Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 14.59 Uhr
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
  • Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Dienstag, 01.09.2020

Magazinrundschau

Symphonie der Solidarität

01.09.2020 Der New Yorker studiert am Beispiel Floridas, wie die Republikaner versuchen, die Wahlen über Zugangsbeschränkungen zu manipulieren. Im New York Magazine erklärt der Statistiker David Shor, welche Fehler die Demokraten machen. Im New Statesman fürchtet Christopher Clark aus historischen Gründen einen Krieg in Libyen. Wer den Preis der Dekolonialisierung wissen will, muss Albert Memmi lesen, ruft die London Review. Van lässt sich von dem Philosophen Timothy Morton die Freundlichkeit der Quantentheorie erklären.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wann wird es hier wie in Chabarowsk?

01.09.2020 Die Unzufriedenheit in Russland ist groß, und Alexei Nawalny war tatsächlich ein überaus lästiger Störfaktor für Putin konstatiert die FAZ. In diesen Tagen beginnt der Prozess gegen die Charlie-hebdo-Attentäter. France Inter porträtiert einige der Protagonisten und noch einmal die Opfer, etwa Mustapha Ourrad, den Korrekturleser der Zeitung. In der NZZ ist ist Daniele Muscionico überhaupt nicht wohl bei der Vorstellung, dass die Bildagentur Magnum ihr Archiv nach heutigen Vorstellungen von Korrektheit bereinigt. Und im Tagesspiegel wundert sich Christian Schröder nicht über die Späthippies bei den Anti-Corona-Demos: Deren Ideologie wurzelt im 19. Jahrhundert.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es geht immer um die Sache.

01.09.2020 In der SZ pocht Marina Abramovic auf die künstlerische Pflichterfüllung. SZ und FAZ feiern Hakan Savaş Micans Großstadtballade "Berlin Oranienplatz", mit dem das Gorki Theater in die neuen Saison startet. In der Welt wünscht Klaus Honnef dem Institut für Fotografie, egal ob in Essen oder Düsseldorf, vor allem ein theoretisches Fundament. Nach dem Aus von Columbia Artists Management fragt Crescendo, ob sich die Dinosaurier der alten Klassikwelt nicht eh überlebt haben. Und dem Guardian offenbart sich im V&A-Museum die schweigend strahlende Schönheit des Kimonos.

Medienticker

"Wir schaffen das"

01.09.2020 Getackerte Laserlinien, KI & schwarze Löcher - Exklusiv: Elena Ferrante antwortet Buchhändlern - Nur distanzierte Journalisten, sind gute Journalisten - Wohlstand des Amazon-Gründers: 200 Milliarden - HR 2019 im 100 Millionen-Minus - Elon Musks Neuro-Chip für den Kopf - Verbeugung vor einem "Vogel" - Glückwunsch: Annie Ernaux wird 80 + Fünf Jahre "Wir schaffen das!": Die deutsche Angst vor dem Erfolg & Toxisch männliche Würstchen.

Bücherschau des Tages

Dramatisch, wild und vital

01.09.2020 Auch die taz jubelt jetzt über den Band "Mode und Revolution", dessen Texte sowjetische Avantgardekunst und Modewelt subtiler verbinden, als "alles, was Baudrillard je geschrieben hat". Die FR lernt in Olaf Veltes lyrischem Bauernland Honigschleudern und Wolleschneiden. Die SZ feiert Elena Ferrantes neuen Roman. Der DlfKultur verfolgt mit Giulia Caminitos "Ein Tag wird kommen" die Geschichte zweier ungleicher Bauern-Brüder  Die FAZ erkennt mit Remo Bodel die Bedeutung der Dinge für das Leben. Erhellend findet sie auch Hagen Fleischers Griechenland-Aufsätze zu "Krieg und Nachkrieg".

Mittwoch, 02.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Bestrebungen nach friedlicher Koexistenz

02.09.2020 Heute beginnt der Prozess um die Pariser Attentate von Januar 2015. Charlie hebdo publiziert die dänischen und die eigenen Karikaturen aus diesem Anlass neu. Im Editorial der Sonderausgabe geißelt Gérard Biard den "neuen Antisemitismus". Pakistan hat bereits protestiert. Die FAZ berichtet aus dem Libanon: "Die Wut wich der Erschöpfung" - und nun wollen alle weg. Die taz singt ein Loblied auf die mutigen Frauen von Belarus. Und in der Berliner Zeitung warnt die Soziologin Michaela Pfadenhauer vor einem allzu naiven Glauben an die Wissenschaft.

Efeu - Die Kulturrundschau

Bombast ist gar kein Ausdruck

02.09.2020 In Venedig beginnen heute die Filmfestspiele, coronabedingt mit wenig Stars und viel Abstand. Die FR kann sich die herzliche Mostra bisher nur schwer als Distanzerlebnis vorstellen. Die SZ erlebt in Paris die Umkehrung der Banlieue von der Vorstadt zum Weltgefühl. Der Guardian verehrt mit Richard Rogers auch das lausige Zeichnen, chaotische Arbeiten und unverständliche Urteil. Auf 54books verteidigt die Schriftstellerin Katharina Hartwell ihren finanziellen Ehrgeiz. Und die taz zieht mit den Bright Eyes von Stonehenge zum Mount Everest.  

Medienticker

Journalisten unter Beschuss

02.09.2020 ARD-Korrespondent verlässt Belarus -"Sedantag": Blut, Eisen & unrühmliche Geschichte - Halbjahresbilanz: Bertelsmann trotzt Corona -  Debatte um Cancel Culture: Die ängstlichen Intellektuellen - Grütters' Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft & Förderprogramm "Neustart Kultur" - Buchpreis-Rap für die Nominierten - Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten + Neue rechtsextreme Ästhetik: Jetzt machen sie auf bunt ...

Bücherschau des Tages

Düstere Oberförster-Momente

02.09.2020 Die SZ bewundert Lydia Davis' Miniaturen von Stadt- und Landneurotikern im Kürzestgeschichtenband "Es ist, wie's ist". Die FAZ applaudiert Wolfgang Büschers Eloge auf den deutschen Wald in "Heimkehr". Dlf Kultur empfiehlt "Der undankbare Flüchtling", Dina Nayeris Erfahrungsbericht einer iranischen Emigrantin in den USA und stürzt sich in das Gefühlschaos von Melanie Garanin, die in ihrer Graphic Novel "NILS" vom Tod ihres Kindes erzählt.

Donnerstag, 03.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Negative Selbstherrlichkeit

03.09.2020 Europa muss "sehr schnell akzeptieren, dass es eine geopolitische Macht ist", meint Geert Mak in Zeit online. Das Verbot von Tiktok ist eine Zäsur, findet Marcel Weiß in seinem Neunetz: Indien und Trump haben den Chinesen die globalen Limits der Expansion aufgezeigt. Belarus ist ein höchst modernes Land mit höchst altmodischem Regime, schreibt Stephan Wackwitz in der Zeit.  Die taz verteidigt Lehrerinnen mit Kopftuch, die Welt nicht. Und Nasrin Sotoudeh, die wegen ihres Kampfs gegen den Kopftuchzwang im Gefängnis ist, schwebt laut Tagesspiegel in Lebensgefahr.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Wahrheit über die Welt

03.09.2020 taz, SZ und FAZ erliegen dem Pathos der Marina Abramović, die sogar Maria Callas zu Wiederauferstehung zwingt. Van unterhält sich mit der Komponistin Milica Djordjević über das Körperliche und Elementare in ihrer Musik. Die FR steht in der Schirn verwirrt auf einem Bild des iranischen Künstlerkollektivs Ramin Haerizadeh, Rokni Haerizadeh und Hesam Rahmanian. Die FAZ durchlebt in Würzburg noch einmal die Geschichte der Bundesrepublik mit der Fotosammlung von Michael Schupmann. In der NZZ erklärt der amerikanisch-jüdische Journalist Massoud Hayoun, warum er sich immer auch als Araber beschreiben würde.

Medienticker

Filme schauen & Fieber messen

03.09.2020 Christian Petzold über das Filmfestival Venedig - Funkausstellung findet ohne Öffentlichkeit statt - Was geschieht in den USA? Gespräch mit Elizabeh Strout - Kulturstaatsministerin unterstützt die Leipziger  Frühjahrsmesse - Amazon-Algorithmus fördert den Verkauf von Verschwörungsliteratur & Daimlers Rekord-Deal mit Amazon - QAnon: Das gefährliche Spiel mit der Fiktion - Kommunikation: Tag des Briefschreibens - Facebook News kommt nach Deutschland + Shortlist der besten unabhängigen Bücher.

Bücherschau des Tages

Mensch-Garnele-Chimären

03.09.2020 Die Zeit berauscht sich an der kosmischen Sexualität in den Erzählungen Jonas Eikas. Die FAZ begleitet Kurt Drawert nach Dresden und Vivan Gornick auf ihren Streifzügen durch New York. Die FR amüsiert sich mit dem Wunderplunder in den Kindergedichten Arne Rautenbergs. Der Dlf empfiehlt Barbaros Altugs Roman "Sticht in meine Seele", in dem eine lesbische Frau mit Migrationshintergrund das schwere Gepäck des türkischen Genozids an den Armeniern schultert.

Freitag, 04.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Man könnte die Pipeline zu Ende bauen

04.09.2020 Die taz erzählt, wie die Aktivisten in Nowosibirk auf die Vergiftung Alexej Nawalnys reagieren - dort drehte er seinen jüngsten Film über Korruption und wollte den Stadtrat erobern. Der Berliner Justizsenator will das Kopftuch jetzt auch in die Berliner Justiz einziehen lassen. Der Tagesspiegel ist dankbar und begeistert. Ebenfalls im Tagesspiegel attackiert Omid Nouripour die Bundesregierung für ihr Schweigen im Fall Nasrin Sotoudeh. Der Guardian denkt über die Corona-Protestierer nach. Spiegel online bringt einen Nachruf auf David Graeber, der im Alter von nur 59 Jahren gestorben ist.

Efeu - Die Kulturrundschau

Am Ende steht die Welt in Flammen

04.09.2020 Berliner Zeitung und Tagesspiegel jubeln: Potsdam wird ein neuer Wallfahrtsort des Impressionismus mit über hundert Gemälden aus der Sammlung Plattner. Die Welt staunt über die ironielosen chinesischen Werte im Disney-Remake von "Mulan". Die NZZ freut sich schon auf die Extremtänzerin Florentina Holzinger in der Volksbühne. Die taz porträtiert die Indieband Erregung Öffentlicher Erregung. Die FAZ lässt sich in Essen noch einmal von Keith Haring beeindrucken.

Medienticker

Robespierre in Berlin

04.09.2020 Aktualisiert: Debattenkultur versus Cancel Culture - Deutschland, Land der Dichter, Denker & Verschwörungstheoretiker - Über die Macht der Bilder & Meinungsfreiheit: Kritikfähigkeiten in Zeiten sozialer Medien - Gedrucktes ist gefragt: Analyse zur wirtschaftlichen Situation der Verlage - Die Nominierten des Bayerischen & Österreichischen Buchpreises - Metaphern-Händler: Niggemeier  versus Steingart  -  hör!spiel!art.mix: "loslabern" von & mit Rainald Goetz - Vor 50 Jahren: Fehmarn-Festival + TV+Hörfunk-Tipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Gemälde männlicher Seelenlandschaften

04.09.2020 Dlf-Kultur lernt in Ben Lehners "Topeka-Schule", dass die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft vermutlich endgültig ist. Mit Hans Ostwald stürzt er sich ins zwielichtige Berliner Großstadtleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die NZZ träumt mit Antonio Fian von Wildschweinen und toten Hochhäusern. Die FAZ ermittelt mit dem Historiker Peter Englund im Schweden der Sechziger. Und der Dlf flieht in Stephan Roiss' Roman "Triceratops" mit einem kleinen Jungen vor den Eltern in die Welt der Monster.

Samstag, 05.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Problem mit der Realität

05.09.2020 "QAnon" sei mehr als eine Verschwörungstheorie, erklärt BuzzFeed. Es sei ein kollektiver Wahn, und zwar ein äußerst gefährlicher. Richard Herzinger erklärt in seinem Blog, warum man misstrauisch werden sollte, wenn Deutsche von ihrer "besonderen Verantwortung" für Israel sprechen. Die taz begibt sich auf die Spur von "NSU 2.0". Charlie Hebdo attackiert die New York Times, die die Neupublikation der Mohammed-Karikaturen nur mit spitzen Fingern anfässt - schließĺich hatte sich die Times nach der Charlie-Debatte entschlossen, gleich gar keine Karikaturen mehr zu veröffentlichen. "Wir haben es noch nicht geschafft", ruft Ahmad Mansour in der Welt.

Efeu - Die Kulturrundschau

So sichtbar. So verletzlich. So wunderschön

05.09.2020 Die NZZ bewundert das Konzept der Leere in den Arbeiten der Künstlerin Marion Baruch. Tagesspiegel und Berliner Zeitung besuchen die wokeste Berlin Biennale ever. Im Gespräch mit der Literarischen Welt sucht Karl Heinz Bohrer den existenziellen Hass in der zeitgenössischen Literatur. Die taz besucht schwierige Proben in der Volksbühne. Die Filmkritiker trauern um den Schauspieler Birol Ünel.

Bücherschau des Tages

Neueste Theorie des Schreibens

05.09.2020 Die NZZ empfiehlt den australischen Erzähler Gerald Murnane, der in Deutschland noch entdeckt werden muss. Die FAZ vertieft sich mit Hedwig Richter in die Geschichte der deutschen Demokratie. Die FR leidet mit zwei Geschwistern, die in der kanadischen Wildnis des 19. Jahrhunderts plötzlich auf sich allein gestellt sind. Die Welt durchlebt mit Uta Ruges "Bauern, Land" den Wandel der Landwirtschaft am Beispiel eines Dorfs im Landkreis Cuxhaven.

Montag, 07.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Sicherheitsbedürfnisse sind strukturell unstillbar

07.09.2020 Politico.eu berichtet über die Karriere eines Begriffs aus dem Arsenal des neuen Rechtsextremismus: "Ensauvagement" - Verwilderung. Wir werden demnächst gezwungen, für einen neuen Personalausweis Fingerabdrücke abzugeben,  werden also behandelt wie Verbrecher, kritisiert Heribert Prantl in der SZ. Der Lyriker und Publizist Max Czollek bleibt bei seinen Thesen: Integration ist abzulehnen, sagt er in der FAS. In der FAZ kritisieren die Professoren Florian Grotz und Friedrich Pukelsheim den völlig unzureichenden Vorschlag der Parteien zur Verkleinerung des Bundestags.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schlupflöcher freihauen

07.09.2020 Marie-Eve Signeyrole eröffnet mit ihrem in Berlin uraufgeführten Musiktheater der SZ eine neue Beethoven-Dimension. Mit Michael Armitage entblättert sie die innere Rinde der Natalfeige. Die FAZ feiert Benny Claessens als queeren Brandauer. Die FAS entdeckt in Cemile Sahins Romanen eine Finsternis, die in der aktuellen deutschen Belletristik ziemlich allein dasteht. Die NZZ hadert mit dem unsubtilen Schriftsteller-Aufruf gegen Donald Trump. Der Tagesspiegel berichtet beglückt von den Vanessa-Kirby-Festspielen in Venedig.

Medienticker

Wenn Inklusion rockt

07.09.2020 Julia Encke wird Feuilletonchefin der FAS - Beethovens Klavierfantasie: Groß in der Geste, frei in der Form - Martin Mosebach mit Henry James in Venedig - Krimibestenliste September -  Gegen das Regime - Eine Gruppe von US-Autorinnen und Autoren um Siri Hustvedt hat sich zu Writers Against Trump zusammengeschlossen.+ Wieviel gesellschaftlicher Sprengstoff steckt in der Gentrifizierung?

Bücherschau des Tages

Vollkommen verausgabt

07.09.2020 Die SZ verfolgt beglückt, wie Geert Maks Europageschichte "Große Erwartungen" eine Schneise durch den Dschungel der Unwahrheiten schlägt. Von Andrew Smiler nimmt sie mit, wie gut Männern der Abschied von der alten Virilität tut. Wie gern würde sie mit Toni Morrison über ihren Essayband "Selbstachtung" diskutieren, seufzt die NZZ. Die FRlässt sich von Monika Melchert an Anna Seghers Erfahrung im mexikanischen Exil erinnern. Der DlfKultur entsagt mit Jonas Frick der Geschwindigkeitseuphorie. Die FAZ liest K-Crime.

Dienstag, 08.09.2020

Magazinrundschau

Weder Mann noch Frau, weder Hund noch Katze

08.09.2020 Wired düst mit MEGA-Antrieb in andere Sonnensystemen. High Country News erzählt, wo es derzeit richtig heiß wird. Complex hört Glitchcore, das ist Musik von Menschen, die noch jünger sind als die jüngsten Millennials. Die London Review erblasst vor dem radikalen Feminismus Nathalie Sarrautes. Der Guardian beschreibt die gruselige Operation Condor. Und: Hunger macht fett, lernt die New York Times.

9punkt - Die Debattenrundschau

Systematische Verwirrung der Hirne

08.09.2020 Die weißrussischen  Proteste werden auch nach der Verschleppung der Oppositionellen Maria Kolesnikowa nicht abebben, ist sich FAZ-Korrespondent Friedrich Schmidt sicher. In der NZZ berichtet der Historiker Sergei Medwedew über eine beängstigende Normalisierung des politischen Terrors in Russland. Unterdessen warten Verschwörungstheoretiker von Gysi bis Kubicki mit immer neuen Versionen auf, um Putin reinzuwaschen, notiert Richard Herzinger. Timothy Snyder warnt in der Washington Post vor der Wahltaktik Trumps, die sich in zwei Wörtern zusammenfassen lässt: "Je schlimmer, desto besser." In der New York Times  diagnostiziert Ivan Krastev mit Blick auf Corona: Gerade die bösesten Buben haben die weichsten Knie.

Efeu - Die Kulturrundschau

An Tischbeinen und Türkanten

08.09.2020 Die Welt erklärt die Bedeutung von Aby Warburg. Die Nachtkritik reist mit Christopher Rüping und Thomas Klöck zu den Katastrophenorten des Kapitalismus. Im DlfKultur spricht Joachim Meyerhoff über seinen Schlaganfall. Der Tagesspiegel freut sich, dass er aus Venedig nichts Aufregendes melden muss.  Und ZeitOnline erkennt den Trend zum gestiefelten Sneaker.

Medienticker

Kulturwandel

08.09.2020 Berichterstattung: Verrohung in Teilen des Journalismus - Michael Verhoeven zum Neunzigsten von Mario Adorf: Der "liebste Schurke" mit guten Genen - Kristof Magnusson: "Ein Mann der Kunst": Endlich ein Museumsfördervereinsroman - Hacker: Zeig mir, wie Du schreibst und ich sag Dir, wer Du bist - Berliner Kultur in der Krise - Fünfmal Geisteswissenschaft auf der Shortlist - Rossini alttestamentarisch + R.I.P.: Jazz-Bassist Gary Peacock.

Bücherschau des Tages

Ein monströser Akt der Kunstzerstörung

08.09.2020 Als traurig-schönen Abgesang auf das alte Japan liest die FAZ Hirokazu Koreedas Roman "So weit wir auch gehen". Auf ein geteiltes Echo bei FAZ und Dlf stößt Max Czollek mit seinem Traktat "Gegenwartsbewältigung". Die SZ bewundert, wie Kurt Drawert in seinem "Dresden"-Buch Körper, Sprache und Geschichte ins Verhältnis setzt.  Der DlfKultur jauchzt vor Freude über den knalldummen Präsidenten in Oywind Torseters Comic "Ein Mann für alle Fälle". Sehr unterhaltsam findet er auch Kristof Magnussons Betriebssatire "Ein Mann der Kunst".

Mittwoch, 09.09.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Im Putzlicht

09.09.2020 Etwas verstört reagieren die Zeitungen auf die Absage der Frankfurter Buchmesse als Live-Ereignis: Ist das nur traurig oder hat es auch was Gutes? Und dass die Buchmesse ihre Implosion als Erfolg ausgibt, macht den Tagesspiegel fassungslos: Ist das Galgenhumor? Oder Ironie? In der SZ geißelt die Regisseurin Anna Lengyel die Machtpolitik in der ungarischen Theaterwelt. FR und SZ feiern Gianfranco Rosis in Venedig gezeigten Film "Notturno" als universales Poem auf das Weiterleben. Monopol und berliner Zeitung tanzen zu den wabernden Rhythmen der Berlin Art Week im Berghain.

9punkt - Die Debattenrundschau

Passportisierung

09.09.2020 Die FAZ berichtet "vom - das ist mit Blick auf die Brutalität des Regimes nicht übertrieben - Heldentum der Maria Kolesnikowa".  Im Guardian beschreibt Marina Hyde die jüngste Volte Boris Johnsons im Brexit-Spektakel so: "Lügen, Leugnen, dann Lügen über die Lügen." Die NZZ macht sich Sorgen über die russische Verfassungsreform, die es Putin erlaubt, Bürger ehemals sowjetischer Staaten mit russischen Pässen auszustatten. In der FAZ protestieren die  HistorikerInnen Eva Schlotheuber und Eckart Conze gegen den Strategie der Hohenzollern, ihr idyllisches Selbstbild und die daraus folgenden finanziellen Forderungen mit juristischen Mitteln durchzusetzen.

Medienticker

Welche Worte erklären die Welt?

09.09.2020 Blinde Flecken des Journalismus - Jüdisches Filmfestival: Juden mit vielen Ansichten - Interviews mit Joachim Meyerhoff: Sich selbst retten mit dem Erzählen von Geschichten - Milo Rau über seinen Film "Das Neue Evangelium" - Buchmesse daheim digital & Was bedeutet das für die Verlage?: Interview mit Jonathan Beck + BGH zum digitalen Nachlass.

Bücherschau des Tages

Wimmelbild aus Luxusmöbeln

09.09.2020 Dlf Kultur erkennt die Kluft zwischen digitaler Utopie und Wirklichkeit in Anna Wieners Insiderbericht aus Silicon Valley, "Code kaputt". Die FR verabschiedet wehmütig den Sommer mit Jürgen Hosemanns "Das Meer am 31. August". Die SZ vertieft sich in Julian Nida-Rümelins "Theorie praktischer Vernunft". Die FAZ hat einige Einwände gegen Jan Assmanns Versuch in  "Kult und Kunst", Beethovens Missa Solemnis als Gottesdienst zu begreifen.

Donnerstag, 10.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Sie fressen die Treppe mit ihren gierigen Schatten

10.09.2020 Die Zeit hat neue Details zum Giftanschlag auf Alexei Nawalny und weiß, warum die deutsche Regierung überzeugt ist, dass es die russische Regierung war. "Die Kapazität ist da", nehmt sie auf, ruft der Tagesspiegel mit Blick auf die Flüchtlinge von Moria. Charlie Hebdo berichtet über den Prozess zu den Attentaten von Januar 2015 und die Traumatisierung der Überlebenden.  In der Welt fragt Zafer Senocak, warum die Türkei den Weg der Moderne verlassen hat.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gestern noch friedliche Nachbarn

10.09.2020 In Europa sind wir keine Feinde mehr, rief Navid Kermani in einer Rede zur Eröffnung des Harbour Front Literaturfestival in Hamburg den Autoren zu, die nicht mit Lisa Eckhart auf eine Bühne wollten. Die Zeit dokumentiert die Rede. In Sachen sexueller Belästigung hat sich in der Opernwelt kaum was geändert, seit Enrico Caruso im New Yorker Affenhaus verhaftet wurde, meint das Van Magazin. Zuviel Glanz und Gloria erlebt die SZ in der Jubiläumsausstellung des Metropolitan Museums in New York. In Venedig wurde Frederick Wisemans Doku über die Bostoner "City Hall" gezeigt: Bombay oder Teheran wären interessanter gewesen, meint Artechock. Die FAZ fragt: Warum fehlen die freien Ensembles auf der Karte der Deutschen Orchestervereinigung?

Medienticker

Der Nagel im Kopf

10.09.2020 Messe-Quarantäneverordnung: Alexander Skipis im Gespräch über die Entscheidung zur Buchmesse - Buch Wien findet fast wie gewohnt statt - Shortlist für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis - Internationales Literaturfestival Berlin - Denkerin der Stunde. Über Hannah Arendt - Paul Nizon zum Neunzigsten - Vargas Llosa eröffnet das Internationale Literaturfestival Berlin + Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten.

Bücherschau des Tages

Nachträglich alles Weiße

10.09.2020 Die SZ bewundert Iris Wolffs Familienroman aus dem Banat als Zauberkunststück der Imagination. Die FAZ freut sich über Thomas Hettches Händchen fürs Fantastische. Auf stille Weise begeistert ist die Zeit von Ronya Othmanns "Die Sommer". Dickes Lob auch für Johny Pitts' Reportage über das heutige Afropa. Der Dlf liest begeistert, wie sich die 72-jährige Cloris nach einem Flugzeugabsturz durch den Dschungel schlägt und hofft auf eine Verfilmung durch die Coen-Brüder.

Freitag, 11.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Lebend oder in Teilen

11.09.2020 Boris Johnson will den Brexit-Vertrag brechen - und dieser Bruch bedeutet auch, dass er seine eigenen Wähler belogen hat, notiert Fintan O'Toole im Guardian. Bei allem guten Willen - der Denkmalstreit ist "geschichtsvergessen bis zum Gehtnichtmehr", meint Hans Christoph Buch in der NZZ. Bei hpd.de erklären einige säkular gesinnte Autorinnen muslimischer Herkunft, warum sie mit dem Begriff "antimuslimischer Rassismus" nichts anfangen können. Henryk Broder staunt in der Welt über die grandiosen Budgets der Parteistiftungen: Hunderte Millionen Euro, natürlich auch für die AfD.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Unbehagen an der Realität

11.09.2020 Keinen Wagner nur Barock hört das Van Magazin im prachtvollen Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth. Die FAZ betrachtet Totentänze in Chur. Die Literaturkritiker trauen der Macht der Literatur längst nicht so wie Mario Vargas Llosa in seiner Eröffnungsrede für das Internationale Literaturfestival in Berlin, lernen wir. Auf Zeit online meint Georg Seeßlen: Filmförderung kann weg. Die taz wärmt sich am neuen Album der Folksängerin Shirley Collins.

Medienticker

Pressefreiheit & Manieren

11.09.2020 Aktualisiert: Wie Literaturkritik sich verändert hat - Zensur: Jan Böhmermann greift FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube an & Cancel Culture: Eine Antwort an Navid Kermani - Zukunft von Messen: Alles nur noch Cloud -  Bob Woodward: Reporterlegende & Verführer des Präsidenten - Ungarn: Kultur protestiert gegen Orban - Rettung oder Kapitulation: Post von Google an den Handel -  Buchhandel in Österreich: Weniger Umsatz, Kinder+Jugendbuch weiterhin stark - Welche Zukunft hat der Boulevard? - Schreibblockade eines Bestsellerautors + Wochenend:TV+Hörtipps.

Bücherschau des Tages

Salz, Schnee, Knochen

11.09.2020 Die NZZ bewundert, wie knapp und elegant Han Kang das Geheimnis von Geburt und Sterben lüftet. Die taz reist mit Nell Zink durch die USA der Achtziger bis in die Gegenwart. Dlf Kultur schaut mit Thomas Hettche hinter die Kulissen der Augsburger Puppenkiste. SZ und Welt werden sich nicht einig über Jan Böhmermanns Tweets in Buchform. Sicher ist sich die SZ allerdings bei ihrer Empfehlung von Carole Saturnos filigraner Reise durch die griechische Kultur.

Samstag, 12.09.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Von Bob Dylan hat er nie gehört

12.09.2020 So einig hatte sich Ferdinand von Schirach das Urteil über sein Sterbehilfe-Stück "Gott" wohl nicht vorgestellt: Das "Gegenteil  von Theater", staubtrocken, "pures Papier", winken die TheaterkritikerInnen ab. Mehr Spaß hat die SZ bei der Berliner Art Week auf den Toiletten des Berghain. Die FR lauscht in Venedig angetan einer feuchten Unterhaltung zwischen Dennis Hopper und Orson Welles. In der FAZ sendet Jan Wagner Postkarten aus dem Iran. Und im Standard möchte Joachim Meyerhoff keine Betroffenheitsliteratur schreiben.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Zeit des heiteren Verzichts

12.09.2020 Ein Gesundheitssystem ist keine bürokratische Fessel, sondern Grundbedingung der Freiheit, ruft Timothy Snyder in der taz. In der Welt fragt Szczepan Twardoch, was nach der illiberalen Demokratie kommt. In der FAZ gibt Massimo Cacciari Europa immer noch eine Chance. Die SZ rät zu Nietzsche und Foucault, um eigene Wahrheiten zu hinterfragen. Und im Guardian sieht Jonathan Freedland zumindest in Britannien das Gesetz des Dschungels aufziehen. ZeitOnline huldigt dem Aufklärer Anton Wilhelm Amo.

Bücherschau des Tages

Aus den Mägen junger Haifische

12.09.2020 Die SZ freut sich über die Wiederauflage von Gabriele Tergits klugen und witzigen Gerichtsreportagen. Die Welt ergründet mit Pierre Rosanvallon die Hau-Ab-Mentalität der populistischen Bewegungen. Die FR kaut mit Vergnügen an Iris Wolffs Roman "Die Unschärfe der Welt". Die taz bewundert dagegen die wirklich konsequente Trostlosigkeit in Stephan Roiss' Roman "Triceratops". Ein wenig unheimlich wird dem Dlf die eigene Faszination für Clemens Meyers Novi-Sad-Roman "Die Nacht im Bioskop".

Montag, 14.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Oliven machen wieder Jagd

14.09.2020 Die Hinrichtung des Ringers Navid Afkari löst weltweit Empörung aus. Ein Besuch des iranischen Außenministers in Deutschland ist abgesagt worden. Die FAZ beleuchtet die blamable Duldsamkeit der internationalen Sportverbände gegenüber dem Iran. Viel milder als politischen Protest bestraft der Iran Ehrenmorde, konstatiert der Guardian. Tayyip Erdogan inszeniert sich unterdessen laut SZ als künftiger Befreier der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem. Die belarussischen Proteste gegen unverdrossen weiter - trotz der immer größeren Brutalität der Repression, berichtet die taz.

Efeu - Die Kulturrundschau

Fiesheit und Farce

14.09.2020 Die Filmfestspiele von Venedig enden mit einem Goldenen Löwen für Chloé Zhaos "Nomadland" mit Frances McDormand. Die Entscheidung lässt die Kritiker jubeln, naja, außer einem. Rainald Goetz überwältigt SZ, FAZ und Welt mit seinem geschichtsphilosophischen Drama "Reich des Todes" am Hamburger Schauspielhaus. Die FAZ lässt im Amsterdamer Nxt Museum ihre emotionale Stabilität errechnen. Die NZZ verteidigt die Autonomie der Kunst gegen die Mythenverächter.

Medienticker

Literaturkritik Geschnatter

14.09.2020 ...  im Netz einer lebendigen Szene: Rezensentenjob für hr2-Kultur - Rudolf Carnap zum 50. Todestag: Zwischen Logik und Musik - Orcale soll US-Partner von TikTok werden: Microsoft ist raus - Absage: Messe & Macht + Henryk Broder trifft Lisa Eckhart.

Bücherschau des Tages

Abschied vom Tier

14.09.2020 Der DlfKultur stöbert mit Isabelle Mayault in einem Koffer voller Fotos von Robert Capa, Gerda Taro und David Seymor aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Fasziniert liest er auch Arthur Koestlers Reportage von der Gründung Israels "Mit dem Rücken zur Wand" und Ibram X. Kendis Kompendium "How to be an Antiracist". Die SZ erinnert sich gern mit Bernd Greiners Kissinger-Biografie an die "Idiotien amerikanischer Außenpolitik". Der Dlf trainiert sein Hirn mit Giorgio Agambens "Gebrauch der Körper".

Dienstag, 15.09.2020

Magazinrundschau

156 Tibeter in Brand

15.09.2020 Der New Statesman vertieft sich in die Geschichte Tibets und ahnt, was Hongkong bevorsteht. Die Hudson Review stellt das fast brasilianische Viertel Lyari in Karatschi vor. La vie des idees liest die Spinozaübersetzung von George Eliot. Die LRB erklärt, warum Nordstream 2 völlig okay ist. 54 Books fragt, warum deutsche Feuilletons keinen Text über Computerspiele zustande bringen, der an Charles Bernsteins 1989 erschienenen Essay "Play It Again, Pac-Man" heranreicht. In Magyar Narancs beklagt György Spiro die Zerschlagung der Infrastruktur für das geistige Leben in  Ungarn. Wired sucht Leben auf der höllisch heißen Venus.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wir sind doch immer noch eure Brüder und Schwestern

15.09.2020 Emma.de veröffentlicht einen kleinen Appell Swetlana Alexijewitschs an die russische Intelligenzija. Ljudmila Ulitzkaja antwortet: "Uns ist klar, dass in eurem Land ein Ereignis stattgefunden hat, das morgen auch in Russland stattfinden kann." Vierzig Jahre nach ihrer Gründung bleibt Solidarnosc ein Vorbild, auch für Belarus, schreibt Heinrich August Winkler in der SZ. Auf die Frage, ob es heute eine größere Sensibilität beim Thema Antiziganismus gebe, antwortet der Sinto Erich Schneeberger in der taz: "Nein, die gibt es nicht." Charlie Hebdo setzt die Berichterstattung über den Charlie-Prozess fort.

Efeu - Die Kulturrundschau

Stets trifft Tanz auf Mode

15.09.2020 Die NZZ erlebt mit Trajal Harrells Choreografie "The Köln Concert" ein wahres Theaterbeben in Zürich. Im Standard fürchtet Claus Peymann nur die neue Pest der opportunistischen Theaterintendanten. Die SZ hält der "normierenden, fiesen Tampon-Industrie" Lucy McKenzies "Mooncup" entgegen. Die FAZ sieht in der Aufregung um Maïmouna Doucourés "Mignonnes" ein eher mutwilliges Missverständnis. Die Jungle World hält zum unkorrekten, aber komplexen Humor von "30 Rock".

Medienticker

Moria, Sprache & Moral

15.09.2020 Shortlist Deutscher Buchpreis mit Bjerg, Elmiger, Hettche, Ohde, Weber & Wunnicke - Warnung vor der Diskursverschiebung - Wie alles kam: Autobiografie von Paul Maar - Denken dekolonisieren: Rassismus bei Immanuel Kant -  Neue+alte Essays von Botho Strauss: Intellektueller oder bekennender Rechter? Von "Wächtern" und "Sprengmeistern" - Zum Tod von Shere Hite - Zwischen Logik und Musik: Zum 50. Todestag von  Rudolf Carnap + Vor 40 Jahren starb Bil Evans .

Bücherschau des Tages

Von Babylon bis Brüssel

15.09.2020 Als eine glänzende Chronik des Landlebens empfiehlt die FAZ Uta Ruges "Bauern, Land". Ganz verzaubert ist sie von Jean-Paul Dubois' Roman "Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise". Borniertheit und Genie entdeckt die FR in Heiner Müllers Band "Der amerikanische Leviathan". Als angenehm und anhaltend verwirrend empfiehlt der DlfKultur Roman Ehrlichs Malediven-Roman "Malé".

Mittwoch, 16.09.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Dieser Beethoven ist für euch!

16.09.2020 Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis provoziert FAZ bis taz zu großem Einverstandensein. Im Spectator zeigt Nick Cohen, dass eine Perücke ausreicht, um aus J.K. Rowling eine Hexe zu machen. Der Guardian freut sich über den Deutsche Börse Preis für den Fotografen Mohamed Bourouissa, der Marktwirtschaft zeigt, wo sie am härtesten zuschlägt. Benedict Andrews' Biopic hat Jean Seberg nicht verdient, finden Jungle World und SZ. Das Neue Deutschland hört eine Fünfte on fire.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wiederbelebung der Glaubensgemeinschaft

16.09.2020 In der FAZ wird der Historikerstreit um die Hohenzollern fortgesetzt: Den Hohenzollern-Kritikern im Feuilleton antwortet nun eine Gruppe von Historikern im politischen Teil. In der Welt erklärt Mathias Döpfner, warum das Staatsgeld für die Zeitungen bitte anders etikettiert  werden soll. Die taz meldet, dass die Süddeutsche Zeitung bis zu fünfzig Redakteursstellen streichen will. Der in London lebende Literaturwissenschaftler Rüdiger Görner erklärt in der FR, warum er so schwer enttäuscht ist von seiner Wahlheimat. Ralf Bönt begründet in Telepolis, warum er den "Aufruf gegen Konformismus" unterzeichnet hat.

Bücherschau des Tages

Fiebertraum aus Persien

16.09.2020 Für die FAZ ist Christine Wunnickes Roman "Die Dame mit der bemalten Hand" wie ein Festschmaus aus 1001 Nacht. Von Christian Chesnot und Charles Malbrunot lässt sie sich erklären, wie Katar gezielt die Muslimbrüderschaft und die Ausbreitung eines fundamentalistischen Islams in Europa fördert. Die FR findet mit Joachim Meyerhoffs "Hamster im hinteren Stromgebiet" die Liebe. Die NZZ schärft ihr Zeitbewusstsein mit der Geowissenschaftlerin Marcia Bjornerud. Die SZ lernt von Thomas Hettches "Herzfaden" die Grazie des Marionettentheaters schätzen.

Donnerstag, 17.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Kontaktschuld lässt grüßen

17.09.2020 Nein, Geschlecht ist keine Konstruktion: "Ich war Frau, bevor ich überhaupt denken konnte. Ich durfte es nur nicht sein", schreibt Georgina Kellermann, die mal Georg war, in der Zeit. Die FAZ setzt ihren Hohenzollern-Streit fort. Schon in den Achtzigern warnten Maren Kroymann und Lieselotte Steinbrügge vor David Hamilton, aber damals hat niemand auf Feministinnen gehört, schreiben sie in der SZ. Und noch ein Grenzübertritt von Satire erschüttert die Republik.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Technologie - das sind wir

17.09.2020 Alex Ross sucht den linken Wagner, den Lenin und George Bernard Shaw liebten. Im Van Magazine diagnostiziert der Komponist Sergej Newski eine neue zeitliche Asynchronität seit Ausbruch der Coronakrise. Warum spielt die moderne Kommunikationswelt in der Gegenwartsliteratur kaum eine Rolle, fragt sich in der Berliner Zeitung die argentinische Autorin Samantha Schweblin. Die taz erkennt mit Roy Anderssons Film "Über die Unendlichkeit", dass auch bei Könnern ästhetisches Gelingen eine Frage des Glücks sein kann. Die Zeit meditiert vor Gerhard Richters drei Fenstern für das Kloster Tholey.

Medienticker

70-Stunden- Messe

17.09.2020 Aktualisiert: Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - Brooker Prize: Shortlist - Interview mit dem Buchmessedirektor Juergen Boos: Mehr als 70 Stunden digitale Messe - "Domani": Die Zeitung von morgen in Italien - Poetik oder Politik? Welche Rollen erfüllen Schriftsteller& Lyriker zur heutigen Zeit? -  Simbawe: Tsitsi Dangarembga befürchtet Inhaftierung; ihr neuer Roman ist für die Shortlist des Booker Prize nominiert- Thomas Hettche über seinen Roman "Herzfaden" & die Augsburger Puppenkiste + Benjamin Moser über seine Susan-Sontag-Biografie

Bücherschau des Tages

Wortaufstrich aus Flöhen, Blut und Mist

17.09.2020 Die FAZ blickt mit Julia Deck in die Abgründe des "Privateigentums" im Vorort. Die FR liest zwei Bücher über Hannah Arendt: von Judith Shklar und Richard J. Bernstein. Die SZ misstraut dem Rechts-Links-Schema in den Essays von Botho Strauß. Die Zeit prallt mit Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland im Berlin der achtziger Jahre auf. Dlf Kultur freut sich über ein Mehr an Verwirrung in Dorothee Elmigers Band "Aus der Zuckerfabrik".

Freitag, 18.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Von tausend Spiegeln umgeben

18.09.2020 Schon wieder sind rechtsextreme Gruppen in der Polizei dingfest gemacht worden, diesmal in NRW: taz und SZ fordern externe Untersuchungen.  Zum jüdischen Neujahrsfest veröffentlicht David Grossman in der FAZ einen Appell gegen Benjamin Netanjahu. In Marokko löst der Mord an einem kleinen Jungen Empörung aus - aber das eigentliche Problem, sexuelle Gewalt in der Familie, wird nicht thematisiert, schreibt der Autor Abdellah Taïa in Libération.  Und wie verfassungskonform ist das geplante Gesetz gegen Hasskriminalität, fragt sich laut SZ der Bundespräsident.

Efeu - Die Kulturrundschau

Strom ist die Droge der Gitarre

18.09.2020 Der Tagesspiegel bestaunt den höchst aktuellen überspannten Menschen in der Symbolismus-Ausstellung in der Alten Nationalgalerie. Und er feiert "Nackte Tiere", das Spielfilmdebüt der dffb-Absolventin Melanie Waelde. Zeit online porträtiert die Regisseurin Anta Helena Recke als neuen Shootingstar im deutschen Theater. Die taz betrachtet das "gerechter" umgebaute Hebbel-Theater. Die Musikkritiker erinnern an die musikalische Vision von Jimi Hendrix, der vor 50 Jahren starb.

Medienticker

Bitte kein Kuddelmuddel

18.09.2020 Aktualisiert: Chinesische Kulturoffensive: Thalia vertreibt Propagandaliteratur - Buchblog-Award 2020 - Man Booker Prize: Fast nur US-AutorInnen nominiert - "Der deutsche Mittagstisch": Peymann inszeniert Bernhard - Das Sams: Paul Maar erzählt seine Kindheit - Markiert, beschimpft, bedroht: Frauenhass im Netz - Ehrlichs Roman "Malè": Zukunftsort zwischen Albtraum & Euphorie - Ein Jahr danach: Wie sich die Berliner Zeitung entwickelt hat + TV+Hörtipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Gnadenlos spöttisch

18.09.2020 FR und Dlf Kultur feiern die monumentale Susan Sontag-Biografie von Benjamin Moser. Warum Sontag Frauen mit Handtaschen verachtete, lernt die FR allerdings erst bei Sigrid Nunez. Die SZ läutet mit Alard von Kittlitz das Ende der Postmoderne ein. Die FAZ amüsiert sich mit Joris-Karl Huysmans über Pilger. Und die NZZ bewundert Milde und Witz von Botho Strauss.

Samstag, 19.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein ganz klarer Rechte-und-Pflichten-Katalog

19.09.2020 Die legendäre amerikanische Bundesrichterin Ruth Bader Ginsburg ist gestorben, wir verlinken auf erste Reaktionen. Die Buchhandelskette Thalia stellt Buchregale für chinesische Propaganda zur Verfügung, berichten RND und Spiegel online. In Ghana werden ältere Frauen oft als Hexen verfolgt -  hpd.de fragt, wie die ghanaische Politik mit den "Hexencamps" umgeht. In der taz schlägt Lech Walesa vor, die EU neu zu gründen und die Mitgliedschaft dann strengeren Kriterien zu unterwerfen. Die SZ erinnert an das Oktoberfest-Attentat vor vierzig Jahren.

Efeu - Die Kulturrundschau

Beim ersten Mal arpeggiert er aufwärts

19.09.2020 Die SZ begeistert sich für Lang Langs standpunklose, dafür Möglichkeiten auffächernde Aufnahme der Goldberg-Variationen. Ilija Trojanow verbringt für die FAZ eine Nacht allein in einem Bücherkaufhaus. Claus Peymann und Thomas Bernhard setzen die nachtkritik dem Horst-Wessel-Lied aus. Die SZ besucht die Manifesta in Marseille. Bei meedia hoffen die Filmemacher Thomas Frickel und Hannes Karnick auf Netflix, um den Dokumentarfilm sichtbarer zu machen.

Bücherschau des Tages

Resonanzreiche Verschlingung

19.09.2020 Die taz ist zutiefst berührt davon, wie Ludwig Laher in "Schauplatzwunden" zwölf Leben miteinander verknüpft.  Die SZ staunt über die Variationen, die Dorothee Elmiger aus dem Motiv des Zuckers zu schlagen weiß. Die Welt begibt sich nun auch in das trübe, aber dennoch höchst faszinierende "Streulicht" der Deniz Ohde. Der Dlf Brit Bennetts Roman "Die verschwindende Hälfte" als eines der aktuellsten Bücher zum Thema Rassismus.

Montag, 21.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Zusammenbruch der Gegenmächte

21.09.2020 "Es ist keine einfache Aufgabe, einen verrückten Diktator zu vertreiben, der Atombomben und Nowitschok hat", sagt Leonid Wolkow, Stabschef von Alexei Nawalny, in der FAS: Die Hauptwaffe der Opposition sei die Geduld. Der Tod von Ruth Bader Ginsburg dominiert die Debatten nach wie vor: Er offenbart die Krise der Institutionen in den USA, so die taz. Aber die Demokraten sollten sich jetzt nicht auf die Richterfrage fokussieren, rät Anne Applebaum in Altantic. Bärbel Bohley hat den Satz "Wir haben Gerechtigkeit erwartet und den Rechtsstaat bekommen" nie gesagt, stellt Ilko-Sascha Kowalczuk in der FAZ richtig. Im Observer staunt Catherine Bennett über die Frauenfeindlichkeit, die J.K. Rowling entgegenschlägt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sie sind mächtig und sie sind fremd

21.09.2020 Die NZZ durchstreift in Moskau die Wohneinheiten von A bis F in Moisse Ginsburgs luxussaniertem Narkomfin-Haus. Nachtkritik und Berliner Zeitung setzen sich lust- und angstvoll She She Pops anatomischer "Hexploitation" aus. In der Welt meldet sich Katharina Wagner zurück auf dem Grünen Hügel. Die Schwäbische Zeitung berichtet vom Filmfestival in San Sebastian, das einen Auftakt mit Woody Allen wagt. Die Zeit erliegt mit Anne Imhof dem Masochismus. Und die taz beneidet den siebzig gewordenen Bill Murray um seine glückselige Melancholie.

Medienticker

Mythos Susan Sontag

21.09.2020 Presseauskunftsrecht: Die Koalition ist am Zug- Süddeutsche Zeitung: Stellenabbau in der Redaktion - Pressefreiheit: Zdf schränkt  Bildjournalisten ein - Bücher & Business: Kommentar zu Thalias zweifelhafter Bücher-Auswahl - Buchmesse: Digital und  und wie genau? & Ina Hartwig im Interview über die Zukunft der Messe + Traum erfüllt: Ilija Trojanow verbringt ine Nacht in der Buchhandlung - Susan Sontag: Benjamin Moser über seine pulitzer-preisgekrönte Biografie über eine US-Intellektuelle - News für Freie: Corona-Grundsicherung verlängert - Emmy für Maria Schrader als beste Regisseurin.

Bücherschau des Tages

Knotenpunkt der Betrachtung

21.09.2020 Als fantastische Geschichte afroamerikanischen Kultur lobt der DlfKultur Nancy Cunards erstmals auf Deutsch erschienenen Klassiker "Negro" von 1934. Auch  Ottmar Ettes Biografie des Philosophen Anton Wilhelm Amo kann er sehr empfehlen. Der Dlf geht mit Orlando Figes zu den Ursprüngen des europäischen Selbstverständnis zurück. Die NZZ erfährt von Urs Hafner, wie die Schweizer Universitäten statt aufklärender Pressearbeit Imagepflege betreiben. Und die FAZ findet, dass Lutz Seiler beim Lesen seines Romans "Stern 111" ganz ausgezeichnet stottert und zögert.

Dienstag, 22.09.2020

Magazinrundschau

Ein Faible für Satire und Demokratie

22.09.2020 Die London Review erinnert an die Siebziger, als sich die Putzfrauen von London gewerkschaftlich zu organisieren begannen. Ohne Organisation geht gar nichts, lernen auch Aktivisten in Chicago, die Obdachlose in ein Sheraton Hotel einquartierten, erzählt Harper's, das außerdem die Synthesizer-Pionierin Wendy Carlos vorstellt. Pitchfork erzählt, wie Enyas Balladen aus den Achtzigern Melodiker wie Weyes Blood ebenso beeinflusst haben wie die Death Metal Band Blood Incantation oder den Avantgardisten Oneohtrix Point Never. Atlantic warnt die Qualitätspresse: Lügen sind nicht einfach andere Fakten. Das sollte auch Facebook kapieren, meint Bloomberg. Der Guardian spuckt seinen genveränderten Lachs aus.

9punkt - Die Debattenrundschau

Unglaubliche 50 Billionen Dollar

22.09.2020 Angriffslustig bleibt die Historikerin Eva Schlotheuber im Gespräch mit dem Spiegel und attackiert die Hohenzollern, dass sie mit juristischen Drohungen ihr Geschichtsbild betonieren wollen. In der SZ kritisiert Michael Sandel die "meritokratische Überheblichkeit" der Besserverdienenden. Das Time Magazine beleuchtet den immer krasseren Gegensatz von Reich und Arm in den USA. Politics.co.uk wirft einen Blick zurück auf das Scheitern Jeremy Corbyns. In der taz untersucht Samuel Salzborn die "Kommunikativen Umwege", die Antisemitismus heute nimmt. taz und SZ würdigen Rossana Rossanda, die im Alter von 96 Jahren gestorben ist.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ruhig bleiben in Stockholm

22.09.2020 Die NZZ setzt mit Julian Schnabel in der Krise auf die Kunst. Die FAZ weint mit Christoph Marthaler in Zürich Tränen des Glücks. In der FR erklärt Alfons Kaiser Karl Lagerfeld als "Preußen in Dandy-Gestalt". Der Tagesspiegel sondiert die Lage in der Schwedischen Akademie vor der Vergabe des Literaturnobelpreises. ZeitOnline fürchtet das große Veranstaltersterben im nächsten Jahr.

Medienticker

Lesungen On Air

22.09.2020 ARD-Buchmessenbühne: Bookfest City & Digital sowie viele Neuerungen für die Messe - Digitaloffensive beim 29. Göttinger Literaturherbst - Debatte um J.K. Rowling. Bibliophil: Grass-Werkausgabe erscheint - IG Leseförderung: Martin Muser bester Vorleser unter den Kinder- und Jugendbuchautoren ausgewählt - Franz-Kafka-Literaturpreis für Milan Kundera - Trump: Immer mehr Bücher über ihn.

Bücherschau des Tages

Das Unheimliche einer Erfahrung

22.09.2020 Ganz prächtig findet der DlfKultur den Bildband des Fotografen Harald Hauswald, der so liebevoll die Punks, Hooligans oder Armen der DDR auf seinen Bildern festhielt. Ziemlich vergnügt liest er auch Candice Carty-Williams' London-Roman "Queenie". Die FAZ lässt sich von Sabine Peters widerstandslos ins rheinisch-katholische Milieu der Sechziger und Siebziger mitnehmen. Und die SZ findet: Marcel Beyers "Dämonenräumdienst" groovt.

Mittwoch, 23.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Was heute Werte genannt wird

23.09.2020 Der Ideenhistoriker Michael Rothberg vergleicht in geschichtedergegenwart.ch die Mbembe-Debatte mit dem Historikerstreit: Habermas' Fehler seinerzeit, so Rothberg, war das vorbehaltlose Bekenntnis zum "Westen". Im Interview mit dem New Statesman möchte Judith Butler den neuen Feminismus eigentlich überhaupt nicht mehr als Frauenbewegung verstanden wissen. Französische Medien veröffentlichen aus Anlass des Charlie-Prozesses einen Aufruf für Meinungsfreiheit. Charlie Hebdo berichtet vom 15. Prozesstag, an dem es um die Morde im jüdischen Supermarkt ging.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der tiefe Sturz in den Zeuthener See

23.09.2020 Die SZ feiert die Wiederentdeckung von Ruggero Leoncavallos veristischer Oper "Zazà" in Wien. Der Freitag reitet mit dem Cowboy Dean Reed noch einmal in den Untergang der roten Sonne. In der FAS wünscht sich die italienische Schriftstellerin Giulia Caminito einen gewaltlosen Anarchismus. In der NZZ sieht Zürichs Musikdirektor Paavo Järvi in der Coronakrise nur eine Generalprobe. Und die Filmkritik trauert um Michael Lonsdale, den großen einsamen Mann des französischen Kinos.

Medienticker

Virtuelle Buchausstellung

23.09.2020 Zuwachs beim Onlinehandel - Staatsnahe Propagandaschriften als "andere Perspektive" auf China? - Fünf Finalisten: ZDF-"aspekte"-Literaturpreis - Transfeindliche Texte?.- Transfeindliche Texte? J.K. Rowlings neuen Roman - Wilhelm Raabe-Literaturpreis  für Christine Wunnicke.

Bücherschau des Tages

Feier des schwelgenden Lesens

23.09.2020 Die FAZ staunt über Sjons hochmusikalisches Genforschungs-Institut CoDex 1962. Die taz macht es sich lieber in Dorothee Elmigers "Zuckerfabrik" gemütlich. Die SZ gerät indes mit Benjamin Labatuts "Irrfahrten der Wissenschaft" an die Grenzen des Denkens und meditiert mit Judith Zanders über ein Leben in der DDR. Die FR feiert Hans Ostwalds frühe Berlin-Reportagen. Und Dlf-Kultur begegnet mit Halli Rubenhold den Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden.

Donnerstag, 24.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Die sogenannte Realität

24.09.2020 In Belarus protestieren die Frauen mit Mut und Würde. Aber wo bleibt der solidarische Aufschrei der westlichen Feministinnen, fragt Elke Schmitter in Spiegel online. Atlantic wirft einen düsteren Blick auf "die Wahl, die Amerika zerreißen könnte". In Zeiten, da sich Journalismus immer schwieriger refinanzieren kann, ist es Zeit ihn neu zu denken, meint der Medienprofessor Leonard Novy im Tagesspiegel. In Zeit online analysiert Claus Leggewie Donald Trumps Kulturkämpfe.

Efeu - Die Kulturrundschau

Eine gewisse Historizität des Dancefloors

24.09.2020 In der Welt erzählt der Schriftsteller Colson Whitehead, wie schwer es für einen schwarzen Vater in den USA ist, einen positiven Ort für seine Kinder zu finden. Die Berliner Zeitung kann sich gar nicht satt sehen an den Bildern des kenianischen Künstlers Michael Armitage im Münchner Haus der Kunst. Die Zeit lernt mit Armitage sogar Paviane, Alligatoren und Schlangen lieben. Die SZ stellt anlässlich von Corona-Infektionen beim Gallery Weekend in Berlin fest: Künstler sind auch nicht besser als Fußballfans. Die Musikkritiker trauern um Juliette Greco, die Filmkritiker um den Schauspieler Michael Gwisdek.

Medienticker

Beachtliche Unterschiede

24.09.2020 Branchen-Monitor Buch: Stationäre Buchhändler machen Boden gut - Streit um Urheberrechtsreform - Pandemie: Amartya Sen kommt nicht zur Friedenspreis-Verleihung - Hacker attackieren Home-Offices mit RDP-Angriffen - Bundesregierung will Ausgaben für Kultur+Medien um mehr als 120 Millionen Euro steigern - Historische Krimis boomen: Alle wollen wie Volker Kutscher sein - Liste der aktuellen Belletristik-Bestseller & Sachbuchbestenliste Oktober + Grande dame de la chanson  est morte.

Bücherschau des Tages

Rebellischer Universalismus

24.09.2020 Die FAZ liest Nadia Terranovas Roman "Der Morgen, an dem mein Vater aufstand und verschwand" als Geschichte einer Depression. Der FR imponiert, wie leichthändig Sara Sligar die Psychothrillerelemente ihres Romans "Alles, was zu ihr gehört" behandelt. So gern die SZ Sonja Hildebrands Buch über den Architekten Gottfried Semper gelesen hat, so froh ist sie, nie mit dem alten Griesgram zu tun gehabt zu haben. Dlf Kultur liest mit Eva von Redeckers "Revolution für das Leben" Kapitalismuskritik auf höchstem philosophischen Niveau.

Freitag, 25.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Von Unbenannten, Umbenannten und Unbemannten

25.09.2020 Die Kunstzeitschrift Texte zur Kunst hat ein Themenheft mit dem Titel "Anti-Antisemitismus" gemacht. Und jetzt zerstreitet sie sich über ihren Anti-Antisemitismus. Oder auch nicht - denn selbst die Macher des Heftes wollen jetzt nicht mehr behaupten, dass BDS antisemitisch sei. Es ist kein Wunder, dass die Polizei Rechtsextremisten anzieht, schreibt Thomas Schmid in der Welt, verwunderlich ist eher, wie wenig sie dagegen tut. In der SZ erklärt die Publizistin Canan Topcu, warum sie keine Person of Color ist. Und die New York Times fragt: Wie konnte aus der Suchmaschine Google eine Maschine werden, die das ganze Netz verschlingt?

Efeu - Die Kulturrundschau

Kosmologie von Mensch und Hund

25.09.2020 Im Van Magazin sucht der Komponist Yannis Kyriakides mit Hilfe einer Computerstimme nach einer neuen musikalischen Sprache. Die Malerin Chantal Joffe erzählt in der NYRB von ihren Zeitreisen. Der FAZ-Literaturkritiker Friedrich Sieburg war ein Funktionär des Dritten Reichs und keineswegs im geistigen Widerstand, erinnert die SZ. Der Tagesspiegel lernt von KaDeWe-Model Hengameh Yaghoobifarah, wie kapitalistisch Kapitalismuskritik sein kann.

Medienticker

Nomade auf Sammlerschaft

25.09.2020 Aktualisiert: Elektronik-Pakete für Buchhandlungen & Stationäre Buchhändler machen Boden gut - Massive Zunahme: Zahl der Cyberattacken steigt um 154 Prozent - Ein kritisches Leben: Zu Walter Benjamins 80. Todestag - Der neue Axel Cäsar: Friede Springer installiert Mathias Döpfner als Nachfolger -  "unglaublich witzige & erkenntnisreiche Funken": Raabe-Preis für Christine Wunnicke + TV+Hörfunk-Tipps für das Wochenende.

Bücherschau des Tages

Rendezvous mit einem Oger

25.09.2020 Die SZ stürmt mit Cesar Aira durch das Leben eines Wunderheilers. Außerdem bespricht sie heute Kinder- und Jugendbücher und empfiehlt besonders Will Hills Thriller über ein Sekten-Massaker. Die FAZ lernt in den musikphilophischen Schriften von Vladimir Jankelevitch, was Virtuosität bedeutet. Die FR  freut sich über neue Ausgaben der frühen Werke von Erich-Maria Remarque. Und Dlf-Kultur verliert durch Edward Posnetts Reportage über die "Kunst der Ernte" den Glauben an eine grüne Okönomie.

Samstag, 26.09.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Reime lagen auf der Straße

26.09.2020 Die SZ lässt sich vom Trüffelduft der Blockbuster-Ausstellung "Dekadenz und dunkle Träume" in der Alten Nationalgalerie nicht darüber hinwegtäuschen, dass die belgischen Symbolisten von den Kolonien profitierten: Sie hätte sich auch Fotos von abgehackten Kinderhänden aus dem Kongo gewünscht. Die FAZ schleicht sich an die scheuen AutorInnen Portugals heran. Auf ZeitOnline erklärt Julia Wissert, die erste schwarze Intendantin an einem deutschen Stadttheater, wie sie das Theater diverser machen will. Die Berliner Zeitung sucht mit Chuck D von Public Enemy den Wert der Kultur auf den Straßen der Bronx.

9punkt - Die Debattenrundschau

Grenzen der Meinungsfreiheit neu gezogen

26.09.2020 In Paris herrscht nach dem neuen Anschlag Entsetzen, Libération berichtet, wie die Meldungen in den Prozess gegen die Charlie-Attentäter platzte. Die FAZ erinnert daran, wie schon nach dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest Polizei und Politik den rechtsextremen Terror herunterspielten. Fahrlässig findet die taz, wie Netflix die Ermordung von Treuhand-Chef Detlev Rohwedder ins Reich der Legenden trägt. Die SZ liest in einem Brief vom März 1933, wie Kronprinz Wilhelm dazu aufruft, jedem in die Fresse zu hauen, der die Eintracht der Nazis stört.

Bücherschau des Tages

Sie war so New York

26.09.2020 Die SZ blickt mit Anna Wieners Erfahrungsbericht aus dem Silicon Valley ins dunkle Herz unserer Existenz. Auch die taz schaut mit den Dystopien von Yoko Ogawa und Zoe Beck keiner freudvollen Zukunft entgegen. Die FAZ reist mit Gerhard R. Kaiser in den „Musenhain für Weimars zweite Reihe“ - nach Tiefurt. Die FR begrüßt, wie hart Howard Eiland und Michael Jennings in ihrer Biografie mit Walter Benjamin ins Gericht gehen. Die Welt vergnügt sich mit Manfred Geier auf Foucaults SM-Orgien. Nur von Heidegger lässt sie dank Oliver Precht lieber die Finger.

Montag, 28.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Wogegen keine Gesichtsmaske hilft

28.09.2020 Die amerikanischen Wahlen beschäftigen die Medien immer mehr. Die New York Times hat Zugriff auf Donald Trumps Steuererklärungen bekommen: Er hat in den letzten zwanzig Jahren so gut wie keine bezahlt. Unterdessen nominierte er eine fundamentalistische Christin für den Supreme Court. Timothy Garton Ash gratuliert den Deutschen zu dreißig Jahren Wiedervereinigung - aber Vorsicht: die nächsten dreißig werden härter. Der ehemalige Europaparlamentarier Elmar Brok erinnert in der Welt daran, dass der Einigungsvertrag im Europäischen Parlament mit einer größeren Mehrheit angenommen wurde als im Deutschen Bundestag.

Efeu - Die Kulturrundschau

Alles gleich schwer und gleich gefährlich

28.09.2020 Der Observer berichtet, dass ein Verbund internationaler Museen, darunter die Tate Modern und die National Gallery of Art, ihre Philip-Guston-Schau absagen: Sie müssen erst noch herausfinden, ob seine Bilder politisch korrekt sind. Die SZ sichtet, was von der russischen Avantgarde im Museum Ludwig übrig bleibt. In der Berliner Zeitung setzt Thomas Hettche die Eigengesetzlichkeit der Literatur gegen das permanente Moralisieren in den sozialen Medien. Die FAZ klickt sich durch die Geschichte der Ikea-Kataloge.

Medienticker

Ansehnliche acht Wörter

28.09.2020 Streit um ein neues Urheberrecht: Wie viel Zitat ist erlaubt, wie viel nicht mehr? - Österreich: Buch Wien 2020 ist abgesagt! - Die Nominierten für den Schweizer Buchpreis - DVDs & Blu-rays im Zwischenbuchhandel - Bezahlte Regalfläche: Diskreditiert Thalias China-Beispiel den Buchhandel? - Ehre wem Ehre gebührt: Verlaine & Rimbaud im Pariser Pantheon als Zeichen gegen Homophobie - Wolf Biermann zu  dreißig Jahre Wiedervereinigung - Irgendwo im Internet: Veranstaltungskalender zur Frankfurter Buchmesse - Dekonstruktion zum Anfassen: Über den neuen Verlag "Kupido" des Übersetzers Frank Henseleit.

Bücherschau des Tages

Er ist eben Dichter

28.09.2020 Die SZ lernt von Peter Pomerantsev, dass die Zersetzungstechniken heutiger Trollfabriken in den Bürokratien der sowjetischen Geheimdienste ersonnen erdacht wurden. Die taz registriert ungläubig, wie Hedwig Richters den männlichen Körper aus der "Demokratie"-Geschichte hinausschreibt. Der DlfKultur epmfiehlt mit Thierry Paquot fürs Homeoffice ein kleines Nickerchen zwischendurch. Berückend findet die FAZ, wie Hans Traxler sie an Eisbären am Ammersee gewöhnt.

Dienstag, 29.09.2020

Magazinrundschau

Zugang zu Inselhainen

29.09.2020 Hakai berichtet über ein Land, wo Kamele durchs Wasser zu kleinen Inseln schwimmen, um an ihr Futter - Mangrovenwäldchen - zu kommen. Laut Jacobin ist der soziale  Unterschied zwischen Schwarz und Weiß in Amerika nicht so groß, wie er scheint - jedenfalls nicht, wenn man die Armen miteinander vergleicht. Atlantic sucht den Edwin Chadwick Amerikas - um das Land nach der Corona-Epidemie zu reformieren. Lidove noviny erinnert an den tschechischen Surrealisten Mikuláš Medek, dem in Prag eine Retro gewidmet wird. New Frame thematisiert die Ausländerfeindlichkeit in Südafrika. Nature beleuchtet den kaputten Antibiotika-Markt.

9punkt - Die Debattenrundschau

In geradezu komischem Exzess

29.09.2020 In der taz bespricht der  Althistoriker Roland Steinacher  die große Germanen-Ausstellung in Berlin und kritisiert, dass sie überhaupt am Begriff der "Germanen" festhält. In der NZZ erklärt der Historiker Andreas Rödder, was ein liberaler Konservatismus sein soll. In der Welt setzt die Philosophin Olivia Mitscherlich-Schönherr auf Bürgerräte. Julia Reda macht in zwei Artikeln auf wichtige Urheberrechtsentscheidungen aufmerksam. Und in der FAZ erklärt Erhard Grundl, kulturpolitischer Sprecher  der Grünen, den Hohenzollern, warum sie leider unter die "Unwürdigkeitsklausel" fallen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wild wogende Deutungsmachtfantasie

29.09.2020 Nach über dreißig Jahren gibt es in Berlin wieder einen neuen "Ring", und Stefan Herheims "Walküre"-Inszenierung lässt die Kritiker vor Entgeisterung nach Luft ringen. Lise Davidsens überhelle Sieglinde beschert der FAZ allerdings verdichtetes Opernglück. Mit schmerzhafter Klarheit tritt die amerikanische Armut der taz in den Bildern von Jerry Berndt und Matt Black entgegen. Der Standard erinnert an die Dissidenten der belarussischen Literatur. Die SZ kniet vor der smarten Millie Bobby Brown nieder.

Medienticker

Kritik aus der Echokammer

29.09.2020 Netflix: Das Dilemma mit den sozialen Medien - Belarus: Literaturnobelpreisträgerin Alexijewitsch fürchtet um ihre Sicherheit & reist nach Berlin - Walter Benjamin: 80. Todestag des Sprachmagiers - Messeabsage: Paris Photo erst wieder 2021 - - WDR-Umfrage zu Audioverständlichkeit -  Warum TikTok in den USA weitermachen darf - Wir habens so gewollt oder 19 Zeilen zur Poetik - 40 Jahre Münchener Freiheit: Die Band, die Männern Angst machte.

Bücherschau des Tages

Euphorisch und motivierend

29.09.2020 Der DlfKultur bewundert, wie lakonisch Pilar Quintana in "Hündin" von einer Außenseiterin  an Kolumbiens Pazifikküste erzählt. Mit Georg Trakls Gedichten stimmt er sich auf den Herbst ein. Die FAZ lernt von Roberto Calasso, wie der Mensch vom Raubtier das Töten lernte. Erhellend findet sie trotz aller Düsternis auch Jürgen Trabants "Sprachdämmerung". Die SZ lässt sich von der respektlosen Energie  elektrisieren, mit der Clémentine Deliss die ethnologischen Museen aufmischt. Der Dlf driftet mit Nell Zinks durchs New York der neunziger Jahre.

Mittwoch, 30.09.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Nur zwei Möglichkeiten

30.09.2020 Schauer der Entgeisterung löst die TV-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden in der amerikanischen Presse aus. Der Moderator wurde des schreienden Trump nicht Herr. Der gab Weisungen an eine rechtsextreme Truppe, notiert Margaret Sullivan in der Washington Post. New-York-Times-Kolumnist Thomas L. Friedman sieht die amerikanische Demokratie in akuter Gefahr. In Hamburg zeigt eine Ausstellung den Horror kolonialistischer Ausbeutung hinter den prächtigen Fassaden der Stadt, berichtet die Welt. In der taz findet Charlotte Wiedemann Rassismus bei Primo Levi, Albert Camus und Hannah Arendt. Und bei Dlf Kultur fürchtet Ingo Schulze: Die Wiedervereinigung ist ein Flop.

Efeu - Die Kulturrundschau

Zudem eine zarte Philanthropie

30.09.2020 Der Guardian steht in der National Gallery mit schlotternden Knie vor den Bildern der Artimisa Gentileschi, die sich mit Meisterwerken an ihrem Vergewaltiger rächte. Geschichte der Gegenwart fragt, wie man heute Othello oder auch Lucia di Lammermoor sinnvoll besetzt. FAZ und FR verdrehen genervt die Augen über den Feldzug gegen J.K. Rowling. FAZ und Tagesspiegel erleben mit Oskar Roehlers Fassbinder-Film "Enfant Terrible" Regie-Berserker-Kino reinsten Wassers.

Medienticker

Bewusst unbewusst

30.09.2020 Kunst &  Krise: Aktuelles zur anstehenden Frankfurter Buchmesse im Ticker - Lesemotive: Marktforschung - Lavieren, Taktieren, Geschäftemachen: Schott-Verlag arbeitet Nazi-Zeit auf  - Wie die "Cancel Culture" ein widerspruchsfreies Weltbild zimmert - Ukraine, Belarus, Aserbaidschan: Das Schreiben in und über Krisengebieten - US-Debatten-Desaster: Chaotisch & erinnerte an eine Kneipenschlägerei + Bürgerjournalismus: Als die Leser selbst zu Autoren wurden.

Bücherschau des Tages

Erstickte Wahrheiten

30.09.2020 Die FAZ liest Paul Rabinows Essay "Als Ethnologe in Marokko" von 1977 als Türöffner zu einer Anthropologie der Zeitgenossenschaft. Die FR findet verschüttete Gefühle in den Erzählungen von Peter Stamm. Die NZZ lässt sich von Thomas W. Gaehtgens in die Geschichte Notre-Dames einweisen. Die SZ verbringt eine Nacht mit Picasso und Kamel Daoud. Dlf Kultur liest Essays von Ian McEwan über Wissenschaft, Literatur und Religion.

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Das 1876 von Fritz Henkel gegründete Unternehmen Henkel ist ein Kind des frühen Deutschen Kaiserreichs. Der steigende Lebensstandard der Bevölkerung erhöhte die Nachfrage…
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Du sitzt im Taxi in Amsterdam, aber seltsamerweise musst du selbst fahren, während der Taxifahrer daneben sitzt. Ein Bekannter aus dem Internet umarmt dich zu Hause, du fühlst…
Tomer Gardi. Liefern - Roman. Tropen Verlag, Stuttgart, 2026.Tomer Gardi: Liefern
Aus dem Hebräischen von und in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer. Sie sind überall, wir sehen sie jeden Tag. Egal ob in Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul oder Berlin,…

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