Montag, 02.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
02.09.2024 Thüringen und Sachsen haben gewählt: Die demokratischen Parteien ringen nach Luft, die Zeitungen um Antworten: Der Wahlsieger ist Putin, meinen die Ruhrbarone und halten fest: Wir erleben den bislang größten Angriff auf das Wertesystem der Bundesrepublik. Auch das ist Demokratie, meint die SZ, AfD-Wähler jetzt nicht ausgrenzen, ruft der Tagesspiegel, während SpOn glaubt: Ausgrenzung senkt die Neigung, eine extreme Partei zu wählen. In der FAZ plädiert der Europarechtler Daniel Thym für eine Verschärfung der Flüchtlingskonvention. In der taz hält der deutsch-israelische Regisseur Amit Jacobi die Nahostkriegs-Debatte in Deutschland für eine "kolonialistische Geste par excellence".
Efeu - Die Kulturrundschau
02.09.2024 SZ und FAZ entdecken in Lars Eidingers Fotografien im K21 in Düsseldorf die Absurdität des Alltäglichen. Jenny Erpenbeck wehrt sich im Standard gegen den Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, der ihr "Ostdeutschtümelei" vorwirft. Der Nachtkritik werden bei Sven Holms Schönberg-Überschreibung "Ein Ermordeter aus Warschau" schwere Vorwürfe von Max Czollek und heftige Bässe um die Ohren gehauen. Die SZ hat die Nase voll vom "Dynamic Pricing" beim Konzertticket-Verkauf.
Bücherschau des Tages
02.09.2024 Die Welt schlägt sich in Elsa Koesters Buch "Im Land der Wölfe" mit rechten Politikern herum. Die FAZ entdeckt in Leye Adenles Thriller "Die Zügel der Macht" die dunklen Seiten der nigerianischen Stadt Lagos . Die FR erfährt von Verena Dolovais Roman "Dorf ohne Franz", was es hieß, in den sechziger Jahren auf dem Land aufzuwachsen - vor allem als Mädchen. Und Dlf zieht den Hut vor Katja Lange-Müller, die in "Unser Ole" von zerrütteten Verhältnissen und fehlender Mutterliebe erzählt.
Dienstag, 03.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
03.09.2024 Tag zwei nach den Wahlen in Thüringen und Sachsen: Mit AfD und BSW hat die Lust am Ressentiment gewonnen, meint Ines Geipel in der SZ, man hätte dieses Dilemma vermeiden können, glaubt Monika Maron in der Berliner Zeitung. Wo bleibt die Erschütterung, fragt die taz. Der Osten bewegt sich auf dem Weg, den Europa seit den 1990er Jahren eingeschlagen hat, meint der NewStatesman. Außerdem: Auf hpd schlägt der Zentralrat der Konfessionslosen vor, von den Kirchen "die 21 Milliarden Euro zurückzufordern, die die Länder ihnen seit Gründung der Bundesrepublik überwiesen haben". Und in der taz wirft der Nahostwissenschaftler Tom Khaled Würdemann der deutschen Nahostkriegs-Berichterstattung vor, zu oft deutsche Identitäten zu verhandeln.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.09.2024 Lars Henrik Gass verlässt nach siebenundzwanzig Jahren die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen: In der Welt spricht er über die beispiellose Hetzkampagne gegen ihn. Venedig: Der Tagesspiegel sieht in Brady Corbets Dreistünder "The Brutalist" über den Architekten László Tóth ein herausragendes "Monument des Schmerzes", der Filmdienst ist ebenfalls begeistert. Die NZZ taucht in der Albertina Wien ab in die albtraumhaften Welten des Künstlers Alfred Kubin. Die Nachtkritik freut sich, dass in Mizgin Bilmens Inszenierung von "Machbeth" in Darmstadt nicht so viel gemetzelt wird - der FR wird dafür zu viel gekreischt.
Magazinrundschau
03.09.2024 Newlines schildert, wie die orthodoxe Kirche in Georgien Stalin zum Heiligen mit Superkräften stilisiert. In HVG erzählt die in Siebenbürgen geborene Ärztin Juli Havas, wie die Angst auch Jahrzehnte nach der Ceausescu-Diktatur noch ihr Leben bestimmt. Das New York Magazine kann die schmutzigen Deals, die die ganze Trump-Familie mit despotischen Regimen macht, kaum noch zählen. Der New Yorker lernt von der Historikerin Rebecca L. Davis, wie Sklavinnen für die Entwicklung der modernen Gynäkologie ausgenutzt wurden. Und der Guardian staunt, was Pablo Escobar den Kolumbianern hinterlassen hat: Eine ausgemachte Flusspferdplage.
Bücherschau des Tages
03.09.2024 Die FAZ lauscht in den Gedichten des koreanischen Lyrikers Kim Jun Tae dem "Gesang der Wasserspinnen". Die SZ findet Katja Lange-Müllers Wende-Roman "Unser Ole" einfach nur großartig. Die FR sieht in Arnold Zweigs Roman "De Vriendt kehrt heim" über den Mord an einem israelischen Politiker eine Prophezeiung der jüngeren Geschichte Israels. Und den Dlf verschlägt es zusammen mit Anslavs Eglitis' Helden aus "Schwäbisches Capriccio" von Lettland
ins Dorf "Pfifferlingen" auf der
Schwäbischen Alb.
Mittwoch, 04.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
04.09.2024 Im Guardian glaubt die Historikerin Katja Hoyer, die Ostdeutschen haben nicht die Demokratie satt, sie haben einfach Angst. Die Demokratie funktioniert, meint auch Hubertus Knabe in der Welt, mahnt aber, die Regierungskritik ernst zu nehmen, damit aus Protestwählern nicht Stammwähler werden. In der FAZ macht auch Armin Nassehi die etablierten Parteien für AfD- und BSW-Erfolg mitverantwortlich. In der SZ berichten der Soziologe Natan Sznaider und der Historiker Amir Teicher von den Demonstrationen in Israel: Sznaider hofft auf einen Neubeginn, Teicher macht seiner Wut auf die israelische Regierung Luft.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.09.2024 Die österreichische Theaterwelt um Elfriede Jelinek und Milo Rau schlägt Alarm - die FPÖ plant im Falle eines Wahlsieges Katastrophales, auch für die Kultur, weiß die nachtkritik. Robert Longos in der Albertina ausgestellte Zeichnungen lassen Düsenjäger auf die Betrachter los, staunt der Standard. Luca Guadagninos Burroughs-Adaptation "Queer" spaltet in Venedig die Kritik: Der Tagesspiegel bejubelt Daniel Craigs verschlagene Performance, laut FR bleibt das Ganze im Illustrativen hängen. Zum 200. Geburtstag Anton Bruckners erinnern die Feuilletons an ein Werk, das laut Neues Deutschland vor allem in seiner Maßlosigkeit beeindruckt.
Bücherschau des Tages
04.09.2024 Die FAZ tut sich schwer mit Susanne Schröters Band "Der neue Kulturkampf". Die SZ verfolgt gespannt, wie "Die Spielerin" in Isabelle Lehns neuem Roman lukrative Betrügereien in der Züricher Finanzwelt begeht. Margret Atwoods neuer Kurzgeschichtenband "Hier kommen wir nicht lebend raus" erzählt von alter Liebe, Hexen und Tiefkühltruhen - und findet die uneingeschränkte Zustimmung von Dlf Kultur. Dlf wird von den Gedichten des syrisch-palästinensischen Dichters Abdalrahman Alqalaq über die Erfahrung des Exils in den Bann geschlagen.
Donnerstag, 05.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
05.09.2024 Es ist so weit: Heute würde Caspar David Friedrich 250 Jahre alt. In der FR erzählt Florian Illies, wie sehr Friedrich Goethe triggerte. Die Filmkritiker zündeln mit Todd Phillips und Lady Gaga zu Klassikern von Sinatra und Bacharach im Kopf des Jokers. Die Zeit erkennt in Düsseldorf: Anfangs liebte es Gerhard Richter "billig und banal". Backstage Classical sorgt sich um Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra, von dem jüngst nur noch Phrasen zu hören waren. In der taz befürchtet Helon Habila, Mitkurator des Internationalen Literaturfestivals Berlin, dass Verlage keine "ehrlichen, einfachen Geschichten" über Menschen aus Afrika wollen.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.09.2024 Der Politikwissenschaftler Philip Manow und der Verfassungsrechtler Christoph Möllers diskutieren in der Zeit darüber, ob die Wähler in einer Demokratie das letzte Wort haben sollten. Die Schriftstellerin Juli Zeh will in der Zeit BSW und AfD nicht auf eine Stufe stellen. Der Generationenforscher Rüdiger Maas stellt in der NZZ fest: Die jungen Menschen im Osten leiden an Merkel-Nostalgie. Die Zeit berichtet, wie die russische Regierung dem nun wieder freigelassenen Telegram-Chef Pawel Durow ganz plötzlich den Hof macht.
Bücherschau des Tages
05.09.2024 Die Zeit trifft im neuen Buch von Wolfram Eilenberger vier geniale "Geister der Gegenwart": Theodor W. Adorno, Susan Sontag, Michel Foucault und Paul Feyerabend. Einen "originellen Engtanz der literarischen Motive" vollführt Katja Oskamp in ihrem Buch über ihre Beziehung zum Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann, freut sich Dlf Kultur. Die FR reiht sich in das Lob auf Katja Lange-Müllers Roman "Unser Ole" ein. Und die NZZ findet in Jonas Grethleins Philosophiegeschichte der Hoffnung zwar keine einfachen Antworten, aber interessante Fragen.
Freitag, 06.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
06.09.2024 "Das Unsicherheitsgefühl nicht nur in der jüdischen Gemeinschaft wird sich nach diesem Vorfall noch einmal verfestigen", kommentiert Charlotte Knobloch den vereitelten Terroranschlag in München, wie die Jüdische Allgemeine meldet. Die Zeitungen debattieren derweil über das Maßnahmenpaket zur Asylrechtsverschärfung: Verfassungsrechtlich nicht haltbar, meint die Juristin Franziska Drohsel in der taz, während die Schriftstellerin Fatma Aydemir im Guardian daran erinnert, dass viele Flüchtlinge vor dem islamistischen Extremismus in ihrem Land fliehen. In der NZZ skizziert Leon de Winter das Dilemma der israelischen Regierung. Die FAZ berichtet, wie sich Erdogan eine "fromme Jugend" heranzieht.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.09.2024 Der Tagesspiegel erkennt in Göran Hugo Olssons Montagefilm zum Israel-Palästina-Konflikt: Geschichte wiederholt sich als Teufelskreis. Die FAZ ärgert sich, dass Aslı Özarslans Film "Ellbogen" erst ab 16 freigegeben wird. Die Welt lässt sich in den Deichtorhallen von Andrea Orejarenas und Caleb Steins Verschwörungstheorien in den Bann ziehen. Mit Bruckners Neunter legt Lahav Shani einen vielversprechenden Auftakt für die Leitung der Münchner Philharmoniker hin, freut sich die SZ. Die FAZ macht sich Gedanken zu "Farben als Distinktionsmerkmal."
Bücherschau des Tages
06.09.2024 Dlf Kultur begibt sich in den feministischen Kampf mit dem wieder geborgenen Roman "Das Haus in der Gasse" der sizilianischen Schriftstellerin Maria Messina. Zu starken Nerven rät er vor der Lektüre von Vitomil Zupans Aufzeichnungen aus dem jugoslawischen Zuchthaus. Die FAZ taucht mit Sascha Michels Kulturgeschichte der Leere ein ins kosmologische Vakuum. Die NZZ bewundert, wie subtil Doris Wirth von der Flucht eines Familienvaters erzählt. Und die SZ empfiehlt Kinderbücher, die, wie Armin Kasters und Sabine Rufeners "Nachtkind", keine Worte brauchen.
Samstag, 07.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
07.09.2024 Die FAZ dokumentiert die ILB-Eröffnungsrede der französisch-ruandischen Schriftstellerin Beata Umubyeyi Mairesse, die erzählt, wie sie dem Genozid der Hutu an den Tutsi entkam. Diese Rede zeigt, was Literatur vermag, erkennt der Tagesspiegel. "Kindesmissbrauch ist auch Gewalt gegen die Sprache", sagt die französische Schriftstellerin Neige Sinno, die von ihrem Stiefvater vergewaltigt wurde, im Welt-Interview. Einen gelungenen Auftakt der neuen Burgtheater-Ära unter Stefan Bachmann sehen die Theaterkritiker, wenn Karin Henkel gleich fünf Hamlets auf der Bühne spuken lässt. Der Tagesspiegel legt in den wiedereröffneten Rieckhallen mit Mark Bradford Schichten von Zuschreibungen und Lügen frei.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.09.2024 Wir sollten auch extreme Meinungen diskutieren, ruft Constantin Schreiber im Zeit-Online-Interview und meldet sich nach längerer Pause mit einer Streitschrift zu Wort. In der FAZ ergründet Ilko-Sascha Kowalczuk den Hang der Ostdeutschen zum Autoritären. In der SZ erzählt Hasnain Kazim von seinen Begegungen mit AfD-Wählern. Die Filmemacherin Grit Lemke erklärt in der taz, warum sich der Westen dem Osten gegenüber "kolonial" verhält. Die Russen haben kein Nationalgefühl, so die Beobachtung des Historikers Martin Schulze-Wessel in der FAZ.
Bücherschau des Tages
07.09.2024 Der DLF lauscht gebannt, wenn ihm fünfzig überlebende Frauen aus dem türkischen Foltergefängnis Mamak von ihren Erfahrungen erzählen. Mit Lydia Davis fragt er sich, ob es immer ein Regenmantel von Burberry sein muss. Die FAZ blickt mit Lene Albrecht auf die "weißen Flecken" der deutschen Kolonialgeschichte. Die taz ist fasziniert von den Abgründen der Schwaben, die ihr der lettische Schriftsteller Anšlavs Eglīti offenbart. Als wichtiges Debattenbuch empfiehlt sie Natan Sznaiders "Die jüdische Wunde". Die Literarische Welt blickt mit Katja Lange-Müller auf verdrängte Traumata in einer Alters-WG.
Montag, 09.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
09.09.2024 Deutschland ist eines der wichtigsten Einwanderungsländer, aber die Westdeutschen tun sich schon schwer zu respektieren, dass der Osten anders ist, meint HKW-Leiter Bonaventure Ndikung im Spon-Gespräch. BSW-Politikerin Sevim Dagdelen droht in der Berliner Zeitung bezüglich der Friedensverhandlungen mit Russland keinen "Kotau" zu machen. Der Tod ist zur Routine geworden, schreibt der ukrainische Schriftsteller Artem Tschech in der FAS resiginiert darüber, dass den Zeitungen der jüngste Raketenangriff auf die Ukraine nur noch eine Meldung wert war. Die taz gibt der AfD Nachhilfestunden in Demografie. Ebenfalls in der FAS wirft Zeruya Shalev der israelischen Regierung Faschismus vor.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.09.2024 Pedro Almodóvars "The room next door" hat in Venedig den Goldenen Löwen abgeräumt: Eine "Verbeugung vor dem klassischen Schauspielkino", sieht der Tagesspiegel hier. Der FR ist selten ein klügerer und subtilerer Film über den Tod und das selbstbestimmte Sterben untergekommen. Die FAZ findet sich in Ulrich Rasches Inszenierung von Samuel Becketts "Warten auf Godot" in Bochum in einer Sphäre der "völligen Ort-und Zeitlosigkeit" wieder. Die Feuilletons trauern um die Künstlerin Rebecca Horn und den Bossa-Nova- und Samba-Musiker Sergio Mendes.
Bücherschau des Tages
09.09.2024 Die NZZ trägt den Band "88 Tasten" der bosniakischen Schriftstellerin Nadija Rebronja in Zukunft immer in der Hosentasche. Die SZ empfiehlt Klaus Neumanns "Blumen und Brandsätze" über Deutschlands Umgang mit Migration. Dlf trifft in Dietmar Piepers Churchill-Biografie auf einen ziemlichen Unsympathen. Und die FR freut sich, dass Michael Connelly seine Kommissarin Renée Ballard für den neuen Krimi "Wüstenstern" aus der Rente zurückgeholt hat.
Dienstag, 10.09.2024
Magazinrundschau
10.09.2024 Tote Russen in Kursk scheren weder Putin noch die apathische Bevölkerung, konstatiert Desk Russie. Lieber investiert Putin in Projekte für gesundes Altern, die bis 2030 "175.000 Leben retten" sollen, sekundiert Meduza. Wie Russland indes Armut und Enttäuschung vom Westen in Niger ausnutzt, berichtet NewLines. Außerdem blickt NewLines auf die Lektüreliste von US-Generälen und entdeckt ein neues Genre: FICINT. In Kenia geht die Gen Z auf die Straße, weiß die LRB. In Artalk analysiert der Übersetzer Robert Švarc die nazistische Rhetorik der slowakischen Regierung. Und HVG meldet: Das in Ungarn erlassene Handyverbot stellt Schulen vor massive Herausforderungen.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.09.2024 Monopol und Tagesspiegel lassen sich in drei Berliner Ausstellungen von den Puppen der Choreografin Gisele Vienne verstören, die in ihren Arbeiten dem Ursprung von Faschismus und Rassismus nachspürt. Der Tagesspiegel bewundert im Willy-Brandt-Haus außerdem, wie Annemarie Heinrich sich in ihren Fotografien Argentiniens Katholizismus und Machismo widersetzte. "Niemand will ein zweites Ungarn", sagt Matej Drlička, von der slowakischen Regierung geschasster Leiter des Nationaltheaters, im taz-Gespräch. Die FAZ liest der Musikkritik die Leviten. Und die NZZ lauscht gebannt dem Wettstreit zwischen Susanna Mälkki und Christian Thielemann beim Lucerne Festival.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.09.2024 Der als "ausländischer Agent" geächtete Kommunalpolitiker Lew Schlosberg versucht im SZ-Interview die Welt mit Putins Augen zu sehen. Die Migrationsdebatte in Deutschland droht, verbrecherische Regime zu legitimieren, warnt Richard Herzinger im Perlentaucher. Die SZ kritisiert den Umgang mit Sahra Wagenknecht in einer Talkshow: Ihren Populismus zu entlarven ist ja richtig, aber doch nicht so! Die FAZ stellt uns den amerikanisch-jüdischen Autor Joshua Leifen vor, der politisch zwischen allen Stühlen sitzt.
Bücherschau des Tages
10.09.2024 Die SZ hofft nach der Lektüre des neuen Gesprächsbandes, dass Jürgen Habermas von seinem früheren Ich dazulernt. Die FAZ rät dringend zur Lektüre von Yaroslav Hrytsaks Geschichte der Ukraine, mit der man nicht nur das Gestern, sondern auch das Heute besser versteht. Mit Ute Cohens Kulinargeschichte "Der Geschmack der Freiheit" schlemmt sie sich durch die Jahrhunderte. Die NZZ reist mit Ulrike Edschmids "Die letzte Patientin" in die linksbewegten Siebziger. Samar Yazbek nimmt den Dlf mit dorthin, "Wo der Wind wohnt" - in ein Syrien vor dem Krieg.
Mittwoch, 11.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
11.09.2024 Wo blieb nach dem vereitelten Anschlag in München die Solidarität mit Juden, fragt die Schriftstellerin Dana von Suffrin bei Spon. Sie scheue sich nicht, den Begriff "Judeofaschismus" zu verwenden, sagt im Zeit-Gespräch die Philosophin Seyla Benhabib mit Blick auf die israelische Regierung. Die taz erlebt im Flüchtlingslager auf der Insel Kos, wie die neue europäische Migrationspolitik aussehen könnte: Eine "Architektur der Gewalt", in der es an Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung mangelt. Um West und Ost zu vereinen, bedarf es einer progressiven deutschen Nationengeschichte, glaubt Leander Scholz in der Welt. Und die FR fürchtet: Deadbots könnten Familiengeheimnisse aussprechen.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.09.2024 Darth Vader ist tot - oder zumindest seine Originalstimme James Earl Jones: Der Tagesspiegel huldigt dessen majestätischem Bariton. Die taz erfreut sich in Athen im Museum für Gegenwartskunst an Kernkompetenzen femininer Ästhetik. Das Blog Tag und Nacht blickt ins dunkle Haus der Schriftstellerin Shirley Jackson. Die Berliner Zeitung erinnert anlässlich einer Ausstellung an das Theater des Jüdischen Kulturbundes, das jüdischen Theaterleuten nach 1933 zwischenzeitig Beschäftigungsmöglichkeiten verschaffte.
Bücherschau des Tages
11.09.2024 Die Kritiker verschlägt es heute nach Italien: Die FAZ erteilt eine uneingeschränkte Empfehlung für Marino Morettis Roman über eine gewitzte Fischhändlerin, die sich im Venedig der Zwanziger Jahre gegen machistische Fischer durchsetzte. Die NZZ zieht sich mit Carlo Cassola und einer Gruppe schweigsamer Holzfäller in die Wälder der Toskana zurück. Die FR freut sich über Alka Saraogis Roman "Entwurzelt", der den jungen Bhushan auf seiner Flucht vom damaligen Ostbengalen nach Indien begleitet. Die SZ schwelgt in der "amour fou" zwischen Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque, die Thomas Hüetlin in einer Doppelbiografie auffächert.
Donnerstag, 12.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
12.09.2024 Die erste TV-Debatte zwischen Kamala Harris und Donald Trump war das "Wiederaufleben des amerikanischen Sprechtheaters", freut sich die SZ. Junge Männer fühlen sich benachteiligt und wählen deshalb rechts, glaubt die Politologin Ayaan Hirsi Ali in der NZZ. Jeden zweiten Tag wird eine Frau umgebracht und niemanden interessiert es, ruft indes wütend die Zeit. Im FR-Gespräch plädiert Correctiv-Autor Marcus Bensmann für ein AfD-Verbot. Der Historiker Norbert Frei ergründet die Widersprüche Theodor Heuss', der sich sowohl gegen das Vergessen als auch für NS-Verbrecher einsetzte.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.09.2024 Im Tagesspiegel hält Frank Castorf den AfD-Erfolg im Osten nicht nur für einen "animalischen" Akt der Rache des Ostens am Westen, sondern auch Europa für überschätzt. Der Tagesspiegel erkennt im Schinkel Pavillon außerdem: Sigmar Polke funktioniert auch hervorragend abseits des Mainstreams. Bilder, die man nicht mehr vergisst, sieht der Perlentaucher in Farahnaz Sharifis Essayfilm "My Stolen Planet", der Archivaufnahmen von tanzenden Frauen im Iran zeigt - bevor die Mullahs sie unter den Hijab zwangen. Die Zeit denkt derweil über Haare in der liberalen Gesellschaft nach. Und alle trauern um Caterina Valente, die Beyoncé ihrer Zeit, wie die taz schreibt.
Bücherschau des Tages
12.09.2024 Die FAZ ist erschüttert von Neige Sinnos Roman "Trauriger Tiger", in dem die Autorin von den Vergewaltigungen durch ihren Stiefvater erzählt. Die taz harrt mit Abdelaziz Baraka Sakins im berüchtigten "Dschungel" von Callais aus. Die Zeit erfährt von Gillian Anderson, was Frauen wollen. Dlf ist begeistert von Gerald Kershs Roman "Hirn und zehn Finger" über vier jugoslawische Widerstandskämpfer. Mit Erica Benner untersucht er angeregt das Wesen der Demokratie.
Freitag, 13.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
13.09.2024 In der SZ beklagt Mirjam Zadoff, Leiterin des Münchner NS-Dokumentationszentrums, es werde zu wenig darüber gesprochen, dass Rechtsextremismus und Islamismus "auf immer gefährlichere Weise" Hand in Hand gehen. Warum müssen wir darüber diskutieren, "ob Islamophobie virulenter ist als Antisemitismus", fragt die Philosophin Seyla Benhabib in ihrer Paulskirchen-Rede. Die SZ fordert, Björn Höcke mit einem politischen Aktionsverbot zu belegen. Zeit Online schaut eine Propagandasendung des Kremls, in der Sahra Wagenknecht dem Osten die "blühende DDR" zurückbringt.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.09.2024 Jahrmarktstimmung kommt für die FAZ in der großen Surrealismus-Ausstellung im Centre Pompidou auf. Der Standard bringt Machtmissbrauch am Theater in der Josefstadt ans Licht. Backstage Classical fragt sich, wieso der Dirigent John Eliot Gardiner trotz Skandalen so gut vernetzt ist. 54books entdeckt ostdeutsche Literatur, die sich der Ostalgie widersetzt. Die SZ gruselt sich angenehm beim Lauschen des apokalyptischen Die Nerven-Albums.
Bücherschau des Tages
13.09.2024 Nach der Lektüre des neuen Habermas-Gesprächsbandes kann die NZZ die Haltung des Philosophen zum Krieg in der Ukraine zumindest nachvollziehen. Mit Jón Kalman Stefánsson setzt sich in ein "gelbes U-Boot" und trifft Lebende und Tote. Die FAZ wirft mit Martin Mulsow einen Blick auf Porzellanindianer, Satyrfigur und Goldtaler, um die Aufklärung besser zu verstehen. Der Dlf bewundert die absurden Einfälle, mit denen Christoph Dolgan in "Blitzeisidentität" vom Leben in Ruinen erzählt. Und Dlf Kultur begleitet die Biochemikerin Katalin Karko auf dem Weg zum Nobelpreis.
Samstag, 14.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
14.09.2024 Die Zeitungen stellen sich heute überwiegend gegen die verschärfte deutsche Asylpolitik: Im Guardian warnt der Migrationsforscher Maurice Stierl vor einer Kettenreaktion in ganz Europa, die taz versammelt Stimmen von Künstlern und Intellektuellen, darunter Michel Friedman und Ilko-Sascha Kowalczuk, die für ein offenes Europa einstehen, während Spon und ZeitOnline auf die Probleme jenseits der Migration hinweisen. Im Tagesspiegel findet Sahra Wagenknecht, es sei an der Zeit, dass die Ukraine "Kompromisse schließt". In der FR hält Wolfram Eilenberger Jürgen Habermas für einen "Machtkarrieristen" - überhaupt haben wir seit den Achtzigern keine großen Figuren in der Philosophie mehr gesehen, meint er.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.09.2024 Die Musikkritiker beugen sich über das neue Album der Antilopen Gang, die versuchen "Adorno auf eine Rap-Platte zu pressen", wie die FAS meint. Von der Choreografin Joana Tisckau lernt die FAS außerdem, was mit "Hasszination" gemeint ist. Wenn Thomas Bernhards Schimpftiraden am Burgtheater auf die Bühne kommen, sitzt der Standard gerne im Saal. Wie war eigentlich das Literaturjahr 1974, fragt sich die taz. Die FAZ blickt auf afghanische Kunst in Frankfurt und bewundert gar nicht langweilige Randkritzeleien in Bremen.
Bücherschau des Tages
14.09.2024 Die FAZ sehnt sich mit Stephan Rehm Rozanes und Fabian Soethof nach der Musik der Neunziger zurück. Der Dlf vergräbt sich mit Roman Ehrlichs dickem Jungen derweil in den Videotheken der Neunziger. Die FAS erfährt von der Historikerin Annette Kehnel, was wir heute noch aus den sieben Todsünden lernen können. FR und Dlf Kultur lassen sich mit Eva Maria Leuenbergers „Spinne“ von der Decke baumeln, um auf die Menschen zu blicken. Die taz annonciert mit Dagmar Herzogs „Eugenischen Phantasmen“ ein wichtiges Buch, das unter anderem auf die Rolle der Kirchen hinweist. Und die NZZ erinnert sich dank Melania G. Mazzucco an Roms erste Architektin: Plautilla Bricci.
Montag, 16.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
16.09.2024 Überall wird über Migration diskutiert, aber vielleicht sollte man nach einer Spiegel-Recherche auch mal über die "Geschäftsgeheimnisse" reden, die sonst noch mit der Flüchtlingspolitik verbunden sind. Im Standard ruft der Schriftsteller Lukas Meschik dazu auf, die verständlichen und unverständlichen Gründe zu finden, aus denen Menschen die 'falschen' Parteien wählen. Der Staat fördert zu viel, meint der Spiegel, zu wenig, meint Soziologe Andreas Willisch in der taz, und auf jeden Fall falsch, meint der Caritas-Experte Georg Cremer in der FAZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.09.2024 Die taz erlebt bei Frank Castorfs Inszenierung von Hans Falladas Roman "Kleiner Mann - was nun?" am Berliner Ensemble "zu Brillanz aufgepeitschte" Schauspieler. Die nachtkritik findet: zu viel Ideologiekritik und zu wenig Struktur. Die FAZ empfiehlt den Machern der neuen Mafia-Serie "Tulsa King" mit Sylvester Stallone, sich voll und ganz auf den Instinkt ihres Hauptdarstellers zu verlassen. Die Welt schwebt über die Flickenteppiche des Künstlers Mark Bradford im Hamburger Bahnhof.
Bücherschau des Tages
16.09.2024 SZ und Dlf Kultur bekommen von Eckart Lohse in "Die Täuschung" die Versäumnisse der Merkel-Ära vor Augen geführt. Monika Zeiners Roman "Villa Sternbald oder Die Unschärfe der Jahre" über eine Unternehmerdynastie, die von den Verbrechen der Nazis profitierte, kann sowohl NZZ als auch Dlf überzeugen. Die FAZ hört entzückt Gedichte von Georg Trakl, unter anderen gelesen von Tobias Moretti, Paula Beer und Albert Schuch. Die taz lässt sich von Melania G. Mazzucco gerne die Geschichte der ersten römischen Architektin Plautilla Bricci erzählen.
Dienstag, 17.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
17.09.2024 Putin wäre gern unsterblich, fürchtet Viktor Jerofejew in der FAZ - und er arbeitet dran. Die Debatte um die Migrationspolitik in Deutschland geht weiter. Die SZ und andere Medien werten russische Dokumente aus, die die Strategien der Desinfomation zeigen. Die taz erzählt, wie in der Westukraine, die seinerzeit zu Polen gehörte, an den Hitler-Stalin-Pakt erinnert wird, mit dem für diese Gebiete der Zweite Weltkrieg anfing.
Magazinrundschau
17.09.2024 Wired trauert um die Einstellung von Google Everyday Robots: Wer wird in der Zukunft in Fabriken, Krankenhäusern und Restaurants arbeiten? In der London Review fragt sich John Lanchester, warum etwas so nutzloses wie Finanzspekulationen unsere Gesellschaft prägen darf. The Insider veröffentlicht die letzten Worte Alexej Nawalnys vor Gericht. Bei tvar erzählt die tschechische Roma-Schriftstellerin Ilona Ferková, warum Sex bei den Roma tabu ist. Und der New Yorker möchte mit seinem Fahrrad lieber cruisen als rasen.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.09.2024 In der SZ erklärt die französische Schriftstellerin Neige Sinno, weshalb sie ihr Buch auch aus Sicht ihres Vergewaltigers geschrieben hat: Das Böse muss ausbuchstabiert werden. Der SZ fehlt außerdem Christoph Schlingensiefs "fröhliche Ideologiezerstörung", an die eine Ausstellung in Berlin erinnert. Der Tagesspiegel zieht den Hut vor Demi Moore, die in Coralie Fargeats Film "The Substance" waghalsige Jugendexperimente eingeht. Anastasia Trofimowas "Russians at War" zeigt der FAZ: Auch für russische Soldaten ist Putin der Feind. Aktualisierung: Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis ist da!
Bücherschau des Tages
17.09.2024 Die FAZ zieht den Hut vor Ilko-Sascha Kowalczuk, der in "Freiheitsschock" gegen Geschichtsklitterung und Autoritarismus anschreibt. Mit Elke Schmitters neuem Roman taucht sie hingegen ab in das Drama der Liebe. Frank Zappa war gar nicht so ein nonkonformistischer Freigeist, erfährt die NZZ von seiner Tochter Moon Unit, vor allem nicht als Vater. Dlf Kultur zieht mit Oxana Wassjakinas Protagonistin und ihrem drogensüchtigen Vater durch die karge Steppe Sibiriens.
Mittwoch, 18.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
18.09.2024 Der Perlentaucher lässt sich in den Wiener "Problembezirk" Favoriten entführen, wo Ruth Beckermann für ihren Dokumentarfilm über mehrere Jahre hinweg Schüler begleitet hat. Apropos Favoriten: Die Literaturkritiker schließen Wetten ab, wer das Rennen um den Deutschen Buchpreis macht. ZeitOnline fragt sich mit Albert Oehlen in Hamburg, wie der Computer unser Leben verändern wird. Die taz sehnt sich zurück nach den robusten Brücken der Römer. Und die SZ fiebert aufgeregt dem neuen Köchelverzeichnis entgegen.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.09.2024 Die Detonation Hunderter Pager der Hisbollah war vielleicht eine strategische Meisterleistung im Detail, Frieden im Nahen Osten rückt damit nicht näher, fürchten FAZ und der Spiegel. In der NZZ erinnert der Schriftsteller Chaim Noll daran, wie Britannien versuchte, europäische Juden während des Holocausts an der Flucht nach Israel zu hindern. In der taz erklärt der Politologe Alexander Düben, warum er nach neun Jahren Forschung an einer chinesischen Universität des Landes verwiesen wurde. Übergriffig findet in der Welt der Politikwissenschaftler Michael Bröning die Vorschläge eines Bürgerrats zur Verhinderung von Fake-News.
Bücherschau des Tages
18.09.2024 Die NZZ wird in Isabelle Lehns Roman "Die Spielerin" in ein "rasantes Verwirrstück" um eine ganz unscheinbare Betrügerin hineingezogen, die sogar der Mafia zuarbeitete. Die SZ ist begeistert von David Coppos Roman, der die Radikalisierung eines italienischen Jugendlichen zum rechten Schläger nachzeichnet. Beklemmung löst in ihr Jessica Linds "Kleine Monster" aus, die die Grausamkeit von Kindern in den Fokus nimmt. Bei Moon Unit Zappa wird die Welt Zeuge, wie ein Familienmärchen zur Grimm'schen Gruselgeschichte wird.
Donnerstag, 19.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
19.09.2024 Die taz beobachtet im Museum Morbroich, wie Jef Verheyen und Johanna von Monkiewitsch versuchen, das Licht einzufangen. Die Zeit lernt in fünf bisher unbekannten Briefen Kleist als konspirativen Kriegsberichterstatter kennen. Außerdem sehnt sie sich zurück nach jener Zeit, als es sich die Kunst nicht rundum im Safe Space bequem machte. Die Filmkritiker freuen sich zwar, dass Ellen Kuras die Fotografin Lee Miller würdigt, aber musste es unbedingt ein Biopic sein? Der Standard kämpft mit Manu Chao auf Eierschneidern gegen Klimawandel und Neoliberalismus.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.09.2024 Im Spiegel verwahrt sich Joe Chialo gegen Rassismusvorwürfe, besteht auf der Antisemitismusklausel und fordert einen Gedenkort für die Verbrechen des Kolonialismus in Berlin. Die FAZ fragt: Warum bleibt die österreichische Kulturszene angesichts eines drohenden FPÖ-Kanzlers so merkwürdig stumm? In der NZZ erklärt der Politikberater Morten Lisborg, warum Asylbewerber seiner Meinung nach außerhalb der EU untergebracht werden sollten. Die israelische Pager-Attacke auf die Terroristen der Hisbollah widerspricht nicht dem Völkerrecht, meint die SZ.
Bücherschau des Tages
19.09.2024 Wer noch an die Liebe glaubt, lese Elke Schmitters "Alles, was ich über Liebe weiß, steht in diesem Buch", ruft Dlf Kultur. Die FR taucht mit Ernst Cassirer in die "Metaphysik der symbolischen Formen" ein. Die FAZ fühlt sich sehr wohl mit Punk a la Eckhart Nickel. Der Dlf empfiehlt zur Lektüre von Mario Vargas Llosas "Die große Versuchung" kreolische Walzer von Lucha Reyes.
Freitag, 20.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
20.09.2024 Tagesspiegel und taz applaudieren Stéphanie di Giusto, die so diskret vom Leben der bärtigen Französin "Rosalie" im 19. Jahrhundert erzählt. Die Berliner Zeitung lässt sich im Potsdamer Minsk Museum von Noah Davis' gemalten Alltagsszenen verstören. Die SZ erkundet mit Eva-Maria Bertschy am Zürcher Theater in präzisen Miniaturen die Kolonialgeschichte der Schweiz. Und die Welt erliegt der ganzen Wucht von Bob Dylan in 27 Alben mit Aufnahmen aus dem Jahr 1974.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.09.2024 In der Welt spricht der französische Philosoph Raphaël Enthoven über die Extreme in der französischen Politik. Der Guardian entblödet sich nicht, den BDS-Gründer Omar Barghouti eine UN-Resolution gegen Israel zu feiern zu lassen - er sieht sich als Opfer des israelischen Faschismus und kommt ganz ohne Erwähnung der Pogrome des 7. Oktober aus. In der FAZ warnt der Migrationsexperte Gerald Knaus: Wer irreguläre Migration nicht bekämpft, nützt Putin und seinen rechtsradikalen Sprachrohren in der EU.
Bücherschau des Tages
20.09.2024 Die FAZ erfährt von Sally Coulthard alles übers Huhn - von kultischer Verehrung bis zu KFC. Von Yuval Noah Harari lässt sie sich eine kurze Geschichte der Informationsnetzwerke erzählen. Beeindruckt folgt die NZZ dem Osteuropahistoriker Jörg Baberowski, der auf mehr als 1300 Seiten die Geschichte des russischen Zarenreichs entfaltet, um das gegenwärtige Russland zu verstehen. Der Dlf folgt Olga Grjansnowas ganz normaler jüdischer Familie von Berlin nach Gran Canaria. Die FR blickt mit Ulrich Johannes Schneider in Carnegies Bibliotheken. Und die SZ empfiehlt Kinder- und Jugendbücher.
Samstag, 21.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
21.09.2024 Die NZZ hebt ab bei Bayreuth Baroque: Countertenortriller mit nacktem Unterleib und unerhört reich kolorierten Gefühlsausbrüchen. Da kann Jan-Christoph Gockels Frankfurter "Faust"-Inszenierung nicht ganz mithalten. Die FR schwingt die Hufe zur comichaften Tanzmusik von Los Bitchos. Die Filmkritiker begutachten Francis Ford Coppolas selbstfinanziertes Alterswerk "Megalopolis" - für die Welt ein Meisterwerk des Scheiterns. Die taz besucht das das Literaturfestival Meridian Czernowitz. Die NZZ feiert mit Matisse das Glück des Lebens.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.09.2024 In Malis Hauptstadt Bamako kamen am Dienstag bei zwei Angriffen einer Al-Qaida-Terrortruppe siebzig Menschen ums Leben - die NZZ fragt, ob die Sahelzone in Chaos versinkt. In den deutschen Medien wird über "Brandmauer" und "Ausschließeritis" diskutiert, was aber nicht dasselbe ist. Anders als Dirk Oschmann glaubt Lea Streisand in der taz nicht, dass der Westen den Osten erfunden hat - im Gegenteil, er will so wenig wie möglich mit ihm zu tun haben.
Bücherschau des Tages
21.09.2024 Also, das Setting klingt vielleicht ein bisschen konventionell - es um zwei Brüder und ihre Beziehungen zu Frauen -, aber die FAS versichert: Sally Rooneys neuer Roman "Intermezzo" ist große Literatur. Die FR lässt sich von Yaroslav Hrytsak eine "Biografie der Ukraine" erzählen. Obwohl die einst bis zu acht Meter lange Stellersche Seekuh ausgestorben ist, gibt sie in Iida Turpeinens Roman "Das Wesen des Lebens" eine überzeugende Protagonistin ab, findet die FAZ. Die taz erinnert sich mit Wehmut und einem Band der Zeitschrift für Ideengeschichte an die "Suhrkamp-Kultur".
Montag, 23.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
23.09.2024 Waffenlieferungen an die Ukraine sind weiterhin nötig, insistiert der Politikwissenschaftler Jonas Driedger im Tagesspiegel. Aber die FAS notiert auch, wie SPD und CDU vor Sahra Wagenknecht weiche Knie bekommen und lieber nicht über Taurus sprechen. Unterdessen bereitet China zusammen mit Brasilien einen "Friedensplan" vor, der so tut, als hätten Russland und die Ukraine gleichermaßen Anteil am Ausbruch des Kriegs, notiert Richard Herzinger in seinem Blog. Die taz begrüßt einen neuen Player in der deutschen Medienlandschaft: den Döpfner Verlag.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.09.2024 In Calixto Bieitos Inszenierung von Carl Orffs szenischer Kantate "Trionfi" an der Hamburger Staatsoper werden Schwäne gebraten und viel gesoffen - ein Skandal ist das aber nicht, findet die SZ. In der FAZ widerspricht der Literaturagent Matthias Landwehr dem Klett-Cotta-Verleger Tom Kraushaar: Die Buchbranche ist ganz und gar nicht gesund! Außerdem amüsiert sich die FAZ beim Pariser Festival für ungewöhnliche Filme. Die taz besucht die 84-jährige Jazzmusikerin Rosemarie Förster.
Bücherschau des Tages
23.09.2024 Die NZZ fordert den Nobelpreis für Mircea Cartarescu und seinen neuen Roman über den äthiopischen Kaiser "Theodoros". Die FAZ freut sich über neue Kinderbücher: Bei Julie Völk verwandelt sich ein kleines Mädchen aus Protest in einen Elefanten. Rachel van Kooij erzählt in "Niemand so wie ich?" die Geschichte der intersexuellen Niki. Die FR hebt mit dem Roman "Frankfurt - Paris - Frankfurt" aus dem Nachlass von Peter Kurzeck einen literarischen Schatz. Die SZ liest bei Adrian Geiges von der "unheiligen Allianz" zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping - und deren Verbündeten im Westen.
Dienstag, 24.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
24.09.2024 Die taz begreift in Wiesbaden die Literatur in den Werken der Fluxus-Künstlerin Alison Knowles. Die SZ erfährt von der israelischen Hip-Hop-Sängerin Noga Erez, wie der Krieg in ihrer Musik alles Verspielte zersplittert. Auf Backstage Classical ruft die ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv ihrem Land zu: Tschaikowsky kann nichts für Putins Gewaltorgien. Und in Frankfurt versucht Jens-Daniel Herzog einen wenig martialischen Kleist auf die Bühne zu bringen, freut sich die FR.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.09.2024 Nach den Wahlen in Brandenburg herrscht bei vielen Autoren Katzenjammer. Daniel Schulz erzählt in der taz, wie dominerend die rechtsextreme Kultur in den Neuen Ländern jetzt schon ist: "Die AfD wird in keinem ostdeutschen Bundesland mitregieren. Aber die Angst vor ihr regiert bereits." In mehreren Texten wird geraten, sich nicht von der AfD treiben zu lassen, so auch von Svenja Flaßpöhler in der Welt. Im NDR rät der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk von Koalitionen mit dem BSW ab. In der Welt schildert Adam Krzeminski die polnische Angst vor Deutschlands Ukraine-Politik.
Magazinrundschau
24.09.2024 2045 - dann verschmelzen unsere neuronalen Netzwerke mit denen der Maschinen und wir werden unsterblich, lernt New Republic von KI-Pionier Ray Kurzweil. Inzwischen streben China und Russland eine Feudalisierung der Welt an, warnt Desk Russie. Der Guardian berichtet über die illegalen Geschäfte des französischen Baukonzerns Lafarge mit dem IS. Der New Yorker blickt mit dem italienischen Priester Luigi Ciotti und der Mafia in ein Glas Säure.
Bücherschau des Tages
24.09.2024 SZ und Dlf Kultur widmen sich mit Timothy Snyder der Frage: Was ist Freiheit? Die NZZ erfährt von der Philosophin Svenja Flasspöhler, wie man richtig streitet - Habermas ist auch mit dabei. Die FAZ lässt sich von Robert Probst in die Rezeptionsgeschichte der afrikanischen Kunst einführen. Die SZ reist mit Navid Kermani und seinem neuen Buch "In die andere Richtung jetzt" nach Ostafrika. Dlf Kultur verliebt sich in Elke Schmitters neuem Roman in die Liebe.
Mittwoch, 25.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
25.09.2024 Die FR erliegt in Potsdam dem farbkrachenden Frühwerk von Maurice Vlaminck. Der Tagesspiegel macht es sich derweil auf der Biennale in Lyon zwischen Gürteltieren mit Hundekopf gemütlich. Die Welt kann sich in Hamburg wieder mit Carl Orff anfreunden, wenn Calixto Bieito ihn als Tanztheater der Geschlechterkämpfe inszeniert. Im Tagesspiegel denkt Hengameh Yaghoobifarah über queere Literatur nach. Die Feuilletons gratulieren Michael Douglas, dem Trüffelschwein für Stoffe, zum Achtzigsten.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.09.2024 Was dem AfD-Mann ein "Spaziergang" zum Haus eines Ministerpräsidenten ist, ist dem Pro-Palästina-Aktivisten das Beschmieren des Wohnhauses eines Kulturpolitikers, hält Michel Friedman in der Welt fest. Der Guardian nimmt den industriellen Komplex der Sexualdelikte aufs Korn, all die kleinen Helferlein, die Vergewaltiger wie Al Fayed oder Sean Combs schützen. In der FAZ macht der Literaturwissenschaftler Marcel Matthies Edward Said für den Antisemitismus vieler Israelkritiker verantwortlich. Im Tagesspiegel hofft der israelische Ex-Geheimdienstchef Ami Ajalon auf Druck von außen, damit Netanjahu endlich verhandelt.
Bücherschau des Tages
25.09.2024 Als bisher besten Roman von Sally Rooney preist die SZ "Intermezzo", schon weil die Irin ihre Figuren wie auf einem Schachbrett virtuos hin- und herschiebt. Außerdem amüsiert sie sich prächtig, wenn Manfred Krug in seinen Tagebüchern auf den Tatort schimpft. Die FAZ sinniert mit der amerikanischen Lyrikerin Edna St. Vincent Millay über Lebensskepsis, Tod und Apfelbäume und staunt einmal mehr über den "Koeppen-Sound" von Christoph Peters. Und die FR reist mit Reportagen von Gabriele Tergit im Schnellzug nach Haifa.
Donnerstag, 26.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
26.09.2024 Zum Hundertsten von Siegfried Unseld erinnert sich Jürgen Habermas in der Zeit an einen Verleger und Freund, der wochenlang darüber nachdenken konnte, ob sich Max Frisch über einen kostbaren Teppich freuen würde. Ebenfalls in der Zeit erklärt der Lyriker Michael Lentz die Unverständlichkeit von Herbert Grönemeyers Texten: Es ist ein Morsecode. Monopol bewundert im dänischen Humblebaek Franz Gertschs monumentalen Pestwurz. Und die FR überlegt mit Alexandre Ajas Horror-Kammerspiel "Never let go", ob es die Monster im Wald wirklich gibt.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.09.2024 Die Zeit findet viele Gemeinsamkeiten bei AfD und BSW - nicht zuletzt in ihrer Ablehnung einer europäischen Integration. Kürzungen in der Kultur sind immer bitter, andererseits: welche Existenzberechtigung haben Theater ohne Publikum, fragt die SZ. Wie auch immer der israelische Angriff im Libanon ausgeht, die Hisbollah wird in jedem Fall gewinnen, fürchtet der libanesische Redakteur Anthony Samrani in der FAZ. Vielleicht können aber wenigstens die vom Hisbollah-Beschuss vertriebenen 60.000 bis 80.000 Israelis nach Hause zurückkehren, meint der israelische Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold. Die FAZ stellt außerdem eine Studie aus NRW vor, die bei knapp einem Viertel der Befragten antisemitische Einstellungen feststellt.
Bücherschau des Tages
26.09.2024 Die NZZ begleitet die 19-jährige Salondame und Schriftstellerin Leonie d'Aunet 1839 in die Arktis. Dlf Kultur reist mit Aldous Huxley in den 1920ern durch Italien. Die FAZ lässt sich von Hengameh Yaghoobifarahs "Schwindel" in das Begehren von "demm" und "dey" einweisen. Die taz taucht mit "Plasmatropfen" in das surreale Universum von Joshua Groß.
Freitag, 27.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
27.09.2024 Die taz verheddert sich in den 300 Kilometern an blutroten Schnüren, die die Künstlerin Chiharu Shiota in den Stollen des KZs Ebensee aufgehängt hat. Mit Library Music von Peter Thomas begibt sich die taz auf eine Noise-Forschungsreise. Krieg wird weder besser, wenn Frauen ihn führen, noch, wenn er ästhetisiert wird, gibt die FAZ Jeanine Tesori mit auf den Weg, die mit ihrer Oper "Grounded" die Saison an der Met eröffnet hat. Standard und Zeit Online tänzeln bestens schlecht gelaunt mit The Cure durch den Herbstnebel.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.09.2024 Noch nicht ganz Weimarer Republik, aber schon nicht mehr die gute alte Bundesrepublik. Die Zeitungen fragen, was da eigentlich im Thüringer Landtag los war. Mitten in der Krise der Grünen legt Cem Özdemir in der FAZ einen richtungweisenden Artikel zu Migrationspolitik vor. Peter Truschner stellt im Standard die Frage: Warum wählen die Leute rechtsextreme Klimaleugnerparteien, während sie gerade zu Opfern einer Überschwemmung werden? Die fraktionsübergreifende Bundestagsresolution zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland kommt wohl nicht zustande, so Zeit online.
Bücherschau des Tages
27.09.2024 Die FAZ überlegt mit Wolfgang Ullrich, wo die Kunst hinführt, wenn sie nur noch auf Identifikation und Empowerment setzt. Mit Ulrich Pfisterer sinniert sie über das Menschliche der Alraune. Die NZZ ermittelt mit dem Historiker Michael Sommer in der „Mordsache Caesar“. Die SZ notiert mit Thomas Köck, was sich in Sachen Rechtspopulismus seit 2023 in Deutschland und Österreich ereignete. Dlf Kultur zündet mit Mircea Cartarescus „Theodoros“ ein barockes Romanfeuerwerk. Und der Dlf denkt mit Daniel Kehlmann über Leo Perutz nach.
Samstag, 28.09.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
28.09.2024 In der FAZ denkt Maria Stepanova über ihren Versuch nach, die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zu rekonstruieren - und über Putin. Die FR bewundert die Arbeiten der Fotokünstlerin Akosua Viktoria Adu-Sanyah in Frankfurt. Der Tagesspiegel stellt die myanmarische Punkband The Rebel Riot vor. Kirill Serebrennikov inszeniert Verdis "Don Carlo" in Wien als protestgebeutelten Familienzwist, so die FAZ. Auch der Standard berichtet. Und: Maggie Smith ist gestorben. Erste Nachrufe auf eine Ikone, der nur die Queen das Wasser reichen konnte, in NZZ und Guardian.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.09.2024 Rechnet man alle Stimmen für radikale Parteien in den letzten Landtagswahlen zusammen, ergibt sich eine "deprimierend hohe Zustimmung zum Extremismus", konstatiert Ilko-Sascha Kowalczuk bei t-online.de. Auch heute arbeiten sich die Medien an den Erfolgen von AfD und BSW ab. In Österreich droht morgen der Triumph der FPÖ: Thomas Glavinic gibt in der Welt der Mitte dafür eine gehörige Mitschuld. Der Spiegel bringt eine große Recherche zur Berliner Zeitung - die zu einem Abgrund der Verschwörungstheorien geworden ist. Die FAS kritisiert Ta-Nehisi Coates' antiisraelische Komplexitätsreduktion.
Bücherschau des Tages
28.09.2024 Die Kritiker von FAZ, SZ, Dlf und Dlf Kultur staunen bei der Lektüre von hundert Briefen Siegfried Unselds, wie mühelos der Suhrkampverleger Geist, Geld und Macht zusammendenken konnte. Die FAS durchlebt mit Amir Tibons "Die Tore von Gaza" den 7. Oktober im Kibbuz Nahal Oz. Die NZZ lässt sich von Wassili Grossman auf eine "Armenische Reise" mitnehmen. Die SZ bewundert die strikte Formanalyse der Grönemeyer-Lieder durch Michael Lentz. Die taz erfreut sich an Robin Däutels und Astrid Scheibs "0%-Methode", erfolglos zu bleiben.
Montag, 30.09.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
30.09.2024 Erstaunlich gefühlvoll lesen sich die Nachrufe vieler Zeitungen auf Hassan Nasrallah. Für die taz ist aber auch klar: Israel hat die Hisbollah erheblich geschwächt. Das sollten vor allem die Kritiker Israels im Westen zur Kenntnis nehmen, findet die FAZ. Warum keine Antisemitismusklausel, das wäre nicht die erste Bedingung, die der Staat an Kunstförderung knüpft, fragt der UdK-Student Klemens Elias Braun in der Welt. Die Zeit beleuchtet das fatale Missverhältnis zwischen europäischer Rechtsprechung in der Asylpolitik und den Reaktionen der Nationalstaaten. Und nun auch in Österreich: Die FPÖ liegt vorn.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.09.2024 Albert Serras Stierkampf-Doku "Tardes de Solidad" hat beim Filmfestival San Sebastiàn gewonnen: Die taz sieht hier sowohl den Heroismus des Torrero als auch das Leid des Stiers. Die FAZ taucht bei Eva-Maria Höckmayrs Dresdner Inszenierung der Faust-Oper "Mefistofele" ab in Arigo Boitos von "düsterer Glut" durchdrungene Musik. Die FAZ trauert in der Berliner Berkéwicz-Villa der einstigen Größe des Hauses Unseld nach. Und: Kris Kristofferson ist tot.
Bücherschau des Tages
30.09.2024 Die SZ nimmt mit Johannes Tuchels Buch über den 20. Juli 1944 in Berlin, den "Bendlerblock" in den Blick, der eine Schlüsselrolle für die Verschwörer um Oberst Graf von Stauffenberg spielte. Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke wird ihr vor Augen geführt, wie "Putins Gift" die europäischen Demokratien bedroht. Die NZZ staunt in Jeremy Eichlers "Das Echo der Zeit" darüber, wie Musik die Gräuel des Krieges verarbeitet. Dlf unternimmt mit dem Ökonomen Branko Milanovic einen Streifzug durch die Geistesgeschichte der Ungleichheit.