas' "Kerneuropa" aus, das sie als "Anti-Amerika" begreifen. Die NZZ spricht mit Arthur Miller, und er sagt: "Ja - o ja." Die FR erzählt eine Chronik der amerikanischen Comicrächer. Die taz hält ein ergreifendes Plädoyer für Maxim Biller.
Bücherschau des Tages
05.07.2003 Mit Kritiken zu Susanne Riedel: "Eine Frau aus Amerika" in der NZZ, : "Geschichte des jüdischen Alltags in Deutschland" in der FR, Gregor Hens: "Transfer Lounge" in der FR, Ahne: "Ich fang noch mal von vorne an" in der FR und Joaquim M. Machado de Assis: "Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas" in der NZZ.
Montag, 07.07.2003
Die Buchmacher
07.07.2003 Heute lesen Sie: Wer mit dem Rennrad fährt und dabei Texte von Judith Hermann hört. Wo sich die deutsche Untergrund-E-Book-Szene trifft. Was die Branche schockiert. Warum der Streit um Hillary Clintons Memoiren voraussichtlich vor Gericht entschieden wird. Wann das erste Buch von Daniel Küblböck erscheint (und bei wem - bei wem wohl?). Von Hubertus Volmer
Heute in den Feuilletons
07.07.2003 Die SZ beschreibt die italienische Angst vor dem "colosso Germania". Die NZZ zeichnet ein dunkles Panorama des deutschen Bildungssystems. In der FR wendet sich der Literaturwissenschaftler Paul Michael Lützeler gegen Kerneuropa. Die taz sieht die USA als erstes Opfer der Globalisierung. Die FAZ schildert verzagte Reformversuche in Saudi-Arabien.
Magazinrundschau
07.07.2003 Im Merkur lobt Volker Gerhardt den Irakkrieg als Impuls zur Fortschreibung des Völkerrechts. Umberto Eco gibt im Espresso Nachhilfe in Sachen Populismus. Das TLS ärgert sich über den Verlag Gallimard, der Georges Simenon in seine Pleiade aufgenommen hat. Der Express zeigt verbotene Fotos von der chinesischen Kulturrevolution. In der New York Review of Books erklärt Norman Mailer, warum das weiße Amerika den Irakkrieg wollte. Juan Goytisolo verteidigt im Nouvel Obs Jean Genet gegen Antisemitismusvorwürfe.
Bücherschau des Tages
07.07.2003 Mit Kritiken zu Karl Heinz Bohrer: "Ekstasen der Zeit" in der SZ, Franz-Xaver Kaufmann: "Varianten des Wohlfahrtsstaats" in der FAZ, Margaret Atwood: "Oryx und Crake" in der FAZ, Anthony Everitt: "Cicero" in der SZ und Konrad Kellen: "Katzenellenbogen" in der SZ.
Dienstag, 08.07.2003
Heute in den Feuilletons
08.07.2003 In der FR meditiert Richard Wagner über den Willen zur Identität. Die SZ bewundert die Unerschrockenheit der französischen Untersuchungsrichterin Eva Joly, die den größten Korruptionsskandal der neueren europäischen Geschichte aufdeckte. In der FAZ bespricht Kardinal Lehmann die Gedichte des Papstes. Die taz weiß: "Istanbul boomt." Die NZZ befasst sich mit der traurigen Lage des palästinensischen Bildungsfernsehens.
Bücherschau des Tages
08.07.2003 Mit Kritiken zu Norman Birnbaum: "Nach dem Fortschritt" in der FAZ, Jörg Matheis: "Mono" in der SZ, Michael Jürgs: "Bürger Grass" in der FAZ, Sybille Bedford: "Ein Vermächtnis" in der TAZ und Mathew D. Rose: "Eine ehrenwerte Gesellschaft" in der TAZ.
Mord und Ratschlag
08.07.2003 Die Krimikolumne. Heute: In Jonathan Lethems "Der kurze Schlaf" duelliert sich der Held mit einem Känguruh. Walter Satterthwaites Serienkiller in "Scherenschnitte" macht gern Geschnetzeltes aus dicken Frauen. Zwei Krimis für speziellere Geschmäcker. Vorgestellt von Ekkehard Knörer
Post aus London
08.07.2003 "In jedem Deutschen steckt ein kleiner Mengele", meinte neulich der Kunstkritiker der Londoner Times, weil er ein paar deutsche Fotografen nicht gut fand. Die Deutschen versuchen unterdes, mit Hilfe britischer Agenturen ihr Image zu verbessern.
Link des Tages
08.07.2003 Ab heute gibt es auch ein deutsches Google News.
Mittwoch, 09.07.2003
Heute in den Feuilletons
09.07.2003 Der Kanzler muss nach Rimini, fordert die SZ. Sonst geht es heute um zerknirschte Männer: Die taz erwischt Florian Illies beim regressiven Nutella-Naschen. Der FR graust vor Michel Friedmans öffentlichem Liebesbekenntnis. Die NZZ bespricht als erste Siegfried Lenz' Roman "Fundbüro".
Bücherschau des Tages
09.07.2003 Mit Kritiken zu Götz Aly: "Rasse und Klasse" in der NZZ, A. F. Th. van der Heijden: "Die zahnlose Zeit" in der FR, Florian Illies: "Generation Golf zwei" in der TAZ, Martin R. Dean: "Meine Väter" in der SZ und Siegfried Lenz: "Fundbüro" in der NZZ.
Donnerstag, 10.07.2003
Heute in den Feuilletons
10.07.2003 In der Zeit entwirft Ulrich Beck ein selbstkritisches Experimental-Europa. In der SZ klärt uns der Philosoph Otfried Höffe über die leidige Tatsache auf, dass Ärzte nicht unfehlbar sind. Die taz weist antideutsche Ausfälle bei Tacitus nach. Die FAZ benennt den neuen Selbstmordtrend: "Suicide by cop". Die NZZ porträtiert den israelischen Autor Aharon Appelfeld.
Bücherschau des Tages
10.07.2003 Mit Kritiken zu Henning Sietz: "Attentat auf Adenauer" in der ZEIT, Nicolas Berg: "Der Holocaust und die westdeutschen Historiker" in der ZEIT, James Salter: "Cassada" in der FR, Jan Bürger: "Der gestrandete Wal" in der SZ und Anne Atik: "Wie es war" in der ZEIT.
Freitag, 11.07.2003
Heute in den Feuilletons
11.07.2003 In der NZZ warnt Adam Krzeminski den armen Habermas: Die Randeuropäer kommen gewaltig, und zwar in den Kern. Die FAZ schildert, wie der Streik der Bühnenarbeiter in Frankreich die Festivals in Frage stellt und die kleinen Theater ruiniert. Auch die SZ sieht die gesamte französische Theaterlandschaft in Frage gestellt. In der schönen Adorno-Serie der taz wird der inkommenurable Teddy heute von Isabelle Graw gewürdigt.
Bücherschau des Tages
11.07.2003 Mit Kritiken zu Henning Sietz: "Attentat auf Adenauer" in der FR, Joyce Carol Oates: "Hudson River" in der FR, Bohumil Hrabal: "Allzu laute Einsamkeit und andere Texte" in der SZ, : "Sätze und Ansätze" in der NZZ und Eveline Goodman-Thau: "Eine Rabbinerin in Wien" in der SZ.
Samstag, 12.07.2003
Heute in den Feuilletons
12.07.2003 In der SZ warnt Willibald Sauerländer vor einem Rückfall in die ästhetische Unmündigkeit. Die FR hat einen deutschen Intendanten aufgespürt, der über eine Ausweitung seines Etats verhandelt. In der NZZ definiert Adolf Muschg das "Berliner Dilemma". Die taz porträtiert die Theaterautoren Andreas Sauter und Bernhard Studlar. In der FAZ erinnert Robert Gernhardt an den von Erich Kästner für heute annoncierten Weltuntergang.
Bücherschau des Tages
12.07.2003 Mit Kritiken zu Henning Sietz: "Attentat auf Adenauer" in der NZZ, Georg Klein: "Von den Deutschen" in der NZZ, Roberto Calasso: "Die Literatur und die Götter" in der FR, Peter Burke: "Augenzeugenschaft" in der NZZ und Elazar Barkan: "Völker klagen an" in der NZZ.
Montag, 14.07.2003
Heute in den Feuilletons
14.07.2003 Die FAZ beschreibt neue Wege des Sponsoring im Theater Ingolstadt. Die taz sieht den Papst auf einer Linie mit Attac. Die SZ befasst sich ausführlich mit einer Denkschrift Ernst Jüngers zu Geiselerschießungen im Zweiten Weltkrieg und mit Jüngers "kaltem Blick". In der NZZ erklärt Rem Kohlhaas seine Vorliebe für Architektur unter chinesischen Bedingungen.
Magazinrundschau
14.07.2003 Ungerecht, unklug und unamerikanisch findet der Economist die Behandlung der afghanischen Kriegsgefangenen. Im Nouvel Obs spricht Lucie Aubrac über den von Nazis ermordeten Philosophen Jean Cavailles. In der London Review of Books vergleicht John Lancaster Tony Blairs "Ich bin gut" mit Margaret Thatchers "Ich habe Recht". Die New York Times Book Review stellt das Buch eines Rolling Stone-Autors über die Militärakademie West Point vor. Im Spiegel sagt Peter Zadek, es gibt Schlimmeres als die Nazis, zum Beispiel die Amerikaner.
Bücherschau des Tages
14.07.2003 Mit Kritiken zu Tom Segev: "Elvis in Jerusalem" in der FAZ, Stuart E. Eizenstat: "Unvollkommene Gerechtigkeit" in der SZ, Hermann Lenz: "Stuttgart" in der FAZ, Susanne-Sophia Spiliotis: "Verantwortung und Rechtsfrieden" in der SZ und Andrew Crumey: "Rousseau und die geilen Pelztierchen" in der FAZ.
Vorgeblättert
14.07.2003 Frank Page, der eigentlich nur eine Seminararbeit über die seit den fünfziger Jahren wöchentlich erscheinende, renommierte Literaturzeitschrift "Belles Lettres" verfasst hat, wird selbst dort Redakteur und erlebt die zwiespältige Wirklichkeit hinter der edlen Fassade. Lesen Sie einen Auszug aus dem neuen Roman von Charles Simmons.
Virtualienmarkt
14.07.2003 Die digitalen Techniken haben das Kino bereits revolutioniert und werden es weiter revolutionieren. Nun müssen nur noch die Mogule und Konsortien begreifen.
Dienstag, 15.07.2003
Heute in den Feuilletons
15.07.2003 Steven Pinker erklärt in der SZ, warum noch kein Gen für Humor, Musikalität oder Beliebtheit gefunden wurde. Die taz porträtiert George Whitman von der Pariser Buchhandlung Shakespeare & Company. In der FR sucht Horst Kurnitzky vergeblich nach europäischen Werten. Die NZZ meldet: Streit um Harry Potter. Die FAZ vermisst Sängerinnen im afghanischen Radio.
Bücherschau des Tages
15.07.2003 Mit Kritiken zu Mikael Engström: "Brando" in der TAZ, György Konrad: "Glück" in der SZ, Ralf Dahrendorf: "Die Krisen der Demokratie" in der TAZ, Xaver Bayer: "Die Alaskastraße" in der TAZ und Kurt Oesterle: "Der Fernsehgast" in der FAZ.
Mittwoch, 16.07.2003
Heute in den Feuilletons
16.07.2003 Die SZ sucht nach der politischen Moral in Polen. Die taz porträtiert den rülpsenden blonden Deutschen als Kulturgut. Die FR begibt sich in die Untiefen der polnisch-ukrainischen Vertreibungsdebatte. Die FAZ speist Blutente aus der Bresse.
Bücherschau des Tages
16.07.2003 Mit Kritiken zu Richard Flanagan: "Goulds Buch der Fische" in der FAZ, Qiu Xiaolong: "Tod einer roten Heldin" in der TAZ, Wladimir Kaminer: "Die Reise nach Trulala" in der FR, Santiago Gamboa: "Das glückliche Leben des jungen Esteban" in der FR und Siegfried Lenz: "Fundbüro" in der SZ.
Donnerstag, 17.07.2003
Heute in den Feuilletons
17.07.2003 Das Wachstum hat ausgedient, in Zukunft stellt sich die Sinnfrage, welche von Dirk Baecker in der FR auch gleich beantwortet wird. In der taz beklagt Chen Kaige den Verlust des höheren Sinns in China. Die NZZ stellt die Frauenfrage im Islam neu. Die Zeit dekliniert die europäischen Vorurteile. Die SZ wendet sich gegen den Missbrauch der Sterbehilfe. Die FAZ sah in Syrakus Minerva auf dem Seil tanzen.
Bücherschau des Tages
17.07.2003 Mit Kritiken zu Franz-Xaver Kaufmann: "Varianten des Wohlfahrtsstaats" in der ZEIT, Florian Illies: "Generation Golf zwei" in der ZEIT, Tanja Dückers: "Himmelskörper" in der NZZ, Yoko Ogawa: "Schwimmbad im Regen" in der ZEIT und Patrik Ourednik: "Europeana" in der SZ.
Essay
17.07.2003 Unter dem klassischen Titel "Was tun?" antwortet Slavoj Zizek auf Jörg Laus Polemik "Auf der Suche nach dem guten Terror" im Merkur: Zizek erläutert seinen positiven Bezug zu Lenin und erkennt in Laus Polemik die Symptome eines linken Denkens, welches die Arbeit der Rechten übernimmt.
Freitag, 18.07.2003
Heute in den Feuilletons
18.07.2003 Die FAZ erzählt die Geschichte der Fotografin Zahra Kazemi, die von den Schergen eines Teheraner Staatsanwalts zu Tode geprügelt wurde. Die FR wittert in der Diskussion um das "Zentrum gegen Vertreibung" den "Geist von 1950". Die SZ greift in die Debatte ein: deutsches Geschichtsbewusstsein ja, aber braucht es ein ein Mahnmal? Die taz begleitet Herbert Marcuse auf seinem letzten Weg zum Dorotheenstädtischen Friedhof. Die NZZ kritisiert die Methoden der streikenden Bühnenarbeiter in Frankreich.
Bücherschau des Tages
18.07.2003 Mit Kritiken zu Navid Kermani: "Schöner neuer Orient" in der FR, Eva Rieger: "Minna und Richard Wagner" in der FAZ, Ulrich Bielefeld: "Nation und Gesellschaft" in der FR, Julia Bohnengel: "Sade in Deutschland" in der FAZ und Oswald Bayer: "Vernunft ist Sprache" in der FAZ.
Mord und Ratschlag
18.07.2003 Die Krimikolumne. Heute: In Jan Costin Wagners Krimi "Eismond" tötet ein sanfter Verrückter, um den Tod zu besiegen. Vorgestellt von Michael Schweizer
Samstag, 19.07.2003
Heute in den Feuilletons
19.07.2003 Die SZ stellt ein Dossier zum 20. Juli zusammen. Die taz erklärt in einer Reportage aus dem Iran, wie man aus alkoholfreiem ein richtiges Bier macht. Die NZZ fragt: Was hätte Hannah Arendt zum Klonen gesagt? Wichtige Themen in allen Zeitungen: Die China-Ausstellung in Berlin und der Streit um das geplante Zentrum gegen Vertreibung.
Bücherschau des Tages
19.07.2003 Mit Kritiken zu Reinhard Jirgl: "Die Unvollendeten" in der TAZ, H. C. Artmann: "H.C. Artmann: Sämtliche Gedichte" in der NZZ, Nikolai P. Anziferow: "Die Seele Petersburgs" in der FR, Henning Mankell: "Vor dem Frost" in der TAZ und Mirko Bonné: "Ein langsamer Sturz" in der NZZ.
Montag, 21.07.2003
Heute in den Feuilletons
21.07.2003 Die New York Times wirft einen Blick auf die Steiff-Tiere Peter Olsons von Random House. In der FAZ setzt Frank Schirrmacher seine schonungslose Erkundung männlichen Machtverfalls fort. In der SZ erklärt ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter, wie die USA die irakische Gefahr aufbauschten. Die taz beklagt, dass die Briten die Qualität des Trinkwassers in Basra nicht verbessern. Die NZZ besucht Wolgograd alias Stalingrad.
Magazinrundschau
21.07.2003 In The New Republic zeigt sich Cynthia Ozick erschüttert über die Memoiren der Iranerin Azar Nafisi, die einen Einblick in die Situation der Frauen im Iran geben. In L'Espresso fordert Tahar ben Jelloun eine europäische Immigrationspolitik. Die Literaturnaja Gazeta findet, dass China in einem Vergleich mit Russland besser abschneidet - dort gibt es nämlich keinen "Werteverfall". Outlook India warnt: Könnte sein, dass eine Bombe tickt.
Die Buchmacher
21.07.2003 In dieser Woche lesen Sie: Ob im Herbst der Preiskampf beginnt. Wie lange noch jeder schreiben kann, wie er will. Was für einen Charakter der Konsument hat. Was Buchhändler von Aldi und Tchibo lernen sollten. Und wer fast so unmerklich ironisch schreiben kann wie Nabokov. Von Sandra Evertz.
Bücherschau des Tages
21.07.2003 Mit Kritiken zu Stuart E. Eizenstat: "Unvollkommene Gerechtigkeit" in der FAZ, Anna Politkowskaja: "Tschetschenien" in der FAZ, Susanne-Sophia Spiliotis: "Verantwortung und Rechtsfrieden" in der FAZ, Stefan Maelck: "Ost Highway" in der FAZ und Rajzel Zychlinski: "Di Lider 1928 - 1991" in der SZ.
Vorgeblättert
21.07.2003 "Willst zur Nacht du einen Apfel, / Honigtee, ganz frisch gemachten? / Zieh ich dir die Stiefel aus, / Heb dich Fläumchen leise auf?" Ossip Mandelstam war einer der größten russischen Dichter. Er starb 1938 in einem Lager nahe Wladiwostok. Ralph Dutli, der schon die gesammelten Werke Mandelstams ins Deutsche übersetzte, hat jetzt eine Biografie des Dichters geschrieben. Lesen Sie einen Auszug über Mandelstams Affäre mit Olga Waksel, für die er dieses Gedicht schrieb.
Vom Nachttisch geräumt
21.07.2003 Widmann ergeht sich am Neusiedlersee, begegnet einer leibhaftigen Christa Wolf, rätselt über einen Maler namens O LO und beruft sich nicht auf das Völkerrecht.
Dienstag, 22.07.2003
Heute in den Feuilletons
22.07.2003 Die taz macht sich Sorgen: Selbst die Techno-Szene altert. In der FR wirft die amerikanische Politologin Iris M. Young Habermas einen Rückfall in nationalistische Denkmuster vor. Die NZZ besucht Shakespeares neues Geburtshaus. In der SZ fragt der Archäologe Luca Giuliani, wie gegen das Phänomen der Raubgräberei vorzugehen sei.
Bücherschau des Tages
22.07.2003 Mit Kritiken zu Amos Elon: "Zu einer anderen Zeit" in der FR, Anne Dufourmantelle / Antonio Negri: "Rückkehr" in der TAZ, Aris Fioretos: "Die Wahrheit über Sascha Knisch" in der FAZ, Dieter Bachmann: "Grimsels Zeit" in der SZ und Klaus Körner: "Die rote Gefahr" in der TAZ.
Mittwoch, 23.07.2003
Heute in den Feuilletons
23.07.2003 Die NZZ schildert einen Zensur-Fall bei Suhrkamp. In der FAZ sucht Cordelia Edvardson nach Irakern, die sich über Saddam Husseins Vertreibung freuen. Die FR beschuldigt die USA des Amoklaufs. In der taz erklärt der Filmkomponist Peter Thomas, wie man mit wenig Geld tolle Musik macht. In der SZ stellt der Schriftsteller Ilja Stogof die Rentierzucht-Studenten von Narjan Mar vor.
Bücherschau des Tages
23.07.2003 Mit Kritiken zu Ralf Rothmann: "Hitze" in der NZZ, Radek Knapp: "Papiertiger" in der NZZ, Pablo Tusset: "Das Beste, was einem Croissant passieren kann" in der NZZ, Tim Parks: "Doppelleben" in der SZ und Will Self: "Wie Tote leben" in der FR.
Donnerstag, 24.07.2003
Heute in den Feuilletons
24.07.2003 In der Zeit singt Hans Werner Henze eine Triole auf den Ton Es. In der SZ befürchtet Götz Aly, ein Zentrum gegen Vertreibung könnte die Vertriebenenverbände überfordern. In der FR erklärt der Schriftsteller Martin Hecht, warum er zum Verzichtsvirtuosen werden muss. In der taz erzählt Peter Konwitschny, wie die Oper uns alle retten kann. Die FAZ porträtiert David Kelley als Mann von Ehre.
Bücherschau des Tages
24.07.2003 Mit Kritiken zu James Kelman: "Busschaffner Hines" in der NZZ, Claudia Rusch: "Meine freie deutsche Jugend" in der SZ, Jan Costin Wagner: "Eismond" in der ZEIT, Gerd Hankel: "Die Leipziger Prozesse" in der ZEIT und Nikolaj Gogol: "Die Nase" in der ZEIT.
Freitag, 25.07.2003
Heute in den Feuilletons
25.07.2003 Die SZ fragt: Ist der RAF mit den Mitteln der Kunst beizukommen? In der NZZ macht sich Richard Wagner Gedanken über die Wahrnehmung des Balkans in Kerneuropa. Die taz schlendert durch die Musikszene von Kairo. In der FR lehnen die Historiker Eva und Hans Henning Hahn den Begriff der "ethnischen Säuberungen" für die Vertreibung der Deutschen ab. Die FAZ macht sich Sorgen um Peter Olson.
Bücherschau des Tages
25.07.2003 Mit Kritiken zu Marcel Beyer: "Nonfiction" in der SZ, Franz-Xaver Kaufmann: "Varianten des Wohlfahrtsstaats" in der FR, Udo Bermbach: "Blühendes Leid" in der SZ, Aldo Nove: "Amore mio infinito" in der FAZ und Hanny Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal" in der FR.
Samstag, 26.07.2003
Heute in den Feuilletons
26.07.2003 Die Welt veröffentlicht eine Übersetzung von Robert D. Kaplans "zehn Regeln für das amerikanische Imperium des 21. Jahrhunderts". In der SZ plädiert Gerd Koenen für die RAF-Ausstellung der Berliner Kunst-Werke. Ähnlich sieht es die NZZ. Dort meditiert ferner Drago Jancar über Ostdeutschland vor dem Mauerfall. In der FR verlangt der amerikanische Soziologe Amitai Etzioni, dass wir Osama bin Laden zuhören.
Bücherschau des Tages
26.07.2003 Mit Kritiken zu Martin Walser: "Meßmers Reisen" in der FR, Norbert Gstrein: "Das Handwerk des Tötens" in der SZ, Gerhard Henschel: "Die Liebenden" in der NZZ, Martin Walser: "Meßmers Reisen" in der TAZ und Eva Rieger: "Minna und Richard Wagner" in der FR.
Montag, 28.07.2003
Heute in den Feuilletons
28.07.2003 Die taz weiß, wer unterm Kanzler Roland Koch Kulturstaatsminister werden will. In der SZ findet Boris Groys die geplante RAF-Ausstellung überhaupt nicht anstößig. Die FR nimmt Leo Strauss vor den Neocons in Schutz. Die FAZ lernt Scheitern mit Jan Ullrich.Die NZZ versucht, Zadek zu verstehen.
Die Buchmacher
28.07.2003 In dieser Woche lesen Sie: Welcher Bereich in der Buchbranche immer noch Gewinne einfährt, dass Schlampen jetzt die Regeln lernen und welcher Autor bald im Fernsehen mit Promis über Bücher plaudert. Von Sandra Evertz.
Magazinrundschau
28.07.2003 Die New York Review of Books lugt in die Köpfe von Scharon, Arafat und Abu Mazen. Outlook India feiert den Siegeszug chinesischer und indischer Kultur im Westen. Der New Yorker fragt, warum Osama bin Laden noch frei ist. Prospect porträtiert Frank Gehry. Espresso feiert Orgien in London. Die Literaturnaja Gazeta verteidigt den starken Staat. Im Nouvel Obs will Ahmed Zewail den Islam mit der Wissenschaft versöhnen. Die London Review sieht Syrien in einer gefährlichen Zwickmühle.
Bücherschau des Tages
28.07.2003 Mit Kritiken zu Inger Christensen: "det / das" in der FAZ, Martin van Creveld: "Das bevorzugte Geschlecht" in der FAZ, Joseph Vogl: "Kalkül und Leidenschaft" in der SZ, Hans Jörg Hennecke: "Die dritte Republik" in der SZ und Wolfgang Sofsky: "Operation Freiheit" in der FAZ.
Vorgeblättert
28.07.2003 In ihrem Buch "Der König verneigt sich und tötet" denkt Herta Müller über das Schreiben nach - über seine politischen und geschichtlichen Bedingungen. Hier eine Leseprobe, in der sich Müller an zwei Wochen erinnert, die sie in Rumänien als Kindergärtnerin arbeitete: "Mir war schon klar, eine bewußte Entscheidung für das Schneelied gegen die Parteilieder war bei Fünfjährigen nicht zu erwarten. Aber sie hätten ja ohne Komplizenschaft, unbewußt, instinktiv an dem Schneelied mehr Gefallen finden können als am Bellen und Strammstehen ihrer Lieder..."
Dienstag, 29.07.2003
Heute in den Feuilletons
29.07.2003 Die FAZ rächt sich an Klaus Harpprecht. In der FR klärt Peter Fuchs Blair und Bush über ihren Dilettantismus auf. Die SZ stöhnt: Jetzt statten die Amerikaner sogar schon die Videospiele mit nicht letalen Waffen aus. Die taz sah einem norwegischen DJ zu, bei dem die Mädchen reihenweise in Ohnmacht fallen. Die NZZ untersucht das Verhältnis der Österreicher zu ihrer jüdischen Gemeinde.
Bücherschau des Tages
29.07.2003 Mit Kritiken zu Svetlana Vasilenko: "Die Närrin" in der NZZ, Norbert Gstrein: "Das Handwerk des Tötens" in der NZZ, Radek Knapp: "Papiertiger" in der TAZ, Claudia Rusch: "Meine freie deutsche Jugend" in der TAZ und Olaf Müller: "Schlesisches Wetter" in der NZZ.
Mittwoch, 30.07.2003
Heute in den Feuilletons
30.07.2003 In der SZ denkt Moshe Zimmermann über Vertreibung und Aufrechnung nach. Die FR bestaunt barockes Holland mitten in Deutschland. Die taz sucht eine Frau für Frank Schirrmacher und Klaus Harpprecht. Die NZZ erklärt, warum Nachwuchsförderung in Norwegen Ehrensache ist. Die FAZ prophezeit Korsika eine düstere Zukunft.
Bücherschau des Tages
30.07.2003 Mit Kritiken zu Martin Walser: "Meßmers Reisen" in der SZ, Mikael Engström: "Brando" in der NZZ, Alois Prinz: "Lieber wütend als traurig" in der NZZ, Fernando Pessoa: "Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares" in der FR und Claudia Rusch: "Meine freie deutsche Jugend" in der FR.
Post aus Neapel
30.07.2003 "Seit ich im Palazzo Chigi bin, beschäftige ich mich nicht mehr mit meinen Unternehmen", beteuert Silvio Berlusconi immer wieder gern. Doch mit dem neuen Mediengesetz wird er noch mehr Werbespots und Anzeigen einsammeln.
Donnerstag, 31.07.2003
Heute in den Feuilletons
31.07.2003 In der Zeit erklärt Paolo Flores d'Arcais, was italienische Politiker mit der vornehmen Formel vom "Primat der Politik" meinen. Die SZ wägt die Chancen eines "Nation Building" in Liberia ab. Die NZZ glaubt nicht, dass der Niedergang der Maya auf eine Dürre zurückzuführen sei. In der FR erklärt Richard Wagner, warum Russland nicht ein Teil Europas werden kann. In der taz erzählt der Filmemacher Hans-Christian Schmid, wie die Kamera blickt, wenn man die Sektorenblende schließt.
Bücherschau des Tages
31.07.2003 Mit Kritiken zu Peter Bender: "Weltmacht Amerika" in der ZEIT, Claudia Rusch: "Meine freie deutsche Jugend" in der NZZ, Moshe Zuckermann: "Zweierlei Israel" in der ZEIT, Isabelle Graw: "Die bessere Hälfte" in der ZEIT und Michal Glowinski: "Eine Madeleine aus Schwarzbrot" in der ZEIT.