Montag, 02.02.2004
Heute in den Feuilletons
02.02.2004 Die FAZ geht streng mit dem Rowohlt Verlag ins Gericht, der den bereits angekündigten Roman "Endstufe" von Thor Kunkel nun zurückzieht. In der SZ tritt Navid Kermani für eine westliche Leitkultur ein. Die NZZ besucht den Dichter Lutz Seiler zum Werkstattgespräch. Die taz verspeist einen Hamburger in Saudi Arabien und meditiert über die Krise des Islam.
Die Buchmacher
02.02.2004 In dieser Woche: Warum Weltbild Beschwerde gegen die Übernahme von Heyne durch Random House einlegt. Und warum das Börsenblatt jetzt schon weiß, dass das Bücher-Frühjahr schwach wird. Von Sandra Evertz
Magazinrundschau
02.02.2004 Outlook India und Wired feiern die Informatik-Inder. In Le Point ist Bernard-Henri Levy das Kopftuch schleierhaft - außer bei den Frauen des Propheten. Die New York Review of Books beobachtet die Rückkehr der Taliban nach Afghanistan. Folio widmet sich ganz dem world wide web und stellt Tim Berner-Lees neues semantic web vor. Der Merkur singt ganz zauberhafte NVA-Lieder. In Dissent untersucht Fawaz A. Gerges arabische Politik vor, während und nach dem Irak-Krieg. Der Nouvel Obs porträtiert den Philosophen Paul Ricoeur. Das TLS lobt die Evolution. Im Express erklärt Daniel Cohen: Globalisierung wäre gut, sie müsste nur klappen.
Bücherschau des Tages
02.02.2004 Mit Kritiken zu Kirsten Jordan / Claudia Quaiser-Pohl: "Warum Frauen glauben, sie könnten nicht einparken - und Männer ihnen Recht geben" in der FAZ, Richard Overy: "Russlands Krieg" in der SZ, Kevin Phillips: "Die amerikanische Geldaristokratie" in der FR, Peter Joachim Lapp: "General bei Hitler und Ulbricht" in der FR und F.W. Bernstein: "F. W. Bernstein: Die Gedichte" in der SZ.
Vorgeblättert
02.02.2004 "Die Friedenauer Literaten und ihre Besucher schwärmten aus ins verschämte Berliner Rotlichtmilieu am Stuttgarter Platz, wo die Flipperautomaten standen, eine Kellnerin weit nach Mitternacht auf dem Tisch tanzte, Günter Eich mit den Zähnen nach ihren Knöcheln schnappte und Ilse Aichinger ihm lachend dabei zusah, während Peter Weiss ... "
Lesen Sie einen Auszug aus "Damals" den Erinnerungen von Reinhard Baumgart.
Medienticker-Archiv
02.02.2004 Heute: Redakteure zeigen Mut zur Lücke - Kampf den Würmern - Kopfgeld auf MyDoom-Schöpfer - Verriss der Woche: Orthografie - Wer liest bei Rowohlt? - Preiswürdig: Muxmäuschenstill - Alphörner, Kölle alaaf und Bankgeheimnis + Die Arbeit der E-Hippies. Von Rüdiger Dingemann
Dienstag, 03.02.2004
Heute in den Feuilletons
03.02.2004 Die SZ weiß, wann und wo man am besten Porsches kauft - bei Ebay. In der FR denkt Aleida Assmann über Leid und Schuld in der deutschen Erinnerung nach. Die NZZ schildert die größten Sorgen des irakischen Kulturministers Mufid al-Djazairi. Die FAZ plädiert gegen eine Umbenennung Preußens. Überall diskutiert man den Casus Kunkel.
Bücherschau des Tages
03.02.2004 Mit Kritiken zu Sabine Peters: "Abschied" in der SZ, Carl Schmitt: "Carl Schmitt: Tagebuch Oktober 1912 bis Februar 1915" in der SZ, Christoph Hein: "Landnahme" in der NZZ, Soazig Aaron: "Klaras Nein" in der NZZ und Jens Rehn: "Nichts in Sicht" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
03.02.2004 Heute: Zeitungs-Streik geht weiter - BBC am Pranger - Bertelsmann prüft Berufung - Mach Platz, Harry! - Kampf gegen Bla Bla - eBay: Geschäftsmodell für Profis - Gefühlte Literatur - Ende des Internets? Von Rüdiger Dingemann
Virtualienmarkt
03.02.2004 Während uns die nächste Welle von Internet-Anwendungen aus den USA erreicht, wurschteln Teile der hiesigen Internetwirtschaft zaghaft und in Toll-Collect-Manier vor sich hin. Was helfen da Kanzler-Runden?
Mittwoch, 04.02.2004
Heute in den Feuilletons
04.02.2004 In der FAZ empfiehlt der Software-Pionier Charles Simonyi, sich bei der Weltraumforschung an die Russen zu halten. Die taz beschreibt die Vogelgrippe als evolutionäre Erfolgsgeschichte. In der FR fordert der Historiker Armin Nolzen eine Neuorientierung der NS-Forschung. Der NZZ tut die deutsche Rechtschreibung sehr leid, beziehungsweise Leid. Die SZ ärgert sich über das tantenhafte Geschnatter des Literaturbetriebs. Die Welt bringt ein Interview mit Thor Kunkel.
Bücherschau des Tages
04.02.2004 Mit Kritiken zu Ror Wolf: "Zwei oder drei Jahre später" in der FR, Stewart O'Nan: "Halloween" in der FR, Hugo Ball: "Hugo Ball: Sämtliche Werke und Briefe, Band 10" in der FR, William Clark / Meriwether Lewis: "Tagebuch der ersten Expedition zu den Quellen des Missouri, sodann über die Rocky Mountains zur Mündung des Columbia in den Pazifik und zurück" in der NZZ und Carola Stern: "Alles, was ich in der Welt verlange" in der SZ.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
04.02.2004 Die Berlinale fängt an. Und damit auch unsere Berlinale-Kolumne: Ein kleiner Überblick über das Programm 2004.
Medienticker-Archiv
04.02.2004 Heute: Verleger reden wieder mit Redakteuren - Es bleibt schwierig - Der Napoleon der Verleger - Ideologisch lektoriert - Buchmesse-Montag gestrichen - Google will Content-Welt retten - Yahoo baut Such-Service aus - Furcht und Elend: MyDoom macht nur seine Arbeit + Viren sind wählerisch. Von Rüdiger Dingemann
Post aus der Walachei
04.02.2004 Es gibt keinen öffentlichen Raum in Rumänien. Der öffentliche Raum ist keine Aktionsfläche, sondern ein gezwungenermaßen zu betretendes Terrain.
Donnerstag, 05.02.2004
Heute in den Feuilletons
05.02.2004 Die Zeit beweist zu Berlinale-Beginn, dass eine Kulturberichterstattung ohne Kulturredaktion möglich ist. Die FAZ berichtet über holländische Diskussionen zur Einwanderungspolitik der 68-er. In der FR kritisiert Bruno Latour das französische Kopftuchverbot. Die NZZ porträtiert den berserkerhaften Lautmaler Jaap Blonk und die sizilianische Theaterhoffnung Emma Dante.
Bücherschau des Tages
05.02.2004 Mit Kritiken zu Rainer Forst: "Toleranz im Konflikt" in der ZEIT, Meir Aron Goldschmidt: "Avrohmche Nachtigall" in der SZ, Urs Widmer: "Das Buch des Vaters" in der ZEIT, Alain de Libera: "Denken im Mittelalter" in der FR und Pierre Bayle: "Historisches und kritisches Wörterbuch" in der ZEIT.
Medienticker-Archiv
05.02.2004 Heute: Knallharte Kartellis - Online-Buchhandel: Neue Bestseller-Liste - Top Ten der Zukunftsliteratur - Branchen-Monitor BUCH startet - Penguin übertritt die Schamschwelle - Literaturpreise weltweit + Google bringt Wissenschaftler in Bedrängnis. Von Rüdiger Dingemann
Außer Atem: Das Berlinale Blog
05.02.2004 Mit tadelloser Frisur wartet Nicole Kidman in Anthony Minghellas Bürgerkriegsfilm "Cold Mountain" darauf, dass der Geliebten aus dem Krieg in ihr Dorf zurückkehrt. Ein Traum aus den Neunzigern! Die Retrospective zeigt Sam Peckinpahs "The Wild Bunch", einen der blutigsten Western der Filmgeschichte.
Freitag, 06.02.2004
Heute in den Feuilletons
06.02.2004 In der NZZ kritisiert Adam Michnik die "gefährliche Rhetorik" der Deutschen. Die FAZ möchte den Europäern wieder Latein beibringen, ohne Ansehen der Konfession. In der taz erklärt Dieter Kosslick, warum es wunderbar ist, wenn George Clooney mit einem Jungfilmer aus Bangladesch diskutiert. Die FR erklärt, wie man einen Anteil an den Einstürzenden Neubauten erwirbt. In der SZ meint Daniela Dahn, dass wir kein Zentrum gegen Vertreibungen brauchen.
Bücherschau des Tages
06.02.2004 Mit Kritiken zu Hella Eckert: "Da hängt mein Kleid" in der FAZ, Christa Hein: "Vom Rand der Welt" in der FAZ, Uwe Wandrey: "Kraftwerk Sonne" in der SZ, Monika Feth: "Der Erdbeerpflücker" in der SZ und Björn Sortland: "Zwölf Dinge, dich ich noch erledigen muss, bevor die Welt untergeht" in der SZ.
Medienticker-Archiv
06.02.2004 Heute: Schund über Deutschland + Ende einer Affäre? - Rechtschreibreform: ab 1.8.2005 - Web.de erfolgreich - Spion+Spion: Software für Troja - Der Musikminister D. B. - Voll Kress - Ein Buch für die Ewigkeit + Der Kant-Check. Von Rüdiger Dingemann
Außer Atem: Das Berlinale Blog
06.02.2004 Erstaunliche Hüte und die Semiotik der Liebe auf Koreanisch zeigt E J-Yong in seiner Verfilmung der "Gefährlichen Liebschaften". Der Held von Genjirou Aratos "Akame 48 Waterfalls" ist von vollendeter Passivität. Da macht es fast nichts, dass er immer am falschen Ort ist.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
06.02.2004 Hier finden Sie eine Liste aller bei uns besprochenen Berlinalefilme.
Samstag, 07.02.2004
Heute in den Feuilletons
07.02.2004 In der SZ behauptet Claus Peymann: Thomas Bernhard lebt, zumindest in seinen Träumen. Die FR lässt sich von Filmsammler Werner Nekes über das Licht in Nazipornos aufklären. Die FAZ begibt sich nach Bam. Die taz beamt die Klezmer-Musik ins 21. Jahrhundert. Die Welt lässt Heinrich Heine über Kant schreiben. In der NZZ plädiert der Theologe Friedrich Wilhelm Graf gegen ein Kopftuchverbot.
Bücherschau des Tages
07.02.2004 Mit Kritiken zu Christoph Hein: "Landnahme" in der SZ, Viola Georgi: "Entliehene Erinnerung" in der FR, Nicolas Berg: "Der Holocaust und die westdeutschen Historiker" in der TAZ, Hans Jörg Hennecke: "Die dritte Republik" in der NZZ und Alex Capus: "Glaubst du, dass es Liebe war?" in der SZ.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2004 John Boormans Südafrika-Melodram "Country of my Skull" leidet an Klischeees und wird von seinen Schauspielern gerettet. Alles gelogen in Nancy Meyers Wettbewerbsfilm "Something's gotta give", aber nicht nicht in Andres Veiels Film "Die Spielwütigen", der vier Schauspielschüler beobachtet. In Patrice Lecontes Wettbewerbsfilm "Confidences trop intimes" verwechselt Sandrine Bonnaire einen Steuerberater mit einem Psychiater.
Sonntag, 08.02.2004
Außer Atem: Das Berlinale Blog
08.02.2004 Paul Cronin liefert ein konventionelles Porträt des unkonventionellen Filmtheoretikers Amos Vogel. "Koktebel" bewegt sich, aber langsam. "Kal Ho Naa No" ist eine indische Sitcom, die in New York spielt. Catherine Breillats neuer Film ist Pornografie - und nichts.
Medienticker-Archiv
08.02.2004 Heute: Das Thomas-Bernhard-Festival - Dr. Tomi Ungerer - Rumsfeld mag die deutschen Medien nicht - Das Gegengift - Nazi-Pornos und Hochstapelei - Professionell, sagt Werner Nekes - Stern siegt + BamS klettert. Von Rüdiger Dingemann
Montag, 09.02.2004
Heute in den Feuilletons
09.02.2004 Die FAZ bedauert die Abschaffung der Kultur beim Deutschen Städtetag. Die NZZ guckt ägyptische Fernsehprediger. Die FR erzählt einen Schwank von der Berlinale: Wie Cate Blanchetts Kleid verschwand. Das SZ-Feuilleton ist skeptisch in Sachen Müntefering.
Die Buchmacher
09.02.2004 In dieser Woche: Warum der stationäre Buchhandel um fünf Prozent wuchs und dennoch nicht froh sein kann. Warum Verlage so gern Verlage kopieren. Und welches Buch den Mohns eventuell nicht gefallen wird. Von Sandra Evertz
Magazinrundschau
09.02.2004 Die London Review of Books weiß jetzt endlich, wie Godot zu seinem Namen kam. Der New Yorker analysiert die Außenpolitik der amerikanischen Demokraten. In Outlook India fasst Ian Buruma die Thesen seines neuen Buchs über den Okzidentialismus zusammen. Das TLS streitet über Hamlets Handicap. Im Espresso befürchtet Umberto Eco einen Exodus der italienischen Intelligenz. Im Spiegel nennt Alexander Fest seinen früheren Autor Thor Kunkel einen "rechten Schläger". Die New York Times feiert einen Roman über die Heimtücke und das Konkurrenzgehabe unter feministischen Lyrikerinnen.
Bücherschau des Tages
09.02.2004 Mit Kritiken zu Gianni Vattimo: "Jenseits des Christentums" in der FAZ, Italo Calvino: "Warum Klassiker lesen?" in der FAZ, Francisco de Quevedo: "Aus dem Turm" in der SZ, Olaf Gersemann: "Amerikanische Verhältnisse" in der FAZ und Hannah Arendt: "Der Liebesbegriff bei Augustin" in der FAZ.
Vorgeblättert
09.02.2004 "Im Anfang war der Name, und der Name war Hans Maier, oder Mayer, oder Hanns Mayr oder Johann Mayer oder Johannes Maier. Schon der Knabe hadert mit seinem Namen, er war ihm zu 'gewöhnlich'". Lesen Sie hier einen Auszug aus Irene Heidelberger-Leonards Biografie über Jean Amery.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2004 In dem parodistischen Spionagethriller "The Adventure of Iron Pussy" wird heftig gesungen. Bei Chantal Akerman wird Unkomisches nicht komischer. "Infernal Affairs", die Gangster-Trilogie von Andrew Lau und Alan Mak, ist ein absoluter Kracher. Annette K. Olesen zeigt in ihrem Wettbewerbsbeitrag "In Deinen Händen", wozu die Dogma-Regeln gut sind. Jean-Pierre Leaud ist in "Folle embellie" durch und durch royal.
Dienstag, 10.02.2004
Heute in den Feuilletons
10.02.2004 Die SZ fragt nach der Existenzberechtigung der Geisteswissenschaften. Die NZZ findet den restaurierten Paternoster Square in London eigentlich recht nett. In der FR erzählt die Schauspielerin Lotte Tobisch, wie sei einst Adorno das vollendete Glück bescherte. Es kunkelt außerdem noch recht mächtig in den Köpfen und Mägen der Feuilletons. Die taz erkennt dabei einen Gegensatz zwischen Haltbarkeits- und Zeitgeistfeuilleton.
Bücherschau des Tages
10.02.2004 Mit Kritiken zu Kader Abdolah: "Die geheime Schrift" in der FAZ, Lars Gustafsson: "Auszug aus Xanadu" in der NZZ, Maeve Brennan: "Die Besucherin" in der NZZ, Andri Peer: "Poesias" in der NZZ und Urs Allemann: "schoen! schoen!" in der NZZ.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
10.02.2004 In seinem Wettbewerbsfilm "Samaritan Girl" lässt Kim Ki-duk ein Kinderspiel in einer möderischen Katastrophe enden. Eine schöne Milchkuh ist der Star in Manuel Gutierrez Aragons "La vida que te espera" (Wettbewerb). Daniel Burman erzählt in seinem Wettbewerbsbeitrag "El abrazo partido" die halbe Weltgeschichte in einer argentinischen Ladenpassage. Sudhir Mishras "A Thousand Dreams Such as These" ist ein Ereignis der unspektakulären Art - ein um Realismus bemühter Bollywoodfilm.
Medienticker-Archiv
10.02.2004 Heute: Florian Illies' Monopol - Kant zum Nachsurfen - SMS, WAP und MMS für viele rätselhaft - Premiere und Springer - FR in Not - eBay und Lego spielen zusammen - Preise, Preise, Preise für Handke, Kappacher, Kretschmer, Kynat, Soldar + Die neuen Falten Füller. Von Rüdiger Dingemann
Mittwoch, 11.02.2004
Heute in den Feuilletons
11.02.2004 In der SZ warnt Michael Lentz anlässlich des Kunkel-Falls vor einer "Tabupolizei" in den deutschen Feuilletons. Außerdem erinnert die SZ an einen kapitalen Irrtum Michel Foucaults, während die taz findet, dass Foucault bis heute recht hat. In der NZZ warnt Boris Schumatsky vor neuem Chauvinismus in Russland. Und der 200 Jahre tote Kant gewinnt den FAZ-Gehirnstreit.
Bücherschau des Tages
11.02.2004 Mit Kritiken zu Adolf Frise: "Wir leben immer mehrere Leben" in der FR, Jurij Mamlejew: "Die irrlichternde Zeit" in der FR, Soazig Aaron: "Klaras Nein" in der FR, Wolfgang Schmale: "Geschichte der Männlichkeit in Europa (1450-2000)" in der NZZ und Joseph O'Connor: "Die Überfahrt" in der NZZ.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
11.02.2004 Romuald Karmakar beschert dem Wettbewerb mit seinem Virtuosenstück "Die Nacht singt ihre Lieder" einen denkwürdigen Tag. Joshua Marston zeichnet "Maria voll der Gnade" das harte Schicksal einer kolumbianischen Drogenkurierin weich. Richard Linklater glänzt in "Before Sunset" durch Charme. Cedric Kahn glänzt in "Feux Rouges" durch Abwesenheit. Sabu schlägt mit "Hard Luck Hero" Fiction zu Pulp.
Medienticker-Archiv
11.02.2004 Heute: Warnung: Mydoom-Ableger Doomjuice+Deadhat unterwegs - Verleger drohen - Wende bei NYT Book Review? - Was ist skandalös? - Web-Nutzung auf Höchststand - Klage wg. eBAY-Bewertung gescheitert - Katastrophen-Karrieren + Der Aust-Komplex. Von Rüdiger Dingemann
Donnerstag, 12.02.2004
Heute in den Feuilletons
12.02.2004 In der SZ merkt Kurt Flasch an: Es gibt auch Gründe, Kant in Ruhe zu lassen, auch wenn es die seitherige Philosophie ohne ihn nicht gäbe, wie Otfried Höffe in der Welt darlegt. In der FAZ legt Robert Gernhardt zehn Thesen zum komischen Gedicht vor. Die FR findet: Julie Delpy und Ethan Hawke sind das Traumpaar der Berlinale. Die NZZ feiert die Glasgower Art-School-Band Franz Ferdinand. Und die Zeit fragt, ob die Tentakel an den Hosen der Jugendlichen zur Nahrungsaufnahme dienen.
Bücherschau des Tages
12.02.2004 Mit Kritiken zu Michael Frayn: "Das Spionagespiel" in der ZEIT, Madeleine K. Albright: "Madeleine Albright: Die Autobiografie" in der SZ, Mark Haddon: "Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone" in der ZEIT, Ulinka Rublack: "Die Reformation in Europa" in der ZEIT und Nelson Mandela: "Meine afrikanischen Lieblingsmärchen" in der ZEIT.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2004 Exzellent: Fatih Akins Wettbewerbsfilm "Gegen die Wand. Li Shaohong beschreibt in "Baober in Love" das moderne China als Kulturschock. De mortuis nil nisi bene, meint Robin Williams in Omar Naims Debütfilm "The Final Cut" (Wettbewerb). Vor zehn Jahren haben die Südafrikaner ihre ersten Wahlen nach der Apartheid abgehalten. Das Forum hat aus diesem Anlass unter dem Titel "10 - Real Stories from a free South Africa" zehn Filme zusammengestellt, die einen Einblick in das Leben der Südafrikaner geben.
Medienticker-Archiv
12.02.2004 Heute: Terror, Lügen und ein Videoband - SPD soll weniger mit BILD reden - Thalia startet gut - digita 2004 verliehen - Begriff, Erfahrung, Moral - Geistesgrüße aus der Lederhose - Flickschusterei nach 6 Monaten + Aus, das Streichholz! Von Rüdiger Dingemann
Freitag, 13.02.2004
Heute in den Feuilletons
13.02.2004 Menschliche Zellen wurden erstmals geklont. Große Aufregung in der FAZ, selbst beim Theaterkritiker. In der NZZ wägt Faraj Sarkohi die Chancen auf eine samtene Revolution im Iran ab. In der FR schreibt Richard Wagner einen Nachruf auf Gerhard Schröder - außerdem verteidigt die FR Romuald Karmakars umstrittenen neuen Film. Die taz erkundet dasVerhältnis von Migrantenkindern zur Nazizeit.
Bücherschau des Tages
13.02.2004 Mit Kritiken zu Colson Whitehead: "John Henry Days" in der SZ, Israel Hameiri: "Symbiose" in der FAZ, Hans-Heinrich Nolte: "Kleine Geschichte Russlands" in der SZ, Robert Harris: "Pompeji" in der SZ und : "Der neue Streit um Troia" in der FAZ.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
13.02.2004 Eric Rohmer pflegt in seinem "Triple Agent" die Kunst der Undurchsichtigkeit. Minze Tummescheit schildert, wie sich Osteuropas Intelligenzia auf dem "Jarmark Europa" (Forum) durchschlägt. Theo Angelopoulos' "Die Erde weint" ist noch im Scheitern monumental. Johnnie Tos "Running on Karma" ist pures Kino.
Samstag, 14.02.2004
Heute in den Feuilletons
14.02.2004 In der FR beschuldigt Wolfgang Templin in einer scharfen Polemik die Regierung der Inkompetenz für die Neuen Länder. Die taz feiert das Schiesser-Revival, dessen Glamour sogar bis zu Frances McDormand durchgedrungen ist: Wo gibt es nur diese coolen Unterhemden zu kaufen? Die NZZ fürchtet die Überfülle des Wissens im Internet: Sie verführt die heutige Jugend zu Copy & Paste. In der FAZ macht sich Hans-Christoph Buch wenig Hoffnungen für Haiti.
Bücherschau des Tages
14.02.2004 Mit Kritiken zu Raphael Urweider: "Das Gegenteil von Fleisch" in der SZ, Valerio Aiolli: "Ich und mein Bruder" in der TAZ, Francisco Ayala: "Der Kopf des Lammes" in der NZZ, Oskar Pastior: "Mein Chlebnikov" in der TAZ und Sting: "Broken Music" in der TAZ.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
14.02.2004 Die Jury hat gesprochen: Der goldene Bär der 54. Berlinale geht an Fatih Akins Film "Gegen die Wand".
Montag, 16.02.2004
Die Buchmacher
16.02.2004 Diese Woche lesen Sie: Welche Autoren sich Günter Berg für Hoffmann und Campe wünscht. Wie die Verlagsvertreter ihre Frühjahrsreise beurteilen. Welche Synergien Bonnier im Blick hat. Von Sandra Evertz.
Heute in den Feuilletons
16.02.2004 Recht zufrieden kommentieren die Feuilletons den Goldenen Bären für Fatih Akins Film "Gegen die Wand". Die FAZ hält es mit Frances McDormand: Dieser Film ist Rock'n'Roll. Die SZ bezweifelt allerdings die Lebensnähe von "Brutalschlägereien, Vollräuschen und Rumvögeln" in diesem Film. Die NZZ ist auch mit dem Wettbewerb insgesamt zufrieden, während die FR auf den "schlechtesten Wettbewerb seit Menschengedenken schimpft".
Magazinrundschau
16.02.2004 "Haiti wird explodieren", prophezeit Lyonel Trouillot im Nouvel Obs. Im Espresso erklärt Moises Naim, warum Saudi Arabien unsere Zukunft bestimmen wird. Im Spiegel ärgert sich Elke Schmitter über schlechte Übersetzungen amerikanischer Romane. Moskowskije Novosti hat einen U-Bootfilm mit literaturbeflissenen tollen Hechten gesehen. Bernard-Henri Levy fürchtet sich in Le Point vor Atombomben aus Pakistan. In der NYRB schildert Paul Krugman die profitablen Geschäfte der Bush-Dynastie.
Bücherschau des Tages
16.02.2004 Mit Kritiken zu Karin Wieland: "Die Geliebte des Duce" in der FAZ, Colson Whitehead: "John Henry Days" in der TAZ, Joseph O'Connor: "Die Überfahrt" in der FAZ, Jacques Le Goff: "Das Lachen im Mittelalter" in der FAZ und Anne Applebaum: "Der Gulag" in der SZ.
Medienticker-Archiv
16.02.2004 Heute: Das Peinlichste, was passieren kann - Pionier, Meister, Grandseigneur: Der Mann hinter dem Kürzel dtv - Lern-Splitter in Köln - Börsenverein auf dem Glatteis? - Reich-Ranicki sagt's - Weinte sonst niemand? + Wo kein Richter, auch kein Rächer. Von Rüdiger Dingemann
Dienstag, 17.02.2004
Heute in den Feuilletons
17.02.2004 Martin Walser verlässt den Suhrkamp Verlag, behauptet die Welt. Die taz und die FR artikulieren ihren Ekel über die Bild-Zeitung. Die SZ fragt: Woher kommt der Hass auf alles Ökonomische? Die FR betrachtet außerdem algerische Fotos aus dem Algerienkrieg. Die NZZ stellt die deutsche Theatergruppe Rimini Protokoll vor.
Bücherschau des Tages
17.02.2004 Mit Kritiken zu William Clark / Meriwether Lewis: "Tagebuch der ersten Expedition zu den Quellen des Missouri, sodann über die Rocky Mountains zur Mündung des Columbia in den Pazifik und zurück" in der TAZ, Geert Mak: "Das Jahrhundert meines Vaters" in der NZZ, David Grossman: "Diesen Krieg kann keiner gewinnen" in der FR, Alexandar Tisma: "Reise in mein vergessenes Ich" in der SZ und Andrei Makine: "Musik eines Lebens" in der NZZ.
Vorgeblättert
17.02.2004 "Roter Mohn", der Roman des chinesischen Autors Alai, bietet adlige Familien, heranwachsende Söhne, schöne Prinzessinnen, Liebe und Sex (jedoch selten gleichzeitig), Schlachten und Intrigen, Opium, Dolche, Pferde und Maschinengewehre - und dies in den weiten grünen Hochebenen Osttibets. Hier eine Leseprobe.
Medienticker-Archiv
17.02.2004 Heute: Walser geht: Ein Welt-Kommentar - Google: Zensur, Studienfach, virtuelle Grossmacht und kein Keks für Google - Die Kaffebohne und der Online-Handel - Der Kofler und der Constantin + Millionenseller: "Sternstunden der Menschheit". Von Rüdiger Dingemann
Mittwoch, 18.02.2004
Heute in den Feuilletons
18.02.2004 In der SZ plädiert Stephan Maus gegen eine kommunale Käfighaltung von Autoren. Die NZZ findet die iranische Zensur nicht effizient. In der FR bietet Peter Fuchs gegen die Gewalt an den Schulen eine Trostperspektive aus systemtheroetischer Sicht. Die taz läutet dem Sterbegeld das Totenglöckchen. Die FAZ warnt Walser: Ist Rowohlt ein seriöses Haus?
Bücherschau des Tages
18.02.2004 Mit Kritiken zu Lutz Seiler: "vierzig kilometer nacht" in der FR, Jose Saramago: "Die portugiesische Reise" in der FAZ, Ursula Krechel: "In Zukunft schreiben" in der NZZ, Nik Cohn / Guy Peellaert: "Rock Dreams" in der FR und Jean-Marie Lustiger: "Die Verheißung" in der NZZ.
Medienticker-Archiv
18.02.2004 Heute: Verleger und Redakteure bleiben am Ball - Reuters Group meldet Feuerlaune - Auskunftei für Spam-Gegner? - Lese-Test: Schüler kaum schlechter als ihre Lehrer - Welttag des Buches 2004 in Österreich + Auf der Alm gibt's ein Gerücht. Von Rüdiger Dingemann
Virtualienmarkt
18.02.2004 Der Frühling zieht ins Netz. Die Anzeichen mehren sich, dass Websites wieder schöner, aufregender und kreativer werden. Zumindest die Seiten aus Oslo, London oder Ljubljana. Hierzulande dauert der Winter bekanntlich etwas länger.
Donnerstag, 19.02.2004
Heute in den Feuilletons
19.02.2004 Die Zeit feiert das junge deutsche Kino türkischer Herkunft. In der Berliner Zeitung plädiert Thorsten Becker heftigst für ein Kopftuchverbot. Die FAZ sieht in Romuald Karmakars neuem Film das "Geheimprotokoll der Generation Golf". Die NZZ meldet Zweifel an der Zuverlässigkeit der Koran-Überlieferung an. In der SZ begräbt Heinz Bude die Berater in der Schublade der Roaring Nineties.
Bücherschau des Tages
19.02.2004 Mit Kritiken zu Reinhart Baumgart: "Damals" in der FR, Reinhart Baumgart: "Damals" in der ZEIT, Olaf B. Rader: "Grab und Herrschaft" in der FR, Wibke Bruhns: "Meines Vaters Land" in der ZEIT und Thea Dorn: "Die Brut" in der ZEIT.
Medienticker-Archiv
19.02.2004 Heute: Krieg gegen den Geist - Walsers Reim: Verlagswechsel nach 136 Büchern? - Internet bleibt männlich - Neuer E-Mail-Wurm - Google weiss alles jetzt noch besser - Yahoos neue Suche - PC-Welt erklärt Linux - Mickey Mouse bandelt mit Miss Piggy an - ZEIT und der Fischer Verlag starten neue Buchreihe + Medien lieben MoMA. Von Rüdiger Dingemann
Freitag, 20.02.2004
Heute in den Feuilletons
20.02.2004 Die ersten Reaktionen auf das very very big Moma-event in Berlin sind zwiespältig: Die SZ ist überwältigt, die FAZ hätte gern mehr Europa gesehen, für die taz zwingt die Ökonomie die Ästhetik nieder. Für die FR hat der Kanzler aus systemtheoretischer Sicht auch seine schönen Seiten. Die NZZ hätte gern eine globale Bioethik, bitte. Außerdem konstatiert sie eine "Verluderung der Sitten in zuvor ungeahntem Ausmaß", und zwar im deutschen Feuilleton.
Bücherschau des Tages
20.02.2004 Mit Kritiken zu Laszlo Darvasi: "Eine Frau besorgen" in der SZ, Bernard Williams: "Wahrheit und Wahrhaftigkeit" in der SZ, Andreas B. Kilcher: "mathesis und poiesis" in der SZ, Hazel Rosenstrauch: "Varnhagen und die Kunst des geselligen Lebens" in der SZ und Hanif Kureishi: "In fremder Haut" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
20.02.2004 Heute: Zwei Neue bei Springer - Big-Bang in Bembel-Town oder Neue Heimat der FR? - Bertelsmann goes to India - Neues von der Display-Front - Yahoo gibt Google den Laufpass - Hin und weg vom Bilschirm - Reden ist Gold + Kinder-Uni im Netz. Von Rüdiger Dingemann
Samstag, 21.02.2004
Heute in den Feuilletons
21.02.2004 In der Welt macht Elke Heidenreich der Sonntags-FAZ einen Heiratsantrag. Die SZ und die FAZ würdigen den stets noch ungesehenen Passionsfilm Mel Gibsons bereits als erhabene Angelegenheit. Die taz porträtiert die Schauspielerin mit dem mutigen Namen Anne Ratte-Polle. In der NZZ schreitet Richard Wagner durch die "unmittelbare Unwirklichkeit", in der wir alle leben. Die FR findet, dass in der Debatte um die NSDAP-Mitgliedschaften von Intellektuellen die Strukturen zu kurz gekommen sind.
Bücherschau des Tages
21.02.2004 Mit Kritiken zu Reinhart Baumgart: "Damals" in der TAZ, Michael Frayn: "Das Spionagespiel" in der TAZ, Adolf Frise: "Wir leben immer mehrere Leben" in der TAZ, Brigitte Reimann: "Das Mädchen auf der Lotosblume" in der NZZ und Ernst Klee: "Das Personenlexikon zum Dritten Reich" in der TAZ.
Montag, 23.02.2004
Heute in den Feuilletons
23.02.2004 Die SZ konstatiert einen immer schwächeren Originalitätsbegriff in der neuesten Kunst, den sie sich aber immer teurer bezahlen lässt. Für die taz besucht Gabriele Goettle einen Experten für Kriminalgeschichte in Wien. Die NZZ warnt vor Glättungsgefahren bei der Übersetzung Paul Celans ins Ungarische. Die FAZ am Sonntag brachte ein Interview mit Sibel Kekilli über die von der Bild losgetretene Affäre um ihre Vergangenheit als Pornodarstellerin.
Die Buchmacher
23.02.2004 In dieser Woche: Warum sich die Leser lieber in der Bild-Zeitung informieren als in den Feuilletons. Und warum selbst in den Buchhandelsketten Geiz jetzt geil ist. Von Sandra Evertz
Magazinrundschau
23.02.2004 Atlantic Monthly porträtiert einen amerikanischen Soldaten: Colonel Tom Wilhelm sorgt in Ulan Bator dafür, dass die Amerikaner beliebter sind als Russen und Chinesen. In Radar erklärt der Regisseur Miguel Rodriguez Arias den Sinn von Begräbnisritualen. Outlook India porträtiert den indischen Macbeth, Irrfan Khan. In der Moskowskije Nowosti erklärt die Präsidentschaftskandidatin Irina Chakameda, die Tschetschenen seien keine Terroristen. Das TLS freut sich über Gore Vidals boshafte Porträts der amerikanischen Gründerväter. Der Spiegel hat sich von McKinsey beraten lassen.
Bücherschau des Tages
23.02.2004 Mit Kritiken zu Karl-Markus Gauß: "Die Hundeesser von Svinia" in der FR, Ines Geipel: "Für heute reicht's" in der FR, Ines Geipel: "Für heute reicht's" in der FAZ, Dschalaluddin Rumi: "Gedichte aus dem Diwan" in der SZ und : "Geschichte der Filmtheorie" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
23.02.2004 Heute: Die beste Freundin der Nation - Verblasster Mythos taz - Die Mörtelmaus - Alles wird gut - Anti-Bush-Bücher überschwemmen den Markt - Der Duft der E-Mails + Unbekannte Kerr-Novelle. Von Rüdiger Dingemann
Dienstag, 24.02.2004
Heute in den Feuilletons
24.02.2004 Die SZ untersucht den Einfluss des Aramäischen auf den Koran. Die FR sieht Amerika und Frankreich als gegenseitige Projektionen ihrer Neurosen. Die NZZ findet, dass die Moma-Ausstellung in Berlin nichts Neues bietet. Die FAZ meditiert über die Augenbinde Stauffenbergs.
Bücherschau des Tages
24.02.2004 Mit Kritiken zu Georg M. Oswald: "Im Himmel" in der TAZ, Hans Joachim Schädlich: "Anders" in der SZ, : "Inventur" in der NZZ, Anke Stelling: "Glückliche Fügung" in der TAZ und Avi Primor: "Terror als Vorwand" in der SZ.
Vorgeblättert
24.02.2004 "Um ihr Risiko so gering wie möglich zu halten, lassen sich Schmuggler allerhand einfallen. Zur Durchquerung der iranischen Wüste etwa verwenden sie opiumsüchtige Kamele; die Tiere befördern die illegalen Waren ohne Begleitung und reisen von einem Fix zum nächsten."
Loretta Napoleoni analysiert in ihrem Buch "Die Ökonomie des Terrors" das rasch wachsende Wirtschaftssystem des internationalen Terrorismus, das inzwischen ein Teil der regulären Wirtschaft geworden ist. Hier ein Auszug.
Medienticker-Archiv
24.02.2004 Heute: Taraaa-Taraaa-Taraaa im Fernsehen - Privat-Stasi Massenmedien - Gruner schwingt die Abrissbirne - Das Dickschiff und die Kreativen - Verfall der Kunst des politischen Lügens - Wie viel Spam haben Sie in der Inbox? + Ich sach ma ... Von Rüdiger Dingemann
Mittwoch, 25.02.2004
Heute in den Feuilletons
25.02.2004 Die FAZ ist nicht recht zufrieden mit der Münchner Kulturpolitik und auch nicht recht zufrieden mit dem heute im Fernsehen laufenden Stauffenberg-Film. Die NZZ findet, dass der Schintoismus viele Vorzüge hat - zum Beispiel keine Priester. Die taz findet die französischen Politiker im Umgang mit ihren Intellektuellen ein wenig arrogant. Die SZ feiert Alejandro Gonzalez Inarritus Film "21 Gramm". Im Tagesspiegel spricht sich Jiri Grusa gegen ein Zentrum gegen Vertreibungen aus.
Bücherschau des Tages
25.02.2004 Mit Kritiken zu W. E. B. DuBois: "Die Seelen der Schwarzen - The Souls of Black Folk" in der SZ, Paula Fox: "In fremden Kleidern" in der FR, Boris Schitkow: "Wiktor Wawitsch" in der FR, Franziska Gerstenberg: "Wie viel Vögel" in der NZZ und Erwin Koch: "Sara tanzt" in der SZ.
Medienticker-Archiv
25.02.2004 Heute: Schreiber wollen die neue Schreibe nicht - Online-Offensive für Senioren - Goethe gehört allen - Lepenies schreibt für Springer - Google plant Mail-Dienst - Kluft zwischen Männern und Frauen wird größer + Eine will?s wissen. Von Rüdiger Dingemann
Link des Tages
25.02.2004 "Finster unerbaulich": Gestern lief Mel Gibsons schon im Vorfeld umstrittener Jesus-Film "Passion" in den USA an. Die Kritiker zeigen sich vor allem von der Brutalität des Film verstört. Eine Presseschau mit vielen Links.
Donnerstag, 26.02.2004
Heute in den Feuilletons
26.02.2004 Die FAZ findet: Mel Gibsons Jesus-Film fordert mehr Nerven- als Glaubenskraft. In der Zeit stöhnt Otto Mühl: "Überall Penisse. Entsetzlich." In der FR meditiert Michael Rutschky über den uns viel zu nahen Bush. Die taz staunt über das synkretistische Wesen der nigerianischen Filmkunst. In der SZ warnt Orhan Pamuk: Allzuviele Kopftücher führen ins Verkehrschaos.
Heute in den Feuilletons
26.02.2004
Bücherschau des Tages
26.02.2004 Mit Kritiken zu Jachym Topol: "Nachtarbeit" in der ZEIT, Adolf Frise: "Wir leben immer mehrere Leben" in der ZEIT, George Soros: "Die Vorherrschaft der USA - eine Seifenblase" in der ZEIT, Florian Coulmas: "Die Kultur Japans" in der SZ und Alai: "Roter Mohn" in der NZZ.
Medienticker-Archiv
26.02.2004 Heute: Redakteure müssen länger arbeiten - Walser bedauert - Gates verspricht Besserung - Buchmacher werden erpresst - Was Bild kann, können andere auch - Jugendliche nutzen lieber Internet als Print - Private Internetnutzung am Arbeitsplatz - Meta-Suchmaschine-Baukasten für die Homepage - Noch ein Interessent für die FR + Jackie im Ohr. Von Rüdiger Dingemann
Freitag, 27.02.2004
Heute in den Feuilletons
27.02.2004 Die SZ ist froh: Das Gegenwartstheater ist weiblich.Die taz wendet sich gegen die Diskriminierung des Kopftuchs. Die FR spekuliert: Verlässt Walser Suhrkamp wegen Habermas und Kertesz? Die NZZ besucht die florierende Kunstszene von Reykjavik. Die FAZ feiert den historischen Helmut Kohl. In der Berliner Zeitung meditiert Georg Seeßlen über die Wiederkehr des Westerns. In der Welt plädiert Hans Kollhoff gegen alle Architektur außer seiner und der alten.
Bücherschau des Tages
27.02.2004 Mit Kritiken zu Einar Schleef: "Einar Schleef: Tagebuch 1953-1963" in der SZ, Matias Faldbakken: "The Cocka Hola Company" in der FAZ, Richard Anders: "Wolkenlesen" in der FAZ, Alexander Behrens: "Johannes R. Becher" in der FR und Lily Brett: "Von Mexiko nach Polen" in der SZ.
Post aus Neapel
27.02.2004 "Der Richter wollte mich zum Singen bringen, aber ich hatte die Stimme verloren", so der Musiker Tony Renis ("quando, quando, quando") über seine Beziehung zu verschiedenen Mafia-Bossen. Dennoch hat ihn Silvio Berlusconi zum Leiter des Festivals von Sanremo ernannt. Nando dalla Chiesa, Sohn des von der Mafia ermordeten Präfekten Carlo Alberto, hat aus Protest ein Gegenfestival gegründet.
Medienticker-Archiv
27.02.2004 Heute: Die Zahlen Springers lesen sich gut und die des Süddeutschen Verlags verbessern sich - Dauerbrenner: Unser Walser - 8 x Die Welt und The Passion of the Christ - Schutz vor der Spam-Falle - Suchmaschinen-Konferenz in Berlin + Phrasenalarmstufe Gelb. Von Rüdiger Dingemann
Meldungen
27.02.2004 Martin Walser wechselt zum Rowohlt-Verlag.
Samstag, 28.02.2004
Heute in den Feuilletons
28.02.2004 Die Sensation ist nicht nur, das Martin Walser Suhrkamp verlässt, sondern dass er sein Gesamtwerk mit zu Rowohlt nimmt, weiß die SZ. Die NZZ informiert, dass Walser im nächsten Spiegel einen Abschiedsbrief veröffentlicht. Die FR stellt Suhrkamps neuen Pressechef vor, weiß aber noch nichts von Walsers Abgang, die FAZ dito. Und die Welt versteht Walser: Rowohlt sei die "einzig ebenbürtige Option".
Bücherschau des Tages
28.02.2004 Mit Kritiken zu Adolf Frise: "Wir leben immer mehrere Leben" in der SZ, Tom Segev: "Elvis in Jerusalem" in der NZZ, Michael Frayn: "Das Spionagespiel" in der SZ, Horst Afheldt: "Wirtschaft, die arm macht" in der TAZ und Amira Hass: "Gaza" in der NZZ.