Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 15.13 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Mittwoch, 01.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Prinzessin trägt nur Rosa

01.02.2017 Die Welt ärgert sich über die Eskapaden Daniel Barenboims, der mit der Staatskapelle auf Steuerzahlerkosten auf Welttournee geht und sein eigenes Haus nicht mehr bespielt. Im SZ-Interview bekundet Fachmann Marcus Staiger Verständnis für den Antisemitismus im deutschen Rap. Die NZZ porträtiert die Schauspielerin Sunny Melles. Die FAZ bewundert in Chemnitz das revolutionäre Parolen- und Posenporzellan der russischen Avantgarde. Außerdem stellt die FAZ die Autorin Christina Sharpe vor.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Bild von frierenden Damen und Herren

01.02.2017 In der Welt macht Hamed Abdel-Samad auf die vielen Einreiseverbote in muslimischen Ländern aufmerksam.  Die Zeit erklärt zugleich, warum Saudi-Arabien und Ägypten zu Donald Trumps Einreiseverbot beflissen schweigen. Le Monde fragt sich nach weiteren Enthüllungen des Canard enchainé, wann sich François Fillon zu Ende demontiert hat. Die NZZ erzählt, wie der marokkanische König den Islam domestiziert. Und in der FR ruft Heinrich August Winkler die EU zum Handeln auf.

Medienticker

Schnappatmung

01.02.2017 Er will Kaiser werden: Mark Zuckerberg mächtiger als der Präsident - Rein in die rechte Blase: Januar 2017 in rechten Medien - Studie über Social-Media-Nutzung & Springer ist mit Nozz auf Millennial-Fang - Medien in Griechenland: Korruption befördert Zeitungssterben - Schweizer Medien: Über die dümmste Zeitungsfusion der Zeitungsgeschichte - Deutscher Medienkongress 2017: Alle Video-Interviews - Gespräch mit Safran Foer über "Hier bin ich" & Trump - Abschied: Verlagsende für die Friedenauer Presse + Anglizismus des Jahres 2016: Fake News.

Bücherschau des Tages

Kalkulierte Störungen

01.02.2017 Die FAZ lässt sich mit Andrei Platonow in "Die Baugrube" führen und damit in jene Zeit, als der Stalinismus sogar das Nachdenken zum Verbrechen machte. Der SZ leuchtet Ismael Kadares Roman "Die Dämmerung der Steppengötter" wie ein Fisch in der Tiefsee. Die NZZ bespricht Kinderbücher. Und die taz hört eine beeindruckende CD-Box mit "geheimen Sendern" im Widerstand gegen Hitler.

Tagtigall

Ich küsse dich schön!

01.02.2017 Denken und Lieben: Über den Gedichtband "das eine" der deutschen und ungarischen Lyrikerin Orsolya Kalász.

Im Kino

Natürlich Fado

01.02.2017 Aktueller, als einem lieb ist, fühlt sich "Hidden Figures" an, Theodore Melfis Biopic über drei schwarze Wissenschaftlerinnen, die in den 1960er Jahren bei der NASA Karriere machten. Nicolas Pesces Horrorfilm "The Eyes of My Mother" schert sich nicht darum, seine bizarre Welt mit der Normalität zu vermitteln.

Donnerstag, 02.02.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Autokrat will gar nicht überzeugen

02.02.2017 In The Dissident prangert Jean-Pierre Bekolo die französische Politik der Frankophonie in Afrika an. In der FR wirft Martin Gehlen einen traurigen Rundblick durch die arabische Welt ein paar Jahre nach dem arabischen Frühling. Die britischen Parlamentarierer haben gegen ihre Überzeugung pro Brexit gestimmt, und der Guardian fragt sich, wessen Performance kläglicher war, die von Labour oder die der Tories. Die SZ enthüllt den Sinn der Lüge in der Autokratie.

Efeu - Die Kulturrundschau

Jenseits des Zeig­baren

02.02.2017 In der NZZ beklagt Felix Philipp Ingold die Stillosigkeit der heutigen Literatur. In der Zeit lernt Isabelle Huppert den Kompromiss. Die Presse bewundert die wie Glaskörper geschliffenen Ölbilder Svenja Deiningers. Die Berliner Zeitung lässt sich beim Club Transmediale den Metabolismus mit Infraschallbässen verwirren.

Medienticker

Pillepalle-Blättchen

02.02.2017 "George Orwell war harmlos dagegen": Mathias Döpfners harsche Kritik am Fake-News-Kampf der Bundesregierung - Trendstudie: Zeitungsverlage legen Fokus auf das Kerngeschäft & Geschäftsmodell Lügen über Schumacher - Präsidentenberater Stephen Bannon: "Die Medien sollten den Mund halten" -  Türkeibesuch: Forderungen an Merkel - Kongress: Literatur & Engagement heute - Heimholung des "Exterritorialen": Wolfram Schütte über Jörg Späters Kracauer-Biografie + Literatur im TV funktioniert selten, meint Klaus Kastberger.

Bücherschau des Tages

Kristallene Geschlossenheit

02.02.2017 Gebannt gehen die Rezensenten in Paul Austers monumentalem Roman "4 3 2 1" der Frage nach, ob Charakter oder Zufall den Lebensweg bestimmen. Die FR blickt mit Sara Gallardos wiederentdecktem Roman "Eisejuaz" durch ein "ständig drehendes Kaleidoskop". Die taz empfiehlt Paco Rocas Graphic Novel "La Casa". Die SZ reist mit Laurent Mauvigniers "leichtem Gepäck".

Freitag, 03.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Das ist natürlich eine Unverschämtheit

03.02.2017 Auch wenn jetzt alle wieder "1984" lesen, eignet sich George Orwells dystopischer Roman nur bedingt zur Beschreibung des Trump-Regimes, meint die NZZ: Die Wahrheit ist viel schlimmer. Mit seinem Debut-Soloalbum verwandelt der Electro-R'n'B-Musiker Sampha Kritiker in Wattemenschen. FAZ und FR berichten fasziniert von den gespenstischen Videoarbeiten des englischen Künstlers Ed Atkins, die zurzeit in Frankfurt zu sehen sind.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Widerstand ist keine Eintagsfliege

03.02.2017 Politico staunt über die innovative Skrupellosigkeit von Marine LePens Social-Media-Kampagnen. Mit Massenprotesten gegen Korruption retten die Rumänen gerade die europäischen Ideale, meldet die Welt. Warum gelten Rechte eigentlich als bürgerlich, fragt die NZZ. Trump macht China great again, spottet der Guardian. Abbas Khider fühlt sich wie in einer Irrenanstalt, und Trump-Gegner Jonathan Safran Foer ermuntert: Wir sind die Mehrheit.

Medienticker

Welt im Kopf

03.02.2017 Aktualisiert: VG Wort & die Spesen - Referentenentwurf zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz -  Änderungsbedarf: EU-Datenschutzverordnung soll in deutsches Recht übertragen werden  - "Trump Bump":  Sprunghafter Anstieg der Digital-Abo rettet Bilanz der New York Times - Freitag: Jürgen Todenhöfer wird & Herausgeber & Jakob Augstein erklärt, warum - Paid Content: Erste Details zu Spiegel Daily - Fake News: Regierung oder Schiedsgericht als letzte  Instanz? - PEN-Veranstaltung: Wie gehen Krieg und Lyrik zusammen? - Theater-nachtkritiken aus Linz, Wien, Zürich - Glückwunsch: Paul Auster wird heute siebzig.

Bücherschau des Tages

Ein Hort freudiger Ereignisse

03.02.2017 Zum Siebzigsten von Paul Auster lesen NZZ und SZ seinen Roman "4 3 2 1" mit unterschiedlicher Begeisterung: Das Lebenswerk eines Sprachmeisters, jubelt die NZZ. Viel zu lang, ächzt die SZ. Sehr beeindruckt ist sie hingegen von Robert Gerwarths Studie "Die Besiegten" über das blutige Erbe des Ersten Weltkriegs. Die FAZ liest David Humes von Lothar Kreimendahl umfangreich kommentierte und elegant übersetzte "Dialoge über natürliche Religion" mit Gewinn und Lust.

Samstag, 04.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Formvollendet anmutig

04.02.2017 Die taz erkundet mit dem Architekten Winy Maas die demokratischen Stadträume über den Dächern von Rotterdam. In der Welt wendet sich Philip Oswalt mit Grausen von der Kirche ab, die im Schulterschuss mit Militär und Staat den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonskirche betreibt. Die NZZ erlebt mit Alvis Hermanis' "Madame de Sade" in Zürich einen herrlich dekadenten Theaterporno. Der Standard wiegt sich in der melancholischen Poesie des Theaterphilosophen Erwin Piplits. Und in der taz erlebt Diedrich Diederichsen in einer Vinyl-Retrospektive zu Yoko Ono die künstlerische Politik der Liebe.

9punkt - Die Debattenrundschau

Gerade wenn die Zeit drängt, muss man nachdenken

04.02.2017 Nicht Großbritannien wird bei den Brexit-Verhandlung der Bittsteller sein, weiß die taz. Außerdem erklärt sie, warum es sich auch nach 150 Jahren noch lohnt, Karl Marx zu lesen. Der Kampf gegen Fake News wird im Klassenzimmer gewonnen, glaubt der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski im Tagesspiegel. Nach Trumps Wahlsieg mahnt Slavoj Žižek in der NZZ zu Besonnenheit und Introspektion. "Auch Abwarten ist Handeln", warnt hingegen Dan Diner in der Welt. Und die SZ sucht schonmal nach den erfolgversprechendsten Protest-Strategien.

Bücherschau des Tages

Zwei Tritte in den Magen

04.02.2017 Klare Prosa, klare Ansagen: Die SZ lässt sich von Fatma Aydemir den reuelosen Zorn einer jungen Türkin in Deutschland um die Ohren hauen. Begeistert ist sie von der kühlen Intellektualität in Jonas Lüschers Gelehrtensatire "Kraft". Die Welt geißelt die Geschichte eines Tübinger Rhetorikprofessors im Silicon Valley dagegen als klischeehaft. Trumpaktuell findet sie aber Alberto Barrera Tyszkas Hugo-Chavez -Roman "Die letzten Tage des Comandante". Urkomisch und trostreich zugleich findet die FAZ Geoff Dyers Buch "Aus schierer Wut" über einen Autor mit Schreibblockade.

Montag, 06.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Auf der Suche nach Wirkung und Aussage

06.02.2017 Die NZZ feiert den fotografierenden Kantonspolizisten Arnold Odermatt, der ganz fantastische Bilder von Autounfällen schoss. Der Tagesspiegel erfährt auf der Transmediale, dass das Zeitalter des Anthropozän zu Ende ist. Die SZ erlebt beim Eclat Festival für Neue Musik die Überwindung der Abstraktion. Der Freitag wünscht sich vom Forum der Berlinale weniger Halbherzigkeit. In der FAZ huldigt Andrzej Stasiuk dem russischen Schriftsteller Andrej Platonow, der an Fortschritt und Unsterblichkeit des Menschen glaubte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wunden des Stolzes und der Zusammengehörigkeit

06.02.2017 In der NZZ geißelt Serhij Zhadan die europäische Indifferenz gegenüber der Ukraine. Die Zeit staunt über die unverdrossen demonstrierenden Rumänen. Nick Cohen analysiert im Observer, wie aus natürlichen Alliierten Europas Gefangene des Trumpismus wurden.  Das Spiegel-Cover mit Trump als köpfendem Taliban sorgt für Diskussionen bis in die Washington Post. NZZ, taz und SZ reagieren eher ablehnend. In Britannien wird über die Gewaltexzesse des Privatschulsystems diskutiert.

Medienticker

Sie schreiben, wie sie talken

06.02.2017 Urheberrecht: Muss Google für Inhalte der Verlage zahlen? - Yellow Press: Die wahre Heimat der Fake News - Kopf ab: Cover erhitzt die Gemüter -  Auf den Leim gehen: Rhetorik der Rechtspopulisten - Anarchischer Humor: Wenn die Realität die Satire überholt - Literaturwettbewerb: Bachmannpreis reformieren, und zwar bitte richtig, fordert Marc Reichwein + AfD warnt vor Buchhändlern.

Bücherschau des Tages

Was hat es überhaupt mit der Wahrheit auf sich?

06.02.2017 Die SZ verfolgt staunend und frohlockend, wie Juliana Kalnay in ihrer "Kurzen Chronik des allmählichen Verschwindens" das Haus mit der Nummer 29 Kopf stehen lässt. Als wunderbare Literatur feiert die FR Anna Kims Korea-Roman "Die große Heimkehr". Die FAZ trotzt mit Krimis von Peter May und Mark Douglas-Home den Stürmen der schottischen Westküste.

Bücherbrief

Intrigen und Herzflimmern

06.02.2017 Ales Stegers Logbuch der Gegenwart erschließt uns die Welt. Alexander Goldstein führt uns in Zeiten der UdSSR nach Baku. Charlie-Hebdo-Zeichnerin Catherine Meurisse liefert "Bewusstseinsanschauungen in Tusche". Michael Lewis erzählt die Geschichte der Verhaltenspsychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky - dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Februar.

Dienstag, 07.02.2017

Magazinrundschau

Bild zu Klang

07.02.2017 Im New Republic freuen sich Jedediah Purdy und die Gewerkschaften über Donald Trumps Wahlsieg. Der Merkur hat keine berechnenden Freunde. Der Guardian porträtiert Florian Philippot, Chef-Stratege des Front National und schwul. Orban mag NGOs genauso wenig wie Putin, weiß Magyar Narancs. Die LARB singt ein Loblied auf die Münchener Post, die bis zu ihrer Schließung 1933 gegen Hitler recherchierte. Hospodarske noviny sucht das Ideal der Batamanen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Flüchtige Aufnahmen von gespenstischer Anmutung

07.02.2017 Die taz fragt, ob es in einer identitären Welt überhaupt noch Musik gäbe. In der New York Times verbeugt sich Teju Cole vor dem gewissenhaften Realismus des Fotografen William Christenberry. Die SZ bangt um Frankreichs staatliche Kulturinstitutionen. Die FR erlebt mit Debussy im Stuttgarter Ballett eine sehr lustvolle Faunin. Zur Einstimmung auf Milo Raus "120 Tage von Sodom" huldigt Stefan Zweifel in der NZZ den perversen Werken als der Schule des Bösen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Nur die Repräsentierten

07.02.2017 Die taz referiert einen Terre-des-femmes-Bericht über Frauen in Deutschland, die Opfer von Genitalverstümmelung sind - etwa 48.000, und 9.000 Mädchen sind gefährdet. In der Wiener Zeitung besteht Isolde Charim darauf, dass eine plurale Gesellschaft  säkulare Räume braucht, ohne Kopftuch und ohne Kreuz. Laut SZ weiß Facebook, was Sie über Ihren Chef denken, auch wenn Sie es nicht schreiben. Und die NZZ liest in Bukarest ein Transparent, das auch Westeuropäer mal zur Kenntnis nehmen sollten: "Europa, wir stehen ein für deine Werte. Mit Liebe, Rumänien."

Medienticker

Die Subkultur wohnt hier nicht mehr

07.02.2017 Aktualisiert: Digital ist besser: Die Linken & Fake News - Facebook vor Gericht: Das Merkel-Selfie und die Wundermaschine - Der Trump-Flüsterer: Die Rhetorik des Stephen Bannon & Daniel Kehlmanns Leben mit dem Monster - Fiktion oder Fakten? Chris Kraus' Roman "I Love Dick" gegen alle Literaturdebatten - Engagierte Literatur: "E-Lektüren" Krieg und Frieden - 25 Jahre Maastricht: Robert Menasse über Europa als Entwicklungsroman + Auf Chansons Flügeln: Juliette Gréco wird neunzig.

Bücherschau des Tages

Eine Verbesserung der Menschheit

07.02.2017 Schwierige Integration, Notunterkünfte und stehlende Kinder: Die SZ liest beeindruckt Ré Soupaults brandaktuelle Reportage über Flüchtlinge in Deutschland im Jahr 1950. Die FAZ lobt Tamás Miklós' geschichtsphilosophische Betrachtungen "Der kalte Dämon". Als Ecksteinen der modernen türkischen Literatur preist die NZZ Oguz Atays großen und eleganten Roman "Die Haltlosen".

Mittwoch, 08.02.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Licht einiger Fackeln

08.02.2017 Alain Badiou verkündet in nonfiction.fr seinen Abschied von der Philosophie und verknüpft ihn mit einem dringlichen Plädoyer gegen die Natur. Gestern fand mal wieder ein Prozess zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger statt. Der Richter fand das Gesetz ziemlich schlecht. Und dann ist noch die Frage, wie lang ein kurzer Textabschnitt ist, berichtet horizont.net. Die Berliner Zeitung staunt über die Ahnungslosigkeit deutscher Richter in punkto Internet. Auch Kanada hat Einreisebeschränkungen bei muslimischen Ländern, schreibt Ayaan Hirsi Ali in der Welt.

Efeu - Die Kulturrundschau

In vollendeten Alexandrinern

08.02.2017 Die Auswahl für das Berliner Theatertreffen steht, nicht dabei sind Burgtheater, Deutsches Theater und das Hamburger Schauspielhaus: Haben die großen reichen Häuser nichts mehr zu bieten?, fragt die SZ. Auch die alten weißen Männer sind nicht dabei, bemerkt der Tagesspiegel. In der NZZ erklärt Martin R. Dean: "Wahrer Stil kann auch schlicht sein." In der FAZ verteidigt Steffen Martus die Germanistik gegen ihre Kritiker und Größenfantasie.

Medienticker

Zick-Zack der Geschichte

08.02.2017 Aktualisiert: VG-Wort: Verlags-Bettelbriefe an die Autoren - Honorar-Dumping: Kinderbuchautoren in der Nettoerlösfalle - Mexiko: Journalismus im Staat der Angst  - Vernachlässigt, aber relevant: Die Top Ten der "Vergessenen Nachrichten" & [Rückwärts] / [sträwkcüR] : Nachrichten von hinten - Journalismus: "Okay, Frau Merkel, das schreib ich so!" & Wer legt fest, was in der Zeitung steht + Tumultartige Trauerarbeit: Die Dresdner Bus-Skulptur & der rechte Mob.

Bücherschau des Tages

Teils überzeichnet, teils schemenhaft

08.02.2017 Die FAZ vertieft sich in ein Heft über die Regisseurinnen der 60er Jahre und springt mit Isabella Rosselinis Autobiografie von Anekdote zu Gedanke. Die FR lernt Freuds Anna O. in Franz Maciejewskis Romanbiografie als so kapriziöse wie unerschrockene Frau kennen. Die SZ fürchtet sich vor dem montierten Menschen. Die NZZ wirft mit Josiah Oberender einen Blick auf das antike Griechenland.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Kleiner Wegweiser durch die Berlinale

08.02.2017 Es ist wieder soweit: Insgesamt 399 Filme werden in den nächsten zehn Tagen im wuchernden Berlinaleprogramm gezeigt. Hier der Versuch, einen kleinen Pfad zu schlagen. Wir freuen uns ganz besonders auf Josef Haders Regiedebüt "Wilde Maus", Raoul Pecks Baldwin-Film "I am not your Negro", Fernando León de Aranoas Doku "Política, manual de instrucciones" über Podemos und Nicolas Wackerbarths fantastischen Schauspielerfilm "Casting".

Donnerstag, 09.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Wettbewerb mit Numerus clausus

09.02.2017 FR und SZ begrüßen drei syrische Busse vor der Dresdner Frauenkirche: Kunst kann eben doch provozieren! Anlässlich des Streits um den geplanten Münchner Konzertsaal kritisiert die SZ die unfairen Architekturwettbewerbe. In der FAZ verteidigen die Literaturwissenschaftler Heinz Drügh, Susanne Komfort-Hein und Albrecht Koschorke ihr Fach und ihre höhere Sensibilität. Und: heute abend wird die Berlinale eröffnet. Die Kritiker feiern schon mal mit zahlreichen Artikeln.

9punkt - Die Debattenrundschau

60 Prozent an Google, 40 Prozent an Facebook

09.02.2017 Wer waren die Opfer?, fragt die Zeit, nachdem bekannt wurde, dass Baschar al Assad Tausende Menschen hat hinrichten lassen. Wer sich in Europa über Trumps "Muslim Ban" aufregt, sollte ich auch mal die europäische Flüchtlingspolitik ansehen, meint die taz. Der Netzökonom beschreibt wie Google und Facebook Werbeinnahmen anziehen - nämlich wie ein schwarzes Loch.  Und wer die geplante Verfassungsänderung in der Türkei ablehnt, muss wohl Terrorist sein, so sieht es laut Bülent Mumay in seiner FAZ-Kolumne jedenfalls die Regierung.

Medienticker

Germanistik in der Krise?

09.02.2017 IVW-News-Top-50: Rekordflut - Literarische Stillosigkeit: Alltagssprache gehört zur Kunst - "Schiller war Komponist": Gesucht die eierlegende Wollmilchgermanist - Medien360G: MDR-Medien-Erklärer - Die Lust verlangt Opfer: Arno Widmann gratuliert Klaus Theweleit zum 75. - 170 Jahre Volkshochschule: Vom Flirtkurs bis zum Abitur + Kein Tag ohne D.T.: Amerikas Liberale sind beschämt, sagt Louis Begley & für T.C. Boyle ist es eine Katastrophe & Wenn Demokratien kippen kommentiert Klaus Brinkbäumer.

Bücherschau des Tages

Romantische Hintertriebenheit

09.02.2017 Niemand kann vom Aufstieg, Glanz, Elend und Untergang der osmanischen Herrschaft in Bosnien so gekonnt erzählen wie Ivo Andric, findet die NZZ und hofft, dass sein Roman "Wesire und Konsuln" viele Leser findet. Die FAZ begibt sich mit Anna Kim nach Korea. Die Zeit empfiehlt eine Karl-Jaspers-Briefausgabe und Kinderbücher.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Als es noch Zukunft gab

09.02.2017 Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie einmal war: Mit "Future Imperfect" nimmt die Retrospektive der Berlinale das eher düstere Science-Fiction-Kino in den Blick. Ein Streifzug durch die Vergangenheit des Kinos der Zukunft.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Gemacht, um umwerfend zu sein

09.02.2017 Die Hommage der Berlinale gilt in diesem Jahr der italienischen Kostümdesignerin Milena Canonero, die mit einem Ehrenbären ausgezeichnen wird. Canonero, berühmt für ihre farbintensiven Entwürfe, schuf unter anderem die Kostüme für Kubricks "Clockwork Orange", Pollacks "Out of Africa" und Coppolas "Marie Antoinette". Eine Würdigung

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Berlinale-Presseschau vom 09.02.2017

09.02.2017 Erste Empfehlungen, Interview, Porträts (im Bild Jury-Vorsitzender Paul Verhoeven): Der Berlinaleauftakt in der Presse.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Verspielter Furor heiligen Ernsts - Fernando Birris Experimentalfilm-Epos ORG (Forum)

09.02.2017 Ein Ungetüm, ein Monster, eine Wiederentdeckung des Forums aus den siebziger Jahren: Fast drei Stunden dauert der über zehn Jahre  erstellte Experimentalfilm ORG von Fernando Birri. Eine lohnenswerte Zumutung, deren anarchische Kraft auch heute noch vital wirkt.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Gypsy-Swing mit Nazis - "Django", der Eröffnungsfilm der Berlinale

09.02.2017 Django Reinhardt hatte in Paris unter der Besatzung Erfolg - auch und gerade unter den Besatzern. "Django" konzentriert sich auf das dramatische Jahr 1943, landet aber im konventionellsten sepiafarbenen Geschichtskino.

Freitag, 10.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Neue ist unvermeidlich

10.02.2017 Die NZZ staunt im Kunsthaus Zürich über die erotisch-explosive Spannung in den Berlin- und Ostseebildern Ernst Ludwig Kirchners. Ergriffen besichtigt sie außerdem die vertikale Campus-Universität in Lima. In der FAZ berichtet Olga Martynova vom Literaturfestival in Malaysia. Im Standard erläutert der Komponist Jorge Sánchez-Chiong seinen Pakt mit dem Teufel.

9punkt - Die Debattenrundschau

Sprunghaft ansteigende finanzielle Belastung

10.02.2017 Im Kunstblog musermeku.org erklärt Museumsleiter Roland Nachtigäller vom Marta in Herford, warum es heute für Museen immer schwieriger wird, Ausstellungen zu organisieren und zu dokumentieren - wegen des Terrors der Bildrechte. Und sollten Künstler aus der VG Bildkunst auszutreten, falls ihnen an ihrer Sichtbarkeit gelegen ist? In Berlin steht das Neutralitätsgesetz, das etwa Lehrpersonen an Schulen religiöse Symbole untersagt, nach einem Gerichtsurteil zur Debatte. In der NZZ fürchtet Michael Hagner, dass die Wissenschaften zu den ersten Opfern Trumps gehören.

Medienticker

Ängstliche Hippologen

10.02.2017 Aktualisiert: Zukunft der Germanistik: Wir Todgeweihten grüßen euch! & Albrecht Koschorke über die Präsenz von Germanisten im öffentlichen Raum - Urteil: Strittige Teile von Böhmermanns Erdogan-Gedicht bleiben verboten - Politik & Medien: Die Angst vor der Schlagzeile & die AfD kneift - Falsche Berichterstattung: Britische Daily Mail ist bei Wikipedia als Quelle nicht mehr zugelassen - Gerüchte sammeln: Ein Jahr Hoaxmap - Enthauptungen: Satire kopflos? - Navid  Kermani auf Gesprächs-Deutschlandreise - Wolfram Schütte über Trump-Folgen jenseits & diesseits des Atlantiks.

Bücherschau des Tages

Das Lachen des Tyrannen

10.02.2017 In "Unglück auf Rezept" äußern Peter und Sabine Ansari berechtigte Kritik an der Verschreibungspraxis von Antidepressiva, bieten aber keine brauchbaren Lösungen an, bedauert die FAZ. Als verlässliche Studienausgabe begrüßt sie außerdem den abschließenden 5. Band der Ausgewählten Werke John Stuart Mills. Die FR liest mit großem Gewinn Angela Weber-Hohlfeldts Essay über die Freundschaft zwischen Max Frisch und Alfred Andersch.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Austreibung der bösen Geister: John Trengoves "The Wound" (Panorama)

10.02.2017 Das Panorama befasst sich schwerpunktmäßig mit "schwarzen Welten". John Trengoves "The Wound" ist dafür ein sinnfälliger Eröffnungsfilm. Er bietet eindrückliche Einblicke in eine ansonsten verschlossene Welt.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Eine Parabel über die Demokratie: Amit V. Masurkars 'Newton' (Forum)

10.02.2017 Das indische Kino bringt oft seine ganz eigenen wunderbaren Spielarten hervor. Amit V. Masurkars "Newton" erzählt eine Dschungel-Geschichte. In diesem noch nicht ganz etablierten Genre geht es um das Drama der Demokratie, die Heirat aus Liebe und um Dschombies. Dieses rätselhafte Wesen lebt im Inneren des Landes, und seine Konturen werden zumindest im Laufe des Films in Ansätzen erkennbarer. Dschungel-Stories werden bestimmt ein ganz großes Ding, denn gerade in Indien haben Wahlen besonders viel Charme.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Ein bisschen Gewalt - Tiger Girl von Jakob Lass (Panorama)

10.02.2017 Kein Zweifel, die Lass-Brüder haben da ein Ding laufen mit Borderline-Frauen. In Tom Lass' "Käptn Oskar" (2013) fackelte eine Frau auf 180 erst einmal die Bude ihres Ex-Freundes nieder, bevor der Film losgehen konnte. Im ebenfalls 2013 entstandenen "Love Steaks" des Bruders Jakob rettet eine Punkfrau mit Alkoholproblem einen körperlich-klemmigen Tollpatsch vor der eigenen Unbeholfenheit. Seitdem ist vom neuen Independentkino in Deutschland die Rede, von German Mumblecore: Alltägliche Figuren, lose geskriptet, die Szenen über weite Strecken improvisiert, mit dem, was an Locations, Leuten, Material eben vorzufinden ist. Neue Lässigkeit statt ästhetischer Programme.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Ganz dicht am eigenen Leben: Ashley McKenzies 'Werewolf' (Forum)

10.02.2017 Zwei Junkies in einer mittelgroßen kanadischen Stadt, im Methadon-Programm. Sie hausen in einem Trailer, für ein paar Dollar mähen sie mit einem Rasenmäher die Vorgärten derjenigen, die sich von der Erscheinung nicht von vornherein abgeschreckt zeigen. Das Gerät ziehen sie hinter sich her, das dafür nötige Benzin wird per Schlauch und Ansaugen aus Autos geklaut. Eigentlich wollen die beiden weg von hier, das Methadon-Programm, bei dem sie Schulden haben, bindet sie jedoch. Er, Blaise (Andrew Gillis), ist der aggressivere der beiden, formuliert Ansprüche, will entgegenkommendes Verhalten erzwingen - Süchtigenverhalten eben. Sie, Nessa (Bhreagh MacNeil), wagt zaghafte Schritten aus dem Süchtigenleben Richung Konsolidierung. Ihre Betreuerin rät ihr, Blaise aus ihrem Leben zu streichen.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Berlinale-Presseschau vom 10.02.2017

10.02.2017 Ärger mit der Embargo-Regelung. Enttäuschung über den Eröffnungsfilm. Aber im Forum wartet ein Meisterwerk aus Korea darauf, entdeckt zu werden. Der erste Tag in der Presseschau.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Dann sind da noch die Tiere: Ildiko Enyedis 'On Body And Soul' (Wettbewerb)

10.02.2017 Mária (Alexandra Borbély) ist so elfengleich durchsichtig, dass sie schon vor dem bisschen Sonnenschein, der am Boden auf ihre nackten Zehen fällt, wie ein Reh zurückschreckt, wenn sie in der Arbeitspause im Hof des Schlachthauses an einem Betonpfeiler steht. Vielleicht ist sie aber auch einfach nur ungeheuer darauf bedacht, dass so schnurgerade Linien, wie sie der Schatten auf dem Boden zieht, nicht einfach ohne weiteres unterbrochen werden.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Guter Bruder, böser Bruder: 'The Dinner' von Oren Moverman im Wettbewerb

10.02.2017 "Für den Rest der Welt hatten Sie hier einfach ein nettes, langes Dinner", so lautet die offizielle Version des Abends. Dieser Satz ist nicht das Ergebnis einer Einigung, eher der vorläufige Endstand eines Kampfes, ausgetragen in sechs Runden - Aperitif, Vorspeise, Hauptgang, Käseplatte, Dessert und Digestif.

Samstag, 11.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Mirakulöse Voix mixte

11.02.2017 Die Welt wird vor David Hockneys Doppelporträts zum Paartherapeuten. In der FAZ schreibt Zadie Smith über Balthasar Denners Gemälde "Alte Frau". In der Welt erklärt Nora Bossong den Zusammenhang von liebevollen Bärchen und geilen Ludern. Die Musikkritiker trauern um den schwedischen Tenor Nicolai Gedda. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Als ginge uns das Herannahen der Katastrophe nichts an

11.02.2017 Politico.eu geht den engen Verflechtungen der religiösen Rechten in Amerika und Russland nach, die im "World Congress of Families" gegen Abtreibung und Homoehe agitieren. Auch Hitler wurde anfangs als ein Clown gesehen, warnt der Historiker Richard Evans in Slate. "Wir sind schuld", ruft Mircea Cartarescu in der FAZ - und meint damit uns Bürger der EU. Und in der taz erklärt der ehemalige Népszabadság-Redakteur Gergely Márton, warum es eigentlich die Deutschen sind, die die Abwicklung seiner Zeitung finanzierten.

Bücherschau des Tages

Heiter unruhig

11.02.2017 Die SZ spaziert mit Begeisterung durch hundert Jahre Alltag in Berlin. Die NZZ nimmt zum Flanieren lieber einen Jean-Paul-Atlas zur Hand. Oder sie versinkt gleich in Marcel Prousts schmeichelnde und parodistische, exzentrische und beißende Briefe. Die FR löst derweil mit Reginald Hill einen Fall in Yorkshire.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Wie hebelt man ein Parteiensystem aus: Fernando Leóns "Política, manual de instrucciones" (Panorama)

11.02.2017 Fernando León begleitete für  "Política, manual de instrucciones" die Spitzenpolitiker von Podemos und porträtiert keine Idealisten, sondern Techniker. Techniker der Macht.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Was Katzenhaar ist, und was Filmkorn: 'Aus einem Jahr der Nichtereignisse' im Forum

11.02.2017 Die Geduld der Welt und der Zusammenhang zwischen Filmmaterial und Katzenfell. René Frölkes "Aus einem Jahr der Nichtereignisse" feiert aquarellartiges Licht und beobachtet die Sturheit eines alten Bauern.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Auf die graue Welt: Rati Onellis 'City of the Sun' (Forum)

11.02.2017 In Tschiatura, einer Stadt in den Bergen Westgeorgiens, wurde bis in die neunziger Jahre Mangan abgebaut. Vor dem Ersten Weltkrieg, als die Minen zumeist deutschen Firmen wie der Oberhausener Gutehoffnungshütte, der Friedrich Krupp AG, dem Schalker Gruben- und Hüttenverein, der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft und dem Hamburger Kaukasische Grubenverein gehörten, betrug der Anteil Tschiaturas am Manganaufkommen der Welt fast 40 Prozent. Inzwischen sind die Minen erschöpft. Das weiß ich aus der Wikipedia, Rati Onelis Doku über Tschiatura, "City of the Sun", erzählt es nicht. Mit Fakten hat es der Film leider nicht so, er setzt mehr auf Atmosphäre. Die erzählt einem aber auch einiges.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Die Berlinale-Presseschau vom 11.02.2017

11.02.2017 Aufatmen, Kosslick: Nach Ildikó Enyedis Wettbewerbsfilm "On Body and Soul" ist "Django" verziehen. Im Forum öffnet sich eine Tür ins magische Haus - und offenbart nichts als lauter fantastische Nicht-Ereignisse. Beim "Tiger Girl" gehen alle in Deckung. Rüdiger Suchsland sucht derweil die große Retrospektive zu 100 Jahre UFA - und findet bloß Science Fiction. Die Presseschau.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Kirgisenküsse: Aktan Arym Kubats 'Centaur' (Forum)

11.02.2017 Diese Geschichte ist schnell erzählt: Ein Familienvater verliert Frau und Kind, weil er nachts Pferde stiehlt. Nicht um sie zu verkaufen, sondern um sie zu reiten. Das ist selbst im Kirgisistan des 21. Jahrhunderts nicht zu akzeptieren: Vor schneebedeckten Wipfeln wird die Hauptfigur zur Beute von neuen Kapitalisten, neuen Islamisten und traditionellen Richtern, die ihm zur Strafe eine Reise nach Mekka aufbrummen, um ihn nicht ins Gefängnis werfen zu müssen.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Gediegene Kryptik ist halbe Filmkunst - 'El mar nos mira de lejos' im Forum

11.02.2017 Männer am Strand: "El mar nos mira de lejos" raunt viel beim Beobachten des rieselnden Sandes. Tartesso, wie bist Du doch ferne.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Mutiger als ihr gut tut: Alain Gomis' Felicité (Wettbewerb)

11.02.2017 Wie Felicité das Geld für eine Operation ihres Sohns aufzutreiben versucht, das sie in dieser unverschämten Höhe natürlich nicht hat, gehört zu den traurigsten Geschichten, die jemals auf der Berlinale erzählt worden sind. Alain Gomis' "Félicité" im Wettbewerb.

Sonntag, 12.02.2017

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Das Ich in Großaufnahme: Yance Fords 'Strong Island' (Panorama)

12.02.2017 Schwarzes Selbstverständnis, schwarze Queerness: Yance Fords Essayfilm kreist um den nie vor Gericht verhandelten Mord an dessen Bruder. 

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Schön grobes Korn - Alex Ross Perrys Golden Exits (Forum)

12.02.2017 Unerheblich, aber angenehm nett: In Alex Ross Perrys "Golden Exits" geben sich die Stars die Türklinke hat und betrachten auf 16mm ihren Nabel. Das Brooklyner Frühlingslicht strahlt dazu in schönen Farben.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Die Mechanik der Frustrationskompensation: Josef Hader als 'Wilde Maus' im Wettbewerb

12.02.2017 Wegen Sparmaßnahmen setzt eine Zeitung ihren Musikkritiker auf die Straße. Der sinnt fortan auf Rache. Lustspiel mit dem beliebten österreichischen Kabarettisten Josef Hader.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Küss mir die Schuhe: Nicolas Wackerbarths 'Casting' (Forum)

12.02.2017 Nicolas Wackerbarts "Casting" ist ein brillante Reflexion über die Machtverhältnisse bei Fernsehen und Film in Deutschland. Und über unsere Existenz als ältliche Zwerge auf den Schultern des ewig jungen Riesen Fassbinder.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Erzählt von der Erschaffung Brasiliens: Andrea Thomas' 'Vazante' (Panorama)

12.02.2017 Der brasilianische Film ist in diesem Jahr gut auf der Berlinale vertreten, vor allem mit Regisseurinnen. In ihrem Historienfilm "Vazante" erzählt Andrea Thomas von der Entstehung des Landes aus Dreck, Gier und Unterwerfung. Es ist ein ambitionierter Film, der mit wenigen Mitteln auskommen musste.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Lässt das Moralisieren: Philippe Van Leeuws 'Insyriated' (Panorama)

12.02.2017 Philippe Van Leeuws "Insyriated" ist ein Kammerspiel in Damaskus. Schauplatz ist die Wohnung der Familie Yazan. Nur zweimal wagt sich die Kamera in den Hausflur. Sonst bleibt sie in der Wohnung, deren Vorhänge geschlossen sind.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

"Happy editing!" Ceylan Özgün Özçeliks "Kaygi" (Panorama)

12.02.2017 Eine Cutterin schaltet das Handy ab und will lieber nicht bei den Nachrichten arbeiten. Ceylan Özçeliks Film ist ein klares Statement gegen das Schwinden der Wahrheit und der Erinnerung.

Montag, 13.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Hang zum Höheren

13.02.2017 Zum Abschied gab Claus Peymann Heinrich von Kleists "Prinz von Homburg": Die FAZ sah den Träumer und Rebellen zum harmlosen Schmerzensmännchen minimiert. Die Welt schluckt ausgerechnet von Peymann die Botschaft: In der Demut liegt die wahre Größe. Die taz lernt mit Milo Raus Zürcher Inszenierung "120 Tage von Sodom" dagegen, wie freundlich Grausamkeit daherkommen kann. Bei den Grammys wurde dagegen der Muttergöttin gehuldigt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Lektion, die nie hätte vergessen werden dürfen

13.02.2017 Populismus ist eine Tendenz, die den Demokratien immer schon innewohnt, meint der Politologe Peter Graf Kielmansegg in der FAZ, während sein Kollege Jan-Werner Müller in der SZ warnt, es sich mit dem Protest zu einfach zu machen. In Le Monde will der Liberale Guy Sorman ein Grundeinkommen nur zulassen, wenn Sozialtransfers abgeschafft werden. In Britannien müssen Journalisten zusehends kuschen, wenn sie nicht ins Gefängnis wollen, fürchtet der Telegraph. Die NZZ ist entsetzt über den Zustand der arabischen Welt.  Und Nick Cohen warnt im Observer vor Verrückten, Zynikern und Kriechern.

Medienticker

Ausgeburt der Aufklärung

13.02.2017 Aktualisiert: Likemedien-Ranking: Bild so stark wie selten zuvor, Welt überholt SpOn - Journalisten: Wer Fake News sät, wird Entlarvung ernten - Urheberrecht: Proteste gegen Reformpläne - Türkei: Asli Erdogan und der "Schatten des Gefängnisses - Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Dortmund, Wien & Zürich - Schreibrausch: Von Rauschdichtern & Schreibbeamten - Filme erzählen: Flimmern, Rausch & Kettensäge - Hören fasziniert: Welttag des Radios +  Nachruf: Al Jarreau ist tot.

Bücherschau des Tages

Das Leben als ökonomische Prüfung

13.02.2017 Die SZ berauscht sich an der Schönheit der Prärien, die Wade Davis und Luis Fabini mit "Amerikas Cowboys" von Nord nach Süd durchqueren. Außerdem lässt sie sich von Ilma Rakusa den poetischen Zauber von Listen näherbringen. Nicht überzeugt ist sie von Edgar Wolfrums "Welt im Zwiespalt". Die FAZ fragt, wie viel Anstoß der Staat geben darf.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Flucht in die Poesie: Sylvain L'Espérances 'Combat au bout de la nuit' (Panorama)

13.02.2017 Ganze fünf Stunden lang widmet sich der kanadische Filmemacher Sylvain L'Espérance in seiner Dokumentation der Krise in Griechenland. Kein europäischer Regisseur hat je ein solch ambitioniertes Projekt zustande gebracht. Das muss man gleich in mehrfacher Hinsicht bedauern. Denn diese tiefgreifende Krise hat ja nicht nur das griechische Staatswesen, seine Ökonomie, seine Politik und seine Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs geführt, sondern auch die EU. Es ist fast schon beschämend, dass sich der europäische Dokumentarfilm so wenig für Griechenland interessiert wie die Medien, die sich mit dem Land nur dann befassen, wenn es wieder einmal vor der Zahlungsunfähigkeit steht oder wenn gerade keine andere Krise zur Hand ist.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Porträt einer großen Künstlerin: 'Chavela' (Panorama)

13.02.2017 Was für eine hinreißende Frau! Groß, schlank, mit einer expressiven, dramatischen Stimme und einem hochfahrenden Machismo, der in Mexiko sonst wohl den Männern vorbehalten ist. Chavela Vargas wurde 1919 in Costa Rica geboren. Sie sei ein trauriges Mädchen gewesen, das die Eltern nicht liebten, erzählt die 71-Jährige im Filminterview. Zu wenig mädchenhaft, zu verträumt. Noch sehr jung, ging sie nach Mexiko, wo in den Dreißigern alle Südamerikaner hinwollten. Und dort lernte sie zu singen. In Bars, Tavernen und auf Festen entwickelte sie ihren Stil.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Die Leinwand wird zu Fell - Die Berlinale-Presseschau zum 13.02.2017

13.02.2017 Nicolas Wackerbarths "Casting" ist ein Kritikererfolg, nicht nur beim Perlentaucher: "  Eine Satire auf die senderdominierte Filmproduktion in Deutschland, eine Auseinandersetzung mit dem Erbe des Neuen Deutschen Films, ein Spiel mit Machtkonstellationen und Geschlechterrollen." Andere Zeitungen vergeben schon Goldene Bären, zum Beispiel an Agnieszka Holland.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Zwei Filmschinken im Wettbewerb: Stanley Tuccis 'The Final Portrait' und Gurinder Chadhas 'Viceroy's House'

13.02.2017 Das Wochenende bescherte uns im Wettbewerb außer Alain Gomis' schönem "Felicité" (hier die Kritik) und Josef Haders "Wilde Maus" (hier die Kritik) noch zwei Filmschinken: Stanley Tuccis Biopic über den Künstler Alberto Giacometti und Gurinder Chadhas "Viceroy's House". Tuccis Film basiert auf James Lords Buch "A Giacometti Portrait".

Dienstag, 14.02.2017

Magazinrundschau

Technik der Angsterzeugung

14.02.2017 Unter Trump werden Homosexuelle auf der ganzen Welt zu leiden haben, fürchtet Foreign Affairs. Wie man soziale Identität in eine Waffe umschmiedet, kann man von Trump gut lernen, meint die Columbia Journalism Review. Hier ein Deal, da eine Fassbombe - Assad ist sehr flexibel, konstatiert die NYRB. Magyar Narancs untersucht die Hintergründe des neuen Imre-Kertesz-Instituts in Ungarn. Das Bookforum denkt über Geld und gute Literatur nach. Roads & Kingdoms reist ins georgische Poti, wo einst Herodot die Grenze zwischen Europa und Asien zog.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit dem Bügeleisen auf Margarinewürfel

14.02.2017 In der SZ erklärt Andres Veiel Joseph Beuys zum Antipoden der RAF und der dogmatischen humorlosen Linken. Im Guardian wirft Wolfgang Tillmans einen letzten Blick auf den schwindenden pan-europäischen Geist. Die taz wünscht sich eine Stadt, die auch über die Bücher spricht, die sie liest. Und die Welt mokiert sich über die Grammy-Verleihung: handzahm wie DDR-Kabarett!

9punkt - Die Debattenrundschau

Riesige Mengen an Dokumenten

14.02.2017 Im russischen Fernsehen werden ganz offen Szenarien zur Eroberung der Ukraine diskutiert, schreibt Andrej Kurkow in der FAZ. Der Guardian erzählt, wie lang der Antrag ist, den EU-Bürger ausfüllen müssen, wenn sie bleiben wollen: 85 Seiten.  Die Zeit erzählt, wie sich der BND in seinem eigenen Labyrinth verheddert, wenn es um die Aufklärung von Überwachungsskandalen geht.  Vice verlangt Eintritt in einen Londoner Privatklub.

Medienticker

Klasse der Nutzlosen

14.02.2017 Aktualisiert: Großbritannien: Frontalangriff auf den Journalismus - Schweiz: Eine Rebellion im Journalismus - Recherchen im Neonazi-Milieu: Die Schnüffelei hat Andrea Röpke geschadet - Der tote Botschafter: World Press Photo 2017 - Buchbranche: Frauenjob Lektorin - VG-Wort: Zeigt uns eure Loyalität, Verlage!, fordert Henry Steinhau - Mensch.Maschine.Zukunft: Yuval Noah Harari über sein Buch "Homo Deus" - Als wäre ein 13-Jähriger US-Präsident, meint Hans Ulrich Gumbrecht + Glückwunsch: Das wilde Denken des Alexander Kluge, der heute 85 wird.

Bücherschau des Tages

Mit philosophischer Unverdrossenheit

14.02.2017 Wenn Chris Kraus die New Yorker Kunstszene seziert, ist sie großartig, als feministisches Manifest taugt ihr von großem Hype umgebener Roman "I Love Dick" nicht, meint die SZ. Der gute Banker ist so selten wie der gute Banker-Roman, meint die FAZ und freut sich über Paul Murray, der auch noch klug über den modernen Schriftsteller nachdenkt. Die NZZ lässt sich von Carlo Stengers "Abenteuer Freiheit" den Liberalismus und die Psychologie des verwöhnten Kindes erklären.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Beziehungs-Skelette: Berlinale-Presseschau vom 14.02.2017

14.02.2017 Thomas Arslans Wettbewerbsbeitrag "Helle Nächte" spaltet die Kritik. In "Untitled" lässt Michael Glawogger die Esel klagen. Eine Presseschau.

Mittwoch, 15.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

So beginnen die Farben zu leuchten.

15.02.2017 Auf der Berlinale reißt Aki Kaurismäkis Wettbewerbsfilm "Die andere Seite der Hoffnung" die Kritiker mit. Außerdem kommt Paul Verhoevens "Elle" mit Isabelle Huppert ins Kino, die FAZ geht in die Knie vor der Königin des europäischen Kinos. Im Guardian wünscht sich Edouard Louis ein bisschen Willkommenskultur auch in der Literatur. Die NZZ feiert die akrobatische Gesangskunst der Barbara Hannigan als Lulu in Hamburg.

9punkt - Die Debattenrundschau

Was macht die Frauen stark?

15.02.2017 Ilija Trojanow  schildert in der taz die Folgen einer globalisierten Textilindustrie für Pakistan. Donald Trump ist trotz Putin-kritischer Äußerungen aus seiner Russland-Bredouille noch nicht raus, insistiert die New York Times. Slawomir Sierakowski hat in Project Syndicate  das Rezept gegen den Rechtspopulismus gefunden: Frauen. Correctiv.org möchte vom Erzbistum Köln wissen, in welche Aktien es investiert. In der NZZ fordert die Politologin Silja Häusermann die Linke auf, sich ihrer universalistischen Ideen zu besinnen.

Medienticker

Idiotokratisches Halali

15.02.2017 Aktualisiert: VG Wort-Urteil: Notfallfonds für Verlage - Germanistik: Schluss mit dem Totentanz-Geraune, fordert Klaus Kastberger - Die digitale Zukunftsstrategie der New York Times: Nur guter Journalismus reicht nicht - Medienbranche: Internationale Journalistenagenturen - Wahljahr 2017: Nagelprobe der Medien - Gericht: Zeit-"Störungsmelder" ist ein Organ der Presse - Willkommensjournalismus. Geflüchteten das Ankommen erleichtern - Die Poetik der elektronischen Musik: "Revolution of Sound. Tangerine Dream".

Bücherschau des Tages

Bündigste Mehrdeutigkeiten

15.02.2017 Sehr dankbar ist die FAZ für eine Ausgabe des "Romans des Freiherrn von Vieren", eines frühen Kriminalromans, an dem auch E.T.A. Hoffmann und Adalbert von Chamisso mitgearbeitet haben, und natürlich Friedrich de la Motte Fouque. Auch die SZ hat's heute mit Klassikern und reist mit Georg Forster an den Niederrhein. Die NZZ liest den Briefwechsel von Louise Hartung und  Astrid Lindgren.

Donnerstag, 16.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Minimalismus ist die Essenz

16.02.2017 Die Feuilletons erliegen einer atemberaubend angstfreien Isabelle Huppert in Paul Verhoevens Vergewaltigungsdrama "Elle". Volker Schlöndorffs "Rückkehr nach Montauk" stößt auf geteiltes Echo. Der Freitag lernt in der Germanistik kritisches Denken. Die FAZ filetiert mit Otto Dix in Düsseldorf die morbide Nachkriegsgesellschaft. Und das art-magazin analysiert die Gewalt der Geste in Medienbildern.

9punkt - Die Debattenrundschau

Mitten in der Zelle gab es ein Loch

16.02.2017 In der Zeit schildert ein ehemalige syrischer Häftling die grauenhafte Zustände in Baschar al-Assads Gefängnissen. Die New York Times fordert nach den jüngsten Enthüllungen über Trump und Russland einen Untersuchungsausschuss im Kongress. Die Berliner Zeitung erklärt, warum Deutsch als Fremdsprache im Goethe-Institut zur Zeit nicht so läuft. Slate.fr fragt sich, warum es nach einem schockierenden  Fall von Polizeigewalt in der Banlieue von Paris nicht zu Protesten kommt.

Medienticker

Übertreibung & bittere Wahrheit

16.02.2017 Aktualisiert: "Watched": Big Data, das öffentliche Ich & die Kunst - Umstrittene EU-Richtlinie: Kabinett beschließt Speicherung von Fluggastdaten - Digital News Initiative: NZZ testet personalisierte Nachrichten-App - Medien- und Kulturkrieg: Kriege werden im Medienbereich ausgefochten - Musik auf YouTube: Nie wieder Sperrtafeln -  Anthologie: Thomas Bernhards Städtebeschimpfungen - Die Nominierungen des Preises der Leipziger Buchmesse.

Bücherschau des Tages

Kakophonie der Schmerzensschreie

16.02.2017 FAZ und ZEIT lauschen Dimitri Schostakowitsch in Julian Barnes' "Lärm der Zeit". Sein bester Roman, findet die FAZ, das geht besser, meint die ZEIT. Die SZ taucht mit Cixin Lius "Die drei Sonnen" in ein ganz neues Universum chinesischer Science-Fiction. Mit Siegfried Mattl sehnt sie sich nach dem Kino bevor es Kunst wurde. Die NZZ reist mit dem arabischen Kolumnisten Sayed Kashua durch Israel. Und die ZEIT blickt mit Joachim Radkau und Yuval Noah Harari einer düsteren Zukunft entgegen.

Bücherschau des Tages

Kakophonie der Schmerzensschreie

16.02.2017 FAZ und ZEIT lauschen Dimitri Schostakowitsch in Julian Barnes' "Lärm der Zeit". Sein bester Roman, findet die FAZ, das geht besser, meint die ZEIT. Die SZ taucht mit Cixin Lius "Die drei Sonnen" in ein ganz neues Universum chinesischer Science-Fiction. Mit Siegfried Mattl sehnt sie sich nach dem Kino bevor es Kunst wurde. Die NZZ reist mit dem arabischen Kolumnisten Sayed Kashua durch Israel. Und die ZEIT blickt mit Joachim Radkau und Yuval Noah Harari einer düsteren Zukunft entgegen.

Freitag, 17.02.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Also ging ich

17.02.2017 Es reicht nicht, über Trumps Performance bestürzt zu sein, meint das Editorial Board der New York Times - die Presse muss auch verstehen, wie sie von Trump benutzt wird. Die FAZ erzählt, warum die Franzosen Emmanuel Macron lieben - weil sie seine Frau Brigitte Trogneux lieben. Mark Zuckerberg verspricht uns in einem Manifest eine globale Community, die wir alle lieben werden.  Und nach 130 Sitzungstagen muss der Untersuchungsausschuss zur Geheimdienstaffäre feststellen, dass der BND die Snowden-Enthüllungen als Machbarkeitsstudie aufgefasst hat, resümiert die taz.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es war wie die Geburt des Rock'n'Roll

17.02.2017 Unbedingt sehenswert findet der Tagesspiegel Denzel Washingtons Verfilmung von August Wilsons Theaterstück "Fences". Der Freitag rät dringend, den Film in der Originalversion zu sehen. Die NZZ erklärt, warum vom Schweizer Jahresetat für Literaturpreise gerade mal die Hälfte bei den Autoren ankommt. Brian Eno erzählt in Pitchfork, wie sein Album "Reflection" entstand. FAZ und NZZ erliegen in der Münchner Aufführung von Rossinis "Semiramide" dem berückenden Wohllaut der Mezzosopranistin Joyce DiDonato.

Medienticker

Nein, Sir, wir sind keine Deppen

17.02.2017 Aktualisiert: Trumps manipulative Medien-Umfrage -Viele Zeitungen vertreten nicht das Interesse ihrer Leser, meint Jakob Augstein -  Urheberrechts-Reformpläne: Appell der Verlage & Schriftsteller zur Publikationsfreiheit - Türkei: Schlagstöcke gegen die Freiheit der Wissenschaft & Eine Art Fäulnis, die dem Faschismus den Boden bereitet - Auszeichnung: Rüdiger Safranski erhält Ludwig-Börne-Preis & Ein Kommentar von Svenja Flaßpöhler + In memoriam:Hedwig Courths-Mahler zum Hundertfünzigsten & Carson McCullers zum Hundertsten.

Bücherschau des Tages

Zum Glück unterliegt Literatur keiner Doping-Kontrolle

17.02.2017 Als halluzinierten Naturforscherroman beschreibt die begeisterte SZ Pola Oloixaracs "Kryptozän". Empfehlen kann sie auch Tijan Silas Debütroman "Tierchen unlimited" und Erzählungen von Zelda Fitzgerald. Die taz liest mit Gewinn Julia Zanges Roman "Realitätsgewitter". Und die FAZ lässt "75 Years of Capitol Records" Revue passieren.

Samstag, 18.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Wir selbst sind das Medium

18.02.2017 Die Feuilletons nehmen Abschied vom großen griechischen Künstler Jannis Kounellis. Die Welt erklärt, was an dem filmischen Dokument von Marcel Proust so aufregend ist. Die FAZ erlebt mit Philip Tiedemanns Inszenierung von Heiner Müllers "Herzstück" im Berliner Ensemble einen vergnüglichen Abschiedsabend. Der Kurier verzweifelt an der Wiener Unfähigkeit zu spektakulärer moderner Architektur. Das Zeit Magazin entdeckt die Unterhose als Mittel des politischen Protests. Und A.V. Club meldet: Der heilige Gral der Nouvelle Vague ist bei Youtube aufgetaucht!

9punkt - Die Debattenrundschau

All die Visionäre

18.02.2017 Peter Sloterdijk taucht für die NZZ tief ins neosophistische Zeitalter. Julian Barnes denkt in der Welt über die Dehnbarkeit des Wahrheitsbegriffs schon zu Schostakowitschs Zeiten nach. Die SZ lernt den Kulturbegriff von Algorithmen kennen. Die Zeit verstrickt sich in den Widersprüchen Facebooks.

Bücherschau des Tages

Der Radius des Pikaresken

18.02.2017 Mit gemischten Gefühlen liest die FAZ Ingeborg Bachmanns Traumaufzeichnungen, Briefe und Briefentwürfe, die den Auftakt zur großen Salzburger Werkausgabe bilden. Der SZ hat Julian Barnes' Roman "Der Lärm der Zeit" außerordentlich gut gefallen. Die NZZ empfiehlt Joshua Cohens Roman "Solo für Schneidermann". Und die Welt preist Franzobels Historienroman "Das Floß der Medusa" als das größte Grausamkeitstheater seit Grimmelshausen.

Montag, 20.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Kämpfe nahen

20.02.2017 Nichts einzuwenden haben die Kritiker gegen den Goldenen Bären für Ildikó Edyenis "On Body and Soul". Und selbst etwas lauwarm resümieren sie eine Berlinale, die im Guten wie im Schlechten wenig Grund zur Aufregung bot. Schlichtweg umwerfend findet der Tagesspiegel György Ligetis von den Berliner Philharmonikern aufgeführte Oper "Le Grand Macabre". Am Wochenende hatte außerdem Ersan Mondtags "Ödipus und Antigone" am Maxim-Gorki-Theater Premiere: Die Berliner Zeitung sah ein erschlafftes Bürgertum seiner Abschaffung entgegentrippeln.

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Interesse der erzählten Geschichten

20.02.2017 Wer ein Versagen der Aufklärung kritisieren will, kommt ohne ihre Instrumente nicht aus, sagt Kenan Malik im Observer an die Adresse postkolonialer Studenten und ihrer Kritik an der "Whiteness" von Kant und Platon. FR und SZ  sind fassungslos über die Jubelstimmung der Erdogan-Anhänger beim Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim in Oberhausen.  In Zeit online untersuchen Luc Boltanski und Arnaud Esquerre das Bündnis von Kunst und Luxus.  Die New York Times sucht nach Wegen, Donald Trump abzusetzen.

Medienticker

Jeden Morgen eine andere dumme Idee

20.02.2017 Aktualisiert: Die Top 20: Medien nach Facebook-Video-Views - Türkei: Der Fall Deniz Yücel bleibt in der Schwebe & FAS-Kommentar erzürnt Kollegen - Politik & Presse: Die Sache mit den Hintergrundgesprächen - Spinnen wir alle? Grenzen sich seriöse Journalisten von unseriösen ab? & Fake News in Self-Publishing-Plattformen - Auf dem Albtraum-Dampfer: Theater-Kritiken aus Berlin, Düsseldorf, Hamburg & Stuttgart + Smells like: Heute wäre Kurt Cobain fünfzig geworden.

Bücherschau des Tages

Die freie Liebe im Südpazifik

20.02.2017 Als Tolle Wortmusik feiert die FAZ das Klangkunstwerk  "Peng Peng Peng"  von Nora Gomringer und Philipp Scholz. Außerdem folgt sie auch in der Hörbuchfassung von Thoma Luz Judith Schalansky freudig durch alle Weltmeere und zu den abgelegenen Inseln.  Die SZ ackert sich durch Dieter Borchmeyers tausendseitige Untersuchung der "Was ist deutsch?"

Dienstag, 21.02.2017

Magazinrundschau

Dort leben die Unsichtbaren

21.02.2017 Harper's berichtet vom Treffen des World Congress of Families, auf dem sich westliche Schwulenfeinde von östlichen trösten ließen. In El Pais Semanal träumt Valeria Luiselli von maßgeschneiderten Landkarten. Die LARB trauert dem metaphysischen Abgrund der osteuropäischen Literatur hinterher. In Ceska pozice sieht der israelische Historiker Yuval Noah Harari schon die nächste große Ungleichheit voraus - die bioglogische. Wired sucht Wege aus der Krise des Journalismus.

9punkt - Die Debattenrundschau

Dämonisches Doppelspiel

21.02.2017 Großes Thema Sufismus. Auf Zeit online  plädiert der pakistanische Wissenschaftler Syed Qamar Afzal Rizwi für den Sufismus als Gegenpol zum islamistischen Extremismus. In Guardian und FAZ schreiben William Dalrymple und Ilija Trojanow über das Attentat auf den Sufi-Tempel in Sehwan Sharif, Pakistan. In Russland wird die "Beleidigung religiöser Gefühle" drakonisch verfolgt, berichtet politico.eu. In der taz kritisiert Mark Terkessidis die "kritische Weißseinforschung". Und der Tagesspiegel berichtet über eine spektakuläre Revolte der Technischen Universität Berlin gegen die Wissenschaftsverlage.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es geht nicht ums Auserzählen

21.02.2017 Packend, kraftvoll und wild finden NZZ und Tagesspiegel Andrea Scartazzinis Oper über den taumelnden König "Edward II". Der Standard bewundert die Ballerina Rebecca Horner. Die taz feiert die kanadische Bildhauerin Liz Magor. Die Welt stürzt sich mit Walt Whitman ins vibrierende New York. Die Zeit führt vor, wie von Trollen inspirierte Musik klingt.

Medienticker

Die Angst des Bill Gates

21.02.2017 Die FAZ & Deniz Yücel: Intellektueller & moralischer Auffahrunfall - Fake News: Die Entwicklung von Gerüchten - US-Medien: Die neue Hartnäckigkeit - Vorratsdatenspeicherung: Wirtschaftsministerium will keine für WhatsApp & Co. - Mathias von Blumencron: Zu Paid Content kann man niemanden zwingen - Podcast #NewWork: Sind Frauen die Schlüsselfiguren für die digitale Transformation? + Wer macht Geschichte? Strukturen oder Personen.

Bücherschau des Tages

Ins Offene zurück

21.02.2017 Die FR erschrickt beim Lesen von Götz Alys "Europa gegen die Juden": Wie nah der Holocaust plötzlich wieder ist! (Hier unser Vorgeblättert) Die FAZ liest gebannt, wie Philipp Blom in "Die Welt aus den Angeln" Aufklärung und Neuzeit auf die kleine Eiszeit zurückführt. Zum Meisterwerk erhebt sie außerdem Serhij Zhadans Reportagenband aus dem ukrainischen Kriegsgebiet "Warum ich nicht im Netz bin". Und die NZZ wandert mit Adolf Muschg auf Goethes Spuren durch Neuschnee zum Gotthard.

Mittwoch, 22.02.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Geheimdienste am Datentisch

22.02.2017 Religionsfreiheit hat eine Grenze, sie liegt dort, wo staatliche Neutralität in Frage gestellt wird, schreibt Ahmad Mansour in der Welt. Die FAZ geißelt die Willfährigkeit der EU bei der Speicherung von Flugdaten. Facebook und Google sollten etwas von ihren Gewinnen für investigativen Journalismus abgeben, findet Steven Waldman in der New York Times. Und politico.eu beschreibt die Angst der Iren vorm Brexit.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der illusionslose Blick des Expressionisten

22.02.2017 Die FAZ fragt, ob eigentlich auch Frauenbünde im Opernbetrieb funktionieren würden. Die SZ zeichnet den Architekten, der auf sein Recht besteht, als tragischen Helden. Der Standard erschauert vor der entblößten Wahrheit in den Zeichnungen Egon Schieles. Der Tagesspiegel sinniert nach Peter Bergs Dokudrama-Thriller "Boston" über die innere Leere nach einem Terroranschlag. Die taz fragt, ob das deutsche Kino jemals einen Film mit dem Titel "Breitscheidplatz" zuwege brächte.

Medienticker

Prosa als Programm

22.02.2017 Aktualisiert: Amnesty-Jahresbericht: Die Welt wird finsterer &  unsicherer - Pressefreiheit auf Türkisch: Warum Ankara Angst vor Deniz Yücel hat - Roboterjournalismus: Erkennen Leser den Unterschied? - Identitätsdebatte: "Deutsch-Sein heißt, weltbürgerlich zu denken", sagt Dieter Borchmeyer - Heimat & Zuhause: Vereinnahmt von Klischees - Dichter & Mystiker: Peter Handke & Jakob Böhme - Jane Bowles zum Hundertsten: Attacke auf bürgerliche Anstandsregeln +  "Godfather of Fusion": Zum Tod von Larry Coryell.

Bücherschau des Tages

Paris, Neapel, Ibiza

22.02.2017 Im Rezensentenhimmel schwebt die FAZ mit Walter Benjamins neu edierten Essays "Über Städte und Architekturen". Geradezu atemberaubend findet die NZZ Gusel Jachinas Debütroman "Suleika öffnet die Augen", der von einer jungen Tatarin in Stalins Sowjetunion erzählt. Außerdem lässt sie sich von Georg Seeßlen erklären, wie man einem Rowdy in der Politik beikommt. Die taz liest Götz Alys neues Buch "Europa gegen die Juden".

Donnerstag, 23.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Wenn die Kunst der Hammer ist

23.02.2017 Tag der großen Retrospektiven: Die FAZ feiert Otto Freundlichs farbenprächtigen kosmischen Kommunismus in Köln, die SZ schaut zu, wie sich Marina Abramovic in Stockholm dem Tode entgegen kuratiert und die NZZ ergründet die Beliebtheit von David Hockney in London. FAZ und Welt suchen in Brasilien die Gründe für den Suizid von Stefan und Lotte Zweig. Tagesspiegel und DeutschlandradioKultur fragen: Droht am Kulturforum ein neues Berliner Bau-Desaster? Und im Standard spricht Isabelle Huppert über Männer.

9punkt - Die Debattenrundschau

Revolutionäre Versatzstücke

23.02.2017 Aus Videoüberwachung wird Gesichtserkennung, aus Kontrolle Erzwingung von Wohlverhalten, fürchtet Sascha Lobo in Spiegel Online nach Ankündigung neuer Überwachungstechnik in Berlin. Zeit und und Zeit online zeigen, wie die Türkei nun auch in Deutschland Medienpolitik macht: brachial. Auch Emily Bell fordert in der CJR nun Google und Facebook auf, Journalismus zu finanzieren. Die Verharmlosung des Kommunismus befeuert den Rechtspopulismus, füchtet der Tagesspiegel. Die Zeit dagegen lechzt von ihrem gemütlichen Hamburg aus dann doch nach einer etwas prickelnderen Kapitalismuskritik.

Medienticker

Philosophieren als "wahr träumen"

23.02.2017 Deniz Yücel: Diesen Autor kann man nicht wegsperren & Kann ein Türke objektiv sein?, fragt Özlem Topçu - Postfaktisch: Interessen schlagen Fakten - Bild-Ombudsmann: Betr.: Zweifel an Fakten - Russland startet Kampagne gegen Fake News - Daniel Cohn-Bendit & Götz Aly diskutieren über europäischen Antisemitismus - Karl Jaspers' Briefwechsel: Humane Gestalt eines Philosophen + Mitschöpfer: Zum Tod des Dirigenten Stanislaw Skrowaczewski.

Bücherschau des Tages

Rhetorisch hinreißende Misanthropie

23.02.2017 Die FAZ erliegt dem Furor von Miroslav Krlezas fünfbändigem Roman "Die Fahnen", der ihr vom Emanzipationskampf der kleinen Balkanländer erzählt. Die SZ streift mit Nora Bossong lieber durchs Rotlichtmilieu und erlebt kommerzialisierte Sexualität in Verrichtungsboxen. Die taz blickt mit George Prochnik zurück auf das Leben Stefan Zweigs. Die ZEIT verarbeitet in Ingeborg Bachmanns Traumprotokollen und Ärztebriefen die Trennung von Max Frisch. Und die NZZ bespricht politsche Bücher.

Freitag, 24.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Wer weint, hat keinen klaren Blick

24.02.2017 In Berlin haben sich Kultursenator Klaus Lederer und der neue Volksbühnen-Chef Chris Dercon darauf geeinigt, sich nicht zu einigen, meldet der Tagesspiegel: Der Dissens bleibt eklatant. In der Welt erklärt Documenta-Kurator Bonaventure Ndikung, was Griechenland von Kamerun lernen kann. Die FAZ erkennt in dem Wiener Maler Richard Gerstl einen unglückseligen Narzissten. In der Debattte um die Germanistik möchte die NZZ doch noch auf einige Schwächen des Fachs hinweisen, zum Beispiel das terminologische Geschwurbel.

9punkt - Die Debattenrundschau

Hashtag- und Sprachvorschriftsgetöse

24.02.2017 Stephen Bannon hat sich zum ersten Mal seit Trumps Amtsübernahme geäußert und beharrt auf seiner Düsternis, berichtet die Washington Post. Nicht Putin ist schuld an Hillary Clintons Niederlage, sondern Hillary Clinton, meint Keith Gessen im Guardian. Die FAZ ist fassungslos über die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal, die Opfer von Vergewaltigungen lieber als "Erlebende" bezeichnen möchte. Der Berliner Zeitung geht das Feuilleton aus, meldet die taz.

Medienticker

Perfide Petition

24.02.2017 Aktualisiert: BND soll Journalisten bespitzelt haben - Verlagslobby verleumdet Entwurf zum Wissenschaftsurheberrecht - Und morgen die ganze Türkei: Deniz Yücel über Erdogans Aufstieg - Google will  mit künstlicher Intelligenz bekämpfen - Nudging bei Facebook: Subtiles Stupsen gegen den Terror? - Bachmann Gesamtausgabe: Ein Gespräch mit den Herausgebern Irene Fussl & Hans Höller + Der tägliche Medien-Donald: CNN & New York Times dürfen nicht ins Weiße Haus.

Bücherschau des Tages

Die Quälerei der Auflösung

24.02.2017 Als estnischen Klassiker stellt die FR Anton Hansen Tammsaare vor, der in "Das Leben und die Liebe" so diskret wie herzzereißend eine unglückliche Liebesgeschichte erzählt. Als erzählerischen Kraftakt rühmt die NZZ Lukas Bärfuss' Roman "Hagard". Die FAZ lernt mit Jürgen Osterhammel Essayband "Die Flughöhe der Adler", historischen Großerzählungen zu misstrauen. Außerdem dankt sie Philip Siegel für nüchterne Einblicke in die Pornoindustrie.

Samstag, 25.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Das geduckte Leben im Underground

25.02.2017 Große Aufregung vor den Oscars: Die Welt fürchtet, dass Trump uns jetzt auch noch den Oscar für Toni Erdmann nimmt. Im Hollywood Reporter protestieren die Nominierten gegen Fanatismus und Nationalismus. Die SZ lässt sich bei Wolfgang Tillmans in London die Angst vor Chris Dercon nehmen. In der FAZ hat Yasmina Reza keine Lust auf Identitäten. FAZ, NZZ und nachtkritik.de applaudieren Stefan Bachmann, der den Wilhelm Tell in Basel rappen, haten und dissen lässt. NZZ und Standard finden Literatur in Ingeborg Bachmanns böse leuchtenden Traumbildern.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ich will das Feuer sein

25.02.2017 Einen Angriff auf die demokatischen Ideale nennt die New York Times den Ausschluss etlicher Medien von einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Slate warnt davor, sich die Agenda von Trumps Strategen diktieren zu lassen. Auch die NZZ ahnt: Als rechter Leninist weiß Stephen Bannon Gelegenheit und Chaos für sich zu nutzen. Die FR glaubt, dass die USA auch ohne Trump den Mantel der globalen Führung hätten ablegen müssen. Und die FAZ fragt: Brauchen wir einen  Breitbandausbau für das menschliche Hirn?

Bücherschau des Tages

Traumschloss der Empfindsamkeit

25.02.2017 Die FAZ staunt mit Josef H. Reichholf über die prächtigen "Symbiosen" von Faultieren und Clownfischen. Außerdem findet sie: Marina Abramovic performed besser als sie schreibt. Die SZ lauscht andächtig den antiken Sirenengesängen des Verglühens in Lukas Bärfuss' Obsessions-Novelle "Hagard". Die FR schnüffelt mit Gewinn in den Tagebüchern Paul Adenauers. Die taz flaniert mit Elliot Paul ein letztes Mal durch das Paris der kleinen Leute und mischt mit Tijan Silas Bosnien-Flüchtling die deutsche Provinz auf. Und die Welt bleibt lieber wach, um mit Zsuzsa Banks' "Schlafen werden wir später" den Briefroman wiederzubeleben.

Montag, 27.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Heroischer Rufer in der Wüste

27.02.2017 Der Oscar für den besten Film geht an Barry Jenkins "Moonlight". FAZ, Welt und ZeitOnline sind zufrieden, critic.de nicht. Im Standard verkündet Aki Kaurismäki künftig lieber zu gärtnern als Filme zu machen. In der SZ will das Kuratorenpaar Elmgreen und Dragset die Türkei mit der Istanbul-Biennale lieber nicht provozieren.  René Polleschs Riesenküken-Spektakel "Ich kann nicht mehr!" teilt die Gemüter: Postbarocke Revolutionsrevue, findet die Nachtkritik, abgenagter Pollesch-Knochen, meint die FAZ. Und dem Tagesspiegel schwinden in der Elbphiharmonie die Sinne.

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Rahmen der Vorschriften

27.02.2017 Der Guardian porträtiert den Hedgefonds-Manager und Trump-Unterstützer Robert Mercer, der sein Geld nicht nur in Yachten steckt, sondern in Breitbart News und in die Leugnung des Klimawandels. In der Welt hält Thea Dorn fest, dass nicht nur Trump Weltbild über Wahrheit stellt. In der NYRB fürchtet Timothy Snyder bereits den günstigen Notstand. Die FAZ warnt vor faulen Heringen.

Medienticker

Haut die Presse

27.02.2017 Türkei: Deniz Yücels Haftprotokoll & Can Dündar will Erdoğan reden lassen - Gefährliche Strategie: Medienschelte der Populisten & immer geht der Blick nach rechts in deutschen Talkshows - Investigatives Fernsehen: Wir rütteln auch an Ihrer Tür -  Journalisten leben gefährlich in Mexiko: "Sie machen Hackfleisch aus dir" - Streaming-Dienst: Amazon jubelt über seine ersten Oscars - Ach, niemand hört auf mich: Rainer Moritz über die Leiden eines Literaturkritikers + In memoriam: Vor 175 Jahren wurde Karl May geboren.

Bücherschau des Tages

Gespür für Wolken und Wasser

27.02.2017 Die SZ verliert den Glauben an die Menschen mit Philipp Bloms "Geschichte der Kleinen Eiszeit". In Rolf Bauerdicks hemmunglos erfrischender "Verteidigung des Glaubens" stürzt sie sich in metaphysische Höhen und biblische Untiefen. Die FAZ bespricht Kinderbücher: Mit Peter Härtlings poetisch-subtiler Geschichte "Djadi, Flüchtlingsjunge" lernt sie respektvolles Miteinander und mit Martin Gülichs Gaspard Amundsen begibt sie sich auf eine "fabelhafte Reise".

Dienstag, 28.02.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein bisschen mehr Licht in der Rübe

28.02.2017 Große Einigkeit nach den Oscars: Der Preis für Barry Jenkins' "Moonlight" geht in Ordnung, Highlight des unpolitischen Abends bleibt aber die peinliche Panne. Der Tagesspiegel beklagt Hollywoods Monokultur. Die Welt fragt nach zwei Otto-Dix-Ausstellungen: Unbestechlicher Realist oder kalkulierender Radaubruder? Die FAZ blickt in die ahnungslosen Kinderaugen der Paula Modersohn-Becker. Und Martin Laberenz' Inszenierung von Elfriede Jelineks Stück "Wut" in Berlin wird begeistert besprochen - auch wenn's keiner verstanden hat.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wir durften ihn kurz umarmen

28.02.2017 Deniz Yücel kommt in Untersuchungshaft. Die taz bringt Hintergründe. In der Welt protestiert Mathias Döpfner. Die Zeit porträtiert Ayn Rand, die Säulenheilige des amerikanischen Libertarismus. In der FAZ macht der niederländische Journalist Joris Luyendijk wenig Hoffnung auf einen europafreundlichen Ausgang der niederländischen Wahlen. In Frankreich wird anlässlich der Vermeer-Ausstellung im Louvre über Museen gestritten, die ihren Besuchern das Fotografieren untersagen.

Magazinrundschau

In der Mitte der Nahrungskette

28.02.2017 Der Merkur erklärt, warum es gut es, dass wir jetzt im Anthropozän leben. Die LRB fragt allerdings, ob wir nicht eher im Kapitalozän leben. Der New Yorker untersucht Putins Rolle in Trumps Amerika. Magyar Narancs beklagt, dass Budapests Stadtobere nicht einmal Georg Lukács stehen lassen können. Die New York Times blickt in eine Zukunft, in der uns Roboter die Arbeit nicht wegnehmen, sondern erleichtern. Und der Guardian besucht eine Klonfabrik.

Medienticker

Zeitschicksale & Nörgelecken

28.02.2017 Wissenschaftsmarkt: Missbrauchen die Wissenschaftsbibliotheken ihre Marktmacht? - Warum Blendle in Deutschland  nicht aus der Nische kommt - Der Fall Deniz Yücel: Journalisten solidarisieren sich in einer Zeitungsanzeige & Die  Petition "Deniz'e özgürlük!" - Journalismus in Russland: Lügen mit dem größten Erfolg - Voraushallendes Widmungsgetöse: Die Martin-Walser-Festspiele haben begonnen - Martin Luther als Daumenkino. Die Reformation in fünf Sekunden & Warum Luther die Reformation versemmelt hat, erklärt Friedrich Christian Delius.

Bücherschau des Tages

Meister der diskreten Eleganz

28.02.2017 Die SZ feiert die Bergung eines Schatzes: Ernst Robert Curtius' bisher unbekanntes Werk "Elemente der Bildung" von 1932. Begeistert ist sie auch von Paco Rocas Comic "La Casa". Die FAZ begibt sich mit Linus Reichlin auf Ahnenforschung nach "Manitoba" und feiert noch einmal Juliana Kalnays Debütroman "Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens"

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