Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 14.59 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Freitag, 01.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß

01.11.2024 Die nächste Woche könnte die Wiederkehr des Joker bringen. Fast alle Medien bringen Interviews mit besorgten Experten. Diesmal wird's noch schlimmer als in der ersten Amtszeit, fürchtet die amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Pavlina R. Tcherneva in der taz, denn Trump will die institutionellen Strukturen zerschlagen. Die Welt fordert dem iranischen Tiger endgültig die Zähne zu ziehen. In der FAZ sorgt sich der Literaturwissenschaftler Zaal Andronikaschwili derweil um die georgische Kultur unter dem russlandfreundlichen Milliardär Bidsina Iwanischwili.

Efeu - Die Kulturrundschau

Stoßseufzer des Nihilismus

01.11.2024 NZZ und Tagesspiegel erliegen dem morbiden Charme von The Cures neuem Album, die SZ vermisst was fürs Herz. Die Komödie am Kurfürstendamm wird Hundert, in der FAZ ist Katharina Thalbach immer noch stinksauer über den Abriss des Theaterhauses. Artechock hätte sich von Andres Veiels Riefenstahl-Doku mehr Einordnung gewünscht. Monopol lässt sich von Max Herre erklären, warum die Einrichtungsgegenstände seines Großvaters Richard plötzlich bunt sind.

Bücherschau des Tages

Augenöffner für die Gegenwart

01.11.2024 Die FAZ staunt, wie die Historikerin Tatjana Tönsmeyer empirisch dicht und vergleichend deutsche Besatzung als gesamteuropäische Erfahrung darstellt. Die FR erkennt in Manfred Krugs Tagebüchern aus den Nullerjahren, dass dessen Kritik an Staat und Gesellschaft noch heute gilt. Der Dlf Kultur liest mit angehaltenem Atem Wang Xiabos kafkaesken Debütroman "Das goldene Zeitalter" über die Folgen der chinesischen Kulturrevolution. Mit Carlo Levi macht der Dlf Kultur eine Reise durch das zerrissene Nachrkriegsdeutschland des Jahres 1958.

Samstag, 02.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Menschen glauben dem Körper

02.11.2024 Es ist die große Stunde der Prognosen: In der Welt fürchtet der Schriftsteller Jonathan Franzen eine jahrelange Periode des bewaffneten Widerstands nach einem Wahlsieg von Kamala Harris. In der FAS tippt der Soziologe Richard Sennett auf Trump: Amerika sei zwar eine Demokratie, aber keine sonderlich intelligente. In der FAZ skizziert der Amerikanist Johannes Völz die katholischen "Aristopopulisten" hinter Trump. Der Historiker Karl Schlögel beschwichtigt indes: Die Amerikaner haben die Fähigkeit des Durchwurstelns. Außerdem: Die Ampelkoalition und die Union haben sich auf einen Entwurf für die Resolution gegen Antisemitismus geeinigt, meldet Spon.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sie entscheiden sich fürs Schweigen

02.11.2024 "Ein Schriftsteller, der das literarische Sprechen boykottiert, ist wie ein Musiker, der die Musik boykottiert", sagt der israelische Schriftsteller Ron Segal in der FAZ, fassungslos angesichts des Israel-Boykottaufrufs seiner Kollegen. Die FAZ hört bei der 17. Kunstbiennale in Lyon außerdem die Stimmen von Flüssen und wütenden Kochtöpfen. Die SZ versenkt sich tief in den "kammermusikalischen Minimalismus" der Jazz-Musiker Nils Wülker und Arne Jansen. Die taz denkt in der Ausstellung "Fellow travellers" im ZKM Karlsruhe über die Grenze zwischen Kunst und politischem Aktivismus nach.

Bücherschau des Tages

Dann taucht auch noch Kafka auf!

02.11.2024 Die FAZ liest mit Lana Lux' "Geordnete Verhältnisse" einen erschütternd realistischen Roman über eine toxische Beziehung. In Irina Rastorguevas Buch über den russichen Propaganda-Apparat sieht sie das beklemmende "Zeugnis einer Scheinwelt." Ein Polit-Epos, das sich vom vom Euphrat bis zum Rhein erstreckt, hält die FR mit dem Roman "Sankofa" des verstorbenen deutsch-türkischen Schriftstellers Dogan Akhanli in Händen. Die Welt amüsiert sich prächtig mit Joachim Meyerhoffs Roman "Man kann auch in die Höhe fallen". Und die SZ verkündet mit dem neuen "Lucky Luke" -Comic vom französischen Duo Achdé und Jul eine "Letzte Runde für die Daltons"

Montag, 04.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Dieses riesige Reservoir an Schamgefühlen

04.11.2024 Auch antiisraelischen Antisemitismus will die neue Bundestagsresolution "Nie wieder ist jetzt" bekämpfen - das sorgt in den Medien für viel schlechte Laune. Die FAZ fürchtet "grenzenlose Gesinnungsschnüffelei". Dahinter kann nur die, äh, "proisraelische" Lobby stecken, so der Deutschlandfunk. Bei den amerikanischen Wahlen kommt's auf die Frauen an, so die SZ. Und auf die Männer, so die Soziologin Arlie Russell Hochschild in Zeit online. Und er läuft und läuft und läuft eventuell bald nicht mehr, so Ulf Erdmann Ziegler in der NZZ zum Mythos VW.

Efeu - Die Kulturrundschau

Hohl, hörst Du? Alles hohl da unten!

04.11.2024 Der Büchner-Preis ging am Samstag an den Schriftsteller Oswald Egger. Entzückt waren die Feuilletons sowohl von der Laudatio Paul Jandls als auch von der Dankesrede des Dichters, der sich in einen wahren "Rollenspiel-Furor" hineinsteigerte, wie die Berliner Zeitung staunt. Nachtkritik und taz loben Leonie Rebentischs Adaption von Charlotte Gneuß' vieldiskutiertem DDR-Roman "Gittersee" am Berliner Ensemble. Die taz besteigt in einer Ausstellung in Wolfsburg einen von Leandro Erlich erschaffenen Mond. Außerdem beobachtet sie, wie die italienischen Postfaschisten den Futurismus wiederbeleben wollen.

Bücherschau des Tages

Ein gelber Hund in der Nähe

04.11.2024 Feminismus gab es auch schon in der Steinzeit, erfährt die FAZ aus Hannelore Cayres Krimi "Finger ab". In James McBrides Roman "Himmel & Erde" spiegelt sich die ganze amerikanische Gesellschaft in einem Gemischtwarenladen wider, staunt sie außerdem. Die SZ lernt von Christian Schweppe, dass es mit der "Zeitenwende" leider nicht weit her ist. Die taz empfiehlt Olga Grjasnowas Roman "Juli, August, September". Und die FR ist begeistert von Maria Stepanovas Roman "Absprung", in dem die Heldin M. eine märchenhafte Abzweigung nach der anderen nimmt.

Dienstag, 05.11.2024

Magazinrundschau

Unterschätzte Schwärmerei

05.11.2024 Die London Review erinnert an misshandelte Palästinenser und vertriebene Juden im Irak. New Lines sucht die Dschinns in Tunesien. The Insider gibt einen Einblick in russsische Methoden der Zwangsrekrutierung. In Magyar Narancs feiert die Choreografin Adrienn Hod Tänzerkörper in jeder Form. Der New Yorker erforscht die Rolle der Assad-Familie im internationalen Drogenhandel mit Captagon.

Efeu - Die Kulturrundschau

Von Jazz, über Soul zu Pop

05.11.2024 Der Prix Goncourt geht 2024 an Kamel Daoud für dessen Roman "Houris": Diese Entscheidung ist "ein Segen für Frankreich und darüber hinaus", jubelt die SZ. FAZ und FR applaudieren Nadia Loschky zu ihrer Inszenierung von Alban Bergs Oper "Lulu" in Frankfurt, die die Heldin als reale Frau und nicht als mythisches Wesen zeigt. Die taz schaut sich in der albanischen Theaterszene um. Die Musikkritiker trauern um den Komponisten und Musikproduzenten Quincy Jones.

9punkt - Die Debattenrundschau

Teilweise Aussetzung der Demokratie

05.11.2024 Die amerikanischen Wahlen werfen ihren drohenden Schatten über die deutsche Öffentlichkeit. Aber hat Aufbleiben Sinn? Erst um 4 Uhr deutscher Zeit kommen morgen die letzten Ergebnisse der Swing States, warnt die taz. Über die Bundestagsresolution "Nie wieder ist jetzt" wird weiter gestritten: Schränkt sie die Freiheit von Antisemiten ein? Mehr als vier Jahre nach dem Mord am französischen Lehrer Samuel Paty beginnt heute der Prozess in Paris: Er wird nachzeichnen, wie Paty im Stich gelassen wurde, so die FAZ.

Bücherschau des Tages

Die Frage nach dem Paradies

05.11.2024 Die FAZ amüsiert sich mit Tine Melzers Roman "Do Re Mi Fa So" über einen erfolgreichen Bariton, der von einem auf den anderen Tag beschließt, nicht mehr aus seiner Badewanne auszusteigen. Vom Biologen Bernhard Kegel lernt sie, wie man "Mit Pflanzen die Welt retten" kann. Die SZ folgt Raphaëlle Reds Heldin "Adikou" auf ihrer Suche nach Zugehörigkeit, die sie von Paris nach Togo bis in die USA führt. Dlf erfährt von den Journalisten Russ Buettner und Susanne Craig, dass Donald Trump mitnichten ein Selfmade-Millionär, sondern vielmehr ein "Lucky Loser" ist. 

Mittwoch, 06.11.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Harre bis ins Grab

06.11.2024 Helden werden gebraucht, wenn nicht alle Menschen gut sind, lernt die FAZ in einer Berliner Ausstellung, die dem in der Sowjetunion ermordeten ukrainischen Dichter Wassyl Stus, gewidmet ist. Die Welt huldigt anlässlich einer neuen Einspielung Wilhelm Grosz, einem flamboyanten Übertalentierten der Musikgeschichte. Die SZ lässt sich in Zürich von Kirill Serebrennikows Inszenierung der Schnittke-Oper "Leben mit einem Idioten" erschüttern. Der Tagesspiegel lernt Thomas Mann in André Schäfers Doku "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann" als glücklichen Oscar Wilde des 20. Jahrhunderts kennen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Sind Sie ein guter Mensch oder nicht?

06.11.2024 Die Debatte um die Bundestagsresolution "Nie wieder ist jetzt" verschärft sich: Scharf ist der Widerstand von akademischer Seite, wo man sich mit israelbezogenem Antisemitismus nicht so befassen möchte. Frauen im Iran, die gegen das Kopftuch protestieren, schön und gut - aber in Deutschland ist Kritik am Kopftuch "rechts", findet Sonja Zekri in der SZ. Und Trump? Nun ja, der wird uns noch vier Jahre lang beschäftigen...

Bücherschau des Tages

Übergroße, verzehrende Selbstfixierung

06.11.2024 Die FAZ ergründet zusammen mit Elke Brüns unser geheimnisvolles Verhältnis zu den Dingen. Im Roman "Mandel" der südkoreanischen Autorin Won-pyung Sohn sieht sie eine luzide "Anleitung zum Wiedererlernen echter Gefühle". Mit Fabio Lanz' Krimi "Ikarus" blickt die NZZ hinter die Fassade der feinen Zürcher Gesellschaft. Dlf Kultur ist gleichzeitig fasziniert und erschüttert von den Briefen der Schweizer Schriftstellerin Adelheid Duvanel. Die FR lässt sich von Margarete Zimmermann kenntnisreich den Weg durch das Werk Christine de Pizans weisen.

Donnerstag, 07.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Kandidat der Neinsager

07.11.2024 Wohin die Reise für die Ukraine nach den US-Wahlen geht, macht Wladimir Putinin den letzten Stunden deutlich, als er Kiew mit Drohnenbeschuss überzog, Zehntausende drängeln sich in den U-Bahnhöfen. Währenddessen: Donald Trump hat bei allen dazugewonnen, Frauen, Latinos, Schwarzen, Weißen sowieso. Selbst in absoluten Zahlen hat er diesmal gewonnen. Wie konnte das geschehen? Die SZ diagnostiziert beim Wahlvolk: Angst vor den Zumutungen der Moderne. Die FAZ empfiehlt, diese Angst auch hierzulande nicht zu ignorieren. Die FR fürchtet sich derweil vor den alten Männern - Trump, Putin, Xi Jinping - die jetzt die Welt beherrschen und denen für Triebaufschübe die Zeit fehlt. Außerdem: Die Antisemitismusklausel sorgt immer noch für Diskussionen. Und ach ja, die Bundesregierung hat sich aufgelöst. Daran soll Trump aber nicht schuld sein.

Efeu - Die Kulturrundschau

Im Bereich des Unsichtbaren

07.11.2024 Die Kritiker feiern Ali Ahmadzadehs iranischen Thriller "Critical Zone": Die FAZ dringt hier weit vor ins "Nachtgewebe" Teherans, die FR erlebt ein "Kinowunder". Der Hanser-Verlag trennt sich von seiner Literaturzeitschrift Akzente: Die SZ blickt wehmütig in die Zeit zurück, in der Verlage und Literaturzeitschriften selbstverständlich zusammen gehörten. Der Tagesspiegel freut sich über das neue Museum für Moderne Kunst in Warschau und findet gar nicht, dass es wie ein Schuhkarton aussieht. Die FAZ bewundert die Malerin Elfriede Lohse-Wächtler in Hamburg als "stilistisch virtuose Inszenatorin ihrer selbst."

Bücherschau des Tages

Großer Topf explosiver Lebenssituationen

07.11.2024 Die FAZ streift mit Anna Maria Stadler durch Salzburg und beobachtet fluide Identitäten. Die taz lässt sich von Dervis Hizarci erklären, wie man mit Schülern über Antisemitismus diskutiert. Die Zeit flieht mit Joachim Meyerhoff vor dem Empörungsparkinson der Berliner aufs Land. Der Dlf stemmt theologische Brocken von Kierkegaard, Stefano Levi Della Torre, Simone Weil und einem mit und über Bataille meditierenden Knut Ebeling. Dlf Kultur amüsiert sich über "Liebe, Sex und Erblichkeit" bei Tier und Mensch.

Freitag, 08.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Niemand applaudiert

08.11.2024 Wie konnten die Demokraten in Amerika so gedemütigt werden? Sie sind selbst schuld, sie sind Akteure einer tiefen sozialen Spaltung, schreibt der New-York-Times-Kolumnist David Brooks. Nach dem Bruch der Ampel denkt Gustav Seibt inder SZ über das Problem des Liberalismus nach: Negative Freiheit, sagt er an die Adresse Christian Lindners, wird immer irgendwann zur Freiheit des Stärkeren. Für Simon Strauß in der FAZ leidet der starke Auftritt des Kanzlers an der Sichtbarkeit des Teleprompters. Und Marko Martin hat im Schloss Bellevue geredet - aber dem Hausherren dürfte es nicht sehr gefallen haben.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Schönheit eines flüchtigen Augenblicks

08.11.2024 Die Zeitungen trauern um den Künstler Daniel Spoerri, der im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Tagesspiegel und Zeit fragen sich, wie Popkultur und Wahlniederlage von Kamela Harris zusammenhängen. Was Antigones Schwester Ismene von deren Märtyrertum hält und wie das mit heutigen Protestbewegungen zusammenhängt, lernt der Tagesspiegel bei Athena Farrokhzad und Farnaz Arabi am Theater an der Parkaue. Artechock freut sich, dass gelungene Bandenkrieg-Thriller auf dem Filmfest Mannheim-Heidelberg gezeigt werden.

Bücherschau des Tages

Besuche bei Bekannten

08.11.2024 Der Dlf liest fasziniert Tash Aws Porträt seiner Familie, die sich durch die Auswanderung entfremdet hat. Die FAZ blickt mit dem amerikanischen Historiker Eric H. Cline gebannt auf die Völker, die die Transformationen der Spätbronzezeit bewältigen mussten. Der NZZ wird Clara Schumann in Christine Eichels Biografie nicht sympathischer. Die SZ begleitet Gabriele Tergit 1933 "Im Schnellzug nach Haifa". Dlf Kultur sucht mit "Morris" Omas ausgebüxten Hund.

Samstag, 09.11.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Duktus melancholischer Vergeblichkeit

09.11.2024 Die FAZ sammelt Stimmen zum Antisemitismus im Literaturbetrieb. Die Welt blickt mit Gregor Schneider in die Leere, die einst Lützerath war. Der taz ist das neue Interesse an der DDR-Architekturmoderne nicht ganz geheuer. Die SZ berauscht sich an einer Flaschenpost von Chopin aus dem Jenseits. Ronya Othmann erzählt in der FAS von ihrer Reise zum Ukrainischen Literaturfestival und Lyrikerinnen an der Front.

9punkt - Die Debattenrundschau

Nichts ist verborgen

09.11.2024 Heute ist also der 9. November. Vor 35 Jahren ist die Mauer gefallen. Marko Martin kommt in t-online.de auf seine Rede im Schloss Bellevue zurück, die Frank-Walter Steinmeier so erzürnte. Die Welt bringt die Rede im Wortlaut. In der taz streiten sich Katja Hoyer und Anne Rabe über die DDR. Aber es gibt auch viele andere Themen: Marci Shore, Jan Gerber, Peter Sloterdijk machen sich in verschiedenen Medien Gedanken über den Rechtspopulismus: Zieht der Faschismus-Vergleich? Auch vielleicht bei den Taliban, die laut Zeit neue Jungfrauentests entwickeln?

Bücherschau des Tages

Ohne weltvergessen zu sein

09.11.2024 Ohne mit der Seele zu blinzeln stürzt sich Nico Bleutge für für den Deutschlandfunk in die finnlandschwedische Gedichte und einen Roman Henry Parlands. Dlf Kultur lernt aus  Lutz Hachmeisters nachgelassener Studie über "Hitlers Interviews", dass man Diktatoren besser nicht interviewt. Die SZ rät, sich in ein "Freisitzmöbel in Korbstuhloptik" zu fläzen und dringend Roman Ehrlichs Roman "Videotime" zu lesen. Die FAZ ist mit Franz Dodel "Nicht bei Trost".

Montag, 11.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Angenommen, es gäbe einen Handelskonflikt

11.11.2024 Der Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe zieht in der FAZ eine gnadenlose Bilanz deutscher Politik in den letzten Jahrzehnten. Ein Szenario werde denkbar, "wie es die späte DDR kennzeichnete". Im Spiegel warnt der Politologe Jan-Werner Müller mit Blick auf Trump und andere Autokraten: Beim zweiten Mal wird's immer noch schlimmer. FAZ und Zeit online kommen auf Marko Martins Rede im Schloss Bellevue zurück. Die New York Times und andere fragen: Was geschah in Amsterdam?

Efeu - Die Kulturrundschau

Schattenspiel des Geistes

11.11.2024 Die taz öffnet mit den Textilarbeiten der aus Rumänien stammenden Künstlerin Marion Baruch, die sie in Aachen und Krefeld bewundert, eine Tür ins Nichts. Die SZ erfährt von Nicholas Potter und Stefan Lauer, die zum Thema Antisemitismus forschen: In der linken Clubkultur ist Antisemitismus angesagt. Die Kritiker trauern um den Schriftsteller Jürgen Becker. Die SZ begibt sich mit Stefan Bachmanns Wiener Inszenierung von Stefano Massinis "Manhattan Project" auf einen rasanten Ritt durch die Geschichte der Atombombe.

Bücherschau des Tages

Ein ins Groteske verschobenes Porträt

11.11.2024 Die taz zieht den Hut vor Tobi Dahmen und seiner eindrucksvollen Graphic Novel "Columbusstraße" über die Geschichte seiner Familie während des Nationalsozialismus. Die Welt erkennt in Jonathan Guggenbergers Kunstbetriebssatire "Opferkunst" viele bekannte Gesichter. Die NZZ geht mit der Biografie "Jagd auf den Falken" von Julia Fox und John Guy dem Schicksal Anne Boleyns nach. Und der Dlf ergründet mit Ute Frevert die "Verfassungsgefühle" der Deutschen.

Dienstag, 12.11.2024

Magazinrundschau

Hartnäckige Neugier auf die Welt

12.11.2024 In Le Grand Continent analysiert der Historiker Lorenzo Castellani die "beschleunigte Reaktion", die für die Wahl Donald Trumps verantwortlich sei. Die New York Times erzählt eine Geschichte vom Leiden der Uiguren und der Gleichgültigkeit der Welt. The Insider interviewt einen zum russischen Militärdienst gepressten Sierra-Leoner. La Regle du Jeu lernt im Centre Pompidou die britische Surrealistin Helen Phillips kennen. Der Filmdienst feiert das Kino als Ort des illegitimen Begehrens. Der New Yorker denkt über den Roman des zwanzigsten Jahrhunderts nach.

9punkt - Die Debattenrundschau

In der Nachspielzeit

12.11.2024 Die Deutschen sind nicht gut vorbereitet auf eine weitere Amtszeit von Donald Trump, sie sind ganz generell schlecht vorbereitet auf die Zukunft, meint der britische Ökonom Adam Tooze im Interview mit der FR. Ökologie und Liberalismus passen sehr gut zusammen, versichert der französische Philosoph Gaspard Koenig in der Welt. In der FAZ hofft David Wagner, dass der Bundestag Organspenden erleichtert. Der Krieg der Narrative um die Amsterdamer Ereignisse tobt weiter.

Efeu - Die Kulturrundschau

Extremist der Innigkeit

12.11.2024 Die FAZ ist ganz benommen vor Glück nach Julia Burbachs Inszenierung der Händel-Oper "Partenope" in Frankfurt. Die taz verliert sich gerne in der fremdartigen Hamburger Installation "Spacewalks" des Künstlers Simon Hehemann. Die SZ meint, wer die Cowboy-Ranch-Serie "Yellowstone" aufmerksam geschaut hat, konnte das Wahlergebnis in den USA ohne Probleme vorhersagen. Das FAZ-Feuilletonteam denkt über das Lesen im Wandel nach.

Bücherschau des Tages

Der Blödsinn in der Welt da draußen

12.11.2024 Die FAZ folgt Anuschka Roshani auf ihrer atemlosen Suche nach Truman Capotes letztem Manuskript quer durch die USA. Thomas Strässle verbindet in seiner "Fluchtnovelle" geschickt das Leichte mit dem Schweren, freut sich die NZZ. Die SZ ist berührt von Rasha Khayats Roman "Ich komme nicht zurück". Dlf Kultur genießt die brillanten Rededuelle der viktorianischen Familie Edgeworth in Ivy Compton-Burnetts Historienroman "Ein Haus und seine Hüter". Dlf lässt sich in Fatma Aydemirs Theaterstück "Doktormutter Faust" von Mephisto verführen - vermisst aber das Gretchen.

Mittwoch, 13.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Kern der Finnlandisierung

13.11.2024 Die Lage ist nicht gut, aber einen Weltkrieg wird es nicht geben, tröstet Timothy Garton Ash in der FR. Der Donnerhall von Trumps triumphaler Wiederwahl hat bisher vor allem eine eher komische Verzweiflung ausgelöst, findet Susanne Klingenstein in der FAZ. Im Tagesspiegel erklärt Marko Martin, warum er Männern, die sagen "Wir Männer in den Hinterzimmern regeln das", nicht über den Weg traut.

Efeu - Die Kulturrundschau

Manchmal nur ein Lichtkreis

13.11.2024 Die SZ fragt angesichts einer Ausstellung in Münster: War Otto Mueller Sexist, Rassist und Antiziganist - oder träumte er einfach nur mit dem Pinsel? Karim Aïnouz, Regisseur des Films "Motel Destino", springt in der taz für mehr Kino-Sex in die Bresche. Wird die Literaturszene bald nach Israel auch die USA boykottieren? Die SZ glaubt nicht daran und wittert Doppelmoral. Die Feuilletons trauern um den Maler Frank Auerbach und den Jazzer Lou Donaldson.

Bücherschau des Tages

Adorno, Gender, Jazz und der Mars

13.11.2024 Die SZ hat ihre helle Freude an Ulrich Fischers Reflexionen darüber, ob Max Brods Veröffentlichung der Kafka-Manuskripte juristisch korrekt war - und Kafka hätte das auch gefallen! Die FAZ bekommt von Markus Krajewski ein barockes Festmahl zubereitet. Außerdem lobt sie Helene Roths präzise Studie über deutschsprachige Fotografen im amerikanischen Exil. Die FR kann gar nicht genug bekommen von Domenico Müllensiefens schneller Prosa in "Schnall dich an, es geht los".

Donnerstag, 14.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Sternstunde der Demokratie

14.11.2024 Die Zeit versucht, die Ereignisse in Amsterdam zu rekonstruieren. Die Jüdische Allgemeine berichtet über Nervosität vor dem Spiel Frankreich-Israel in Paris heute Abend, zu dem auch Präsident Macron erscheinen will. Die taz legt Verbindungen der Berliner CDU zum Rechtsextremismus offen: Burschenschaften spielen eine Rolle. In Zeit online erklärt die Philosophin Lisa Herzog, was sie heute unter Liberalismus versteht.  In seiner FAZ-Kolumne erklärt Bülent Mumay, wie Erdogan seine "mobile Guillotine" einsetzt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Vogelperspektive auf die fragile Welt

14.11.2024 Samantha Harveys Roman "Orbital" gewinnt den Booker Prize: "der ultimative Kommentar zu unserer Gegenwart", findet der Tagesspiegel. Maxim Biller bescheinigt der literarischen Israel-Boykottbewegung um Sally Rooney in der Zeit eine handfeste Psychose. Die Welt schüttelt den Kopf angesichts politischen "Architektur-Bashings". Der Perlentaucher ist schwer beeindruckt von Veronika Franz' und Severin Fialas Folk-Horrorfilm "Des Teufels Bad". SZ und NZZ trauern um den Schlagzeuger Roy Haynes, der in den frühen Fünfzigern sein Metier revolutionierte.

Bücherschau des Tages

Entwaffnende Naivität

14.11.2024 Die FAZ verliert sich mit Norbert Hummelts Essays in wahnhaften Traumlandschaften. Mit Curzio Malapartes Roman "Die Haut" erlebt sie ein kriegsgebeuteltes Neapel. Die Zeit vertieft sich angeregt in die Cellini-Biografie des Kunsthistorikers Andreas Beyer. Dlf Kultur erfreut sich an Paul Divjaks Gedichtband "Dass die Bäume langsam sind, wissen wir", der ChatGPT in die Schranken weist.

Freitag, 15.11.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Kein Argument für mangelnde Transparenz

15.11.2024 Die FAZ besucht in Wien ein Symposium für inhaftierte russische Künstler. Die Filmkritiker streiten über die Frage, ob man dem Dokumentarfilm "No Other Land" über das Westjordanland nun Antisemitismus vorwerfen kann oder nicht. Auch über die Berufung von Cagla Ilk als neuer Intendantin des Maxim Gorki-Theaters herrscht Uneinigkeit: Die Berliner Zeitung freut sich auf ihren Theater und Kunst mischenden Ansatz, der Tagesspiegel ist skeptisch, weil Joe Chialo im Alleingang entschieden hat.

9punkt - Die Debattenrundschau

Hauptgegner in der Kulturkampfarena

15.11.2024  Die iranische Aktivistin Masih Alinejad erklärt in der Welt, warum das iranische Regime so viel Angst vor Frauen hat. Die NZZ blickt nach Mexiko: Droht das Land mit der neuen Präsidentin Claudia Sheinbaum, in den Autoritarismus abzurutschen? Die SZ schaut sich ein Tattoo-Motiv an, dass bei radikalen Christen und Rechtsextremen immer beliebter wird: Das Tempelritter-Kreuz. Ebenfalls in der SZ erklärt die Althistorikerin Mary Beard, dass auch Römische Kaiser früh aufstehen mussten.

Bücherschau des Tages

Sobald Begrünung Asphalt ersetzt

15.11.2024 Wie unsere Städte für die Autos zugerichtet wurden, und wie man jetzt versucht, die Autos wieder loszuwerden, lernt die FAZ in zwei Büchern. Der Dlf liest Ulrike Draesners Buch "zu lieben" über die Geschichte der Adoption eines Mädchens aus Sri Lanka als gelungenes Buch über Elternschaft und lobt den klug zwischen Flapsigkeit und starker Emotion schwankenden Ton des Buchs. Der Deutschlandfunk bespricht Kinderbücher über Roboter, darunter Kindermädchen, die man aufladen kann. Auch die SZ empfiehlt neue Kinderbücher.

Samstag, 16.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Postimperiale Bescherung

16.11.2024 Irgendwie steht alles unter dem Zeichen Donald Trumps. Der Historiker Brendan Simms in der FR und der Politologe Alexander Libman in der taz spekulieren über die Frage, wie ein "Deal" Trumps für die Ukraine aussehen könnte und wie kümmerlich die Rolle Europas dabei ausfiele. Wird Trump sich an den Medien rächen, fragt die FAZ, Joshua Cohen behauptet in der SZ, dass manche Medien in den USA schon anfangen, sich mit den neuen Machtverhältnissen zu arrangieren. So ist der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk nicht drauf, er fordert in einem offenen Brief den Rücktritt von Frank-Walter Steinmeier.

Efeu - Die Kulturrundschau

Nicht jedes Theater liegt am Wasser

16.11.2024 In Mailand möchte das Kino Orfei Ruggero Gabbais Dokumentarfilm "Liliana" über die Holocaustüberlebende Liliana Segre nicht zeigen - aus Angst vor antisemitischen Demonstranten, berichtet die SZ. In der taz beklagt Etgar Keret die intellektuelle Faulheit von Sally Rooney und co. NZZ, FAZ und SZ blicken in Genf unterscheidlich ergriffen auf Sidi Larbi Cherkaouiers den Spuren seines marokkanischen Vaters folgende Choreografie "Ihsane". Der Tagesspiegel unterhält sich mit Gregor Schneider über sein Projekt Ars Moriendi, das die Toten in den Münchner Stadtraum holen will. Critic.de gewinnt einen Eindruck tierischer Autonomie in Romuald Karmakars Doku "Der unsichtbare Zoo".

Bücherschau des Tages

Glücklich gealtert

16.11.2024 Die taz folgt Serhij Zhadans "Chronik des eigenen Atems" in Zeiten des Krieges. Die FAZ liest eine Graphic Novel über die Geschichte Jerusalems. Außerdem empfiehlt sie einen fetten Prachtband von und über Hokusai. Die FR erkundet mit Sascha Rehs "Biotopia" unsere nahe Zukunft. Die NZZ denkt mit Dieter Borchmeyer über kunsttheoretische Ausdeutungen der Laokoon-Gruppe nach. Die Welt amüsiert sich mit den Erinnerungen Barbra Streisands.

Montag, 18.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Kampf mit ungleichen Waffen

18.11.2024 Die Ukraine und der 7. Oktober bestimmen die Debatten. Joe Biden erlaubt der Ukraine quasi als letzte Amtshandlung den Einsatz weitreichender Raketen, allerdings fragt sich der Militärexperte Greg Melcher im Tagesspiegel, ob der Westen durch seine zögerliche Unterstützung nicht längst schon mit verantwortlich sei für die hohe Zahl ukrainischer Kriegsopfer. Der Schriftsteller Michel Bergmann beschreibt in der FAZ den Mangel an Empathie mit den Juden und Israelis nach dem 7. Oktober. Der Hass auf die Juden, erklärt Eva Illouz ebenfalls in der FAZ, speist sich in seiner heutigen Form aus dem "Ressentiment gegen den Holocaust".

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein spätes Glück

18.11.2024 Im Tagesspiegel erzählt die ukrainische Schriftstellerin Sofia Andruchowytsch, wie sie nach dem Beginn des Krieges eine neue Sprache finden musste. Die FAZ muss sich bei Björn Reinkes Inszenierung der Haydn-Oper "Armida" in Potsdam zwischen "Myrte und Maschinengewehr" entscheiden. Im Standard stellt der Schriftsteller Karl-Markus Gauß bestürzt fest: Wir leben in einer Epoche des "Librizids". Die NZZ freut sich, dass die Stadt Ferrara ihrem bedeutenden Sohn Michelangelo Antonioni ein Museum gewidmet hat.

Bücherschau des Tages

In bestem Sinne unruhig

18.11.2024 Die FAZ lauscht mit Genuss, wenn Christian Brückner Oscar Wildes Schauermärchen "Das Gespenst von Canterville" vorliest. Die NZZ feiert Peter Kurzeck für seinen Roman "Frankfurt-Paris-Frankfurt" als Proust der 68er-Generation. Die SZ vertieft sich in Walther L. Berneckers Biografie von "Juan Carlos I., König von Spanien". Dlf Kultur entdeckt mit Gisbert Strotdrees Band ein beeindruckendes Coffee-Table-Book über "Jüdisches Landleben" in Westfalen.

Dienstag, 19.11.2024

Magazinrundschau

Jeweils eine Augenklappe

19.11.2024 Der New Yorker trifft den Literaturwissenschaftler Ganesh Devy, der für das Überleben indischer Sprachen kämpft und lernt: Die Worte für Farben sterben immer zuletzt. The Insider begleitet den Clown Igor Narovski, der Kindern in ukrainischen Krankenhäusern die Angst nimmt. New Lines freut sich über das kulturelle Aufblühen der ugandischen Hauptstadt Kampala. Die London Review of Books blickt auf die trostlosen Ruinen von Charkiw.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wispern, grummeln oder summen

19.11.2024 In der NZZ warnt Ronya Othmann vor allem angesichts des BDS vor einer Welt, "in der nicht die Haltung, sondern die Herkunft darüber entscheidet, wo man mitmachen darf." Der Spectator stellt unter anderem mit Blick auf Roman Polanskis kaum noch gezeigten Film "Intrige" über die Dreyfus-Affäre fest, "wie Juden aus der modernen Kultur herausgeschrieben werden." Die Welt befürchtet derweil bei der Nan-Goldin-Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie einen Skandal mit Ansage. Die FAZ schwärmt in Stuttgart von der venezianischen Haute Couture des Vittore Carpaccio. Und die TheaterkritikerInnen gruseln sich vor Barrie Koskys "Sweeney Todd" an der Komischen Oper.

9punkt - Die Debattenrundschau

Selbst Deutschland ist nicht mehr Avantgarde

19.11.2024 Bei Zeit-Online blickt die indische Umweltschützerin Sunita Narain mit Sorge auf die Wahl Trumps, die auch Jahre der Untätigkeit in der Klimapolitik bedeuten wird. Die Medizinerin N. Sydney Jemmott zeichnet in der taz derweil die düstere Lage für Frauen in den USA. Die etablierten Parteien dürfen dem BSW nicht die Verhandlung von schwierigen Themen überlassen, warnt die SZ. Der Politologe Mitchell Cohen erzählt in einem "Brief aus New York" für den Perlentaucher, wie der 7. Oktober New York verändert hat. Die NZZ porträtiert den General Waker-uz-Zaman, der Bangladesch nach dem Sturz der Regierung wieder stabilisieren soll.

Bücherschau des Tages

Geteilte Träume

19.11.2024 Die SZ lässt sich von Isabella Hammads Roman "Enter Ghost" in den Bann schlagen, der an der israelisch-palästinensischen Grenze spielt. Die FAZ erfährt von Michael Bogolte, was die mittelalterliche "Heiratsmigration" von Königinnen etwa für die westgotische Brunhilde oder Theophanu aus Konstantinopel bedeutete. Dlf hat Freude an Frank Schulz' Klima- und Beziehungsroman "Amor gegen Goliath". Dlf Kultur bewundert Samantha Harveys Roman "Umlaufbahnen" als eine Liebeserklärung an den Planeten Erde und die perfekte Antwort auf die Weltraumspinnereien von Elon Musk und Co.

Mittwoch, 20.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Abgekapselt von der Welt

20.11.2024 In der FR erkennt der Historiker Jürgen Kocka eine Parallele zwischen dem gegenwärtigen Rechtspopulismus und dem Aufstieg des Nationalsozialismus: Es sei eine Reaktion auf vorangehende Demokratisierung, die alte Werte verletzt hat. In der Berliner Zeitung hält Jens Bisky vorschnelle historische Vergleiche für "frivol", denn: "Im Vertrauen auf historische Analogien übersieht man leicht das Neue, das Entscheidende." Im Tagesspiegel wirft die demokratische Parteistrategin Julie Roginsky den Demokraten vor, sich bezüglich der Themen Nahostkonflikt und Transgender nicht klar positioniert zu haben.

Efeu - Die Kulturrundschau

Vom Diskurs benebelt

20.11.2024 Das ganze Brimborium des Katholizismus bietet Edward Bergers Film "Konklave" auf, freut sich die FAZ. Die Kürzungspläne des Berliner Senats werden konkreter - und treffen insbesondere auch die Theater hart, wie Zeit Online berichtet. Die Feuilletons gratulieren Thomas Manns "Zauberberg" zum Hundertsten, einem Buch, das man am besten im Zustand der fiebrigen Erkältung lesen sollte, wie die FAZ außerdem findet. Die Welt tanzt sich in den Sophiensälen mit Gisèle Viennes "Crowd" durch eine abgründige Rave-Party.

Bücherschau des Tages

Hier werden alle Schöngeister fündig

20.11.2024 Die SZ verneigt sich vor Giacomo Leopardis "Zibaldone". Die FAZ begleitet Carlo Levi in "Die doppelte Nacht" auf seiner Deutschlandreise im Jahr 1958 und findet viel Geschäftigkeit und wenig Aufarbeitung. Außerdem vertieft sie sich in die von Dana von Suffrin herausgegebene Anthologie "Wir schon wieder", in der jüdische Autoren und Autorinnen das Leben in Deutschland nach dem 7. Oktober schildern. Der Dlf preist Anna Melikovas Debütroman "Ich ertrinke in einem fliehenden See" als berührenden Text über das menschliche Dasein in dieser Katastrophenepoche. 

Donnerstag, 21.11.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Sie sind nackt, erschöpft und aufgekratzt

21.11.2024 Während immer mehr KünstlerInnen das Symposium "Kunst und Aktivismus in Zeiten der Polarisierung" absagen, hält Nan Goldin in der Zeit Berlin für ein "Zentrum der Unterdrückung". taz und Zeit wüssten gern, wer genau eigentlich unterdrückt wird. Die FAZ sucht in der Berlinischen Galerie die Verbindung zwischen Stierkämpfern und Müttern nach der Entbindung im Werk von Rineke Dijkstra. In der Zeit erzählt Serhij Zhadan, wie schwer es ist, im Krieg zu schreiben. Und die Filmkritiker lassen sich von Bruno Dumont mit extraterrestrischen Bauern in der französischen Provinz bekanntmachen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Zungen reden gegeneinander

21.11.2024 Die Russen lernen nicht aus ihrer blutigen Vergangenheit, hält der ukrainische Schriftsteller Sergej Gerassimow in der NZZ fest. Die immer noch in Russland lebende russische Journalistin Katerina Gordeeva kritisiert in der SZ die russische Opposition in Europa. In der FR kann es Wolf Biermann kaum fassen, dass Parteien wie die AfD und das BSW auf dem Vormarsch sind. Die Zeit fragt: Ist Trump ein Faschist? Die Antwort lautet: "Jein." Der niederländische Schriftsteller Arnon Grünberg ruft in der NZZ angesichts der Debatte über die Amsterdam-Ausschreitungen zur Beruhigung auf. 

Bücherschau des Tages

Das Entenorakel

21.11.2024 Die FAZ rast mit Monika Rincks Verkehrsgedichten in "Höllenfahrt und Entenstaat" die lyrische Autobahn entlang. Die FR freut sich über Ca Roses Bilderbuch "Und jetzt sei fröhlich, Knochenmann!", in dem die kleine Heldin einem an Burn-Out erkrankten Sensenmann begegnet. Dlf erkennt mit Anne Dufourmantelle "Die Intelligenz der Träume". Und die Zeit hat eine Weihnachtsbeilage herausgebracht, die sie hier finden: Ivy Compton-Burnetts Roman über das viktorianische Zeitalter feiert sie als "edle Literatur der grellsten Irritation" und auf Samantha Harveys Roman "Umlaufbahnen" singt sie regelrechte Hymnen!

Freitag, 22.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Flucht zu ihren inneren Dämonen

22.11.2024 taz und SpOn begrüßen die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes, Haftbefehl gegen Benjamin Netanjahu zu erlassen. Durch Waffenexporte leiste Deutschland unter Umständen Beihilfe zu Verbrechen, warnt der Völkerrechtler Kai Ambos auf SpOn. In der Jüdischen Allgemeinen hält Volker Beck die Entscheidung für doppelte Täter-Opfer-Umkehr. Nichtamerikaner haben nie das Ausmaß des Rassismus in den USA verstanden, erklärt der Soziologe Richard Sennett in der FR die Trump-Wahl. In Teheran wurde eine "Klinik zur Überwindung der Kopftuchlosigkeit" eröffnet, meldet die FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

In was für einer absurden Welt wir leben

22.11.2024 In Le Point macht sich Kamel Daoud große Sorgen um seinen Kollegen und Freund Boualem Sansal, von dem nach einer Festnahme in Algerien niemand mehr etwas gehört hat. Dass Daoud den Prix Goncourt erhalten hat, dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Frankreich und Algerien weiter strapazieren, heißt es. Die Schönheit des Bronzegießens lässt sich der SZ zufolge in Amsterdam erkennen. Wenn jemand für eine Banane 5,9 Millionen Euro zahlt, ist das für den Standard kein Blödsinn, sondern Kunstbetriebskritik. Zeit Online porträtiert die israelische Sängerin Noga Erez, die von BDS-Unterstützern angefeindet wird.

Bücherschau des Tages

Beredtes Vakuum

22.11.2024 Die FAZ möchte gleich selbst eine Eule sein, wenn ihr Jennifer Ackerman die Fähigkeiten der lautlosen Nachtjäger erklärt. Die FR rät der woken Linken mit Jens Balzer zu mehr Reflexion. Der Dlf begibt sich mit Cemile Sahin auf eine rasante, zornige und kühne Flucht durch die Niederlande. Und Dlf Kultur begibt sich mit Kevin Lamberts schwulem Waldarbeiter in einen exzessiven Klassenkampf.

Samstag, 23.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Vor weltlichen Gerichten

23.11.2024 Kritik an ihrer Russland-Politik will Angela Merkel im Spiegel-Gespräch nicht zulassen: Sie habe versucht Verbindungen mit Putin aufrechtzuerhalten, indem sie ihn am Wohlstand teilhaben ließ, rechtfertigt sie etwa ihre Entscheidung, Nord Stream 2 nicht gestoppt zu haben. Der IStGH habe dem Drängen "korrupter Führer aus dem Globalen Süden" nachgegeben, meint die Welt zum Haftbefehl gegen Netanjahu. Die Ruhrbarone skizzieren das moralische Dilemma Israels. Die Russen lernen gerade, wie man Nuklearwaffen als Druckmittel benutzen kann, warnt der Politikwissenschaftler Frank Sauer auf Zeit Online.

Efeu - Die Kulturrundschau

Aus dem Windkanal des Angesagten

23.11.2024 Die FAZ entschließt sich, die politische Aufregung um die Nan-Goldin-Ausstellung kurz zu vergessen und sich stattdessen ihre Kunst anzuschauen. Die Nachtkritik sucht in Nurkan Erpulats Berliner Version von Nora Abdel-Maksouds Komödie "Café Populaire Royal" die rußverschmierten Arbeiter. Auch nicht-lebendige Dinge können handeln, versichert uns die Künstlerin Agnieszka Kurant in der taz. Das neue Jaguar-Rebranding macht aus einem "Rooooooaaaarrrrr" ein "Miau", schimpft die SZ.

Bücherschau des Tages

Neugier auf das Mittelständisch-Menschliche

23.11.2024 Der SZ stehen die Haare zu Berge, wenn sie in Andreas Beyers neuer Biografie über die Taten von Cellini liest - der Marquis de Sade war nichts dagegen. Die FAS möchte die Raumfahrt, die ihr Samantha Harvey mit "Umlaufbahnen" beschert, eigentlich nie beenden, die taz ist ebenfalls bezaubert. Die FAZ vertieft sich mit zwei Neuerscheinungen in die Geschichte des Keks-Imperiums Bahlsen. Dlf sagt mit "Bye, bye Lolita" von Lea Ruckpaul "Adieu" zu sexistischen Stereotypen. Außerdem lässt er sich von Alan Moores Riesenroman "Jerusalem" auf eine monumentale wie verrückte Reise in die Geisterwelt schicken.

Montag, 25.11.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Kein titanisches Manifest

25.11.2024 Bei der Eröffnung der Nan-Goldin-Retro in Berlin kam es zum erwarteten Eklat: "Why can't I speak, Germany", fragte die Künstlerin - während sie eine Rede hielt, staunt die SZ. Zeit Online lobt Direktor Klaus Biesenbach, der seine Rede zweimal halten musste, weil er beim ersten Mal niedergebrüllt wurde. Die NZZ schreibt zum Siebzigsten des Regisseurs Emir Kusturica, der sich bei Russland einschmeichelt. Außerdem hatten die Kritiker einen tollen Theaterabend mit Tom Kühnels und Jürgen Kuttners Thomas-Brasch-Revue am Deutschen Theater.

9punkt - Die Debattenrundschau

Überdurchschnittliche Fluktuation

25.11.2024 "Wir sind ja schon in einer Kriegssituation", sagt Karl Schlögel im Interview mit der dpa und warnt vor Einflussagenten Putins in Deutschland wie der AfD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht. In der FAZ fordert die CDU-Politikerin Anne König eine "feministische Innenpolitik", vor allem mit Blick auf "Häusliche Gewalt". Backstage Classical zieht eine katastrophale Bilanz der Arbeit Joe Chialos. 

Bücherschau des Tages

Was Katzenklappen mit sozialem Status zu tun haben

25.11.2024 Die NZZ empfiehlt begeistert Dolores Pratos Roman "Auf der Piazza ist niemand" über ein Mädchen, das als Findelkind aufwächst. Die SZ vertieft sich in Peter Theiners Biografie über den Widerstandskämpfer Carl Goerdeler. Die FAZ findet mit K. J. Reillys Jugendbuch "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" einen Weg, mit dem Verlust geliebter Menschen umzugehen. Mit Oliver Jeffers und seinem Helden reist sie auf den Mond und unterhält sich mit einem Marsianer. Dlf liest bei Sascha Lübbe von der  Ausbeutung im Niedriglohnsektor. 

Dienstag, 26.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Sinn für Unlösbares

26.11.2024 Heute erscheinen Angela Merkels Memoiren, selbstkritische Reflexionen zu ihrer Flüchtlings- oder Russlandpolitik fehlen, bemerkt unter anderem die Welt. Sie mache keinen Rückzieher von ihren Entscheidungen, betont Merkel im FR-Gespräch. Die Forderung nach Selbstkritik hat ohnehin etwas "Selbstgefälliges", findet die taz. In der NZZ bringt ein mit der DDR und dem BSW liebäugelnder Eugen Ruge viel Verständnis für Russland - und wenig für den Westen auf. Und in der FAZ ermuntert Joe Chialo Berlins Kulturinstitutionen zu mehr Eigenverantwortung und Kooperationen mit Unternehmen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Fluide Verbindung zum Göttlichen

26.11.2024 Die Feuilletons diskutieren weiter über das Symposion zur Nan-Goldin-Ausstellung. In London mussten mehrere Veranstaltungen zur Veröffentlichung von Joe Mulhalls Buch "Rebel Sounds" aus Angst vor rechtsradikalen Attacken abgesagt werden, berichtet die NZZ. Yan Feis und Peng Damos Film "Successor" zeichnet ein sehr düsteres China-Bild - obwohl er von der chinesischen Propagandaabteilung stammt, staunt die taz. Die Welt badet bei Romeo Castelluccis Amsterdamer Inszenierung von "Le Lacrime di Eros" zu barocken Klängen im Blut.

Magazinrundschau

Sphäre elektromagnetischer Bosheit

26.11.2024 In Granta erzählt der chinesische Dichter Xiao Hai von seinem Leben als Fabrikarbeiter. Die Kunst ist tot und Harper's weint ihr keine Träne nach. Die London Review guckt der Geschichte auf Busen und Hintern. New Lines erzählt von der 1000-jährigen Freundschaft zwischen Türken und Kurden. Die New York Times besucht den iranischen Filmemacher Mohammad Rasoulof, Istories die Deserteure der 20. Garde motorisierte Schützendivision.

Bücherschau des Tages

Darf man das?

26.11.2024 Die Memoiren von Angela Merkel sind da! Genau so sachbetont und nüchtern wie ihre Verfasserin, findet sie die SZ. Der FAZ wird durch sie vor Augen geführt, dass Schweigen zur Machtpolitik dazugehört. Die taz hat mehr erwartet. Die FAZ ist außerdem rundum glücklich mit Joachim Meyerhoffs Roman "Man kann auch in die Höhe fallen". Die SZ empfiehlt Luca Kiesers Roman "Pink Elephant", der ein Anti-Sommermärchen zwischen Jugendkriminalität und Rassismus erzählt.

Mittwoch, 27.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Du wirst nicht ewig Kanzlerin sein

27.11.2024 Putin hat Merkel gegenüber seine Absichten in der Ukraine kaum verborgen, bemerkt Timothy Garton Ash auf Zeit Online. Ein Dritter Weltkrieg ist nicht in Sicht, vielmehr geht es Putin darum, die Amerikaner aus Europa herauszubekommen, glaubt der Militärhistoriker Sönke Neitzel im Tagesspiegel. Die taz denkt darüber nach, wie Deutschland nach dem Haftbefehl mit Netanjahu umgehen sollte. Die Jüdische Allgemeine schlägt eine Untersuchungskommission in Israel vor, besetzt auch mit arabischen Rechtsexperten. Und in der Welt findet der britische Kunsthistoriker Neil MacGregor die britische Debatte um koloniale Raubkunst lebendiger als die deutsche.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die kleine Schwester der Scham

27.11.2024 Friedenspreisträger Boualem Sansal steht in Algerien wegen seiner Äußerungen zur algerischen Geschichte vor Gericht. Man muss Sansals Thesen nicht zustimmen, um ihn gegen solche Angriffe zu verteidigen, kommentiert Claus Leggewie im Perlentaucher. Nichtjüdische Israelhasser brauchen jemanden wie Nan Goldin, um ihrem Antisemitismus einen Koscher-Stempel zu verschaffen, meint Michael Wolffsohn in der NZZ. Die FAZ besucht das Schwetzinger Winterbarockfestival und hört ein ganzes Rokokotheater vor Liebesglut glühen. Die SZ deliriert sich beglückt durch den Disco-Funk-Schwof des neuen Father-John-Misty-Albums. monopol würdigt die generösen, spielerischen Bauten der Turiner Architekten Sergio Jaretti und Elio Luzi.

Bücherschau des Tages

Sich selbst zerfressende Welt

27.11.2024 Die SZ ist beeindruckt von Antonio Scuratis Roman "M. Das Buch des Krieges", in dem der Autor keine mildernden Umstände für die Anhänger Mussolinis zulässt. Die NZZ hält mit Miljenko Jergovics aktualisiertem Roman "Das verrückte Herz" ein Zeugnis der Spätfolgen des Bosnienkriegs in Händen. Dlf Kultur gerät mit Una Mannions Krimi "Sag mir, was ich bin" zwischen die Fronten einer toxischen Beziehung. Dlf gruselt sich mit Christiane Neudeckers "Unheimlichen Geschichten", die die Ideen der "schwarzen Romantik" in die digitale Gegenwart transportieren.

Donnerstag, 28.11.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Wir verlangen seine sofortige Freilassung

28.11.2024 Der Börsenverein und der Perlentaucher lancieren einen Aufruf zur Solidarität mit Boualem Sansal. Öffentliche Freiheiten werden in Algerien mit Füßen getreten, erklärt Xavier Driencourt, einst französischer Botschafter in Algerien in Le Point. In einer von der SZ dokumentierten Rede wütet Maxim Biller gegen den Literaturbetrieb seit 1933: Überall nur Gesinnung, Schuld sind alte Nazis und neue Linke, meint er. Nach zwei Jahren macht das Humboldt Forum auch was richtig, freut sich der Tagesspiegel: Artefakte in der Ausstellung "Geschichte(n) Tansanias" wurden Ritualen unterzogen. Und die Filmkritiker verirren sich wie Fische im Wasser in einer Hongkonger Hochhaussiedlung in Soi Cheangs "City of Darkness".

9punkt - Die Debattenrundschau

Einmal als Tragödie und einmal als Farce

28.11.2024 In der Zeit wundert sich der Schriftsteller Navid Kermani, wie wenig Angela Merkel in ihren Memoiren "über den Tellerrand der damaligen Tagespolitik" hinausschauen kann. "Wir stehen am Beginn einer höchst gefährlichen Phase", konstatiert ebenfalls in der Zeit der Historiker Heinrich August Winkler. Die Deutschen haben einerseits Angst, hält der französische Sicherheitsexperte François Heisbourg in der Welt mit Blick auf den Ukrainekrieg fest, "sie sind aber auch gierig."

Bücherschau des Tages

Urbane Mittelschichts-Lebensüberdruss-Problemchen

28.11.2024 Zeit und FAZ feiern Heinz Strunks lebendige Neufassung des Zauberbergs. Die Zeit möchte außerdem Botho Strauß für "Das Schattengetuschel" den Nobelpreis verleihen. Die taz amüsiert sich, wenn Jonathan Guggenberger die Absurditäten der Kulturbetriebsblase aufspießt. Dlf lässt sich von Clemens Bröckmann die Geschichte von Uta Krahl erzählen, die von der Stasi als Prostituierte angeheuert wurde. Und Dlf Kultur empfiehlt wärmstens Tanja Stupar Trifunovics Roman "Seit ich einen Schwan gekauft habe" über lesbische Liebe in Serbien. 

Freitag, 29.11.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Denker der Wehrhaftigkeit

29.11.2024 Die Trumps und Putins kommen und gehen, nur die Gemeinheit in Russland, die bleibt, meint in der FAZ Viktor Jerofejew. In der SZ fragen sich Shimon Stein und Moshe Zimmermann, ob der Haftbefehl gegen Netanjahu nur die israelische Opposition schwächt. In der Welt findet der Völkerrechtler Matthias Herdegen den Haftbefehl vor allem unklug, weil er dem Völkergewohnheitsrecht widerspricht. FAZ und Politico rätseln über die Rolle von TikTok beim Wahlerfolg des rechten Putin-Fans Călin Georgescu in Rumänien. Die SZ würdigt den Widerstandskämpfer Marc Bloch, der 80 Jahre nach seiner Ermordung durch die Nazis ins Pantheon aufgenommen wurde.

Efeu - Die Kulturrundschau

Im Dickicht der energiegeladenen Texturen

29.11.2024 Boualem Sansal wird vorerst nicht Mitglied der Académie française, wie RTL.fr meldet. Pascal Bruckner NZZ erklärt, warum der Fall sich zu einer Staatsaffäre entfalten könnte. Immerhin liefern die Musiktage Weingarten noch horizonterweiternde Musik von Hilda Paredes, viele Festivals bieten laut FAZ mittlerweile wenig Inhalt. Nan Goldin äußert sich nach ihrer Rede in der FR zum ersten Mal selbst und beklagt Zensur seitens der Neuen Nationalgalerie. Die "Groteske der teigigen Körper" bestaunt die Berliner Zeitung bei Louise Bonnet.

Bücherschau des Tages

Dialektische Selbstreflexion

29.11.2024 Alles stimmungsmäßig sehr novemberlich heute. Die FAZ winkt müde ab angesichts von Ray Kurzweils Vision der "Nächsten Stufe der Evolution", die das Google-Logo tragen soll. Die NZZ fühlt sich von Stefan Mey ermutigt, den "Kampf um das Internet" noch nicht an die Tech-Giganten verloren zu geben. Die SZ schüttelt den Kopf über einen chinafreundlichen Band zur Lage der Uiguren in Xinjiang. Außerdem stellt sie zwei Kinderbücher über indigene Kulturen vor. Dlf Kultur erkundet mit Zoe Schlanger "Die Lichtwandler" im Reich der Pflanzen.

Samstag, 30.11.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Jenes unvorstellbar Zauberhafte

30.11.2024 Boualem Sansal "erleidet diese Haft als Symbol unserer Freiheit, also sind alle aufgefordert, ihn zu verteidigen", ruft die SZ noch einmal ins Gedächtnis. Jemand sollte Nan Goldin erklären, dass ihre Privatmeinung noch keine Politik ist, meint die FAZ. In der Berliner Zeitung glaubt Barrie Kosky, die CDU bestrafe die Komische Oper für ihre DDR-Geschichte und Diversität. Die FAZ bewundert in München die ekstatischen Blumensymphonien der Barockmalerin Rachel Ruysch, die das halbe aristokratische Europa einst mit Stillleben belieferte. Wenn Martina Hefter ihren Buchpreisroman "Hey, guten Morgen, wie geht's dir" auf die Bühne in Leipzig bringt, wird's der nachtkritik doch zu politisch korrekt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine nächste Chance wird es nicht geben

30.11.2024 Das Jahr 1933 unserer Zeit ist angebrochen, ruft in der taz der Soziologe Harald Welzer, und wenn man nichts dagegen tut, werden die Menschenfeinde siegen. Die "Kulturkämpfer hinter Donald Trump" finden mächtige Worte für ihre geplante Revolution, notiert indes die FAS, dahinter verbirgt sich allerdings nicht viel. Die taz empfiehlt der postkolonialen Linken einen "Blick in den Rückspiegel" - auch wichtige Vorbilder wie Michel Foucault verharmlosten Terror. Im rechtsextremen rumänischen Präsidentschaftskandidaten Calin Georgescu kristallisieren sich jahrelange Frustration und Rachegelüste der Wähler, fürchtet der Perlentaucher.

Bücherschau des Tages

Macht der stillen Worte

30.11.2024 Die taz liest geradezu deprimiert, wie aktuell Alain Finkielkrauts Essay „Revisionismus von links“ auch heute noch ist. Mit Jayrome C. Robinet begleitet sie einen schwangeren trans Mann, der sich gegen Hass und Hetze zur Wehr setzt. Die FAZ lernt von Johann-Günther König, weshalb der Zustand der Deutschen Bahn so desolat ist. Dlf und SZ erfreuen sich an dem „Feuerwerk an schlechter Laune“, das Heinz Strunk auf seinem Zauberberg zündet. Auch heute noch relevant erscheint dem Dlf Arnold Zweigs Roman „De Vriendt kehrt heim“ über den Nahostkonflikt.

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Das 1876 von Fritz Henkel gegründete Unternehmen Henkel ist ein Kind des frühen Deutschen Kaiserreichs. Der steigende Lebensstandard der Bevölkerung erhöhte die Nachfrage…
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Anhand internationaler Beispiele zeigt Christoph Bartmann wie Rechtspopulisten die Kulturpolitik als Kampfplatz für ihre Ideologie nutzen. Museen, Theater und Bibliotheken…
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