Donnerstag, 02.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
02.01.2025 Wikimedia feiert den Tag der Gemeinfreiheit, der unter anderem Werke von Frida Kahlo, Henri Matisse, Oscar Straus, Charles Ives, Colette, Robert Capa und Alan Turing von Abgabepflichten befreit. Die taz hofft, dass Deutschland im Umgang mit den syrischen Flüchtlingen nicht die Fehler von 1995 wiederholt. In der FAZ ärgert sich Welt-Chef Jan Philipp Burgard über eine Doppelmoral, die einen Musk-Kommentar in der Welt skandalisiert, einen Putin-Beitrag in der Zeit aber wegsteckt. In der SZ erklärt der Historiker Michael Brenner, warum Israel für Juden so wichtig ist: Es ist der einzige Staat in der Welt, in dem sie keine Minderheit sind.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.01.2025 So hin- und hergerissen wie der Film selbst, sind auch die Kritiker von Robert Eggers' Nosferatu-Remake "The Witch". Lebendiger erscheint ihnen Luca Guadagninos "Queer", der einen Schmierbolzen im mexikanischen Exil seinem schwulen Begehren nachforschen lässt. Der Standard bewundert in Wien den Champagnergeist Dagobert Peche, dessen knallige Wiener Werkstätte-Entwürfe die Pop-Kultur bis heute prägen. Die SZ knetet mit Francis Bacon in London die Gesichter von Freunden.
Bücherschau des Tages
02.01.2025 Die NZZ bewundert die Innovationskraft und lyrischen Klänge der Sonette des ukrainischen Dichters Ivan Franko. Die FAZ versinkt im innigen Briefwechsel der Hofmannsthals. Die FR amüsiert sich mit Anna Burns' bilderlosem Comic "Größtenteils heldenhaft". Die taz lernt aus Volker Kutschers neuem "Rath"-Krimi, wie immer mehr Deutsche 1938 den Nationalsozialismus als Normalität akzeptierten. Dlf Kultur empfiehlt die neue Turner-Biografie Boris von Brauchitschs.
Freitag, 03.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
03.01.2025 Der bevorstehende Amtsantritt Donald Trumps erzeugt bereits eine gewaltige Zugluft in den Medien - der Protagonist ist dabei allerdings Trumps Co-Joker Elon Musk. Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey beschreiben in der FAZ, wie er den Weg nach ganz rechts ging und dabei Twitter in eine Kriegsmaschine umformte. Sie schlägt gerade in Britannien zu, wo die tatsächlich für alle Seiten äußerst peinlichen "Grooming Gang Scandals" neu thematisiert werden. Außerdem: Südkorea, Russland und die nachlassende Begeisterung für Geisteswissenschaften.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.01.2025 Der Tagesspiegel erlebt mit Philippe Parreno, Susanne Daubner und einer KI in München ein apokalyptisches Gesamtkunstwerk. Im Monopol-Magazin verteidigt Kuratorin Tanja Pirsig-Marshall die viel gescholtene Otto Mueller-Ausstellung in Münster. Die FAZ fragt sich, warum das Auswärtige Amt anlässlich von sechzig Jahren diplomatischer Beziehungen zu Israel kein Interesse an einem gemeinsamen Stand auf der Frankfurter Buchmesse hat. Außerdem beginnt sie das neue Jahr in Berlin mit klingenden Licht-Metaphern von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Bücherschau des Tages
03.01.2025 Die FAZ nähert sich vorsichtig der Spinne mit Büchern von Lothar Müller und Jan Mohnhaupt. Erschüttert liest die NZZ, was Katerina Gordeeva von ihren Begegnungen mit Russinnen und Ukrainerin erzählt. Die taz zieht mit Jana Kreisl und dem Beicht-O-Mat im Gepäck durch deutsche Städte. Die Welt erfährt von Katja Adler, wie Stigmatisierung zu einer Schere im Kopf führt, die an die DDR erinnert. Dlf Kultur begegnet mit Gerhard Richter den Menschen seines Lebens und sieht dank der Werke des italienischen Malers Mario Fani Sessel, Karaffen und Mandarinen in ganz neuem Licht.
Samstag, 04.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
04.01.2025 Die taz begleitet "Weißhelme" bei der Öffnung von Massengräbern in Syrien: Die Bevölkerung soll nicht selber graben, raten sie, "es ist nicht gesund". Der Einfluss Elon Musks auf die deutsche und europäische Politik beschäftigt die Medien nach wie vor. In der SZ warnt der Politologe Aurel Croissant: Demokratien enden heute erst langsam, und dann mit einem Knall. Über den Knall denkt auch Arno Widmann in der FR nach. Nur die FAZ erinnert an den Anschlag auf Charlie Hebdo vor zehn Jahren.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.01.2025 SZ und Welt sind tief beeindruckt von Tim Fehlbaums News-Thriller "September 5" über das Olympia-Attentat von 1972. Im Interview mit der FAZ erklärt Dirigent Iván Fischer, warum Operninszenierungen immer von der Musik ausgehen sollten. Die taz sucht Alternativen zu Kafka. Und die SZ porträtiert den großartigen Essayisten Eliot Weinberger.
Bücherschau des Tages
04.01.2025 Die FAZ begibt sich mit Paula Fürstenberg in die "Weltalltage" und stellt fest, dass Krankheit sich auch in ganz neue Metaphern kleiden lässt. Die SZ fragt sich, ob die dünnsten Romane zur Zeit nicht die besten sind, und fragt, warum sie alle von Frauen geschrieben wurden. Die FAS guckt mit Uwe Johnson DDR-Fernsehen. Die FR begibt sich mit Hasnain Kazim aus "Deutschlandtour". Die taz erlebt mit Wilhelm Bode "Waldendzeit".
Montag, 06.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
06.01.2025 In Österreich scheint der Damm gegen die Rechten gebrochen, die taz macht die schwarz-grüne Coronapolitik dafür verantwortlich. Andere Kulturen können großartig, aber auch gefährlich sein. Muslimische Länder haben oft schon in der Erziehung ein Gewaltproblem, erzählt Ayaan Hirsi Ali in der Welt. Für Russen ist der Sieg das wichtigste, warnt Victor Jerofejew in der NZZ. Dass ein friedliches Zusammenleben von Kulturen und Religionen dennoch möglich ist, lernt die FAZ auf Madagaskar. Die FAZ erzählt außerdem, wie sehr Norwegen vom Ukrainekrieg profitiert hat, dafür steht die norwegische Linke stramm wie ein Mann gegen Israel und die winzige jüdische Gemeinde des Landes.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.01.2025 In der NZZ fragt sich der israelische Schriftsteller Ron Segal, warum das deutsche Außenministerium den Vorschlag Israels abgelehnt hat, zur Feier von 60 Jahren diplomatischer Beziehungen, einen gemeinsamen Stand an der Frankfurter Buchmesse auszurichten. Dass die Literaturbranche mit der KI "Demandsens" zukünftig Manuskripte auf ihren Marktwert hin analysieren kann, schockiert die Welt nicht besonders. Nachtkritik unternimmt mit Klaus Gehres Darmstadter Inszenierung von "Interstellar. Zwischen den Sternen" eine prächtige, aber etwas verwirrende Weltraumreise.
Bücherschau des Tages
06.01.2025 Die FAZ geht mit Tim O'Briens Roman "America Fantastica" auf einen Roadtrip durch das Land der Lügen. Die FAS empfiehlt einen Klimathriller von George R. Stewart, in dem ein Sturm namens Maria die Hauptrolle spielt. Die FR begibt sich mit Felix K. Nesi in die von Gewalt geprägten Tiefen der Kolonialgeschichte Indonesiens. Die NZZ lädt mit dem Buch "Kreis! Quadrat! Progress!" dazu ein, die weibliche Seite der Konkreten Kunst zu entdecken. Und Dlf Kultur lernt von Cat Jarman, die Wikinger besser zu verstehen.
Dienstag, 07.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
07.01.2025 Die SZ trifft sich mit Michelangelo, Leonardo und Raffael in London zum Gipfeltreffen der Giganten. In der Jungle World erzählt der Autor Henryk Gericke, wie die DDR ihre Punks aus dem Straßenbild entfernte. Die Filmkritiker freuen sich über die Golden Globes für Jaques Audiards "Emilia Pérez" und Brady Corbets "Der Brutalist", auch weil sie als Gradmesser für den gesellschaftlichen Fortschritt dienen, wie der Tagesspiegel bemerkt. Der Tagesspiegel staunt außerdem, welche literarische Raketen der Kleinverlag Carcosa zündet. Die taz lernt im Berliner DAZ, wie man emanzipatorisch baut.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.01.2025 "Es ist viel klüger, im Osten der Ukraine Krieg mit Russland zu führen, als, sagen wir, im Osten Deutschlands", warnt der Schriftsteller Juri Andruchowytsch in der FAZ und mahnt den Westen, sich endlich wie ein echter Verbündeter zu verhalten. Die Zeitungen erinnern an den islamistischen Anschlag auf Charlie Hebdo vor zehn Jahren. Von der Solidarität kurz nach den Attentaten ist heute in Frankreich nicht mehr viel zu spüren, meint die SZ. Erstmals hat sich Emmanuel Macron zur Verhaftung Boualem Sansals geäußert, und übt deutliche Kritik an der algerischen Regierung, melden französische Medien.
Magazinrundschau
07.01.2025 Die New York Times fragt sich im Ukrainekrieg angesichts der leichten Verfügbarkeit von Drohnen, wie sicher unsere Zukunft noch sein kann. New Lines berichtet über den schwunghaften Schmuggel von Captagon, den Assad und seine Getreuen aufgezogen hatten. Atlantico fragt, wann die westliche Linke ihre Liebe zur iranischen Revolution aufarbeiten wird. Der New Statesman untersucht die Britannien-Obsession der amerikanischen Rechten. The Insider erzählt, wie Putin die russischen Universitäten an die Kandare nahm. n+1 analysiert den filmischen Niedergang von Netflix.
Bücherschau des Tages
07.01.2025 Die FAZ macht sich begeistert an das Puzzlespiel, das Wolf Haas in seinem neuen Roman "Wackelkontakt" vor ihr ausbreitet, die NZZ rätselt nach dem dritten Lesen immer noch herum. Die taz vertieft sich in einen Essay-Band von Anselm Kiefer und Alexander Kluge. Die SZ staunt, wie lässig Esther Dischereit in ihrem Roman "Ein Haufen Dollarscheine" von jüdisch-deutschen Verhältnissen erzählt. Die FR empfiehlt Thomas Strässles DDR-"Fluchtnovelle" als brisante Mischung aus Liebesgeschichte und Dokumentarfilm. Und Dlf kolportiert mit Tex Rubinowitz' neuem Erzählungsband "Dreh den Mond um" fröhlich die Geschichte.
Mittwoch, 08.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
08.01.2025 In der Welt erklärt Anne Applebaum die Anfälligkeit einiger Deutscher für russische Propaganda mit einem Misstrauen gegenüber dem Liberalismus. Ebenfalls in der Welt denkt Hubertus Knabe über eine Wahrheitskommission nach, um die Verbrechen des Assad-Regimes aufzuklären. In der FAZ analysiert Claus Leggewie den "Neopatrimonalismus" der radikalen Rechten. Keine rechte Partei entlarvt sich durch mehr Macht, hält der österreichische Schriftsteller Elias Hirschl in der SZ fest.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.01.2025 In Patryk Vegas hochgradig spekulativer Filmbiografie "Putin" macht sich der russische Präsident in die Windeln, dem Filmdienst wird ob der intellektuellen Schlichtheit der Unternehmung trotzdem fad. Die SZ betritt mit Alhierd Bacharevičs Roman "Europas Hunde" eine "Terra incognita der Literatur", gegen die der belarussische Staat mit Traktorenpower vorgeht. Die FAZ flaniert in Paris durch eine Warenhausausstellung und freut sich über das Comeback dieser Konsumtempel. Zeit Online widmet sich dem markanten Sägesound des Rage-Raps.
Bücherschau des Tages
08.01.2025 Die FAZ freut sich über einen neuen Roman des "Ideenvulkans" Jeffrey Ford über den Fall eines verschwundenen Kindes in einer amerikanischen Kleinstadt der Sechziger. Außerdem trifft sie bei Natalie Haynes feministische Göttinnen. FR und SZ sind mit Julia Schoch "Wild nach einem wilden Traum". Die SZ verneigt sich außerdem vor Alhierd Bacharevičs Roman "Europas Hunde", der die Träume belarussischer Intellektueller wahr werden lässt. Miljenko Jergovićs neuer Roman "Das verrückte Herz" erzählt der taz die Schrecken des Bosnienkrieges im Großen und im Kleinen. Und Dlf vergnügt sich mit José Maria Eca de Queiros Gesellschaftsroman "Die Maias" in den lissaboner Salons des 19. Jahrhundert.
Donnerstag, 09.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
09.01.2025 Lieber polierte man zwei Tage lang einen neunzig Jahre alten Maserati, als die Verbindung zwischen Futurismus und Faschismus zu zeigen, bemerkt die NZZ in einer Ausstellung in Rom. Monopol lernt in einer Berliner Ausstellung über queere Kunst im Pazifikraum die fünf Geschlechter der Bugis kennen. Zeit und taz lassen mit Edgar Reitz und Jörg Adolph in "Filmstunde_23" ein Schulexperiment aus dem Jahr 1968 wieder aufleben. Die SZ trifft die russische Sängerin Monetotschka, die aus dem Exil versucht, ihre Fans in Russland zu ermutigen.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.01.2025 Der in Syrien geborene Schriftsteller Rafik Schami fordert in der SZ das Geld des syrischen Volkes von seinen korrupten Eliten zurück - und hofft auf europäische Unterstützung. Der Politologe Thorsten Benner rät in der Zeit zu "widerständiger Gelassenheit" im Umgang mit Elon Musk. Der Postkolonialismus trat einmal gegen die "großen Erzählungen" an, nun ist er selbst zu solch einer geworden, halten die Historiker Robert Gerwarth und Stephan Malinowski in der Zeit fest. Es gibt schon ein Konzept, mit dem man der größten Krise unserer Zeit, dem Klimawandel, beikommen könnte, meinen der Politologe Karsten Fischer und der Soziologe Armin Nassehi in der FAZ: den Inkrementalismus.
Bücherschau des Tages
09.01.2025 Der FAZ ist ganz osteuropäisch zumute heute: Sie blättert melancholisch in Dora Kaprálovás "Winterbuch der Liebe, bestaunt die Sprachmagie, mit der Tomasz Rozycki "Glühbirnendiebe" durch einen spätsozialistischen Wohnblock schickt, und trauert mit Hryhir Tjutjunnyks Erzählband "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" um die Ukraine. Die Zeit empfiehlt Mikael Ross' Comicthriller "Der verkehrte Himmel". Der Dlf lässt sich von Brooke Harrington erklären, wie die Superreichen ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. Die Welt staunt über die Weitsicht, mit der Alain Finkielkraut schon 1982 den "Revisionismus von links" erkannte. Dlf Kultur versetzt sich mit Astrid Vicianos Geschichtsbuch "Die Formel des Widerstands" ins Collège de France 1940.
Freitag, 10.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
10.01.2025 Was bedeutet der Regierungsauftrag für die FPÖ für die AfD, fragt der Historiker Volker Weiß in der SZ und verweist auf die engen Beziehungen zwischen den Parteien. Die westliche Linke lässt laizistische Intellektuelle muslimischen Ursprungs wie Boualem Sansal allein, konstatiert Naïla Chikhi mit Bitterkeit im Perlentaucher. "Wer sich lebenslang als Opfer identifiziert, verleiht dem Täter eine Übermacht", sagt Caroline Fourest an die Adresse von #MeToo-Aktivistinnen in der Welt.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.01.2025 Die FAZ geht in der Kunsthalle Recklinghausen auf eine Zeitreise in die junge Bundesrepublik. Dass um Kunstfreiheit auch zehn Jahre nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo noch gekämpft werden muss, lernt die taz in einer Karikaturen-Ausstellung in Hannover. Die SZ identifiziert den Auftragskiller als neuen romantischen Filmheld. Die Welt sieht das Ballett in der Krise. Die FR spricht mit dem iranischen Musiker Saba Alizadeh über die Restriktion der Musik in seinem Heimatland. Und alle trauern um die Wiener Theaterlegende Otto Schenk.
Bücherschau des Tages
10.01.2025 Die FAZ lernt bei dem Althistoriker Peter Scholz Lucullus als Influencer kennen, der die Kirschen nach Rom brachte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge liest die NZZ Mikolaj Lozinskis Geschichte der jüdischen Familie Stramer in der polnischen Provinz. Zum Meisterwerk kürt der Dlf Kultur Sebastian Barrys Krimi um den Missbrauch in der katholischen Kirche. Vom haitianisch-französischen Autor und Rapper Jean D'Amèrique lässt er sich durch die Slums von Port-au-Prince führen. Die SZ empfiehlt neue Kinderbücher.
Samstag, 11.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
11.01.2025 In der FAS schildert Ronya Othmann nach einer Reise durch Syrien, was dem Land unter den neuen Machthabern blühen könnte. In der taz skizziert die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl die faschistischen Obsessionen des Elon Musk, etwa im Hinblick auf Geburtenraten. Ebenfalls in der taz erinnert der Sozialwissenschaftler Timm Graßmann linke Russlandversteher an Marx' kritische Sicht auf das autokratische Russland. Der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecký rät jenen, die glauben, AfD oder FPÖ würden sich bei Regierungsbeteiligung selbst entzaubern, in der FAZ zu einem Blick in sein Heimatland. Und die SZ erklärt den Cyberlibertarismus.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.01.2025 Tagesspiegel und FAS sind beeindruckt von Thomas Riedelsheimers Dokumentarfilm "Tracing Light", der das komplexe Wesen des Lichts ergründet. Die SZ liest Alice Munros Romane mit dem Wissen darum, dass sie ihre Tochter nicht vor dem Missbrauch durch ihren Ehemann schützte, noch einmal neu. Die FAZ muss schlucken angesichts der Bilder von Collage-Künstlerin Annegret Soltau, für die Kunst nicht Erlösung, sondern Schmerz bedeutet. Außerdem schlendert sie mit dem Medienwissenschaftler Alexander Gutzmer mit New-York-Romanen unterm Arm durch New York.
Bücherschau des Tages
11.01.2025 Die FAZ ergründet mit Sarah Pines Roman "Der Drahtzieher" über eine verworrene Ménage-à-quatre die dunklen Tiefen der Psyche. Außerdem staunt sie, wie feinfühlig Katja Lewina in "Was ist schon für immer" über das Sterben schreibt. Die FR wird mit Hans-Ulrich Jörges dystopischem Zukunftsroman "Der Kobaltkanzler" Zeuge, wie eine AfD-Diktatur Deutschland in den Abgrund reißt. Die SZ kämpft mit Jeremy Rifkin um das Wasser auf der Erde. Die taz empfiehlt den Kuba-Krimi "Anständige Leute" von Leonardo Padura. Und Dlf schwelgt in den Gedichten des italienischen Modernisten Giovanni Pascoli.
Montag, 13.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
13.01.2025 Zwei wichtige Artikel über das "unmenschliche, schreckliche und hoffnungslose Massaker", angerichtet von den Russen in der Ukraine. In der taz erzählt der Reporter Juri Larin , was es heißt, die Kleinstadt Wowtschansk zu besuchen. In der NZZ schreibt Sergej Gerassimow: "Abertausende von Artilleriegranaten pflügen das Land immer neu um und verwandeln die Wälder in eine Art riesige Haarbürste." In der SZ macht sich der ehemalige Obama-Berater Samuel Issacharoff keine allzu großen Sorgen um die amerikanische Demokratie unter Trump - allenfalls das Ausland müsse leiden. Und laut FAZ wird in der Alice-Salomon-Hochschule immer mal wieder etwas von den Wänden gerissen.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.01.2025 In Stas Zhyrkovs Shakespeare-Inszenierung "Future Macbeth" am Berliner Ensemble bleibt der Mensch als "wahrhaft gewaltiges Wesen" zurück - die Nachtkritik fragt: Was bleibt dann von der Kunst? Der Produzent und ehemalige Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz fordert in der SZ "weniger Gießkanne, mehr Bestenförderung" für die Filmbranche. Bald steht ein schwedisches Sommerhaus auf dem Mond, freut sich die SZ außerdem mit Blick auf ein Projekt des Künstlers Mikael Genberg. In Los Angeles ist ein wichtiges Arnold-Schönberg-Archiv verbrannt, meldet Slipped Disc.
Bücherschau des Tages
13.01.2025 Die SZ räumt mit Marlene Hobrack die Wohnung ihrer verstorbenen Mutter auf. Außerdem versucht sie mit Neuerscheinungen von Volker Resing und Sara Sievert, dem Phänomen Friedrich Merz auf die Spur zu kommen. Die NZZ kürt Ulrich Stadler dank seiner Kulturgeschichte des klitzekleinen Parasiten "zum führenden Floh-Experten des 21. Jahrhunderts". Dlf schmökert in den Tagebüchern des Schriftstellers Horst Bienek. Und Dlf Kultur wird im Buch "Vilnius Poker" des litauischen Schriftstellers Ricardas Gavelis Zeuge einer Verschwörung, in die Kommunisten und Nazis gleichermaßen verstrickt sind.
Dienstag, 14.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
14.01.2025 Nur ein autokratisches Regime kann auf die absurde Idee kommen, eine Regierung beauftrage Schriftsteller, um einen anderen Staat zu destabilisieren, schreibt Claus Leggewie mit Blick auf Algerien im Perlentaucher. Die FAZ befürchtet, dass der Krieg in der Ukraine eine territorialpolitische Lawine in Europa auslöst. Vergesst den Krieg im Sudan nicht, warnt der Guardian. Bei SpOn wirft die österreichische Schriftstellerin Raphaela Edelbauer einen Blick auf die Kulturpolitik unter der FPÖ. Und Mathias Döpfner kündigt an: In seiner Zeitung gibt es künftig noch mehr Meinungen.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.01.2025 Die Theaterkritiker tauchen mit Johannes Eraths Inszenierung von György Kurtágs Oper "Fin de partie" in eine clowneske Weltuntergangsfantasie ein. Die Filmkritiker erwarten mit Spannung den deutschen Kinostart von Alexander Horwaths epischem Essayfilm "Henry Fonda for President", der die Geschichte nicht eines, sondern zweier Amerikas schreibt, wie die Presse festhält. Der Schriftsteller T.C. Boyle ist sich angesichts der Brände in Los Angeles im ZeitMagazin sicher: "Wir sind dem Untergang geweiht." Und alle trauern um den Werbefotografen Oliviero Toscani, der die Welt mit seinen Werken schockierte und faszinierte.
Magazinrundschau
14.01.2025 Respekt erzählt die Geschichte deutscher Akademiker, die den Nazi-Terror in Böhmen und Mähren noch intensivierten. Der Guardian fragt: Was ist mit Viktor Pelewin passiert, dem vor wenigen Jahren noch international gefeierten russischen Autor? Meduza begutachtet den russischen Buchmarkt. New Lines lässt sich von den Sorgen syrischer Minderheiten erzählen. La vie des idees durchforstet erstmals veröffentlichte Akten über Papst Pius XII. und die Schoa. Desk Russie untersucht eine neue Achse des Bösen. Warum für die afroamerikanische Autorin Zora Neale Hurston Juden quasi die ersten Amerikaner waren, versucht der New Yorker zu erklären.
Bücherschau des Tages
14.01.2025 Die NZZ entdeckt den russischen Schriftsteller Juri Felsen wieder und stürzt sich mit dem Helden aus "Getäuscht" ins Unglück. Die taz empfiehlt Michael Weins' Roman "Menschen der Erde" über das Adoptivkind Flora, das in Hamburg aufwächst, aber von den chilenischen Mapuche abstammt. NZZ und SZ lesen interessiert und amüsiert die Biografie von Papst Franziskus. Die FR erfährt aus Bruno Nunes Coelhos Kinderbuch, dass Inseln manchmal wirklich einsam sind.
Mittwoch, 15.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
15.01.2025 Im Guardian rät Timothy Garton Ash den liberalen Demokratien, sich die Nase zuzuhalten und Geschäfte mit China zu machen. In der Welt will sich Slavoj Zizek an der Hoffnung festhalten, dass Russlands Bereitschaft zum Sterben eine Täuschung ist. Armin Nassehi zerlegt in der FAZ die "Pose der Disruption" der libertären Rechten. Die NZZ erklärt, weshalb die Regierung in Südkorea nie die Militärdiktatur aufgearbeitet hat.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.01.2025 Die FAZ schaut mit Jesse Eisenbergs Film "A Real Pain" nach Polen, wo um die Erinnerung an den Holocaust eine brummende Tourismusbranche entstanden ist. Darf Carrie Underwood wegen ihres Auftritts bei der Trump-Inauguration angefeindet werden? Nein, meint die SZ. Der Standard findet mit Christoph Bochdanskys und Rose Breuss' Tanzstück "Fragments of our time" am Wiener Theater Nestroyhof Hamakom verlorene Tänze wieder.
Bücherschau des Tages
15.01.2025 Die FAZ fragt sich mit Johanna Grillmayer, wie man in einer Welt nach dem Super-Gau überlebt. Außerdem schöpft sie mit Büchern von Philipp Blom und Jonas Grethlein Hoffnung. Die SZ spaziert mit Peter Handkes neuem Bühnen-Monolog durch den Schnee. Dlf empfiehlt Matteo B. Bianchis autobiografischen Roman "Von dem, der bleibt", in dem der Autor vom Suizid seines Ex-Partners erzählt.
Donnerstag, 16.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
16.01.2025 Die Filmkritiker lassen sich von Clint Eastwoods minimalistischem Slowburner "Juror #2" über einen befangenen Geschworenen in den Bann ziehen. Monopol bewundert die Leichtigkeit, mit der Albert Oehlen die archaischen Plastiken des Holocaust-Überlebenden Hans Josephsohn in Paris arrangiert. In der FAZ will der neue Albertina-Direktor Ralph Gleis nicht auf "Zwangsbeglückung", sondern auf Partizipation in Museen setzen. Und die SZ schickt mit Selen Kara in Essen einen deutschen Gastarbeiter nach Istanbul.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.01.2025 Die Aufarbeitung der Assad-Diktatur muss so schnell wie möglich erfolgen, ruft der Historiker Hubertus Knabe in der Welt. Im Spon-Interview will die Historikerin Margit Reiter die FPÖ als das bezeichnet wissen, was sie ist: rechtsextrem. Die taz fragt, wie Elon Musks Aufwachsen im Südafrika der Apartheid seine spätere Weltsicht prägte. Marko Martin wundert sich bei libmod.de schon gar nicht mehr über die Fadenscheinigkeit der BSW-Friedensrhetorik. Die Zeit fragt, ob die Christen in Syrien die neuen Machthaber begrüßen dürfen oder fürchten müssen.
Bücherschau des Tages
16.01.2025 Zeit und FAZ sind tief beeindruckt davon, wie Caroline Darian, Tochter Gisèle Pélicots, von den Folgen der schrecklichen Verbrechen ihres Vaters erzählt. Die Zeit rekonstruiert derweil ein Verbrechen mit Ursula Krechels Ministerin und weiteren Frauen. Die NZZ schwebt mit Charles Nodiers Abenteurroman über den Räuber Jean Sbogar zwischen der Tragik des realen Lebens und dem schönen Reich der Fantasie. Dlf vertieft sich hingerissen in die späten Gedichte von Andreas Koziol. Und Dlf Kultur ist begeistert von Khashayar J. Khabushanis Debütroman, der vom Schicksal eines Jungen erzählt, der von seinem Vater in den Iran entführt wird.
Freitag, 17.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
17.01.2025 Wie der Austausch von 33 Geiseln gegen tausend Terroristen und andere Häftlinge in Israel einzuschätzen ist, wird aus den Medien nicht ganz klar. Aber immerhin ist die Hamas entscheidend geschwächt, notiert die Zeit, während Israel sich laut Jüdischer Allgemeiner mit Bangigkeit und Hoffnung auf die Rückkehr der ersten Geiseln vorbereitet. Die taz freut sich, dass die Ukraine und Polen die einstigen blutigen Konflikte in Wolhynien jetzt gemeinsam aufarbeiten. In der New York Times erklärt John McWhorter den Unterschied zwischen einer "Actress" und einem "Female Actor".
Efeu - Die Kulturrundschau
17.01.2025 Einen wie ihn wird es im Kino nicht mehr geben: Der große, einzigartige David Lynch ist tot. Die Feuilletons trauern um einen Regisseur, der wie kein anderer die Schönheit im Schrecken fand. Die nachtkritik lernt dank Christopher Rüping am Thalia Theater Helden aus der zweiten Reihe kennen. Die FAZ verfolgt, wie sich Sigmar Polke im Madrider Prado Francisco de Goya einverleibt. Im SpOn-Interview rät der Architekt Friedrich von Borries den Kaliforniern, Los Angeles lieber erstmal nicht wieder aufzubauen. In der SZ denkt Natan Sznaider über die Neue Sachlichkeit nach.
Bücherschau des Tages
17.01.2025 FR und Dlf Kultur freuen sich über die Wiederentdeckung zweier jüdischer Schriftstellerinnen: Die FR bewundert, wie kühl und schroff sich Goncourt-Preisträgerin Anna Langfus in "Gepäck aus Sand" mit dem Weiterleben nach der Shoah auseinandersetzt. Dlf Kultur möchte aus Lotte Paepckes poetischem Roman "Ein kleiner Händler, der mein Vater war" am liebsten laut vorlesen. Die SZ beobachtet mit Reinhard Kleist David Bowie bei der Cleanwerdung in Berlin-Schöneberg. taz, SZ und Dlf Kultur verneigen sich außerdem vor Pelicot-Tochter Caroline Darian. Und die Welt zieht Wolfgang Koeppens Feuilletons den Romanfragmenten vor.
Samstag, 18.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
18.01.2025 Auf Bluesky präsentiert der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk einen Artikel der Prawda von 1981: Schon damals war Gerhard Schröder von der russischen Außenpolitik hellauf begeistert! Gilles Deleuze ware heute hundert geworden: Die Feuilletons überschlagen sich förmlich. Er war ein Vordenker in vielen Dingen, befinden sie und thematisieren sie, bis auf eins. Der RBB erzählt eine erstaunliche Geschichte über eine Frau, die wahrscheinlich nicht existiert.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.01.2025 Die SZ bewundert Gabriela Jolowiczs Schnappschüsse in Holz. Die FAS lauscht dem Buchclub des Popstars Dua Lipa auf Social Media. Die Filmkritiker trauern immer noch um David Lynch. In der Berliner Zeitung versenkt sich Slavoj Zizek psychoanalytisch in die Welt der von sexueller Energie hysterisch aufgeladenen Bösewichte Lynchs. Die nachtkritik applaudiert Mable Preachs Versuch, mit ihrer hoffnungslosen "Opera of Hope" die Oper zu entkolonisieren. Der Tagesspiegel erlebt eine Feier der Individualität mit der israelischen Bathseva Dance Company.
Bücherschau des Tages
18.01.2025 Die FAZ ist heute in Hochform und erkundet mit Annie Bourneufs "Im Rücken des Engels der Geschichte" die Bedeutung der jüngsten Entdeckung hinter Paul Klees Gemälde "Angelus Novus" für Walter Benjamins "interreligiöse Verständigung". Mit Robert Pursches "Umkämpftes Nachleben" taucht sie tief ein in die komplexe Geschichte der Wiederentdeckung Benjamins nach dem Krieg. Die taz versenkt sich in einen Band über den "Judenhass im Kunstbetrieb". Dlf Kultur liest mit Femi Kayodes "Gaslight" einen Krimi aus Nigeria und lernt im Band "Das verordnete Schweigen" wie Zensur wirkt.
Montag, 20.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
20.01.2025 Jubelszenen in Gaza: Die Hamas inszeniert die Übergabe der ersten Geiseln - aber es gibt unterschiedliche Perspektiven auf die Szene. Außerdem tritt heute "Trump 2.0" sein Amt an - Ivan Krastev erklärt in der Welt, warum er die Amerikaner besser versteht als diese sich selbst. Im Bundestagswahlkampf wird über die Angstthemen lieber nicht geredet, notiert die taz. Selbst Zeit und SZ fragen sich inzwischen, ob die Linke nicht in unguter Symmetrie zur Rechten steht. Im Matin d'Algérie prangert der Autor Kamel Bencheikh die Schließung der Editions Frantz Fanon durch das Regime an.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.01.2025 "Wenn der Wind weht, spüre ich, wie die Panik in mir zu pochen beginnt", schreibt in der SZ der Schriftsteller T.C. Boyle, der in den kalifornischen Wäldern ausharrt, trotz der Feuergefahr. Die Nachtkritik erklärt mit Eric de Vroedts Frankfurter Inszenierung von Arthur Millers Stück "Ein Blick von der Brücke" den Tod für beendet. Moritz Eggert protestiert auf Backstage Classical gegen eine offenbar anstehende GEMA-Reform, bei der die Klassik künftig deutlich benachteiligt sein könnte. Monopol findet bei Herbert Lindinger heraus, was hinter dem Muster auf den Sitzen der Berliner U-Bahn steckt.
Magazinrundschau
20.01.2025 In Le Grand Continent erklärt der Politologe Bruno Tertrais die Dialektik der Grenze in Donald Trumps nationalistischem Denken. LRB erinnert an den antimuslimischen Hindu-Nationalisten Savarka, dessen Denken unter Narendra Modi heute wieder en vogue ist, etwa wenn Liebesbeziehungen mit Muslimen als "Liebes-Dschihad" verunglimpft werden. In Ungarn gibt es faktisch keine Literaturkritik mehr, klagt der Schriftsteller Krisztián Grecsó bei HVG. Der New Yorker erklärt, wie Aufmerksamkeitskapitalisten unsere Hirne hacken.
Bücherschau des Tages
20.01.2025 Die SZ blickt mit den Erinnerungen des Auschwitz-Überlebenden József Debreczeni geradewegs in die Hölle. Die NZZ trifft in Armin Fuhrers Biografie über die Skandal-Tänzerin Anita Berber eine Frau, die die Abgründe der Zwanziger Jahre in Berlin mit Haut und Haaren verkörperte. Die FAZ hört beglückt eine Hörspiel-Version von Thomas Manns "Zauberberg", vorgetragen von Meister-Leser Gert Westphal. Und Dlf beugt sich über Michael Harriots unkonventionelle Geschichte der USA.
Dienstag, 21.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
21.01.2025 Der Guardian lernt in London fassungslos Simone de Beauvoirs Schwester Hélène kennen, die so radikal malte wie die Schwester schrieb. Die taz klettert mit Kieran Joel in Potsdam über die baumdicken Oberschenkel von Kim de l'Horizons Großmeer. Außerdem blickt die taz auf die Isolation israelischer DJs in der Elektro- und Clubszene. Die SZ liest zum fünfzigsten Todestag die traurigen, bissigen, melancholischen Exil-Gedichte von Mascha Kaleko.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.01.2025 Trump ist nicht Putin, das politische System Amerikas zeigt zwar Schwächen, aber es bietet ihm schon noch Widerstand, beruhigt der Politologe Stephan Bierling in FR und FAZ. Kamel Daoud erzählt in Le Point, wie sich die Atmosphäre der Angst, die in Algerien herrscht, zusehends auch nach Frankreich ausbreitet. taz und FAZ beleuchten den neusten Super-GAU im RBB und weisen in die Grundsätze der Verdachtsberichterstattung ein.
Bücherschau des Tages
21.01.2025 Die FAZ verfolgt gespannt, wie sich die Heldin aus Anne Korths "Protokoll einer Annäherung" von den Fangarmen eines Traumas befreien will. Die SZ amüsiert sich prächtig mit Jean Hanff Korelitz' Great American Novel "Die Nachzüglerin". Die NZZ wandelt mit José Maria Eca de Queiros durch das melancholische Portugal des 19. Jahrhunderts. Dlf empfiehlt Susanne Spahns Band über "Das Russland-Netzwerk". Dolce Vita, Gothic und Barbour-Chic, aber auch betörende Posen und Porträts: Dlf Kultur schwelgt in den Bildern des Modefotografen David Bailey.
Mittwoch, 22.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
22.01.2025 In FAZ und SZ rufen der amerikanische Ideenhistoriker Mark Lilla und die britische Schriftstellerin A.L. Kennedy die Demokraten aller Länder zum Kampf gegen Trump auf. Die Macht liegt aber ohnehin bei Elon Musk, fürchtet Timothy Snyder in der SZ. Israel könnte zum Verbündeten der Ukraine werden, überlegt Richard Herzinger im Perlentaucher. In der Welt legt der Politikwissenschaftler Minxin Pei dar, dass der chinesische Überwachungsstaat viel subtiler funktioniert als die Stasi. Die Antisemiten und Rassisten leben, meint Michel Friedman im Tagesspiegel mit Blick auf Musks Hitlergruß.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.01.2025 Die Feuilletons reagieren verhalten auf das diesjährige Programm der Berlinale: Zu wenige Stars, mutmaßt der Tagesspiegel. Aber eine vielfältige Filmauswahl, freut sich der Filmdienst. Die FAZ überkommt in einer Erfurter Ausstellung mit Venedig-Bildern von Friedrich Nerly schlimmstes Italien-Fernweh. Außerdem freut sie sich darüber, dass Silvia Costas Inszenierung von Karlheinz Stockhausens "Licht"-Zyklus an der Oper Lille in Zeiten beschworener maskuliner Energien das Weibliche feiert. Die GEMA verklagt den Musikgenerator Suno, weil er Dieter Bohlens Schreckensprojekt "Modern Talking" perfekt kopiert, staunt die SZ.
Bücherschau des Tages
22.01.2025 Die FAZ schätzt Cheon Myeong-kwans Roman "Eine Bumerangfamilie" über drei in der koreanischen Gesellschaft gescheiterte Geschwister als "raues antikapitalistisches Kammerspiel". Von Nicole Strüber lässt sie sich "Unser soziales Gehirn" erklären. Die SZ lässt mit Maja Lunde in "Für immer" die Zeit still stehen, hätte sich aber einen tieferen Blick in den Abgrund gewünscht. Die NZZ stimmt in das Lob über Julia Schochs Roman "Wild nach einem wilden Traum" ein.
Donnerstag, 23.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
23.01.2025 Die Filmkritiker begrüßen mit Matthew Rankin, der in "Universal Language" iranisches Exilkino nach Winnipeg holt, einen neuen Hoffnungsträger des Weltkinos. Der Tagesspiegel erlebt in Berlin mit Werken aus Odessa eine Lehrstunde europäischer Kunstgeschichte. Hyperallergic sieht sich in Oslo von der norwegischen Malerin Else Hagen von Wolken feministischer Angst umhüllt . Die Auswahl zum Theatertreffen 2025 teilt die Gemüter: Radikal, meint die SZ, die soziale Apathie greift ins Ästhetische über, zürnt die Welt.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.01.2025 In der Zeit schildert die Ökonomin Shoshana Zuboff, wie Staatsmacht und Privatmacht in den sozialen Medien fusionieren - und wie sie Bluesky vor Manipulation schützen will. In der NZZ erzählt Irina Rastorgujewa, mit welchen falschen Versprechen die russische Regierung Ausländer nach Russland lockt. Hanser-Verleger Jo Lendle erklärt im Zeit-Gespräch, warum er jetzt englischsprachigen Verlagen Konkurrenz machen will. Und der Fall Gelbhaar ist weder für die Grünen, noch für den RBB ausgestanden.
Bücherschau des Tages
23.01.2025 Die FAZ bewundert die sprachliche Schlagfertig- und Eigensinnigkeit der uruguayischen Dichtern Christina Peri Rossi. Dlf gründet mit Matias Riikonen in den finnischen Wäldern einen Kinderstaat namens "Matara". Die Zeit entdeckt in einer Sammlung mit unveröffentlichten Erzählungen von Siegfried Lenz das heimliche Gründungsdokument der "Letzten Generation". Die FAZ bewundert außerdem, wie filigran Ursula Krechel drei Frauen gegen Rollenerwartungen kämpfen lässt.
Freitag, 24.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
24.01.2025 Mauer Tag heute. Die NZZ macht eine Bestandsaufnahme der Situation in Syrien, wo Ahmad al-Sharaa (früher Al Dscholani) das Gleichgewicht zwischen seinen islamistischen Kämpfern und den kriegsmüden syrischen Bürgern halten muss. Vielleicht gibt es bald keine Juden mehr in Europa, weil die sich in den Golfstaaten und Marokko sicherer fühlen als hier, meint Leon de Winter in der Jüdischen Allgemeinen. Die FAZ empfiehlt eine Ausstellung im Folkwang Museum, wo die Bilder von Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge veranschaulichen, wie Reportage als Werkzeug der Aufklärung dient.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.01.2025 Die Feuilletons beugen sich über die Oscarnominierungen: Jacques Audiards "Emilia Perez" führt mit dreizehn Nominierungen, aber der Tagesspiegel setzt seine Hoffnung eher auf Brady Corberts Epos "The Brutalist". Das Europaparlament kritisiert die Festnahme Boualem Sansals in einer Resolution. Die SZ bekommt mit Alexander Eisenachs Palmetshofer-Inszenierung "Sankt Falstaff" in München ein Lehrstück in maskulinem Machtgebaren geboten. Yuval Raphael, Überlebende des Hamas-Massakers, wird für Israel beim ESC antreten, melden die Zeitungen. Die taz versichert, dass auch das neue Album von Punk-Urgestein EA80 gewohnt sperrig und gradlinig ist.
Bücherschau des Tages
24.01.2025 FAZ und Welt blicken mit Jozsef Debreczenis Erfahrungsbericht aus den Konzentrationslagern Auschwitz und Groß-Rosen auf den ganzen Terror der Deutschen. Der Dlf wird indes von Bogdan Musial umfassend über die "Lagermedizin" in Auschwitz aufgeklärt. Die FAZ lässt sich von dem Juristen Gerd Hankel außerdem erklären, wie Internationales Recht durchgesetzt wird. FR und Dlf ziehen sich mit Carys Davies im Sommer 1843 auf eine einsame Shetlandinsel zurück. Und der Dlf Kultur taucht ab in die politische Lyrik von Sebastian Schmidt und lernt Zuhören von Bernhard Pörksen.
Samstag, 25.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
25.01.2025 Die FAS hört in Bologna das aufgebrachte Vogelkreischen und Fuchsgebell in den Bildern des Malers Antonio Ligabue. Die SZ erkennt anhand von Halina Reijns "Babygirl": Die interessantesten Filme sind jene, in denen Frauen auf alle herabblicken. Die SZ besucht außerdem das eine Milliarde Dollar teure Grand Egyptian Museum in Kairo, wo extra Platz für die Berliner Nofrete gelassen wurde. Die FAZ erliegt in Berlin noch einmal dem verschwörerischen Zwinkern von Trisha Brown. Und ND wird zum Ohrenzeugen der Entstehung einer Bach-Toccata, wenn Ilya Shmukler sie spielt.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.01.2025 Die Ära des Luxuspazifismus, in der die Europäer jahrzehntelang lebten, ist jetzt vorbei, hält Peter Sloterdijk im FR-Interview fest. Die EU darf die Belarussen nicht alleine lassen, fordert der Oppositionelle Valery Kavaleuski in der taz mit Blick auf die anstehenden Wahlen. Kein Preis ist zu hoch für die Freilassung der Geiseln, betont die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev im SZ-Gespräch. Im Spon-Interview erklärt Iwan Kolpakow, Chefredakteur des unabhängigen russischen Online-Mediums Meduza, wie die russischen Repressionen die Finanzierung des Portals bedrohen.
Bücherschau des Tages
25.01.2025 Ein starker Bücher-Samstag: Große Literatur liest die SZ, wenn Jonas Lüscher in seinem neuen Roman das eigene Leben mit dem von Peter Weiss verwebt und dabei über das Verhältnis von Mensch und Maschine nachdenkt. Der FAZ wird ganz schwindelig zumute, wenn Mieko Kanai sie in atemberaubenden Sätzen durch das Tokio der Neunziger treibt. Die FAS verdankt Edouard Louis' neuem Mutter-Roman geradezu "globale" Erkenntnisse über Armut und Gewalt. Die taz denkt in einer Anthologie mit zwanzig zeitgenössischen Schriftstellerinnen über Wendepunkte des Lebens nach. Und die NZZ lernt von Gerty und Hugo von Hofmannsthal das Geheimnis einiger guten Ehe kennen.
Montag, 27.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
27.01.2025 Heute vor achtzig Jahren wurde Auschwitz von der Roten Armee befreit. Aktuelle Ereignisse durchbrechen die eingespielte Gedenkroutine. Michel Friedman erklärt in einer Gedenkrede, abgedruckt in der SZ, warum er genug hat von der Behauptung, man könne nicht mehr tun gegen wachsenden Antisemitismus in Deutschland - der Staat habe sehr wohl die Mittel sich zu wehren. Außerdem wundert sich Timothy Garton Ash im Spiegel-Gespräch: Wenn man sich den deutschen Wahlkampf anguckt, könnte man auf die Idee kommen, wir lebten noch im Frieden.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.01.2025 Die Kritiker sind beeindruckt von Michael Wertmüllers gedankenstarker Oper "Echo 72" über das Attentat auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele 1972. Komponisten von E-Musik können nicht von ihrem Schaffen leben, sagt Helmut Lachenmann bei VAN. Der verstorbene Regisseur Bertrand Blier entdeckte Gérard Depardieu, als der noch ein ungeschliffener Rohdiamant war, erinnert der Filmdienst. Und Zeit Online rät jedem, der über den Klimawandel zu verzweifeln droht, in die Literaturwelt des Solarpunks einzutauchen.
Magazinrundschau
27.01.2025 New Lines lernt, wie man ein Gletscherbaby züchtet. In Atlantic blickt Anne Applebaum auf die Rasputins des 21. Jahrhunderts. E-Autos sind auch nicht grün, seufzt der New Statesman. Meduza fragt, warum schwule Russen in Amerika im Knast sitzen. Der New Yorker blickt in den Abgrund von Assads Folterkammern. Der Verleger John Merrick beklagt in Eurozine den wachsenden Konformismus im Verlagswesen. Projekt porträtiert zwei der reichsten Männer Russlands.
Bücherschau des Tages
27.01.2025 Die FAZ stellt Jugendbücher vor: Kathrin Steinberger erzählt ihr in "Der Rosengarten" vom Ersten Weltkrieg und einer jungen Liebe in Wien. Amani Paddas liefert ihr mit "Und dazwischen irgendwo wir" einen spannenden Roman aus dem Young-Adult-Genre. Der "Sonderzug" der deutschen Beziehungen zu Russland ist schon lange entgleist, kann die SZ mit dem Buch des Historikers Bastian Matteo Scianna feststellen. Die NZZ erfährt von Lou Osborn und Dimitri Zufferey, was nach dem Tod von Jewgeni Prigoschin aus der Wagner-Gruppe geworden ist, nämlich das einflussreiche "Africa Corps".
Dienstag, 28.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
28.01.2025 Putin stellt sich neben Hitler und Stalin und alle Welt schaut zu, sagt der Holocaust-Überlebende Roman Markovych Shvartsman im FR-Interview. Indes erinnern die Literaturwissenschaftlerin Sylvia Sasse und die Literaturübersetzerin Iryna Herasimovich bei Geschichte der Gegenwart daran, wie Alexander Lukaschenko einst Hitler unverblümt als Vorbild bezeichnete. LeJournal.info klärt Frankreichs Rechte und Linke auf: Gaza ist nicht Auschwitz. Auf Zeit Online wünscht sich der liberianische Politikwissenschaftler Gyude Moore eine europäische Führungsrolle.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.01.2025 Der Perlentaucher wird demnächst 25! Er lanciert eine Kritikerumfrage, die heute startet: "Welches waren für Sie die fünf prägendsten Bücher der deutschsprachigen Literatur seit 2000?" Ijoma Mangold antwortet als erster. Die Theaterkritiker applaudieren: Die SZ wird bei Tobias Kratzers Berliner Inszenierung von Richard Strauss' "Frau ohne Schatten" Zeuge einer gekonnten Entzauberung. Die taz staunt über den Minimalismus, mit dem Tilmann Köhler Durs Grünbeins Dresden-Roman "Der Komet" ebendort auf die Bühne bringt. Die taz freut sich außerdem, die völlig in Vergessenheit geratene Expressionistin Else Hertzer in einer Ausstellung in Berlin wiederzuentdecken.
Bücherschau des Tages
28.01.2025 Die FAZ kann sich dank Thomas Hellmuths kenntnisreicher Darstellung mit der Geschichte des "Austrofaschismus" auseinandersetzen. Bela B Felsenheimers Roman "Fun" über einen Missbrauchs-Skandal um eine bekannte Rockband findet sie gar nicht lustig. Die taz streunt mit dem Helden aus Ricardas Gavelis Roman "Vilnius Poker" durch die litauische Geschichte. Die NZZ empfiehlt Jovana Reisingers Buch "PLEASURE" als Provokation und Manifest für Glam und Kitsch. Dlf freut sich sehr über die neue Thomas-Brasch-Edition "Du mußt gegen den Wind laufen".
Mittwoch, 29.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
29.01.2025 Die FAZ springt mit Johan Simons' Adaption von Elena Ferrantes Roman "Meine geniale Freundin" am Schauspiel Bochum "leichtfüßig über alle Genregrenzen." Außerdem berichtet sie entgeistert über die Untiefen der Kulturpolitik in Russland, wo Museumsmitarbeiter in Wehrertüchtigungslagern fitt gemacht werden. In der Welt erklärt Regisseurin Mareike Engelhardt, weshalb auch Frauen, die sich dem IS angeschlossen haben, Täterinnen sind. Die atonale Musik hat die Menschheit definitiv schlauer gemacht, denkt sich die SZ während einer John-Adams-Interpretation des Pianisten Víkingur Ólafssons.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.01.2025 In der FAZ ruft der Rechtshistoriker Samuel Moyn die Liberalen auf, sich vom Neoliberalismus zu befreien. Die Welt findet indes, Europa solle sich ein Beispiel an Trumps Nationalismus nehmen. In der FR verteidigt der Ökonom Jeffrey Sachs Russland. Der NS-Historiker Ulrich Herbert (taz) und der Rechtswissenschaftler Lothar Zechlin (FAZ) protestierten gegen die Resolution gegen Antisemitismus an Hochschulen.
Bücherschau des Tages
29.01.2025 FAZ und FR gehen in die Knie vor Jonas Lüschers "Verzauberte Vorbestimmung": Die FAZ folgt nur zu gern den verschlungenen Erzählpfaden durch die Jahrhunderte, vorbei an Cyborgs, Peter Weiss und Neu-Kairo. Die FR bewundert, wie der Roman vom Tod erzählt und doch vor Lebendigkeit glüht. Die FAZ freut sich von Michael Köhlmeiers umfangreicher Gitarrensammlung zu lesen. Dlf ist erschüttert von Julian Borgers Erzählung über seinen Vater, dessen Eltern ihn als Pflegekind nach Großbritannien schickten, um ihn vor den Nazis zu retten.
Donnerstag, 30.01.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
30.01.2025 Die Filmkritiker blicken auf Brady Corbets episches Gemälde "The Brutalist": Die Welt sieht hier auch ein zaghaftes Plädoyer für den Zionismus. Der Tagesspiegel setzt sich im Berliner Haus der Kunst in ein riesiges Nest aus bunten Kabelbindern. Ebenfalls im Tagesspiegel spricht Edouard Louis über Schuld und Hass auf seine Mutter. Die NZZ staunt in Hamburg, wie Gordon Kampe eine Putin-Rede erlkönighaft in ihre Einzelteile zerlegt.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.01.2025 "Wenn der Geist des Populismus erst mal aus der Flasche ist, dann kriegt man ihn relativ schwer wieder rein", warnt der Soziologe Steffen Mau im FR-Interview mit Blick auf den Vorstoß der CDU in Sachen Migration. Die Untätigkeit der etablierten Parteien in Rumänien hat zur Wahl des Populisten Calin Georgescu geführt, meint der Schriftsteller Jan Knoeffke in der NZZ. Nur 48 Prozent der Weltbevölkerung glauben daran, dass der Holocaust stattgefunden hat, hält Marina Rosenberg, Präsidentin der Anti-Defamation League in den USA, im Zeit-Gespräch fest.
Bücherschau des Tages
30.01.2025 Die FAZ annonciert gleich zwei glänzende Rilke-Biografien von Manfred Koch und Sandra Richter. Außerdem birgt sie einen Schatz mit Victor Heringers Roman über eine schwule Liebe während der brasilianischen Militärdiktatur. Die Zeit dankt dem Dokumentarfilmer Stephan Lamby für die Geduld, mit der er sich jenen Verwandten und Freunden nähert, die in aller Welt auf Populisten hereinfielen. Und Dlf Kultur staunt über die dreizehn Interpretationen, die Ismael Kadare von einem Telefongespräch zwischen Stalin und Boris Pasternak zusammengetragen hat.
Freitag, 31.01.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
31.01.2025 Der Schock über Friedrich Merz' Abstimmungscoup im Bundestag und über die hämisch jubilierende AfD ist groß. Auch die Feuilletons versuchen ihn in vielen Artikeln zu verarbeiten: "Das Konzept der Entzauberung populistischer Demagogie durch den Praxistest hat noch nirgendwo funktioniert", warnt der Historiker Martin Sabrow im Tagesspiegel. Wenig Berichterstattung gibt es bisher über den islamistischen Mord an dem Islamkritiker Salwan Momika in Schweden. Die FAZ hofft auf eine Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Efeu - Die Kulturrundschau
31.01.2025 Die NZZ taucht ein in verwunschene Biberteiche in einer Ausstellung mit nordischer Malerei in Basel. Die taz staunt, wie Calixto Bieito den Palast der Republik in seiner Pariser "Rheingold"-Inszenierung noch einmal untergehen lässt. Zeit Online und Welt sehen die ganze Geschichte der USA in einer Person in Alexander Horwaths brillantem Essayfilm "Henry Fonda for President". Und alle trauern um die große Marianne Faithfull, die "Ingeborg Bachmann der Popmusik", wie die SZ schreibt
Bücherschau des Tages
31.01.2025 Die FAZ lässt sich von Dorothea Weltecke erklären, warum Religionen erst im Mittelalter entstanden. Die NZZ flüchtet mit Adolf Muschg in ein neues Leben. Der Dlf erntet mit dem Lyriker Hans Thill Metaphernkraut und liest zeitgenössische Literatur aus Taiwan. Und der Dlf Kultur folgt mit Yael van der Wouden dem Schicksal enteigneter Juden in den Niederlanden der sechziger Jahre.