Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 15.13 Uhr
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  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Samstag, 01.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Links meint Haltung

01.07.2017 Der Tagesspiegel bewundert den Hauch von Ewigkeit in Fotografien aus dem 19. Jahrhundert. Tell geht dem Phänomen Knausgard auf den Grund. Die NZZ sieht in einer Frank-Lloyd-Wright-Ausstellung den Kuratoren live beim Denken zu. Und: Martin Kusej wird neuer Direktor des Burgtheaters. Die Kritiker sind recht zufrieden.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein ganz gewöhnliches religiöses Verhalten

01.07.2017 Die Freude ist groß, aber es gibt auch Streit: Die "Homo-Ehe", für die einige seit Jahrzehnten kämpften, ist nun da. taz und SZ machen sich aber auch Gedanken, was das für das Institut der Ehe eigentlich bedeutet. Liu Xia durfte ihren Mann Liu Xiaobo besuchen, berichtet die Welt. Ausreisen wird er wohl nicht dürfen, berichtet die South China Morning Post. In der NZZ  schildert Jonathan Haidt die ungeheure Macht der "Verletzlichkeit" in ideologischen Streitigkeiten an amerikanischen Unis. Die öffentlich-rechtlichen Sender möchten mehr  ins Netz und die Privatsender ans Gebührengeld, melden dwdl.de und golem.de.

Bücherschau des Tages

Durchlauferhitzer fremder Weltsichten

01.07.2017 Die FAZ entdeckt in Julien Gracq einen Fantasy-Autor, der den Untergang des "Abendreichs" ausmalt. Die FR fiert kleinere und größere Prosa Cees Nootebooms gleichermaßen und freut sich über das virtuose "Grabgeflüster" des irischen Autors Mairtin O'Cadhain. Die SZ lobt den raffinierten Scheidungsroman "Transit" von Rachel Cusk. Die Welt liest zwei Bücher aus dem Jiddischen.

Montag, 03.07.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

35 Mal Sport und 11 Mal Tatort

03.07.2017 Zehntausende Hongkonger protestieren, auch für Liu Xiaobo - aber die Zeichen für Hongkong stehen nicht gut, fürchtet die taz. Im Standard schwärmt Karl-Markus Gauß von Moldawien. In der NZZ verzweifelt Michail Schischkin an Russland. In der Welt antwortet Richard Herzinger auf Seymour Hershs Behauptung, dass Baschar al-Assad nicht für das Giftgas in Chan Scheichun verantwortlich sei.  Im Observer fordert Kenan Malik die Linke auf, ihren Kulturalismus aufzugeben.

Efeu - Die Kulturrundschau

Keine Hymne, ein Schrei

03.07.2017 In der Jungle World spricht die Karikaturistin Nadia Khiari über Kunst und Selbstzensur in Tunesien. Die SZ ergründet im Palazzo Realo den Kunstcharakter des Warenhauses. Die NZZ kreuzt mit Heidegger vor Griechenlands Küste. In der FR lobt der Frankfurter Opernintendant Bernd Loebe die neue Vernunft der Sänger. Und der Tagesspiegel erklärt die Subtilität von Beethovens Neunter.

Medienticker

Flüchtige Moderne

03.07.2017 Netzwerkdurchwurschtelungsgesetz oder Mal eben den Rechtsstaat outsourcen - Leitfaden zum Urheberrechts-Wissensgesellschaftsgesetz - Rundfunkbeitrag: ProSiebenSat.1 will etwas vom Kuchen abhaben - Autorentheatertage: Welches Jahr haben wir? - Wrestling Trump: Videoprügel gegen CNN - Geschichte & Gegenwart: Zygmunt Baumans letzte Gespräche - Hauch von Ewigkeit: Geschichte der Fotografie + "Oggersheimer Orestie": Eine pfälzische Tragödie.

Bücherschau des Tages

Kein Handy, nirgends

03.07.2017 Die SZ liest wohlig-vergnügt J.L. Carrs nostalgischen England-Roman "Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten". Ihr gefällt auch Andreas Weigands Schrift "Data for the people": Amazons früherer Cheftechnologe fordert darin unter anderem ein "Recht auf Datenergänzung". Die FAZ bespricht neue Krimis, darunter Monika Geiers Bettina-Boll-Roman "Alles so hell da vorn" und Heine Bakkeids nordnorwegischen Thriller "... und morgen werde ich dich vermissen".

Dienstag, 04.07.2017

Magazinrundschau

Ich spüre die Neuzeit!

04.07.2017 Auch Faschisten können große Künstler sein, lernt The Newstatesman vor den Bildern von Wyndham Lewis. Merkur-Artikel schreiben reicht nicht, tretet in die Parteien ein, ruft Christoph Möller im Merkur der bürgerlichen Mitte zu. Pitchfork erzählt, wie der deutsche Toningenieur Jürgen Koppers den Referenzpuls für die Popmusik der Zukunft setzte. Im Electric Sheep Magazine erinnert sich Regisseur Joe Dante an die verwegensten Kinos seiner Jugend. La vie des idees liest, warum amerikanische Gewerkschaften in den 30ern nur begrenzt Juden in die USA einreisen lassen wollten.

9punkt - Die Debattenrundschau

Desinformation im postfaktischen Zeitalter

04.07.2017 Der Dokumentarfilmer Matthew Heineman erzählt der Columbia Journalism Review von der extremen Gewalt, die er in seinem Film  über die Bürgerjournalisten von "Raqqa is Being Slaughtered Silent" zugleich zeigen müsste und nicht zeigen kann. Die Drohungen der FAZ und Zeit-Verleger haben gefruchtet: Studenten dürfen ihre Artikel nicht ohne Lizenz kopieren, merkt irights.info an. In der NZZ hat Roland Reuß ein Intelligenzproblem mit dem UrhWissG. In der Pop-Zeitschrift fragt sich Wolfgang Ullrich, warum Martin Schulz seine Wahlkampffotos auf Instagram so nostalgisch tönt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Lücken der Lässigkeit

04.07.2017 In der taz ergründet Elisabeth Wagner die Geheimnisse der Eleganz. Die FAZ lernt von der Lebenserzählerin Wu Tsang in Münster, dass es Muskeln und Nerven auch zwischen den Körpern gibt. Die NZZ feiert afrikanische Kunst in Paris. Kino-Zeit erlebt beim Festival Cinema Ritrovato in Bologna voller Enthusiasmus den traurigen Sog des Kinos. Die SZ fragt sich im Vitra Design Museum: Revolution anzetteln oder zurück ins Eigenheim? Und im Observer huldigt John Le Carré der deutschen Sprache.

Medienticker

Medialer Kulturkampf

04.07.2017 Aktualisiert: Brigitte Kronauer erhält Thomas Mann Preis - UrhWissG-Reform mit Ausnahme: Unnötiges Geschenk für Zeitungsverlage - Algorithmen: Maas schlägt digitales Antidiskriminierungsgesetz vor - Analyse: Setzen die Netzaktivisten die richtigen Prioritäten? - Generationswechsel: Burda-Holding wird zur Societas Europaea - Crowdsourcing im Journalismus: Der Nutzer, dein Freund & Helfer - Theater-Karussell: Castorf, Peymann & Kusej + In memoriam: Vor 25 Jahren starb Astor Piazzolla.

Bücherschau des Tages

Der Zauber der kühlen Beschreibung

04.07.2017 Eine leuchtend blaue Welt der Ideen eröffnet sich der FAZ mit Octave Mirbeaus wiederentdecktem Künstlerroman "Diese verdammte Hand". Schwere Kritik übt sie allerdings am neuen Bericht von Amnesty International zur Lage der Menschenrechte. Die NZZ folgt dem Wünschelrutengänger Marcel Beyer durch "Das blindgeweinte Jahrhundert". Die SZ verliert sich in Dacia Marainis Traumwelten. Und die taz tröstet sich mit Ralf König über den "Herbst in der Hose".

Mittwoch, 05.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein unwahrscheinlicher Ort für die Kultur

05.07.2017 In der Welt erinnert sich Steve Schapiro an jene Zeit, als Fotografien noch keine Kunst waren, sondern in die nächste Ausgabe sollten. Die Berliner Zeitung erkundet die zyprische Kulturhauptstadt Paphros. NZZ und SZ erleben mit John Neumeier eine "Anna Karenina" in höchster emotionaler Instabilität. Die FR tappt mit Christian Petzolds Filmfiguren in die zeitlosen Fallen ihrer Sehnsüchte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Genau diese eine Differenz

05.07.2017 Das Bundesverfassungsgericht möchte keine Kopftuchträgerinnen als Richterinnen sehen - die taz protestiert. Der Brexit ist immer gut für witzige Meldungen: Nun nennt Dominic Cummings, der Erfinder des Slogans "vote leave, take control" den Brexit eine "dumme Idee", hat der Independent herausgefunden. China entwickelt eine Überwachung der Bürger per Gesichtserkennung, die den schlimmsten Science-Fiction-Fantasien gleichkommt, berichtet Netzpolitik.

Medienticker

Cornern

05.07.2017 Aktualisiert: China: Liu Xiaobo erhält Hilfe aus Europa & USA und Merkel soll von Xi Jinping Freilassung von Journalisten fordern - G20: Theatersolidarität & Studie zu Protestberichten: Journalisten fixieren sich auf Gewaltdarstellungen & glauben der Polizei alles: Konstrukt der "privilegierten Quelle" - Rechtsdruck. Über die geplante AFD-Wochenzeitung - Digital-Agentur: Die CDU will keine - VG Wort: Rückforderungsschreiben an Verlage - In Bildern gedachte Literatur: Viktor Schklowskijs Kopfkino "Sentimentale Reise" + Marc Degens "Eriwan": Aufzeichnungen aus Armenien.

Bücherschau des Tages

Avanciertes Denken

05.07.2017 Die SZ macht im kriegszerstörten Aleppo mit Niroz Malek Spaziergänge "am Rande des Wahns". Die NZZ amüsiert sich mit einem Kinderbuch über die Brieffreundschaft zwischen Giraffe und Pinguin. Die FAZ taucht mit Robert Stockhammer ein ins Jahr 1967.

Donnerstag, 06.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Passend gebrochen

06.07.2017 Alle lieben Isabelle Huppert, die gerade in Bavo Defurnes "Ein Chanson für Dich" die Sängerin spielt, die einst beim Grand Prix Eurovision auf dem zweiten Platz hinter Abba landete. Viel Lob auch für den feministischen Barracuda Jessica Chastain, die in John Maddens Politthriller "Die Erfindung der Wahrheit" eine mit allen Wassern gewaschene Lobbyistin gibt. Der Freitag fragt sich, was der Bachmann-Wettbewerb eigentlich noch mit Ingeborg Bachmann zu tun hat. Die SZ porträtiert den Komponisten Hans Abrahamsen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Beihilfe zur Propaganda

06.07.2017 Heute leider nur ein rudimentäres 9punkt: Der Perlentaucher hat Probleme mit dem Internet! Die SZ berichtet, dass Tausende Videoblogger in China ihre Arbeit verlieren, weil die Regierung die Internetmedien gleichschaltet. Gleichzeitig behauptet die China-Expertin Kristin Shi-Kupfer in der SZ, dass China auf dem Weg in die offene Gesellschaft sei. Die Zeit gibt Tayyip Erdogan auf zwei Seiten Gelegenheit zur Selbstdarstellung: Auch den Titel kriegt er: "Deutschland begeht Selbstmord." Und die FAZ rät zu Räumen der Stille ohne religiöse Symbole.

Medienticker

"Lieber tanz ich als G20"

06.07.2017 "Kernmodell Journalismus" statt e-Commerce: Die NZZ bleibt ihren Wurzeln treu - Presserecht: Hans Leyendecker über Herbert Grönemeyers Streit mit Fotografen - Autoren lesen gegen G20: "Engagiert Euch" - Notlösung oder Kreativboom: Rüdiger Wischenbart über Verlagsimprints - Wettelesen in Klagenfurt: Jonke-Klänge & Franzobels Gesellschaftskritik zur Eröffnung - Der Aufrechte: Zum Tod von Daniil Granin - Kapitulation der Künste: Der Reiz des Scheiterns + Wolfram Schüttes Petits riens (23).

Bücherschau des Tages

Jedes Kaugummi hat eine eigene Geschichte

06.07.2017 Die NZZ taucht mit zwei Romanen - von S. Dilan und dem Psychiater Jan Ilhan Kizilhan - in die kurdisch-jesidische Kultur ein.  Die FAZ wird mit Pedro Rosa Mendes' "Pilgerfahrt des Enmanuel Jhesus" in den heute Krieg um Osttimor gezogen. Mit dem Literaturkritiker Friedhelm Kemp entdeckt sie kaum bekannte französische Autoren wie Joseph Joubert, Jean Paulhan oder Francis Ponge. Die SZ folgt amüsiert Sebastian Barrys Abenteuern eines irischen "Gentleman auf Zeit". Die Zeit liest über "Beißreflexe" in der queeren Szene.

Freitag, 07.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein Rasierpinsel statt eines Kopfes

07.07.2017 In der SZ trotzt der jüdische Regisseur Barrie Kosky Richard und Adolf in Bayreuth mit seelischem Knoblauch. Michael Kleeberg will offenbar lieber nicht über seine Frankfurter Poetikvorlesung diskutieren, meint die taz. In Klagenfurt überzeugt John Wray die Kritiker mit epischem Atem. Und der Standard staunt über die Schönheit von Jan Fabres Körpersäften.

9punkt - Die Debattenrundschau

Weithin christlich, weithin weiß

07.07.2017 Auf dem G20-Gipfel wird über alles mögliche gesprochen, aber ganz bestimmt nicht über Liu Xiaobo. Laut der South China Morning Post bestehen kaum noch Chancen, dass Liu die nächsten Tage übersteht. Peter Beinart definiert den "Westen" im Atlantic als einen ethnischen und religiösen Begriff, der von Donald Trump in rassistischer Weise gebraucht wird. Die FAZ bringt eine Rede Navid Kermanis über die Zukunft der Erinnerung an den Holocaust. Die Berliner Zeitung berichtet, dass die Berliner Universitäten und die Charité ihre Verträge mit Elsevier kündigen - wegen nicht mehr zu tragender Kosten.

Medienticker

Erosion der Debatten- & Streitkultur

07.07.2017 Aktualisiert: Crowdfunding-Projekte der Verlage: Beziehungspflege statt Werbegeschwurbel - ZDF-Fernsehrat: Zeitungsverleger wollen sich nichts vorschreiben lassen - Redeverbote: Meinungsfreiheit an Hochschulen in Gefahr? - AltLit, New Sincerity & das radikal autobiographische Schreiben mit digitalen Schreibwerkzeugen - Liebe Deine Diktatur! Spieltheater "Monypolo II" in Berlin + Urvater des Techno: Komponist Pierre Henry ist tot.

Bücherschau des Tages

Revolution ist machbar, Herr Nachbar

07.07.2017 Die FAZ erlebt mit Lutz Kleveman postsozialistisches Flair in Lemberg. Von Renate Vergeiner lässt sie sich durch den heiligen Wald von "Bomarzo" leiten. Die SZ lauscht dem "Piano Oriental" in Zeina Abiracheds Graphic Novel und taucht ins kosmopolitische Beirut der 50er und 60er. So unerbittlich wie Kleist und so klaustrophob wie Kafka findet die NZZ Philipp Schönthalers Erzählungen "Vor Anbruch der Morgenröte".

Samstag, 08.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Auf schlaue Weise dumm

08.07.2017 Der Welt eröffnet sich in Klagenfurt der Rachen der Mittelstandsliteratur. Applaus gibt es allerdings für Ferdinand Schmalz. Die Kritiker schauen dem Nationaltheater Reinickendorf beim Genuss von Fäkalien zu und finden: So muss Theater sein! In der taz kämpft Ex-Malaria Sängerin Bettina Köster gegen laute Jungs. In der Welt ärgert sich Peter Eisenberg über Rechtschreibreformer.

9punkt - Die Debattenrundschau

Zähneknirschend und weißhaarig

08.07.2017 Das Schanzenviertel ist verwüstet, und auch sonst ging es beim G20-Gipfel heiß her. Dem Guardian traten beim Treffen von Trump und Putin die Unterschiede der beiden glasklar vor Augen: Putin spielt Schach, Trump spielt nur rum. Slate fragt allerdings, warum Trump Russland für die Einmischungen in den Wahlkampf ungestraft davon kommen lässt. Die taz verteidigt die Genderstudies gegen die Kritik von Emma, die Denkverbote und Psychoterror um sich greifen sieht. In der NZZ fürchtet Pascal Bruckner den Fluch der Langlebigkeit.

Bücherschau des Tages

Volltrunken gequatscht, aber heilig-nüchtern geschrieben

08.07.2017 Die FAZ liest bewegt Peter Esterhazys "Bauchspeicheldrüsentagebuch". Die SZ benimmt sich mit Lesley M. M. Blume gern im Paris Hemingways daneben. Die FR lernt in Johannes Willms Mirabeau-Biografie einen schillernden Aufklärer kennen. Die taz liest Bücher zum Klimawandel und lässt sich mit Lutz Klevemann in Lemberg mit Peitschenhieben begrüßen. Und die Welt fliegt mit Jürgen Beckers Graugänsen durch ein funkelndes Jahrhundert.

Montag, 10.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Morsezeichen aus dem Überwirklichen

10.07.2017 Der Dramatiker Ferdinand Schmalz hat in Klagenfurt den Bachmann-Preis gewonnen. Für die meisten Kritiker geht der Preis gerade so in Ordnung, der Wettbewerb insgesamt aber schon nicht mehr. Die Nachtkritik feiert Thomas Ostermeiers Eribon-Adaption "Rückkehr nach Reims" in Manchester. Im Tagesspiegel spricht der Regisseur über Stolz und Scham angesichts einer einfachen Herkunft. Die NZZ hört bei der musica viva das authentische ich des Komponisten Salvatore Sciarrino klingen. Und die New York Times streift bewundernd durch die Art-Deco-Bauten von Afrikas Miami.

9punkt - Die Debattenrundschau

Schafe der Geschichte

10.07.2017 Liu Xiaobo möchte im Ausland behandelt werden, und er ist transportfähig, berichtet die New York Times. Die Hamburger Ausschreitungen halten die Medien noch in Atem. War die Polizei schuld? Oder lieferte der Schwarze Block nur ein Bild des hässlichen Deutschen?  In der Welt hofft Necla Kelek nach dem erfolgreichen Marsch für die Gerechtigkeit auf ein Erwachen der türkischen Zivilgesellschaft. In der FR möchte Pankaj Mishra, dass wir die Psyche junger Menschen verstehen, die zu Terroristen werden . Die türkische Journalistin Ece Temelkuran wendet sich in der NZZ gegen die großen Gesänge und will konkrete Ansätze. Und das Luther-Jahr ist ein Riesen-Flop, rechnet die FAZ aus.

Medienticker

Knigge der Wildnis

10.07.2017 Aktualisiert: Peter Härtling ist tot, der Literat der Erinnerung - Google unterstützt Roboterjournalismus: 30.000 Meldungen in 30 Tagen - Kölner Lesung für Deniz Yücel: Macht mehr Laune als ein Autokorso - Journalisten & Politiker: Diekmanns Urteil über Kohl ist journalistisch wertlos - "Ich arbeite intuitiv", sagt der Verleger Gerhard Steidl - Schreiben in Aufruhr: Ria Endres erinnert an das kurze Leben & Schreiben von Albertine Sarrazin, die vor 50 Jahren starb + Parodien: Amazon verballhornt.

Bücherschau des Tages

Das Immer-gleich-alles-Verstehenmüssen

10.07.2017 Die SZ glaubt gern, was der frühere Priester Krzysztof Charamsa in Rom über Heuchelei gelernt hat: Nie war der Vatikan so schwul und schwulenfeindlich zugleich wie unter Benedikt XVI. Sehr loben kann die SZ auch Friedhelm Kemps literaturwissenschaftliche Essays "Gesellige Einsamkeit" und Miriam Gebhardts Geschichte der Weißen Rose.

Dienstag, 11.07.2017

Magazinrundschau

Träume der Vernunft

11.07.2017 Die Paris Review weiß, wo sich Bakunin und Millet trafen. Magyar Narancs untersucht den Antisemitismus der ungarischen Nachkriegszeit. Die Virginia Quarterley Review reist nach Kasachstan. Wired staunt über Luc Bessons Geschäftssinn. In der New York Times, im Guardian und im New Statesman sehen Noam Chomsky, Naomi Klein und John Gray schwarz.

9punkt - Die Debattenrundschau

Sie half vielen Flüchtlingen

11.07.2017 In der taz setzt Liao Yiwu seine Hoffnung auf Angela Merkel, um Liu Xiaobo doch noch nach Deutschland zu holen. Am besten wehren sich Medien gegen Plattformen, indem sie eine Plattform gründen, meint Publizistikprofessor Otfried Jarren in der NZZ. In Frankreich war der Kolonialismus eine Sache der Republik, erklärt der Historiker Pascal Blanchard in slate.fr. SZ und politico.eu gehen ungarischen Verschwörungstheorien über George Soros auf den Grund.

Efeu - Die Kulturrundschau

Jetzt gehe ich zu Beuys

11.07.2017 Der Standard bewundert Bruce Davidsons unspektakulär hoffnungslose Fotografien von Teenagern aus Brooklyn. In der taz erzählt Katharina Sieverding, wie sie von Karajan lernte, ihre eigenen Statements zu machen. Die Welt meldet, dass das Bolschoi-Theater Kirill Serebrennikows Nurejew-Ballett abgesetzt hat. In der SZ erklärt Thomas Meinicke seine Liebe zu Footwork, bei dem die Bässe wie Bomben fallen. In der FAZ sorgt sich Rainer Rother ums Filmerbe. Und alle trauern um Peter Härtling.

Medienticker

Musealisierter Fortschrittsglaube

11.07.2017 Aktualisiert: Aktuelle Hörfunk-Reichweitenstudie - Buchmarkt: Geld verdienen im Buchhandel? -  Zukauf von 22 Prozent: Bertelsmann erhöht Anteil an Penguin Random House - Medien & G20: Akkreditierung entzogen oder "Pressefreiheit ist kein Schönwettergrundrecht", meint Heribert Prantl - Der Dichter als Punk: Shakespeare-Serie "Will" + Ein nicht ganz stubenreiner Marxist: Wie der Mythos Walter Benjamin entstand.

Bücherschau des Tages

Postapokalyptische Depression

11.07.2017 Die FAZ folgt David van Reybrouck fasziniert, wenn er in "Zink" so bündig wie poetisch vom europäischen Zwergstaat Neutral-Moresnet erzählt. Mit Kopfschütteln quittiert die NZZ John Brennans Versuche, mit seiner Streitschrift "Gegen Demokratie" eine zweite Stimme für die besonders Schlauen herauszuschlagen. Die FR lernt den Koran in Angelika Neuwirths Auslegung als poetische Lektüre biblischer Texte kennnen.

Mittwoch, 12.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Gesamtkunstwerkirrsinn

12.07.2017 Müllwerker aller Länder vereinigt Euch!, ruft Bora Cosic in der NZZ angesichts der großen Athener Müllhaufen-Performance. Als großen Frauenliebhaber feiert Ian Buruma im Blog der NYRB den japanischen Holzschnitt-Künstler Kitagawa Utamaro. Geradezu peinlich findet die SZ die neue Ausstellung im Humboldt-Forum "Vorsicht, Kinder!" Der Freitag erkundet die digitale Ökonomie der Groschenheftliteratur. Und die taz meint nach zwölfstündigem Überwältigungstheater im Nationaltheater Reinickendorf: Wenn Steuergelder verfeuert werden, dann bitte so!

9punkt - Die Debattenrundschau

Per se nicht unbedingt ein Vergehen

12.07.2017 In der NZZ beklagt Kulturtheoretiker Jan Söffner die Verflachung der Theorie in der Kultur der Universität. Bei Vice erzählt die afghanische Rapperin Sonita Alizadeh, wie ihre Kunst das Leben verändert. In politico.eu hofft ein Brexit-Gegner auf eine späte und zerknirschte Einsicht der Brexit-Anhänger. In Zeit online protestiert Jan Philipp Albrecht  gegen die anlasslose und zeitlich kaum befristete Dokumentation unserer Reisedaten. Und alle Medien staunen über die Trumps und Russland.

Medienticker

"Dekkreditierung"

12.07.2017 Aktualisiert:  Dramatische Lage türkischer Verlage - Datenschutz vs. Pressefreiheit: G20-Akkreditierungen & Verlust der Deutungshoheit des Spiegel beim G20 - Titelseiten-Selbstjustiz: Kommissar Reichelt & die Bild-Sheriffs - Buchgeschäft: Bertelsmann investiert 700 Millionen Euro - Twitter: Die Kraft der 140 Zeichen - Facebook: Besuch im Löschzentrum & in der rechten Echokammer  Rechtspopulistische Vereinnahmung: DuMont vs. AfD-nahen Deutschland Kurier + In memoriam: Henry David Thoreau zum 200.

Bücherschau des Tages

Beschreibung der Bachforellen

12.07.2017 Wunderbar eigenständig findet die NZZ Ralf Konersmanns "Wörterbuch der Unruhe". Europäische Gegenwart findet die SZ im Briefwechsel von 14 Autoren in der Zeitschrift die Horen. Die Welt lässt sich von Thrillerautor Dennis Lehane in die Dunkelheit führen. FAZ und SZ vertiefen sich begeistert in die Naturbeschreibungen und Tagebücher Henry David Thoreaus.

Donnerstag, 13.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Heilige, Helden und Narren

13.07.2017 Die taz feiert die erotischen Momente in João Pedro Rodrigues' Film "Der Ornithologe". Die NZZ staunt über die schöne Leich Literatur, die Franzobel in Klagenfurt beerdigte. Die Welt bewundert Kampf und Krampf des abstrakten Ideals in der Haager Mondrian-Ausstellung. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Aus bürgerlichen Verhältnissen

13.07.2017 Aktualisiert: Freund Liu Xiaobos stellt laut Deutschlandfunk Fragen an die chinesische Regierung. In Deutschland wird weiter über die Gewalt in Hamburg diskutiert. Ein bisschen über dem Getümmel stehen die Salonkolumnisten, die herausgefunden haben, warum bürgerliche Medien oft mehr Verständnis für Linksradikale haben. In der Zeit wundert sich der einst gefeierte schwule Kirchenkritiker David Berger, warum er erst als islamo- und dann als homophob galt. In der Welt schlägt Ahmad Mansour in einem "Zehnpunkteplan gegen den Islamismus" vor, den konfessionellen Religionsunterricht abzuschaffen.

Medienticker

"World Wide Wut"

13.07.2017 Aktualisiert: Liu Xiaobo ist tot - Unzureichend & stigmatisierend: Stellungnahmen von BKA und Bundespresseamt zur G20-Akkreditierung & Sascha Lobo über die G20-Randale im Netz - Grundlos gelöscht und dann? Facebooks Umgang mit Fake News - USA: Twitter-Nutzer verklagen twitternden Präsidenten - Causa Böhmermann: Erdogan legt Berufung ein + Black Power in Bildern: Eine Retrospektive in der Londoner Tate Modern.

Bücherschau des Tages

Suchtmittel

13.07.2017 Die Zeit hört amüsiert den Briefwechsel von Thomas Mann mit Agnes E. Meyer. Die taz lernt von Jakob Nolte, wie man aus Platitüden einen originellen und amüsanten Roman bastelt. Die FAZ saust mit Andrej Kurkows Matrosen Charitonow durch die Nachkriegs-Sowjetunion und endet mit Fouad Larouis Ingenieur Adam Sijilmassi in totaler Melancholie in einer marokkanischen Sandhöhle. Die NZZ liest zwei Bücher über den Vorteil der Kleinstaaterei.

Freitag, 14.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Risse im Körpergefühl

14.07.2017 In Moskau wurde ein Ballett über das schwule Tanzgenie Rudolf Nurejew abgesetzt, meldet die taz. In der Welt erklärt John Lydon: Erwachsene lügen. Vorbildlich findet die SZ die Gartenstadt in Puchenau bei Linz.

9punkt - Die Debattenrundschau

Zutiefst verstörend

14.07.2017 Liu Xiaobo ist tot. Scharf kritisiert das norwegische Nobelkomitee die chinesische Regierung, die Liu Xiaobo nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus brachte, und den Westen, der zu all dem schüchtern schwieg. Der New Yorker zitiert einen Essay Lius, in dem der Nobelpreisträger das Kuschen der anderen vor dem wirtschaftlich immer stärkeren Giganten bereits beschrieb. Freunde Lius machen sich Sorgen um seine Frau - sie appellieren an die deutsche Regierung, sich für Liu Xias Freilassung einzusetzen.

Medienticker

Schreiben, was sein soll

14.07.2017 Aktualisiert: BGH erleichtert llegale Uploader zu verfolgen - Pressefreiheit: Wie sich Ungarns freie Presse gegen Orbán wehrt - Deniz Yücel. Nach 150 Tagen endlich Post - Zu nah: Über das Verhältnis von Journalisten zu Politikern - iCloud-Daten: Apple will in China speichern - Recherche: Streit um Akten in Privatarchiven - Emotionen des Antisemitismus: Eine Tagung in Greifswald + Die Frau, die Napoleon die Stirn bot: Zum 200. Todestag von Germaine de Staël.

Bücherschau des Tages

Substanzloses Geklingel

14.07.2017 So stressig ist das Stadtleben gar nicht, lernt die FAZ von dem Psychiater Mazda Adli. Die FR entdeckt mit Bruno Latours "Kampf um Gaia" ein Grundlagenbuch des Anthropozän. Die NZZ lernt Leichtigkeit von S. Corinna Billes unglücklich verliebten Frauenfiguren. Mit Ian Burumas Großeltern reist sie ins gelobte England.

Samstag, 15.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Endlich eine moderne Frau

15.07.2017 Die Bilder des DDR-Malers Wolfgang Mattheuer sind viel mehr als Republikfluchtfantasien, ruft die Welt anlässlich einer großen Retrospektive in Rostock. Wenn wir die traditionellen Geschlechterrollen ablegen wollen, sollten wir es in der Literatur erst mal ganz ohne Geschlecht probieren, ermuntert in der Welt die Linguistin Lann Hornscheidt. Auch die SZ wünscht sich neue Rollenvorbilder und plädiert für eine radikale Umschreibung der Opern des 19. Jahrhunderts. Im Standard fordert die elfjährige Komponistin Alma Deutscher: Hört auf, meine Dissonanzen zu zählen!

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Desaster, das sich in Zeitlupe entfaltet

15.07.2017 Liu Xiaobos Leichnam ist bereits eingeäschert - Menschenrechtler und Medien machen sich Sorgen um seine Witwe Liu Xia. Polen ist auf dem Weg in die Autokratie am "Point of no return" angelangt, warnt politico.eu. Die Türkei ist auf diesem Weg schon ein paar Schritte weiter, zeigen zwei Essays in der taz. Amerikanische Zeitungen beginnen den Widerspruch der Informationsökonomie zu begreifen, hofft Slate. Und der Guardian sucht Wege aus dem Brexit.

Bücherschau des Tages

Tanz am Wortseil

15.07.2017 Anschaulich und klug - so schreibt man Geschichte, lernt die FR aus Eric Hobsbawms Trilogie über "Das lange 19. Jahrhundert". Die NZZ feiert Szilárd Borbélys Romanfragment "Kafkas Sohn". Die FAZ empfiehlt Michael Feltens Abrechnung mit der "Inklusionsfalle". Die taz vergießt mit Hari Kunzru "White Tears".

Montag, 17.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Schockwellen der Erkenntnis

17.07.2017 Im Standard ermuntert Peter Truschner Frauen im Kunstbetrieb, auch mal unangenehm aufzufallen. Die taz stellt fest: Bilder von Autos werden viel schöner, wenn Frauen am Steuer sitzen und nicht auf der Motorhaube liegen. Die taz berichtet auch, dass beim Filmfestival im armenischen Eriwan keine LGBT-Filme mehr gezeigt werden. In der NZZ besingt Alberto Nessi die Provinz als wahre Heimat der Literatur. Au revoir Colette, seufzt die SZ, die jetzt wieder nach Mailand zum Einkaufen fahren muss.

9punkt - Die Debattenrundschau

Paparazzo-Niveau

17.07.2017 Tausende gedachten in Hongkong Liu Xiaobos. Chinesische Dissidenten sind empört über die hastige Einäscherung Lius, dessen Asche im Ozean verstreut wurde, um keinen Gedenkort zu schaffen, berichtet der Guardian. Die taz resümiert den Rollback in der Türkei seit dem Putschversuch in der Türkei: Gegen 170.000 Menschen laufen Ermittlungsverfahren. Die Welt identifziert einen neuen Typus Politiker, die den Personnality-Kult anziehen. In der New York Times warnt Tim Wu vor den Bots.

Medienticker

Der schwarze Block des Kapitalismus

17.07.2017 Die Alarmglocken haben versagt: Türkei-Anzeige in der SZ - Arbeitswelt im digitalen Zeitalter: Wie Lektoren künftig arbeiten - Die höllische Tragödie & andere Theaterbuchkritiken - Die große Quoten-Lüge: Das Fernsehen & seine Zahlen - TV-Standard-Glossar: Standard-Namen, -Schuhe & -Marotten - 25 Jahre ZDF-Morgenmagazin: Helmut Kohl sah darin einen Anschlag auf die Menschenwürde + Streitbare Intellektuelle: Margarete Mitscherlich zum Hundertsten.

Bücherschau des Tages

Die Schmach des Materiellen

17.07.2017 Die FAZ lauscht vergnügt, wenn sich Arno Schmidt und Hans Wollschläger als große "Literasten" über Frauen, das Autorendasein und die eigene Überlegenheit austauschen. Sehr empfehlen kann sie auch die Hörspiele zu Novellen von Thomas Mann und Arthur Schnitzler. Sehr wirkungsvoll findet die SZ, wie der Autor und Filmemacher Florian Huber das Familiendrama der Nachkriegszeit erzählt.

Dienstag, 18.07.2017

Magazinrundschau

Von der Weichheit der Jugend

18.07.2017 Der New Yorker begibt sich nach Colorado und stößt dort auf die unterschiedlichsten Trump-Anhänger und friedliche Geiger. In Open Democracy fordert der türkische Politologe Umut Ozkirimli etwas weniger Appeasement von seinen Kollegen gegenüber Erdogan. Gatt ist besser als Freihandel, lernt der Guardian. Was hat man mit der chinesischen Aufklärung gemacht, fragt La vie des idee. Harper's denkt über Macht und Raum nach. Food52 rühmt die unbesungenen Architektinnen der vegetarischen Küche Bengalens.

Efeu - Die Kulturrundschau

Verkrallt in ihr Gegenüber

18.07.2017 Die NZZ besteigt die Franzensfeste und bewundert von dort aus den derzeitigen Höhenflug der Südtiroler Architektur. Politisch kann man Wolfgang Mattheuer gern rehabilitieren, aber bitte nicht ästhetisch, meint die SZ, die zudem der vergifteten Atmosphäre im Münchner Haus der Kunst nachspürt. Außerdem trauern die Feuilletons um den Horror-Auteur und Pionier des modernen Zombiefilms George Romero, dessen "Dawn of the Dead" noch immer in Deutschland verboten ist.

9punkt - Die Debattenrundschau

Von einer Idee getriebene Verbrecher

18.07.2017 Die bürgerliche Publizistik kratzt sich am Kopf: Und was wäre, wenn die sympathischen jungen Leute vom "Schwarzen Block" doch irgendwie Recht hätten? Dass "vehementer Widerstand" politische Entscheidungen verhindern kann, erkennt Jakob Augstein in Spiegel online geradezu als Beweis für Demokratie. Die Publizistin Barbara Sichtermann erklärt die Gewalt in der taz mit "Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung". Mit Gewalt lassen sich soziale Grundrechte verankern, hofft die Soziologin Donatella della Porta in der SZ. "Nichts als Verachtung" bekennt dagegen Peter Schneider in der Welt für solche Positionen.

Medienticker

Subtil anstößig

18.07.2017 Aktualisiert: Menschenrechtler in der Türkei in Untersuchungshaft - Pro-Erdoğan Anzeige in der SZ: Ein Geschenk an alle kritischen Geister - Journalisten-Observierung: Kieler Nachrichten werfen der Polizei Bespitzelung vor - Christian Ude meint: "Teile der Medienwelt warten nur noch auf ein Reizwort" - Russland kopiert Gesetz gegen Hassbotschaften - In memoriam Jane Austen: Sie starb vor 200 Jahren + O reine Übersteigung! Gescheiterte Verse großer Dichter.

Bücherschau des Tages

Die großzügige Geste im richtigen Moment

18.07.2017 Einen geradezu fantastischen Blick auf die Welt erlebt die NZZ mit zwei Romanen aus Australien: Gerald Murnanes "Die Ebenen" zielt direkt ins magische Herzland des Kontinents, Murray Bails "Die Reise" dagegen ins großbürgerliche Wien. Die FR liest neue Comics und bewundert vor allem Guy Delisle, der in seiner Geschichte "Geisel" die Vorstellungskraft über absoluten Stillstand triumphieren lässt.

Mittwoch, 19.07.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Alles im Rahmen des Üblichen

19.07.2017 Die Bürger in China entkommen der lückenlosen Überwachung per Gesichtserkennung nicht mehr, berichtet die taz. Wir leben heute in Europa in der besten aller Kulturen, meint der Freiburger Philosophieprofessor Andreas Urs Sommer in der NZZ. In Deutschland ist die Zahl der von Genitalverstümmelung bedrohten Mädchen gestiegen, berichtet die SZ. Frauen in Kultur und allen Medien sind mit ihrem Status höchst unzufrieden.

Efeu - Die Kulturrundschau

Andere Ideen von der Zukunft

19.07.2017 Hingerissen sind die Kritiker von Luc Bessons Verfilmung des SciFi-Comics "Valerian": ZeitOnline feiert den Film als psychedelisches Barock-Prachtwerk, die FAZ als Afrofuturismus. Die taz erlebt beim Opernfestival in Aix-en-Provence eine eiskalte, mitleidlos ausgenüchterte "Carmen". Die FAS macht sich Gedanken über den Antisemitismus im Rap. Und der Guardian sucht in Sydney die Kunst von Aborigines und findet einen Bumerang von Chanel.

Medienticker

Schluss mit Lustig

19.07.2017 Causa Deniz Yücel: Welt24 legt Verfassungsbeschwerde in der Türkei ein & Bundesregierung unterstützt Klage vor Menschenrechtsgerichtshof - Satire: Was türkische Cartoonisten noch dürfen & was nicht - Filter-ZAPPer: Nachrichten-Filterblasen im Vergleich & Faktencheck-Plattform stimmtdas.org -  Politolinguistik: Zeitgeschichte & Politik als Storytelling + Critical Whiteness: Weiße, ihr seid nicht die Norm!

Bücherschau des Tages

Eckernförde im Wechsel der Jahreszeiten

19.07.2017 Die SZ wird glücklich mit Nico Bleutges Gedichtband "nachts leuchten die schiffe". Die NZZ freut sich über ein vielschichtiges Berlin-Porträt in Chloe Aridjis' Roman "Buch der Wolken". Die FAZ entdeckt mit Wilhelm Lehmann einen deutschen Meister des nature writing.

Donnerstag, 20.07.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Umgeben von unwirklichen Bildern

20.07.2017 Nicht mal mehr Fotos lassen sich verschicken: China hat schärfste Internetzensur eingerichtet um zu verhindern, dass Bilder von Liu Xiaobo kursieren, heißt es bei Quartz.com. Die FAZ ruft auf, sich mit der Kunst seiner Frau, Liu Xia, auseinanderzusetzen. Scharf protestiert die katalanische Filmemacherin Isabel Coixet in El Pais gegen die Kaperung der katalanischen Öffentlichkeit durch die Separatisten. In der Zeit streiten Herta Müller und Włodzimierz Borodziej über den Rechtspopulismus in Osteuropa.

Efeu - Die Kulturrundschau

Frankensteins Monster begraben

20.07.2017 Lukrez lesen, das macht Schriftstellern Mut, Magie und Mystizismus zu begraben, ermuntert in der NZZ der Evolutionsbiologe Matt Ridley. Mehr analoge Vorführmöglichkeiten für das Filmerbe fordert im Freitag Fabian Tietke. Der Tagesspiegel bewundert Architekturzeichnungen aus aller Welt. Nicht ganz zufrieden ist die NZZ mit Jonas Kaufmanns Aufnahme von  Gustav Mahlers "Lied von der Erde" als Alt und Bariton. Im Perlentaucher ruft Wolfgang Ullrich das Schisma in der Kunst aus.

Medienticker

Geschmäckle

20.07.2017 Aktualisiert: Zeitschriften-Auflagen: Verluste bei 83 der Top-100-Titel - Türkei: "Dieses Land gehört auch mir", sagt Aslı Erdoğan & Türkei-Jubelanzeigen bei der Welt - China: Wo ist Gui Minhai? - Missstände zudecken: Die Kieler Journalisten-Spitzelaffäre - Desinformation in Osteuropa: Deutschland im Zerrspiegel - Populismus & Postfaktizität: Wie sich Wissenschaft behaupten kann - Denis Scheck will Hölderlin in Schutz nehmen + Carlos Santana zum Siebzigsten: "Woodstock war ein wunderbares Chaos".

Bücherschau des Tages

Freunde, Familie, Krabbensalat

20.07.2017 Die SZ lässt sich mit Mark Siemons von China produktiv verunsichern. Die taz ist gefesselt von Rachel Kushners präcastristischem Kuba fesseln verliebt in "Die Sweeten" von Gepa Hinrichsen. Die Zeit amüsiert sich prächtig mit Yasmina Reza und lotet mit Pieter M. Judson die Tiefen der Habsburgischen Geschichte aus.

Freitag, 21.07.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Konsequenz der Umstände

21.07.2017 "Es ist der dunkelste Tag in der polnischen Geschichte seit 1989", schreibt Anne Applebaum auf Twitter - das Parlament hat die Justiz gleichgeschaltet, aber Zehntausende haben heute Nacht protestiert. Warum kriegen Sozialdemokraten beim Blick auf Russland eigentlich vor Rührung feuchte Augen, fragt die Welt.  Soziologen streiten in der Zeit: Der eine sagt, wir brauchen keine Linke mehr, der andere sagt doch. Und Ärger im Humboldt-Forum: Die Kunsthistorikerin Benedicte Savoy erklärt, warum sie den Expertenbeirat verlässt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Fantasie einer zweiten Kolonisierung

21.07.2017 Die FAZ denkt anlässlich einer Hannoverschen Ausstellung über den modernen Kunstproduzenten nach. Die NZZ liest H.P. Lovecrafts Horrorfantasien als rassistische Geschichten. Die taz erfreut sich an der nostalgielosen Coolness der Musikerin Nídia Minaj. Die Filmkritiker liegen Luis Bunuels sexuellen Fantasien und der strahlenden Schönheit Catherine Deneuves zu Füßen.

Medienticker

Erschriebene Lesbarkeit

21.07.2017 Aktualisiert: Inspiration, Adaption, Plagiat im Kinderbuch - Regionalzeitungen: Auflagen-Minus von vier Prozent - Medienskepsis: Presse, Verlage & Journalisten nicht mehr ernstnehmen - Springer macht Werbung für Yücels Gefängnis -  Online-Kiosk im Test: "Blendle verramscht Spiegel, SZ & Co." - Großer Lauschangriff auf Leipziger Journalisten - Meisterbeleidiger Marx oder über das Vergnügen an superscharfen Sachen beim Lesen & Trinken + Antifeminismus: Claus Kleber interviewt Maria Furtwängler.

Bücherschau des Tages

Die finstere Seite des Marienkäfers

21.07.2017 Die FAZ reist mit Stefan Höhne durch mehr als hundert Jahre New Yorker Subway und liest amüsiert Beschwerdebriefe. Die FR lässt sich von Abir Mukherjee in die opiumgetränkte Unterwelt Kalkuttas im Jahre 1919 mitnehmen. Die NZZ lernt bei Steffen Mau das Fürchten vor dem allgegenwärtigen Quantifizierungswahn. Die SZ kämpft mit Jean-Luc Nancy gegen Kapitalismus und Fundamentalismus. Außerdem liest sie Kinderbücher und verliebt sich dank Anthony Penrose in Mirós magische Tierchen.

Samstag, 22.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit bärenhafter Wucht und Weichheit

22.07.2017 Die Literarische Welt spricht mit Ismail Kadare über Literatur in totalitären Regimen. Der Tagesspiegel erlebt in Mailand in einem virtuellem Kunstprojekt von Regisseur Alejandro Inarritu die ganze Brutalität von Trumps Abschottungspolitik. Die SZ lässt sich von Elena-Ferrante-Übersetzerin Karin Krieger erklären, wie man die deutsche Sprache zum Schwingen bringt. Geteilter Meinung sind die Kritiker über Lotte de Beers "Moses in Ägypten" bei den Bregenzer Festspielen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Jetzt soll's dem Autor an den Kragen gehen

22.07.2017 Die SZ fürchtet ein Aufziehen der wölfischen Demokratie: Polens Regierung zumindet hat und will schon keine Kontrolle mehr über sich. Der Standard fürchtet nicht nur um die polnische Justiz, sondern immer mehr auch um die Presse. In der taz spricht der türkische Modeschöpfer Barbaros Şansal über seine brutale Inhaftierung. In der NZZ drängt Liao Yiwu, Liu Xiaobos Witwe Liu Xia ausreisen zu lassen. In der Welt ärgert sich Elisabeth Ruge über das zähe und traurige Ausharren alter Männer. Ina Hartwig rät, sich an Menschen zu halten, die einem guttun.

Bücherschau des Tages

Ein jeweils anderes Ich

22.07.2017 Die FAZ folgt Martin Pye durch die Geschichte der Nordsee und lernt, Stürmen, Wikingern, Friesen und der Pest zu trotzen. Furios findet die Welt Mairtin O'Cadhains Roman "Grabgeflüster". Die SZ jubelt über den zynischen Witz und zarte Schönheit in Stefanie Sargnagels "Statusmeldungen". Und die NZZ liest Gedichte und Selbstversuche von Felix Philipp Ingold.

Montag, 24.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Baff sein, froh sein, aufgeregt sein, verkünden.

24.07.2017 Im Tagesspiegel-Interview beobachtet Diedrich Diederichsen den Kulturkampf zwischen sozialistisch-provinzialistischen Gentrifizierungsgegner und global-postkolonialen Queerfeministen. Auf ein gewohnt geteiltes Echo stößt der jährliche "Jedermann" der Salzburger Festpiele: NZZ und Standard loben säkulare Gedankenschwere, FAZ und SZ monieren die extreme Unsinnlichkeit. Bei der Aufarbeitung des Gurlitt-Nachlasses setzt die Welt auf entschlossene Nachdenklichkeit. Und auf ZeitOnline spricht die Schriftstellerin Deborah Feldman über ihren Fall in die Freiheit.

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Tempel von Chinas Kultur

24.07.2017 Heute beginnt in der Türkei der Prozess gegen die Redakteure von Cumhuriyet. Selbst der Kantinenwirt des Blattes wurde festgenommen, schreibt Can Dündar bei Zeit online. Ebenfalls in Zeit online sieht Jana Hensel den Rechtspopulismus als "Produkt des Feminismus, der Feminisierung unserer Gegenwart". Im Tagesspiegel kommt der Sinologe Gereon Sievernich auf den Tod Liu Xiaobos zurück. In der Berliner Zeitung spricht der  mosambikanische Schriftsteller Mia Couto über die Gewalt der vorkolonialen Zeit.

Medienticker

Design von Nachrichten

24.07.2017 BND-Massenüberwachung: Verfassungsbeschwerde abgewiesen - Flüchtlingskrise: Haben Medien wirklich versagt? - Im Netz der Lügen: Falschmeldungen im Internet - Frankreich: Macron verscherzt es sich mit den Medien - Kolumbien: Farc auf dem Poesiefestival - Lutherjahr: Jetzt reicht es! + Warum Gott den Teufel erschaffen hat, weiß Michael Köhlmeier.

Bücherschau des Tages

Das Wunderbare, das Schaurige

24.07.2017 Die SZ begreift mit Philip Manow die Schizophrenie der Öffentlichkeit, die in der Politik nur Mittelmaß, aber bitte keine Langeweile will. Von dem Berliner SPD-Politiker Raed Saleh lernt sie, wie eine Leitkultur der Toleranz aussehen kann. Die FAZ liest neue Kinderbücher, besonders gut gefallen ihr die blauen Wunder, die "Der halbste Held der ganzen Welt" bei Andrea Schomburg erleben darf.

Dienstag, 25.07.2017

Magazinrundschau

Vorzüge des Guru-Daseins

25.07.2017 Vox sucht rechts und links in der Public-Choice-Theorie. Den Mund aufmachen, macht einen noch nicht zum Aktivisten, meint Arundhati Roy in Frontline. Der New Yorker würde gern mehr Banker in den Knast bringen, wäre das nur nicht so kompliziert. Ayn Rand passt derzeit gut nach Frankreich, meint Telerama. Boom California freut sich über Los Superheroes. New York Magazine und The Outline besuchen die digitalen Nomaden in Chiang Mai und Ubud.

Efeu - Die Kulturrundschau

Glorreich ins Nichts

25.07.2017 Die NZZ verfolgt mit angehaltenem Atem, wie sich das britische Theater gegen "kontinentales Regie-Zeugs" stemmt. Die SZ lernt vom Londoner Architektur-Kollektiv Assemble: Die Bauherren, das sind nicht die anderen. Außerdem befragt sie junge Autorinnen zu ihren Erfahrungen im Literaturbetrieb. Die taz porträtiert den israelischen Architekten Zvi Hecker. Die Welt feiert Christian Weisenborns Dokumentarfilm "Die guten Feinde". Und der Standard trauert um den Viennale-Direktor Hans Hurch.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Gegenteil einer Ideologie

25.07.2017 Deniz Yücel schickt der Welt einen ziemlich frechen Brief aus dem Gefängnis: Die deutsche Wirtschaft wird sich nicht amüsieren. Und die Berliner Zeitung schickt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen sehr unfreundlichen Geburtstagsgruß zum Sechzigsten. L'Express fährt eine sehr scharfe Attacke gegen Le Monde diplomatique, die ein Dossier ihres Hasses auf Bernard-Henri Lévy online gestellt hat. Identitätspolitik ist eine Erfindung der Reaktion, die in die Linke eingewandert ist, schreibt Kenan Malik in seinem Blog.

Medienticker

Lyrik mit der Spraydose

25.07.2017 Türkei: "Weltweit größtes Gefängnis für Journalisten", sagt Regula Venske & das deutsche PEN-Zentrum appeliert an die Regierung - Live-Journalismus: Millionen-Investition & NZZ und Standard starten News-Portale für Deutschland - Korruption im Journalismus? Die "vierte Gewalt" in Zeiten wirtschaftlicher Zwänge - Faktenchecken: Modethema im Wahljahr + "Herrlich, plump": Was digitale Übersetzer aus Weltliteratur machen.

Bücherschau des Tages

Ganz alltägliche Abgründe

25.07.2017 Keine Seefahrer-Romantik, sondern den packenden Alltag auf See erlebt die taz mit dem schwedischen Arbeiterschriftsteller Harry Martinson in "Reisen ohne Ziel". Der SZ graut es vor dem sozialen Bewertungswahn, den Steffen Mau in "Das metrische Wir" ausmalt. Fasziniert blättert sie durch David Gibsons Band "Street Photography". Und die FR lernt bei Philipp Ruch alles über "Ehre und Rache".

Mittwoch, 26.07.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Souverän ist anders

26.07.2017 Hätte nur irgendjemand auf die Experten gehört, bevor er den Brexit beschließt, stöhnt ein Experte im Independent. Deutsche Industrieunternehmen sind besonders unehrlich, beobachtet politico.eu, und die deutsche Regierung lässt es geschehen. Künstliche Intelligenz mag gefährlich sein, aber schon unsere natürliche Intelligenz hat manchen Schaden angerichtet, meint die Informatikerin Johanna Bryson in der taz. Die NZZ kritisiert die politisch korrekten Manipulationen der Spiegel-Bestsellerliste.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wunderbar klar und glockenhell

26.07.2017 Deutschtum als Soap erlebt der Tagesspiegel vergnügt mit Barrie Koskys "Meistersingern" in Bayreuth. Die NZZ verfolgt bei den Salzburger Festspielen, wie das 20. Jahrhundert historisch wird. Der Guardian lernt von Rose Finn-Kelcey, die eigene Position zu überdenken. Die taz erkennt in Amsterdams Problemviertel Bijmelmeer endlich die Schönheit des Betonbrutalismus. Die SZ kapituliert in Dünkirchen vor Christopher Nolans Großangriff auf die Sinne.

Medienticker

Personen, Normativität & Moral

26.07.2017 Aktualisiert: Made in Germany: Verifizierungs-Initiativen - Klischees bekämpfen: Neues Gender-Wikipedia "Agent*In" - Gegenwartslyrik: Dichten für ein anderes Europa - Flüchtlingskrise in den Medien: Medienmacher kritisieren besorgten Wissenschaftler - Nachahmung: Kunst oder Plagiat? - Nike Wagner über Wieland Wagner: "Ich exkulpiere meinen Vater überhaupt nicht" + BBC Proms: Scott Walker 1967-1970.

Bücherschau des Tages

Idylle einer Frühlingsparty

26.07.2017 Die SZ liest hingerissen John Julius Norwichs Geschichte Siziliens. Die FAZ findet mit Yasmina Reza eine Leiche im Keller. Die Welt lernt in Tilman Spreckelsens Krimi "Nordseeschwur" den Che Guevara Nordfrislands kennen. Die NZZ verbringt mit Paulus Hochgatterers Erzählung "Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war" einige Tage im März 1945 unter Flüchtlingen und Wehrmachtssoldaten in der österreichischen Provinz.

Donnerstag, 27.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Dieser Jubel, diese Freude, diese Helme!

27.07.2017 Wagner als Sachs, Hermann Levi als Beckmesser, viel Klamauk und die Wagner-Champions-League auf der Bühne - Barrie Koskys Inszenierung der "Meistersinger" in Bayreuth hat die Musikkritiker durchgerüttelt. Yves liebte nur sich selbst, sagt Pierre Bergé im Interview mit der Zeit. Der Freitag sehnt sich nach dem fantastischen Optimismus sowjetischer Wandmosaike. Die Filmkritiker liegen Sally Potters Screwball-Comedy "The Party" zu Füßen, die mit dem hemmungslosen Karrierismus der linksliberalen Milieus abrechnet, so schwärmerisch der Tagesspiegel.

9punkt - Die Debattenrundschau

So entschlossen und zart

27.07.2017 Seyran Ates will jetzt auch eine Moschee in London gründen, berichtet der Guardian, und dann in Freiburg, und in Kopenhagen, Los Angeles, Marseille hat sie schon Partner. Slate.fr erinnert an all das, was in Dünkirchen (aber nicht in "Dunkirk") sonst noch geschah. Angela Merkel bekommt bei Vogue ein sehr hübsches Cover, berichtet unter anderem die New York Times. SZ und taz feiern die jungen Polen, die für den Rechtsstaat in ihrem Land demonstrieren. Die Zeit schildert die Schattenseiten Kanadas als Einwanderungsland

Medienticker

"Sagen dürfen"

27.07.2017 Aktualisiert: Media Analyse: Reichweiten-Verluste bei den Zeitschriften - Türkei: "Journalistische Aktivitäten, die nicht vor ein Gericht gehören" &  "Du versuchst nur zu überleben", sagt Asli Erdogan - Facebook-Quartalszahlen: 3,89 Mrd. Dollar Gewinn - Sehr nettes Total-Desaster: Christian Jakubetz über Spiegel Daily - Liedermacher: Wolf Biermann auf Wahlkampftour + Im Land der Bücher: Quint Buchholz zum Sechzigsten.

Bücherschau des Tages

Inseln sozialer Neuerfindung

27.07.2017 Die FAZ empfiehlt dringend Artjom Wesjolys Roman über die Oktoberrevolution, "Blut und Feuer". Anuk Arudpragasams Debütroman "Die Geschichte einer kurzen Ehe" auf Sri Lanka möchte sie gleich ein zweites Mal lesen. Die Geschichte der Jugoslawen ist die Geschichte Europas, lernt ein euphorischer Sasa Stanic in der Zeit aus Miljenko Jergovics Roman "Die unerhörte Geschichte meiner Familie". Und Musils "Mann ohne Eigenschaften" ist das Buch der Stunde, ruft die FR: Da sieht man die eigene Gegenwart gleich schärfer.

Freitag, 28.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Sprühendes sarkastisches Gift

28.07.2017 Der Tagesspiegel versteht den Ärger afrikanischer Theatermacher über das Festival von Avignon. Ferdinand von Schirach warnt im Standard vor der Schwarmintelligenz. Die taz lässt sich von dem Performance-Duo Beißpony in die Kunst des Bastelns einführen. Die NZZ blättert fasziniert durch Fotos von der Generation Reichtum. Und die FAZ fragt: In welcher Moderne wollen wir leben?

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine gewisse westliche Klientel

28.07.2017 In der NZZ schildert Jan Koneffke, wie es sich anfühlt, nur mit einigen Hundert-Euro-Scheinen bekleidet auf dem Operationstisch zu liegen. Monika Maron erklärt in der Welt, warum sie sich ungern als "Nichtmuslimin" bezeichnen lässt. Bei Spiegel online erklärt Ulrike Simon, wie sich die öffentlich-rechtlichen Sender reformieren wollen, um mit ihren knappen Geldern auszukommen. Die FAZ geht der antisemitischen ungarischen Kampagne gegen George Soros auf den Grund.

Medienticker

Dauertrauerspiel

28.07.2017 Aktualisiert: Tageszeitungen-Auflagen: Zuwächse bei den Überregionalen, Verluste bei den Regionalen oder Die bizarre Welt der Print-Reichweiten -  Nach Spiegel-Beschwerde: Bundesverfassungsgericht stärkt Rechte von Medienhäusern - Hohlformel: Michael Angele über die Verdeutschung der NZZ - Journalistische Startups: Übertriebene Hoffnungen oder Retten Startups den Journalismus? - Populismus: Unsere Leitkultur heißt Bauchgefühl + Clemens Brentano starb vor 175 Jahren.

Bücherschau des Tages

Pornografie mit Todesfolge

28.07.2017 Die FAZ erfährt bei der Islamwissenschaftlerin Anke von Kügelgen, dass die nahöstliche Philosophie die Emanzipation der Frau fordert. Von Frank Trentmann lässt sie sich zum Konsum verleiten. Die FR lernt bei Naomi Klein die Grenzen des Produkts Trump kennen. Die NZZ liest eine neue Übersetzung von Tanizaki Junichiros Eheroman "Der Schlüssel" und kostet mit Meja Mwangi kenianisches Bier. Und die SZ entdeckt Neues im Nachlass von J.R.R. Tolkien.

Samstag, 29.07.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Mechanismen der Sinn-Entstellung

29.07.2017 Feinherb, traumsüß, quecksilbrig - die Musikkritiker feiern Peter Sellars' Salzburger Inszenierung der Mozart-Oper "La Clemenza di Tito", die Sänger und den Dirigenten Teodor Currentzis, der mit seinem Orchester MusicAeterna die Wiener Philharmoniker exzellent ersetzt. In der taz gibt Sängerin Renate Knaup den Sound einer Eisscholle. In der NZZ erzählen die syrische Autorin Mansura Eseddin und der libysche Autor Hisham Mater vom Scheitern des arabischen Frühlings in ihren Ländern. Berliner Zeitung und Tagesspiegel starren ins Leere auf Regina Schmekens Fotos der NSU-Tatorte. Viennale-Direktor Hans Hurch erklärt im Interview mit dem Standard die Vorzüge seiner Modistin.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie bei einem Provinztheater

29.07.2017 Der Diesel-Skandal zeigt etwas über deutsche Mentalität, sagt die Welt, und auch Angela Merkel sieht da nicht gut aus, ergänzt die taz. In der SZ gibt Jacek Dehnel Auskunft über die politische Szenerie in seinem Land - nicht nur die PiS-Partei ist verantwortlich. In der taz versucht Tristan Garcia seinem Begriff der "Intensität" auf die Spur zu kommen. Buzzfeed erzählt, wie es mit  Soundcloud bergab ging.  In der FAZ wird umständehalber ein Zeitungsmuseum gefordert.

Bücherschau des Tages

Liebe und Sünde

29.07.2017 Die taz reist mit der finnischen Krimiautorin Kati Hiekkapelto in die Wojwodina. Die FAZ legt sich mit Michael Köhlmeiers heiligem Antonius von Padua aufs Pflaster und lernt mit Anna Baars Roman "Als ob sie träumend gingen" die Wahrheit als Zumutung kennen. NZZ und taz empfehlen Jana Hensels Debütroman "Keinland" - eine Liebesgeschichte zwischen einer jungen Frau aus der Ex-DDR und einem aus Deutschland nach Israel emigrierten Juden.

Montag, 31.07.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Inhalte, die in China illegal sind

31.07.2017 In der NZZ denkt Karl-Heinz Ott über Gemeinsamkeiten von RAF-Terroristen und Islamisten nach. Revolutionen in Arabien sind zwar gefährlich, erklärt Hassouna Mosbahi in der NZZ, aber trotzdem wünscht er sich, dass von Tunesien noch eine ausgeht. In Kanada wird laut Marianne.net über etwas gestritten, das Justin Trudeau nie gesagt hat. Apple beugt sich laut Techcrunch der chinesischen Internetzensur und nimmt den Nutzern, die letzten Möglichkeiten, anonym zu surfen. Und auch Putin erlässt in Russland laut Mashable entsprechende Gesetze.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sofort ins Existenzielle gehen

31.07.2017 Toll, dass Bettina Hering zu den Salzburger Festspielen so viele Regisseurinnen eingeladen hat, meinen SZ und NZZ. Schade nur, dass diese so wenig draus machen. Der Standard empfiehlt die Theaterbiennale in Venedig, die Theatermacherinnen aus ganz Europa eingeladen hat. Der Tagesspiegel bewundert, wieviel Zuneigung Monterverdi für mörderische Kaiser und ehrgeizige Huren aufbrachte. Die SZ berichtet von der Filmpremiere zu Milo Raus "Kongo-Tribunal" in Goma.  In der taz protestiert Gabriele Goettle gegen Kreuzbergs Gentrifizierung, der nun auch das Antiquariat in der Hagelberger Straße zum Opfer fällt.

Medienticker

Das Würstchen von der Wall Street

31.07.2017 Aktualisiert: Jeanne Moreau ist tot - Zensur im Internet: Apple gehorcht Chinas Zensoren & löscht VPN-Apps aus chinesischem App-Store - Serbien: Fake News von Fake-Autoren - Wo bleibt das Museum für die Zeitung?, fragt Jürgen Wilke - Sizilien: Literaturbetrieb in flirrender Hitze - Ein Roman als App: Unsere Gegenwart ist ein einziger Anachronismus - Vom Radio lernen. Krise des linearen Fernsehens + Wir sind zu dumm für künstliche Intelligenz.

Bücherschau des Tages

Das nötige Fleisch

31.07.2017 Blühen kann in der Türkei auch die Satire nicht mehr, stellt die taz seufzend fest, findet aber im Band "Schluss mit lustig" genug Einfallsreichtum, um die Hoffnung nicht zu verlieren. Die SZ liest wohlwollend Christoph Boltanskis Roman "Das Versteck" über seine berühmte Familie. Und die FR lässt sich von Antonin Varenne durch das Massif Central jagen.

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BuchLink: Aktuelle Leseproben. In Kooperation mit den Verlagen (Info)

Abbas Khider. Der letzte Sommer der Tauben - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Abbas Khider: Der letzte Sommer der Tauben
Wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt. Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der…
Wolfgang Müller-Funk. Grenzen - Ein Versuch über den Menschen. Matthes und Seitz, Berlin, 2025.Wolfgang Müller-Funk: Grenzen
Grenzen sind in einer globalisierten Welt zum Dauerthema geworden: Die Überwindung von Grenzen wird zum Versprechen wie zum panischen Schrecken, und die Annahme, dass in…
Magdalena Schrefel. Das Blaue vom Himmel - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Magdalena Schrefel: Das Blaue vom Himmel
Was, wenn es die Möglichkeit gäbe, die Erde abzukühlen, der Himmel dadurch aber nie wieder blau wäre? Hannah arbeitet an einer Ausstellung mit, die dieses Blau bewahren soll,…
Antje Damm. Da ist besetzt! - (ab 4 Jahren). dtv, München, 2026.Antje Damm: Da ist besetzt!
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