Mittwoch, 01.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
01.12.2021 Nicht nur rechte Unternehmerclubs, sondern auch renommierte Medien und Verlage haben Eric Zemmour bei seinem Aufstieg geholfen, konstatiert Le Monde. Can Dündar erzählt in Zeit online, wie Tayyip Erdogan Interpol bemüht, um missliebige Personen im Ausland zu verfolgen. Arabische Journalisten der Deutschen Welle fielen durch krass antisemitische Tweets auf, recherchiert die SZ. Kein Drogenkonsum, wachsames Verhalten im Straßenverkehr: Berliner Chefärzte mahnen laut Tagesspiegel die Bevölkerung, keine Risiken einzugehen - zu voll sind die Intensivstationen.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.12.2021 Der Guardian feiert mit der Tate Modern siebzig Jahre britisch-karibischer Kunst. Die Art Review präsentiert ihre Power-100-Liste zu den Machtfiguren in Kunst, Betrieb und Theorie, die SZ sieht hier mehr Wunsch als Wirklichkeit. Die taz genießt das lässige Können der Blaskapelle Tuba Skinny aus New Orleans, mit der Folksängerin Maria Muldaur ihr neues Album produziert hat. Bei den Filmkritikern weckt "Faking Hitler", die RTL-Version zum Stern-Skandal keine große Begeisterung.
Medienticker
01.12.2021 Omikron: Das Virus spricht auf Twitter - Einschränkungen der Pressefreiheit in Polen - Beschränkungen & Verbote: Baden-Württemberg fährt Kultur- und Sport-Veranstaltungen runter - Studie: Die Mittelschicht schrumpft, das Armutsrisiko steigt - Nach der Koelbl-Lesung: Unsere Bilder von Angela Merkel + Hörtipp neuer Jazz-Alben: Das muss man gehört haben...oder auch nicht & Jaco Pastorius wäre heute siebzig geworden.
Bücherschau des Tages
01.12.2021 Die FAZ geht in die Knie vor einer neuen Ausgabe von Shakespeares Sonetten, mit Übersetzungen voller Sprachlust und Musikalität von Frank Günther und Christa Schuenke. Die NZZ liest, wie Künstler, Intellektuelle, Feministinnen und Radikaldemokraten am "Projekt Schweiz" mitwirkten. Der Dlf lässt sich von Frank B. Wildersons "Afropessimismus" nicht anstecken. Und bei der FR weckt Kirsten Fuchs mit ihrer "Mädchenmeuterei" die Abenteuerlust.
Donnerstag, 02.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
02.12.2021 Die Filmkritiker feiern mit Ridley Scott und Lady Gaga die ganz große Oper im "House of Gucci". Paul Verhoevens Alterswerk "Benedetta" über lesbische Nonnen überzeugt sie zumindest durch den Blick auf Plagen, Pest und Querdenker. Was wäre im deutschen Kino alles möglich gewesen, seufzt critic.de nach Georg Tresslers Horror- und Sexfilm "Sukkubus - Den Teufel im Leib" von 1989. In der Zeit fragt sich Mithu Sanyal: Was würde Simone de Beauvoir zu Transgender sagen? Die FR blickt mit Unbehagen in die ungeklärte Zukunft des Hamburger Bahnhofs. Und VAN spürt die humane Intelligenz des Fühlens im Werk von Peter Eötvös.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.12.2021 Abtreibung ist weltweit ein Streitthema. SZ, taz und Zeit online zeigen, wie das Thema populistisch manipuliert wird. Der Bundestag wird möglicherweise eine Impfpflicht beschließen, die SZ zeigt, wie sie aussehen kann. In der Welt protestiert Otto Schily gegen eine Impfpflicht. In der taz erklärt Annalena Baerbock ihre künftige China-Politik. heise.de berichtet über heftige Kritik des Bundesrechnungshofs am "De-Mail"-Projekt der Bundesregierung.
Medienticker
02.12.2021 Studie: Immer weniger Jugendliche lesen Bücher - Exklusive Zahlen zum Weihnachtsgeschäft: Früher Ansturm auf die Buchgeschenke? - Volker Kutscher im Hörfunk-Interview - Streamingplattform: Netflix für Literatur - Monika Grütters im Zeit-Interview: "Da hätte ich vielleicht strenger sein müssen" + Hörfunk-Nachruf auf den Komponisten/Klangkünstler Alvin Lucier: Sitting in the room & Nach Hören: John Cage zum 109,1644. Geburtstag.
Bücherschau des Tages
02.12.2021 Die FAZ erkennt schon den ganzen Edgar Allan Poe in dessen Frühwerk und rackert sich mit Peter Licht in der Coworking-Hölle ab. Die FR taucht mit Lewis Grassic Gibbons Farmerstochter in einer schottischen Kleinstadt ab. Die NZZ erinnert sich mit Aleksandar Hermon an Raufereien, duftendes Mädchenhaar und ratternde Trambahnen in Sarajevo. Die Zeit erlebt mit Liz Nugent „Kleine Grausamkeiten“ in einer kaputten Familie. Und Dlf Kultur versucht mit Carmen Maria Machado aus dem Gefängnis einer toxischen lesbischen Beziehung auszubrechen.
Freitag, 03.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
03.12.2021 FR und Guardian gratulieren der Belfaster Aktivistengruppe Array Collective zum Turner-Preis. Auch die Schweiz darf die Vergangenheit nicht für beendet erklären, mahnt Raphael Gross in der NZZ. Die Kinos werden dank Impfverweigerern wieder dichtmachen müssen, ärgert sich artechock. Die FR wünscht Frantz Fanon zum sechzigsten Todestag einen gebührenden Platz in der Erinnerungskultur. Die taz kommt mit rumpeligem Indie-Pop von Swansea Sound im Hier und Jetzt an. Und artnews trauert um den Konzeptkunst-Pionier Lawrence Weiner.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.12.2021 In der SZ warnt der Nürnberger Arzt Matthias Baumgärtel die Ungeimpften: Die Nebenwirkungen der Medikation sind fataler als die der Impfung. In der NZZ macht Matheus Hagedorny auf interessante Widersprüche in der rechtspopulistischen bis -extremen Szene im Verhältnis zum Islam aufmerksam. Die Diagnose "Die Mittelschicht schrumpft", schrumpft bei näherer Betrachtung, fürchtet Jürgen Kaube in der FAZ.
Medienticker
03.12.2021 Aktualisiert: Präraffaelitische Girls erklären das Internet - Felicitas Hoppe und Ferdinand Schmalz erzählen die Nibelungen neu - Spiel nicht mit den Schmuddelkindern: Franz Josef Degenhardt wäre heute 90 Jahre alt geworden + Nicht zu früh an die Kamera denken! Eine Lange Nacht über Stanley Kubrick + TV+Hörtipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
03.12.2021 Die FAZ plaudert mit Ingrid Caven und Ute Cohen vergnügt über Feminismus, Drogen, Kitsch und Kino. Die SZ spürt die Wärme in Daniela Kulots „Winterwald“ und empfiehlt Najem Walis politischen Roman über die ägyptische Sängerin und Schauspielerin Soad. Die NZZ ist sich nicht sicher, ob sie sich Michel Houellebecq zum Vorbild nehmen möchte. Der Dlf macht mit Andrej Bitow einen Sprung aus dem „literarischen Koordinatensystem“. Und Dlf Kultur liest ergriffen Maria Tumarkins Essays über die Schicksale ganz normaler Menschen.
Samstag, 04.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
04.12.2021 "Ich habe nicht den Eindruck, dass die Kolonialgeschichte in Deutschland wirklich ein Thema wäre", sagt Abdulrazak Gurnah im Spiegel-Interview. Rechtsextremes Gedankengut ist in Deutschland wieder "salonfähig" geworden, meint indes Falk Richter in der FR. Berlin ist auserzählt, ruft die taz den Literaten zu. Der Tagesspiegel schaut sich in Berlin Liebesbeziehungen in aller Welt an. Die NZZ blickt bang in die politisch korrekte Oper der Zukunft. Emanzipation? Leider unrealistisch, glaubt Markus Lüpertz in der SZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.12.2021 In der taz beklagt der Historiker Andreas Rödder die intellektuelle Orientierungslosigkeit der CDU. Die FAZ stellt klar: Gesellschaftlicher Zusammenhalt lässt sich nicht dekretieren, Gemeinsinn erweist sich im Handeln. Die SZ fragt sich im bitteren Fall der Alice Sebold, wie reflektiert ein Rassismus sein muss, um als okay durchzugehen. Der Economist opponiert gegen die britischen Pläne, therapeutische Gespräche vor einer Geschlechtsumwandlung verbieten zu lassen.
Bücherschau des Tages
04.12.2021 Die Welt verdankt Abdulrazak Gurnahs neu aufgelegtem Roman „Das verlorene Paradies“ ein differenziertes Bild postkolonialer Literatur. Weniger froh wird sie mit dem neuen Gedichtband der Literaturnobelpreisträgerin des vergangenen Jahres: Louise Glück. Die taz lässt sich von Haruki Murakami zu jedem T-Shirt eine Geschichte erzählen. Die SZ lauscht gebannt, wenn ihr Helga Schubert von Denunziantinnen im Dritten Reich erzählt. Die FAZ folgt fasziniert Uljana Wolfs „Etymologischem Gossip“.
Montag, 06.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
06.12.2021 Die Merkel-Bilanzen fallen unterschiedlich aus: Sie den Osten "gesamtdeutsch emanzipiert", meint Cerstin Gammelin in der SZ, sie hat die Deutschen unterfordert, fürchtet Thomas Schmid in der Welt. Richard Herzinger und die FAZ fragen sich, was Putin mit seinem massiven Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine bezweckt. Die Zeit feiert die italienische Renaissance 2.0. Und hpd.de sorgt sich um männliche Junggorillas.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.12.2021 SZ und Nachtkritik lassen in München schuldbewusst Falk Richters strafende "Heldenplatz"-Inszenierung über sich ergehen. Die FAZ erwartet sich vom neuen, imposanten Moskauer Kulturhaus nicht unbedingt einen größeren Freiraum für die russische Kunst. Im Standard versucht Tex Rubinowitz die frisierten Bilanzen seines Lebens zu lesen. Und die taz lauscht mit den Musikethnologen von FLEE der Musik von Perlentauchern am Persischen Golf.
Medienticker
06.12.2021 Paul Nizon im Gespräch: Ein bewegtes Leben & kaum etwas ausgelassen - Vor siebzig Jahren erschienen Theodor W. Adornos "Minima Moralia": 173 Aphorismen über das Richtige im falschen Leben - Stimme der Verlierer: Nachruf auf Almudena Grandes - Wassili Grossmanns sowjetischer Klassiker: Wie Menschen und wie Tiere sterben - Catherine Gores "Der Geldverleiher": Stoff für eine gute Fernsehserie - Kann Literatur gleichzeitig empfindsam und politisch sein?: Helmut Böttigers Literaturgeschite der siebziger Jahre + Krimibestenliste Dezember.
Bücherschau des Tages
06.12.2021 Die taz pocht mit Norberto Bobbio auf die politische Differenz von Rechts und Links. Die FAZ arbeitet sich mit Oliver Schröm durch "Die Cum-Ex-Files". Die SZ verabschiedet sich mit Torsten Körner und Peter Zudeick vom Menschen Angela Merkel. Dramatik, aber keine Wärme entdeckt die Dlf in Uwe Johnsons Liebesgeschichte aus den Zeiten des Mauberbaus "Zwei Ansichten".
Dienstag, 07.12.2021
Magazinrundschau
07.12.2021 Rest of World erzählt, wie die chinesische LGBTQI-Szene im Netz ausgelöscht wird. Die World Socialist Web Site fragt, ob die New York Times noch den Unterschied zwischen Geschichte und Narrativ kennt. Der Merkur geißelt das antiaufklärerische Politikverständnis der verwöhnten Deutschen. In Liberties fragt der Übersetzer Benjamin Moser, wie wir in fremde Kulturen eintauchen können, wenn wir unsere eigene kaum noch kennen. The Atlantic warnt vor dem Aufbau eines Apparats für Wahldiebstahl durch die Republikaner.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.12.2021 In der Coronakrise hat sich eine Führungsschwäche der politischen Elite gezeigt, konstatiert die Politologin Christine Landfried in der FAZ : Man handelt lieber nicht und wartet aufs Gericht. Im Standard sehnt sich Kulturkritiker Hartmut Rosa in den Plattenladen zurück. Bei emma.de gibt Alice Schwarzer der frisch gebackenen Ministerin Annalena Baebock Empfehlungen für eine feministische Außenpolitik. Eine Demokratie, die funktioniert, gibt es doch: China, findet China laut Zeit online.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.12.2021 FR und FAZ feiern mit Rimski-Korsakows Märchenoper "Die Nacht vor Weihnachten" das undramatische Drauflos. Die SZ erlebt im Pariser Musée Marmottan, wie eng die Impressionisten den großbürgerlichen Salons dann doch verbunden waren. In der NZZ attackiert Rainer Moritz Naivität und Geschichtslosigkeit des sensivity readings. Wo ist Friedrich Kittler, wenn man ihn braucht, fragt die taz nach der Meldung, dass Spotify-Gründer Daniel Ek seine Musik-Millionen jetzt in Militärtechnologie investiert.
Medienticker
07.12.2021 Pop-Up-Store: Literatur auf Bestellung - Berlin als Ort der Literatur - Die Sorge um die Unabhängigkeit der Künste - TV-Tipp: Giuseppe Verdis Macbeth zur Saisoneröffnung der Mailänder Scala + Kunst: Mischa Kuball nutzt Licht als Medium zur Erhellung historischer, gesellschaftlicher & politischer Zusammenhänge.
Bücherschau des Tages
07.12.2021 FR, SZ und DlfKultur stürzen sich auf Abdulrazak Gurnahs endlich verfügbaren Roman "Das verlorene Paradies", der vom präkolonialen Sansibar, von wilhelminischen Kolonisatoren und Freiheit erzählt. Als Juwel preist der Dlf auch über Jacques Stéphen Alexis' "Der Stern Wermut", der ihn eine wahre Sturmflut aus Bildern, Wundern und Zeichen wirft. Mit Benedikt Weibel läutet er zudem die pragmatische Verkehrwernde ein. Die FAZ verfolgt mit Valentin Groebners "Bin ich das?" die Geschichte der Selbstdarstellung, vom Laterankonzil über kommunistische Selbstkritik bis zu Instagram.
Mittwoch, 08.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
08.12.2021 Die SZ begibt sich im Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum zwischen die expressionistischen Fronten von Brücke und Blauer Reiter. Der Filmdienst erinnert an die unverschämte Modernität des Schauspielers und Regisseurs Roger Fritz. Hat die Avantgarde eigentlich noch einen Formwillen oder nur noch einen politischen?, fragt die Nachtkritik. Und im ND hört Berthold Seliger in Schostakowitschs sozialistischer Vierten die Granaten krachen.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.12.2021 In der NZZ freut sich Bénédicte Savoy über die Rückgabe zahlreicher Kunstwerke an afrikanische Länder und ist froher Dinge, dass nun dort eine eigene Vergangenheitsbewältigung beginnt. Die FAZ würdigt die Ausstellung über die Stadt Frankfurt im Nationalsozialismus im Historischen Museum der Stadt als beispielhaft. Guardian und taz fragen: Warum schafft Polen ein Zentralregister für Schwangerschaften? Vice deckt weitere Kooperationen der Deutschen Welle mit Hisbollah-nahen Sendern auf.
Medienticker
08.12.2021 Olaf Scholz zum neuen Bundeskanzler vereidigt - Bachmann-Aichinger-Briefe: Ich käme jetzt gern, um Dich zu trösten - Weichgespülter Trotzkismus: Peter-André Alts Buch "Exzellent!?" - Chris Kraus: Die Verwandlung des eigenen Scheiterns - Im Märchenreich: Zu Gast bei Mary Bauermeister + Im Streaming: Wie sich die digitale Revolution in der Pop-Musik abgezeichnet hat.
Bücherschau des Tages
08.12.2021 Die FAZ lauscht dem Sound von Pandabären, Erdmännchen und im asiatischen Dialekt kommunizierenden Elefanten, den die Verhaltensforscherin Angela Stöger ihr übersetzt. Außerdem gruselt sie sich vor japanischen "Maschinenmenschen" in Emi Yagis Roman "Frau Shibatas geniale Idee". Die NZZ blättert begeistert durch einen mächtigen Coffee-Table-Bildband zur Bandgeschichte von Yello. Die SZ verfolgt gebannt die "Entscheidungstage" vor dem Machtwechsel, den Stephan Lamby dokumentiert.
Donnerstag, 09.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
09.12.2021 Scholz ist es nun: Die Feuilletons begrüßen ihn mit Wohlwollen, wenn auch ein wenig ungläubig. Außer dem Tagesspiegel, der sich über Scholz' Konfessionslosigkeit Sorgen macht. Die neue Bundeskulturministerin Claudia Roth verspricht in der Zeit, sich für mehr "Diversity" einzusetzen. In der FAZ würdigt der Dokumentarfilmer Marc Wiese die Journalistin Maria Ressa, die heute den Friedensnobelpreis erhält. Der Westen ist schuld an den Taliban, mit einem ordentlichen Kalifat wäre das nicht passiert, meint der Politikwissenschaftler Jonathan Laurence im Tagesspiegel.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.12.2021 Die Filmkritiker lassen sich von Steven Spielbergs Remake der "West Side Story" mitreißen: maximale Energie-Entfesselung, lobt die taz. Verwegene, kompromisslose Unschuld beeindruckt die FR. Nur die Zeit fühlt sich im Gestern feststecken. Ähnlich erging es einigen Besuchern der Scala, die "Macbeth" und Anna Netrebko ausbuhten. Die FAZ lernt in einer Berliner Ausstellung, dass auch der Iran immer schon Teil der globalen Zivilisation war. Die SZ amüsiert sich mit der "Last Lecture" des "Spott- und Tiermalers" Werner Büttner.
Medienticker
09.12.2021 Michel Serres' Essay über Religion" - Von Graffiti in der Neuen Musik - Bernhard Schlink hat immer schon geschrieben!: Gespräch mit dem Autor - Der hingestreckte Sommer: Gespräch mit Gisela Wysocki - In vorauseilender Korrektheit säubern manche Verlage und Autoren ihre Werke von allem potenziell Anstössigen + EU ermöglicht Steuerbefreiung von Büchern.
Bücherschau des Tages
09.12.2021 Die FAZ seziert mit Karen Ruoff und viel Sarkasmus Innenleben und Diskurspolitik einer kalifornischen Uni. Mit Sophie Reyers Roman über Johanna von Orleans ringt sie mit Gott und Tod. Die FR taucht fasziniert ein in die Feuilletons von Eduard von Keyserling. Die SZ fragt mit Dag Nikolaus Hasse: „Was ist europäisch?“. Die Zeit versinkt mit Carmen Maria Machado im „Archiv der Träume“ und findet eine toxische Beziehung. Und der Dlf entdeckt mit Kim Ho-Yeon den südkoreanischen Faust.
Freitag, 10.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
10.12.2021 Die Hohenzollern hören nicht auf: Immer noch behelligen sie Historiker mit Klagen. Stephan Malinowski schildert in der SZ den Effekt dieser juristischen Einschüchterung. Langsam, sehr langsam lösen sich auch einige der am stärksten mit der Sackler-Familie verbundenen Museen vom Namen der Familie, so jetzt etwa das Metropolitan Museum, berichtet die New York Times. Italien war immer schon ein politischer Trendsetter, nun also der "Technopopulismus", beobachtet politico.eu. Selbst im Bundestag gibt es jetzt vereinzelte Konfessionslose, notiert hpd.de, und in der Regierung natürlich den Kanzler.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.12.2021 Die SZ schätzt seine heitere Maliziosität, die FAZ seine Tausendsassahaftigkeit: Sie und andere gratulieren Georg Stefan Troller zum Hundersten. Die taz weiß noch nicht, ob sie sich von einem Servierroboter anmiauen lassen möchte. Die FAZ lauscht klingenden Möbeln von Nevin Aladağ. Ansonsten ist es ein trauriger Dezembermorgen: Die taz trauert um Greg Tate, die FR um Robbie Shakespeare, die NZZ um Lina Wertmüller.
Medienticker
10.12.2021 Aktualisiert: Gustave Flaubert zum Zweihundersten - Georg Stefan Trollers geheimes Drehbuch - Steve "Bronski": Mitgründer & Keyboarder der Synthie-Pop-Band Bronski ist tot - Pressefreiheit: "China hat unabhängigem Journalismus den Krieg erklärt - Zahl der inhaftierten Journalisten erreicht Höchststand - Düster für den Journalismus: Britisches Gericht erlaubt Auslieferung von Julian Assange - Karlheinz Braun zum Tod des Theaterkritikers&Ex-Intendanten Günther Rühle - Zum Tod der Regisseurin Lina Wertmüller + Die TV+Hörfunk-Wochenend-Tipps.
Bücherschau des Tages
10.12.2021 Die FAZ surft mit Hugh Aldersey-Williams Biografie über den Universalgelehrten Christiaan Huygens auf den Wellen des Lichts und mit Helge Drafz’ prächtigem Bildband über den Rhein. Atemlos liest die NZZ Marieke Lucas Rijnevelds Roman „Mein kleines Prachttier“, der ihr ganz schön an die Substanz geht. Dlf Kultur lässt sich gefangen nehmen von Björn Kerns düsterem Roadmovie „Kein Vater kein Land“ und blickt mit Laszlo Krasznahorkai erschüttert in die deutsche Seele.
Samstag, 11.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
11.12.2021 Bei hpd.de erzählen drei polnische Menschenrechtsaktivistinnen, wie die Katholische Kirche nach 1989 das polnische Abtreibungsrecht beharrlich schleifte und Politiker Frauenrechte als Preis betrachteten, den sie zu zahlen haben. Die taz erklärt, was "weiche Triage" ist. In der Berliner Zeitung kritisiert Iris Hefets von der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden im Nahen Osten" den "philosemitischen Imperativ" der Deutschen. In Spanien rufen der Erziehungsminister und die Gleichstellungsministerin laut Börsenblatt zu einem Spielzeugstreik auf.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.12.2021 Die FR würdigt die Musikalität des großen Romanciers Gustave Flaubert. Dass ein Handtuch ein ontologischer Zustand sein kann, lernt Amy Sillman (Artforum) vor den Zeichnungen Cézannes. Die taz empfiehlt die Netflixserie "Der Club", die vom Schicksal der Juden in der Türkei in den fünfziger Jahren erzählt. Die nachtkritik amüsiert sich am BE mit Goldonis "Der Diener zweier Herren" im Wilden Westen.
Bücherschau des Tages
11.12.2021 Die FAZ ist beeindruckt von Miljenko Jergović' Sarajewo-Roman "Der rote Jaguar", auch wenn er nichts für Anfänger ist. Der Deutschlandfunk ist nicht ganz so überzeugt von der Fortsetzung von Antonio Scuratis Mussolini-Epos wie vom ersten Band, aber es kann nur besser werden. Die NZZ stimmt ein in den großen Chor der Hymnen auf Emine Sevgi Özdamars "Ein von Schatten begrenzter Raum".
Montag, 13.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
13.12.2021 Corona bestimmt nach wie vor die Debatten. Die Welt plädiert gegen die Impfpflicht, die FAZ thematisiert die problematische Rolle der Springer-Medien in der Pandemie. Die taz fragt: Warum Sachsen? Warum gibt es dort eine Inzidenz zwischen 1.000 und 2.200? Außerdem: In der FAZ erklärt Falter-Herausgeber Armin Thurnher , wie in Österreich die Inseratenkorruption funktionierte und Sebastian Kurz dann doch stürzte. In der SZ protestiert Frederik Obermaier gegen den finsteren juristischen Umgang mit Julian Assange.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.12.2021 Jasmila Žbanić gewinnt den Europäischen Filmpreis mit ihrem Srebrenica-Drama "Quo Vadis, Aida?" Der Tagesspiegel gratuliert, hätte aber auch gern die Vielfalt des gerade sehr starken europäischen Kinos gewürdigt gesehen. Leos Carax zum Beispiel, der auf ZeitOnline über sein Musical "Anette" spricht. In Meiningen gab Markus Lüpertz sein Opernregiedebüt mit Puccinis "La Bohème", FR und SZ erleben Oper wie gemalt. In der taz schreibt Diedrich Diederichsen zum Tode des Monkees-Musikers Michael Nesmith.
Medienticker
13.12.2021 200 Jahre Gustave Flaubert: Das Scharnier zur modernen Literatur + Kalter Blick durch Empathie & Manches muss rätselhaft und schwierig bleiben - Sebastian-Gsangl-Schöpfer Reiner Zimnik, der heute 91 Jahre alt geworden wäre, starb am 8. Dezember - Antonio Muñoz Molina geht allein unter Menschen - Corona-Überblick für den Buchhandel - Kampa kauft Schöffling: Schweizer Verleger baut Verlagsgruppe aus + Zahllose Skandale, Millionen versenkt: Wie um alles in der Welt konnte sich einer wie Andreas Scheuer im Amt halten?
Bücherschau des Tages
13.12.2021 Der SZ klingen die Ohren von Paul Jankowskis Geschichte "Das Wanken der Welt", die ihr das Versagen der Staatengemeinschaft von 1933 vor Augen führt. Empfehlen kann sich auch die Geschichte der "Solidarität" von Dietmar Süß und Cornelius Torp. Der DlfKultur lässt sich von Giorgos Kallis erklären, wie weniger Besitz zu mehr Freiheit und Glück führt. taz und Dlf huldigen Abdulrazak Gurnah , der ihnen mit "Das verlorene Paradies" ein Fest des Erzählens bereitet.
Dienstag, 14.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
14.12.2021 Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine steht nicht kurz bevor, er dauert schon seit sieben Jahren, erinnert der im Donbass lebende Dichter und Musiker Serhij Zhadan in der NZZ. SZ und Monopol untersuchen den Effekt der "NFT" auf den Kunstmarkt. Bari Weiss und andere wollen eine Universität gegen "Cancel Culture" gründen. Das tun sie nur aus Geldgier, sagt der Professor Adrian Daub im Philomag. Ein Projekt in Berlin will, dass Straßen, die nach Antisemiten benannt sind, umbenannt werden. Aber warum nur der Richard-Wagner-Platz, und nicht die Karl-Marx-Allee, fragt die taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.12.2021 Die taz bewundert in der Tate Modern, wie Lubaina Himid in ihren Bildern Strategien für eine gerechtere Gesellschaft entwirft. Museen brauchen die Handlungskompetenz für die Werke, die sie zeigen, fordert die NZZ, das müsse auch auch für private Sammlungen gelten. Die SZ greift die amerikanische Debatte um W.G. Sebald auf, der nach Carole Angiers Biografie schweren Angriffen ausgesetzt sei. Und ZeitOnline lernt von Jasss, sich wieder euphorisch in der Menschenmenge zu verlieren.
Magazinrundschau
14.12.2021 Spricht sie die Wahrheit oder eine Lüge, wenn sie spielt, fragt sich die Schauspielerin Anouk Grinberg in La vie des idees. Die USA werden zu einem Minderheitenregime, fürchtet Lawrence Lessig in der der NYRB. In Eurozine erklärt Timothy Snyder, warum Memorial der russischen Regierung ein Dorn im Auge ist: Es sammelt die kleinen Wahrheiten. Pitchfork hört mit viel in der Pandemie geschulten Geduld Ambient Jazz. Der New Yorker sucht ein ablenkungsfreies Schreibgerät.
Medienticker
14.12.2021 Erich Kästners Gesang zwischen den Stühlen - Buchzeit-Autoren: Elizabeth Strout, Can Xue, Steven Hall & Bernhard Schlink - Hörtippp: Phantome mit Texten aus Racines "Phädra" & Prousts "Sodom und Gomorrha" - Diskussion um Ladenpreise: Bücher werden unter Wert verkauft + Verfassungsschutz bewertet das Compact-Magazin als gesichert extremistisch.
Bücherschau des Tages
14.12.2021 Ein bisschen militant, aber durchaus scharfsinnig findet die FAZ Andreas Malms ökoleninistische Streitschrift "Der Fortschritt dieses Sturms". Als tolles Porträt einer Epoche, in der leidenschaftlich über das Ich und andere Emotionen diskutiert wurde, feiert die taz Helmut Böttigers Literaturgeschichte der Siebziger "Die Jahre der wahren Empfindung". Der DlfKultur lernt aus Oleg Senzows Tagebuch seiner sibirischen Lagerhaft, was geistige Freiheit bedeutet. Der Dlf empfiehlt René Cuperus' Plädoyer für ein vorsichtiges Europa.
Mittwoch, 15.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
15.12.2021 Wir sollten den "Aufstand der Anstehenden" zur Kenntnis nehmen, mahnt die taz: Jeden Tag demonstrieren 900.000 Menschen für die Booster-Impfung. Bei den Riffreportern spricht Christian Drosten auch über die Öffentlichkeit, in der er sich äußert und bekennt seine Skepsis bei Interventionen von Geisteswissenschaftlern. Türkische Politik hatte immer ein taktisches Verhältnis zu Frauenrechten, erzählt die Historikerin Elife Biçer-Deveci bei geschichtedergegenwart.ch. In der NZZ fordert die Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin, dass bei der Triage auch Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Patienten eine Rolle spielen.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.12.2021 FAZ und Filmdienst erkunden in Jean Paul Gaultiers Ausstellung "CinéMode" in der Pariser Cinemathèque den schmalen Grat zwischen Kleidung und Verkleidung. Der Guardian blättert im British Museum Hokusais "Großes Bilderbuch von allem" auf. Die SZ berührt, wie nüchtern und ratlos Hakan Savas Micans in "Berlin Kleistpark" von Erfahrungen der Fremdheit erzählt. Der Standard entschwebt verträumt mit Alicia Keys' neuem Album "Keys"
Medienticker
15.12.2021 Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - Der Traum vom Fremden: Rimbaud in Ostafrika - Dorfroman mit schrulligen Figuren und schweren Schicksalen: Dörte Hansens "Mittagsstunde" - Hörtipps: Neues aus der jungen Wiener Jazzszene & "Sabeth" von Günter Eich (1954) - Im Gespräch Samuel Finzi - Zeitreise zum Geburtstag - Jane Birkin wird 75 & Der Antistar: 100. Geburtstag der Swing-Sängerin Evelyn Künneke.
Bücherschau des Tages
15.12.2021 Gleich drei Gedichtbände werden heute empfohlen: die SZ freut sich über die Leichtigkeit, mit der Dirk von Petersdorff in "Unsere Spiele enden nicht" über die Schlurfigkeit seiner Teenager-Tochter schreibt oder einem Mohairpulli zu etwas Erhabenheit verhilft. Der Dlf lässt sich mit Farhad Showghis "Anlegestellen für Helligkeiten" in das iranische Kindheitstal und die rätselhaft schönen Sprachlandschaften des Autors führen. Die FAZ beobachtet in Heinrich Bölls Gedichtband "Ein Jahr hat keine Zeit", wie der Autor zu seiner Sprache findet. Außerdem neu: Die SZ erliegt dem Charme des ersten Marsupilamis.
Donnerstag, 16.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
16.12.2021 Wenn Julian Assange ausgeliefert wird, ohne dass die europäische Politik einschreitet, "disqualifiziert sie all ihre künftigen Warnungen im Hinblick auf die Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit in anderen Ländern zu hohlem Gerede", schreibt Eugen Ruge in der Zeit. In der FAZ erklärt Andreas Kilb die Hohenzollern-Debatte für beendet: "Was es jetzt braucht, sind keine weiteren Meinungen mehr, sondern Entscheidungen." Im Pariser Institut du Monde arabe läuft eine Ausstellung über "Juden des Orients". Arabische Intellektuelle wie Elias Khoury laufen Sturm gegen die "Normalisierung" der Beziehungen zu Israel, die sich darin ausdrücke, berichtet die Welt.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.12.2021 Leos Carax' Filmmusical "Annette" trifft die SZ mitten ins Herz. Die Zeit bestaunt das Computerprogramm Wombo Dream, das Wörter wie "zielführendes Beherbergungsverbot" in Bilder übersetzen kann. Die NZZ fordert einen großzügigeren Umgang mit Restitutionsansprüchen bei unmoralisch erworbener Kunst. Mehr britische Opern an deutschen Bühnen wünscht sich nmz anlässlich zweier britischer Operneinakter in Gera. Im Freitag ärgert sich die Schriftstellerin Zoë Beck über die Dominanz der Männer im Literaturbetrieb. Die Welt wünscht sich die Wiederentdeckung von Stefan Heym, dessen stilsichere Machtkritik sie bewundert.
Medienticker
16.12.2021 Erinnerung an Wolfgang Hilbig - In Sachen Gendern: mehr Gelassenheit - Zum Tod der Feministin Bell Hooks: Die Liebe lehren und lernen - Türkei: Existenzkampf kurdischer Literatur - Kinderbuchpraxis Podcast: Wird in Kitas genug gelesen? - Hegels scheinbarer Rassismus: Der Mensch gilt, weil er Mensch ist - Mehr Schadsoftware: Mehr Nutzer von Internet von Kriminalität betroffen - Emigrant auf Lebenszeit: Georg Stefan Troller im Gespräch + So wurde Meinungsfreiheit zum Kampfbegriff.
Bücherschau des Tages
16.12.2021 Viel Lob heute für Damon Galgut, der in "Das Versprechen" vom Niedergang einer weißen Farmerfamilie in Südafrika erzählt. Die SZ folgt mit dem sterbenden Dichter Matthew Sweeney dem Flug der Eulen. Außerdem werden drei Reportagebände vorgestellt: Cyrill Stieger erkundet in "Die Macht des Ethnischen" sichtbare und unsichtbare Trennlinien auf dem Balkan - ein Buch, das die NZZ jedem Europäer ans Herz legen möchte. Die SZ bewundert den teilnehmenden, aber doch klaren Blick George Orwells auf seiner Reise durch die Ruinen Deutschlands 1945. Und die Edition Tiamat sammelt zur Freude der FAZ in "Rasende Mitläufer, kritische Opportunisten" Reportagen, Porträts und Interviews des 1987 verstorbenen Spiegel-Reporters Christian Schultz-Gerstein.
Freitag, 17.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
17.12.2021 Eine allgemeine Impfpflicht ist absolut mit der Verfassung vereinbar, schreibt der Rechtswissenschaftler Frank Mayer in der SZ. In der FAZ erzählt der Schauspieler Christian Kahrmann, wie es sich anfühlt, wenn einem die Lunge ausgesaugt wurde. FAZ und Welt fragen, ob Verwaltungen grundsätzlich gendern sollten. Im Tagesspiegel fordert Christian Humborg von der Wikimedia Foundation eine Freigabe der Impfstoffpatente. Die Jüdische Allgemeine fragt, wie Claudia Roth zu Israel steht.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.12.2021 Die FAZ betrachtet in der Hamburger Kunsthalle eine "Klasse Gesellschaft" mit Phallus an der Tür. In der FR erklärt der Performancekünstler Ragnar Kjartansson, warum die Russen "Santa Barbara" so lieben. Die NZZ bestaunt in London die Raumskulpturen des Designers Isamu Noguchi. Auf Artechock wirft Rüdiger Suchsland dem Europäischen Filmpreis vor, Kunst auf ihren politisch-feuilletonistischen Gehalt zu reduzieren. Die SZ denkt über die Kosten sanierungsbedürftiger Opernhäuser nach und versichert: Die sind nicht nur für Reiche.
Medienticker
17.12.2021 Aktualisiert: Bedürfnis nach permanenter Zerstreuung - Facebook-Mutter Meta warnt 50.000 User vor Spionage & geht gegen Cybersöldner-Firmen vor - 488 Journalisten in Haft, 46 getötet: Reporter ohne Grenzen stellt Bilanz zu Pressefreiheit vor - Jürgen Kaube über Menschinwürde & Gendersprache - Hörtipp: "Die Eurokokke" von Yvan Goll & Jazzfest Berlin 2021: Bobo Stenson Trio & Tugend über dem Abgrund: Über Heimito von Doderer +TV+Hörtipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
17.12.2021 Die FR lässt sich von Philippe Jaccottet ein letztes Mal mit zu poetischen Sehnsuchtsorten nehmen. Der SZ erscheinen Deutschland und seine Corona-Debatte wie ein Witz verglichen mit den indischen Verhältnissen, die Arundhati Roy in ihren Essays anprangert. Außerdem empfiehlt sie dystopische Jugendromane. Die FAZ lässt sich von Dieter Grimm die "demokratische Ambivalenz" der Verfassungsgerichte erläutern. Dlf nimmt sich viel Zeit für Damon Galguts ausuferndes „Versprechen“. Und Dlf Kultur reist mit Giulia Corsalini und Tschechow im Gepäck von der Ukraine nach Italien.
Samstag, 18.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
18.12.2021 Der SZ fällt in Hamburg eine tonnenschwere Last von den Schultern, nachdem das Museum am Rothenbaum die Eigentumsrechte der Benin-Objekte an Nigeria übertragen hat. Der Tagesspiegel blickt im c/o Berlin in geimpfte Wolken. Der Standard feiert das Comeback des Filmmusicals und hält sich mit Bonnie Prince Billy und Bill Callahan am Christbaum fest. Die SZ erfährt von Oxana Tschernyschewa, wie russische Kampfjets riechen. Und die FAZ verabschiedet sich leise vom auf ungarische Literatur spezialisierten Wiener Nischenverlag.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.12.2021 In der NZZ beschwört Alexander Kluge das Vertrauen auf Verstand und Gefühl. Querdenker sind weder rechts noch links, sondern nihilistisch, erkennt Claus Leggewie in der FAZ. Cancel Culture ist keine Erfindung der Rechten, ruft die Jungle World, und in Deutschland betreiben sie Akademikerinnen, die Kathleen Stock zur Unperson machen. Auf ZeitOnline blickt die syrische Journalistin Dima Al-Bitar Kalaji dem farblosen Gott der Autokraten ins Gesicht.
Bücherschau des Tages
18.12.2021 Die FAZ möchte nie wieder etwas wegwerfen nach Joanne K. Rowlings "Jacks wundersame Reise mit dem Weihnachtsschwein". Die FR tanzt mit Louise Glück ein Rondo. Die NZZ lernt von Valentin Groebner, wie die Freiheit des Ichs in die Neurose des Egos kippt. Die SZ blickt mit Artur Klinau auf die "Komfortzone" der Diktatur. Und der Dlf geht mit Garry Dishers Wyatt auf Beutezug.
Montag, 20.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
20.12.2021 In Afghanistan hat die Falle für Frauen längst wieder zugeschnappt, konstatiert Hasnain Kazim in Zeit online. In der FAZ erzählt der argentinische Autor Martín Kohan, wie sich Inflation anfühlt. Der laizistische Intellektuelle Laurent Bouvet ist gestorben - der Elysée-Palast bringt einen Nachruf. Nach der Wahl Friedrich Merz' zum CDU-Vorsitzenden fragt Gustav Seibt in der SZ, was heute Konservatismus ist und orientiert sich an der "Richtschnur der Subsidiarität". In der FR möchte Herfried Münkler Osteuropa einer russischen Einflusszone überlassen.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.12.2021 Wenigsten in den Museen kann man noch Gesichter sehen, seufzt die SZ und huldigt den Porträts der Alten Meister. Die FAZ porträtiert den afghanischen Buchhändler Sher Shah Rahim, der mit einer Hörbuch-App Widerstand gegen die Taliban leistet. In Frage gestellt werden in taz und FAZ Sebald und Sebold. Außerdem trauern die Feuilletons um den Architekturpoeten Richard Rogers, der mit dem Centre Pompidou die Schwere der Welt überwinden wollte.
Medienticker
20.12.2021 Addio: Klaus Wagenbach, Verleger, Anarchist und Kafkas "dienstälteste lebende Witwe" ist gestorben - Polen: Umstrittenes Mediengesetz verabschiedet - Neustart des legendären März-Verlages oder gute Literatur gehört abgeschafft - Kultur nur für Reiche: Wie elitär ist die Kultur? - Fatale Folgeschäden einer Diskurs-Vermeidung + Wenn Sigmar Polke lacht: Eine lyrische Hommage.
Bücherschau des Tages
20.12.2021 Natur- und Kulturgeschichte wunderbar verbunden sieht die FAZ in Wilhelm Bodes Porträt der "Tannen". Der Mystik gibt sie mit Alois M. Haas' Hörbuch "Mein Geist hat sich verwildet" hin. Der Dlf bewundert, wie Robert Walser gegen sein eigenes Untergangspathos andichtet. Und der DlfKultur mit Michael Bröning, wie sich die progressive Linke vom Ideal der Freiheit verabschiedet.
Dienstag, 21.12.2021
Magazinrundschau
21.12.2021 Auch Joe Biden beendet die Drohnenangriffe der USA nicht, lernen die New York Times und The Intercept. Bloomberg bewundert die Kreativität, mit der der Shop "The Dematerialised" gelangweilte Nabobs schröpft. En attendant Nadeau erzählt die Geschichte des Nachlasses von Céline. Die London Review erkennt: Russland führt tatsächlich einen Krieg gegen die Ukraine. In A2Alarm fordert Regisseurin Vera Lacková, endlich den Roma-Widerstand gegen Hitler zu würdigen. Quietus verzeichnet den Schaden, den die britische Musikindustrie durch den Brexit erlitten hat.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.12.2021 Große Trauer herrscht in den Feuilletons über den Tod von Klaus Wagenbach, dem großen Verleger, Kafka-Kenner und linken Hedonisten. In René Polleschs kollektiv geführter Volksbühne gelten nicht mehr die Regeln der Hierarchie, sondern des Clubs, erkennt die SZ: Wer drin ist, ist drin. Als schwarzen Abend mit Goldrand genießen FAZ und Tagesspiegel Wolfgang Rihms und Botho Strauß' Untergangsprophetie "Gebet der Hexe von Endor". Und die Jungle World stellt die Künstlerinnengruppe Erfurt vor.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.12.2021 "Alle bosnischen Traumata werden wieder zum Leben erweckt", sagt die Filmemacherin Jasmila Zbanic angesichts neuer serbischer Drohungen in der Welt. In der taz skizziert Kristina Lunz von der Beratungsorganisation "Centre for Feminist Foreign Policy" eine feministische Außenpolitik. Bei heise.de erklärt Julia Reda, wie sie gegen Hassrede bei Telegram vorgehen würde. Die FAZ beleuchtet die symbolische Rolle Armeniens in der französischen Politik.
Medienticker
21.12.2021 Mauricio Kagel zum 90. Geburtstag & "Absurde Märchen": Die Musik des Erno Király - Jahresrückblick: Beuys also immer noch ein Problem - Das Literatur-Jahr 2021: Ganz im Zeichen der Diversität - Buchhandel mit deutlich weniger Umsatz in letzter Adventswoche - Nachruf auf Richard Rogers - Schwarze Spiegel: Arno Schmidt im Zeichner-Blick von Niclas Mahler + Hände weg von Donald Duck!
Bücherschau des Tages
21.12.2021 Der DlfKultur staunt, wie poetisch und intensiv Anar Ali in ihrem Roman "Nacht der Bestimmung" aus dem Uganda Idi Amins erzählt. Die SZ bewundert Raffinesse und Melancholie in Elizabeth Strouts Roman "Oh, William!". Die taz spürt mit C.L.R. James "Schwarzen Jakobinern" den Weltgeist durch Haiti ziehen. Und die FAZ lernt von Anne Dufourmantelle, das Geheimnis zu lieben.
Mittwoch, 22.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
22.12.2021 Die taz entwirrt in Berlin die kolonialen Verwicklungen der Brücke-Künstler. Die FR geht in Moskau unter Putins Schirmherrschaft mit 5000 Plastikmännchen auf die Straße. Die Filmkritiker atmen auf: Der neue Matrix ist viel besser, als man hoffen durfte, jubelt die FAZ. Im Perlentaucher bricht Marie Luise Knott mit späten Gedichten von Pier Paolo Pasolini zu neuen Welten auf. Und die taz lauscht dem Flüstern und Kreischen der Japanerin Phew auf der anderen Seite des schwarzen Lochs.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.12.2021 Vor dreißig Jahren kollabierte die Sowjetunion. Wladimir Putin betonte neulich, dass dies für ihn dem Zerfall des "Historischen Russland" gleichkommt, so Radio Free Europe. In der FAZ lässt Viktor Jerofejew die langen Jahre des Putinismus Revue passieren, die in die Unberechenbarkeit führten. Deutschland kommt in diesem Konflikt eine Schlüsselrolle zu, schreibt Constanze Stelzenmüller in der Financial Times. In der NZZ malt Nikolai Klimeniouk aus, wie ein Krieg nach einem Angriff auf die Ukraine aussehen könnte.
Medienticker
22.12.2021 Eine andere Art der Literaturvermittlung: Berliner Brechthaus bietet Lektürekompass an - Bibliotheken: Erhebliche Kürzungen drohen - Hörspiel-Tipp: Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray" - TikTok erreicht 2022 monatlich 755 Millionen - Bundesverfassungsgericht: Xavier Naidoo darf als Antisemit bezeichnet werden + Mehr Digitalisierung wagen.
Bücherschau des Tages
22.12.2021 Die FAZ bekommt mit Thomas von Steinaecker Lust, sich mit dem zu beschäftigen, was Hölderlin, Schubert oder die Beach Boys nie zu Ende brachten. Die SZ verliert sich im im labyrinthischen Schreiben von Eduardo Lago und trifft auf Pynchon und Rothko. Die FR erkundet mit Tamar Tandaschwili unkonventioneller Lebens- und Liebensweisen im patriarchalischen Georgien. Die NZZ lässt sich von Walter Benn Michaels die Untiefen linker Identitätspolitik erläutern. Und Dlf Kultur reist durch die schönsten Bibliotheken aus aller Welt.
Donnerstag, 23.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
23.12.2021 Wenn die USA morgen verschwänden, würde Europa wie ein Kartenhaus zusammenfallen, sagt Pascal Bruckner in der NZZ. Aber sind die USA eigentlich noch da, fragt die FAZ. Die FAZ verabschiedet auch die französische Linke im kommenden Wahlkampf. Die Schweriner Volkszeitung hat ein Interview mit der Linken-Politikerin Jacqueline Bernhardt geführt, immerhin Justizministerin in Mecklenburg-Vorpommern, die nichts Schlechtes über die DDR sagen will. Die Debatte um die arabische Redaktion der Deutschen Welle geht weiter.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.12.2021 179 Minuten dauert Ryūsuke Hamaguchis Verfilmung von Haruki Murakamis Kurzgeschichte "Drive My Car", aber die vergehen wie im Flug, versichert die FR. Viel Lob auch für die "Macbeth"-Verfilmung von Joel Coen: Die SZ fühlt sich wie in einem Albtraum Edward Hoppers. Die Bilder machen glatt Shakespeares Dialogen Konkurrenz, staunt der Standard. Die Welt besucht in Paris eine Ausstellung von Frankreichs heimlichem Staatskünstler Anselm Kiefer. In der NZZ kritisiert die Philologin Melanie Möller Bemühungen, die brutale Fremdheit der "Ilias" heutigen Befindlichkeiten anzupassen.
Medienticker
23.12.2021 Aktualisiert: Buchcharts: Bestsellerlisten - "Chaos? Hinhören, singen!": Bekenntnisse der libertären Diva Ingrid Caven - Amazon, Apple & Co. im Visier: Jahresrückblick des Bundeskartellamts - Leistungsschutzrecht: Facebook verweigert Zahlung an Corint Media - Oh, Omikron!: Als Weihnachten noch gut war - Das Weihnachtsgeschäft entspricht (bisher) den Erwartungen des Buchhandels - Santa kommt im Pick-up-Truck + Hörfunk+TV-Festtage-Tipps.
Bücherschau des Tages
23.12.2021 Geradezu filmreif findet die taz "Dreamworld", Benjamin Bertons semifiktionale Biografie des wunderbaren Dan Treacy und seiner Band Television Personalities. Die SZ lernt aus einem Essay der Übersetzerin Kathy Briggs, dass Übersetzen immer auch ein Versuch ist, Gesellschaft anders zu denken. Die Zeit erkundet mit Elke Schmitter das "Innere Wetter" des deutschen Bildungsbürgers. Mit gemischten Gefühlen liest die FAZ die Lieder und Gedichte Andreas Reimanns. Die NZZ lässt sich von Stanislaus von Moos in die Schweizer Architekturdebatten nach 1940 einführen.
Freitag, 24.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
24.12.2021 Joan Didion ist gestorben. Die Feuilletons trauern um die große Reporterin und Essayistin, die mit klirrend kalter Eleganz die psychosoziale Landschaften Amerikas vermaß. Wie die NZZ berichtet, zieht die Künstlerin Miriam Cahn im eskalierenden Streit um die Sammlung Bührle ihre Werke aus dem Kunsthaus Zürich ab. Artechock beobachtet, wie sich Hollywood in einem rasenden Stillstand totläuft. Der Freitag möchte mit der Dramatikerin Ewe Benbenek dem Illegitimen Gehör verschaffen. Und die FAZ hört mit Pedro Estevan und Fahmi Alqhai schon die Glöckchen erklingen.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.12.2021 Der Guardian erzählt, wie Nord Stream 2 den Westen lähmte. Alexei Nawalny spießt in einem Twitter-Thread unterdessen hübsche Volten aus Putins Umfeld auf. In der FR erinnert Arno Widmann daran, dass die Auflösung der Sowjetunion vor dreißig Jahren doch eher ein Segen war. In der taz erzählt Marion Ackermann von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, welche ihrer Werke sie online nicht zeigen will. In der Bundeskulturpolitik obsiegt die pro-BDS-Fraktion auf allen Posten, konstatieren die Ruhrbarone.
Bücherschau des Tages
24.12.2021 Die taz verleriert sich mit Stefan Schomann im sanften Blick der Przewalski-Pferde. In Ulrike Draesners "Doggerland" spürt sie die Härte des steinzeitlichen Alltags: ständig Kommunizieren, Fallenstellen, Wölfezähmen. Nils Melzers Rekonstruktion des "Falls Julian Assange" offenbart ihr einen Justizskandal. Die FAZ tröstet sich mit Mathias Pfeils Architekturband "Theater in Bayern" über die unlebendigen Zeiten hinweg. Die FR erkundet mit Angelika Storm-Rusches "Unzertrennlich" Madonnen in der Bildhauerei. Und jetzt wünschen auch die Perlentaucher Frohe Weihnachten!
Montag, 27.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
27.12.2021 Die NZZ erklärt, wie Russland versucht, die Ukraine als toxischen Partner für den Westen aussehen zu lassen. In der FAZ wirft der Kiewer Historiker Kyrylo Tkachenko Deutschland eine Mitschuld an der Kriegsgefahr in der Ukraine vor. Bei libmod.de untersucht der Historiker Martin Schulze Wessel Putins Idee von der überzeitlichen Identität eines Volks. In der taz versucht sich die Medienpsychologin Maren Urner, Impfgegner mit positivem Denken zu überzeugen. Die SZ warnt vor riechender KI. Die FR erinnert an Johannes Kepler, die FAZ trauert um Desmond Tutu.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.12.2021 Die Welt lernt von John Neumeier ein bisschen Unerschrockenheit im Sprung und in der politischen Debatte. In der SZ erzählen afghanische KünstlerInnen, wie sie aus Angst vor den Taliban ihre Werke vernichten. Außerdem erklärt die SZ am Beispiel des Kölner Doms die Sensation der Höhe. ZeitOnline rast mit "Don't Look Up" quietschvergnügt der Katastrophe entgegen. Und in der NZZ erinnern sich Musiker, wie sie bei Champagner in Moskau den Untergang der Sowjetunion erlebten.
Medienticker
27.12.2021 Der Dichter in dürftiger Zeit: Friedrich
Hölderlin - Deutscher Krimipreis 2021:
Gespräch mit der Preisträgerin Merle Kröger über ihr Buch "Die Experten" - Uwe Kolbe meint: "Gedichte müssen laut gelesen werden" - Hörtipps: Die neue Working Class. Wenn Arbeit in die Armut führt - John Scofield wird 70 - Hörspiel Virginia Woolfs "Orlando" + Musikstunde: Zum 450. Geburtstag von Johannes Kepler.
Bücherschau des Tages
27.12.2021 Die NZZ lernt mit Christine Wahls Buch über die Theatertruppe Rimini Protokoll, dass echtes Involviertsein das Gegenteil von Mitmachzirkus ist. Die SZ honoriert, wie sich Petra Gerster und Christian Nürnberger auf dem "Verminten Gelände" der Identitätspolitik um Schlichtung bemühen. Der Dlf blättert noch ein wenig in Heinz Rölleckes "Weihnachtsbuch". Richtig klasse findet die FAZ Meg Rosoffs Jugendroman "Sommernachtserwachen", in dem ein eiskalter Schönling ein Sommeridyll stört.
Dienstag, 28.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
28.12.2021 Die NZZ bewundert in der National Gallery, wie offen und einfühlsam sich Albrecht Dürer neuen Welten öffnete. Die FAZ lernt in Versailles die Tiere des Königs zu fürchten. Der Tagesspiegel spürt den Atem der Schauspieler in den Fotografien von Ruth Walz. Die SZ feiert den Aufstieg der Deutschrapperinnen, die jetzt genauso brutal nach unten treten wie ihre männlichen Kollegen.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.12.2021 Religiöse Besinnlichkeit in vielen Medien. Die FAZ erzählt, dass sich die katholische Kirche in Frankreich nach den Berichten über Missbrauch in einer Identitätskrise befindet. In der NZZ fragt Rainer Hank: Erklärt sich der Antikapitalismus des Papstes aus seinem Monarchismus? In Berlin wird laut Welt über "konfrontative Religionsbekundungen" und die Frage, ob man sie untersuchen soll, gestritten. Vice.de erklärt, was ein Kirchenaustritt ist. Die FAZ staunt auch, wie die öffentlich-rechtlichen Medien ihre Staatsferne aufrechterhalten. Und die Übermedien über Coronazahlen, die überall brav rezitiert werden, obwohl alle wissen, dass sie falsch sind.
Medienticker
28.12.2021 Aktualisiert: Birgit Vanderbeke ist tot - Dudas Schlag gegen die PiS - Memorial: Russlands Oberstes Gericht löst Menschenrechtsorganisation auf - Zum Tod von E. O. Wilson: Darwin hatte die Ameisen noch nicht auf der Rechnung - Sinologe und Historiker: Jonathan Spence im Alter von 85 Jahren verstorben - Kolja Mensings Jahresrückblick: Das waren die besten Krimis 2021 + Annie Ernaux erhält den Literaturpreis der Stiftung Würth.
Bücherschau des Tages
28.12.2021 Die SZ lernt das Lesen ganz neu mit Can Xues wunderbar eigenartigem Roman „Liebe im neuen Jahrtausend“. Außerdem rät sie dringend zur Wiederentdeckung von Walter Scott. Die FAZ erfährt von Doris Liebscher, wie der Begriff der „Rasse“ aufkam. Mit Franziska Meier reist sie quer durch die Rezeptionsgeschichte von Dantes „Göttlicher Komödie“. Die NZZ begibt sich mit Tatiana Tibuleac auf einen Roadtrip nach Südfrankreich. Und die taz liest Stefan Heyms „Flammenden Frieden“ als Roman über die konfliktreiche Gemengelage in Algerien.
Mittwoch, 29.12.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
29.12.2021 Die Welt holt einmal tief Luft und taucht ein in die betörende Tierwelt der Marseiller Cosquer-Grotte. Die NZZ erinnert daran, dass der Waffenfabrikant und Kunstsammler Emil Bührle der eitlen Kunstwelt römische Härte entgegensetzen wollte. In der FAZ zeigt sich der Lektor Wolfgang Matz unbeeindruckt von skandalisierenden Enthüllungsgesten gegenüber W.G. Sebald. Und auf ZeitOnline erklärt Georg Seeßlen, wie der Realismus im digitalen Kino unsere Art des Sehens verändert.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.12.2021 Man mag zwar geglaubt haben, dass das eine Selbstverständlichkeit war, über die nicht erst verhandelt werden muss: Aber das Bundesverfassungsgericht hat nun entschieden, dass Behinderte in Triage-Situationen nicht benachteiligt werden dürfen. Die meisten Kommentatoren freuen sich über das Urteil, nur Daniel Deckers von der FAZ ist irritiert. In der taz resümiert der belarusische Historiker Alexander Friedman das Jahr der Schrecken in Belarus - und warnt vor der Gefahr, die von Lukaschenko ausgeht. Das putinistische Urteil gegen Memorial sorgt für Empörung in den Medien.
Medienticker
29.12.2021 Literarische Texte über das, was verbindet: Gespräch mit Anja Kampmann & Simon Strauß - Er hat keine Leben gestohlen: Verteidigung von W.G. Sebald - Der Pop-Nekrolog 2021- Jazz-Alben 2021: Das muss man gehört haben-oder auch nicht + Marianne Faithfull wird 75 ...
Bücherschau des Tages
29.12.2021 Die FAZ findet in den Notizen des ukrainischen Maidan-Aktivisten Oleg Senzow aus dem Gefängnis eine surreale Dramatik, die sie tief beeindruckt. Die NZZ erkennt in den Essays Olga Tokarczuks eine Autorin, die gegen die Vereindeutigung der Welt kämpft. Die FR erkundet mit Horst Bredekamp die Welt Michelangelos. Dlf Kultur lernt von Andreas Nemet und Hans-Christian Schmidt, wie man Liebe macht.
Donnerstag, 30.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
30.12.2021 Islamismus ist in gewisser Hinsicht Kulturpolitik. Der malische Archäologe Oumar Yamadou Diallo erzählt in der SZ, wie Islamisten in seinem Land Bücher verbrennen, Schulen schließen und Lehrer bedrohen. AfD-Politiker verweigern die Impfung. Darum sind einige schon an Corona gestorben - und die Partei feiert sie als Freiheitshelden, beobachtet die taz. In der Welt erklärt der Architekt Matthias Sauerbruch, warum er mit der neuen Berliner Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt nichts anfangen kann. Die Empörung über die Auflösung von Memorial ist nach wie vor groß.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.12.2021 Venedig, wie es niemand kennt, sieht die taz in Andrea Segres Essayfilm "Moleküle der Erinnerung". Die SZ empfiehlt Heinrich Manns Essay "Der Hass", um die Irrationalität und Wut der Impfgegner zu begreifen. Die nmz feiert mit Jacques Offenbach "La Vie Parisienne". Die FAZ besucht Künstler im Libanon, die das Land noch nicht verlassen wollen. Die NZZ porträtiert die mexikanische Dirigentin Alondra de la Parra.
Medienticker
30.12.2021 Anderswelt: Das zweite Pandemie-Jahr geht zu Ende: Musikalisch hatte 2021 einiges zu bieten - Pandemiefolgen: Die rätselhafte Übersterblichkeit im Herbst - Andrian Kreyes Rückblick auf das vergangene Jazzjahr: Eine willkürlichen Top 20-Liste - Vier Fragen an Claudia Roth: Sie mag keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen + Glückwunsch: Die Musikerin, Schriftstellerin, Dichterin: Patti Smith wird heute 75.
Bücherschau des Tages
30.12.2021 Die FAZ verkriecht sich mit Svealana Kutschkes „Gewittertieren“ nach dem Mauerfall im Bunker. Mit Natasha Pulley und einem Androiden macht sie das historische London von 1884 unsicher. Die FR liest Gedichte von Heinrich Böll. Die SZ entdeckt in Ingmar Bergmanns Notizen geschriebene Filme. Die NZZ kommt David Bowie ganz nahe mit Reinhard Kleists Comic-Biografie. Und Dlf Kultur reist mit Katerina Schiná, strickenden Samurai und Suffragetten durch die Kulturgeschichte des Strickens.
Freitag, 31.12.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
31.12.2021 Claus Leggewie nimmt sich in der SZ eine Menge vor und verlangt ein Bündnis mit China und Bürgerräte, die gegen Rechtspopulismus kämpfen, was ohne öffentlich-rechtliche soziale Medien nicht funktionieren wird. In der taz erklärt die Kölner Museumsleiterin Nanette Snoep, warum die Kuratorin Peju Layiwola Benin-Bronzen ohne Museumshandschuhe anfassen durfte. In der FR weigert sich Bruno Preisendörfer, den Eisernen Kanzler als Pionier der Sozialpolitik zu sehen. Und die FAZ macht Hoffnung. Bald ist Corona nur noch ein Schnupfen. Und wir wünschen unseren Lesern und Leserinnen, dass sie sich dann wieder umarmen können, ohne sich vor Aerosolen zu fürchten. Guten Rutsch dahin!
Efeu - Die Kulturrundschau
31.12.2021 Die FR bewundert die Kühnheit der Malerin Anna Dorothea Therbusch. Tagesspiegel und nmz amüsieren sich mit einem hinreißenden, Rollenspiele zeitlos entlarvenden "Postillon de Longjumeau" in Erl. Die SZ feiert die Farben, die die Architekten von Sauerbruch Hutton dem neuen Abgeordnetenhaus in Berlin verliehen haben. Die Cinephilie ist auch 2021 nicht gestorben, freut sich Artechok. Die FAZ kniet nieder vor den Appoggiaturen und Gruppetti der Cecilia Bartoli.
Medienticker
31.12.2021 Aktualisiert: Gute Nachrichten 2021: Aufbruch statt Apokalypse - Willi Winklers Medienvorschau 2022: Kein Grund für Trübsal - Fast schon Peanuts: Corona-Pandemie-Schulden - Welche Bücher müssen noch geschrieben werden? - Gespräche über den abwesenden Herrn Hacks: Der "Goethe der DDR" revisited von Jan Decker - Hörtipps:Freitag BR2 das Hörspiel Virginia Woolfs "Zum Leuchtturm", Ö1 Neujar: Maurizio Pollini zum 80. Geburtstag: Positionen, Reflexionen und Reminiszenzen + Sonntag Ö1 Milestones mit McLaughlin ...
Bücherschau des Tages
31.12.2021 Die taz malt sich mit Manuele Fior ein postapokalyptisches Venedig in leuchtenden Farben aus. Die FAZ lernt in Ai Weiweis Doppelbiografie zwei Künstler mit Zivilcourage kennen. Die SZ liebt, schwärmt und träumt von einer Welt ohne Rassismus und Klassismus im Band „Blackout“, der Erzählungen verschiedener afroamerikanischer Autorinnen versammelt. Und Dlf Kultur findet bei Michael Ignatieff zumindest ein bisschen Trost in dunklen Zeiten. Und nun wünschen auch die Perlentaucher allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch!