Mittwoch, 01.03.2006
Heute in den Feuilletons
01.03.2006 Die FAZ klagt: Die jungen Lyriker sterben aus. Zumindest in den großen Verlagen. In der SZ schreibt Georg Klein: "Wir jedoch sind die Götter unserer Hühner" - und schlachten sie ab. Die Berliner Zeitung beobachtete Claudia Roth bei einer Diskusion über "Das Tal der Wölfe" und fand sie missionarischer als den Film. In der NZZ lässt Wolfgang Sofsky seine soziologischen Fantasien spielen - mit Millionen von Toten.
Bücherschau des Tages
01.03.2006 Mit Kritiken zu Heinz Schott / Rainer Tölle: "Geschichte der Psychiatrie" in der FAZ, Heinz Schott / Rainer Tölle: "Geschichte der Psychiatrie" in der NZZ, Hubert Fichte: "Die zweite Schuld" in der FR, Herman Bang: "Stuck" in der FR und Norbert Mappes-Niediek: "Die Ethno-Falle" in der FR.
Medienticker-Archiv
01.03.2006 Heute u.a.: Allah ist nicht Gott - Auch der Papst ist fehlbar - Gehirnsignale steuern den Computer - Der Bock als Gärtner? - Versteckte Kamera - Mutter war an allem schuld - Der Tod ist die letzte Pointe - Harry Potter singt jetzt auch - Wo sind die jungen Dichter? + Fragen Sie Reich-Ranicki. Von Rüdiger Dingemann
Donnerstag, 02.03.2006
Heute in den Feuilletons
02.03.2006 Die FR fragt: "Was ist los mit Suhrkamp?" Die FAZ fragt: "Was ist los mit dem deutschen Fußball?". Die Zeit fragt: "Was ist los mit Frank Schirrmacher?" In der taz macht sich Christian Semler Sorgen wegen einer allgemein um sich greifenden Lebensplanlosigkeit. Die Welt veröffentlicht ein Manifest von Autoren gegen den "kulturellen Relativismus".
Bücherschau des Tages
02.03.2006 Mit Kritiken zu Oksana Sabuschko: "Feldstudien über ukrainischen Sex" in der SZ, Edward P. Jones: "Die bekannte Welt" in der NZZ, Franzobel: "Das Fest der Steine" in der ZEIT, Carl Schmitt: "Carl Schmitt: Tagebuch Februar bis Dezember 1915" in der ZEIT und Sam Shepard: "Rolling Thunder" in der ZEIT.
Medienticker-Archiv
02.03.2006 Heute u.a.: Gräulicher Kammmolch - Was haben Houellebecq und Freud gemeinsam? - Klauen als Systemkritik - Freak Out: Ad fontes! - CeBIT vor größtem Umbruch - Leipzig: Explosionsartiges Wachstum - Posen, Prosa, Pirouetten - Der Schund-Komplex - Autoren werden zu Schreibknechten - Bratkartoffeln vom Bügeleisen + Glauben auf Teufel komm raus. Von Rüdiger Dingemann
Freitag, 03.03.2006
Heute in den Feuilletons
03.03.2006 Die NZZ porträtiert den Autor Daniel de Roulet, der einst das Chalet des Axel Caesar Springer in den Schweizer Bergen anzündete. In der FAZ erzählt Paula Fox, wie sie einmal in Deutschland herzlos lachen musste. In der SZ findet Arthur Schlesinger drastische Vergleiche für das Versagen der Regierung Bush in der Katrina-Katastrophe. Die taz annonciert einen Strukturwandel der popmusikalischen Öffentlichkeit.
Bücherschau des Tages
03.03.2006 Mit Kritiken zu Nasrin Alavi: "Wir sind der Iran" in der FAZ, Amy Clampitt: "Eisvogel" in der SZ, Olivier Adam: "Leichtgewicht" in der FAZ, : "Kurs auf die Südsee" in der SZ und Franz Xaver Kroetz: "Blut & Bier" in der SZ.
Medienticker-Archiv
03.03.2006 Heute u.a.: Rentner im Weltraum - Gatsby spart für's Altenteil - Rente mit 85 Jahren - Es gibt ein Bedürfnis nach Erschütterung - Im Großen und Ganzen belämmert - Der Fall aus dem Paradies - Google verknüpft in Leipzig Buchsuche und Local - Renommee & Blessuren + Die Zeitung wird abwischbar. Von Rüdiger Dingemann
Essay
03.03.2006 Warum die dänischen Mohammed-Karikaturen und Karikaturen über den Holocaust nicht auf eine Stufe zu stellen sind.
Samstag, 04.03.2006
Heute in den Feuilletons
04.03.2006 Andre Glucksmann erklärt in Le Monde (und auf deutsch im Perlentaucher), warum Spott über Mohammed nicht dasselbe ist wie Spott über den Holocaust. Die taz wendet sich gegen das Manifest der Zwölf zum Karikaturenstreit. Fast nur Autorenfilme sind für die Oscars nominiert, bemerken Welt und SZ. In der FR erklärt Ang Lee Taiwan für schwulenfreundlicher als die USA. Die FAZ bringt zwei Seiten über den Fernsehfilm "Dresden".
Bücherschau des Tages
04.03.2006 Mit Kritiken zu Hubert Wolf: "Index" in der NZZ, Feridun Zaimoglu: "Leyla" in der TAZ, Franz Schuh: "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" in der TAZ, Oksana Sabuschko: "Feldstudien über ukrainischen Sex" in der NZZ und Bernhard Schlink: "Die Heimkehr" in der TAZ.
Montag, 06.03.2006
Heute in den Feuilletons
06.03.2006 In der FAZ kritisiert Robert Gernhardt die Ängstlichkeit der westlichen Zeitungen, die es nicht wagten, die dänischen Mohammed-Karikaturen abzudrucken. Die taz sah in Paris "Nutten der Finsternis" defilieren. In der Welt beschimpft Arnulf Baring den Dresden-Zweiteiler des ZDF als "ängstlichen Kompromiss". Kritikergott Stadelmaier zeigt sich in der FAZ gnädig mit Thomas Ostermeiers Inszenierung von Eugene O'Neills "Elektra", die der Tagesspiegel allenfalls "Spiralblockfreunden" empfehlen möchte. Außerdem verlinken wir auf die Oscars.
Die Buchmacher
06.03.2006 In dieser Woche: Warum die Buchpreisbindung immer schwerer zu verteidigen ist. Und warum den Amazon-Kundenkritiken Manipulation vergeworfen wird. Von Sandra Evertz
Bücherschau des Tages
06.03.2006 Mit Kritiken zu Ralf Dahrendorf: "Versuchungen der Unfreiheit" in der FAZ, Hans Boesch: "Samurai" in der SZ, Hans-Jürgen Döscher: "Seilschaften" in der SZ, Rahel Jaeggi: "Entfremdung" in der FAZ und Heimito von Doderer: "Die Merowinger oder Die totale Familie" in der SZ.
Vorgeblättert
06.03.2006 "Muertes de perro" - "Wie Hunde sterben" erschien erstmals 1958. Es ist ein Roman über einen Diktatorenstaat im Lateinamerika der 50er Jahre. Francisco Ayala, 1906 geboren, gehört zur europäischen klassischen Moderne und ist nun zum ersten Mal auf Deutsch zu lesen, hier ein Auszug.
Medienticker-Archiv
06.03.2006 Heute u.a.: Kraft der Gedanken - Warum Nachrichten Waffen sind - Warnung vor Verflachung - Die Tat eines Sonntagsterroristen - Kabel ade - Oscars für: L.A. Crash, Hoffman, Witherspoon, Clooney und Weisz - Fremde frohe Laute - Wirklich nichts ausgelassen? Der Heiner-Lauterbach-Test - Fernsehen macht einsam + Mimikry im Pinguingang. Von Rüdiger Dingemann
Dienstag, 07.03.2006
Magazinrundschau
07.03.2006 Fünf Jahre nach der Debatte über Jedwabne stellt die Gazeta Wyborcza fest: nur die Täter fühlen sich sicher. Die New York Review of Books stellt den gerissensten Pokerspieler der Welt vor. DU feiert Bach. In Polityka wünscht sich Andrzej Wajda mehr Film über das heutige Polen. Der Nouvel Obs gratuliert den Neuen Philosophen zum Dreißigsten. Das TLS kennt unseren Mann in Havanna. In der Weltwoche weiß Kurt Vonnegut welchen Fehler alle Präsidenten haben.
Heute in den Feuilletons
07.03.2006 Die Kommentare zu den Oscars sind irgendwie lau, nur die Welt ist richtig zufrieden. Die Welt hat außerdem über türkische Zeitungen in Deutschland recherchiert. Und in der SZ staunt Oliver Storz über den britischen Soldaten im "Dresden"-Spektakel, der mit Bauchschuss über die Kriegsschuldfrage diskutiert, während er mit seinem Mädel tanzt.
Bücherschau des Tages
07.03.2006 Mit Kritiken zu : "Der Islam am Wendepunkt" in der FAZ, Nicole Krauss: "Die Geschichte der Liebe" in der SZ, Peter Adolphsen: "Brummstein" in der NZZ, Amin Maalouf: "Die Spur des Patriarchen" in der NZZ und Natasha Radojcic: "Du musst hier nicht leben" in der NZZ.
Medienticker-Archiv
07.03.2006 Heute u.a.: Das schöne Rätsel von Daniel Kehlmanns Erfolg - Peter Sloterdijk und die Panikbereitschaft - Günter Struves feines Gespür für Schnee - Leberwurst mit Dornenkrone - Weisheit des Kollektivs - China stellt US-Kontrolle des Internet in Frage - Schwere Eindeutschung - Tummelplatz der Moderne - Spielen ist schöner als Fernsehen + Poesie ist unverzichtbar! Von Rüdiger Dingemann
Mord und Ratschlag
07.03.2006 Ein zwergenhafter Schütze verfolgt Ross Thomas' Held, der Witz und Geistesgegenwart nicht verlieren will, bloß weil sein Leben bedroht ist.
Mittwoch, 08.03.2006
Heute in den Feuilletons
08.03.2006 In der FR verzichtet Elke Buhr auf die Ehre, als Frau, Gebärmutter und sozialer Kitt dienen zu dürfen. Die NZZ nennt den "Dresden"-Film ein Machwerk ohne sittlichen Ernst. Die taz ortet das Herz der Finsternis der Berliner Republik in der Brust von Friedrich Christian Flick. In der Welt erinnert Hans Christoph Buch daran, wie Mobutu 30 Jahre lang den Kongo ausbeutete. In der Berliner Zeitung schwärmt Detlev Buck von Neukölln. Die SZ entdeckt Popautoren mit gesellschaftskritischem Potenzial - leider alle schon tot. Die FAZ war bei einer Diskussion über alte Medien und das Internet.
Bücherschau des Tages
08.03.2006 Mit Kritiken zu Angelika Overath: "Nahe Tage" in der FR, Paul Ingendaay: "Warum Du mich verlassen hast" in der FR, Anne Weber: "Gold im Mund" in der FR, Michel Onfray: "Wir brauchen keinen Gott" in der FAZ und Riccardo Bavaj: "Von links gegen Weimar" in der FR.
Medienticker-Archiv
08.03.2006 Heute u.a.: Erklärung des Wahnsinns - Springer schreibt wieder richtig - Verlage fürchten Google und Amazon - Reise ins Alzheimerland: Das Gehirn schreibt die schönsten Geschichten - Weltumstürzler grübeln nicht - Vom Hochamt zum Kabarett - Das Auslaufmodell + CeBIT-Special. Von Rüdiger Dingemann
Donnerstag, 09.03.2006
Heute in den Feuilletons
09.03.2006 Die aus alter Gewohnheit bürgerliche Zeit will der neuen Bürgerlichkeit nicht recht über den Weg trauen. Die Welt erklärt das neue Urheberrecht für die Theater: Künftig können Autoren Schmerzensgeld einklagen. Schon jetzt werden Kritiker allenfalls in Nebenspielstätten von toten Schwänen gebissen, konstatiert die SZ in einem Artikel über die Lage des Theaters. Die NZZ staunt über die gemorphten Zwitter des Amsterdamer Architekturbüros UN-Studio. Detlev Bucks Film "Knallhart" beeindruckt die Kritik.
Bücherschau des Tages
09.03.2006 Mit Kritiken zu Eva Demski: "Das siamesische Dorf" in der SZ, Patrick Modiano: "Unfall in der Nacht" in der ZEIT, Leonie Swann: "Glennkill" in der ZEIT, Clemens Meyer: "Als wir träumten" in der ZEIT und Irene Dische: "Großmama packt aus" in der NZZ.
Vorgeblättert
09.03.2006 Joseph ist ein verdienter Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit und freut sich über den Auftrag, zusammen mit den "Bruderorganen" im Sommer 1988 die Urlauber am Plattensee zu überwachen ... György Dalos, der selbst als Mitglied der Opposition in Ungarn verfolgt wurde, beschreibt eine niedergehende Gesellschaft. Lesen Sie einen Auszug aus der Erzählung "Balaton-Brigade".
Medienticker-Archiv
09.03.2006 Heute u.a.: Merkel will IT-Wirtschaft und Politik vernetzen - Weniger Politik bei den Privaten - Die Hautfarbe von Helden - Springer will im Ausland wachsen - Religion ist Privatsache - 65 Prozent sind online - Angriff auf das ungeliebte Regietheater - Operettenball für drei - Media-Analyse Hörfunk: Jugendwellen verlieren viele Hörer + CeBIT-Special. Von Rüdiger Dingemann
Freitag, 10.03.2006
Heute in den Feuilletons
10.03.2006 In der Kunst triumphiert das Kollektiv, verkündet die NZZ von der Whitney-Biennale in New York. Im Standard denkt der Intellektuelle Jürgen Habermas über den Bedeutungsverlust der Intellektuellen nach. Der Tagesspiegel verortet das Problem des Theaters nicht in seiner Zügel- sondern in seiner Mutlosigkeit. In der Welt prophezeit Niall Ferguson den Krampf der Kulturen. Und die FAZ befürchtet eine Umerziehung der palästinensischen Gesellschaft.
Bücherschau des Tages
10.03.2006 Mit Kritiken zu Antonio Lobo Antunes: "Guten Abend ihr Dinge hier unten" in der SZ, Cynthia Ozick: "Der ferne Glanz der Welt" in der FAZ, Iwan S. Turgenjew: "Werther Herr!" in der SZ, Julian Nida-Rümelin: "Humanismus als Leitkultur" in der FAZ und Erik Tawaststjerna: "Jean Sibelius" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
10.03.2006 Heute u.a.: Springers Franzosen-Bild - Online schlägt Radio - Knallhart: Sie hatten einfach mehr Stil - Epidemie der Wahrnehmung - Geschichte als Event: Sehnsucht nach der Bürgerlichkeit - Wie man Fortschrittsglaube mit Romantik verbindet - Theater für den Kopf: Dichterwort und Zeitungsmeldung - Geist gegen Google - Mozart war ein Pornosoph + CeBIT-Special. Von Rüdiger Dingemann
Samstag, 11.03.2006
Heute in den Feuilletons
11.03.2006 Ralf Dahrendorf geht in der Welt gegen palästinensische Romantik und neuen Antisemitismus an. Die FAZ zweifelt am neuen Mäzenatentum der Großkonzerne. Die NZZ schildert, was sich in der recht lebendigen amerikanischen Theaterszene derzeit tut, und die taz porträtiert einen ihrer wichtigsten Protagonisten. In der SZ rätselt Kulturstaatsminister Bernd Neumann, wie der 'Spend in Germany'-Effekt ausgelöst werden kann.
Bücherschau des Tages
11.03.2006 Mit Kritiken zu Sigrid Bauschinger: "Else Lasker-Schüler" in der NZZ, Frank Schirrmacher: "Minimum" in der TAZ, Henryk Sienkiewicz: "Wirren" in der SZ, Carl Schmitt: "Carl Schmitt: Tagebuch Februar bis Dezember 1915" in der SZ und Jürgen von der Wense: "Von Aas bis Zylinder" in der NZZ.
Montag, 13.03.2006
Heute in den Feuilletons
13.03.2006 Zum Tod Slobodan Milosevics schreiben Richard Swartz in der SZ, Beqe Cufaj in der FAZ, Bora Cosic in der NZZ und im Tagesspiegel. Der Standard bringt den zweiten Teil der Rede von Jürgen Habermas, der eine Menge Forderungen an Europa stellt. Die Berliner Zeitung verfolgte einen Dialog der Kulturen in Kopenhagen, der mehr ein Monolog war.
Bücherschau des Tages
13.03.2006 Mit Kritiken zu Peter von Matt: "Die Intrige" in der SZ, Friedrich Wilhelm Graf: "Moses Vermächtnis" in der FAZ, Eva Illouz: "Gefühle in Zeiten des Kapitalismus" in der FAZ, Ernst Jandl: "Ernst Jandl: Briefe aus dem Krieg, 1943-1946" in der FAZ und Dirk van Laak: "Über alles in der Welt" in der SZ.
Vorgeblättert
13.03.2006 Ist Vera in Wirklichkeit Frau Sartoris? Jedenfalls ist Katharina davon überzeugt, die Tochter einer Romanheldin zu sein und in diesem Roman endlich die Geschichte ihres Lebens zu erfahren. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem neuen Roman von Elke Schmitter: "Veras Tochter".
Medienticker-Archiv
13.03.2006 Heute u.a.: In der großen, weiten Muckibude - Nette, moderne Menschen - Diese Bewertung ist Stimmungsmache - Ihr erstes Buch war eine Schnulze - Wenn die Billy-Regale Trauer tragen - Dichter am Ohr - Der schönste Irrtum unseres Theaters - Cebit: Hannover, ein Wirtschaftsmärchen - Hans Küng und die Technologie + CeBIT-Special. Von Rüdiger Dingemann
Dienstag, 14.03.2006
Magazinrundschau
14.03.2006 Der New Yorker betrachtet einen schlanken Alien: Hedi Slimane von Dior Homme. Für Muslime gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Wissenschaft und Glaube, fürchtet Tahar Ben Jelloun in Le Monde diplomatique. Muslime in Dänemark könnten das Schicksal der Tutsi erleiden, fürchtet Al Ahram. Im Express erinnert sich der israelische Dichter Haim Gouri an den Sechstagekrieg. In der EU hat Polen die Rolle der geplagten Tante, meint Bronislaw Geremek in der Gazeta Wyborcza. Foglio beschreibt das erotische Vergnügen beim Wählen der falschen Partei. Le Point feiert Berlin. Die Weltwoche erklärt, wie die Mafia staatliches Versagen auffängt. Foreign Policy prophezeit Chinas Verfall.
Heute in den Feuilletons
14.03.2006 Die NZZ attestiert den neuen Entwürfen für das Gebäude der Topografie des Terrors eine deprimierende Mutlosigkeit. Die FR feiert Louise Bourgeois. Die taz porträtiert eine neue türkische Aufsteigerschicht in Deutschland. Die SZ fragt, warum Deutsche, die Polen kritisieren, in polnischen Medien immer gleich als Nazis karikiert werden. Die Welt und der Rest der Welt sind deprimiert über die Echo-Verleihung.
Die Buchmacher
14.03.2006 In dieser Woche: Wofür Bertelsmann fünf Milliarden Euro braucht. Wo Thalia neue Opfer fordert. Wohin Amazon expandiert. Von Sandra Evertz
Bücherschau des Tages
14.03.2006 Mit Kritiken zu Paul Ingendaay: "Warum Du mich verlassen hast" in der SZ, John Irving: "Bis ich dich finde" in der FAZ, Hugo Ball: "Hugo Ball: Sämtliche Werke und Briefe, Band 5" in der NZZ, Margrit Schriber: "Das Lachen der Hexe" in der NZZ und Javier Marias: "Dein Gesicht morgen" in der NZZ.
Medienticker-Archiv
14.03.2006 Heute u.a.: Google: Bilder vom Mars, Bücherverkauf und VW - Familienstreit - Berlusconi verliert die Nerven - Tod eines Groschenromanhelden - Joseph Weizenbaum: Anderssein als Chance - Die Peripherie als Weltzustand - Dicke Luft bei den Gralssuchern - Professoren protestieren - Die Sehgurke: Privilegierte + Wohin der Wind der Geschichte uns weht. Von Rüdiger Dingemann
Mittwoch, 15.03.2006
Heute in den Feuilletons
15.03.2006 Leipzig fängt an. Die Welt freut sich über schreibende Journalisten, die durch ihre Medien kräftig gefördert werden. Die SZ liest mit Frank Schirrmachers "Reproduktions-Enzyklika" "Minimum" ein Paradebeispiel dieser Disziplin. Die FR spürt in der deutschen Literatur einen Trend zur Wirklichkeit auf. Die taz singt "Event, Event, ein Lichtlein brennt." Und Feridun Zaimoglu ist überall: Im Aufmacher der Literaturbeilage der FAZ, und in Berlin, wo sein Theaterstück "Schwarze Jungfrauen" aufgeführt wird. Die Berliner Zeitung porträtiert den Regisseur des Stücks, Neco Celik.
Bücherschau des Tages
15.03.2006 Mit Kritiken zu Necla Kelek: "Die verlorenen Söhne" in der FAZ, Katharina Hacker: "Die Habenichtse" in der FR, Ilija Trojanow: "Der Weltensammler" in der FR, Ralf Bönt: "Berliner Stille" in der FAZ und Friedrich Wilhelm Graf: "Moses Vermächtnis" in der SZ.
Medienticker-Archiv
15.03.2006 Heute u.a.: Der Pate und sein Ömmel - Der kalte Krieg in der Literatur ist endlich vorbei - Hartz im Hamburger Hafen - Eine Schere für den Kopf - Virtuelle Flüge über den Mars - Einer glaubt noch an Profit - Die Fehler des Kopisten - US-Regierung gegen Google - Literatur als Schmerzmittel - Medienkritik und Moral - Dein Fernseher weiß, was Du willst + Fast-Food-Medien. Von Rüdiger Dingemann
Essay
15.03.2006 Luciano Canforas "Kurze Geschichte der Demokratie", die vom Beck-Verlag abgelehnt wurde, ist ein Skandal: Nicht nur wegen ihrer Passagen über Deutschland, sondern auch wegen der Äußerungen über Polen. Dass das Buch in die renommierte, von Jacques Le Goff betreute Reihe "Europa bauen" aufgenommen wurde, zeigt die Blindheit der westeuropäischen Historiker gegenüber Ostmitteleuropa.
Virtualienmarkt
15.03.2006 Als der französische Medienriese Hachette vor kurzem die Buchsparte von Time Warner übernommen hat, sind patriotische Abwehrreflexe in den USA ausgeblieben. Weil Europa ohnehin schon den globalen Buchmarkt dominiert.
Donnerstag, 16.03.2006
Heute in den Feuilletons
16.03.2006 Der MDR (und zum Teil auch die SZ) dokumentiert Juri Andruchowytschs dramatischen Appell an Europa. In der Welt schildert Viktor Jerofejew die Entmenschlichung in der russischen Armee. Und Sonja Margolina beklagt in der NZZ, dass die russischen Archive wieder zugesperrt werden. In der Zeit bekennt Spike Lee seine Verzweiflung über das New Black Cinema. Im Tagesspiegel fordert Amitai Etzioni eine Veränderung der amerikanischen Außenpolitik. In der FR enthüllt Slavenka Drakulic das Geheimnis hinter Milosevics Streben nach Macht - den Machtdurst seiner Lady Macbeth.
Bücherschau des Tages
16.03.2006 Mit Kritiken zu Bret Easton Ellis: "Lunar Park" in der NZZ, Martin Geck: "Mozart" in der ZEIT, Eva Weissweiler: "Die Freuds" in der FR und Erich Maletzke: "Siegfried Lenz" in der NZZ.
Medienticker-Archiv
16.03.2006 Heute u.a.: Geliebte Knallschote - Schöner altern mit Prince - Von der Zeitung zum Fastfood-Medium - Literarische Kleinstaaterei:Leipziger Buchmesse eröffnet - Von einer, die aufbrach, das Leben zu lernen - Cherchez la femme! - Keine Herausgabe von Sucheingaben - Anklage im Fall Cicero gegen Journalisten + Wir müssen über Mescalin reden. Von Rüdiger Dingemann
Freitag, 17.03.2006
Heute in den Feuilletons
17.03.2006 In der Welt prophezeit Rupert Murdoch den Untergang der Zeitungen, die das Internet nicht verstehen. In der taz ist die Sache schon gelaufen: Dort revolutionieren Google, Amazon und Microsoft die Medien. Die FR findet Necla Keleks Buch über deutsch-türkische Männer zu literarisch. Die NZZ beschreibt die Krise des amerikanischen Konservatismus. Nach Juri Andruchowytschs Dankesrede für den Leipziger Buchpreis will die SZ künftig auch für Europa bluten. In der FAZ findet der Maler Luc Tuymans die Abgasaktion Santiago Sierras banal.
Bücherschau des Tages
17.03.2006 Mit Kritiken zu Frank Schirrmacher: "Minimum" in der SZ, Bryan Mark Rigg: "Rabbi Schneersohn und Major Bloch" in der FAZ, Christian Schölzel: "Walther Rathenau" in der FAZ, Christoph Keese: "Verantwortung jetzt" in der FAZ und Erich Maletzke: "Siegfried Lenz" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
17.03.2006 Heute u.a.: Es gilt das gesungene Wort: So weit wie noch nie - Höret die Stimme - Ein Held soll Hörer locken - Schon von Narrowcasting gehört? - Moritaten der Migration - Wo alle Gleise enden, winkt die Freiheit: Ein Virtuose der Nachsicht - Im Jenseits wird nur Jazz gespielt - Wo Milch und Blut fließen - Kunst der Langsamkeit. Von Rüdiger Dingemann
Samstag, 18.03.2006
Heute in den Feuilletons
18.03.2006 Für den Tagesspiegel ist Sibylle Tönnies bei den Pariser Studentenprotesten mitgelaufern und wittert eine "Umwälzung der Generationen". Die SZ hält dagegen, dass die französischen Jugendlichen zu 75 Prozent von einem Beamtenstatus träumen. Auch die NZZ findet die französische Lage eher deprimierend. Die FR verteidigt immerhin die französischen Initiativen gegen Google Book Search. Und die Berliner Zeitung mokiert sich über den Einwanderer-Fragebogen der Hessen.
Bücherschau des Tages
18.03.2006 Mit Kritiken zu Ilija Trojanow: "Der Weltensammler" in der SZ, Jean-Noel Jeanneney: "Googles Herausforderung" in der FR, John Maynard Keynes: "Krieg und Frieden" in der TAZ, Gerlind Reinshagen: "Vom Feuer" in der TAZ und Iain Levison: "Abserviert" in der TAZ.
Montag, 20.03.2006
Heute in den Feuilletons
20.03.2006 Der Autor der Leipziger Buchmesse war Clemens Meyer, der bei den Lesungen aus seinem Roman "Als wir träumten" wie ein Rockstar bestaunt wurde, berichtet die FAZ. Die SZ hat unterdes Mitgefühl mit osteuropäischen Autoren, die nicht dauernd über Europa reden wollen. In der taz singt Klaus Theweleit eine Hymne auf Olli Kahn. Feridun Zaimoglus "Schwarze Jungfrauen" verstören die Kritik.
Die Buchmacher
20.03.2006 Lesen Sie diese Woche: Wie die neuen Medien den Buchhandel bestimmen, ob die professionelle Literaturkritik der Hobbyrezension überlegen ist, wie die Stimmung in Leipzig war und wessen Bücher Google demnächst verkauft. Von Sandra Evertz
Bücherschau des Tages
20.03.2006 Mit Kritiken zu Hubert Wolf: "Index" in der FAZ, : "Wind und Gras" in der FAZ, Alexander Somek: "Rechtliches Wissen" in der FAZ, Soo-Young Kim: "Jenseits des Rausches" in der FAZ und Alessandro Piperno: "Mit bösen Absichten" in der FAZ.
Vom Nachttisch geräumt
20.03.2006 Unser Autor folgt der Diskussion zwischen Mozart und dem Zauberflöten-Berater Karl Ludwig Giesecke, bewundert die Stachelei Heines, beobachtet den angekündigten Selbstmord einer Mutter und entdeckt die Unschärferelation in der Schmerzwahrnehmung.
Medienticker-Archiv
20.03.2006 Heute u.a.: Donnerwetter! Schrumpfen wir uns gesund - Leitthemen des Literaturbetriebs - Leipziger Buchmesse: War schon eine geile Zeit, damals - Wolfram Schütte: FR unter Universitätsaufsicht - Richard Strauss regt sie auf! - Google greift tief in die Taschen - Infiltration durch Penetration: Interview mit Feridun Zaimoglu + John Irving im Interview. Von Rüdiger Dingemann
Dienstag, 21.03.2006
Magazinrundschau
21.03.2006 Die Säkularen interessieren sich nicht für soziale Gerechtigkeit, darum sind die Islamisten so erfolgreich, glaubt Al-Ahram. Der New Yorker liest Francis Fukuyamas Abrechnung mit den Neocons. In Spiegel online glaubt Feridun Zaimoglu an die Europäisierung der Muslime. Outlook India überlegt, ob die indischen Muslime nicht als Volksgemeinschaft akzeptiert werden sollten. In der Gazeta Wyborcza empfiehlt Adam Michnik einen Roman über Opposition im kommunistischen Polen. Im Guardian lässt Seamus Heaney nichts auf W.B. Yeats kommen - trotz dessen Sympathie für die Faschisten. Die Weltwoche porträtiert Alain Finkielkraut. Die New York Times lauscht einer Debatte mit 400 Worten/min.
Heute in den Feuilletons
21.03.2006 Die taz entdeckt den vollen Umfang der Klitoris. Die FR erkennt bei Peter Handke auf gespaltene Persönlichkeit. Spiegel Online weiß, wer "Wolfstotem", das erfolgreichste chinesische Buch seit der Mao-Bibel geschrieben hat. In der SZ schwärmt der Autor Thomas Brussig von Florian Henckel von Donnersmarcks DDR-Film "Das Leben der Anderen". Paradoxes Unbehagen bereiten den Feuilletons die französischen Studentenproteste: Revolutionäre, die Unkündbarkeit fordern.
Bücherschau des Tages
21.03.2006 Mit Kritiken zu Ralf Dahrendorf: "Versuchungen der Unfreiheit" in der NZZ, Fred Wander: "Der siebente Brunnen" in der FAZ, John Updike: "Landleben" in der SZ, Paul Nolte: "Riskante Moderne" in der SZ und Philippe Grimbert: "Ein Geheimnis" in der NZZ.
Medienticker-Archiv
21.03.2006 Heute u.a.: Die Perfektion vor dem Buchdruck - Nike und Google gründen Online-Community für Fußballer - Ihre Moral und unsere - Jede Sekunde ein neuer Debütant - Ballerinen des Satans - Wie im Schwebeflug Musik hören - Tillas Götterbote - Älter als jede Revolution - Der Mars von seiner schönsten Seite + Lallen und Jammern. Von Rüdiger Dingemann
Mittwoch, 22.03.2006
Heute in den Feuilletons
22.03.2006 In der Welt staunt Wolf Biermann über Florian Henckel von Donnersmarcks Stasi-Film "Das Leben der Anderen", der es schafft, der "gesichtslosen Kanaille" ein Gesicht zu geben. Die FAZ lobt die Herzenskälte des Films. Der Tagesspiegel findet ihn hingegen "eifrig auf die Note Eins hin" inszeniert. In der taz spricht der türkische Pädagoge Ahmet Toprak über das schwache Geschlecht der Türkei: die Männer. In der SZ informiert ein weißrussischer Student über die Proteste in Minsk.
Bücherschau des Tages
22.03.2006 Mit Kritiken zu Kathrin Schmidt: "Seebachs schwarze Katzen" in der FR, Julian Ayesta: "Helena oder das Meer des Sommers" in der FR, Aram Mattioli: "Experimentierfeld der Gewalt" in der FR, Jürgen Schreiber: "Ein Maler aus Deutschland. Gerhard Richter" in der NZZ und Joseph Brodsky: "Brief in die Oase" in der FR.
Medienticker-Archiv
22.03.2006 Heute u.a.: Bertelsmann eilt nicht an die Börse - Wenn Spitzel zu sehr lieben - Bei Anruf Soap - Web-Fernsehen mit der Telekom - Microsoft verschiebt Einführung von Windows Vista - Rechner schlägt Spieler - Amazon zieht es nach Leipzig + Google komplettiert Gemischtwarenladen. Von Rüdiger Dingemann
Donnerstag, 23.03.2006
Heute in den Feuilletons
23.03.2006 Die FR bringt einen Text von Andrej Dynko, der zu den verhafteten Oppositionellen Weißrusslands zählt. Die taz erklärt, warum das neue Urheberrecht gegen die neuen Tauschbörsen ohnehin nichts vermag. Die SZ geißelt die Ignoranz der Außenminister gegenüber dem Goethe-Institut. In der Zeit erklärt Alain Touraine, warum die französischen Studenten protestieren. Die NZZ prüft die Güte der Religionen. Die FAZ weiß, welcher türkische Film noch erfolgreicher ist als das "Tal der Wölfe".
Bücherschau des Tages
23.03.2006 Mit Kritiken zu Peter von Matt: "Die Intrige" in der ZEIT, Alice Munro: "Tricks" in der ZEIT, Franz Schuh: "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" in der NZZ, Frank Schirrmacher: "Minimum" in der ZEIT und : "Last & Lost" in der SZ.
Medienticker-Archiv
23.03.2006 Heute u.a.: Der Zusammenprall der Realitäten - Flachbildschirm? Das war gestern - Großmütter des Folk - Forever young - Bäuchlings auf dem Bette - Keine Angst vor Heuschrecken - Der Finger auf der 9/11-Wunde: Nichts ist falsch am Genrefilm - Lass den Hass zurück + Das Gerüst hat standgehalten. Von Rüdiger Dingemann
Post aus der Walachei
23.03.2006 Von den hunderttausenden Juden, die im rumänischen Holocaust umgekommen sind, steht bis heute nichts in den Schulbüchern. Auf der Suche nach den Juden Bukarests, mit Mihail Sebastian und Norman Manea im Gepäck.
Freitag, 24.03.2006
Heute in den Feuilletons
24.03.2006 Drastischen Sex beobachtet die NZZ beim Filmfestival in Budapest. Die Welt sieht in Google Earth eine Neugeburt der Geografie. Die FR residiert in der Rubinstein-Suite des Hotels Pod Orlem. Die taz findet den neuen Prince angenehm zeitgenössisch. Die FAZ porträtiert den verhafteten weißrussischen Schriftsteller Andrej Dynko. Die SZ erklärt die für Verbraucher wenig erfreulichen Folgen des neuen Urheberrechts.
Bücherschau des Tages
24.03.2006 Mit Kritiken zu Hubert Wolf: "Index" in der SZ, Michal Hvorecky: "City" in der FAZ, Tomek Tryzna: "Zauberer" in der FAZ, Milos Vec: "Recht und Normierung in der Industriellen Revolution" in der FAZ und Mehdi Bazargan: "Und Jesus ist sein Prophet" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
24.03.2006 Heute u.a.: Stilbruch und Schublade - Melancholie der Verwandlung - Verklickt: Unser Globus ist Google nicht genug - Ein bißchen Beben soll das Haus - Bazon Brock oder das Pathos einer geklauten Badelatsche - Wie malt man mit schlafenden Händen? - Wolfgang Koeppen: Ich bin ein gewandter Lügner - Die zahlengläubige Republik + Lesen Sie jetzt, die Zeit läuft! Von Rüdiger Dingemann
Samstag, 25.03.2006
Heute in den Feuilletons
25.03.2006 "Frankreich ist nach 1945 geblieben, was es war" stellt die Schriftstellerin Cecile Wajsbrot in der Welt fest. In der NZZ fürchtet sich Autor David Albahari vor einem grenzenlosen Europa. In der Berliner Zeitung identifiziert Necla Kelek die türkischen Väter als primäres Integrationshindernis. Im Tagesspiegel erklärt der weißrussische Künstler Artur Klinau, wie einen schlechter Wodka ins Gefängnis bringen kann. Uneinigkeit herrscht über die vierte Berlin Biennale: Die taz fühlte sich wie auf Tauchfahrt in die Eingeweide der Esoterik, die FAZ erlebte Erschütterung und Katharsis, die SZ Unheimlichkeit und Depression.
Bücherschau des Tages
25.03.2006 Mit Kritiken zu Ilija Trojanow: "Der Weltensammler" in der TAZ, Peter von Matt: "Die Intrige" in der TAZ, Eli Zaretsky: "Freuds Jahrhundert" in der SZ, Ilija Trojanow: "Der Weltensammler" in der NZZ und Jan Faktor: "Schornstein" in der TAZ.
Montag, 27.03.2006
Heute in den Feuilletons
27.03.2006 In der Berliner Zeitung outet sich der Schauspieler und Spiralblock-Entreißer Thomas Lawinky als einstiger IM der Stasi. In der Welt diagnostiziert Vaclav Havel bei den Ukrainern postrevolutionäre Ernüchterung. Die NZZ attestiert den Westberlinern eine prekäre Gefühlslage. Die FR erkundet die dürren Leselandschaften Ägyptens. In der SZ erklärt Jens Petersen, wie sich die Ärzte von gutbetuchten Freunden der Hausmusik zu Trötenbläsern und Schilderschwingern gewandelt haben. Und für die taz besucht Gabriele Goettle die Bestattungsunternehmerin Claudia Marschner.
Bücherschau des Tages
27.03.2006 Mit Kritiken zu Cecile Wajsbrot: "Der Verrat" in der FAZ, Carl Barks: "Die tollkühnen Abenteuer der Ducks auf hoher See" in der SZ, Amin Maalouf: "Die Spur des Patriarchen" in der SZ, Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn" in der SZ und Christoph Türcke: "Heimat" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
27.03.2006 Heute u.a.: Ende der Radiokultur: Radiosender wird zum Plattengeschäft: - Zurück in der Apokalypse: Auguststraßens Aura - Encyclopaedia Britannica will nicht mit Wikipedia verglichen werden - Zur Nutzlosigkeit befreit - Weltkommunikation: Vom Kabel zum Netz - Digitale Enteignung - Breitband-User lesen lieber online + Wenn der Falke zur Taube wird. Von Rüdiger Dingemann
Dienstag, 28.03.2006
Magazinrundschau
28.03.2006 In der Lettre rühmt Juan Villoro den größten Fußballspieler aller Zeiten. Im Express erklärt Amos Oz, warum man Israelis und Palästinenser nur trennen, nicht versöhnen kann. In der Weltwoche erklärt Joe Zawinul, was es mit der Verwandschaft von Wiener Dialekt und walking bass line auf sich hat. In der New York Review of Books singt Robert Hughes eine Hymne auf Rembrandt. In Prospect ruft Alison Wolf: Willkommen zum Ende des 'weiblichen Altruismus'. Der New Yorker recherchiert, wie Armut in Amerika berechnet wird. Im TLS hält Edward Luttwak den Islamismus für einen Fliegendreck verglichen mit dem Kalten Krieg. Im Espresso verzweifelt Amelie Nothomb am Fernsehen. In Literaturen erklärt Paolo Flores d'Arcais, warum nur Feiglinge Berlusconi einen Faschisten nennen. In Al Ahram besteht der an der Columbia University lehrende Hamid Dabashi darauf, ein Opfer des rassistischen Westens zu sein. Und die New York Times widmet sich Fällen von Bibliophagie.
Heute in den Feuilletons
28.03.2006 In der Welt behauptet Niall Ferguson mit Blick auf George W. Bush: Ein Präsident in der zweiten Amtszeit ist nicht zwingend eine lahme Ente. In der FAZ bedauern sich die Opfer der alten Bundesrepublik. Die SZ geriet bei einer Ausstellung chinesischer Foto- und Videokunst im Berliner Haus der Kulturen in Vibration. Die taz outet sich als die eigentlich bürgerliche Zeitung.
Die Buchmacher
28.03.2006 In dieser Woche: Wie sich kleine Verlage auf große Veränderungen einstellen. Und wo die juristischen Verlage kräftig beben.
Bücherschau des Tages
28.03.2006 Mit Kritiken zu Judith Kuckart: "Kaiserstraße" in der NZZ, Ralf Bönt: "Berliner Stille" in der NZZ, Oksana Sabuschko: "Feldstudien über ukrainischen Sex" in der FAZ, Volker Weidermann: "Lichtjahre" in der SZ und Bernd Roeck: "Geschichte Augsburgs" in der SZ.
Medienticker-Archiv
28.03.2006 Heute u.a.: Die Deutschen sind die klügsten Europäer - Wenn Gott tot ist, gibt es nur Geplärr und Geleier - Menschen sind schrecklich und die Zukunft düster - Der Lehrling und seine Meister - Der Urheber und sein Eigentum - Einfach zu vertraut - Gewaltiges in Worten - Farben im Flüsterton + Die Moderatorin. Von Rüdiger Dingemann
Bücherbrief
28.03.2006 In Leipzig triumphierten die deutschen Romane - ob sie nun in Mekka, Anatolien oder Leipzig spielen. Und es geht um verlorene Söhne, geglückte Demokratien und ätherische Lasuren.
Mittwoch, 29.03.2006
Heute in den Feuilletons
29.03.2006 In der SZ sieht der Schriftsteller Jean Rouaud die französischen Studentenproteste als "nostalgisches und fantasmagorisches Remake" der 68-er Zeit. Der Soziologe Alain Touraine erklärt sie dagegen in der FAZ als Reaktion auf eine bonapartistische Politik. In der Berliner Zeitung fragt Richard Wagner: Wie europäisch ist die Ukraine? Die taz stellt den Musiker Qubais Reed Ghazala vor, der mit dem Schatten seiner Hand Platinen zum Singen bringt. Die NZZ hält gemeinsame Antarktis-Expeditionen von Israelis und Palästinensern für sinnlos. Die Welt bringt eines der letzten Interviews mit Stanislaw Lem, der vor zuviel Intelligenz warnt: "Im Grunde ihres Wesens ist sie ungesund."
Bücherschau des Tages
29.03.2006 Mit Kritiken zu Margriet de Moor: "Sturmflut" in der NZZ, Patrick Modiano: "Unfall in der Nacht" in der SZ, Frank Schirrmacher: "Minimum" in der FR, Julia Encke: "Augenblicke der Gefahr" in der NZZ und Jochen Jung: "Venezuela" in der FR.
Medienticker-Archiv
29.03.2006 Heute u.a.: Mit Backing von Ratzinger: Harald Schmidt übers Internet - Der skeptische Hellseher - Wo sind sie, die Inseln der Vernunft im Cyberstrom? - Was der PC von morgen kann - Digitale Leibesvisitation - Auf das Gedeihen gebaut - Mundgerecht konsumierbare Vergangenheit - Menschen in der Welt - Stunde der Schicksalsgemeinschaft + Bitte, nicht weitersagen! Von Rüdiger Dingemann
Donnerstag, 30.03.2006
Heute in den Feuilletons
30.03.2006 Die Welt berichtet fassungslos über Thomas Flierls Vorschlag an die Gedenkstätte Hohenschönhausen, sie möge "ihr Geschichtsbild doch bitteschön im Dialog mit den MfS-Mitarbeitern" erarbeiten. Auch die SZ meint: Die wahren Stasi-Debatten stehen uns noch bevor. In der Zeit warnt Friedrich Christian Delius vor zuviel Liebe zu Italien. Die FR weiß, wo Volksbühnenästhetik wirklich provoziert: in der Pariser Oper. In der FAZ entwickelt Amos Oz eine Friedensstrategie für Israel.
Bücherschau des Tages
30.03.2006 Mit Kritiken zu Francis Fukuyama: "Scheitert Amerika?" in der ZEIT, John Updike: "Landleben" in der ZEIT, Norman G. Finkelstein: "Antisemitismus als politische Waffe" in der ZEIT, : "Last & Lost" in der ZEIT und John Irving: "Bis ich dich finde" in der ZEIT.
Medienticker-Archiv
30.03.2006 Heute u.a.: Googles wächst und wächst und wächst ... - Besen! Besen! War's gewesen - Warten, Rauskommen, Hinkommen - Der Bischof und Bild - Deutschpflicht für Politiker - Der Anspruchsdenker - Sogenannte Museumsführer - Dieser Markt ist zu heiß + Lob des Lektors. Von Rüdiger Dingemann
Virtualienmarkt
30.03.2006 "Die alte Elite unserer Industrie verliert an Macht - die Redakteure, die Manager und, seien wir ehrlich, auch die Inhaber": So sprach Rupert Murdoch. Und er hat Recht.
Freitag, 31.03.2006
Heute in den Feuilletons
31.03.2006 In der SZ kritisiert Ingo Schulze den Mythos Dresden. Die NZZ lobt die Lust des Economist an der pointierten Analyse. Die taz verteidigt ehemalige Kritikerkollegen gegen die Kritik von Kritikerkollegen. Die FAZ porträtiert Thomas Flierl als engagierten Grübler, der ein Herz für die Opfer des Mauerfalls hat. Und Michel Wieviorka deutet die französischen Studentenproteste als Gegenteil von 68.
Bücherschau des Tages
31.03.2006 Mit Kritiken zu Richard Wagner: "Der deutsche Horizont" in der SZ, Nicolas Gomez Davila: "Notas" in der SZ, : "WBG Deutsch-Französische Geschichte. Band 1" in der FAZ, Rainer Babel: "WBG Deutsch-Französische Geschichte. Band 3" in der FAZ und Klaus Dieter Wolf: "Die Uno" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
31.03.2006 Heute u.a.: Deutschlands zweitgrößter Intellektueller - Telekom und Premiere - Google und an AOL - Damaligenallee und Mauergedenken: Der DDR-Sockel steht - Journalisten als Zielscheibe - Kein Google, kein iPod - Vom Bild geleitet - Und es entstanden Bilder am laufenden Band + Hollywood On Air. Von Rüdiger Dingemann