Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 11.37 Uhr
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
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Perlentaucher-Fakten

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Perlentaucher Archiv

Sortiert nach Datum | Rubriken

Samstag, 01.11.2008

Heute in den Feuilletons

Mal sehen, was wird

01.11.2008 In der NZZ spricht Büchnerpreisträger Josef Winkler über die Schwierigkeit, heimliche Mächte zu zertrümmern. Die taz porträtiert den flamboyanten türkischen Starautor Murathan Mungan. Die FR beklagt die heitere Lethargie in Berlins Szenevierteln. Die Welt erinnert an den Novemberpogrom von 1938. In der FAZ erzählt Frank Schirrmacher aus seinem Leben als Truthahn.

Bücherschau des Tages

Mollmelodien

01.11.2008 Die FAZ erliegt der Melancholie, Vergeblichkeit und Sehnsuchtsschwere in den Gedichten von Mirko Bonne. Die FR versinkt in Stefan Kleins Schaffensgeschichte Leonardo da Vincis. Die taz lernt in Tobias Moorstedts Buch "Jeffersons Erben" einiges über den surfenden Citoyen. Und mit Volker Brauns Held Meister Flick wandert sie durch das ökologisch aufgemotzte Bitterfeld.

Montag, 03.11.2008

Heute in den Feuilletons

Vorkommnisse gab es heuer keine

03.11.2008 "Ritter Dene Voss" am Deutschen Theater haben's auch nicht rausgerissen. Die Welt ist enttäuscht über den Beginn der Theatersaison in Berlin. In der Welt Online erklärt Bettina Röhl die Politik der Haarfarben in Bernd Eichingers RAF-Film. Die Berliner Zeitung analysiert Barack Obamas Wahlkampf als ein perfektes Beispiel für modernes Branding. Im Guardian schreibt Don de Lillo über seine Liebe zum Kino.

Bücherschau des Tages

Baustelle Mensch

03.11.2008 Alles über kosmetische Chirurgie und Body-Management lernt die FAZ in dem Band "Schön normal". In der Sammlung "Wie weiter mit...?" lernt sie, wie gegenwartsfähig Marx, Freud und Adorno sind. Einen Karl-May-Moment erlebt die SZ mit Gerhard Seyfrieds Roman über den Boxeraufstand "Gelber Wind". Die taz erkennt in Alice Cooper den Ahasver des "Rock'n'Roll".

Medienticker-Archiv

Unbegreiflich ...

03.11.2008 ... warum die Welt so überrascht ist: Enzensberger über die Finanzkrise - Wer zahlt eigentlich, wenn das Geld arbeitet? - Kommerzielle Publizistik bedient die gesellschaftlichen Moralvorstellungen - Hohelied der Verzweiflung: T. S. Eliots Weltgedicht - Henryk M. Broders gefährlicher Tanz mit der Toleranz - Die Eule der Minerva + Hunter S. Thompson: Durchgedreht und zugedröhnt.

Dienstag, 04.11.2008

Magazinrundschau

Mein Blick in das Nichts

04.11.2008 Umberto Eco kann sich im Espresso sehr gut italienische Selbstmordattentäter vorstellen. In der Huffington Post fordert Studs Terkel kurz vor seinem Tod: mehr Re-gu-lie-rung! Der Spectator stellt die Poly Gruppe vor, ein Unternehmen der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Der Observator Cultural bringt ein Dossier zu dem Schriftsteller Mircea Nedelciu. Die New York Times proträtiert Lauren Zalaznick, die Fernsehen für Bescheidwisser macht. In der New York Review of Books erklärt Zadie Smith das Ende des lyrischen Realismus.

Heute in den Feuilletons

Nur Gebetsbücher mit Litaneien

04.11.2008 Elf weltbekannte Autoren, darunter J.M. Coetzee, Salman Rushdie, Jorge Semprun, Gabriel Garcia Marquez bekennen in Le Monde ihre Solidarität mit Milan Kundera. Auch Richard Wagner kommentiert die Kundera-Affäre in der Achse des Guten: "Besser wäre es, er würde reden." In der FAZ kritisiert die chinesische Dissidentin Qinglian He den chinesischen Onlinedienst der Deutschen Welle. In der Welt erinnert Wolf Lepenies an den amerikanischen Publizisten Randolph Bourne.

Bücherschau des Tages

Strudel und Wirbel

04.11.2008 Hellauf begeistert ist die NZZ von Eliot Weinbergers poetischen Essays "Das Wesentliche", die sie lehren, die Welt zu hinterfragen. Als neues Standardwerk lobt sie das Foucault-Handbuch. Die FAZ liest Amy Blooms offenbar recht wilde Geschichte "Die unglaubliche Reise der Lillian Leyb".

Medienticker-Archiv

Cha Cha Dada

04.11.2008 Bla-Bla-Blogger gegen Goliath - Niklas Luhmann: Das Internet ist kein Massenmedium - Medialisierungsfalle: Zerstückelung unserer Wissenskultur - c't: Die Bibel der Nerds - Schrift ist Gift - Grosse Worte und Miniaturen - Thomas Bernhards Theaterskandal in der Alpenrepublik vor 20 Jahren - Buchexistenzen in Krimis und Zuschauerräumen - Paradies, irisch: Vom Idyll zum Albtraum + The Oval Office wird neu besetzt.

Dokumentation

Solidarität mit Milan Kundera

04.11.2008 Eine Solidaritätserklärung für Milan Kundera, unterzeichnet unter anderem von J.M. Coetzee, Gabriel Garcia Marquez, Nadine Gordimer, Salman Rushdie, Jorge Semprun.

Post aus Madrid

Trost spenden und präsent sein

04.11.2008 In Spanien hat sich die Zahl der protestantischen Christen in 30 Jahren beinahe verhundertfacht. Anhänger finden die Kirchen vor allem unter den Gitanos.

Mittwoch, 05.11.2008

Heute in den Feuilletons

Our climb will be steep

05.11.2008 Yes, he could. Wir verlinken auf seine Rede. Das alte Europa beschäftigt sich indes noch mit der übrigen Aktualität. In der FR leiht sich Ulrich Beck einen Begriff von Josef Ackermann. Die Welt besucht Luhmanns Bielefeld. Die Kundera-Affäre ist den meisten Feuilletons trotz der kollektiven Nobelpreisträgersolidarisierung zumeist kein Wort wert. Nur der Tagesspiegel fordert die objektive Wahrheit. Und in Deutschlandradio hält Jiri Grusa das Polizeidokument für echt - und er glaubt Kundera doch.

Bücherschau des Tages

Handgreiflicher Ansporn

05.11.2008 Die FAZ huldigt einem editorischen Großprojekt, das dem kollektiven Gedächtnis gehörig auf die Sprünge verhelfen sollte: Der von Julius Schoeps herausgegeben Bibliothek Verbrannter Bücher. Dem Begleitband entnimmt sie übrigens, dass der Anstoß zu den Bücherverbrennungen aus der Mitte der Universitäten kam. Die SZ findet lobende Worte für Peter Longerichs Himmler-Biografie.

Bücherbrief

Kritiker im Handgemenge

05.11.2008 Romane über Islamisten und die Wirklichkeit eines polnischen Dorfes, eine Hundenovelle, eine Wedekind-Biografie, George Soros' Erklärung der Finanzkrise, ein Bericht über den Terror in Moskau 1937 und ein Streit um den Gottesbeweis des Anselm von Canterbury - dies alles und mehr in den Büchern des Novembers.

Link des Tages

Die Kundera-Affäre - ein Dossier

05.11.2008 Die Debatte um Milan Kundera. Wir fassen hier alle Beiträge im Perlentaucher und Links zu anderen Medien zusammen. Zuletzt aktualisiert am 10. Dezember.

Medienticker-Archiv

Web als Partyzone

05.11.2008 The Oval Office ist neu besetzt - "W.": Der letzte filmische Arschtritt gen Bush - Unsere Antwort auf Obama - Marat-Hartz IV: Reden, wenigstens das! - Corine 2008: Meisterschaft der Gedankenwelt - Sarkozy: Der französische Berlusconi? - Bernard-Henri Levy: Der antitotalitäre Aufklärer - Sind es "Schweine"? Patrick Bahners Demokratieverständnis - Phrasendreschen in der Krise: Der Chor der Schwafelmänner.

Im Kino

Erinnerung, sprich

05.11.2008 Ein reales Ich - der israelische Regisseur Ari Folman - macht sich in "Waltz With Bashir" auf die Suche nach realen Verbrechen, an denen er beteiligt war. Und landet per V-Effekt in einem animierten Dokumentarfilm. Peter Ott porträtiert die Hamburger Punk- und Postpunk-Band "Die Goldenen Zitronen" mit viel, aber nie zu viel Respekt. Was passt.

Donnerstag, 06.11.2008

Heute in den Feuilletons

Jetzt bloß keine negro spirituals singen

06.11.2008 Wir verlinken dank Berliner Zeitung auf die ersten HipHop-Songs zum welthistorischen Ereignis, auf das in der FR außerdem eine Reihe bekannter Schriftsteller von Ariel Dorfman bis Tariq Ali reagiert. Der taz wird schon ungemütlich: Sie verabschiedet den Hedonismus. In der Zeit stellt Jürgen Habermas die neoliberale Agenda nun endgültig zur Disposition.

Bücherschau des Tages

Heftige Berührung von Ich und Welt

06.11.2008 Die SZ würde nach Ivan Vladislavics Johannesburg-Porträt "Insel aus Zufall" am liebsten die Koffer packen. Enthusiastisch preist sie auch Robert Neumanns Nachkriegsroman "Die Kinder von Wien". Die NZZ empfiehlt Milton Hatoums großen Roman "Asche vom Amazonas". Die Zeit folgt staunend dem schwermütigen Reisenden W.G. Sebald durch seine Gedichte und "Über das Land und das Wasser". Lob geht auch an Volker Schlöndorffs Erinnerungen "Licht, Schatten und Bewegung".

Medienticker-Archiv

Ni Historia: Novo lice Amerike

06.11.2008 Obama-mia medial global - Swamp Blues: Zur parareligiösen Hoffnung der Demokraten aller Parteien - Wer ist der bessere Anti-Antisemit? - Charles Lewinsky: Die Kunst des Unsagbaren - Läufer mit der Zeit: Michael Crichton gestorben - Yahoo biedert sich Microsoft an: Google-Zusammenarbeit gestoppt - E-Books: Branchenparlament tagt in Frankfurt - E-Commerce: Verleger suchen europäische Antwort + Immer wieder Liebeslieder.

Freitag, 07.11.2008

Heute in den Feuilletons

Zentrale Gründe der Abwärtsbewegung

07.11.2008 In der Welt feiern Gäste der American Academy das nunmehr angebrochene postrassistische Zeitalter. Die NZZ befürchtet in den nächsten zwei Jahren ein Gemetzel unter den westlichen Medien. In der SZ schimpft Robert Menasse, wie das eben so Sitte ist in Österreich, auf Österreich. Le Monde hat in Prag mit Protagonisten der Kundera-Affäre gesprochen.

Bücherschau des Tages

Agenda 1517

07.11.2008 Die FAZ bewundert Georges-Arthur Goldschmidt nun auch für seine Essays "Die Faust im Mund". Berührt ist sie von Jacek Dehnels Hommage an seine Großmutter "Lala". Die SZ kann Ralph Bollmanns gut gelaunten Band über den deutschen Mythos "Reform" sehr empfehlen. Begeistert ist sie von Marcus Herrenbergers Geschichte "Jahrhundert einer Ratte".

Medienticker-Archiv

Primetime ist Internet-Time

07.11.2008 Blogs und Stream statt Glotze - Verborgene Potentiale in der Mediennutzung? - Online-Medien kommen künftig unter die Lupe - Journalismus in doppelter Gefahr - Anzeigenkrise: Holzhausen wird zur Geisterstadt - Spitzel wie wir: Die Stasi und die Medien - Henrik M. Broder über die richtige Sprache des Gedenkens - Wolfram Schütte über Milan Kundera, Elke Heidenreich und Jorge Semprun + Gedanken steuern PCs.

Samstag, 08.11.2008

Heute in den Feuilletons

Das Wienerische, Vorstadtordinäre daran

08.11.2008 Vor neunzig Jahren war Revolution. Heinrich August Winkler würdigt in der Welt die Sozialdemokraten, die unter schwierigsten Bedingungen versuchten, eine Demokratie aufzubauen. Hans-Ulrich Wehler tut das gleiche im Tagesspiegel. Obama macht keine Revolution, aber er ist eine, meint der amerikanische Autor David Alarcon in der taz. Er ist keine, und er macht auch keine , meint dagegen der konservative schwarze Publizist Shelby Steele in der Welt.

Bücherschau des Tages

Beschreibungen des Vogelturmwärterinnenlebens

08.11.2008 Die NZZ entdeckt zwei russische Autoren: Sergej Dowlatow und Anatol von Steiger. SZ und taz besprechen Moshe Zimmermanns Band "Deutsche gegen Deutsche", der die Geschichte der deutschen Juden von 1938 bis 1945 erzählt und damit erstaunlicherweise Pionierarbeit leistet. Die taz bespricht aus gegebenem Anlass eine Neuausgabe von Döblins monumentalem Roman über die Novemberrevolution.

Montag, 10.11.2008

Heute in den Feuilletons

Total gemorphte Person

10.11.2008 Respekt antwortet den Literaturnobelpreisträgern, die Milan Kundera zur Seite eilten: Und was ist mit der historischen Wahrheit?  Die Welt resümiert Forschungen der Filmwissenschaft: Die meisten Dokumentaraufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg sind keine. Außerdem fordert Adam Krzeminski einen deutsch-polnischen Gedenktag. In der NZZ erklärt Manthia Diawara, wie Afrika aus zwei halben ein ganzes Kino machen sollte. Die FR hat aus Mario Vargas-Llosas Freiheitsrede Einsichten über die Finanzkrise gewonnen.

Bücherschau des Tages

Blick ins kollektive Überbewusste

10.11.2008 Die SZ empfiehlt dringendst Kai Weyands Roman zur Schulmisere "Schieder eröffnet spanisch". Große Achtung zollt sie der Edition von Else Lasker-Schülers Briefen aus dem Exil. Die FAZ hält bewundernd den Prachtband "Vanity Fair Portraits" auf den Knien und lobt den Band "Ich Tarzan" über Menschenaffen in Kino und Wissenschaft.

Medienticker-Archiv

Nach der Langeweile

10.11.2008 Dietmar Dath und sein Mysterienspiel - Wie sich Harry Rowohlt beinahe in Urban Priol verwandelt hat - Die deutsche (Medien-)Kultur ist keine Diskurs-Kultur - Change: Was sonst? Change.gov online - Paragraph 43: im Zweifelsfall ist Mitgefühl anzuwenden - Die letzte Nacht des George Dabbeljuh - Doktor Faustus mit Pop: Pakt mit dem Teufel - Löte und schreibe - Oasis: Popstars der kleinen Leute - Mama Afrika, Miriam Makeba ist tot.

Dienstag, 11.11.2008

Magazinrundschau

Zufällig schwarz

11.11.2008 Wer wird Indiens Obama sein, fragt Outlook. Der New Yorker beschreibt das komplizierte Verhältnis der schwarzen Bürgerrechtler zu Obama. Der Guardian staunt über das explosive Gemisch von Neurosen in der Familie Wittgenstein. Tygodnik Powszechny blickt den polnischen Juden der Zwischenkriegszeit in die Augen. Al Ahram stellt ein Onlineprojekt der Bibliotheca Alexandrina zur Geschichte Ägyptens vor. In Radar setzt Rodrigo Fresan die Besteller auf die Anklagebank. Vanity Fair blickt ins Innere des derzeit vielleicht erfolgreichsten Nachrichtenunternehmens der Welt: Bloomberg.

Heute in den Feuilletons

Revival der Hausfrau?

11.11.2008 In der taz freut sich Kishore Mahbubani auf ein Ende der Dominanz des Westens. In der Welt macht Jeffrey Eugenides einen Übersetzungsvorschlag für das Wort "post-racial". Respekt weist nach, dass Milan Kundera entgegen seiner Behauptung die meisten Protagonisten der Verratsaffäre aus dem Jahr 1950 kannte. In der SZ warnt Richard Sennett vor der Herablassung der Soziologen. Die FAZ bringt die Antwort der Mode auf die Krise: Plateausohlen.

Bücherschau des Tages

Die Journullisten vom Pfuilleton

11.11.2008 Die SZ genießt die von Zorn befeuerte und mit gewollten Grobheiten gespickte Sauwaldprosa des Uwe Dick. Die FAZ bewundert Carlos Fuentes und seinen neuen Roman "Alle glücklichen Familien". Die NZZ wirft mit Ismail Kadares Erzählungen "Der Raub des königlichen Schlafes" einen sehr genauen Blick zurück auf den albanischen Realsozialismus. Und die FR liest die Briefe der DDR-Bestsellerautorin Elfriede Brüning.

Medienticker-Archiv

Das Gespenst lebt

11.11.2008 Karl Marx ist wieder da - Rastlos, ratlos, ausgewogen: Wolfram Schütte über Norbert Niemann und Uwe Tellkamp - Thomas Rothschild kratzt am Image von Amos Oz - "Wohlgesinnten" kein Jahrhundertbuch - Nach den Islamisten kommen die Ökoterroristen - Das Ende des Journalismus: Quod erat demonstrandum! - Kinofilme auf YouTube? + Zentralrat vs. FAZ: "Völlig untragbar".

Mittwoch, 12.11.2008

Heute in den Feuilletons

Cayenne, Dreyfus, Chauvinismus

12.11.2008 Nun stellt sich heraus: Marx' "Kapital" ist ein Kunstwerk, zumindest in der Verfilmung von Alexander Kluge, finden SZ und taz. Die Welt findet, dass die Nobelpreisträger durch ihren "Blankoscheck" für Kundera eine Debatte über den Stalinismus in Osteuropa verhindern. In der FAZ zeigt sich Jürgen Dollase entsetzt über Ferran Adria, der meint, dass er für dasselbe Geld auch keine besseren Hamburger machen kann als McDonald's.

Bücherschau des Tages

Hohelied des Scheiterns

12.11.2008 Alles über Bachmann, Bernhard und misslingende Liebe erfährt die begeisterte NZZ in Margit Schreiners Essays "Schreibt Thomas Bernhard Frauenliteratur?". Großartig findet sie auch Zora del Buonos Debüt "Canitz' Verlagen". Sehr beeindruckt ist die SZ von Slavenka Drakulics Buch über die - selbst erlebte - Güte "Leben spenden". Fasziniert ist sie von Thomas Meyers Panorama der modernen jüdischen Philosophie "Vom Ende der Emanzipation".

Medienticker-Archiv

Von Möpsen und Läusen

12.11.2008 Online-Durchsuchung: Autistisches Voodoo auf dem WWW-Weg - Blog is back: Sechsmal um den Blog - Goooorakel: Fragen an eine Suchmaschine - Jede 12,5-millionste Spam-Mail ist erfolgreich - Zahl der lieferbaren Bücher erreicht Rekord - Der Direktor und Diktator: Hans Werner Richter zum 100. - Das Absurde interessiert ihn nicht: Loriot alias Vicco von Bülow zum 85. + Jazzfest 2008: amüsant, cool, albern.

Im Kino

Nicht-Entheiratungs-Komödie

12.11.2008 Hochkarätig besetzt - mit Uma Thurman, Colin Firth, Sam Shepard und Isabella Rossellini - ist die Screwball-Komödie "Zufällig verheiratet", in der es um eine Ehe geht, die mehr hält als sie verspricht. Die Musik-Doku "Screaming Masterpiece" entführt nach Island, ins Land von Björk und des hochmusikalischen Hoch-Goden Hilmar Örn Hilmarsson, und alles, was sie zeigt, ist interessant.

Donnerstag, 13.11.2008

Heute in den Feuilletons

Ich verzichte auf Brot

13.11.2008 Verrat oder Tragödie? In der FR versucht György Dalos eine Rekonstruktion der Ereignisse in Prag 1950, die zur Inhaftierung Mirolsav Dvoraceks führten. In salon.eu.sk antwortet Martin Simecka auf die elf Großautoren, die Kundera verteidigten. In der Zeit brandmarkt Alena Wagnerova die Medienhinrichtung Kunderas (wie wir leider zu spät bemerkt haben). Online fordert Milena Oda: Kundera soll sprechen. In der Printausgabe In der taz kritisiert Alain Badiou den Kapitalismus. Die FAZ hat schon die Antwort auf die Krise: Meidet Mangos!

Bücherschau des Tages

Machtschattengewächs

13.11.2008 Als höchst amüsant und lehrreich kann die Zeit Neil Shubins Evolutionsgeschichte "Der Fisch in uns" empfehlen. Großartig unpapieren findet die SZ Roddy Doyles Roman über die pichelnde Putzfrau "Paula Spencer". Bestnoten vergibt sie auch an die anspruchsvolle Edition von Per Kirkebys Gedichten "Liniertes Papier". Die FAZ lobt Pierre Michons dithyrambischen Essay "Rimbaud der Sohn".

Medienticker-Archiv

Das freie Wort ...

13.11.2008 ... und die gesetzlose Gewalt: Saviano und Rushdie reisen nach Stockholm - Trendforscher Matthias Horx über die Zukunft des Buches - Die Zukunft des Web liegt in seiner Blockade! - US-Zeitungen: Schmerzhafte Trennung vom Papier - Nationale Initiative Printmedien: perfekte Demokratieförderung? - Roger Schawinski über die Trash-Invasion aus Deutschland + Fingierte New York Times.

Freitag, 14.11.2008

Heute in den Feuilletons

Auf Comics fixiert wie ein Entenküken

14.11.2008 In der FR erklärt der Booker-Preisträger Aravind Adiga, warum er höchstwahrscheinlich niemals nach Deutschland kommen wird. In der NZZ spricht Art Spiegelman über sein "Porträt des Künstlers als junger %@)*!" In der taz bekennt Campino seinen Konservativismus. Die Welt staunt über den Erfolg von "World of Warcraft". Die SZ staunt über die Türken, die sich mit einer Schlaftablette in Wallung bringen.

Bücherschau des Tages

Unzüchtige Sängerinnen, unbehaarte Menschen

14.11.2008 Keine Magie, sondern viel Realismus findet die FAZ in Gabriel Garcia Marquez' Reportagenband "Dornröschens Flugzeug". Mit Jörg Schwarz' Buch "Stadtluft macht frei" lernt sie, die Freizügigkeit mittelalterlicher Städte zu genießen. Die FR lauscht dem Sound der Jimi-Hendrix-Biografie von Klaus Theweleit und Rainer Höltschl. Und die SZ schwelgt in einer Monografie zu Luchino Visconti.

Medienticker-Archiv

Der Mann vom Mars

14.11.2008 Paulo Coelhos Seance in italienischen Desingermöbeln - Medienkrise: Blog nach Gutsherrenart - Schau-schau, die Münchner Bücherschau - Online-Leser lieben geklaute Texte - Face-Magazin: Redaktion sagt sich los - BKA-Gesetz: Schritt zu einem deutschen FBI und zum Präventionsstaat + Writers in Prison: Weltweit werden 1.000 Autoren verfolgt.

Samstag, 15.11.2008

Heute in den Feuilletons

Homo Faber, das bist du!

15.11.2008 Die NZZ duftet heute nach Tabak. Nicht Habgier ist der Motor des Kapitalismus, sondern Geiz, erklärt Wolfgang Sofsky in der Welt. Die taz liest eine wahnsinnig schräge Gebrauchsanweisung für Indien. Die FR taucht ab in die Büros von Manhattan. Die FAZ wandert durchs krisengeschüttelte New York. Die SZ begutachtet Parallelgesellschaften im akademischen Betrieb.

Bücherschau des Tages

Das Prinzip der Akkumulation

15.11.2008 Höchsten Lesegenuss verspricht die taz mit Brock Clarkes "Leitfaden zum Abfackeln von Schriftstellerresidenzen". Es geht um einen Mann, der als Kind aus Versehen das Haus von Emily Dickinson in Brand gesetzt hat. Die FAZ lauscht betört den Briefen der Madame Pompadour und begibt sich mit Tomas Gonzalez in das Medellin der siebziger Jahre. Auch Hugo Hamiltons neuen Roman "Legenden" kann sie sehr empfehlen. Die SZ stürzt sich in die Varusschlacht.

Montag, 17.11.2008

Heute in den Feuilletons

Das hängende Handgelenk

17.11.2008 In der Welt sagt Michail Chodorkowsky einen weltweiten Linksruck an. In der FR beklagt Niall Ferguson das Grausame am Wahlsieg Obamas. Für die SZ hat Stewart O'Nan einen kleinen Nachruf auf die amerikanische Industrie geschrieben.

Bücherschau des Tages

Hartes Licht

17.11.2008 Beeindruckt, erschüttert und gespannt liest die FAZ den Briefwechsel zwischen den beiden Hyperkritikern Theodor Adorno und Siegfried Kracauer. Sehr erhellend findet sie auch Claudia Schulz' Armutsbericht aus Wilhelmsburg "Ausgegrenzt und abgefunden". Als ein Juwel der Weimarer Klassik preist die SZ den Bericht der Hofdame Louise von Göchhausen von ihrer Italienreise mit Herzogin Anna Amalia "Es sind vortreffliche italienische Sachen daselbst".

Medienticker-Archiv

Kampagne mit Ente

17.11.2008 Zeitungsmaskottchen Paula Print - Internet: Geöffnet ab 23 Uhr! - Ein Muss für alle "Bernhardiner" - Web 2.0 braucht einen höheren Zweck - Öko-Lifestyle: Grüne Unterhaltung - Gefühl und Härte: Rainald Goetz' Blog als Buch - Wikipedia darf wieder: Heilmann zieht Verfügung zurück - Fernsehen macht unglücklich - Publikum straft ProSieben für gesendeten Schwachsinn ab + ZDF-Deutsche: Lasst uns gelassener sein.

Dienstag, 18.11.2008

Magazinrundschau

15 Minuten Straflosigkeit für alle

18.11.2008 Portfolio porträtiert den dunklen Prinzen der Wall Street, der die Dämmerung schon sah, als die Sonne noch schien. Im Guardian erklärt Jeanette Winterson, warum gerade ein hartes Leben Poesie braucht. Polityka kritisiert die katholischen Ideologie-Offiziere an polnischen Schulen. The New Republic staunt über die eigenwillige Obama-Truppe. Der öffentliche Intellektuelle lebt, auch wenn er heute oft aus den Sozialwissenschaften kommt, ruft der Chronicle. In Le Monde Diplomatique beschreibt Juan Villoro die Unterminierung Mexikos durch die Drogenmafia. Im Espresso windet sich Umberto Eco vor Scham über Berlusconi.

Heute in den Feuilletons

Geplärre im großen Maßstab

18.11.2008 Die taz bringt traurige Nachrichten vom Berliner Open Mike-Wettbewerb: Die Texte waren durchweg solide. Die Berliner Zeitung wundert sich über Medwedjew und sein elastisches Verständnis des Begriffs "Völkermord". Die FR erinnert an eine literaturhistorische Entscheidung zwischen Solschenizyn und Schalamow.

Bücherschau des Tages

Herzzerreißend vollendet

18.11.2008 Ich höchsten Tönen lobt die SZ Matthew Ecks aus eigener Anschauung gespeisten Anti-Kriegsroman "Das entfernte Ufer". Einblicke in die Mechanismen totaler Herrschaft verdankt die NZZ David Alarcons Roman "Lost City Radio". In der FR verneigt sich Olga Martynova tief vor Warlam Schalamow.

Medienticker-Archiv

Wenn der Bock zum Gärtner wird

18.11.2008 Das BKA als Hüter der Pressefreiheit? - Gespräch mit Alexander Kluge: Wie Sergej Eisenstein das Kapital verfilmen wollte - Der dritte Mann: Kim Philby, John le Carre und die Welt im Spiegel - Print-Strategie: Mit Klickibunti in die Bedeutungslosigkeit - Maschinenstürmer: Über die befreiende Kraft des Onlinejournalismus - Echos aus dem Jenseits + Einmal dimensionales Delirium und zurück.

Mittwoch, 19.11.2008

Heute in den Feuilletons

Nichtkatholiken sind im Nachteil

19.11.2008 Die SZ zeichnet den polnischen Streit um ein Weltkriegsmuseum nach. Der FR gehen beim Altar von Merode die Augen auf. Die taz ächzt angesichts von "Palermo Shooting": "Möge Wim Wenders sein Seelenheil gefunden haben!" Die FAZ macht sich Sorgen über das zunehmend ausländerfeindliche Russland.

Bücherschau des Tages

Magisch überhöhte Bilder

19.11.2008 Die FAZ fragt: Geht es Simon Blackburn in seinem Buch über die Wollust um Wollust - oder am Ende um etwas ganz anderes? In der SZ beschäftigt sich der Kunsthistoriker Wofgang Ullrich ausführlich mit den Bildtheorien seines chicagoer Kollegen W. J. T. Mitchell. Die NZZ geht mit Matthias Zschokke auf Reisen.

Medienticker-Archiv

Alternde Neokonservative

19.11.2008 Mach mir den Matussek! - Frühbarocke Gesänge: Fremdgehen mit Gefühl - Murdoch: "Zeitungen müssen das Web endlich als Chance erkennen" - Blut fließt, es ist lila Blut: Yahoo- Konzernchef Yang geht - Der Wikipedia-Feldzug: Missliebige Online-Biographie - Volltextsuche: Copyright-Streit mit Google beigelegt - Webkritik beinflusst TV-Serien - Herzog steht auf der Oscar-Shortlist + Generation Opel.

Im Kino

Männersachen - Frauensachen

19.11.2008 Ridley Scott räumt mit Russell Crowes und Leonardo DiCaprios Hilfe in "Der Mann, der niemals lebte" im Nahen Osten so gründlich auf, dass die Fetzen fliegen. In der Komödie "Baby Mama" hat Tina Fey mehr als nur ein Gebärmutter-Problem.

Donnerstag, 20.11.2008

Heute in den Feuilletons

(Winde, Wellen)

20.11.2008 Die Band Kraftwerk ist bis vor den BGH gegangen, um sich gegen die Übernahme von zwei Takten Musik zu wehren. Die taz fragt: Wem gehört der künstlerische Einfluss: der Band oder den Beeinflussten? Die Blogs spekulieren über massive Entlassungen bei Gruner und Jahr und bei Time. Die Welt hat Guido Knopp geguckt und findet: Die deutsche Geschichte ist wie Salzgebäck. Für die SZ hört Diedrich Diederichsen die mit Pomp und Circumstances exhumierten Guns'n'Roses.

Bücherschau des Tages

Von kaltem Zorn klirrend

20.11.2008 Die FAZ lernt bei Selma Lagerlöf ganz gewaltig das Gruseln. Höchst angeregt verfolgt die NZZ den Briefwechsel zwischen Wjatscheslaw Iwanow und Michail Gerschenson über die krisenhafte postrevolutionäre Gegenwart des Jahres 1920. Die SZ lässt sich mit Vergnügen von einigen Thesen des französischen Althistorikers Paul Veyne provozieren. Die Zeit hat einen ganzen Schwung hervorragender Bücher gelesen, darunter die Abrechnung Kurt Drawerts mit der DDR in seinem Roman "Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte", Ann Enrights finsteres "Familientreffen" (Leseprobe) und Brigitte Hamanns Buch über "Hitlers 'Edeljuden'", den Armenarzt Eduard Bloch.

Medienticker-Archiv

Mementi Mori

20.11.2008 Jules Barbey d?Aurevillys "Feinheit des Geistes rührt von Niedertracht" - Dark Avenue: Wirtschaftskrise im Blätterwald - Life-Archiv im Netz: Macht hoch die Tür, das Tor macht weit -  Marcel Reich-Ranicki mag keine billige Bücherreklame und das ZDF hat ihn nicht gefragt - Der dritte Mann (Teil 2) - BKA-Gesetz: Und jedes Mal stirbt ein Kätzchen! + Dennis Hopper: "Jeder Tag ein Nahtoderlebnis".

Freitag, 21.11.2008

Heute in den Feuilletons

Hausgemachte Schande

21.11.2008 In der taz wittert Adam Krzeminski niedere Motive hinter der Berichterstattung über Milan Kunderas möglichen Verrat an Miroslav Dvorecek. Der Freitag sieht das ganz anders. Die Welt zitiert Hayek gegen Marx. Die NZZ spricht futuristically mit den Rapperinnen von Yo Majesty. Die SZ kommentiert das Urteil des BGH zur Frage, ob man Kraftwerk sampeln darf.

Bücherschau des Tages

Abschied vom Darwinismus?

21.11.2008 Die FAZ beschäftigt sich ausführlich mit Neuerscheinungen zur Evolutionsbiologie und zeigt sich besonders von Sean B. Carrolls "Evo Devo" fasziniert. Die NZZ lobt Petra Reskis große Recherche über die Mafia: "Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern".

Medienticker-Archiv

Bild-Muntermacher

21.11.2008 Markus Lüpertz malt für Bild einen "Totenkopf als Muntermacher" - Geistiges Eigentum vor Gericht - Der Marxismus der Konservativen - Fallout 3: Postatomare Familiengeschichten - Sprachkritik: Wortpollen aus Stilblüten - Sprachgeschichte: Du Jane, ich Goethe - Schwindende Glaubwürdigkeit: Heidenreich Verlag ja oder nein - Europeana: Fehlstart für erste digitale EU-Bibliothek + "Es ist eine Qual": Reich-Ranicki vs. Suhrkamp.

Samstag, 22.11.2008

Heute in den Feuilletons

Eines mit Teufeln drauf

22.11.2008 In Cargo durchlebt Ekkehard Knörer Rausch und Panik der Freiheit der Kritik im Netz. In der taz benennt Güner Balci das kommunikative Defizit zwischen Alt- und Neuneuköllnern. Die NZZ macht sich anhand von "Turm" und "Kinderhochzeit" Gedanken über den Stand der Erzählkunst. In der FAZ beschreibt Viktor Jerofejew, wie der Putinismus seinen Bürgern Loyalität abkauft, indem er ihnen Freiheit zur Gestaltung ihres Privatlebens einräumt.

Bücherschau des Tages

Frei dahinschwingendes Sprechen in Versen

22.11.2008 Aufschlussreich findet die taz Francois Dubets Buch über empfundene Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz. John Le Carres neuer Roman "Marionetten" über einen muslimischen Terroristen wird heute gleich zwei mal besprochen: die FR findet ihn höchst plausibel und lobt seine lakonische Ironie. Die taz hat sich gelangweilt. Die SZ erfreut sich an Uros Zupans dem Bukolischen zugeneigten Gedichten. Die FAZ empfiehlt dringend die Lektüre von Tom Drurys Roman "Die Traumjäger" über die durchs Leben driftende Patchwork-Familie Darling.

Montag, 24.11.2008

Heute in den Feuilletons

Die Glyzerintränen des Poeta lacrimosus

24.11.2008 Mit der FR freuen wir uns über eine neue Art: Willkommen auf Erden, Rhagoletis pomonella. Die Achse des Guten fragt: Wir karikaturistenfeindlich ist das Zentrum für Antisemitismusforschung? In der taz bringt Gabriele Goettle neue Episoden aus dem Leben Dorothea Ridders. In der FAZ spricht Aravind Adiga über Indien und Deutschland. In der SZ erklärt Martin Mosebach, warum er das Libretto zu "Fidelio" bearbeitete.

Bücherschau des Tages

Geflecht von Anschauungen

24.11.2008 Fast einen richtig großen Roman über den Terror des Leuchtenden Pfads hat die FAZ gelesen: Santiago Roncagliolos "Roter April". Als episch-theatralisches Rätselspiel liest sie Ivana Sajkos kroatisches Romandebüt "Rio Bar". Einem Theodor Adorno mit fragwürdigen Charakterzügen begegnet die SZ in dessen Briefwechsel mit Siegfried Kracauer.

Medienticker-Archiv

Die tiefe Angst der Verlage

24.11.2008 Medienkrise, Umstrukturierungen, Kündigungen: Dient das der Qualität oder ruiniert es sie? - Achternbuschs Intelligentes Granteln - Reden ist Goldt: Kleist, Goldt und Kehlmann - Datingbörsen und soziale Kybernetik - Der Vatikan verzeiht John Lennon - Gisele Freund: Alles war verschwunden - Mitklatschhölle: Schlagergeschichte - Neue Perspektiven: Annett Gröschners "Parzelle Paradies" + Raumpioniere in der Uckermark.

Dienstag, 25.11.2008

Magazinrundschau

Abhängige brauchen Frustration

25.11.2008 Die amerikanischen Magazine - Nation, NYT, New Yorker - widmen sich diese Woche ausgiebig V.S. Naipaul. The Nation bespricht außerdem Roberto Bolanos nachgelassenen Roman "2666", der laut Economist geradezu ein Publikumserfolg ist. Die ungarischen Magazine fühlen den Puls des Kalten Krieges zwischen Ungarn und der Slowakei. Prospect sieht die Blase aller Blasen platzen. Jose Saramago outet sich in El Pais Semanal als begeisterter Blogger. Der Espresso staunt über einen total aufmüpfigen L'Osservatore Romano. In der Gazeta Wyborcza erklärt Dubravka Ugresic: Serbokroatisch - das ist modern. In der New York Times ruft Kevin Kelly das Zeitalter der Bildschirme aus.

Heute in den Feuilletons

Maximale Partitur-Rendite

25.11.2008 Bei der taz ist nicht alles Goldt, was Essig und Gurk ist. Die FR bringt David Grossmans Dankesrede zum Erhalt des Geschwister-Scholl-Preises. Im Rahmen der FAZ-Berichterstattung über die Finanzkrise kommt es zur vierten apokalyptischen Vision Frank Schirrmachers. Die SZ haut unterdes mit jungen Dirigentenstars auf die Pauke.

Bücherschau des Tages

Beschaulichkeit und Verhängnis

25.11.2008 Großartig und unerbittlich luzide findet die NZZ  Vincenzo Consolos Roman über die Mafia und die Politik in "Palermo". Die SZ preist Nik Cohns "Triksta" als bestes Buch, das je über Gangster-Rap geschrieben wurde. Außerdem verschlingt sie John Le Carres neuen Thriller "Marionetten". Ehrfürchtig hält die FR die sechs Kilo schwere Faksimile-Sammlung "Städte der Welt" auf den Knien.

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Alpha-Journalisten

25.11.2008 Studie über Journalistenschüler - Sind Journalisten Blogger? - 1:0 für Blogger: DFB-Boss Zwanziger vs. Blogger - Zeitungen retten sich nicht selbst - Kleine Trutzburg im großen Blätterwald - Beate Uhse und Kleist - Lärmschutz auf Chinesisch - TroopTube: Schau mal, wie ich schießen kann - Wolfram Schüttes Filmfestival-Bericht + Das Ende des "Goldenen Zeitalters" des Kapitalismus und der Aufstieg des Neoliberalismus.

Post aus Madrid

Zwei Prozent des Problems

25.11.2008 Spät oder nie: Spanien quält sich mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit. Der populäre Richter Baltasar Garzon hat dabei nicht unbedingt geschickt agiert

Mittwoch, 26.11.2008

Heute in den Feuilletons

Okay, du kannst fliegen. Na und?

26.11.2008 Die NZZ meldet: So langsam trauen sich die Norweger wieder, Knut Hamsun zu verehren. Die Welt meint: Die Berliner Schlossattrappe ist die verdiente Strafe für das Versagen der Moderne in der Architektur. Und dann ist noch die Frage, was hinten reinkommt, meint der Tagesspiegel. In der FR erklärt die Opernsängerin Natalie Dessay, warum sie die tiefen Töne so viel schöner findet als die hohen. Die FAZ staunt über die Intelligenz des Oktopus. Außerdem: Gorbatschow rätselhaft verschwunden.

Bücherschau des Tages

Üppiges Parlando

26.11.2008 Die FAZ begrüßt Patrick Humphries erste Biografie des großen Unbehausten Tom Waits. Die NZZ liest Dorothea Grünzweigs Gedichte "Die Auflösung" und kann auch Roberto Cotroneos Roman "Diese Liebe". Die SZ versucht, Heinz Strunks Humor zu verstehen.

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Von vnnutze buchern

26.11.2008 Ulrich Holbeins enzyklopädistisches "Narratorium" - Leser-Reporter: DJV warnt, wenn der Bock den Gärtner filmt oder New Journalism? Shoot! und sind Blogger doch Journalisten? - Berufsbild: Presseverschweiger - Lycos macht dicht - Geschichtsstunde als Quotenbringer - 1918: Pulverfass an der Isar - Volkskünstlerinnen: Raue Isarmärchen - Friedrich Gulda: Im berauschenden Bach ertrinken + Das Clementinchen.

Im Kino

Heimische Hippiehöhle

26.11.2008 Ken Loach hat mit "It's a Free World" wieder einen Ken-Loach-Film gedreht: Seine Heldin Angie kämpft gegen die Mächte des Marktes und des eigenen Karrierrewunschs. Und Julio Medem hat mit "Caotica Ana" wieder einen Julio-Medem-Film gedreht: Seine Heldin Ana gibt den Exzessen des Regisseurs Körper und Gesicht.

Donnerstag, 27.11.2008

Heute in den Feuilletons

Intelligente Literaturvermittlung

27.11.2008 Die FR berichtet über das Stockholmer Treffen zwischen Salman Rushdie und Roberto Saviano. In der Welt spricht sich der Drummer von Polarkreis 18 für das Schleierhafte an der Musik seiner Band aus. Die SZ erklärt, warum die Berliner Volksbühne tot ist, aber als Untote weitermacht. In der taz singt Dmitri Muratow ein Loblied auf den Mut der Geschworenen im Politkowskaja-Prozess. In der Zeit rät Erwin Wurm: Bevorzugen Sie Robbenfellschuhe.

Bücherschau des Tages

Auf dem Höllenplanenten

27.11.2008 Die SZ verneigt sich tief vor dem großen Art Spiegelman und seiner Autobiografie "Breakdowns, dem "Porträt des Künstlers als %@*!". Die FAZ blättert gebannt durch die "Ingmar Bergman Archives" und goutiert Philipp Moogs Angestelltenroman "Lebenslänglich" als zynische Glanzleistung. Die FR feiert den Säufer-Roman "Bombel" des tragischen Wunderkinds Miroslaw Nahacz und freut sich, dass Jonathan Littells "Georgisches Reisetagebuch" jetzt auch als Buch vorliegt.

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Der hundertprozentige Intellektuelle

27.11.2008 Citoyen Max Frisch und Adolf Muschg über die Verantwortung der Intellektuellen - Zeit-Grenzen der Political Correctness - Retter des Raschelwaldes: G+J-Chef Kundrun will keine Mehrwertsteuer mehr für Print - Zeitungen verlieren 30 Prozent der Leser bis 2018 - Journalismus 2.0: Tageszeitungen gibt's noch lange!? - Viele Tode muss der Blogger noch sterben! - ZDF-Aspekte Sondersendung Buch + Gemälde des Terrors.

Essay

Freiheit ist nicht Hürriyet

27.11.2008 Freiheit ist nicht Hürriyet: Unsere Gesellschaft muss sich dafür einsetzen, dass Frauen selbst entscheiden, ob, wann und wen sie heiraten und ob und wie viele Kinder sie bekommen. Rede für den Preis der Frauen Europas

Freitag, 28.11.2008

Heute in den Feuilletons

Und ohne deren Wissen denken

28.11.2008 Im Guardian erklärt Shashi Tharoor zu dem Terroranschlag in Mumbai: Dieser Horror ist nicht hausgemacht. Auch Entsetzen lässt sich recyclen, beweisen Faz.net und Welt online. Die NZZ fragt: Gibt es eine Alternative zu Google? Überall wird Roland Suso Richters Film "Mogadischu" über die Entführung der "Landshut" als Gegengift zu Bernd Eichingers RAF-Film empfohlen. Die taz feiert das" beste Musikmagazin der Welt", The Wire. Die FAZ erlebte Sonny Rollins als Demosthenes des Saxofons. Und, ja, Levi-Strauss ist jetzt wirklich hundert.

Bücherschau des Tages

Totale Entblätterung

28.11.2008 Die FAZ begrüßt Gerd-Peter Eigners Roman "Die italienische Begeisterung" und den Autor zurück auf der literarischen Bühne. Die SZ steht staunend vor der gewaltigen Bildbiografie "Le Corbusier Le Grand". Die NZZ liest Wirtschaftsbücher.

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Traurige Tropen

28.11.2008 Aktualisiert: Elke Heidenreich zieht um ins Internet - Claude Levi-Strauss: Forscher mit Abenteuerlust - Georges Batailles "Henker und Opfer": Die Hölle sind immer die Anderen - Die Scham kippen: Georges-Arthur Goldschmidts Frage-Antwort-Spiel mit Tim Trzaskalik "Des Pudels Kern" - Maßlose Gier nach Kontrolle - Twitter mal wieder - Radio im Internet: aber warum? (aber ja!) - Swiss Press Photo 2008 + Medien: Konzentration und Stellenabbau.

Samstag, 29.11.2008

Heute in den Feuilletons

Neupreußisches Bürschchen-Getue

29.11.2008 In der FR finden es die Schriftsteller Tariq Ali und Suketu Mehta recht bequem, wegen der Terroranschläge in Mumbai auf Pakistan zu zeigen. In Project Syndicate fragt Norman Manea mit Blick auf Milan Kundera, warum man sich für die Sünden einer Putzfrau, aber nicht für die eines großen Schriftstellers interessieren darf. In der Welt geht Arno Lustiger mit dem Antisemitismus der Uno-Konferenz von Durban ins Gericht. Stellen wir uns der trüben Wahrheit über Wirtschaftswissenschaftler, fordert Peter Sloterdijk in der NZZ. In der SZ sieht der Komponist Konrad Boehmer ein neues Biedermeier heraufziehen. Die FAZ will Bossanova. Und alle diskutieren über den Siegerentwurf für das Berliner Stadtschloss.

Bücherschau des Tages

Funkelnde Aphorismen feuernd

29.11.2008 Die taz erkennt mit Terry Eagleton, worin "Der Sinn des Lebens" besteht: "Frei sein, freundlich sein". Außerdem stürzt sie sich mit Ernst Jünger in den Drogenrausch und liest Abbas Khiders recht ernüchternden Fluchtroman "Der falsche Inder" (hier eine Leseprobe). Die FAZ geht begeistert durch Stephen Frys Schule des Dichtens "Feigen, die fusseln". Und die SZ sieht von Michael Bubacks Buch "Der zweite Tod meines Vaters" wichtige Fragen aufgeworfen.

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BuchLink: Aktuelle Leseproben. In Kooperation mit den Verlagen (Info)

Saki. Nie eine langweilige Zeile - Sämtliche Erzählungen. Dörlemann Verlag, Zürich, 2025.Saki: Nie eine langweilige Zeile
Aus dem Englischen von Werner Schmitzund Claus Sprick. Eine Frau, die mit einer Hauslehrerin verwechselt wird und den Irrtum erst nach mehreren Tagen Unterricht aufklärt,…
Liz Moore. Der andere Arthur - Roman. C.H. Beck Verlag, München, 2026.Liz Moore: Der andere Arthur
Aus dem Amerikanischen von Cornelius Hartz. Wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, wiegt 250 Kilo und hat…
Claudia Gatzka (Hg.) / Sonja Levsen (Hg.). Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2025.Claudia Gatzka (Hg.), Sonja Levsen (Hg.): Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik
Lange erzählten Historiker der Bundesrepublik Geschichten von wachsendem Wohlstand, Modernisierung, erlernter Liberalität und stabiler Demokratie. Deutschland schien "im…
Colleen Hoover. Woman Down - Roman . dtv, München, 2026.Colleen Hoover: Woman Down
Aus dem Amerikanischen von Anja Galic und Katarina Ganslandt. Der Shitstorm um die Verfilmung ihres Romans stürzte Bestsellerautorin Petra Rose in eine Schreibkrise. Sie…

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