Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 11.37 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Montag, 01.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Unerbittlich negativ

01.04.2019 In Zeit online erzählt der syrische Arzt Ahmad Helmi, wie das syrische Regime mit systematischer Folter und mit Terror die Bevölkerung gleichschaltet. Im New Stateman beschreibt Martin Fletcher, ehemals Times, wie die britische Presse den extremsten unter den Brexiteers jahrzehntelang half. Mark Zuckerberg fordert in einem Blogbeitrag eine internationale Regulierung des Internets. Es sei "grundverkehrt, die ökologische Frage zu privatisieren, statt sie zu politisieren", schreibt Ralf Fücks in Spiegel online mit Blick auf die "Fridays for Future"-Bewegung. Und der Standard feiert die Slowaken.

Efeu - Die Kulturrundschau

Überhaupt das Mikrodetail

01.04.2019 Die SZ erlebt im Hotel House in Porto Recanati, wie der Traum der architektonischen Vernunft ein Ungeheuer gebar. Die FAZ entdeckt im katalonischen Nationalmuseum in Barcelona einen unbekannten Alten Meister: El Bermejo. Im Standard überlegen Johanna Adorjan und Feridun Zaimoglu, ob Karl Ove Knausgard eine Frau sein könnte. Und ZeitOnline hört aus Marvin Gayes erstmalig veröffentlichtem Album "You're the Man" die Koksreste herausrieseln.

Bücherschau des Tages

Hohle Gassen und so weiter

01.04.2019 Als tolles Geflecht aus Lebensläufen und Katastrophen empfiehlt die SZ Johan Harstads Roman "Max, Mischa und die Tet-Offensive". Der Dlf weiß die widerborstige Prosa von Michail Bulgakows "Weißer Garde" zu goutieren. Die taz lernt von Michaela Karls Biografie, dass die New Yorker Autorin Maeve Brennan heute Influencerin wäre. Und die FAZ unterhält sich ganz prächtig mit Harry Binghams walisischem Fiona-Krimi "Wo die Toten leben".

Dienstag, 02.04.2019

Magazinrundschau

Dieser Schatten ist eher blau?

02.04.2019 Das nepalesische Magazin Himal bringt eine große Reportage über afghanische Flüchtlinge in Deutschland. Im Merkur möchte Aleida Assmann die Wende nicht nur westlichem Kolonialismus, sondern auch östlichem Freiheitsbegehren zuschreiben. Respekt schöpft Hoffnung aus der Wahl der neuen slowakischen Präsidentin. Der New Yorker lernt von Henry Louis Gates Jr., wie vergeblich die Hoffnung auf Gleichheit für die Afroamerikaner schon 1865 war. En attendant Nadeau feiert die Kunst der Nabis. Die New York Times reiht die Israel-Kritik in den amerikanischen Kampf gegen weiße Vorherrschaft ein.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Puls im Innern

02.04.2019 Die Jelinek-Verfilmung "Kinder der Toten" des Nature Theater of Oklahoma lässt Clemens Setz im Standard vor Glück taumeln. Die SZ lernt im Neuen Frankfurt, das Alte, Erstarrte hinter sich zu lassen. Die FR erlebt in Franz Schrekers Oper "Der ferne Klang" Nerven aus Stahl. Die NZZ sucht den Eingang ins Schweizer Zollfreilager. Die taz bewundert die Musikalität in den Bildern Jack Whittens.  Und das CrimeMag huldigt der komischen Literatur des Chester Himes.

9punkt - Die Debattenrundschau

Etwas, um aus der Sackgasse zu kommen

02.04.2019 In der taz beklagt Naika Foroutan eine "Migrantisierung der Ostdeutschen". Aber sie hat auch einen Trost: "Ostdeutsche sind weniger stark von Rassismus betroffen als Muslime." Wolfgang Tischer  macht im Literaturcafé auf nicht so erfreuliche Folgen der EU-Urheberrechtsreform für die Urheber aufmerksam. Mark Zuckerbergs Vorschläge für internationalen Datenschutz im Internet stoßen auf Skepsis. Die SZ setzt ihre Diskussion über Künstliche Intelligenz fort. Beim Thema Brexit gibt's nur noch Ratlosigkeit.

Medienticker

Traue keinem unter 30!

02.04.2019 Funke Mediengruppe: Willkommen in der Lokalsport-Zentrale - Rüge: Presserat erklärt Focus Money die Bedeutung von Anführungszeichen - Zum Geburtstag des World Wide Web & wie sein Gründer es retten will - Tschad: Vom Internet weitgehend ausgeschlossen - Böhmermann klagt gegen Merkel: Drei Jahre nach dem "Schmähgedicht" - Lit Cologne & Nachwuchsautoren mit Lernschwierigkeiten - Danzig: Priester verbrennen "Harry Potter"-Bücher + Ein Autor fast ohne Werk: Rafael Sánchez Ferlosio ist gestorben.

Bücherschau des Tages

Jugo-Pop und aggressive Männer

02.04.2019 Durchaus goutieren kann die SZ den beißenden Schnapsgeruch, der ihr aus Marco Dinics Balkan-Roman "Die guten Tage" entgegenströmt. Die NZZ erhebt Einspruch gegen Masha Gessens Russland-Erkundung "Die Zukunft ist Geschichte". Die FAZ liest mit nicht nachlassender Begeisterung auch Dacia Marainis neuen Roman "Drei Frauen". Und bei der Lesung von Kafkas "Schloß" hängt der Dlf Kultur an Christian Brückners Lippen.

Mittwoch, 03.04.2019

Efeu - Die Kulturrundschau

Wetterleuchten der Gedanken

03.04.2019 Die taz lässt sich von Jean-Luc Godard sein "Bildbuch" um Augen, Hirn und Ohren hauen. Die Berliner Zeitung lässt sich von Mai-Phuong Kollath ein vietnamesisches Leben in Deutschland erzählen. Im Standard flüchtet der Schriftsteller Michael Stavaric vor dem Gejammer der Buchbranche in den Knast. Die NZZ erkennt in Mark Rothko den Rembrandt der Moderne. Und wie der Tagesspiegel berichtet, sinkt mit dem Stern des saudischen Herrschers Mohammed bin Salman auch prompt der Wert seiner Kunstsammlung: Der "Salvator Mundi" ist weg. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Nur Stoff

03.04.2019 Morgen wird in Frankfurt die Ausstellung "Contemporary Muslim Fashions" eröffnet. Susanne Schröter in der FAZ und Sonja Zekri in der SZ sind darüber denkbar entgegengesetzter Auffassung. Lale Akgün erklärt bei hpd.de, warum die SPD Säkulare braucht, etwa um über "die rituelle Beschneidung von Jungen, Sterbehilfe und vieles mehr" zu diskutieren. Bloomberg bringt eine für Google recht peinliche Recherche: Youtube-Chefin Susan Wojcicki soll so gut wir gar nichts getan haben, um rechtsextreme Inhalte einzudämmen. Silicon Valley ist sowieso ziemlich faul, meint Peter Thiel in der NZZ.

Medienticker

Zensurheberrecht

03.04.2019 Aktualisiert: Deutungspfeiler: Gesinnungsästhetik, Klassenliebe & Meinungspfosten - Lokaljournalismus zwischen Landlust & Randfrust: Facebook unterstützt lokale Verlage & Der ORF hat Facebook nicht verstanden - Klaus Brinkbäumer wird Autor bei der Zeit  - Wie müssen sich öffentlich-rechtliche Medien verändern? - Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - Neue Musik abgehört: Heimat als Gefängnis + Königsklasse der Kammermusik in den Hörtipps.

Bücherschau des Tages

Fokussierung auf das Anstößige

03.04.2019 Der dlf freut sich über die Neuausgabe der Werke des barocken Kunsttheoretikers Giovan Pietro Bellori. Die FAZ zieht mit Marie Darrieussecq in den Wald. Die FR lässt sich von Regina Scheer die Geschichte eines Mietshauses im Wedding erzählen und amüsiert sich mit Jochen Schmidts "Ein Auftrag für Otto Kwant" in Urfustan. Dlf Kultur begleitet David Mendelsohn und dessen mürrischen Vater auf einer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer. 

Donnerstag, 04.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Autoritäre Potenziale

04.04.2019 Die Ausstellung über "sittsame" Mode in Frankfurt sorgt weiter für Debatten. Das Kopftuch ist eine Befreiung, erläutert in der Zeit die Modehistorikerin Barbara Vinken in einer köstlichen dialektischen Volte. Auch andere weiße Alpha-Frauen in FAZ, SZ und Zeit lächeln ihren apart verschleierten Geschlechtsgenossinnen aus anderen Kulturen huldvoll zu. Einige Stimmen der "Initiative Säkularer Islam", die sich in Emma äußern, und auch der Perlentaucher sind nicht einverstanden. Außerdem: Gegen das "Zentrum für Politische Schönheit" wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. SZ und Netzpolitik erläutern, dass der Paragraf, der hier zur Anwendung kommt, noch aus dem wilhelminischen Obrigkeitsstaat stammt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Dieses verblüffende Ganz-nah-Dran

04.04.2019 Die nachtkritik betrachtet ratlos die Yuppie-Karikaturen von Maja Zade an der Berliner Schaubühne. Die Zeit fragt, warum eigentlich Vorwürfe sexueller Gewalt gegen Pop-Musiker oft kein Jota an deren Beliebtheit ändern. Der Komponist Frederic Rzewski erzählt im Van Magazine einen Witz. Die Berliner Zeitung freut sich über die Wiederentdeckung der Malerin Lotte Laserstein.

Medienticker

#FakeScience

04.04.2019 Aktualisiert: "Looking for Europe": Bernhard-Henri Lévy im Hörfunkinterview -  Cover-Check: Focus fällt auf historischen Kiosk-Minusrekord - Springers Bild: Lobbyarbeit statt Berichterstattung - Gratwanderung: PR oder Journalismus? -  Buchbranche: Pseudowissenschaftliche Verlag & Wie überleben unabhängige Verlage? - "Schnüffelparagraf" 129: Ermittlungen gegen Zentrum für politische Schönheit = Angriff auf die Freiheit der Kunst  - Facebooks erneut Datenpanne: 540 Millionen Kundendaten beroffen -  Grindel & das ZDF: So werden aus Politikern wieder Journalisten.

Bücherschau des Tages

Ich stecke im Leben fest

04.04.2019 Die FAZ empfiehlt wärmstens Ales Stegers Gedichtband "Über dem Himmel unter der Erde". Dlf Kultur begleitet Rachel Carson mit geschärften Sinnen durch die Natur. Die SZ erkundet mit Johannes Krause und Thomas Trappe "Die Reise unserer Gene". Die Zeit sucht mit Tamara Bach "Wörter mit L".

Freitag, 05.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Haufen von Dingen

05.04.2019 Die taz vermisst bei der Frankfurter Ausstellung über muslimische Mode denn doch eine irgendwie geartete politische Position. In der Welt antwortet Thea Dorn auf Kritik an ihrem Zeit-Essay über Toleranz und macht sich Gedanken über den Zustand der Debatte. SZ und FR fragen, wie parteiisch die Thüringer Staatsanwaltschaft ist, die gegen das Zentrum für Politische Schönheit ermittelt. In Frankreich erregt ein Buch über "Qatar Papers" Aufsehen, das zeigt, wie der katarische Geheimdienst die Politik in europäischen Ländern zugunsten der Muslimbrüder beeinflusst.

Efeu - Die Kulturrundschau

Körperspannung halten

05.04.2019 Die taz besucht das neue Bauhaus-Museum in Weimar. Die NZZ feiert die malerischen Kampftaktiken der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn, die in diesem Jahr gleich mit fünf Ausstellungen europaweit gewürdigt wird. Die neuen Leiter der Berlinale, Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian versichern den Berlinern: Blockbuster neben einem Experimentalfilm sind gar kein Problem. Die Red Bull Music Academy, ein Mäzen für randständige Musiker, stellt ihren Dienst ein. Was wird nun aus ihrem Online-Archiv, fragt sich Quietus.

Medienticker

Was labert der?

05.04.2019
Aktualisisert: DuMont: Umsatz & Ebitda steigen - Zitate-Ranking: Spiegel auf Platz 1 - Leistungsschutzrecht: Das Lügen geht weiter & Barley will zustimmen - Bernard-Henri Lévy spielt Theater  & schlägt drei Revolutionen vor - Bundesgerichtshof: "Facebook-Pranger" von Bild bleibt unzulässig - S. Fischer: Bong geht, Bublitz kommt - Der Brause-Abfüller & Medienunternehmer Mateschitz sponsert Rechte - Warten auf Godot 2.0.: Beim Brexit von Beckett & Freud lernen - Monolith für die Moderne: Neues Bauhaus-Museum Weimar + Wochenend-Hörfunk-Tipps.

Bücherschau des Tages

Karg, aber auch knusprig

05.04.2019 Die FAZ schwelgt mit Richard Swartz in poetischen Erinnerungen an das Prag der Siebziger, wo noch Austernlöffel gedeckt wurden, als es längst keine Austern mehr gab. Die SZ lernt von dem Literaturwissenschaftler Thomas Strässle, wie man Fakt, Fake und Fiktion auseinanderhält. Dlf-Kultur lernt das Medienverständnis von Trump und Co. kennen in Peter Demetz' erhellender Studie über Diktatoren im Kino.  Und die taz schwingt sich mit Walter Gropius auf's hohe Ross.

Samstag, 06.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Ihre Privatsphäre, ihre Religiosität, ihr Modestil

06.04.2019 Von der EU-Urheberrechtsreform profitieren zwar Medienkonzerne und die Kulturindustrie und vielleicht auch ein wenig deren Urheber, aber nicht die Urheber aus den neuen Medien wie Blogger, Self-Publisher oder Youtube-Journalisten, stellt heise.de fest. taz und NZZ erinnern an den Völkermord in Ruanda vor 25 Jahren - die französische Mitverantwortung ist immer noch nicht aufgearbeitet.  In der FR attackiert ein Modefachmann das "konservativ-feministische Lager", das die "Mündigkeit muslimischer Frauen" infrage stelle. Der Tagesspiegel warnt vor Referenden.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mausoleum für die Moderne

06.04.2019 Die Architekturkritiker pilgern zum neuen Bauhaus-Museum in Weimar: Die einen finden ein Bekenntnis zur heutigen Moderne, die anderen einen Luftschutzbunker. Die SZ rechnet gleich ganz mit dem Bauhaus-Jubiläum ab: Wo bleiben die neuen Ideen, wo überhaupt das radikal Neue - also all das, wofür das Bauhaus stand? Und etwas mehr Geschichtsbewusstsein hätte auch nicht geschadet, ätzt die FAZ. Im Filmdienst denkt Silvia Bahl anlässlich eines Animationsfilms über die Colonial Dignidad über das Wesen des animierten Dokumentarfilms nach. Die Welt fragt: Führt bei vergessenen Autorinnen nur ein mondänes Leben zur Wiederentdeckung?

Bücherschau des Tages

Der Löwenzahn ist der einzige Profiteur

06.04.2019 Voller Bewunderung betritt die taz die "Umkämpfte Zone", ein autobiografisches Buch der ehemaligen DDR-Sportlerin Ines Geipel, die am Schmerz, den das DDR-System hinterließ, nichts beschönigt. Die Welt lässt sich von Alan Hollinghurst in die (Erfolgs-)Geschichte männlicher Homosexualität in Großbritannien einführen. Die SZ liest mit atemloser Begeisterung den Drogenthriller "Jahre des Jägers", mit dem Don Winslow seine Trilogie zum Thema abschließt.

Montag, 08.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Wenn Liberale und Linke nicht so versagt hätten

08.04.2019 im Tagesspiegel streiten Alice Schwarzer und Margarete Stokowski über den Feminismus und den Islam. Die FAS feiert "maßvolle" Mode als Ausdrucksmedium. In der SZ wundert sich Heribert Prantl sehr über einen Staatsanwalt, der das "Zentrum für politische Schönheit" verfolgt und selber der AfD spendet. In Britannien ist die Zerknirschung über den Brexit so groß, dass selbst der prominente Brexiteer Peter Osborne in Open Democracy bereit ist, ihn ein bisschen aufzuschieben.

Efeu - Die Kulturrundschau

Nicht einfühlend, nicht emotional oder bekenntnishaft

08.04.2019 Die Berliner Kritiker suchen mit Heiner Müllers "Umsiedlerin" im Deutschen Theater Anregungen für eine Bodenreform. Der SZ stockt der Atem, wenn Ingo Metzmacher in Paris mit der "Lady Macbeth von Mzensk" das Requiem auf die Liebe und Menschlichkeit anstimmen lässt. Die NZZ rätselt über den weiblichen Blick in der Fotografie. Und im Standard wünscht sich Max Goldt einen Journalismus, der sich auch sprachlich mal wieder in die Höhe wagt.

Medienticker

Algorithmische Aufmerksamkeitsverteiler

08.04.2019 Missing Link: Niklas Luhmanns Denkmaschine online - Digitale Plattformen: Wer nur zurückschaut, schafft keine gute Zukunft - Generation streaming: dpr-medienmonitor "zukunft der mediennutzung 2019" - Nachrichtenpodcast-Kritik bei übermedien - Was ist aus dem AfD-Newsroom geworden? Ein großer, leerer Raum - Einblicke in Facebooks Moderationszentren - Kulturelle Vielfalt: Die Kunst kleiner Verlage -  Wie reagieren führende liberale Medienhäuser? + Theater-Nachtkritiken u.a. aus Berlin, Dresden, Hamburg & Rostock.

Bücherschau des Tages

Der Held als junger Tor

08.04.2019 Bewundernswert findet die SZ, wie gekonnt und unaufgeregt Emile Bravo in "Spirou oder die Hoffnung" von Mitläufertum, Courage und Vernunft im Brüssel des Jahres 1940 erzählt. Von Klaus-Dietmar Henkes "Geheimen Diensten" erfährt sie, wie die Organisation Gehlen tatsächlich agiert hat. Der Dlf liest Hugo Balls verrückte Notate "Die Flucht aus der Zeit". Nüchtern, fast kalt erscheint dem Dlf Kultur die Selbsterkundung von Annie Ernaux.  

Dienstag, 09.04.2019

Magazinrundschau

Eine Logik des Standpunktes

09.04.2019 Wired erzählt von den Versuchen in Raqqa, die Leichen in den Massengräbern des IS zu identifizieren. La vie des idees begegnet polnischen "Patrioten", die keine kritischen Geschichtsdebatten wollen. Bloomberg erklärt, warum der Sudan nicht die Kornkammer Afrikas ist, die er sein könnte. Der Guardian porträtiert Freaks und Geeks des politischen Telemarketings. In Himal setzt Taran N Khan ihre große Reportage über afghanische Flüchtlinge in Deutschland fort.

9punkt - Die Debattenrundschau

Kein hinreichender Tatverdacht

09.04.2019 "Schönheit und Widerstand" bedeutet für sie das Kopftuch, bekennt Ilhan Omar in der Vogue. In der Washington Post rufen Masih Alinejad und Roya Hakakian ihre Schwestern in der Welt auf, Nasrin Sotoudeh zu unterstützen, die im Iran zu 38 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt wurde, weil sie Frauen verteidigte, die gegen den Hidschab aufbegehrten. Ach nee, das "Zentrum für politische Schönheit" ist doch nicht kriminell: Das Verfahren ist eingestellt, meldet unter anderem Netzpolitik. Und im Guardian schreibt Timothy Garton Ash: Rees-Mogg ist Britanniens Alice Weidel.

Efeu - Die Kulturrundschau

Eigentlich lernt niemand etwas

09.04.2019 Die SZ erlebt in einer Choreografie von Constanza Macras, wie die Gentrifizieriung ihre eigenen Kinder frisst. Auf dem Festival Foto Wien stellt sich die taz schon mal auf die Härten des Landlebens ein. Die NZZ kann auch die Bauten des indischen Architekten Balkrishna Doshi empfehlen, die 200.000 Familien im Geiste der Gemeinschaft aufnehmen. Der Freitag überlegt, wie man den Billig-Konsum in der Mode aufhalten kann, ohne in die Elitismus-Falle zu tappen. Und ZeitOnline besucht das Kino Weltspiegel in Finsterwalde.

Medienticker

Barometer der medialen Welt

09.04.2019 Aktualisiert: Nach dem FAZ-Rauswurf: Holger Steltzners Geheimnisse - Die NZZ & ihre Newsletter -Unaufgeregt & unabhängig: epd medien wird 70 - "Digitales Vermummungsverbot"  in Österreich - Adblock Plus: Springer klagt erneut gegen Adblocker-Anbieter - Medial produziert: Ablehnung von Gendersprache - Ermittlungsverfahren gegen das Zentrum für politische Schönheit: Für Heribert Prantl roch das nach Rechtsbeugung - Kremlkritiker Kirill Serebrennikow aus Hausarrest entlassen + Kein Platz mehr für Schmidt-Rottluff-Bilder im Kanzleramt.

Bücherschau des Tages

Tänzelnde Wörterbögen

09.04.2019 Der Dlf lernt von Michael Lewis, dass es immer dort am schlimmsten ist, wo gerade niemand hinsieht, im Fall des "Erhöhten Risikos"also außerhalb von Washington. Beklommen und begeistert liest er auch Mahir Guvens Banlieue-Roman "Zwei Brüder". Zum Thema Patriarchat und Religion empfiehlt die taz auch Miriam Toews Roman "Die Aussprache". Die FAZ folgt Joceylne Saucier auf einen grandiosen Höllenritt mit einer anarchischen Großfamilie durch Quebec. Und die FR lässt sich von Sara Grans Meisterdetektive Claire DeWitt den Kopf verdrehen.

Mittwoch, 10.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Bild eines Landes, das hoffen will

10.04.2019 In der NZZ schreibt Kamel Daoud über die Lage in Algerien: "Ich bin nicht pessimistisch, aber wachsam." Die EU hat die Demontage des Rechtsstaats in Ungarn erst möglich gemacht, schreibt ein Professor Central European University bei Zeit online. Die Welt staunt über Martin Mosebach, der den Papst mit Hitler und Stalin vergleicht. Die Ausstellung "Contemporary Muslims Fashions" hat ein politisches Programm: Sie betreibt die Desolidarierung mit allen Frauen, die sich vom Kopftuch befreien wollen, meinen mena-watch.de und Jungle World.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mehr Klirr-Klirr als Bling-Bling

10.04.2019 DlfKultur erkundet mit dem Fotografen Roger Melis die vielen Facetten der DDR-Gesellschaft. Der Tagesspiegel trauert um den Schauspieler Seymor Cassel, der der modernen Gesellschaft sein zerfurchtes Gesicht gab. Die SZ rätselt noch immer, welche rote Linie Kirill Serebrennikow eigentlich überschritten hatte. Der Standard empfiehlt Spellling gegen musikalische Gleichförmigkeit. Und der Guardian gönnt sich für 800 Dollar einen Haarschnitt in den Hudson Yards.

Medienticker

Digitale Jugendkultur

10.04.2019 VDZ Jahresbilanz: Zeitschriftenverlage erzielen mehr als 20 Mrd. Umsatz - Verlage erwarten:  Rückgänge im Print & Zuwachs im Digitalen - Urheberrechtsreform: Warum der Protest nicht vergeblich war - Digitale Öffentlichkeit: Eine Medienplattform für Europa - Antiquarische Bücher: Kuriose Folgen des Bildungsverfalls - Zeit-Beitrag nicht mehr für den Wolff-Preis nominiert + 40 Jahre taz: Junge gegen alte Journalisten.

Bücherschau des Tages

Gegen die Fahrtrichtung

10.04.2019 Die taz lässt sich von Michael Roes' "Herida Duro" in die Welt der albanischen Schwurjungfrauen entführen. Die FAZ lernt von dem Althistoriker Glen W. Bowersock, dass die "Die Wiege des Islam", Arabien, in vorislamischer Zeit von genauso vielen verschiedenen Religionen bevölkert war wie die antike Welt, mit der es enge Verbindungen hatte. Die FR überlässt sich dem asiatischen Surrealismus von Han Kang. Die NZZ lernt mit Albrecht Selge im Zug das "Fliegen".

Donnerstag, 11.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie Kerzen auf einem Friedhof

11.04.2019 Rassismus gegen Ostdeutsche? In der Welt antwortet ein wütender Richard Schröder auf die These der Migrationsforscherin Naika Foroutan. Britannien wird den Brexit schon verkraften, meint Timothy Garton Ash in der SZ, mehr Sorgen macht er sich um den Rest der EU. In der Zeit vergleicht sich Philipp Ruch mit Amnesty (und gewinnt). Im Standard erklärt der Philosoph Rudolf Burger, warum er die Ringparabel für gefährlich hält. Außerdem: Ein schwarzes Loch grinst uns an.

Efeu - Die Kulturrundschau

Echo von komplexen Energieströmen

11.04.2019 Die NZZ lernt von Jean Nouvel in Katar, wie man 7000 Tonnen Beton leicht und filigran zu einer Wüstenrose verbaut. In der Spex prangert der iranisch-kurdische Dichter Behrouz Boochani das australische Internierungslager für Flüchtlinge auf Manus Island an, wo er seit Jahren festsitzt. Die FAZ verbringt einen herrlichen Abend bei der Uraufführung von  Alexander Wustins dreißig Jahre alter Zwölfton-Oper "Der verliebte Teufel" in Moskau. Auf Zeit online ermuntert Annett Gröschner zur Wiederentdeckung der Malerin Annemirl Bauer.

Medienticker

Eine Branche erniedrigt sich selbst

11.04.2019 Aktualisiert: Wer bei der FAZ künftig das Sagen hat - ZDF will Grindel nicht als Journalisten - Julian Assange verhaftet - Digitalisierungsstrategien in Deutschland + Österreich & Russland will sich vom globalen Internet abkoppeln - Deutscher Journalismus: linksgrün & abgehoben? - Journalistische Wahrheit unter Zeitdruck:  - US-Lokalzeitungen: Kürzen, bis nichts mehr geht - Falsche Deutschstunde: Florian Illies über Emil Nolde - Weltläufiger Wanderer: Hans Christoph Buch zum 75. + Hellseher von Triest: Claudio Magris zum 80.

Bücherschau des Tages

Wortreiche Wörterreiche

11.04.2019 Die FAZ verdankt William Boyd einen russischen Klassiker im Paris des Fin de Siècle und Anna Stern einen virtuosen, viktorianischen Beziehungsroman. Die SZ lernt das Dorfleben kennen in Lola Randls Roman "Der große Garten". Glanz und Elend, aber keinen Klatsch entdeckt die Zeit in Samuel Becketts Briefen aus den Jahren 1966 bis 1989. Dlf-Kultur vertieft sich lieber in Briefe von Gottfried Benn an dessen "Letzte Lieben". Und die taz liest Hussein Jinahs biografischen Essay als Geschichte über das Gastrecht in der DDR.

Freitag, 12.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Diese Schaumschläger

12.04.2019 Julian Assange sollte nicht wegen seiner Leaks ins Gefängnis gesteckt werden, meinen die meisten. Allzuviel zu befürchten hat er aber vielleicht nicht, wendet politico.eu ein. Die Verschiebung des Brexit gibt Zeit, das für die Brexiteers kalamitöse Buch "9 Lessons in Brexit" des ehemaligen britischen Botschafters in Brüssel Ivan Rogers zu lesen, findet die taz. Andreas Rödder erklärt im Freitag, wie ein heute moderner Konservatismus aussehen könnte.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Ich will likes

12.04.2019 Die staunende SZ erlebt in Basel, wie Picasso und Braque den Kubismus schufen. Die taz lernt in Berlin, wie sehr Emil Nolde versuchte, von den Nazis akzeptiert zu werden. Die Schriftstellerin Lydia Mischkulnig stellt sich in der NZZ schaudernd eine neue Literaturkultur des Ichs vor. Die SZ versinkt auf der Mailänder Möbelmesse in vulgärer Retro-Postmoderne. Die FAZ hört eine perfide Manon.

Medienticker

Kluge Maschinchen

12.04.2019 Aktualisiert: Ai Weiwei & die verschwundenen Studenten - Ende Legende: Nolde & der Nationalsozialismus - Schöner schreiben mit Algorithmen - Indien: Flut von Fake News - "Crying Girl on the Border": Weltpresse-Foto 2019 - Pressefreiheit gilt auch für Assange & Trump weiß nix über WikiLeaks - Urheberrechte: Warner stoppt Trumps Wahlwerbung - Zentrum für Politische Schönheit: Künstler fordern Entschuldigung -  300 Jahre Einsamkeit: Robinsonaden in der Literatur + Hörfunk-Tipps für das Wochenende.

Bücherschau des Tages

Chromatisches Geplapper

12.04.2019 Berührend, virtuos und unheimlich gegenwärtig nennt die FR Sibylle Bergs neuen Roman "GRM". Die FAZ reist mit dem russischen Schriftsteller Wassili Golowanow um das Kaspische Meer und lauscht mit Shaun Usher Reden von Eisenhower, Nick Cave und Kermit, dem Frosch. Die NZZ stellt Elke Erb unter "Gedichtverdacht". Die SZ lernt bei Eric Vuillard die französische Revolution aus der Nähe kennen. Dlf-Kultur geht mit Joan Didion auf Spurensuche und improvisiert mit den Krakenarmen von Peter Godfrey-Smith.

Samstag, 13.04.2019

Efeu - Die Kulturrundschau

Den Neinsager muss man betäuben

13.04.2019 Die KritikerInnen streiten weiter über Emil Nolde: Die Ausstellung ist ein Prozess, meint die FAZ, alles "Tugendhysterie", Luther war viel schlimmer, sagt der Historiker Michael Wolffsohn im Dlf. Noldes Kunst und Hass kann man künftig nicht mehr sauber trennen, findet indes die SZ. In der Literarischen Welt erzählt Wolf Wondratschek, wie er kiffend dichtet. In der taz erklärt Milo Rau, weshalb er seinen "Orest" ausgerechnet in Mossul uraufführte. Im Standard will Martin Kusej aus dem Burgtheater einen "Hort der Opposition" machen. Ebenfalls in der taz spricht Julian Henriques über die befreiende Wirkung von jamaikanischen Soundsystems.

9punkt - Die Debattenrundschau

Man greift Außenseiter an

13.04.2019 Im Fall Julian Assange vermisst der New Yorker die Solidarität der Medien, die allesamt die Enthüllungen von Wikileaks veröffentlichten. In der SZ ahnt James Ball: Der Angriff auf die Pressefreiheit funktioniert am besten über die Schwachstellen. Ebenfalls in der SZ räumt Wilhelm Heitmeyer mit einem Missverständnis auf: Die AfD sei nicht populistisch, meint er, sondern autoritär nationalradikal. In der NZZ attackiert Slavoj Zizek das Konzept der fluiden Identität als bourgeoise Subjektivität. Guardian und taz blicken hoffnungsvoll auf die Straßen von Khartoum.

Bücherschau des Tages

Von verstörender Irritation

13.04.2019 Die FAZ preist Richard Wrights 1941 erschienenen Roman "Sohn dieses Landes" als Epos "homerischen Zorns" und Sibylle Bergs "Brainfuck" als sarkastisches Highlight unter den Agenturromanen. Die taz liest subtile Debütromane von Helene Bukowski und Domenico Dara. Der Dlf denkt mit Barbara Zemans "Immerjahn" über den Stellenwert der Kunst in der Gesellschaft nach. Die Literarische Welt erfährt von Deborah Levy, "Was das Leben kostet" und die FR lernt von Masha Gessen und Misha Friedmann russische Geschichte und Gegenwart zu verstehen.

Montag, 15.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Vicos Endstadium

15.04.2019 Repression im Internet: Die Chinesen haben eine Software entwickelt, die es ermöglicht, die Uiguren als Gruppe zu kontrollieren und überwachen, berichtet die New York Times. In der Daily Mail wendet sich Alan Rusbridger gegen ein "White Paper" der britischen Regierung, das in vagen Begriffen gegen Online-Fehlverhalten vorgehen will. In der taz tritt der ehemalige Whistleblower Daniel Ellsberg für Julian Assange ein. Außerdem: Es ist Karwoche, und in der FAZ verteidigt der Philosoph Otfried Höffe das christliche Institut des Ehegattensplitting.

Efeu - Die Kulturrundschau

Nur du allein verstehst die Texte

15.04.2019 Die NZZ freut sich, dass Frank Castorf jetzt auch in Zürich einen echten Salonschreck hergibt. Was ist gewonnen, fragen Tagesspiegel und SZ, wenn "Othello" bei Michael Thalheimer weder schwarz noch weiß ist, sondern blutrot.  In der Berliner Zeitung bemüht sich Ines Geipel um Verständnis für die Erfahrungswuchten, mit denen der Osten klarkommen muss. In der Jungle World erkennt Jayrôme C. Robinet nach einer Geschlechtsumwandlung, dass auch Männer unter dem Patriarchat leiden. Und die taz möchte lieber keinen Kulturschuppen geschenkt bekommen.

Medienticker

Auf dem Weg zur Informationselite

15.04.2019 Allen Protesten zum Trotz: EU-Urheberrecht endgültig beschlossen - Fake News zur Europawahl: Google & Facebook haben Probleme mit der Transparenz - Studie zur Presseförderung - Anklage gegen Assange ist eine Warnung an alle Journalisten - Kann man das Klima "retten"? Macht der schiefen Sprachbilder - Literaturgeschichte in Literaturgeschichten: Hans Christoph Buch auf den Traumpfaden im "Tunnel über der Spree" + Theater-Nachtkritiken u.a. aus Berlin, Köln & Zürich.

Bücherschau des Tages

Gefahr und Möglichkeit

15.04.2019 Die FAZ empfiehlt mit Begeisterung neue Hörbücher, zum Beispiel Mai Thi Nguyen-Kims vergnügliches Tutorial "Komisch, alles chemisch". Und die Hörspiel-Editionen zu Fontane und Hermann Broch könnten sie fast von der Bleistiftleküre abbringen.  Die SZ feiert Preti Tanejas indisches Breitwand-Melodram "Wir, die wir jung sind". Von Andreas Petersen lernt sie, wie das Stalintrauma der KPD-Granden die DDR prägte.

Dienstag, 16.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Volk ist der Maurer

16.04.2019 Notre Dame hat gebrannt, aber Notre Dame ist nicht abgebrannt. Erleichterung im Unglück, dass die Struktur und die Türme stehenblieben und ein Wiederaufbau möglich ist. Dennoch: Der Dachstuhl trug nicht nur das Dach, sondern auch französische Identität, schreibt Laurent Joffrin in Libération - sowohl Jeanne d'Arc, als auch Victor Hugo sind mit diesem Ort verbunden.  Außerdem: die EU-Urheberrechtsreform ist durchgewunken.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wahre Schönheit liegt im Insekt

16.04.2019 In der NZZ erkundet Gabriel Zimmer die innere Verbindung von Dichtern und Spitzensportlern. Die SZ folgt dem Bauhaus auf der Seidenstraße nach Krefeld. In der taz fragt der Filmverleiher Jakob Kijas, wer Jugendlichen heute eigentlich noch Cinephilie vermittelt. Die taz erinnert auch an die vor fünf Jahren getötete Fotografin Anja Niedringhaus. Der Standard erkennt in Peter Doig den Gauguin der Gegenwart. Außerdem trauern die Feuilltons um die Schauspielerin und Bergman-Ikone Bibi Andersson.

Magazinrundschau

Ein wildes Stück Aufklärung für den Bourgeois

16.04.2019 In der London Review erzählt Colm Toibin von dem Schmerz in seinen Eiern, der sich als Krebs entpuppte. Der Guardian stellt die chinesischen Deep Learning Überwachungssysteme und den riesigen globalen Markt dafür vor. Le Monde diplomatique blickt nach Algerien, wo die Geschäftsfreunde des Bouteflika-Clans festsitzen. Today blickt nach Indonesien, wo sich viele Muslime radikalisieren. Und Simon Reynolds hört in der Red Bull Academy das Fauchen der Stahl-Hochöfen, wie es Luigi Nono festgehalten hat.

Medienticker

Digitalisieren in Zeitlupe

16.04.2019 Aktualsiiert: Verfahren: Antisemitismus-Forschungslage - Die Reform kommt & das Netz stirbt? Ein "Ja, aber" mit vielen Fragezeigen & der Börsenverein will Verlegerbeteiligung zügig in nationales Recht umsetzen - Deutscher Buchmarkt 2018: So viel wog das schwerste Buch - Der Chaos Computer Club ist besorgt über aktuelle Angriffe auf die Pressefreiheit - Türkei: Freiheit & Widerstand auf der großen Leinwand und Doku über Deniz Yücel im Knast - Pulitzerpreise: Aretha Franklin posthum ausgezeichnet - Notre-Dame brannte & das deutsche Fernsehen sendete - In memorieam: Dusty Srpngfield zum 80.

Bücherschau des Tages

Das imaginäre Gespräch

16.04.2019 Die SZ lässt sich von Ulrike Draesner die Angst vor dem Älterwerden nehmen und amüsiert sich dann ganz prächtig auf einer Party mit einem sprechenden Möbelstück. Von Karl Marx' Artikel aus der New York Tribune lernt sie, dass auf eine Finanzkrise meist ein Industrie-Crash folgt. Der Dlf hofft, dass Jan Zielonka mit seinem Buch "Konterrevolution" die Liberalen in Europa aufgerüttelt bekommt. Die FR liest erschüttert Mustafa Khalifas Bericht aus einem syrischen Foltergefängnis. Die FAZ empfielht Irene Götz' Bericht  "Kein Ruhestand" zur Altersarmut von Frauen.

Mittwoch, 17.04.2019

Efeu - Die Kulturrundschau

Glücklicher, produktiver, ausgeschlafener

17.04.2019 Die SZ steht in Münchens Alter Pinakothek vor Caravaggio und der Frage, woher im Barock der Kult der Härte rührte. Die FAZ freut sich über die schöne Botschaft, die Milo Rau aus den Trümmern von Mossul nach Gent bringt. Die NZZ beklagt das Schließen der Bibliotheken in der Türkei. Die taz  schwelgt in der calvinistischen Strenge von Paul Schraders Film "First Reformed". Und ZeitOnline hält fest, dass der weiße, heterosexuelle Gitarrenrockheld in der Statistik des globalen Pop keine Rolle mehr spielt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Notre Dame du Peuple

17.04.2019 Ein Funke, ein Feuerzeug, ein schon abgestellter, aber noch heißer Schneidbrenner können das Feuer in Notre Dame ausgelöst haben. 850 Jahre Geschichte sind in vier Stunden abgebrannt, klagt der Notre-Dame-Organist Olivier Latry in Le Monde - der immerhin froh sein kann, dass seine Orgel noch heil ist. In der NZZ fragt der Soziologe Rainer Schützeichel, ob alles so wiederaufgebaut werden soll, wie es war. Außerdem: Netzpolitik und Golem fragen nach den Folgen der EU-Urheberrechtsreform.

Medienticker

Radiomacher wirbeln durch den Verlag

17.04.2019 Aktualisiert: Für den Burda-Chef geht das eue Urheberrecht nicht weit genug & Was das Internet nicht vergessen sollte - Wie weit geht die Meinungsfreiheit für Social Bots? - Social Media Watchblog beobachtet Politik, Medien & Gesellschaft - The Podcast Consumer 2019 - Google, Facebook & der Journalismus - Schweiz: Ringier wächst digital  - Buchgestaltung: Warum es Arno Schmidt nicht als E-Book gibt + Pressestellen: Vom Wachhund zum Kommunikationsarbeiter.

Bücherschau des Tages

Fröhlicher Perspektivenwechsel

17.04.2019 Bittere Medizin schluckt die SZ mit einem Buch von Irene Götz über weibliche Altersarmut. Die FAZ folgt mit Bartholomäus Grill den Spuren deutscher Herrenmenschen in Afrika. Die FR reist mit Slobodan Snajders Familiengeschichte "Die Reparatur der Welt" zu den Donauschwaben. Dlf Kultur liest zwei Bücher, die der verwickelten Mutter-Sohn-Beziehung eine neue Dimension hinzufügen: Die Abgründigkeit einer spionierenden Mutter. In der Zeit feiert Stefan Weidner den neuen Roman von Kamel Daoud.

Donnerstag, 18.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Entkoppelter Sonderdiskurs

18.04.2019 In der Zeit macht der Kriminologe Christian Pfeiffer der katholischen Kirche in Deutschland, namentlich den Bischöfen Reinhard Marx und Stephan Ackermann, schwere Vorwürfe in der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Der Staat wird Zeitungen künftig subventionieren, man weiß nur noch nicht, wie, berichtet die taz. In FR und Tagesspiegel wird ernstlich darüber debattiert, ob man um Notre Dame trauern darf. In der SZ fordert die Lehrerin und Autorin Julia Wöllenstein den Verzicht von Religionsunterricht an Schulen und ein Kopftuchverbot bis zum 16. Lebensjahr.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gigantische Halluzination des Kinos

18.04.2019 Die NZZ versinkt mit Julian Schnabels van-Gogh-Film in einer berauschenden Farbenorgie. Die SZ lässt sich von den Farben der Bundesgartenschau in Heilbronn nicht beeindrucken und fragt streng: Was ist mit dem Klimawandel? Die Zeit feiert den Schauspieler Rainer Bock, dessen blasse Kasernenhaut es ihr angetan hat. Kann man Künstler vom Werk trennen? Nicht im Pop, meint die Jungle World mit Blick auf Michael Jackson, wo der Künstler das Kunstwerk ist. In der Kunst schon eher, denkt sich die FR mit Blick auf eine Ausstellung über Brücke-Maler in der NS-Zeit.

Medienticker

Die Dummheit & der Tod des Lexikons

18.04.2019 Aktualisiert: Mailkorberlass in Österreich - Digitalgeschäft: Bild & Welt erfogreich - Ist die Presse wirklich die Vierte Gewalt? - Objektivität oder Glaubwürdigkeit ist was für Weicheier (?) - Hetze gegen Medienschaffende: Rangliste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen - Onlinehändler: Amazon und das Problem mit der Nazi-Literatur - Rätselhaft freundlich: Dieter Dath zum Tod von Gene Wolfe - Victor Hugos "Notre Dame": DER Bestseller nach dem Feuer & Die Kathedrale als literarischer Ort + Hörfunk-Tipps für die Ostertage.

Bücherschau des Tages

Im Land der Brotlosigkeit

18.04.2019 Dlf Kultur landet mit Erzählungen von Geovani Martins in einer umkämpften Favela in Rio de Janeiro. Die FAZ empfiehlt Carmen Maria Machados düster-feministische Geschichten über Gewalt als Virus. Die NZZ liest Dagmar Herzogs kluge Geschichte der Sexualität in den USA und Europa seit 1945. Die SZ bringt heute eine Krimibeilage u.a. mit Kritiken zu Stanley Ellins "Sanfter Schrecken" - zehn, von Arno Schmidt übersetzte "ruchlose" Geschichten, Georges Simonenons erstem Maigret und Jonathan Robijns "Kongo Blues", der viel mehr ist als ein Kriminalroman. Hier finden Sie alle Notizen zur Krimibeilage.

Samstag, 20.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Zukunft des zerstörten Spitzturms

20.04.2019 Der Mueller-Report ist nun in Gänze zu lesen - und bei weitem nicht ohne Sprengkraft. Unter anderem stellt sich laut thedailybeast.com heraus, dass Julian Assange einen Angestellten der Demokratischen Partei anschwärzte, um seine russischen Quellen zu schützen. Die Irish Times kritisiert den Stillstand in der nordirischen Politik, die die Unruhen in Derry - die zum Tod der Journalistin  Lyra McKee führten - erst möglich machten. Notre Dame soll schnell wieder aufgebaut werden. Aber wie, fragen die Zeitungen. Und dann sind da die Probleme von Leica mit China.

Efeu - Die Kulturrundschau

Demoliert die Hack- und Rangordnung

20.04.2019 Die NZZ wird in der Genter Aufführung von Milo Raus "Orest in Mosul" Zeugin einer Unmöglichkeit. Diors Maria Grazia Chiuri erklärt in der Weltkunst ihren Standpunkt zwischen Dior, Galliano und Slimane. Die taz bewundert Sergey Dvortsevoys Kino-Sensualismus. Im Tagesspiegel sucht die ehemalige Charlie-Hebdo-Mitarbeiterin Catherine Meurisse Blattgrün und Sanftheit. Friedhelm Greis sammelt in seinem Sudelblog Texte der Weltbühne zum Bauhaus. Die Jungle World hört 31 Vibratoren der Tödlichen Doris.

Bücherschau des Tages

Albanische Putzfrau mit Helena-Körper und Klaviertalent

20.04.2019 Die FAZ wartet mit Tabea Hertzog auf eine Spenderniere. Die NZZ lernt Samuel Beckett in seinen  Briefen als glücklichen Verzweifelten kennen. Die taz staunt über die Theorie von Johannes Fried über das CO2-Koma von Jesus am Kreuz. Die Welt empfiehlt Isaac B. Singers "Jarmy und Keila" aus den Siebzigern als höchst aktuellen Roman über Auswanderung aus fundamentalistischen Communities. Nicht weniger aktuell findet der Dlf Yambo Ouologuems Debütroman von 1968 mit seiner bemerkenswerten Perspektive auf Kolonialismus und Postkolonialismus.

Dienstag, 23.04.2019

Efeu - Die Kulturrundschau

Malerei ohne Malen

23.04.2019 In der FAZ huldigt Durs Grünbein dem Literaturwissenschaftler George Steiner, der das Gedicht stets über seiner Auslegung gelten ließ. Der Standard erklärt, warum noch vor den Kunstwerken die Dornenkrone aus Notre Dame gerettet wurde. ZeitOnline feiert die queere Ballroom-Serie "Pose" als ganz und gar unzynische Seifenoper der großen Gefühle.  In der taz erklärt Gerhard Schweppenhäuser, warum das Bauhaus mit seinem egalitär anmutenden Design elitäre Distinktionsmerkmale schuf.

9punkt - Die Debattenrundschau

Vergleichsweise schwerelos

23.04.2019 Christen sind heute die am stärksten verfolgte religiöse Gruppe, sagt der Priester Giles Fraser im Guardian nach den Attentaten von Sri Lanka. Bei den "Ted Talks" hielt die Observer-Journalistin Carole Cadwalladr, die über Machenschaften im Brexit-Wahlkampf recherchiert hat, eine Aufsehen erregende Rede: Facebook zerstöre die Demokratie. Die NZZ verteidigt mit John Stuart Mill den Wert der Lüge. Die FAS bringt einen Nachruf auf den Fußgänger.

Medienticker

Zaudern, zagen, Worte wagen

23.04.2019 Welttag des Buches: Wie hat sich der Buchmarkt verändert? & Ein Waldspaziergang zum Lesen - Sprache: Hauptsache gendern - Angst vor Echokammern ist übertrieben: Der Wahlkampf 2017 im Netz - Gesine Schwan & Robert Habeck: Warum als Philosoph in die Politik gehen? - Kabarettist Florian Schroeder über Komiker an der Macht - Irrationaler Zeitgeist: Fürchtet nicht die künstliche Intelligenz, sondern die mangelnde! + Tarantino im Kuhstall.

Bücherschau des Tages

Verwischte Wirklichkeiten

23.04.2019 Die FAZ taucht verzaubert mit "Alwina und Nelli" in Heribert Schulmeyers lichtdurchflutete Bildwelten. Gut gefällt ihr auch der Sound von Alex Wheatle in "Wer braucht ein Herz, wenn es gebrochen werden kann". Die NZZ folgt gebannt der somnambulen Anna durch Laura Freudenthalers "Geistergeschichte". Die SZ erklärt den einstigen Journalisten und PFLP-Kämpfer Ghassan Kanafani zum bedeutendsten Autor Palästinas. Außerdem lauscht sie Sylvain Prudhomme sanfter Elegie "Legenden".

Mittwoch, 24.04.2019

Magazinrundschau

Eine brillante Übung der Verkürzung

24.04.2019 Wired resümiert 16 Monate Reboot bei Facebook. Der New Statesman fragt mit Ian McEwan: Sollen wir zu Siri Bitte sagen? Quillette empfiehlt nicht, die Aufmerksamkeit einer dänischen Sozialbehörde zu erregen. In Magyar Narancs erklärt der Politologe Gábor Török, warum der Orbanismus gesiegt hat, Viktor Orbán aber nicht. Die New York Review of Books feiert das Licht und das Blau in den Bildern Antonello da Messinas.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mimik ohne Scheu

24.04.2019 Die Feuilletons trauern um Hannelore Elsner, die große einsame Diva mit der betörenden Stimme. In der FAZ etwa erklärt ihr Bodo Kirchhoff noch einmal seine Liebe. Der Guardian lernt in der Tate Britain, wie man die eigene Museumskollektion aus weiblicher Perspektive gerade nicht befragt. Vice fragt, ob die Generation Z die musikalischen Genres aufhebt. Und in der taz spürt der amerikanische Comiczeichner Jason Lutes dem Berliner Flair in Seattle nach.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Grammophon und ein paar Platten

24.04.2019 Auf The Daily Beast hält es die Terrorismus-Expertin Rita Katz für wahrscheinlich, dass der IS für das Attentat von Sri Lanka verantwortlich ist und schildert die neue Strategie der Terrorgruppe in Asien. Recode.net und der Journalist Karl Bode auf Medium bringen Hintergrundtexte zur Rolle der sozialen Medien in Sri Lanka. Die Todesstrafe für Homosexualität in Brunei kann nur mit einem universellen Menschenrechtsdiskurs bekämpft werden, insistiert Jan Feddersen in der taz.  SZ-Journalist Jörg Häntzschel begibt sich nach Kamerun, um mit Museumsleuten über Restitution zu sprechen.

Medienticker

Sie wurden gepalmert!

24.04.2019 Schlechtes Omen für EU-Urheberrechtsreform: Uploadfilter sperren Mueller-Bericht - Nach den Anschlägen: Sri Lanka blockiert Netzwerke -  Google weist Milliarden-Forderung der VG Media zurück - Infografik: Welche Zielgruppe Zeitungen & Zeitschriften online kauft - Tageszeitungen unter Druck: Wie Funkes WAZ geschrumpft ist - Neue gegen alte Mediengeneration : Social-Media-Beef nach TV-Kritik + Alice Schwarzer & Iris Berben über Hannelore Elsner.

Bücherschau des Tages

Kuriose Fetzen

24.04.2019 Die FAZ freut sich über eine irrwitzige Begegnung mit Oscar Wilde im London der Zwanziger in Alexander Pechmanns Roman "Die Nebelkrähe".  Die FR erhält von Jana Simon ein kontrastreiches Bild der deutschen Gesellschaft. Die NZZ folgt Kamel Daouds "Zabor" ins Algerien der Gegenwart. Und die SZ reist mit Gary Shteyngart durch einen amerikanischen Streichelzoo bis nach Lake Success.

Donnerstag, 25.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Gesums von Mikroerzählungen

25.04.2019 Die Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter will an der Uni Frankfurt eine Diskussion über das Kopftuch veranstalten. Einigen an der Uni studierenden Sittenwächtern passt das nicht: Sie fordern die Absage der Veranstaltung und die Absetzung Schröters - wegen "antimuslimischem Rassismus". Alain Finkielkraut widerfährt laut Marianne in Frankreich Ähnliches. In der Welt erklärt Richard Schröder die "posttotalitäre Situation" in den Neuen Ländern. Golem.de erzählt, wie Internet und Überwachung in China fusionierten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Theater ist Museum, Text-Friedhof

25.04.2019 Das Filmbulletin bewundert den Eros des Weltanfangs in Carlos Reygadas' Film "Nuestro Tiempo". Die taz wünschte sich, Stéphane Brizés Streikende in seinem Film "En guerre" würden nicht immer nur nach oben sehen. Die Zeit lässt sich im Lemberger Café Atlas vom Psychoanalytiker Jurko Prochasko den imperialen Eros des Westens erklären. Die nachtkritik schickt den Kanon zum Teufel. Hyperallergic besucht eine Ausstellung jemenitischer Künstler in Beirut.

Medienticker

"Wo warst Du Robin?"

25.04.2019 Aktualisiert: Freispruch für den Journalismus: Nach dem Mueller-Bericht -  IVW-Zahlen: Die Top 30 der Magazine - Wie Medien mitbestimmen was ein Risiko ist  - Datenschutz: Facebook rechnet mit Milliardenstrafe - Uploadfilter: Eine Geschichte voller Fails - Herfried Münkler über die "Neuen Glaubenskriege" - Sound des modernen Jazz: 80 Jahre Blue Note +  Der meistgedruckte Roman aller Zeiten: Daniel Defoes "Robinson Crusoe" erschien vor 300 Jahren.

Bücherschau des Tages

auf wimpern / wippen, in schubladen baden

25.04.2019 Der Dlf feiert die wunderbar surrealen Gedichte der Drehbuchautorin Ines Berwing. Mit Corinna T. Sievers begibt er sich in die Welt einer nymphomanen Zahnärztin. Die FAZ begleitet angeregt Dieter Forte auf seinem essayistischen Gang durch die Regalreihen einer alten Bibliothek. Die SZ gruselt sich von Jason Schwartz' "Johann der Posthume". Die Zeit liest "Szenen aus dem Herzen" der Klimaretter-Familie Thunberg und empfiehlt zwei Romane aus Lateinamerika.

Freitag, 26.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Mit kalter Präzision

26.04.2019 "Toleranz, Respekt und Verständnis" sind doch eine gute Sache. Allerdings könnte der Sultan von Brunei die kulturrelativistische Linke in Verlegenheit bringen, da er sie für die Todesstrafe gegen Homosexuelle fordert, fürchten die Salonkolumnisten. In der NZZ kritisiert Pascal Bruckner die Mobilisierung von Kindern für politische Anliegen. Die Entscheidung über Abtreibung liegt bei der Frau, auch wenn beim Embryo Trisomie 21 festgestellt wird, beharrt Reinhard Merkel in der FAZ. Immer mehr wird Südostasien zum islamistischen Hotspot, konstatiert der Economist.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Dichtung hingegeben

26.04.2019 Monopol erklärt der AfD, warum sie Jean-Léon Gérômes Gemälde "Der Sklavenmarkt" nicht ganz verstanden hat. Der Tagesspiegel blickt das abgründige Biedermann-Gesicht des Schauspielers Rainer Bock. Die nachtkritik lernt in Eike Weinreichs Film "UnRuhezeiten" mehr über den Relevanzverlust des Theaters als ihr möglicherweise lieb ist. Der Standard rechnet vor, wieviel Prozent der Tantiemen für einen Spotify-Hit bei den Verwertern hängen bleibt. Die taz feiert die seltsam gondelnde Heimeligkeit von Krautrocker Michael Rother.

Medienticker

Elegant inszenierte Brüche

26.04.2019 Aktualisiert: Worldpressfoto-Gewinner Michael Wolf ist tot - Amazon verdient so viel wie nie zuvor & Eine Billion Dollar ist Microsoft wert - Journalisten-Hexenjagd in der Türkei - Buchmarkt: Plus im Ostergeschäft - Open Access: Norwegens Nationallizenz - Schwarzes Loch: Facebook absorbiert täglich 4 Petabyte Daten - Vom Übersetzen leben? Fürs Übersetzen leben: Zum Tod von Eva Moldenhauer - Neue Sicht auf die Dinge: Öffentlich-rechtliches Fernsehen & die Smartphone-Reportage + Hörfunk-Tipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Skiapoden, Gorgonen, Golems

26.04.2019 SZ und NZZ begeben sich mit Bret Easton Ellis auf die Suche nach dem Kern des Weißseins und lernen, wie Amerika tickt. Die SZ liest außerdem autobiografische Geschichten des in Sibirien inhaftierten Filmemachers Oleg Senzow und empfiehlt Kinder- und Jugendbücher. Die taz entdeckt mit Jan-Niklas Jäger den politischen Kern in Pet-Shop-Boys-Songs. Die FR entdeckt dank Eric Vuillard die Komik der Revolution. Der Dlf folgt Jayrôme C. Robinet auf seinem Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund. Und Dlf-Kultur liest neue Ferrante-Übersetzungen.

Samstag, 27.04.2019

Efeu - Die Kulturrundschau

Das identitätskrisen-gebeutelte hässliche Entlein

27.04.2019 Die taz feiert mit Theaster Gates im Martin Gropius Bau schwarze weibliche Identität mit Modefotografien aus Ebony und Jet. In der Welt erklärt Andrzej Wajdas Witwe, weshalb die PiS-Regierung zögert, den Ruhm ihres Mannes zu verunglimpfen. Die FAZ erinnert daran, wie der tschechische Schriftsteller Karel Capek schon 1920 den Roboter erfand. Die Literarische Welt tritt an, das literarische Erbe von Erika Mann zu verteidigen. Die SZ lernt von dem indischen Architekten Balkrishna Doshi sozialen Wohnungsbau. Und die taz raucht eine Shisha zu griechisch-osmanischem Rembetiko.

9punkt - Die Debattenrundschau

Alles richtig gemacht

27.04.2019 Spanien ist nicht so dunkel, wie Deutsche und die Vox-Partei es gerne hätten, ruft in der Welt der Schriftsteller Antonio Muñoz Molina. Die taz erkennt in der Frage der gendergerechten Sprache: Nicht korrekt setzt sich durch, sondern schön. Die SZ erklärt dennoch, wie der stimmlose glottale Plosiv gebildet wird. Die FAZ staunt, was es sich New Yorker kosten lassen, in ihrem schicken Shed mal neben einem echten Arbeiter zu sitzen.

Bücherschau des Tages

Sinnlich-expressive Frische

27.04.2019 "Innere Unruhe und kühne Entschlossenheit" erlebt die taz mit Erich Mühsam in "Sechs Tage im April". Die Welt lernt von Michela Murgia, wie man Faschist wird. Mexikos drastische Seiten erlebt sie schaudernd in Fernanda Melchors Roman "Saison der Wirbelstürme". Die FAZ folgt D.H. Lawrence freudig in sein bayrisches Liebesexil. Mit Victor Pouchet reist sie die Seine hinunter, um zu erfahren "Warum die Vögel sterben". Und die FR empfiehlt Sorj Chalandons Roman "Am Tag davor".

Montag, 29.04.2019

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Fähigkeit zur Bosheit

29.04.2019 Während alle Welt noch rätselt, wie Putin-freundlich der neue ukrainische Präsident genau ist, antwortet Wolodimir Selenski mit einer ziemlich frechen Retourkutsche auf Putins Ankündigung, die Vergabe russischer Pässe an ukrainische Bürger zu erleichtern, berichtet die AFP. Woher kommt die Asymmetrie in den Reaktionen auf die Terrorattentate in Christchurch und Sri Lanka, fragt Brendan O'Neill in Medium. Und die FPÖ legt dem ORF-Anchorman Armin Wolf laut turi2 nahe, doch mal ein Sabbatical einzulegen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Studieren bringt nichts

29.04.2019 ZeitOnline lernt von den Gestaltern der neuen Helvetica alles über die Kurvenspannung des großen und kleinen O.  Der Standard berichtet vom Streit in Amsterdam um Daniel Libeskinds Entwurf für ein riesiges Holocaust-Mahnmal. Die SZ feiert mit Susanne Kennedys "Drei Schwestern" die Freiheit, auf ein Gesicht zu verzichten. Critic.de streift mit Toshio Matsumotos "Funeral Parade of Roses" durch die queere Szene Tokios. Und die taz besucht den kubanischen Künstler Kcho in Havanna.

Medienticker

Loslabern

29.04.2019 Aktualisiert: Wissenschaftsfreiheit: AfD untrliegt vor Gericht - Digitalisierung:  Verlage suchen Erfolgsrezepte - Juncker gegen Uploadfilter: Urheberrichtlinie soll ohne Uploadfilter national umgesetzt werden - Soziale Medien: Über die Popularität von Podcasts - Utopie vom ewigen Speicher: Und das Netz vergisst doch - Kennzeichnungspflicht? Wenn Tweets auf eine Paywall verlinken - Vorschau in die Vergangenheit: Geschlechterverteilung auf dem Buchmarkt -  Sprache & Geschlecht & die Wirkungsmacht der Literatur + Nach der Spanien-Wahl: Paul Ingendaay über die Positionenen der Intellektuellen.

Bücherschau des Tages

Farbiger Optimismus

29.04.2019 Die FR lernt von Nell Zink in Bad Belzig, wie man Identitäten überwindet: mit überbordender Fantasie. Die taz betrachtet überwältigt Charles Fregers Bilder zu Freiheit und Maskerade der "Cimarron". Die SZ blickt mit Wärme auf die bröckelnde Pracht sozialistische Kunst, die Aram Galstyan und Katja Koch in ihrem Band "Mosaiki" versammeln. Und der DlfKultur weiß an Bret Easton Ellis' Roman "Weiß" immerhin dessen Invektiven gegen die Gefallsucht der Millenials zu schätzen.

Dienstag, 30.04.2019

Magazinrundschau

Queere Morphologie

30.04.2019 In der NYRB bewundert Colm Toibin das Action Painting Tintorettos. Das Artforum feiert die zweideutigen Charaktere der Künstlerin Nicole Eisenman. HVG darf nicht mehr auf Budapester Litfasssäulen werben. Die London Review analysiert das Ergebnis der Wahlen in Nigeria. In Respekt seitzt die Moskauer Elektropop-Band Ic3peak ihr Vertrauen in den russischen Citoyen. Die Hindustan Times amüsiert sich mit dem pakistanischen Autor H.M. Naqvi und dem Kosaken Abdullah in "Currachee". The Ringer erinnert an den großen Sci-Fi-Autor Gene Wolfe.

9punkt - Die Debattenrundschau

Allein du selbst zu sein

30.04.2019 Zum ersten Mal seit Jahren publiziert der Islamische Staat ein Video seines Chefs Abu Bakr al-Baghdadi. Le Monde und Libération fragen nach der Strategie der Terrorgruppe, nachdem sie ihr "Staatsgebiet" verloren hat. In Zeit online erklärt die Expertin Ferda Ataman das Ende der Fremdenfeindlichkeit. Jetzt ist Rassismus angesagt. In der NZZ beklagt der Philosoph Konrad Paul Liessmann den "Ruf nach Vorschriften, nach Verboten, nach Regelungen", der an den Unis neuerdings von unten komme.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das hat Kraft, das zieht mit

30.04.2019 Laut Guardian stellen sich Stephen Fry, Marina Abramović und andere Kulturgrößen gegen einen Boykott des Eurovision Song Contest in Israel. Der Tagesspiegel blickt gutgelaunt der ersten Philharmoniker-Saison mit Kirill Petrenko entgegen. Die FAZ spürt bei der Uraufführung von Detlev Glanerts Oper "Oceane" das Meer im Menschen. Die SZ isst in Bargfeld noch eine letzte Wurst im Bangemann. Und TechCrunch spoilert: Die letzten Folgen von "Game of Thrones" sehen dank Videokompression ziemlich miserabel aus.

Medienticker

Zerrissenheit hörbar machen

30.04.2019 Aktualisiert: Tag der Pressefreiheit: Kein Journalismus ohne Risiko - Tsunami der Unwahrheit: Trumps 10.000 Falschbehauptungen - Wie innovativ istdie Medienbranche - Audiomarkt: Bertelsmann bildet "Audio Alliance" - Steingarts Journalismus im Schaufenster - Helmut Thoma: Netflix wird scheitern - Ernst-Wilhelm Händler über Literatur in Zeiten der Internetplattform-Gesellschaften & Philipp Schönthaler über Schreiben im Zeichen des Geldes - Nachruf: Les Murray ist tot  + Hörfunk+TV-Tipps.

Bücherschau des Tages

Gefriertrocknung als Zeitreisemedium

30.04.2019 Die Ungnade der Kritiker macht heute vor niemanden Halt: Die taz wirft Literaturdarling Ann Cotten vor, sich in "Lyophilia" intellektuell zu spreizen. Die FAZ geht hart mit dem Roman einer Debütantin ins Gericht, auch Zeit-Kollege Volker Hagedorn bekommt sein Fett weg. Und die SZ möchte nicht mal "Die Szenen aus dem Herzen" von Greta Thunberg und ihrer Mutter empfehlen: Lieber Klimastudien lesen! Immerhin: Der Dlf reist gern mit dem Abenteurer Patrick Deville in die französische Provinz. Und die taz empfiehlt Leonardo Paduras neuen Kuba-Krimi "Die Durchlässigkeit der Zeit".

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Aus dem Amerikanischen von Cornelius Hartz. Wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, wiegt 250 Kilo und hat…
Claudia Gatzka (Hg.) / Sonja Levsen (Hg.). Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2025.Claudia Gatzka (Hg.), Sonja Levsen (Hg.): Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik
Lange erzählten Historiker der Bundesrepublik Geschichten von wachsendem Wohlstand, Modernisierung, erlernter Liberalität und stabiler Demokratie. Deutschland schien "im…
Colleen Hoover. Woman Down - Roman . dtv, München, 2026.Colleen Hoover: Woman Down
Aus dem Amerikanischen von Anja Galic und Katarina Ganslandt. Der Shitstorm um die Verfilmung ihres Romans stürzte Bestsellerautorin Petra Rose in eine Schreibkrise. Sie…

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