Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 11.37 Uhr
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  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Freitag, 02.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein leuchtendes Orange

02.01.2026 Jafar Panahi darf offiziell im Iran zwar wieder Filme drehen, aber behindert werden die Dreharbeiten durch das Regime dennoch, erzählt er der FAS. Die Welt befürchtet, dass durch den "Bauturbo" Fehler des Wiederaufbaus wiederholt werden. Wenn es ein kompletter KI-Act an die Spitze der R&B-Charts schafft, ist die Musikererwartung inzwischen offenbar recht simpel, stellt die taz fest. Die FAZ lässt sich in Bonn von dem Künstler Gregory Crewdson den ganzen Horror des American Way of Living vor Augen führen. Außerdem vermisst sie die göttlichen und virilen Diven in der Oper. Und der Perlentaucher wünscht all seinen Lesern ein frohes neues Jahr!

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Idee des Danach

02.01.2026 Im Iran demonstrieren Hunderttausende gegen das Regime. Der Spectator hofft auf einen kleinen Riss im Gehorsam der Sicherheitskräfte, der Großes bewirken könnte. Die FAZ erzählt, dass auch eine BBC-Dokumentation über die Schauspielerin Taraneh Alidoosti die Proteste inspiriert habe. Libertär ist nicht liberal, sondern genau das Gegenteil, ruft in der SZ der Medienwissenschaftler Martin Andree. Ebenfalls in der SZ erzählt Claus Biegert, was ihn Native Americans über die Natur lehrten. Und: Gestern war "Public Domain Day" - Thomas Mann erscheint jetzt bei Suhrkamp.

Bücherschau des Tages

Aufständische Ameisen

02.01.2026 Die FR erforscht mit neu übersetzten Science-Fiction-Geschichten von Ursula Le Guin fremde Planeten. Die SZ analysiert mit Tessniem Kadiri die patriarchalen Strukturen ihrer Familie. Einer diktatorischen Oma begegnet sie in Mia Oberländers „Saloon“. Die FAZ liest atemlos die von NATO-Offizieren verfassten fiktiven Visionen über den Dritten Weltkrieg, die Armin Wagner zusammengetragen hat. 

Samstag, 03.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Wärme des Kollektivismus

03.01.2026 Die Proteste im Iran gehen weiter. Laut SZ ist es ein Aufstand von Basarhändlern. In den Twittervideos rufen die Frauen: "Es geht nicht nur ums Kopftuch, ihr nehmt uns das Leben." Jacobin druckt die feierliche Antrittsrede Zohran Mamdanis: Er verspricht eine Vision für alle New Yorker. Als erste Amtshandlung gibt er laut Politico das Bekenntnis der Stadt zur IHRA-Antisemitismusdefinition auf. Die FAZ beobachtet die unheimliche Machtentfaltung der "Broligarchen". Aber die werden bald crashen, ist sich die SZ sicher.

Efeu - Die Kulturrundschau

Was für ein satter, dunkler Trotz

03.01.2026 Dass gerade kapitalismuskritische Kunst von Kapitalisten geliebt wird, ist ein Dilemma für die Künstler, erkennt die FAS. Die SZ geht vor der Cellistin Raphaela Gromes in die Knie. Der Standard besucht ein besonders schönes Exemplar der Wiener Moderne: die Villa Rezek. In der FAZ fragt sich der Literaturwissenschaftler Markus Steinmayr, warum Tolkiens "Herr der Ringe" plötzlich von den Rechten geliebt wird.

Bücherschau des Tages

Der Musik ähnlich

03.01.2026 So ein Buch erscheint nicht jeden Tag: 2.368 Seiten hat Wolfgang Künnes Biografie über den so großen wie vergessenen Philosophen und Dissidenten Bernard Bolzano - die taz ist überwältigt. Die SZ ruft der Cellistin Raphaela Gromes, die in "Fortissima!" Komponistinnen wiederentdeckt, ein "Bravissima!" zu. Die FAZ entdeckt mit Gerti Tetzners "Karen W." einen höchst ungewöhnlichen Roman über die DDR, u. dlfkultur geht mit Norbert Hummelt am "Hellichten Tag" die tassen holen.

Montag, 05.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Großräume im Sinne Carl Schmitts

05.01.2026 Donald Trump hat den venezolanischen Caudillo Nicolás Maduro gekidnappt. Ein Regimewechsel in Richtung Demokratie interessiert ihn dabei aber nicht, konstatieren die Kommentatoren, eher treten wir in ein neues Zeitalter des Imperialismus ein, so unter anderem Herfried Münkler in der SZ. Die linksextreme Vulkangruppe begeht einen Anschlag auf die Berliner Stromversorgung - den Berlinern fehlt Strom, den Medien alle Worte. Die NZZ übernimmt Anne Applebaums Text über Trumps geopolitische Strategie. Ob auf Koran oder Bibel: Eigentlich sollten Politiker gar nicht auf heilige Texte schwören, findet Ruben Gerczikow in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Malereien mit Fäden

05.01.2026 Im Interview mit Regisseurin Alison Kuhn lernt die taz die wütenden Frauen kennen, die in ihrem Debütfilm "Holy Meat" schon mal ein Schwein köpfen, um Machtstrukturen zu durchbrechen. Die FAS ärgert sich über die Versuche der italienischen Neuen Rechten, Pasolini als Ikone den Linken wegzunehmen. Dem Klassikbetrieb kreidet Backstage Classical eine zunehmend unreflektierte Eventkultur an. Wie Kunst das Exil solidarisch aufgreift, zeigt der FAZ eine Ausstellung von Nairy Bagharamian in Brüssel. Die Oper hat in Südkorea eine rosige Zukunft vor sich, freut sich ebenfalls die FAZ.

Bücherschau des Tages

Kohlrabiapostel

05.01.2026 Die FAZ gruselt sich mit Josh Winnings "beunruhigend-schönem" Horror-Roman "Verbrenn das Negativ". Die SZ lässt sich von Joseph Croitoru "Das System Netanjahu" erklären. Außerdem lobt sie Helmuth Kiesels kluges Werk über Literatur im Nationalsozialismus. Die NZZ blättert mit Spannung durch das Erinnerungsbuch der Afrika-Korrespondentin Christina Karrer, die von den Höhen und Tiefen ihres Lebens in Südafrika erzählt. Und die Welt macht sich mit Heike Behrends Biografie über den selbsternannten Propheten Gustaf Nagel zu Fuß auf ins Heilige Land. 

Dienstag, 06.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Geschäft des anderen Rands

06.01.2026 Trump mag sich in seiner Hegemonialpolitik sonnen, sie wird ihm aber schmerzhaft auf die Füße fallen, prophezeit Anne Applebaum in Atlantic. Reißt er sich vorher noch Grönland unter den Nagel, fragen FAZ und taz. Und was ist mit den Venezolanern, etwa den politischen Gefangenen, fragt die Schriftstellerin Karina Sainz Borgo in der NZZ. Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf die Berliner Strominfrastruktur stellt sich die Frage: Wird Linksextremismus unterschätzt? Eindeutig nein, meint Ronen Steinke in der SZ, eindeutig ja meint Peter R. Neumann, auf Twitter und in der Welt. 

Magazinrundschau

Sichtbar und ohne Reue

06.01.2026 Vor fünf Jahren versuchten Trump-Anhänger das Kapitol zu stürmen. Donald Trump wurde für seine Aufstachelung nie belangt, was die New York Times über die Konsequenzen von Straflosigkeit nachdenken lässt. Der New Statesman dokumentiert den Niedergang des Rechtsstaat in Hongkong. New Lines erinnert an die Millionen von Emigranten, vor gut hundert Jahren vor der Armut auf Sizilien nach Tunesien flüchteten. Im Dlf wirft der Philosoph Ralf Konersmann einen kritischen Blick auf die heutige Geschichtsschreibung. Der New Yorker fragt sich, warum die USA Venezuela überfallen haben und findet keine Antwort.

Efeu - Die Kulturrundschau

Quasi Selfie-Charakter

06.01.2026 Die taz freut sich im MK Hamburg in der Ausstellung "Früher hießen wir Gastarbeiter" über die selbstbewussten Selbstporträts der griechischen Künsterlin Asimina Paradissa. Das Museum für bildende Künste in Leipzig zeigt in einer Installation der israelischen Künstlerin Shlomit Lehavi die Biografien wichtiger jüdischer Mäzene - endlich, seufzt die FAZ. Der Filmdienst blickt voraus auf das Kinojahr 2026. Die NZZ entdeckt mit Aufnahmen der Werke Frank Martins einen "der am meisten unterschätzten Komponisten" wieder. 

Bücherschau des Tages

Resilienz nach Ausbruch der Revolution

06.01.2026 Die FAZ lernt von Christian Spiering Interessantes über das mysteriöseste Elementarteilchen von allen: das Neutrino. Die FR empfiehlt Pascal Garniers "Die Eskimo-Lösung" als bitterbösen Noir über einen konsequenten Misanthropen. Die NZZ amüsiert sich prächtig mit der schlagfertigen Herrenfriseurin in Zyta Rudzkas "Lachen kann, wer Zähne hat". Die Welt kommt Königin Marie-Antoinette durch die Aufzeichnungen ihres Kammermädchens Henriette Campan ganz nah. Und Dlf streift mit Clara Heinrichs experimentellem Debütroman durch die Puszta. 

Mittwoch, 07.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Regen, Wind, Schlamm

07.01.2026 Béla Tarr ist tot. Die FR trauert um einen Meister des Slow Cinema, dessen Filme an Liturgien erinnerten. Die FAZ bewundert Tarrs maximale Erstreckung der Vorstellungskraft. Außerdem begegnet sie in einer Ausstellung im Engadin der aufregenden Avantgardistin Edita Schubert. Die Welt lauscht in Neapel einer lyrisch mäandernden Morricone-Oper. Die taz stellt den Berliner Rapper Baran Kok vor, der sich der Homophobie im Deutschrap widersetzt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Khashoggi ist Teil der Geschichte

07.01.2026 Die SZ staunt: Während Westeuropa dem Aufstieg der Populisten ratlos gegenübersteht, regt sich in Osteuropa kräftiger Widerstand. In der taz fragt Georg Seeßlen besorgt: Können wir überhaupt noch Demokratie? Die FAZ stellt die indische Wissenschaftsphilosophin Meera Nanda vor, die darlegt, wie der Postkolonialismus rechte Ideologien stützt. 2026 könnte die AfD erstmals auf Landesebene eine Wahl gewinnen, sorgt sich Armin Nassehi und überlegt bei Zeit Online, wie die Union dies verhindern könnte.

Bücherschau des Tages

Streng mit Möchtegerndichtern

07.01.2026 Die FAZ erkennt in den erstmals vollständig erschienenen Tagebüchern Carlo Emilio Gaddas aus dem Ersten Weltkrieg historisches Zeugnis, psychologische Selbstanalyse und die Geburt eines Autors zugleich. Begeistert lässt sie sich außerdem auf das literarische Fangspiel Christopher Eckers in "Die leuchtende Reuse" ein. Die NZZ zieht mit Audur Ava Olafsdottir in ein Haus auf dem Land fernab von Reykjavik. Dlf lässt sich von Christoph Hein die sehr menschliche Seite Johann Sebastian Bachs zeigen. Dlf Kultur ruft mit Delphine Minoui und ihrer iranischen Heldin: "Frau, Leben, Freiheit!". 

Donnerstag, 08.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Freigehege für Verwilderung

08.01.2026 Perlentaucher und FAZ verneigen sich vor Jafar Panahi, der in "Ein einfacher Unfall" das islamische Regime im Iran unverhohlen attackiert. Die Welt staunt derweil, wie klar sich Künstler auf der Kochi-Muziris Biennale in Indien gegen das Kastensystem stellen. Die FAZ lernt in gleich vier Ausstellungen im Humboldt Forum, dass Familie auch die Verwandtschaft mit Brunnen und Bäumen bedeuten kann. In der SZ erklärt die Japanologin Katharina Hülsmann, warum vor allem Mädchen und Frauen in Japan schwule Mangas lesen. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Das potentiell Umstürzende der Vorgänge

08.01.2026 In der FAZ sieht der Historiker Mischa Meier bei Donald Trump mehr Ähnlichkeiten mit Augustus als mit Caligula oder Nero - was er beunruhigender findet. Die NZZ denkt dagegen eher an Theodore Roosevelts Kanonenbootpolitik. In Zeit online und der taz erklären zwei Linguisten, warum sie die Bekennerschreiben der Vulkan-Gruppe für authentisch halten: Das klare Feindbild der Gruppe weise deutlich auf einen linken Hintergrund hin. In der SZ fordert der Literaturwissenschaftler Ibou Coulibaly Diop Kulturstaatsminister Weimer auf, den Kolonialismus ins aktuelle Gedenkenstättenkonzept aufzunehmen.

Bücherschau des Tages

Gut gewürzt

08.01.2026 Der Dlf Kultur lernt in einem prächtigen Bildband auch die Theoretikerin Anni Albers kennen, die FAZ erweitert indes mit Fotografien von Brigitte Kraemer ihren Blick aufs Ruhrgebiet. In Alina Bronskys kulinarischer Kurzautobiografie erfährt sie, was Essen mit Identität zu tun hat. Die NZZ erkennt in dessen neuem Roman: Jon Fosse hat Humor. Radikal und modern findet die SZ Tezer Özlüs Roman "Die kalten Nächte der Kindheit"

Freitag, 09.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Beleuchtung des schwarzen Raums

09.01.2026 In der SZ hält der iranische Regisseur Jafar Panahi fest: Es geht nicht mehr um Reformen im Iran, sondern um eine richtige Veränderung ohne das Regime. In der Welt erklärt die russische Friedensnobelpreisträgerin Irina Scherbakowa, weshalb "Marschroute eines Lebens" von Jewgenia Ginsburg sie besonders geprägt hat. Monopol schaut sich in der zeitgenössichen Kunstszene Japans um. Im Tagesspiegel erläutert der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich, was "Red-Ship-Art" ist.

9punkt - Die Debattenrundschau

Je näher der Zusammenbruch rückt

09.01.2026 Armer Westen, er sitzt sowas von auf dem absteigenden Ast, meint Daniel Marwecki in der FAZ. Und doch will jeder, der dringendst aus seinem "globalen Süden" raus will, genau dorthin, konstatiert Claudius Seidl in der SZ. Die islamische Revolution ist tot, die Post-Khamenei-Ära hat begonnen, sagt der Historiker Arash Azizi in Le Point. In der taz staunt die Feministin Tina Hartmann über ein Papier von ForscherInnen im Journal of Medical Ethics, das Genitalverstümmelung als "kulturell bedeutsame Praxis" verteidigt. Wir treten in eine Epoche der Kriege ein, meint Richard Sennett in der FR.

Bücherschau des Tages

Literarische Echokammer

09.01.2026 Die FAZ lernt in Viktor Martinowitschs Roman "Das Gute siegt", wie effektiv der alltägliche Widerstand unter einem Regime wie in Belarus sein kann. Der Dlf bewundert, wie die Argentinierin Mariana Enriquez feministischen Bodyhorror und magischen Realismus zusammenbringt. Dlf Kultur gibt sich mit postum erscheinenden Erzählungen von Pascal Mercier dem "Fluss der Zeit" hin. Die FR gruselt sich, ist sie doch dank Molly Thynne "Eingeschneit mit einem Mörder".

Samstag, 10.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Das abgrundtief Menschliche

10.01.2026 Zwei Monate nach seiner Freilassung hat Boualem Sansal Berlin besucht. Auf Zeit Online warnt er westliche Demokratien eindringlich vor der Gefahr durch den Islamismus. Der FAZ verrät er, dass er nach Algerien zurückkehren will, um ein neues Urteil zu fordern. Ebenfalls in der FAZ erklärt der Schriftsteller Martin Ahrends, weshalb viele Ostdeutsche ein "löchriges Geschichtsbewusstsein" haben. Die FAS blickt in Berlin in die schaurigen Smartphone-Fratzen des rumänischen Malers Adrian Ghenie. Das russische Propagandakino ist so geschmacklos, dass es inzwischen sogar beim russischen Publikum durchfällt, bemerkt die NZZ. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Sichtlich nervös

10.01.2026 Welche Rolle spielt Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs, bei den Protesten im Iran, fragt die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur in der NZZ. Das iranische Regime ist so schwach wie noch nie, konstatiert die Autorin Natalie Amiri in der taz. Die Entführung Maduros war ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht, sollte die Länder Lateinamerikas aber auch anhalten, ihren Problemen ins Auge zu schauen, meint in der FAS der venezolanische Schriftsteller Rodrigo Blanco Calderón. Die taz erinnert daran, dass der Zionismus keine "rechte" Ideologie ist. 

Bücherschau des Tages

Prosa wie Schnee

10.01.2026 Wehmütig, aber auch tief beeindruckt nehmen FAS und Welt mit Julian Barnes Abschied von einem Schriftstellerleben. Die FAZ blickt mit Michael Angele zurück auf die wilde Vergangenheit des Stuttgarter Platzes und baut mit Sy Montgomery einen Rollstuhl für eine Schildkröte. Die FR verliebt sich dank Auður Ava Ólafsdóttir in die schillernde Grammatik des Isländischen. Die taz kämpft mit Alicia Baier für das Recht auf Abtreibung. Und der Dlf Kultur birgt mit Tommaso Landolfis „Herbsterzählung“ ein Meisterwerk der europäischen Literatur. 

Montag, 12.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Was ist diesmal anders?

12.01.2026 Im Iran sind alle fünf Bedingungen gegeben, um einer Revolution zum Erfolg zu verhelfen, analysieren die Politologen Karim Sadjadpour und Jack A. Goldstone in Atlantic. Inzwischen sind allerdings schon mehr als 200 Menschen getötet worden, berichtet die FAZ. Die taz wüsste gern, ob Deutschland nicht etwas mehr dagegen tun könnte, als nur "Besorgnis" zu äußern. Timothy Snyder sieht in seinem Substack-Newsletter kaum noch einen Unterschied zwischen Trump und Maduro. Die kenianische Anwältin Martha Karua fürchtet in der taz die übergreifende Zusammenarbeit der Regierungen von Kenia, Tansania und Uganda, um die aufbegehrende Gen Z unter Kontrolle zu halten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Was in einer Pflanze wirklich geschieht

12.01.2026 Die FAZ feiert den vor hundert Jahren geborenen Komponisten Morton Feldman, dessen Stücke an kammermusikalische Grenzen führen. Die Menschheit lässt sich auch dann nicht retten, wenn wir auf den Mond fliegen, stellt die Nachtkritik etwas enttäuscht im Theater Bonn fest. Die taz spricht mit Regisseurin Ildikó Enyedi über ihre Kommunikationsversuche mit einem Baum, Protagonist ihres neuen Films. Joan Miró konnte zwar kein Englisch, war aber trotzdem ein großer Transatlantiker, lernt die FAZ in Barcelona.

Bücherschau des Tages

Finsterer Witz und nüchterner Realismus

12.01.2026 Die NZZ lobt das neue Buch von Martin Schulze Wessel als "sorgfältig recherchierten" Augenöffner in Bezug auf die deutsch-ukrainischen Beziehungen. Außerdem taucht sie ein in die düster-witzigen Erzählungen von Adam Bodor über die ungarische Minderheit in Rumänien und den Schrecken der Securitate. Die SZ empfiehlt Christoph Safferlings "Ohnmacht des Völkerrechts" mit Einschränkungen. Dlf lernt Johann Gottlieb Fichte bei Harro Zimmermann als Intellektuellen voller Widersprüche kennen. Dlf Kultur widmet sich mit Julian Heisler "Amerikas Oligarchen".  

Dienstag, 13.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein form- und gesichtsloses Statistik-Monster

13.01.2026 Die FAZ erkennt den Shoggoth in Grok, auch wenn er lächelt. Die Iraner brauchen keinen neuen König, ruft in der taz Noishin Shahrokhi. Wenn er der einzige ist, der den Übergang zu einer laizistischen Ordnung moderieren kann, dann schon, meint Ali Sadrzadeh, ebenfalls in der taz. In der FR möchte der britische Historiker Brendan Simms die Amerikaner zwar nicht in Grönland, aber schon in Europa präsent wissen. In der Welt fragt Anne Applebaum, wie man Venezuela von Miami aus regiert. In der SZ möchte die israelische Publizistin Einat Wilf die Palästinenser vom arabischen Zionismus überzeugen.

Efeu - Die Kulturrundschau

In meinem Herz, kein Sturm

13.01.2026 Die Feuilletons sind zu zahm, die Redaktionen zu ängstlich und die Kulturkritiken zu fad geworden, ruft der Autor Jonathan Guggenberger in der taz. Auch die Musikkritik leidet einerseits unter fanatischen Fans, aber auch unter ihrem eigenen Unkritisch-Sein, klagt der Freitag. Die Theaterkritiker fragen sich bei Matthias Pintschers Opern-Adaption von "Das kalte Herz", was der ägyptische Gott Anubis im Schwarzwald zu suchen hat. Und die FAZ lässt im Museum of Islamic Art in Doha das beeindruckende Lebenswerk des Architekten Ieoh Ming Pei Revue passieren. 

Magazinrundschau

Mut ist ansteckend

13.01.2026 Der Guardian staunt über die geschwinde Selbstzensur amerikanischer Institutionen unter Trump. Seit Trump Interesse für Grönland zeigt, interessieren sich auf die Dänen für die Schöne, lernt der New Yorker. In Elet es Irodalom erklärt der Autor Péter Bognár, wie sich im Krimi das Menschenbild der Moderne manifestiert. New Lines fragt: Wer wäre bereit für Tallinn zu sterben? Die London Review weiß, was Donald Trump in Venezuela will: Kuba. Eurozine stellt moldauische Literatur vor, die das Trauma des Landes verarbeitet: das sowjetische Experiment der Identitätsauslöschung.

Bücherschau des Tages

Poesie der Nüchternheit

13.01.2026 Die FR lässt sich von Elli Unruh in "Fische im Trüben" zu einer mennonitischen Gemeinde in die kasachische Steppe entführen. Außerdem empfiehlt sie das neue Buch des Soziologen Hartmut Rosa. Die FAZ lernt mit Sandra Funck die 68er-Bewegung nochmal neu kennen, nämlich im Klassenzimmer. Die NZZ vertieft sich in die Memoiren der Pélicot-Tochter Caroline Darian. Die SZ verliebt sich in Barbara Yelins Comic über die Schauspielerin Therese Giehse. Und Dlf freut sich über die "Poetik der Freundschaft" in den Briefen Elsa Morantes an ihre Schriftstellerkollegen. 

Mittwoch, 14.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Süß wie ein Reiskuchen

14.01.2026 Die Feuilletons kommentieren die Auswahl fürs Theatertreffen: Viel schwere Kost, findet die nachtkritik, traurig und dürftig, stöhnt die FAZ. Die sich hingegen über die Science-Fiction-Autorin Aiki Mira freut, die Musk und Co eine bessere, lebbare Zukunftsvision entgegenhält. Die Zeit würdigt die von einem ICE-Agenten erschossene Dichterin Renee Good. Die taz lässt sich auf den Tanztagen Berlin von Alvin Collantes' schwitzender, japsender Drag-Performance hinreißen.

9punkt - Die Debattenrundschau

So etwas hat es noch nie gegeben

14.01.2026 Im Iran hat das Regime offenbar ein Blutbad mit Tausenden Toten angerichtet. Vielen soll ins Gesicht geschossen worden sein, berichtet die FAZ. Die Mullahs haben ihre letzten, ohnehin nur taktischen Skrupel abgelegt, schreibt Navid Kermani in der SZ. Die taz berichtet von "Kugelgeld", das die Angehörigen für die Leichen ihrer getöteten Kinder bezahlen müssen. Angesichts der Brutalität ist der Politologe Olivier Roy in der FR wenig optimistisch, dass die Iraner das Regime stürzen können. Data-Mining verstößt nicht gegen Urheberrechte, stellt der Mediziner und KI-Forscher Christof von Kalle in der FAZ klar. Und: Gibt's in Deutschland Zensur?

Bücherschau des Tages

Zugleich irdisch und göttlich

14.01.2026 Die FAZ schöpft mit Christoph Safferlins Buch "Ohnmacht des Völkerrechts" überraschenderweise Hoffnung für die Menschheit. Die FR geht mit Leila Slimani auf eine Erinnerungsreise nach Marokko. Die taz bechert sich mit Marcel Nobis durch die Kneipenkultur Westberlins. Dlf ergründet mit Bodo Kirchhoff die Liebe und das Verlassen-werden und lernt von Gabriel Zucman, wie eine Reichensteuer gelingen kann. 

Donnerstag, 15.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Es braucht das Stachelschwein

15.01.2026 In der FAZ setzt der Literaturwissenschaftler Hamid Tafazoli seine Hoffnungen für den Iran auf Reza Pahlavi, der einen Weg zu freien Wahlen und Säkularismus bahnen könnte. Der iranische Aktivist Hamid Akhavi (SZ) und Maryam Mardani (Tsp) sind strikt gegen Pahlavi: das iranische Volk habe vor 47 Jahren Nein zur Monarchie gesagt. In der Zeit plädiert der Historiker Andreas Rödder für rote Linien statt für Brandmauern gegen die AfD. Wir werden immer dümmer, weil wir immer weniger handeln, warnt in der Zeit der Soziologe Hartmut Rosa.

Efeu - Die Kulturrundschau

Fabelhafter Fremdling

15.01.2026 Die Kritiker feiern Ildikó Enyedis neuen Film "Silent Friend", in dem ein zweihundert Jahre alter Gingkobaum die Hauptrolle spielt: Eine kostbare Meditation, jubelt die Welt. Die Zeit ist beeindruckt vom schillernden Leben des Autors Marko Martin, der sich den Freiheitsbewegungen der Welt verschrieben hat. Die taz erkundet in einer Ausstellung in Prag die verstörend-schönen Kunstwerke von David Lynch. Die NZZ hüllt sich in echte und unechte Pelzmäntel.  

Bücherschau des Tages

Finden Sie Ihre Madeleine!

15.01.2026 Zeit, FAZ, SZ, Dlf und Dlf Kultur feiern den letzten Teil von Leila Slimanis marokkanisch-französischer Familientrilogie: Weltliteratur von Proust'schem Format, jubeln sie. "Partisanenhaft wild" nennt die FAZ zudem Peter Waterhouse' 1500-Seiten-Brocken "Z Ypsilon X". NZZ und Dlf Kultur mäandern ein vermutlich letztes Mal durch das Denken von Julian Barnes. So besorgt wie beeindruckt liest die SZ außerdem Ray Dalios "Weltordnung im Wandel" über Aufstieg und Fall von Nationen.

Freitag, 16.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Zustand der Ungewissheit

16.01.2026 In der taz fragt sich die russische Schriftstellerin Marija Stepanova, ob nicht alle Russen eine unbewusste Mitschuld am Krieg gegen die Ukraine tragen. Die taz bewundert außerdem die Courage des Kunstraums Hase29, der in der Domstadt Osnabrück Porträts von Missbrauchsopfern zeigt. Die FR lernt in Düsseldorf, dass auch abstrakte Kunst queer sein kann. Und die SZ erkennt dank der Berlin Ballett Company: Techno und Ballett passen perfekt zusammen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Schweigt nicht!

16.01.2026 "Lasst nicht zu, dass das Blut im Dunkel des Vergessens trocknet. Steht auf!", ruft der iranische Filmregisseur Jafar Panahi der Welt zu. In der FAZ kritisiert die Iran-Aktivistin Mariam Claren das Schweigen der Linken zu den Vorgängen im Iran. Im Interview mit der SZ schwanken die Politikwissenschaftler Steven Levitsky und Daniel Ziblatt zwischen verhaltenem Optimismus und Pessimismus was die Zukunft der amerikanischen Demokratie angeht. In der NZZ erklärt der Inuit-Dichter Kelly Berthelsen, warum er Grönland lieber bei Dänemark sieht als bei den USA. Die FR gratuliert dem kleinen Wunder Wikipedia.

Bücherschau des Tages

Von Bügelbrettern und Papiertütenfaltmaschinen

16.01.2026 Die taz lernt dank Karen van den Berg die unsichtbare Seite der Gegenwartskunst kennen. Die FAZ argumentiert mit Thomas Wagner angeregt gegen Hobbes, Herfried Münkler und andere Fürsprecher des Nationalstaats. Die FR kehrt mit Mascha Kaleko noch einmal nach Berlin zurück. Der Dlf entdeckt mit Konstantin Richters Sachbuch über die "Deutschland AG" den "Wirtschaftsroman, der fehlte". Und der Dlf Kultur bewundert, wie Anke Feuchtenberger mit ihren Comic-Essays nicht nur Themen wie Körperlichkeit und Sprache, sondern auch die Grenzen des Genres auslotet.

Samstag, 17.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Nur noch eine Last für Dänemark

17.01.2026 Armin Nassehi spricht in der FAS aus, was wir los wären, wenn wir die Mullahs los wären: einen Klerikalfaschismus, der eine ganze Region in seinem Bann hält. Aber es gibt viele pessimistische Stimmen zum Iran: Das System zeige keine Risse, meinen viele Kommentatoren - das iranische Bankensystem aber schon, ergänzt der Wirtschaftsteil der FAZ. Dänemark hat schon mal Inseln an die Amerikaner verkauft, erinnert die FR. Die SZ staunt über die Sanierung deutscher Opernhäuser, die Unsummen kostet und allseits akzeptiert wird. Die FAS erzählt, wie sich das gallische Dorf Schleswig-Holstein gegen die Cäsaren von Microsoft stemmt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Tohuwabohu von seriösen Erkenntnissen

17.01.2026 Die Theaterkritiker sind hin und weg von Sophokles' "Antigone" in Hölderlins Fassung, die Johan Simons am BE mit drei Schauspielern auf die Bühne gebracht hat: Die nachtkritik wagt kaum zu atmen. Das ist die höchste Kunst, ruft die FAZ. In der WamS legt uns Autor Burkhard Spinnen die Lektüre von Flauberts Farce "Bouvard und Pécuchet" ans Herz: Das ist die Prophezeiung unserer Medienrealität. Die Welt feiert Chloé Zhaos Shakespearefilm "Hamnet". Die NZZ porträtiert den deutsch-nigerianischen Musiker Adé Bantu, der wie selbstverständlich zwischen Afrobeats und Beethoven pendelt.

Bücherschau des Tages

Ein Element des Rätselhaften

17.01.2026 Die FAS streunt mit einem Autisten, der sich zum Herzenskünstler entwickelt, durch eine postsowjetische Stadtlandschaft, die der lettische Romancier Andris Kalnozols zeichnet. FAZ und NZZ lassen sich nach Paris entführen: Die FAZ mit Felix Philipp Ingold zu den russischen Emigranten der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, die NZZ mit Sebastian Smee zu den Impressionisten des 19. Jahrhunderts. Die FR empfiehlt als Mittel gegen Lethargie im Ukrainekrieg den Sammelband "Geteilter Horizont", weil er ihr den Kriegsalltag nahe bringt. Die SZ kämpft mit Kari Leibowitz' Ratgeber "Wintern" gegen den Winterblues. Die taz gruselt sich auf das angenehmste mit Josh Winnings Thriller "Verbrenn das Negativ" und taucht mit Maurice Crul und Frans Leslie ein in die Gesellschaft der Minderheiten europäischer Städte.

Montag, 19.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Vereinigung der Kämpfe

19.01.2026 Die FAZ zieht eine Bilanz des Schreckens im Iran: Ayatollah Khamenei setzte auch irakische Söldner ein, um die eigene Bevölkerung abzuschlachten. Die SZ wirft einen Blick auf die gespaltene Exil-Opposition des Iran. Die taz beschreibt das gefährliche Leben von Oppositionsführern in Afrika. Die Times of Israel porträtiert die  französische Journalistin Nora Bussigny, die undercover in der linksextremen Szene Frankreichs recherchierte. Die SZ bereitet sich mit den Polen auf Krieg vor.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die andere Seite menschlichen Hirnlebens

19.01.2026 Die Zeit ärgert sich über vereinfachte Literaturklassiker und Lehrämtler, die keine Lektüremotivation mitbringen. Deutschland-Kritik wird erst bei Rolf-Dieter Brinkmann schön, finden die Kritiker eines Brinkmann-Abends am Schauspiel-Köln. In Russland wird weiterhin Kunst gesammelt, aber vieles wird wegen der Zensur nicht ausgestellt, bringt die FAZ in Erfahrung. Cargo denkt über Filme nach, die die Rhetorik der Macht in Amerika offenlegen. Mahlers Achte, dirigiert von Kirill Petrenko, haut die Kritiker in der Berliner Philharmonie um. 

Bücherschau des Tages

Meister des Mäandernden

19.01.2026 Die FAZ ist mit Kai Grehns Hörspiel hautnah beim Prozess gegen Jeanne d'Arc dabei. Die FR lernt von Julian Barnes, wie man dem Tod mit einem Lächeln begegnet. Die taz ist schier überwältigt von Jens Harders Bilder-Geschichte des Universums. Die SZ lernt durch Tara Sullivans Jugendbuch "The Bitter Side of Sweet" die Arbeit auf einer Kakaoplantage an der Elfenbeinküste kennen. "Tax the rich!" ruft die Welt mit Gabriel Zucman. Dlf Kultur erfährt aus Owen Rees' "Eine unerzählte Geschichte der Antike" unter anderem, wie wenig Ovid sein Exil an der Schwarzmeerküste gefiel. 

Dienstag, 20.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Als träume sie in Tönen

20.01.2026 Die SZ porträtiert die achtzehnjährige Pianistin Alexandra Dovgan, die spielt, als sei Musik ihre Muttersprache. Die NZZ trauert um Valentino als einen, der Frauen in schillernde Luxusgeschöpfe verwandelte. Die FAZ wird in der Tate Britain Zeuge eines malerischen Wettstreits zwischen William Turner und John Constable. Der Tagesspiegel erfährt von Tetiana Holiakova, Leiterin des Kyiv Classic Ballets, welchen Preis die Zukunft hat. Die taz möchte vom Abriss bedrohte Kirchen retten.  

9punkt - Die Debattenrundschau

Von allen Seiten erschossen

20.01.2026 Die Zahlen werden immer grauenhafter: Dass die iranischen Geistlichen in den letzten Wochen mehr als 12.000 Menschen umgebracht haben, klingt inzwischen plausibel. taz und FAZ suchen nach Informationen. Der Schah muss differenzierter betrachtet werden, fordert der iranischstämmige Historiker Kijan Espahangizi in der NZZ. Die taz zieht die traurige Bilanz des ersten Jahres von Trump 2.0. Trump ist ein "Postfaschist", sagt der Zeithistoriker Sven Reichardt in der SZ.

Magazinrundschau

Auf den Knien kann man nicht leben

20.01.2026 Im New Yorker schildert der Dichter Armando Ledezma das Fegefeuer der Venezolaner. Aktualne erinnert an den tschechischen Fotografen und Guru František Drtikol. HVG und Elet Irodalom trauern um Bela Tarr. Die London Review rekapituliert den Werdegang Xi Jinpings, kennt aber wenigstens einen lebenden Staatsmann, dem sie noch weniger vertraut. In New Lines fragt sich der srilankische Journalist und Politik-Professor Shyam Tekwani, wie man über einen Bürgerkrieg schreiben kann. Der Dlf fragt sich, wie ein neuer Literaturkanon aussehen könnte. 

Bücherschau des Tages

Träume eines See-Elefanten

20.01.2026 Die FAZ bereitet sich mit Ferdinand Gehringer und Johannes Steger auf den militärischen Ernstfall in Deutschland vor. Mit dem Dramaturg Klaus Zehelein, der das Musiktheater umgekrempelt hat, erlebt sie "Unerhörte Augenblicke". Die SZ ruft mit Hermann Vinke die Jugend zum Kampf für die Demokratie auf. Die taz kann mit Patricia Thomas Comic Stimmen und Nöte aus dem "Jugendarrest" vernehmen. Dlf Kultur erfährt aus einem Kinderbuch von Nele Brönner und Michael Stavaric, dass Ameisen nur 1,1 Minuten am Stück schlafen und weiße Haie gar nicht.

Mittwoch, 21.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Gefühl eines endgültigen Scheiterns

21.01.2026 Die Truppen der Al-Sharaa Regierung haben inzwischen die größten Ölfelder Syriens zurückerobert, während die kurdischen Streitkräfte SDF mit dem Rücken zur Wand stehen, berichtet die FR. Die Waffen wollen sie dennoch nicht abgeben - aus Angst, es könnte ihnen wie den Alawiten oder Drusen ergehen, erklärt die taz. Viele Kurden, Drusen, Alawiten, Jesiden und Vertreter jüdischer Organisationen fühlen sich von der Bundesregierung im Stich gelassen, berichtet die FAZ. Und der SPD-Politiker Sercan Celik ruft bei den Ruhrbaronen: "Es ist politischer Verrat!", der Abschiebungsdeals vorbereiten soll. Der Historiker Daniel Immerwahr (Zeit) hört in den Drohungen Donald Trumps gegen Grönland das Todesröcheln der US-Hegemonie.

Efeu - Die Kulturrundschau

Theater ist eine Identifikationsmaschine

21.01.2026 Die Berlinale gibt die diesjährigen Wettbewerbsfilme bekannt. Unglamourös, aber dafür mit Anspruch wird es auf dem Festival zugehen, prophezeit der Filmdienst. Die taz fragt, ob das russische Staatsballett derzeit in Form einer Tarnorganisation durch Deutschland tourt. Alexander Schimmelbusch verteidigt in der Welt seine scharfe Kritik am Populismus Peter Handkes. In Herford erfreut sich die FAZ an Ingrid Wieners dem Alltäglichen verpflichteter Webekunst. Ein Tschaikowsky-Album von Daniil Trifonov bringt der NZZ die kindliche Seite des Komponisten näher.

Bücherschau des Tages

Der Klang des Kinyarwanda

21.01.2026 Die FAZ verkündet mit Scholastique Mukasonga im Ruanda der Dreißiger Jahre eine radikal weibliche Heilsvision. Die FR verfolgt gebannt, wie Mick Herrons neuer Krimi vom Nachbarschaftsdrama in eine düstere Geschichte über den Irakkrieg, Geheimdienst und Militär kippt. Die NZZ lernt Sigmund Freud in den Briefen, die er an seine Verlobte Martha Bernays schrieb, als eifersüchtigen Patriarchen kennen.  Dlf Kultur bescheinigt Pierre Michons Prosa in "Wintermythologien" eine unvergleichliche Wucht. 

Donnerstag, 22.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Gefäß, Auslöser, Ferment

22.01.2026 Die Entführung Nicolas Maduros war eindeutig ein Bruch des Völkerrechts, erklären die Völkerrechtler Helmut Philipp Aust und Heike Krieger in der FAZ, das sollten die Europäer im eigenen Interesse klarstellen. In Davos hat Donald Trump jetzt gnädig darauf verzichtet, Grönland mit Gewalt einzunehmen. Jetzt sollten die Grönländer ihre Unabhängigkeit vorantreiben, empfiehlt in der Welt der Politologe Michael Paul. In der NZZ erklärt Andrei Kolesnikow, wie Putin versucht, Realität durch Sprache zu kreieren: Repression heißt jetzt sanitäre Maßnahme. Die Zeit plädiert für Gratiszugang zu den Museen. In der taz erklärt eine alleinerziehende Mutter, warum sie nicht gern "bedürftig" genannt wird.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Gedicht als karstiger Fels

22.01.2026 Kaouther Ben Hanias Film "Die Stimme von Hind Rajab" über ein palästinensisches Mädchen, das bei einem israelischen Angriff stirbt, spaltet die Kritiker: Die FR ist überwältigt, die taz fragt, ob der emotionale Effekt hier nicht ausgeschlachtet wird. Monopol sieht sich in einer Berliner Ausstellung Georg Kolbes und Herbert Lists Männer-Darstellungen an, die von heiß bis eiskalt variieren. Die Welt empfiehlt Lyrik als Medizin gegen seelenlose KI-Texte. Georg Baselitz ist im SZ-Interview auch im hohen Alter noch auf Krawall gebürstet. 

Bücherschau des Tages

Lust am Widerspruch

22.01.2026 Die Zeit liest die von Gabriele Leupold meisterhaft übersetzten Erzählungen Andrej Platonows. Die SZ amüsiert sich prächtig, wenn Stefan Hertmans Gott und Teufel in einem Kunststudenten aufeinandertreffen lässt. Die taz bewundert, wie sich Jegana Dschabbarowa Körper und Sprache zurückerobert. Erschüttert liest die NZZ bei Son Lewandowski von Missbrauch im Leistungssport. Vorbildlich findet die FAZ, wie Klaus Rennert hinter die Kulissen der deutschen Justiz blickt. 

Freitag, 23.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Erst wirst du geknechtet, dann gestreichelt

23.01.2026 Die Oscar-Nominierungen sind bekannt gegeben: Die deutsche Oscarhoffnung, Mascha Schilinskis "In die Sonne schauen", ist nicht dabei. Die Konkurrenz war aber auch selten so stark, tröstet die SZ. Die NZZ lernt Paul Cezanne in Basel als ersten Action Painter kennen. Die FAZ fragt sich, ob die New Yorker Met aus Geldnot bald ihre beiden Chagalls verkaufen muss. VAN spürt die Kraft des Widerstands beim Festival "Liatoshynsky Space" in Kyjiw. Und Zeit Online schmerzen die Ohren beim Klang von "Bratschen auf Steroiden" im Berghain.

9punkt - Die Debattenrundschau

Abgesehen von Seltenen Erden

23.01.2026 "Wäre der Schah geblieben, hätten wir letztlich besser gelebt als unter Khomeini und Khamenei", sagt die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi im Figaro. In Deutschland wurde viel über den "autoritären Charakter" nachgedacht, aber leider nur mit Adorno, nicht mit Vaclav Havel, bedauert Marko Martin in einer in der SZ abgedruckten Rede. In Berlin ist für heute eine antiisraelische Konferenz geplant. Die SZ untersucht ein teils missratenes Programm der Berliner CDU zur Antisemitismusbekämpfung. Die NZZ beleuchtet rassistische Ausschreitungen in Marokko.

Bücherschau des Tages

Erwartet uns das nicht alle?

23.01.2026 Die FAZ begibt sich mit Niklas Bender auf die Spuren Sauls in der europäischen Literaturgeschichte. Außerdem staunt sie, wie einfühlsam sich die junge Autorin Lisa Ridzen dem Thema Alter nähert. Vergnügt sucht die FR mit Cesar Aira nach einem seltenen Hasen. Die taz füllt Wissenslücken über die Geschichte der Ukraine mit einem Comic-Band von Mariam Naiem. Und Dlf Kultur denkt mit Dagmar Herzog über den faschistischen Körper nach.

Samstag, 24.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Europa, Welt - hört her!

24.01.2026 In der FAS bestärkt die grönländisch-dänische Schriftstellerin Nauja Lynge Dänen und Grönländer, Einigkeit gegenüber Trump zu demonstrieren. In der FR glaubt der Soziologe Wolfgang Streeck hingegen, Dänemark werde den Amerikanern so etwas wie eine "De-facto-Souveränität" über Grönland zugestehen. Zeit Online befürchtet im Iran ein Zeitalter der "absoluten digitalen Isolation". Seit den 1880er-Jahren wurde der Antisemitismus zu einem dominierenden Faktor an den Universitäten, erinnert der Historiker Matthias Stickler in der Welt.  

Efeu - Die Kulturrundschau

Ideen von Weggehen

24.01.2026 Die FAZ plädiert für eine Revolution im Regie-Theater. Der Standard bewundert die subversive politische Seite in Elsa Kremsers und Levin Peters dokumentarischem Film "White Snails" über einen belarussischen Bestatter. Der Tagesspiegel ist fasziniert von den geheimnisvollen Jünglingen des Malers Otto Meyer-Amden, dessen Werke in Berlin zu sehen sind. Die nachtkritik erlebt in Hamburg in Yana Ross' Inszenierung "Die Möwe" eine gelungene Symbiose von Tschechow und Wolfgang Herrndorf.    

Bücherschau des Tages

Ein Kater namens Heidegger

24.01.2026 Die FR bewundert, wie sich der "Kosmopole" Artur Becker auch in seinen neuen Erzählungen mit Haut und Haaren seinen Sujets hingibt. Die FAZ empfiehlt Marie-Janine Calics Buch "Die Balkan-Odysee". Die taz jubelt über Viktor Martinowitschs "Das Gute siegt", einen großen Roman über Belarus nach der gescheiterten Revolution. Die Welt erfährt von David Hugendick, wie ihm das Stottern eine andere Weltsicht verschafft hat. Dlf schmökert in den geschliffenen Feuilleton-Texten von Adelheid Duvanel.

Montag, 26.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Art Macht-Theater

26.01.2026
Wieder ist in Minneapolis ein Demonstrant erschossen worden: Trumps ICE-Truppe ist keine Ordnungsmacht, sondern ein Faktor des Chaos, stellt die New York Times fest. Was in Minneapolis geschieht, ist nicht nur skandalös, sondern zutiefst "unamerikanisch", kommentiert die Welt. Im Iran sind wesentlich mehr Menschen getötet worden als bisher bekannt, berichtet Time unter Bezug auf iranische Quellen: Die Zahl geht in die Zehntausende. Eine Gruppe um Schirin Ebadi fordert in einem Aufruf internationale Unterstützung für die demonstrierenden Iraner. Morgen ist Holocaust-Gedenktag, in der FAZ erinnert die Historikerin Magdalena Saryusz-Wolska an den "Holocaust durch Kugeln". 

Efeu - Die Kulturrundschau

Sanft über die Bucht drapiert

26.01.2026 Die Kritiker geben sich in Mainz die Klinke in die Hand: Die Oper "Der Chronoplan" von Judith und Alfred Kerr wird nach mehr als neunzig Jahren uraufgeführt, die Meinungen sind gespalten. Die FAS fragt, wie man mit dem Werk des Wiener Aktionisten und Sexualstraftäters Otto Muehl umgehen sollte. Das Dach des neuen Fischmarkts in Sydney hat für die NZZ betörende Ähnlichkeit mit glitzernder Fischhaut. Der Filmemacher Wilfried Hauke staunt im Interview mit Filmdienst über Astrid Lindgrens Beobachtungsgabe. Der Tagesspiegel macht sich Gedanken über Mode als Propaganda-Mittel für Trumps Gefolgsleute.

Magazinrundschau

Eine unerfüllte Sehnsucht nach Zärtlichkeit

26.01.2026 Die New York Times hat Angst vor einem Bürgerkrieg in Amerika. In der New York Review of Books ist der Autor Joseph O'Neill überzeugt: Die Republikaner wollen eine eine Einparteienherrschaft errichten. Der Guardian besucht das syrische Aleppo, das im Bürgerkrieg seine traditionell multiethnische Stadtkultur verloren hat. New Lines wirft einen Blick auf die moderne Sklaverei in Nigeria. Eurozine stellt neue mexikanische Literatur vor.

Bücherschau des Tages

Vergänglichkeitskünstler

26.01.2026
Die FAZ findet Kristina Ohlssons Kinderthriller "Flammenrad" auch für Erwachsene zum Gruseln. Die SZ bricht mit Monika Dittombee die Tabus rund um die Kinder von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und alliierten Soldaten. Dlf schmökert in Tobias Schwartz' Romanen über die niedersächsische Kleinstadt Emlichheim, wo die Traumata von Schlesien-Vertriebenen weiterleben. Dlf Kultur ist berührt, wenn die türkische Journalistin Ece Temelkuran in ihrem Buch "Nation of strangers" von (politischem) Heimatverlust erzählt.  

Dienstag, 27.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Unheimlicher als gewöhnliche Gier

27.01.2026 Die taz erzählt die Geschichte der iranischen Revolutionsgarde: Ihr gehört der halbe Iran, sie könnte die Macht übernehmen - aber woher die religiöse Staffage nehmen? Niemand will heute noch Reformen des Regimes wie einst 2009, sagt der österreichisch-iranische Schriftsteller Amir Gudarzi  in der SZ. Intensiv wird auch über Minneapolis diskutiert: Selbst im Maga-Lager kommen die Polizeimorde nicht gut an, notieren  New York Times und FAZ. golem.de begibt sich mit Dario Amodei auf den Weg zur künstlichen Superintelligenz.

Efeu - Die Kulturrundschau

Undine kommt und sieht

27.01.2026 Die SZ stellt die jüdische Trans-Sängerin Ezra Furman vor, die sich vor ICE und Trump fürchtet. Die HBO-Serie "Heated Rivalry" über zwei homosexuelle Eishockeyspieler begeistert Zeit Online. Die FR erlebt in Agostino Steffanis Oper "Amor vien dal destino" in Frankfurt ein "Feuerwerk" frühbarocker Musik. Die Künstlerin Gabriele Stötzer erhält als erste Ostdeutsche den Goslarer Kaiserring und unterhält sich darüber mit der taz.

Bücherschau des Tages

Zauberspruch gegen das Vergessen

27.01.2026 Die NZZ feiert mit Dimitre Dinevs "Zeit der Mutigen" einen "finster-farbenfrohen Karneval" der europäischen Geschichte. Die taz blickt mit Anatoli Kusnezows "Babyn Jar" in einen der finstersten Abgründe des Zwanzigsten Jahrhunderts. Die FAZ empfiehlt Olga Ravns Roman "Wachskind", der auf eindrückliche Weise die Lebensweisheit von Frauen-Gemeinschaften einfängt, die der Hexenverfolgung zum Opfer fielen. Dlf findet in Mirna Funks Roman "Balagan" eine leidenschaftliche Erkundung jüdischer Identitäten, aber auch viel Polemik.  

Mittwoch, 28.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Wirklichkeit überdecken

28.01.2026 Die europäischen Staaten meinen es mit der Unterstützung der Ukraine nicht wirklich ernst, kritisiert der Politologe Jeremy Morris bei Zeit Online. FAZ und taz berichten, wie Putin die Winterkälte zur Kriegswaffe macht. Der Soziologe Aladin El Mafaalani beobachtet in der SZ mit Sorge die Bildung von "Misstrauensgemeinschaften", die Populisten nutzen. Die FR fordert, die Kurden endlich als legitimen politischen Akteur anzuerkennen. Der Holocaust sollte nicht auf die Geschichte der deutschen Täter reduziert werden, fordert der Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe in der FAZ. 

Efeu - Die Kulturrundschau

In listiger Schwebe

28.01.2026 Der Reggae-Schlagzeuger Sly Dunbar ist tot. Die SZ erinnert an seine lässige Eleganz, der taz werden bei der Erinnerung an Dunbars funky Doubledrumming die Knie weich. Ein niederländisches Architekturbüro denkt Asylbewerberunterkünfte neu, lernt die SZ. Die Welt freut sich angesichts von Aufführungen in Berlin und Straßburg über eine Korngold-Renaissance. Die taz schwelgt in den sinnlichen Bildern von Urška Djukićs Coming-of-Age-Films "Little Trouble Girls". KI Slob hat auch seine guten Seiten, meint die Presse.

Bücherschau des Tages

Totale Anti-Geschichten

28.01.2026 Die SZ ergründet mit Wolfram Lotz' "Träume in Europa" das kollektive Unbewusste eines ganzen Kontinents. Die FAZ stöbert in Morgane Llanques Geschichte der Vielfalt und findet interessante Anekdoten, aber auch angestaubte Thesen. Dlf Kultur lässt sich in Dorota Maslowskas "Im Paradies" in ein unterweltliches Warschau entführen. Dlf vertieft sich in "Nach der Nacht" in die Gespräche, die Joachim A. Lang und Thomas Weber mit Holocaust-Überlebenden geführt haben. 

Donnerstag, 29.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Rettung? Auf die lässt sich nicht hoffen

29.01.2026 Tell Review bewundert in Hamburg, wie sich die libanesische Malerin Huguette Caland immer wieder aus Zwängen befreite. taz und Perlentaucher haben nichts dagegen, wenn Sam Raimi in seinem neuen Film "Tanz der Teufel" hektoliterweise Körperflüssigkeit spritzen lässt, um zu zeigen, wie schlecht der Mensch ist. Die SZ reist mit Ragnar Axelsson durch die von Klimawandel und Großmächten bedrohte Arktis. Im Tagesspiegel überlegt der israelische Regisseur Noam Brusilovsky, was hinter dem Phänomen der "Fake Jews" stehen könnte. VAN beobachtet, wie an deutschen Orchestern Stellen durch die Hintertür abgebaut werden. Und Houellebecq singt jetzt auch, notiert die SZ.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Schiff ohne Kapitän

29.01.2026 Die Zeit stellt 29 Intellektuellen die Frage, ob Europa mit den USA brechen sollte. Der Historiker Karl Schlögel erklärt ebenfalls in der Zeit, warum Trump so interessiert an Grönland ist: Die Nord-Ost-Passage in der Arktis, die durch den Klimawandel freigelegt wird, ist die neue Seidenstraße. In der FAZ stellt der Historiker Bodo Mrozek die megalomanischen Geheimprojekte der US-Armee während des Kalten Krieges in Grönland vor. Minderheiten leben unter der neuen syrischen Regierung in ständiger Angst, erklärt Ahmad Mansour in der Welt.  

Bücherschau des Tages

Meteoriten sind auch nur Verirrte

29.01.2026 Die FAZ hört ungeniert letzten Therapiegesprächen von Joan Didion zu, bewundert die Körperlichkeit der Gedichte der bosnischen Schriftstellerin Selma Asotic und kann auch dem Klagelied der serbischen Dramatikerin Milena Markovic durchaus etwas abgewinnen. Die taz hätte es nicht gedacht: Aber Ully Arndt kann nicht nur Ottifanten zeichnen, sondern findet auch überzeugende Bilder für Heinz Strunks „Der goldene Handschuh“. Die FR lauscht den „Klängen einer kosmischen Orgel“ dank Weltraumgedichten von Alexander Schnickmann. Und Dlf Kultur denkt mit dem französischen Philosophen Vladimir Jankélévitch noch einmal über Nostalgie nach.

Freitag, 30.01.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Mindestens zweitausend originelle Einfälle

30.01.2026 Boualem Sansal wird in die Académie française aufgenommen - Kamel Daoud freut sich in Le Point. Zeit Online und NZZ erkennen in Bruce Springsteens Protestsong Teufelsaustreibung und Beginn einer neuen Widerstandsbewegung. Die FAZ lernt in Siegen, wieviel Einfluss Giorgio Morandi auch auf nachfolgende Künstlergenerationen hat. Und die nachtkritik sieht den leibhaftigen Robert Walser in Barbara Freys Wiener Adaption der Novelle "Der Spaziergang".

9punkt - Die Debattenrundschau

Gereinigt und gekippt

30.01.2026 In Syrien entsteht keine Demokratie, sondern ein Zustand institutioneller Leere, warnt in der NZZ der Schriftsteller Swar Malla Mahmoud. Endlich wird die iranische Revolutionsgarde von der EU als Terrororganisation eingestuft, freut sich die FAZ. Im Standard erklärt der Künstler Klemes Wihlidal, was er mit der Wiener Statue für Karl Lueger macht. Die Amerikanistin Heike Paul fragt sich in der FAZ, warum die dezidiert nicht woken Trump-Frauen oft aussehen wie Dragqueens. Und die SZ möchte nichts mehr von Kulturschaffenden hören.

Bücherschau des Tages

Mindestens fünfdimensional

30.01.2026 SZ und Dlf  haben nichts dagegen, wenn Elias Hirschl die Sprache abschafft - solange es nicht seine eigene ist. Verstört lauschen FAZ und Dlf Kultur, wenn Florian Klenk die Wiener Serienmörderin Elfriede Blauensteiner in einem Langgedicht von ihren Motiven erzählen lässt. Die FR betrinkt sich lieber mit Stefanie Sargnagel auf dem Wiener Opernball. Und der Dlf Kultur überlegt mit Res Sigusch, wie man als queerer Fitnesstrainer mit Rechten in Sachsen umgeht.

Samstag, 31.01.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Diese giftige, narzisstische Fernsehpolitik

31.01.2026 Timothy Snyder bleibt auch im FAS-Gespräch bei seinem Faschismus-Vergleich mit Blick auf Trump. Der  bringt Erkenntnisgewinn, beteuert er. Alle Zeitungen arbeiten das Trauma von Minneapolis weiter auf. In der taz erzählt Frauke Brosius-Gersdorf, wie sie die Debatte um ihre Person erlebte. Das Berliner Zeughaus wird renoviert, alles in allem so gut zehn Jahre lang, berichtet der RBB. Und dann ist da noch die Schauspielerin Sarah Maria Sander, die aus ihrem selbst geschriebenen Film rausgeschmissen wurde  - wegen ihrer proisraelischen Haltung, vermutet sie.

Efeu - Die Kulturrundschau

Kontinente aus Farbe

31.01.2026 Die Welt amüsiert sich königlich mit den Zarzuelas, einem spanischen Operettegenre, das Christof Loy gern inszeniert. Die FAZ bewundert im Genfer Musée Rath die Malerei von Aborgines-Künstlerinnen. Der FAZ wird der Apero schal beim Basler Kammermusikfestival Mizmorim, weil es den Nahostkonflikt ganz ausklammert. In der SZ plädiert die Schriftstellerin Eva Sichelschmidt für die Wiederentdeckung von Marie Luise Kaschnitz. Vor der Revolution war der Revolutionär, erkennt die Welt in der großen Cézanne-Ausstellung in der Fondation Beyeler.

Bücherschau des Tages

Körperteile und glitzerige Stoffe

31.01.2026 Sorj Chalandon erinnert mit seinem Roman "Herz in der Faust" an eine wirkliche grausame Geschichte - die Revolte in einem bretonischen Kinderheim, ein erschütterndes Buch, so die FAZ. Die taz liest neue Graphic Novels, darunter eine New-York-Trilogie nach Paul Auster. Außerdem lässt sie sich in einem Band von Jack Smith in das New York des Camp zurückversetzen. Der Deutschlandfunk sucht mit Daniel Gerlach nach Frieden im Nahen Osten.

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