Montag, 01.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
01.02.2021 Ungarn ist inzwischen so auto- und kleptokratisch durchstrukturiert, dass es egal ist, ob die Opposition auch mal eine Wahl gewinnt, meint Paul Lendvai in der taz. In der FAZ schildert Bülent Mumay den türkischen Impfdeal mit China: Die Türkei kriegt Impfstoff, China bekommt exilierte Uiguren. Vielleicht werden sie ja mit einem VW ins Lager chauffiert, fragt man sich nach Lektüre eines Welt-Artikels. Mit der Garnisonkirche wird auch ein Symbol der Unterdrückung Polens wiederaufgebaut, schreibt die Historikerin Agnieszka Pufelska in der FAZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.02.2021 Als Sensation feiert die FAZ die Übersetzung von Roger Martin du Gards Romanfragment "Maumort und die Nazis", das bereits 1937 sehr luzide drei Typen von Nazis ausmachte, darunter als gefährlichsten: den gebildeten Schöngeist aus dem deutschen Pfarrhaus. Die FAZ genießt auch den frischen Wind, der selbst in Pandemiezeiten durch den Madrider Prado weht. Die Welt besucht in Beirut ein Lazarett der Kunst. Die Nachtkritik erkundet mit dem Theater Krefeld-Mönchengladbach Kunst und Mythos von Joseph Beuys. Der Freitag erinnert an die kompromisslose Kunst des sanften Filmemachers Sohrab Shahid Saless.
Medienticker
01.02.2021 Leipziger Buchmesse & die Literaturszene verliert ihre Foren - In der deutschen Wirtschaft wird Kauderwelsch gesprochen - Gezeichnete Biografien als Erfolgsrezept - Harald Martensteins "Wut" oder Prügelattacken aus dem Nichts - Schatzsuche: Crime-Neuerscheinungen - Gender*Sternchen: Ein Typograf & ein Sprachwissenschaftler diskutieren + Können wir aus der Pest für Corona lernen?
Bücherschau des Tages
01.02.2021 Die FR erliegt dem Charme von John Boynes literarischem Hochstapler "Maurice Swift". Die taz feiert mit Camila Sosa Villada das Leben als Transfrau "Im Park der prächtigen Schwestern". Der DlfKultur lobt Adam Przeworskis Essays zur "Krisen der Demokratie". Die SZ erhebt Einwände gegen Volker Reinhardts Pest-Geschichte "Die Macht der Seuche". Die FAZ stellt neue Krimis vor, darunter Ted Lewis' bösen London-Noir "Schwere Körperverletzung" und Julia Philips' Roman "Das Verschwinden der Erde" über das Leben in Kamtschatka.
Dienstag, 02.02.2021
Magazinrundschau
02.02.2021 Der Rolling Stone erzählt am Beispiel eines Highways, wie viel und wie wenig gleichzeitig die USA mit ihrem Krieg in Afghanistan erreicht haben. Im New Statesman erklärt John Gray, warum eine Welt ohne Unglück und Zwietracht nur eine Dystopie sein kann. Die New York Review of Books würdigt die japanische Fotografie. Die Stadtstaaten am Golf sind heute noch echte Sklavengesellschaften, meint Aeon mit Blick auf die Wanderarbeiter dort. A2larm erinnert an die Pockenepidemie in Polen 1963. Die Äthiopier sollten einen kritischen Blick auf die Geschichte ihres Landes werfen, wünscht sich in der London Review die äthiopisch-amerikanische Schriftstellerin Maaza Mengiste.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.02.2021 Zeit online macht klar, wie groß das deutsche Interesse ist, dass auch in Afrika geimpft wird. Was Europa angeht, da ist Geert Mak in der SZ recht optimistisch: "Modernisierung Südeuropas, gemeinsame Umweltpolitik, da passiert viel." Parteistiftungen sind in Deutschland sehr reich, demnächst auch die Erasmus-Stiftung der AfD: Meron Mendel möchte in der taz nur ihr das Geld wegnehmen. Die Generäle in Myanmar würden nicht putschen, wenn China nicht dafür wäre, meint Foreign Policy.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.02.2021 Die Filmkritiker fragen sich, in welchen Resonanzraum die zweigeteilte Berlinale hineinwirken kann, wenn der Wettbewerb allein für Filmhändler und Journalisten stattfindet. Mit den Kunstdokumentationen der Plattform art21 verfällt die Welt dem Bingewatching. Die FAZ nickt zum Zornesausbruch der Regisseurin Carmen Aguirres gegen die "beschämende Zeit der großen Säuberung" im kanadischen Theater. Die NZZ bereitet uns aufs Leben in kleinen Wohnung vor. Die taz erkennt, dass auch das Kopftuch in der Mode nur Thema sein kann, nicht Vorschrift.
Medienticker
02.02.2021 Bücher gegen Corona: Gedichte, Fotos, Bibliophiles, Zitrusfrüchte & die Welt - Bildungsbürger, dead or alive? Welchen Rang hat kulturelles Wissen heute?" - Lob der Sprache in Zeiten diskursiver Turbulenzen - Warum hat Europa keine großen Tech-Konzerne? + Die letzte Instanz oder Quatsch mit Sauce.
Bücherschau des Tages
02.02.2021 Ganz betört ist die SZ von T.C. Boyles neuem Roman "Sprich mit mir", der von der Liebe zwischen Aimee und dem Schimpansen Sam erzählt. Die FAZ liest spektisch Brigitte Studers Geschichte der Komintern "Reisende der Weltrevolution". Der Dlf weiß zu schätzen, wie unauferegt und feinfühlig Gerd Braune von den "Indigenen Völker in Kanada" erzählt. Von Ludwig Hirschfeld lernt er, wie man sich in "Wien" beim Kaffee von den Deutschen abhebt. Und die NZZ verfolgt bei Jan Assmann, wie Beethoven mit der "Missa solemnis" Kult zur Kultur erhob.
Mittwoch, 03.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
03.02.2021 Alexei Nawalny ist zu drei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Zeit online fragt, ob er nun zu einem Symbol wie einst Nelson Mandela werde. Ebenfalls auf Zeit online erklärt ein russischer Lehrer, warum er für Nawalny demonstriert. Das Online-Portal Meduza bringt Nawalnys Statement beim Prozess auf Englisch. Julia Reda antwortet bei Netzpolitik auf Mathias Döpfner, für den die Demokratie am Ende ist, falls er nicht allein trackingbasierte Werbung machen darf. Die Überwachung der AfD durch den Verfassungsschutz wäre ein Desaster für die Partei, meint der Rechtsextremismus-Experte Alexander Häusler in der taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.02.2021 Werden in Deutschland Einfamilienhäuser jetzt verboten, fragt die FAZ. Und wäre das schlimm? Außerdem huldigt sie den ÜbersetzerInnen der indischen Sprachenvielfalt. Die FR zürnt gegen die Aktionsgemeinschaft, die das Schauspielhaus Frankfurt im Gründerzeitstil wiederaufbauen will. Wie ein Krankenhochhaus in der Kleinstadt erscheinen der SZ die Räume, die Gregor Schneider eröffnet. Der Tagesspiegel findet es richtig, dass Disney jetzt seine Trickfilmklassiker mit Warnhinweisen versieht. Hyperallergic meldet, dass einer Studie des Louvre zufolge zumindest Teile des "Salvator Mundi" eindeutig "nicht Leonardo" sind.
Medienticker
03.02.2021 Aktualisiert: T.C. Boyle Im Gespräch: Wenn ein Schimpanse zum Roman-Helden wird - Lesungen als Streams - Jeff Bezos Abgang von Amazons Konzernspitze nach 27 Jahren - Social Media: Weltbild startet digitalen Leseclub - Buchtüten: Vom Verbrauchsmaterial zum Kulturgut - Drei Minuten für die Kultur oder Zeig mir dein Bücherregal & ich sage dir, wer du bist - Wissenschaft ist eine Meinung, die muss jeder sagen dürfen ... + Buchcharts: Aktuelle Bestsellerlisten.
Bücherschau des Tages
03.02.2021 Dlf Kultur sagt mit einem kleinen Mädchen leise Servus zu einem liebgewonnenen mürrischen Wal im Garten. Die FR geht mit dem klugen Helon Habila auf Reisen und lernt, dass man auch als Afrikaner sehr privilegiert sein kann. Die FAZ lässt sich von Ulrich Pfisterer in die Kunstgeschichte einführen. Die NZZ genießt alle 912 Seiten von Alex Ross' "Die Welt nach Wagner".
Donnerstag, 04.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
04.02.2021 Putin mag im Fall Nawalny den Richter und den (dilettantischen) Henker gespielt haben, ermöglicht wird sein Regime durch Deutschland, schreibt Garri Kasparow bei CNN. Ein neues Netzwerk für Wissenschaftsfreiheit will sich gegen Konformitätsdruck in den Unis stellen - die Zeitungen reagieren unterschiedlich. Die SZ freut sich über die Verknappung von Zitatobergrenzen im neuen Urheberrechtsentwurf der Bundesregierung. Erben ist ungerecht, sagt der Soziologe Jens Beckert in der Zeit.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.02.2021 Die taz blickt auf die fortschreitenden Repressionen gegen den Literaturbetrieb in Belarus. Die NZZ wirft Amanda Gorman, vor allem aber der jubelnden Literaturkritik, Allmachtsfantasien und mangelnde Reflexion vor. Die FAZ lässt sich beim Sundance-Festival von Rebecca Halls Schwarzweißfilm "Passing" vom Manhattan der Zwanziger blenden. Die Welt schaut nach dem Abgang von Peter Spuhler beim Badischen Staatstheater Karlsruhe auf die "Trümmer der Humansubstanz". Die Zeit fordert einen Anführer, der mit freien SchauspielerInnen in den Lobbyisten-Krieg zieht. Und der Standard lässt sich von Celeste niederbügeln.
Medienticker
04.02.2021 Aktualisiert: Branchen-Monitor Buch: Jahresstart mit großen Hindernissen - Regulierung von Youtube & Co - Ad-hoc-Empfehlung: Ethikrat gegen Lockerungen für Geimpfte - Immer mächtiger: Wie Netflix den Geschmack kontrolliert - Urheberrechtsreform: Bundesregierung billigt Upload-Filter & Sperrknopf - Bezos Teil-Rückzug oder startet - Amazon in eine neue Ära? - Kinderbücher: Krisengewinner im Lockdown - Queere Literatur & der Literaturbetrieb - Reuters Studie 2021: Medienmanager & Journalisten weltweit zuversichtlich - Das "Wir" im Erzählen: Lagerfeuer-Stimmung & wer gehört dazu? + Aktion Neustart Kultur ist gerade noch einmal verlängert worden ...
Bücherschau des Tages
04.02.2021 Dlf Kultur liest Ahmad Danny Ramadans Roman "Die Wäscheleinen-Schaukel" über die Verfolgung Homosexueller in Syrien. Die SZ zieht Nutzen aus der Lektüre von Patrick Eiden-Offes Versuch, täglich eine Stunde Hegels "Logik" zu lesen. Die Zeit lässt sich von Samantha Harveys Roman "Westwind" ins Mittelalter beamen. Die FAZ amüsiert sich mit einem Glas Rotwein und Pierre Lemaitres Roman "Spiegel unseres Schmerzes" mit einem bunten Völkchen im Paris des Jahres 1940.
Freitag, 05.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
05.02.2021 "Dieses Wort ist voller Blut": In der Welt erklärt der Rom-Aktivist Gianni Jovanovic, warum das Wort "Zigeuner" eine Stigmatisierung und Machtkonstruktion ist. Nun kommt die Urheberrechtsreform tatsächlich: Uploadfilter, die auf keine Fall kommen sollten, kommen doch. Und auf sozialen Plattformen darf man kein Tweet mehr ganz zitieren, notieren taz und Netzpolitik. Das Urteil des Supreme Court in den USA zum Welfenschatz - zuständig sind zunächst mal deutsche Gerichte - wird als wegweisend kommentiert.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.02.2021 Die taz bewundert zeitgenössische indische Kunst in Mumbai. Die NZZ beklagt den rasenden Stillstand heutiger Literaturstreits. Der Freitag blickt unbehaglich auf die neue autofiktionale Literatur: Wie soll man da noch zubeißen können, wenn der Autor vielleicht wirklich schlimmes durchlebt hat? In Moskau wird Kirill Serebrennikow gezwungen, sein Theater aufzugeben. Im SZ Magazin outen sich 185 Schauspieler*innen und erklären ihr Unbehagen an starren Mann-Frau-Klischees.
Medienticker
05.02.2021 Aktualisiert: Gespräch mit Thea Dorn über ihren neun Roman "Trost. Briefe an Max" - Netzwerk Wissenschaftsfreiheit. Gegen "Cancel Culture" an Unis - Kleine Literatur: Podcasts mit Kinder- und Jugendliteratur - Die Krimibesten im Februar - Digitalisierung in der Schule - Theater-Gespräche: Neue Dramatik in zwölf Positionen - Medienstreit zwischen Großbritannien und China entbrannt - Als das Leben leise wurde: Axel Hackes kurze Zwischenbilanz im Corona-Winter + Wochenend-TV+Hörfunk-Tipps
Bücherschau des Tages
05.02.2021 Die FAZ genießt eine "quellenkritische Delikatesse" mit Volker Reinhardts Geschichte der Pest. Der Dlf Kultur chillt mit chinesischen Matriarchinnen bei der Feldarbeit und hangelt sich gespannt von Punkt zu Pixel mit Tim Ingolds kurzer Geschichte der Linien. Die taz empfiehlt die Gedichte von Semra Ertan, die 1982 aus Protest gegen Rassismus Selbstmord beging. Und der Dlf staunt, wie gut Wittgenstein und Blade Runner bei Raphaela Edelbauer zusammengehen.
Samstag, 06.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
06.02.2021 Im Guardian behauptet Brian Eno, dass er wegen der BDS-Resolution des Bundestags nicht mehr in Deutschland auftreten könne: Hier herrsche ein Klima des Maccarthyismus. Im Spectator fragt Nick Cohen mit David Baddiel: Warum zählen Juden nicht für Antirassisten? Durch die Corona-Pandemie verschärft sich die Lage für Mädchen in Ländern, wo Genitalverstümmelung praktiziert wird, berichtet die taz. Im Spiegel fordert die Virologin Melanie Brinkmann einen noch schärferen Lockdown, während Otfried Höffe in der Welt die Schüchternheit der Parlamente kritisiert.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.02.2021 Die taz würde gern mal über den Kulturbegriff des WDR diskutieren, der die Rezension durch den Buchtipp ersetzen will. Die chinesischen Behörden haben das für seine Untertitelung ausländischer Filme bekannte Online-Filmportal Renren Yingshi hochgenommen, berichtet die FAZ. Die NZZ erinnert an die revolutionären Schriften des Musiksoziologen Paul Bekker. Hyperallergic erliegt dem Spiel von Farbe und Licht des abstrakten Künstlers John Mendelsohn. Die FAZ fragt mit Salvatore Sciarrinos neuer Oper "Der Gesang wird traurig, warum?" Die taz gratuliert Thomas Bernhard schon mal zum Neunzigsten. Die Filmkritiker trauern um Christopher Plummer.
Bücherschau des Tages
06.02.2021 Die Welt begibt sich mit Dolly Aldertons Pageturner "Gespenster" in die Welt der Dating Apps. Die FR bewundert wie zart, knapp und unrasant Peter Fabjan über "Ein Leben an der Seite von Thomas Bernhard" schreibt. Dlf Kultur reist mit der Reporterin Barbara Demick zu "Buddhas vergessenen Kindern" in der tibetischen Stadt Ngaba. Die FAZ liest sich ohne eine Spur von Langeweile durch Blake Gopniks gut tausendseitige Warhol-Biografie. Die SZ empfiehlt Alexander Osangs literarisches Sachbuch "Fast hell".
Montag, 08.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
08.02.2021 In der FR fordert die Historikerin Dorothee Linneman Denkmäler für die Heldinnen der Frauenbewegung. Die SZ erzählt, wie EU-Mitglied Luxemburg zum zweitreichsten Land der Welt wurde. Die NZZ wirft einen kritschen Blick auf die Bundeszentrale für politische Bildung, die ihre Stellenzahl und ihr Budget in einigen Jahren verdoppelte. Die taz erzählt, wie sich Holocaustforscher in Polen gegen Angriffe von rechts wehren müssen. In der NZZ fragt Ulrike Ackermann: Wo sind die Intellektuellen der Mitte?
Efeu - Die Kulturrundschau
08.02.2021 Nach einem "Heldenplatz" in Salzburg feiert die Nachtkritik vor allem August Zirners Widerstand gegen den schlampigen Sprechnaturalismus. Der Guardian besingt die Poesie, zu der Charles Gaines Mathematik und die Schönheit der Bäume vereint. Der Standard weiß, dass sich auch Lyrik gut verkauft, wenn sie vorher bei Instagram durch die Decke gegangen ist. Die Welt bereitet uns mit Guan Hus "The 800" auf das kommende Blockbuster-Genre chinesischer Kriegsfilme vor.
Medienticker
08.02.2021 Erkenntniskritiker Hans Albert zum 100. - Türkei: - Osman Kavala erneut angeklagt & Nachruf auf den libanesischen Verleger & Publizisten Lokman Slim - Gesellschaftsvisionen: Eine Anyalyse von Slavoj Žižek - Die Corona-Krise sorgt für viele Geschäftsschließungen: Wie sieht die Zukunft der Innenstädte aus? - Literatur leben: Kultur & Literatur im französischem Fernsehen im Vergleich zum deutschen TV - Vintage-Bibliotheken: Bücher als Hintergrundschmuck + 20 Jahre: Wir & Wikipedia.
Bücherschau des Tages
08.02.2021 Kein bloßes Traktat gegen Gender-Wahn sieht der DlfKultur in Christoph Türckes Essay "Natur und Gender", sondern eine Geschichte abendländischer Versuche, sich der Natur zu entledigen. Die FAZ lernt von Katrin Unterreiner, wie die Habsburgermonarchie seit Maria Theresia zwischen Staats- und Privatvermögen zu unterscheiden wussten. Die SZ blickt mit Jörg Armbruster und Franz Maget auf den Arabischen Frühling zurück.. Spannend und verstörend findet die taz Darcy van Poelgeests Comic "Little Bird", der die Apokalypse eines Christofaschismus heraufbeschwört.
Dienstag, 09.02.2021
Magazinrundschau
09.02.2021 Alternative Wahrheiten? Das klingt sehr nach den Wissenschaften, meint der tschechische Soziologe Zdeněk Konopásek in Novinky. Belarus heute, das ist wie Prag 1968, meint Viktor Martinowitsch in Eurozine. Klimaschutz aus Eigennutz - warum nicht, meint das New York Magazine. Elet es Irodalom betrachtet das Denkmal der Mörder, das nicht zwischen Tätern und Opfern des Holocaust unterscheiden will. Trauma statt Transgression ist der neue Trend der Kunst, behauptet Liberties.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.02.2021 Die FAZ porträtiert den Lehrer Didier Lemaire aus Trappes, der unter Polizeischutz steht, seit er vor Islamismus in den Banlieues warnte - und wir zitieren aus seinem offenen Brief im Nouvel Obs. In der NZZ fragt Zsuzsa Breier, ob 2021 für Wladimir Putin zu 1989 werden könnte. Der Guardian fragt, wozu die britischen Parlamentarier "Queen's Consent" brauchen. Und warum gleich bei tausend Gesetzen? In der SZ erklärt Thomas Brussig, warum er jetzt für eine Diktatur ist. Bei Persuasion geißelt John McWhorter den "Neorassismus" der Antirassisten.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.02.2021 Die FR steigert in der Frankfurter Schirn noch ein bisschen ihre Sehnsucht nach Weite, Wildnis und Überwältigung mit der kanadischen Group of Seven. Die Nachtkritik nimmt mit Clemens J. Setz an den Münchner Kammerspielen Kontakt zu den Anrufern von Microsoft auf. In der taz bekennt Bernardine Evaristo einen gewissen Willen zur Macht. Die FAZ macht auf dem Filmfestival Rotterdam einen neuen Hang zum Exotismus aus. Und die NZZ feiert eine neue Konjunktur des Souls.
Medienticker
09.02.2021 Der PEN in Nicaragua muss seine Arbeit einstellen - Urheberrechtsreform: Buchautoren verdienen weniger, Blogger & Self-Publisher subventionieren Verlage - Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der Stolz Frankreichs - Plattform für Open-Access-Finanzierungsmodelle - Lyrik auf Instagram & Lockdown-Ende ist unsicher - Der Flow entscheidet wie Schüler zu Lesern weerden - In memoriam Thomas Bernhard zum 90.
Bücherschau des Tages
09.02.2021 Die FAZ frohlockt über Ulrike Sterblichs Roman "The German Girl", in dem sich die New Yorker Schickeria der Roaring Sixties mit deutschen Drogen vollpumpte. In der FAZ begrüßt auch Lars Henrik Gass Bert Rebhandls Biografie des Kinorevolutionärs Jean-Luc Godard. Die SZ erkennt mit Thomas Biebricher im Neoliberalismus eine politische Theorie. Und der DlfKultur stößt in Thea Dorns Roman "Trost" vor allem Wut.
Mittwoch, 10.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
10.02.2021 Eins kann man aus der Geschichte der Pest lernen, informiert der Historiker Volker Reinhardt in der FR: Besser werden die Menschen durch eine Pandemie nicht. Und die EU-Kommission auch nicht, hat die FAZ recherchiert. Das häufig als schlimm kritisierte Internet hat manchmal auch gute Seiten, notiert die SZ, zum Beispiel Clubhouse in China. Ist aber schon wieder verboten. Die New York Times amüsiert sich über die Franzosen, die sich gegen Social-Justice-Theorien aus Amerika wehren. "In Belarus ist es das ganze Land, das aufsteht", betont der Autor Sascha Filipenko in der taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.02.2021 In der FAZ schreibt Volker Schlöndorff zum Tod des Drehbuchautors Jean-Claude Carrière, der dem französischen Film Anarchie und Surrealismus verlieh. Aber die Filmkritiker liegen auch Helena Zengel zu Füßen, die im Western "Neues aus der Welt" Tom Hanks an die Wand spielt. taz und Tagesspiegel begrüßen die Auswahl zum Berliner Theatreffen, das jetzt nur noch stattfinden muss. Die NZZ stemmt sich gegen den schönen, aber unökologischen Trend zum begrünten Hochhaus. Dezeen hält dagegen Francis Kérés demokratischen Palaverbaum.
Medienticker
10.02.2021 Aktualisiert: Jimmy Lai: Der furchtlose Verleger Hogonkons - Jan-Philipp Sendker über die gefährliche Lage der Intellektuellen in Myanmar - Als Mubarak stürzte: Alaa Al Aswani über den (falschen) Traum vom neuen Ägypten - Comic, Kitsch, Kunst: Benedikt Taschens Verlagsgeschichte - Raphaela Edelbauer über ihren Roman "Dave" über künstliches Bewusstsein - #ActOut: In den Fernsehanstalten wird zu wenig gewagt + Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten
Bücherschau des Tages
10.02.2021 Die SZ spürt in Ursula Schulz-Dornburgs Fotografien aus dem "Archivo General de Indias" dem Anfang der Globalisierung nach. Die FR geht mit Ottessa Moshfegh auf Mörderjagd. Der Dlf liest Harald Martensteins Roman "Wut" über einen misshandelten
Jungen autobiografisch. Dlf Kultur begleitet Torsten Schäfer auf seinen
"Wasserpfaden" entlang des Flüsschens Modau im Hessischen. Die FAZ lernt von Anne Waak, welche Alternativen es für die klassische Kernfamilie gibt.
Donnerstag, 11.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
11.02.2021 Die Zeit hat ein großes Dossier zur internationalen Vernetzung militanter bis terroristischer Rechtsextremisten zusammengestellt. Die Welt erzählt, wie sich Privatmedien in Polen gegen die Gängelung der rechtspopulistischer Regierung wenden. Bülent Mumay fragt in der FAZ ob der nationalistische Autokrat Erdogan Studierende zusammenprügelt, um von der Wirtschaftskrise abzulenken. Richard Herzinger fragt in seinem Blog, warum ein Pate des Rechtsextremismus ausgerechnet von Frank-Walter Steinmeier hofiert wird - und ausgerechnet mit Verweis auf die deutsche Vergangenheit. Und das alles für Nord Stream 2.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.02.2021 Muss man für einen Essayfilm auch mit amtierenden Schwerverbrechern sprechen, fragt die taz anlässlich von Andreas Hoesslis "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution". Der Standard erliegt im Museum Gugging einem Pfau mit verführerisch-menschlichen Beinen. NZZ und SZ sind überrascht, wie unkreativ Computer beim Literatur-Schreiben mit Daniel Kehlmann sind. Auch die Pariser Oper will diverser werden, berichtet die FAZ.
Medienticker
11.02.2021 In Belarus ist die Meinungsfreiheit in Gefahr - Türkei: Erdogan lässt Bücher in der Türkei verbieten - Österreich: Nach Lockdown ziehen Buchhandels-Umsätze wieder an - Daniel Kehlmann testet KI "Mein Algorithmus und ich" - Interview mit Ex-Berlinalechef Dieter Kosslick, der eine Autobiografie geschrieben hat + Sergio Mendes, der Mann, der den Bossa Nova weltbekannt machte wird 80.
Bücherschau des Tages
11.02.2021 Differenziert und sehr vergnüglich geschrieben findet die Zeit Mithu M. Sanyals Roman "Identitti" über den Skandal, den eine Hochschulprofessorin auslöst, die sich fälschlicherweise als Inderin ausgibt. NZZ und SZ lassen sich von Daniel Kehlmann die Grenzen der KI erklären. Die FR taucht mit Monika Helfer in das Leben von "Vati" ein. Die FAZ empfiehlt die Gedichte der polnischen Lyrikerin Marzanna Kielar.
Freitag, 12.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
12.02.2021 Die SZ recherchiert zu den Zuständen des Staatssenders Deutsche Welle, der nicht zur Ruhe kommt. Im Van Magazin sieht der russische Komponist Vladimir Rannev keinen Ausweg aus dem "Prozess der Barbarisierung" in Russland. Die taz macht sich Sorgen über Emmanuel Macrons neue Gesetze zur Stärkung des Laizismus. In der FAZ spricht Alain Finkielkraut über den Fall Olivier Duhamel und die französischen Medien.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.02.2021 Über wandelnde Geschlechterverhältnisse dachten FotografInnen schon in der Zwischenkriegszeit nach, lernt der Standard in einer Wiener Ausstellung. Die taz hört mit Tacita Deans Radioprojekt "Berlin Project" eine Schöpfungsgeschichte aus dem Geist des Äthers. In der SZ plant Simon Rattle ein Reset seines Lebens mit der Bahn. Die FAZ ärgert sich über die Aufteilung der Berlinale, die dem Bedürfnis der Branche nach marktwertsteigernden Auszeichnungen geschuldet sei. Die nachtkritik tastet sich mit Krzysztof Garbaczewski durch Goethes "Faust II". Und: Der Jazzmusiker Chick Corea ist gestorben. Der Standard bringt einen ersten Nachruf.
Medienticker
12.02.2021 Aktualisiert: Podcast-Reihe "Buchbesuch": Zwiegespräche zwischen Küche & Wohnzimmer - Alles in Goethes Hand: Jochen Hörisch & seine Kulturgeschichte über Hände - Uni live: Das Online-Studium wird völlig unterschätzt - Alles queer, alles gut?- R.I.P. Chick Corea (1941-2021), das virtuose Chamäleon verkörperte die "Idee des Jazz" + Wochenend-TV+Hörfunk-Tipps
Bücherschau des Tages
12.02.2021 Die SZ beschwört mit Marina Zwetajewa den Zauber der Dichtung im "Lichtregen", nimmt mit Hengameh Yaghoobifarah in einem "literarischen Zimmer" Platz, in dem gar nicht so viel gepöbelt wird und empfiehlt neue Kinderbücher. Die FAZ packt das Clavichord auf den Schlitten und sucht mit Sophy Roberts "Sibriens vergessene Klaviere". Die FR lässt mit Simon Urbans Schelmenroman über einen einsamen Rächer die Muskeln spielen. Und Dlf Kultur leiht sich Werkzeuge von Tieren.
Samstag, 13.02.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
13.02.2021 Die klassische Literaturkritik schwindet, bedauern ZeitOnline und Freitag und machen sich auf die Suche nach neuen Räumen. Der Guardian entdeckt die Ziegenhaftigkeit der Liebe in jenen Werken von Robert Rauschenberg, in denen er seine Affären mit Cy Twombly und Jasper Johns verarbeitete. Schon in den Fünfzigern begann das Kinosterben, diagnostiziert der Filmdienst. Und die Musikkritiker trauern um Chick Corea, den Giganten auf den Flügeln des zwanzigsten Jahrhunderts.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.02.2021 Ein Jahr nach den Morden von Hanau untersucht Klaus Theweleit in der taz den Tätertypus des panischen Soldatenkillers. Woke ist nicht links, meint Bernd Stegemann in der Welt, sondern moralisch-regressiv, also reaktionär. In der SZ bescheint Nele Pollatschek denjenigen ein Empathie-Problem, die den vorrangigen Impfschutz für Männer kategorisch ablehnen. Ebenfalls in der SZ stemmt sich Durs Grünbein gegen den Revisionismus, der seit dem 13. Februar 1990 die Bombardierung Dresdens vereinnahmt. Die FAZ beobachtet staunend die Zerknirschung der Cinque Stelle. Und die NZZ plädiert für mehr Karneval.
Bücherschau des Tages
13.02.2021 Ganz schwindlig wird dem DlfKultur beim Lesen von Mithu M. Sanyals schrillen Selbstermächtigungsroman "Identitti". Vergnügt lesen FAZ und SZ Bernardine Evaristos "Mädchen, Frau etc.", aber Achtung: Der Roman ist nicht woke. Liebend gern überlässt sich die SZ auch mit Felicitas Hoppes dem "Fieber 17". Die Welt feiert Norbert Gstrein tiefgründigen Roman "Der zweite Jakob". Hengameh Yaghoobifarahs Antira-Roman "Ministerium der Träume" verortete sie dagegen zwischen Ansage und Akademismus.
Montag, 15.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
15.02.2021 Wie wär's wenn die Deutschen mal mit dem Schreiben von Dissertationen, diesem "Stumpfsinn für Fortgeschrittene", aufhören würden, fragt die SZ. In der FAZ sucht Ralf Fücks nach den Gründen für die Russland-Liebe der Deutschen. In der taz verteidigt die SPD-Abgeordnete Maja Lasić das Berliner Neutralitätsgesetz. Der Spiegel liest neue Bücher zu Postkolonialismus und Mbembe-Debatte.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.02.2021 taz und Nachtkritik jubeln über Claudia Bauers wild-grotesk-intellektuellen Mythen-Mashup nach Ovids "Metamorphosen" an der Berliner Volksbühne. Die SZ würde dem Ballett nicht nur gern die Stereotypen austreiben, sondern auch das spätabsolutistische Elitengehabe. In der NZZ beschwört der makedonische Schriftsteller Nikola Madzirov Stille und Dunkelheit des Gedichts. Artechock kann dem Ende der Februar-Berlinale nur Gutes abgewinnen. Der Freitag lauscht berührt Michaela Meises Hanauer Version von Refik Başarans Totenklage "Cemalim".
Medienticker
15.02.2021 Gespenstische Rosenmontags-Umzüge - Polen: Propaganda statt Pressefreiheit & Meinungsfreiheit in Indien: Twitter und indische Regierung ringen um Kontensperren - Diversität in den Medien oder Vielfalt fängt im Kopf an - Kulturwissenschaft: Literatur reproduziert antijüdische Stereotype + Flanieren in Zeiten der Pandemie.
Bücherschau des Tages
15.02.2021 Völlig überwältigt ist die taz von Thomas Kunsts in jeder Hinsricht radikalem Roman "Zandschower Klinken". Als tollen Essay über Pop als Kunst und Ware feiert die SZ Chilly Gonzalez' Buch über "Enya". Erschüttert oder begeistert ist sie auch von Norbert Gstreins Roman "Der zweite Jakob". Die FR bangt mit einem Edinburgher Outcast in Doug Johnsons "Der Bruch". Der DlfKultur liest mit Interesse Per Molanders Schrift "Condorcets Irrtum". Und die FAZ blickt mit dem Ökologen Karsten Reise ganz neu auf die Küstenlandschaft.
Dienstag, 16.02.2021
Magazinrundschau
16.02.2021 Die Hongkong Review lässt sich modisch von Mosambik beeinflussen. Die New York Times spürt dem kulturellen Einfluss Japans auf Frankreich nach. Africa is a Country erinnert sich wehmütig an die Hindi-Kinos im Ostafrika der 70er. The Internationalist fragt: Wer ist schwarz? New Frame blickt verstört auf den Fremdenhass in Südafrika. Die London Review erinnert an den Algerienkrieg.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.02.2021 Die Deutschen haben schockierend viele Waffen, und viele davon liegen in den Schränken von Rechtsextremisten, konstatiert die taz ein Jahr nach dem Anschlag von Hanau. In der SZ erklärt der Althistoriker Michael Sommer, warum er sich dem "Netzwerk Wissenschaftsfreiheit" angeschlossen hat. Nein, wir leben nicht in einer Expertokratie, beruhigt der Soziologe Alexander Bogner in der Welt. Golem.de schildert einen Karikaturenstreit zwischen Google und Titanic: Sind zotige Papst-Karikaturen auf den Handys künftig noch möglich?
Efeu - Die Kulturrundschau
16.02.2021 Die New York Times erinnert an das Superstudio, das einst die Menschen aus der Architektur befreien wollte. Auf ZeitOnline erkennt Anke Stelling, dass sich manche in Deutschland das Künstlerleben besser leisten können als andere. FAZ und SZ erleben mit Simon Rattle und Christoph Marthaler, dass die Liebe einfach zu radikal für diese Welt ist. Die FAZ grübelt über das Frauenbild von "Wonder Woman": Ist das Popfeminismus? Die taz spürt der Kraft der Liedermacherin und Aktivistin Fasia Jansen nach.
Medienticker
16.02.2021 Aktualisiert: Linkshändig & rechtshändig: Nachruf auf Urs Jaeggi (1931- 2021) - Chinas Softpowerstrategie: Mit Videospielen zur kulturellen Weltmacht - Diversität: Mehr Vielfalt in Kinderbüchern - Cees Nooteboom über Schlittschuhlaufen, ein "Abschied"-Gedicht aus der Zeit des Virus & den Tod - Zukunftsgestaltung: Wandel als Dogma - Empörung über einen Beitrag in der Juristen-Zeitung - Epidemien & ihre historische Signatur + Corona-Stadtflucht: Himmlische Ruhe statt geisterhafter Stille.
Bücherschau des Tages
16.02.2021 FR, NZZ und DlfKultur feier den neuen Roman von Patrick Modiano, der sie wie immer höchst elegant durch das Labyrinth der Erinnerung führt. FAZ und Dlf blicken mit Ivo Andric in den Abgrund der Schlaflosigkeit. Die FAZ verspricht auch enormen Erkenntnisgewinn mit Edi Zollingers Kunstbetrachtungen "Herkules am Spinnrad". Die SZ genießt das pure Leben in Callan Winks Montana-Roman "Big Sky Country".
Mittwoch, 17.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
17.02.2021 Im New Yorker nimmt Masha Gessen die Vorwürfe gegen Alexei Nawalny unter die Lupe und verteidigt ihn am Ende. In der FAZ malt Anja Zimmer, Chef einer Landesmedienanstalt, ein Horrorszenario aus: Man stelle sich vor, Rezo wäre ein Relotius. Die NZZ bezweifelt mit Blick auf die Gender-Reformen des Duden den direkten Einfluss von Sprache auf die Wirklichkeit. Und geschichtedergegenwart.ch fragt: War Kleopatra weiß oder schwarz?
Efeu - Die Kulturrundschau
17.02.2021 54books dokumentiert das Lyrik-Manifest der Lytter-Zines. In der FAZ wünscht sich der Architektur Rudi Scheuermann grüne Vollbärte für Frankfurter Wolkenkratzer. Die SZ erlebt einen psychedelisch-traumseligen "Faust II" in virtueller Realität vom Theater Freiburg. Die FAZ lernt vom Nederlands Dans Theater, maskulin und feminin zugleich aufzutreten. Und die NZZ stellt beim Besuch der Zürcher Hochschule der Künste fest: Die Experimentierfreude des ersten Lockdowns hat sich erschöpft.
Medienticker
17.02.2021 Aktualisiert: Clash: Wissenschaft & Medien oder Wie Medien über Wissenschaft berichten- Populismus: Wiederauflage alter Faschismus-Analysen & neue Rechte - Quentin Tarantino wird Romanautor - Architekt der Wörter, der spanischer Dichter Juan Margarit ist gestorben + Verkaufscharts: Aktuelle Bestseller-Listen.
Bücherschau des Tages
17.02.2021 Die FAZ amüsiert sich mit Olaf Arndts "Unterdeutschland" im Berliner Agentenmilieu des Jahres 2022. Die FR blickt sinnend auf auf Zaunpfähle, Heuboden und Kühe, während sie einem Jungen beim Aufwachsen im "Big Sky Country" zusieht. Dlf betrachtet die menschliche Mechanik, die Simone Weil vor ihr ausbreitet. Die SZ erkennt mit Cho Nam-Joos Roman "Kim Jiyoung, geboren 1982", wie schwierig gesellschaftlicher Wandel ist. Ein beglückter Dlf Kultur findet bei Johann Jakob Spreng eine "Unerhörte Auswahl vergessener Wortschönheiten".
Donnerstag, 18.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
18.02.2021 Australien erlässt eine Art Linksteuer für die großen Internetplattformen - Facebook teilt darum mit, in diesem Land keine Links auf Medieninhalte mehr zuzulassen. Google hat dagegen mit Rupert Murdoch einen Deal geschlossen, um weiter zu verlinken - eine Katastrophe, meint Jeff Jarvis bei cjr.org. Erleichterung bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Man darf sich zurücklehnen und die Tage bis zur Pension runterzählen, berichtet die SZ. In der Zeit rät Bill Gates den Deutschen zu Atomkraft.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.02.2021 Darf man den König einen Dummkopf und Mafioso nennen? Nicht in Spanien, dort soll der spanische Rapper Pablo Hasél wegen Majestätsbeleidigung ins Gefängnis, berichten Standard und SZ. In der NZZ erzählt die Historikerin Susanna Burghartz eine kleine Geschichte des Schleiers in Europa, dessen Gebrauch Spanien wegen seines Flirtpotenzials verbieten wollte. In Harper's verzichtet Martin Scorsese auf Content und wünscht sich einen atmenden Kurator. Intellectures feiert den Ostberliner Fotografen Harald Hauswald. Und noch eine traurige Nachricht: Françoise Cactus von Stereo Total ist gestorben.
Medienticker
18.02.2021 Facebook blockiert journalistische Inhalte in Australien - Carlsen kämpft um "Tim und Struppi" - Bücher aus dem Supermarkt? - Hörbuch-Wachstum führt zu Fusionen in Finnland - Wir brauchen eine europäische Tech-Infrastruktur - Meinungsfreiheit in Spanien nach der Verhaftung des Rappers Pablo Hasél + Politischer Aschermittwoch online ...
Bücherschau des Tages
18.02.2021 Die FAZ entdeckt in Paul Austers Essayband "Mit Fremden sprechen" das Ideal eines homme de lettres. Die Zeit amüsiert sich fast gegen ihren Willen mit Hengameh Yaghoobifarahs "Ministerium der Träume". Ähnlich geht es der SZ mit Mithu M. Sanyals raffiniertem Roman "Identitti". Dlf Kultur erfreut sich an der spielerischen Kurzprosa von Denis Osokin. FR und Dlf empfehlen Alaa al-Aswanis bitteren Roman "Die Republik der Träumer".
Freitag, 19.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
19.02.2021 Die Zeitungen gedenken des Attentats von Hanau. Es gab krasses Behördenversagen, aber Deniz Yücel ist in der Welt alles in allem optimistisch: "Die Rassisten von heute befinden sich in einem Abwehrkampf." Mark Terkessides fordert in der taz nach Hanau "Vielheitspläne" und "Mainstreamen" von Gesetzestexten im Hinblick auf rassistische Effekte. In der SZ behauptet Susan Neiman, es habe nach dem "Weltoffen"-Aufruf großer Kulturinstitute Drohungen mit Dienstverfahren und Haushaltskürzungen gegeben. Die taz erklärt, was "Menschen mit 'Nazihintergrund'" sind, die nun von zwei Künstlern mit Instagram-Videos denunziert werden.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.02.2021 FAZ und taz schwärmen von den bitteren Balladen für einsame Großstädter, die Masha Qrella aus den Texten von Thomas Brasch gemacht hat. Die SZ trauert um die Ausstellungen in diesem Winter, die niemand sehen konnte. Den Orchestern geht's trotz Corona oft erstaunlich gut, berichtet das Van Magazin. In der FAZ kritisiert Olga Martynova die Lagerbildung beim Streit um das Gendern.
Medienticker
19.02.2021 Aktualisiert: Sloweniens Ministerpräsident kämpft gegen die Medien - Kryptowährung: Schweizer können im Kanton Zug jetzt Steuern in Bitcoin zahlen - Wie Hass im Netz zu Gewalt führt & Gegen den Sog der sozialen Netzwerke - Was Ulf Poschardt an Don Alphonso liebt - Jörg Magenau über sein Vater-Buch - In memoriam: Umberto Ecos Privatbibliothek - "Wir sind hier": Über das Festival für kulturelle Diversität - Vor zwanzig Jahren starb Charles Trenet, der die Poesie auf die Straße brachte + Wochenend-TV+Hörfunk-Tipps.
Bücherschau des Tages
19.02.2021 Die FAZ lauscht Mozart mit Stephan Mösch und sieht mit Jay H. Gellers Geschichte der Scholems ein neues Werk im Kanon der Forschungsliteratur zur neueren deutsch-jüdischen Geschichte. Die SZ schaut mit Jürgen Brokoff zurück auf Literaturstreitigkeiten in der DDR und in der BRD. Die taz lernt in Frank Uekötters wendungsreicher Umweltgeschichte, wie sich Aircondition auf unsere Körper auswirkt. Dlf Kultur sammelt in Thomas Kunsts "Zandschower Klinken" Dada-Splitter und lernt von Jenny Odell, einfach mal nichts zu tun.
Samstag, 20.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
20.02.2021 Wohltuender Universalismus: Die Zeitungen erinnern an John Rawls, der in diesen Tagen hundert Jahre alt geworden wäre. Seine Theorie der Gerechtigkeit konnte aber auch ungemütlich werden, erinnert Otfried Höffe in der FR. Die Philosophin Maureen Maisha Auma sieht sich nach einem Interview heftigen Attacken der AfD ausgesetzt, berichtet der Tagesspiegel. Die Welt legt eine Archäologie des Modeworts "Woke" vor. ein Fall von kultureller Aneignung? In der SZ erzählt die philippinische Journalistin Maria Ressa, warum sie ein Online-Magazin gründete und warum die unmittelbare Zukunft ihres Landes unruhig werden könnte.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.02.2021 Endlich mal ein zukunftsfroher Blick nach oben: Die SZ bestaunt die neuen Glasdächer der Penn Station in New York. Der Tagesspiegel stellt den von Nicolaus Schmidt fotografierten "Kosmos Gayhane" vor, in dem queere Menschen aus dem türkischen und arabischen Raum angstfrei feiern können. Die taz begeistert sich für kubanische Revolutionärinnen und Cuba Funk. Artechock unterhält sich mit Mikosch Horn über dessen Cinemalovers, eine neue Plattform für Kinobetreiber. In den USA entwickeln sich die Literaturwissenschaften immer mehr zu einem Machtinstrument, diagnostiziert Wolf Lepenies in der Welt.
Bücherschau des Tages
20.02.2021 "Geradezu furchterregend ehrlich" findet die taz Tore Ditlevsens endlich ins Deutsche übersetzte Erinnerungen. Die FAZ bleibt mit Dieter Kosslick "Auf dem Teppich" und lässt sich von Malu Halasa erzählen, wie es einem Schweinemetzger in Jordanien ergeht. Die FR begibt sich mit Ally Klein in den Bauch des Wals.Die Welt verschwindet mit Patrick Modiano im Paris der Sechziger.
Montag, 22.02.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
22.02.2021 Als aufschlussreiches Dokument des Scheiterns empfiehlt die FAZ einen Film über James Baldwin, bei dem sich die Filmemacher in lupenreinen Herrschaftsposen verheddern. critic.de huldigt dem Kino kerniger Männlichkeit von Hongkong-Regisseur Chang Cheh. In Milo Raus Inszenierung der "Clemenza di Tito" hört die SZ eine überwältigende Anna Goryachova, die FAZ allerdings das Trommeln auf der Pharisäer-Brust. Die taz erzählt, wie sich Kubas Kulturszene gegen die Schikanen der Polizei wehrt: zum Beispiel mit dem Protestsong "Patria y Vida".
9punkt - Die Debattenrundschau
22.02.2021 Was hat die Maoisten unter den 68ern am Maoismus fasziniert? Leider nicht ein Versprechen auf Emanzipation, fürchtet Hans-Christoph Buch in der NZZ: "Es war die jakobinische Schärfe, ein mit Fanatismus gepaarter Vernichtungswillen." Der CDU-Politiker Ralph Brinkhaus forderte eine "Revolution" des Föderalismus in Deutschland. Prima, sagen die Ruhrbarone, aber das haben die deutschen Kaiser schon vor tausend Jahren probiert. Die Migrationsforscherin Naika Foroutan fordert in der taz eine Migrantenquote.
Medienticker
22.02.2021 Verschwörungsmythen : Unverantwortliches Erzählen - Masha Qrella vertont Thomas Brasch: "Nach der Arbeit an den Maschinen" - GfK-Konsumforschung: Das Bewusstsein für den Handel vor Ort wächst - Alfred Schmidts Geschichte des Materialismus - Clubhouse jetzt auch für Android - Australiens Mediengesetz-Streit: Regierung wirbt nicht mehr auf Facebook + Schlau-TV: Warum dass Fernsehen schlauer werden muss!
Bücherschau des Tages
22.02.2021 Die FAZ ruft mit Katja Spitzer und Sasa Stanisic "Hey, hey, hey, Taxi!" und lässt sich von Neugier und Freundlichkeit antreiben. Bezaubert ist sie auch von Sabine Rufenders Geschichte "Der Wal im Garten". Die SZ schwelgt hingerissen mit Harald Haarmann in Reichtum und Vielfalt der Sprachen. Und die NZZ hält T.C. Boyles Schimpansen-Roman "Sprich mit mir" für einen seiner besten. Und der Dlf betrachtet trauernd Tomas Wüthrichs Fotoband "Hof Nr. 4233" über das Bauernsterben in der Schweiz.
Dienstag, 23.02.2021
Magazinrundschau
23.02.2021 Der New Yorker recherchiert, warum die Covid-Sterberaten in den westlichen Industrieländern so viel höher sind als in Afrika und Asien. Auch autoritäre Staaten bekommen Covid nicht in den Griff, meint La vie des idees mit Verweis auf Polen. In Elet es Irodalom erklärt László Krasznahorkai, warum er beim Schreiben nichts von Punkten hält. Denik Referendum würdigt den letzte Woche verstorbenen Philosophen Jan Sokol. Das New York Magazine porträtiert die amerikanische Filmemacherin Chloé Zhao.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.02.2021 Schock in der Popmusik: Das französische Electro-Duo Daft Punk löst sich auf. Pitchfork erinnert an ihr unerschütterlichen Partymusik-Ethos, der Standard trauert um die Visionäre der Maskierung, ZeitOnline huldigt ihrer unglaublichen Lässigkeit. Die FAS fragt, wie viel Heidegger in Terence Malick steckt. Die SZ spürt der Verstörung des Miles Davis nach. Der Guardian versinkt in den Tiefen von Kandinsky Himmel- und Picassos Preußisch-Blau.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.02.2021 Facebook und die australische Regierung haben einen Kompromiss geschlossen, berichten die Agenturen: Facebook darf sich nun offenbar aussuchen, an welche Zeitungen es Lizenzgebühren zahlt. Zugleich meldet die Financial Times, dass Microsoft sich mit den mächtigsten Zeitungslobbies in Europa zusammentut, um das australische Modell auch in Europa durchzusetzen. Die FAZ-Redakteurin Sandra Kegel hat einen veritablen Shitstorm erlebt, weil sie in einem Kommentar das Manifest der #actout-Initiative zart kritisierte, berichtet die SZ. Google hat die Titanic-App wieder freigeschaltet und entschuldigt sich mit einer Karikatur, meldet Spiegel online.
Medienticker
23.02.2021 Inspiration durchs Schaufenster - Tilman Spengler über "Made in China" - Sarids Roman über die Psychologie des Tötens - Jazzfest Berlin: New York 2020 - Frauen werden ausgebremst - Australien: Facebook zeigt wieder Inhalte
Bücherschau des Tages
23.02.2021 Die FAZ empfiehlt die Reflexionen des Journalisten Stanislaw Assejew aus dem Krieg in der Ostukraine. Der DlfKultur ficht mit Stefano Mancuso für "Die Pflanzen und ihre Rechte". Die taz lässt sich durch Sharon Dodua Otoos Erzählreigen "Adas Raum" treiben. Die FR folgt Amanda Cross durchs New York der sechziger Jahre. Und der Dlf erschauert mit Mary Shelleys Roman "Der letzte Mensch" vor dem von der Pest eingeleiteten Weltenende.
Mittwoch, 24.02.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
24.02.2021 Als eine der wichtigsten Ausstellungen des Jahres feiert die New York Times Okwui Enwezors letzte Ausstellung "Grief and Grievance" im New Museum von New York, die eine Kavalkade von Stars versammelt und trotzdem hervorragend kuratiert ist. In der taz entwirft Milo Rau das Theater von morgen. Im Tagesspiegel setzen Margarete Rissenbeek und Carlo Chatrian vor Beginn der Berlinale auf Zuversicht.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.02.2021 Es gibt noch Sklaverei in der Welt. Der Guardian hat mal zusammengezählt: 6.500 Vertragsarbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka sind beim Bau der Stadien für die Fußball-WM in Katar 2022 ums Leben gekommen: Das wird ein Fußballfest! Joshua Benton schildert im Niemanlab den australischen Kampf zwischen den Internetgiganten und Rupert Murdoch als Kampf zwischen Bösen und Bösen. Die Springer-Medien Welt und Politico sind aber soweit einverstanden mit dem, was kommt. In der NZZ singt Samuel Schirmbeck ein Loblied auf den Mut der IslamkritikerInnen in arabischen Ländern.
Medienticker
24.02.2021 Kuturkampf in Australien: Der neue Plan von Facebook birgt eine Gefahr - Bedrohung der Bibliodiversität & die Vielfalt der Meinungen" - 50 Millionen Euro für Verlage und Buchhandlungen - Sybille Schwarz wurde heute vor 400 Jahren in Greifswald geboren - Der letzte Beatnik: Zum Tod von Lawrence Ferlinghetti + Die aktuellen Bestsellerlisten: Bill Gates löst Barack Obama ab.
Bücherschau des Tages
24.02.2021 Die FAZ kämpft mit Josef Albers in Charles Darwents Biografie für die Bauhaus-Idee und gegen unliebsame Kollegen. Mit T.C. Boyles Affen Sam erschafft sie ein Monster. Die SZ steigt in gleich drei neuen Werkausgaben auf die ungezähmten Pferde der Barockdichterin Sibylla Schwarz. Die FR erinnert sich mit Felicitas Hoppe in „Fieber 17“ an Kindheitstage. Die taz entdeckt auf den Fotos von Brigitte Tast Urszenen der 68er. Und der Dlf setzt mit Marica Bodrozic zu hoffnungsvollen Gedankenreisen im Lockdown an.
Donnerstag, 25.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
25.02.2021 Der Tagesspiegel nennt bestürzende Zahlen aus dem Kulturbetrieb: Am stärksten wirkt sich die Coronakrise auf den Markt für die Darstellenden Künste aus, mit einem Umsatzverlust von 85 Prozent. Die katholische Kirche hat nur noch eine Wahl: Entweder sie wird evangelisch oder zur Sekte, meint Alan Posener in Zeit online. Auch die Linke hat eine schmerzhafte Geschichte sexuellen Missbrauchs aufzuarbeiten - die FAZ stellt eine Vorstudie zu pädokriminellen Netzwerken vor.
Efeu - Die Kulturrundschau
25.02.2021 Was bleibt von Beuys, außer Fettflecken? Und wie divers ist grau an der Oper? Fragen, die sich die NZZ stellt. Der Tagesspiegel betrachtet im Gorki Theater schaudernd die Gefängniszelle von Can Dündar. In der taz fordert Georg Seeßlen eine Neuerfindung des Kinos. Zeit online würdigt den schönen blasphemischen Sarkasmus des verstorbenen Dichters, Verlegers und Buchhändlers Lawrence Ferlinghetti. Und in Köln wurde über den Zustand der Kritik diskutiert.
Medienticker
25.02.2021 Im Namen der unabhängigen Verlage - Beweislastumkehr: Koloniale Raubkunst - Unglücklich formuliert: Jella Haase & die RAF - Pro Demokratie: Bodo Morshäuser über das schiefe Bild der "gespaltenen Gesellschaft" - Theaterprojekt von Can Dündar: Zwischen Kunst und Aktionismus - Elektroakustische Musik der DDR - 75 Jahre Die Zeit: Das Liberale ist das Fundament - E-Commerce-Frustbarometer + Sachbuch-Besten-Liste März.
Bücherschau des Tages
25.02.2021 Die FAZ taucht mit Hilary Leichters sozialkritischer Groteske „Die Hauptsache“ ein in die Trostlosigkeit der Lohnarbeit in den USA. Trost findet sie hingegen mit Chisako Wakatake in Tokyo. Die NZZ erfährt Glück mit Miklos Szentkuthy im Venedig Casanovas. Die FR lauscht angetan Alfred Brendels und Peter Gülkes Gesprächen über Schubert und Beethoven. Die Zeit denkt mit den kraftvollen Essays von Jia Tolentino über Selbstinszenierung nach. Dlf Kultur entdeckt mit Ulrich Peltzer die Liebe im Postpunk-Berlin der Achtziger und erfährt von Beate Hausbichler, wie der Feminismus verkauft wurde.
Freitag, 26.02.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
26.02.2021 Das niederländische Parlament hat gestern als erste Volksvertretung der EU die chinesische Behandlung der Uiguren als "Genozid" bezeichnet, berichtet politico.eu. Die NZZ plädiert für das skrupulöse Argumentieren. Die SZ wirft einen Blick auf die Beziehung zwischen Sozialdemokraten und Soldaten. Amnesty international entzieht Alexei Nawalny den Status eines "Prisoner of conscience" - die taz kritisiert die Entscheidung.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.02.2021 Die taz wandert virenabwehrend verpackt durch die Gewerke des Wiener Volkstheaters. Und lässt sich von Mouse on Mars in das utopische Potenzial künstlicher Intelligenz einweihen. Das Zeit Magazin stellt uns einen neuen Modetrend vor: Virtuelle Kleidung. Der Filmdienst analysiert das System Kosslick und seine Auswirkungen auf die deutsche Filmproduktion. Bei Domus erklärt Thomas Demand, was ihn am Modell als Kulturtechnik interessiert. Die Literaturkritiker trauern um Philippe Jaccottet.
Medienticker
26.02.2021 Aktualisiert: Zum 100. Geburtstag des (DDR-) Malers Willi Sitte - Corona & Geld: Leben wie Dagobert Duck - Zum Tod des Lyrikers Philippe Jaccottet: Das Unbegrenzte innerhalb der Grenzen - Prison of Thoughts: Haftinstallation von Can Dündar - Schriftsteller in der NS-Zeit: Nachricht von schöner und geschönter Literatur & Umstrittene Straßennamen: Das Wenden einer "braunen Weste" - Apple: Alle drei bis vier Wochen eine Firmenübernahme - Von A bis Z: Paul McCartneys Autobiografie + Wochenend-TV+Hörtipps u. a. Brechts Dreigroschenfilm: Mackie Messer.
Bücherschau des Tages
26.02.2021 Die SZ ist tiefbeeindruckt von Yishai Sarids wuchtigem und "kristallklarem" neuen Roman "Siegerin". Außerdem gibt's in der SZ neue Kinderbücher zu Modethemen wie Künstlicher Intelligenz und Kapitalismuskritik. Dlf Kultur steht etwas ratlos vor Sharon Dodua Otoos Roman "Adas Raum". Die FAZ bespricht unter anderem kunsthistorische Neuerscheinungen.
Samstag, 27.02.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
27.02.2021 Im Logbuch Suhrkamp beklagt Thomas Wörtche die Innovationskrise der Krimiliteratur, die unter Ideologie und Blasenbedürfnissen ächzt. Im Freitag erzählt Claudia Durastanti vom Aufwachsen als Kind gehörloser Eltern in Brooklyn. VAN blickt in die bürokratische Hölle, der freie Musiker während der Pandemie ausgesetzt sind. Im BR sieht Nikolaus Bachler, Chef der Bayerischen Staatsoper durch die Schließung der Theater eine "kulturelle Klimakatastrophe" auf uns zukommen. Und die FAZ wandert im spanischen Cáceres von Goya zu Katharina Grosse.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.02.2021 Freiheit ist nicht Urlaub und Einkaufen, sondern das, wofür die Belarussen seit Monaten kämpfen, lassen sich die Feuilletons von Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch ermahnen. In der SZ warnt Gesine Schwan vor dem Umschlag der Identitätspolitik in die zersetzende Ideologie. In der New York Times fragt Nicholas Kristof, warum die USA Mohamed Bin Salman mit einem Mord davon kommen lassen. In der FAZ prangert der frühere Clinton-Berater Ben Scott die kalte Optimierungslogik von Facebook und Google an. Und ZeitOnline erkennt eine Selbstbestätigungsbias bei Jan Böhmermann.
Bücherschau des Tages
27.02.2021 Die FAZ liest gespannt Eliot Higgins’ Insiderbericht über Bellingcat. Die taz lässt sich von Sophy Roberts auf einer Reise zu „Sibiriens vergessenen Klavieren“ mit „Pianomanie“ anstecken. Mit Raphaela Edelbauers KI-Roman „Dave“ denkt sie über Identität nach. Der Welt fehlen angesichts der Sprachkraft, mit der Claudia Durastanti ihre Lebensgeschichte als Kind gehörloser Eltern aufschreibt, die Worte. Dlf-Kultur bewundert mit Michael McCarthy die Schönheit von Falterschwärmen und lernt von Andreas Eckert, dass Sklaverei in der Menschheitsgeschichte eher die Regel als die Ausnahme war.