Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 11.02.2026, 11.37 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Donnerstag, 01.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Aber wir sind doch schon glücklich

01.08.2024 Die Filmkritiker amüsieren sich bestens mit Pawo Choyning Dorjis Komödie "Was will der Lama mit dem Gewehr?" über den Kulturclash in Bhutan. Die taz lernt in Rostock, dass die DDR-Regierung zumindest künstlerisch ein Auge zudrückte, wenn es darum ging, Einfluss in Skandinavien zu nehmen. Die FAZ versucht auf zwei Seiten, das Ausstattungsuniversum von Ikea zu ergründen. Adele zu Ehren hat München ein Stadion errichtet, das nach zehn Konzerten wieder abgerissen wird: Nachhaltigkeit ist hier wohl ein Fremdwort, ärgert sich Berthold Seliger im Tagesspiegel.

9punkt - Die Debattenrundschau

Altherren-Waterloo

01.08.2024 In der Zeit erklärt der Politologe Ivan Krastev, warum die Neue Rechte Migration fördert und es ihre Wähler gar nicht stört. In der FAZ skizziert Bülent Mumay die immer schwierigere Lage in der Türkei, vor allem für die jungen Türken. Auch in Deutschland sind junge Menschen erheblich unterrepräsentiert, konstatieren in der SZ der Soziologe Aladin El-Mafaalani und die Juristin Baro Vicenta Ra Gabbert. Im Hamburger Abendblatt hat die Autorin Necla Kelek Zukunftsideen für die Blaue Moschee in Hamburg. 

Bücherschau des Tages

Wie am Ende der Welt

01.08.2024 Die bedrückte FAZ liest Anna Swirszyzynskas Gedichte über den Warschauer Aufstand vor achtzig Jahren. Dlf Kultur fiebert mit der 14-jährigen Marta Kajdanowskaja mit, die in "Elektrizität und Himmelsfische" ihre Flucht vor der russischen Armee beschreibt. Die Zeit freut sich, dass endlich ein Buch über die Elbe vorliegt. Die FR besucht mit Dominika Meindl in China eine Kopie des österreichischen Touristenstädtchens Hallstadt - "Selbe Stadt, anderer Planet".

Freitag, 02.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Präzedenzfall nach dem anderen

02.08.2024 Das Wall Street Journal erzählt die Hintergründe des spektakulären Gefangenenaustauschs zwischen Russland, Amerika und Deutschland und verschweigt das moralische Dilemma nicht. In der Berliner Zeitung erzählt Jens Balzer, wie der Antisemitismus in den Antirassismus kam. In Deutschland wurde der Warschauer Aufstand lange ignoriert, in Polen war er lange tabu, erzählt der Historiker Stephan Lehnstaedt in der NZZ. Queernations.de fragt am Beispiel eines Boxkampfs bei den Olympischen Spielen, wie weit Inklusion gehen kann.

Efeu - Die Kulturrundschau

Niemand ist der, der er ist

02.08.2024 Die Zeitungen gratulieren James Baldwin, der "Pop-Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung" zum Hundertsten. Die taz entdeckt den Avantgardisten Paul Goesch wieder, der Opfer der NS-Euthanasie wurde. Die neue israelische Nationalbibliothek überzeugt die FAZ mit ihrer schwebenden Architektur, die Raum lässt für Erinnerung. Mit dem Ziel, "kein Konzert ohne Komponistin" zu veranstalten, hat das Deutsche Symphonie-Orchester in der letzten Saison sagenhafte 90 Prozent Auslastung erzielt, jubelt der Tagesspiegel. In der SZ erklärt Salzburgs Schauspieldirektorin Marina Davydova, weshalb Russland für sie weiterhin wichtig ist.

Bücherschau des Tages

Kecke Kraken, Garnelen und Krebse

02.08.2024 Die FAZ begibt sich mit Peter Godfrey-Smith unter Wasser und denkt über die Entstehung des Geistes nach. Die SZ lernt von René Aguigah, wie James Baldwin zum Influencer wurde. Die FR reist mit dem amerikanischen Musikkritiker Joseph Horowitz und den Mahlers durch New York. Die taz staunt, wie Kerstin Wichmann in ihrem Comic aufzeigt, wie sich die Alltagsgewalt der Nazis in die Körper der Menschen einschrieb. Und der Dlf empfiehlt einen überraschend packenden SciFi-Krimi von Keanu Reeves und China Miéville.

Samstag, 03.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Eindeutig zu viel Peng!

03.08.2024 Nach zehn Jahren scheint man einen Schlussstrich unter den Genozid an den Jesiden ziehen zu wollen, beklagen in der FAS Ronya Othmann und in der taz Düzen Tekkal und Hakeema Taha. "Deutsche Opfer außerhalb Europas, sind offenbar nur Opfer zweiter Klasse", ärgert sich der Historiker Jürgen Zimmerer im Tagesspiegel mit Blick auf den Genozid an den Herero und Nama. Die Stärke westlicher Demokratien ist die Wertschätzung des Einzelnen, verteidigt Deniz Yücel in der Welt den Gefangenenaustausch mit Russland. In der FAS erzählt der ungarische Schriftsteller Dénes Krusovszky, wofür Orban siebensitzige Familienautos spendiert. Die taz fragt, warum Litauen so queerfeindlich ist.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das vorbeiziehende Weltpanorama

03.08.2024 Als Künstler in Russland hat man nur drei Möglichkeiten, sagt der Schriftsteller Michail Schischkin in der NZZ: patriotische Lieder singen, schweigen oder emigrieren. SZ und nachtkritik applaudieren Anna Bergmanns rasanter und starbesetzter Inszenierung des "Zerbrochnen Krugs" in Telf, bei der das Bühnenbild von Tobias Moretti im LKW hereingefahren wird. Der Dramaturg Stephan Knies rät in Backstage-Classical dazu, sich bei der Debatte um François-Xavier Roth ein bisschen zu beruhigen. Die FAZ denkt mit dem Werk von Michael Bielicky über die Anfänge der Gaming-Kunst nach.

Bücherschau des Tages

Schreibend erfinde ich die Stadt

03.08.2024 Die taz vertieft sich in Jens Balzers Essay "After woke", der sich mit der Spaltung der Linken nach dem 7. Oktober auseinandersetzt. Mit Patrick Holzapfels Debütroman lässt sie sich auf Wiener Sitzbänken nieder und verfolgt einen Obdachlosen im Hermelinmantel. Dlf sieht in Henry Hokes Roman "Ganz wie ein Mensch" die Welt aus der Perspektive eines Pumas mit Hang zum Philosophieren. Die Welt ist verblüfft über die Aktualität von Joseph Conrads neu übersetztem Roman "Nostromo", der sich auch gut als Actionthriller verfilmen ließe. Die FAZ empfiehlt Peter Schäfers hervorragende Geschichte des aschkenasischen Judentums .

Montag, 05.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Interessanter als Fußball

05.08.2024 Welt und taz beleuchten das linke Schweigen zum Wahlbetrug des venezolanischen Caudillos Nicolás Maduro, der unterdessen den Zionismus beschuldigt, ihm die Herrschaft stehlen zu wollen. Die FAZ stürzt mit dem Historiker Julius Wilm das Denkmal des deutschen Demokraten Carl Schurz, der in Amerika eine rassistische Politik betrieben habe. Die Kosten für den Krieg könnten Russland in die Bredouille bringen, schreiben die Experten Thomas Lattanzio und Harry Stevens in der NZZ. Im Standard ruft Nino Haratischwili zum Kulturboykott gegen die georgische Regierung auf.

Efeu - Die Kulturrundschau

Weg mit den nassen Fetzen!

05.08.2024 Die Kritiker überschlagen sich in ihrem Lob für Krzysztof Warlikowskis Aufführung von Mieczysław Weinbergs Oper "Der Idiot" in Salzburg: ein "Triumph" jubelt die FR, ein "Meisterwerk" die SZ. Die taz begegnet im Freud-Museum in Wien dem Unheimlichen im Heimeligen. Der russische Pianist Pawel Kuschnir ist den Folgen seines Hungerstreiks erlegen, meldet die FAZ. Eine Nummer zu groß findet Zeit Online das Adele-Konzert in München: "Intimität und Größe" standen dort in keinem Verhältnis. "Völlig verrückt, aber irre berührend" urteilt hingegen die SZ.

Bücherschau des Tages

Wind, Wüste und Vergänglichkeit

05.08.2024 Die FAZ freut sich über neue Krimis: Einen echten Pageturner über die Entführung eines kleinen Jungen hat Chris Whitaker mit "In den Farben des Dunkels" geschrieben. Gespannt folgt sie außerdem Lisa Sandlins Privatdetektivin Delpha Wade in "Der Auftrag der Zwillinge". Die SZ erfährt aus den Erinnerungen Marek Edelmans vom sozialistischen Widerstand gegen die Nazis in Warschau. Außerdem empfiehlt sie dringend die Lektüre von Ron Leshems Buch "Feuer" über den 7. Oktober.

Dienstag, 06.08.2024

Magazinrundschau

Raumschwingungen

06.08.2024 Der New Yorker porträtiert den Hamas-Führer Yahya Sinwar, der seine eigenen Landsleute folterte, bevor er den 7. Oktober orchestrierte. Lidove noviny stellt die Fotografin Dagmar Hochová vor. In Mediazone denkt der im russischen Straflager sitzende Kommunalpolitiker Alexei Gorinov über die kosmische Ewigkeit nach. Im Observator Cultural verteidigt der rumänische Dichter Cosmin Petra atypische Literatur. Der Guardian feiert den ukrainischen Monuments Man Leonid Marushchak. New Lines erzählt, wie sich Rumänien seiner Beteiligung an der Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg stellt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Siegerinnenpose im Plisseerock

06.08.2024 In der FAZ und im Spiegel verteidigt der Politikwissenschaftler Philip Manow die Demokratie gegen Verfassungsschutz, Justiz und Klimaaktivisten. Der Schriftsteller Kamel Daoud fragt, warum die Gold-Olympionikin Kaylia Nemour in Algerien ihre Beine nicht zeigen darf. Persuasion berichtet, wie Russland mit Fake News die britische Rechte anfeuert. In Venezuela fehlt es Nicolas Maduro an der mathematischen Intelligenz, um eine erfolgreiche totalitäre Demokratie zu errichten, meint Hector Abad in der NZZ. Compact heißt jetzt Näncy, sonst ist alles beim Alten, bemerkt die SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Inflationäre Verwendung von Pistolen

06.08.2024 Nach einigen Highlights fällt Valentin Schwarz' "Ring des Nibelungen" in Bayreuth beim Publikum erneut durch, bedauert die FAZ, die immerhin ein paar berührende Momente gesehen hat. Die taz lernt in einer Londoner Ausstellung, dass die "Tropische Moderne" keineswegs eine antikolonialistische Strömung war. Die nachtkritik ergründet die Verquickungen von Journalismus und Theater. Der Schauspieler und Gewerkschafter Heinrich Schafmeister zeichnet in der SZ ein düsteres Bild von der Situation deutscher Schauspieler.

Bücherschau des Tages

Berauschter Aufbruch

06.08.2024 Dlf, FAZ und Dlf Kultur ziehen den Hut vor Jürgen Becker und seinem neuen Gedichtband "Nachspielzeit". Das von Charles Linsmayer herausgegebene Lesebuch der Weltliteratur befördert die FAZ geradewegs in den Leseolymp. Die FR vagabundiert dank Volker Reinhardts Biografie mit dem Philosophen Giordano Bruno durch Europa. Die SZ berauscht sich mit dem Helden aus Janko Polić Kamovs Roman "Austrocknen" am Leben.

Mittwoch, 07.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Das gläserne Schlachtfeld

07.08.2024 In der FAZ schildert der Philosoph Olivier Del Fabbro, wie brutal die Russen gegen die Rettung von verletzten Ukrainern vorgehen. Im Perlentaucher mahnt Richard Herzinger, den Warschauer Aufstand in deutsches und westliches Gedenken einzubeziehen. Palästinenser, die sich in Deutschland gegen die Hamas stellen, werden sofort als Verräter beschimpft, erzählt der Journalist Sebastian Leber der Jüdischen Allgemeinen. Auf Zeit Online stellt der Soziologe Danila Medwedew fest: Die Globalisierung hat wenig dazu beigetragen, dass sich der Westen und der Rest der Welt in ihren Werten annähern.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Enten waren nutzlos

07.08.2024 Die FAZ ist beeindruckt von Viggo Mortensens Western "The Dead don't hurt", der die Männlichkeitsbilder des Genres subtil unterwandert. Die SZ spekuliert über die Bedeutung des neuen Banksy-Werks in London: Geht es um die Wohnungskrise? Nein, um Palästina, denkt die Berliner Zeitung. In der Zeit erklärt der Autor Dave Eggers, warum er für sein neues Buch ausführliche Interviews mit Tieren geführt hat. Die FAZ sieht beim Garsington Opera in London Jean-Philippe Rameaus "Platée" als Parodie des gewollt kitschigen Fernsehkults um Schönheit, Liebe und Ruhm.

Bücherschau des Tages

Zum Leuchten bringen

07.08.2024 Die FAZ reist mit André Boße fröhlich durch die französische Popgeschichte. Von Sam Knight erfährt sie vom "Büro für Vorahnungen" des Psychiaters John Barker, der dort in den sechziger Jahren Übersinnliches erforschte. Die NZZ sucht in Rosemary Tonks neuem Roman nach Hinweisen auf den mysteriösen Verbleib der Autorin. Die Welt lernt mit Davide Coppos Roman "Die Welt gehört uns" vieles über den italienischen Postfaschismus. Und Dlf Kultur vertieft sich in Manu Larcenets düstere Comic-Adaption von Cormac McCarthys Roman "Die Straße".

Donnerstag, 08.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Den Degen in die Luft gereckt

08.08.2024 Der Tagesspiegel verneigt sich im dänischen Humlebæk noch einmal vor Franz Gertsch, der von einer genervten Patti Smith auch mal mit Notizen beworfen wurde. Monopol erzählt die absurde Geschichte der russischen Spionin Anna Dulzewa, die als argentinische Kunsthändlerin durch Europa reiste und deren Kinder nicht mal wussten, wer Putin ist. Die Welt applaudiert Robert Carsens genderfluide besetzter Inszenierung von Mozarts "La Clemenza di Tito" in Salzburg.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Wert eines Menschenlebens

08.08.2024 Das war kein Gefangenenaustausch, sagt der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa im Zeit-Interview, sondern eine "lebensrettende Mission". Die Sowjetunion war um ihr Image im Westen besorgt, Putin ist es völlig egal, liest Konstantin Akinscha in der FAZ an der Kleidung der von Russland Freigelassenen ab. Die FAZ fragt außerdem: wird es in Großbritannien einen Bürgerkrieg geben? Die Welt konstatiert dort eine schleichende Entfremdung zwischen Bürgertum und Politik.

Bücherschau des Tages

Neue Formen von Emotionen

08.08.2024 Die FAZ liest mit Janko Polić Kamovs Roman "Austrocknen" einen kroatischen Klassiker, der Joyce und Svevo vorwegnahm. Die SZ schwelgt in einem Bildband über Badestellen und -orte. Die taz lernt mit dem Band "Vierkantige Lettern" den jiddischen Dichter Abraham Sutzkever kennen. Dlf Kultur pilgert mit Bernd Brunner ins Morgenland. Und durchlebt mit Ursula Parrotts "Ex-Wife" das gin-tonic-reiche Leben einer Geschiedenen im New York der Roaring Twenties. Prost!

Freitag, 09.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Zutiefst fehlgeleitete Reverenz

09.08.2024 In Le Point kommt Kamel Daoud auf den algerischen Bürgerkrieg zurück, von dem sein neuer Roman "Houris" handelt: Den Mördern wurde 2005 offiziell verziehen, sagt er, aber nicht den Frauen, die von ihnen vergewaltigt wurden. In Zeit online beschreibt Ilko-Sascha Kowalczuk die BSW-Caudilla Sahra Wagenknecht als eine leninistische Ideologin. Es reicht nicht, den Islamischen Staat als Urheber der Verbrechen gegen die Jesiden zu benennen, man muss auch den Islamismus benennen, findet Kurt Schmalle bei hpd.de.

Efeu - Die Kulturrundschau

Durchatmen, Mut fassen

09.08.2024 Wegen eines geplanten Terroranschlags mussten Konzerte von Taylor Swift in Wien abgesagt werden - die Fans feiern trotzdem, freuen sich die Feuilletons. Die SZ wird in Iwan Filippows Roman "Maus" Zeuge, wie bei einer Zombie-Apokalypse in Russland die ganze Führungsriege des Kreml vernichtet wird. Die FAZ sieht im Muzeum Susch Haare aus Wasserhähnen sprudeln. Außerdem freut sie sich, bei den Salzburger Festspielen mal wieder ein Stück von Botho Strauss sehen zu können: Saul, mit Jens Harzer in der Hauptrolle, der die SZ vom Stuhl reißt. Und: Die Kritiker verabschieden sich von Synchronlegende Rainer Brandt.

Bücherschau des Tages

Befreiung befreundeter Bisons

09.08.2024 Die FAZ freut sich über Jörg Späters Buch "Adornos Erben", das ihr sowohl Geschichte als auch Geschichten bietet. Die FR erlebt mit Szczepan Twardoch unfassbare Abenteuer am russischen Eismeer. Die SZ empfiehlt Kinderbücher: Josephine Marks hinreißenden Comic "Der Bärbeiß" und Dave Eggers neues Jugendbuch "Die Augen und das Unmögliche" über einen Hund mit Hang zu Freiheit und Philosophie. Die taz lernt in einem neuen Gesprächs-Band den Theaterregisseur Christopher Rüping kennen. Und Dlf Kultur bekommt von Irina Mashinski raffinierte Lyrik zu lesen.

Samstag, 10.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Reine Form, reine Struktur

10.08.2024 Die DDR war auch Pop, lernt die erstaunte taz in einer Designausstellung in Eisenhüttenstadt. Die FAZ bewundert die Wachstumsenergie der Natur in den Keramiken Axel Saltos. Die Welt überlegt, was sie in all den aktuellen Ausstellungen über vergessene Künstlerinnen gelernt hat. In der Berliner Zeitung bekennt sich Frank Castorf zu den zwei Seelen in seiner Brust: die nach Kleinbürgerlichkeit verlangen und nach Zerstörung des Systems. Die SZ begeistert sich für David Gilmours zorniges, zartes und tief romantisches neues Album. Critic.de feiert Harmony Korines mit einer Infrarotkamera aufgenommenen Film "Aggro Dr1ft" als Ausnahmekunstwerk.

9punkt - Die Debattenrundschau

Abschied von der Welt von gestern

10.08.2024 Die Olympischen Spiele haben die deutsche Presse bezirzt: "Paris ist das schönste olympische TV-Fest aller Zeiten", schwärmt die taz in einer vorläufigen Bilanz, ein "Sommermärchen", die FAZ, "etwas ästhetisch Ausdeutbares, künstlerisch Wertvolles" die SZ. Düsterer wird die Stimmung im Blick nach Osten: Putins Choreografie der Spaltung Europas wird bis heute unterschätzt, warnt Karl Schlögel in der Rheinischen Post. Und Putin hat keine Angst, versichert Viktor Jerofejew in der FAZ.

Bücherschau des Tages

Von selbstbewussten, aber einsamen Bulgarinnen

10.08.2024 Die FAZ begibt sich mit Nora Bossong auf den "Reichskanzlerplatz" und fühlt sich von der Autorin raffiniert getäuscht - um Martha Goebbels geht es nämlich eigentlich nicht. FAS und taz empfehlen Calla Henkels Roman "Ein letztes Geschenk" als unterhalsamen Thriller über die Kunstwelt. Der Deutschlandfunk erzählt mit Zeinab Badawi "Eine afrikanische Geschichte Afrikas". FR und Dlf Kultur lesen Mario Vargas Llosas letzten Roman "Die große Versuchung" als würdiges Alterswerk.

Montag, 12.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Das harte Nein des Ostens

12.08.2024 Ines Geipel guckt sich für die FAZ die Wahlplakate von BSW und AfD in Sachsen und Thüringen an und findet überall den Begriff "Heimat" - eine "giftige Erzählung". Die SZ besucht die Kulturhauptstadt des nächsten Jahres, Chemnitz, und findet Tristesse und Ratlosigkeit. Der Fluch Afrikas ist der Tribalismus, schreibt Asfa-Wossen Asserate in der FAZ und denkt mit Nostalgie an die Kaiserdynastie von Äthiopien zurück.

Efeu - Die Kulturrundschau

Fast nur Rasanz

12.08.2024 Die Jungle World erinnert an den antislawischen Rassismus, den Joseph Conrad erleiden musste. Die NZZ erklärt der Grünen Jugend in Hessen: Fontane war Antisemit, aber er war nicht die Hamas von Brandenburg. Eine begeisterte FAZ empfiehlt Philipp von Steinaeckers Aufnahme von Mahlers Neunter mit historischen Instrumenten. Die SZ feiert eine Bielefelder Ausstellung mit digitaler Kunst und hybrider Malerei. Zeit online trauert jetzt schon um den lungenkranken David Lynch. Die Kunstkritiker trauern um den Ausstellungsmacher Kasper König.

Bücherschau des Tages

Undiszipliniert wie unverzichtbar

12.08.2024 Die NZZ liest gespannt die Erinnerungen des mordenden KGB-Agenten Bogdan Nikolajewitsch Staschinski. Der SZ stehen die Haare zu berge bei Lektüre von Philipp Glahés "Amnestielobbyismus für NS-Verbrecher". Die taz verbringt mit Anna Katharina Fröhlich einen Sommer auf "Der Yacht". Die FAZ lässt sich von Rainer Karlsch erzählen, wie es "Familienunternehmen in Ostdeutschland" nach Kriegsende erging. Die FR empfiehlt Gabriele Gavas und Achim Vespers "Kants Philosophie" als guten Einstieg. Dlf Kultur amüsiert sich mit David Longos Krimi "Am Samstag wird abgerechnet".

Dienstag, 13.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Unter gleich gepolten Partnern

13.08.2024 Der eine will die Verfassungsgerichte stärken, der andere hält genau diese Idee für eine Schwächung der Demokratie: In der SZ antwortet Maximilian Steinbeis auf Philip Manow. In der taz schildert der bolivianische Soziologe Hugo José Suárez, wie Linkspopulisten in Lateinamerika Wahlen manipulieren. Die russische Kultur ist eine "Kultur der absoluten Verantwortungslosigkeit", meint in der Welt der Slawist Joseph Wälzholz. taz und FAZ denken nochmal über die britischen Ausschreitungen nach.

Efeu - Die Kulturrundschau

Können laut und leise

13.08.2024 Die FAZ dokumentiert einen von namhaftesten Klassikstars unterschriebenen Offenen Brief zum Tod des verhungerten russischen Pianisten Pawel Kuschnir. Hyperallergic freut sich über feministische Kunst, die die Aufbruchsstimmung im L.A. der Siebziger verkörpert. Die Welt resümiert unfroh das erste, von harmlosen Inszenierungen geprägte Jahr der Intendantin Iris Laufenberg am Deutschen Theater. Das Zeitalter der Zensur ist nicht vorbei, erkennt die NZZ mit Blick auf die öffentlichen Bibliotheken in den USA. Die FAZ betrachtet in Paris die Kultur der Azteken, hingerissen, doch nicht ohne die blutigen Opfergaben zu vergessen.

Magazinrundschau

Auf einem Pony zur Schule

13.08.2024 New Lines begutachtet den neuesten Trend in der Pfingstbewegung, wonach sich Gottes Segen nur im eigenen Wohlstand manifestiert, auch wenn er auf Drogenhandel basiert. Die New York Times begibt sich im Sudan auf die Spuren des Sudan People's Liberation Movement. Denik Alarm beobachtet die Säuberungen der slowakischen Kulturministerin Martina Šimkovičová. Das Times Literary Supplement leidet mit William Morris an einer Welt, in der handgefertigte Waren zu teuer für die Armen sind.

Bücherschau des Tages

Starke Lämmer beim Almabtrieb

13.08.2024 Die FAZ hört in Jeremy Eichlers "Das Echo der Zeit" Musik aus dem Zeitalter der Extreme. Die SZ begibt sich mit Anthony Bale auf "Reisen im Mittelalter". Der Deutschlandfunk bespricht anlassgemäß Bücher über die Mauer und die Mauertoten. In der SZ antwortet Maximilian Steinbeis auf seinen Kontrahenten Philip Manow. Die taz feiert Mikael Ross  als "Wunderkind der deutschen Comicszene".

Mittwoch, 14.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Hier ist der Bauch des Monsters

14.08.2024 In der Zeit rechnet Wolf Biermann mit den Ostdeutschen ab: "Die, die zu feige waren in der Diktatur, rebellieren jetzt ohne Risiko gegen die Demokratie." Die taz erzählt die Geschichte zweier Richter nach dem Krieg: einem Nazi, der nach dem Krieg aufstieg, und einem Demokraten, der gemaßregelt wurde, weil er es kritisierte. Wandel durch Handel hat doch funktioniert, nur andersrum, lernt die Welt bei Anne Applebaum: Er korrumpierte den Westen. Der Spiegel begibt sich in die tiefsten Keller des Pergamonmuseums und lernt dort, was Schweigen ist.

Efeu - Die Kulturrundschau

Rechtsprinzip der Blutrache

14.08.2024 Hyperallergic begeistert sich für Vera Molnárs Freude an der Störung im System, die sich gerade im Centre Pompidou bewundern lässt. Die FAZ sieht erschüttert Steffi Niederzolls Dokumentarfilm über die Iranerin Reyhaneh Jabbari, die hingerichtet wurde, weil sie sich gegen ihre Vergewaltiger gewehrt hatte. In GdG erklärt Dmitri Strozew die Rolle der Lyrik bei den Protesten in Belarus vor vier Jahren. In Salzburg löst Peter Sellars' Inszenierung von Prokofjews Oper "Der Spieler" bei der SZ Begeisterung, bei der FAZ lange Zähne aus. Das Leipziger Kulturzentrum Conne Island erklärt, wie es sich anfühlt, boykottiert zu werden.

Bücherschau des Tages

Von der Wunde zum Wunder

14.08.2024 FAZ und Dlf bewundern, wie eindringlich Jessica Lind in „Kleine Monster“ von einer unheimlichen Mutter-Kind-Beziehung erzählt. Die FAZ staunt außerdem, wie nüchtern Joseph Croitoru über die Ziele der Hamas aufklärt und wie amüsant Michael Kumpfmüller Tote zum Leben erweckt. Einen überraschend bodenständigen Niklas Luhmann lernt die SZ in dessen Vorlesungen aus den Jahren 1966-1970 kennen. Sinnliche Gedanken zur Geschlechterdebatte verdankt die FR Yoko Tawada. Und Dlf Kultur verschwendet dank Michaela Krützen liebend gern Zeit mit Marie Antoinette und Oblomow.

Donnerstag, 15.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Kleine, schmutzige Statements der Wut

15.08.2024 Im VAN-Gespräch erinnert die Pianistin Olga Shkrygunova an ihren Kollegen Pawel Kuschnir, der vor kurzem in russischer Haft den Folgen seines Hungerstreiks erlegen ist. Die im Krieg gegen die Ukraine vergewaltigten Frauen werden im politischen Diskurs kaum erwähnt, klagt die polnische Regisseurin Marta Górnicka in der NZZ. Hyperallergic bewundert im Smithsonian American Art Museum Sterne, Reben und Jakobsmuscheln auf den Quilts der Amish. Im Tagesspiegel erzählt die New Yorker Underground-Filmemacherin Beth B., der in Berlin gerade eine Ausstellung gewidmet ist, dass sie Menschen heute lieber verführt als anschreit.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Regel oder die Ausnahme

15.08.2024 Das Verbot des rechtsextremen Compact-Magazins ist vorerst gerichtlich aufgeschoben. Aber nicht aufgehoben, informiert die SZ. Die taz freut sich, dass "der Pressefreiheit ein großes Gewicht zugemessen wurde". Die Wirtschaftskrise in der Türkei zerstört die Chance der Kinder auf Bildung, fürchtet Bülent Mumay in seiner FAZ-Kolumne. Die Völkerrechtlerin Monika Polzin schildert in der NZZ, wie China und andere Demokratien die Idee der Menschenrechte  untergraben.

Bücherschau des Tages

Stachel im Hirnherz

15.08.2024 Die Zeit flaniert mit dem Literaturhistoriker Dieter Richter die Amalfiküste entlang und amüsiert sich prächtig, wenn Finn Job beim "Damenschach" die Kampfplätze der Gegenwart auslotet. Die FR nimmt derweil mit Nana Kwame Adjei-Brenyah und amerikanischen Häftlingen an Gladiatorenkämpfen teil. Die FAZ liest Reinhard Kaiser-Mühleckers neuen Roman über die österreichische Provinz. Die NZZ freut sich, das Alain Claude Sulzers Roman "Fast wie ein Bruder" nach einigen Querelen doch noch erscheinen konnte. Und der Dlf annonciert einen "überwunderschönen" Prosaband von Petr Borkovec, der sie geschmeidig durch Böhmen führt.

Freitag, 16.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Tageslichtverhältnisse

16.08.2024 In den USA feiern Republikaner wie propalästinensische Aktivisten den Rücktritt der Präsidentin der Columbia University Minouche Shafik, berichten FAZ und taz. Angesichts der Drohungen gegen den den CSD in Bautzen wünscht sich die Autorin Anne Rabe in der SZ mehr queere Sympathien in der CDU. Afghanistan ist auf dem Weg, sich in einen religiösen Polizeistaat zu entwickeln, diagnostiziert die entwicklungspolitische Gutachterin Hannelore Börgel im Tagesspiegel. Daran ist der Westen schuld, meint Zeit online. Über Kolonialismus debattieren nur die Alten, meint die NZZ mit Blick auf die Europäer.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die großen Verlorenen

16.08.2024 Immer noch lassen sich westliche Künstler von der russischen Propaganda vereinnahmen, kritisiert der Kunsthistoriker Konstantin Akinsha in der NZZ. Wenn Stefan Kaegi, Sasha Waltz und Rimini Protokoll bei den Salzburger Festspielen Erkenntnisse der Hirnforschung tanzen lassen, bleibt der Spiegel skeptisch, während der Standard mitschwingt. Die taz freut sich, dass das Werk der Band "Die Braut haut ins Auge" nun endlich wieder zugänglich ist. Und alle verneigen sich vor Gena Rowlands, die den Kaputten und Fragilen so viel Eleganz verlieh.

Bücherschau des Tages

Sperrt die flippflappen op

16.08.2024 Die FAZ surft voller Begeisterung durch die Rotwelschdialekte in Klaus Siewerts "Wörterbuch deutscher Geheimsprachen". Und wirft dann mit Conrad Seidl einen tiefen Blick ins Bierglas. Die FR geht auf "Feuerjagd" mit Tana French. Der Dlf erlebt mit Alain Claude Sulzers "Fast wie ein Bruder" ein Coming out in den Siebzigern. Dlf Kultur träumt mit der 13-jährige Giada vom "Großen A", das sie bald in Form Eritreas kennenlernt. Empfohlen wird außerdem ein grafisch gut aufbereiteter Klima-Atlas.

Samstag, 17.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Galoppierende Unsicherheitsbedingungen

17.08.2024 Im Observer fragt sich Kenan Malik, was die rechtsextremen Ausschreitungen in Britannien mit Identitätspolitik zu tun haben. Tim Walz verkörpert eine heitere Männlichkeit, darum ist er so beliebt, glaubt die SZ. Die Anti-Israel-Demonstranten sind genauso naiv, wie die Demonstranten gegen den Vietnamkrieg, meint Claus Leggewie in der FAZ. In der FAS erklärt Kate Crawford, warum KI-Systeme nie neutral, sondern immer politisch sind. Der Standard liest noch einmal Pierre-Héli Monots surrealistisches Revolutionspamphlet "Hundert Jahre Zärtlichkeit" und staunt: Eine so ausgefuchste Hasspredigt gegen die Mittelschichten hat er lange nicht mehr gelesen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Alles ein Ineinander

17.08.2024 Von einem allgemeinen Boykott der russischen Kultur kann im deutschsprachigen Raum keine Rede sein, meint der Dirigent Martin Haselböck auf Backstage Classical. Der Tagesspiegel schwärmt vom Schwebezustand der "Shadow Flowers" Letizia Werths. Der FAZ wird unbehaglich beim dreiklangselig beschworenen Weltuntergangszeremoniell von Ena Brennans Oper "Hold your breath". Spiegel und SZ fragen sich, warum Taylor Swift zu den wegen Terrorgefahr abgesagten Konzerten in Wien schweigt.

Bücherschau des Tages

Feuer unter einer Eisschicht

17.08.2024 Gleich drei mal besprochen wird heute Reinhard Kaiser-Mühleckers Roman "Brennende Felder" der von einer - fast möchte man sagen Soziopathin - erzählt. Toll, aber nichts für schwache Nerven, warnt die FR, die taz stimmt ein, der SZ ist es etwas zu viel Räuberpistole und Horror-Thriller. Dlf und taz lernen das Staunen mit David Wagners Roman über die Lebensgeschichte der armenischen Türkin und Kosmopolitin Verkin. Ulla Lenze entführt FAZ und Welt in die Welt des Okkultismus, der in den den Heilstätten Beelitz gepflegt wurde. Der Dlf lernt aus Witold Szablowskis so unterhaltsamem wie lehrreichen Buch "Köche des Kremls", wie Russland mit Essen Politik macht.

Montag, 19.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Ernstfall aus sicherer Entfernung

19.08.2024 "Putins Krieg richtet sich nicht nur gegen die Ukraine, sondern gegen ganz Europa", ruft die taz nach der Meldung, dass sich die Bundesregierung aus Budget-Gründen gezwungen sieht, die Ukraine-Hilfe einzustellen. In der Welt stellt Garri Kasparow den Bundeskanzler zur Rede. Hubertus Knabe fragt in seinem Blog, "warum der Osten keinen Streit mit Putin will". Der Politologe Manès Weisskircher warnt in der FAZ vor einer isolierten Betrachtung der Neuen Länder beim Thema Rechtsaußen-Parteien. Der Spiegel fragt, ob der Faschismus zurückkehrt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Spezialist für interessantes Schweigen

19.08.2024 Die Ruhrtriennale rockt ihr Publikum: nmz, nachtkritik und SZ erliegen bei der Ruhrtriennale dem Charisma von Sandra Hüller als PJ Harvey, die FAZ bleibt unbeeindruckt. Im Standard gruselt es den Schriftsteller Thomas Sautner bei der Vorstellung, KI könnte künftig Romane schreiben. Die Welt besucht das Glasmuseum von Murano. Die SZ trauert schon um die Wilde Renate, einen Berliner Technoclub, dem nach einer saftigen Mieterhöhung das Aus droht. Und die Filmkritiker trauern um den schönsten Mann und einzigen homme fatale, den das Kino je sah: Alain Delon.

Bücherschau des Tages

Bariton mit Sustain

19.08.2024 In der taz zieht der Soziologe Dirk Baecker den Hut vor dem monumentalen Werk Theodor M. Bardmanns, der eine Systemtheorie des Bildes geschaffen hat - und dass ganz ohne Foto! Die FR reist mit Gedichten von Michael Köhlmeier ins Land Uz. Und begibt sich mit Bloch, Jens und Mayer zu Tisch in der Tübinger Buchhandlung Gastl. Die SZ liest drei Bücher zur AfD. Die FAZ empfiehlt Hörbücher zu Romanen von Abdulrazak Gurnah und Doris Lessing.

Dienstag, 20.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

In hinreißende Dialoge verstrickt

20.08.2024 Die SZ verschraubt ihren Körper mit Anne Teresa De Keersmaeker vor modernen Meistern zu Klangströmen von Marlene Dietrich bis Herbert Grönemeyer im Folkwang Museum. Die FAZ spricht mit dem tschechischen Dirigenten Jakub Hrůša, der frischen Wind in die deutsch-tschechischen Beziehungen bringen will. Außerdem erinnert sich die FAZ mit Mohamed Kordofanis Filmdebüt "Goodbye Julia" an die Aufbruchstimmung, als der Südsudan seine Unabhängigkeit erklärte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Nach anderen Maßstäben beurteilt

20.08.2024 Edward Said müsste sich angesichts des Orientalismus' der propalästinensischen Aktivisten im Westen im Grabe umdrehen, meint der Politikwissenschaftler Hanns W. Maull in der SZ. Der Soziologe Armin Nassehi denkt in seinem Blog über den modischen Generalzweifel an allem Etablierten nach. In Zeit online erklärt der Soziologe Rainald Manthe, was wir an der S-Bahntür über unsere Gesellschaft lernen können - und was im Baumarkt. Endlich werden Frauen im Widerstand in einer Ausstellung gewürdigt, freut sich die SZ.

Magazinrundschau

Die Raiwomen leben längst in Frankreich

20.08.2024 In Le Grand Continent feiert Kamel Daoud die Algérianité Orans. In HVG erzählt Gergely Péterfy, warum es derzeit so viele ungarische Autoren nach Todi in Umbrien zieht. The Insider lauscht einem über Korruption und Unfähigkeit verzweifelnden russischen Bürgermeister aus der Region Kursk. Wer in Kenia Jesus treffen will, wird anschließend einige lebenswichtige Organe vermissen, lernt der New Yorker. Warum die Hungerkatastrophe im Sudan hausgemacht ist, berichtet New Lines. Die London Review taucht mit der Biografie des Musikers und Komponisten Arthur Russell ins aufregende New York der Siebziger ein.

Bücherschau des Tages

Von Wunderheilern zum Wirtshaus

20.08.2024 FAZ und FR feiern den neuen Roman von Arno Geiger, der den nackten, menschlichen Kaiser Karl V. auf eine letzte Abenteuerreise schickt. Unglaubwürdig, winkt indes die NZZ ab. Die FAZ empfiehlt mit der Familiengeschichte der kirgisisischstämmigen deutschen Fotografin Irina Unruh außerdem ein bibliophiles Gesamtkunstwerk. Von Volker Kitz lernt sie, wie wir mit alten Eltern umgehen. Die SZ schippert mit Jochen Arntz und Holger Schmale rund um den Wannsee. Die taz liest Comics über den Tod. Und Dlf Kultur lässt sich von Tommy Orange über die Traumata von Indigenen aufklären.

Mittwoch, 21.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Es klopft und schleift und blubbert

21.08.2024 Die Feuilletons sind weitgehend zufrieden mit der Longlist für den Deutschen Buchpreis, auch wenn sie verlagstechnisch diverser hätte ausfallen dürfen. Immerhin gibt es genug Autoren aus Ostdeutschland und Osteuropa. Die FAZ erzählt vom Prozess gegen die Theatermacherinnen Schenja Berkowitsch und Swetlana Petrijtschuk. Schwimmen wir bald zur Arbeit, fragt sich der Guardian. Und die Filmkritiker reiten mit Kevin Costner einem Fiasko entgegen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Inklusive der Verzinsung

21.08.2024 Deutschland denkt über den Osten nach. Das Buch "Freiheitsschock" des ostdeutschen Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk bietet einen guten Blick in antiwestliche, antidemokratische Einstellungen, wie sie AfD und BSW repräsentieren, findet Gustav Seibt in der SZ. Die Ruhrbarone rechnen nach, welche Last der Aufbau Ost für das Ruhrgebiet bedeutete. Zugleich müssen Lehrer in Thüringen lernen, wie  sie sich einer möglicherweise bald regierenden AfD entgegenstellen, berichtet die taz. In Frankreich streiten sich die Comedians und Lejournal.info hofft auf die Sozialdemokratie.

Bücherschau des Tages

So schöne Worte wie Quattrocentoottantadue

21.08.2024 Die SZ schätzt, wie mitleidlos Ilko-Sascha Kowalczuk mit dem "giftigen Erbe" der DDR-Diktatur abrechnet. Die FAZ bewundert derweil die sprachliche Schönheit, mit der Carolin Krahl in "Wühlen" vom Leben dreier Frauen nach der Wende erzählt. Von Sebastian Heinrich lässt sie sich anhand von fünfzehn Wörtern Italien erklären. Die FR blickt in Daisy Hildyards Roman "Notstand" auf Moose, Mäuse und Kröten. Die NZZ empfiehlt dringend den letzten Gedichtband von Adam Zagajewski.

Donnerstag, 22.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Bilderrausch des Weltenwahnsinns

22.08.2024 Leni Riefenstahl war keine Opportunistin, sondern durch und durch Faschistin, erzählt in der Zeit Sandra Maischberger, die eine Riefenstahl-Doku von Andres Veiel produziert hat. Den Theaterkritikern geht die Puste aus in Krystian Lupas fünfstündiger Salzburger Inszenierung des Zauberbergs in litauischer Sprache. Die FAZ stellt das Projekt Roma 050 vor, das Rom Berliner Siedlungseinheiten und fünf Parks am Tiberufer verspricht. In Marseille besucht sie indes Oasen der Nacktheit.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Grab ins Eis

22.08.2024 Die taz blickt skeptisch auf die neue Regierung der BNP in Bangladesch, die schon einmal regiert und dabei Hunderte Oppositionelle hat verschwinden und ermorden lassen. In Nepal sieht es auch nicht besser aus, meint die NZZ mit Blick auf den neuen alten Premier, einen prochinesischen Marxisten. In Zeit und VAN hofft Tatiana Kolesnikowa auf einen Gefangenenaustausch zugunsten belarussischer Oppositioneller. Der Tagesspiegel fragt, wie originalgetreu genau die Potsdamer Garnisonkirche aufgebaut werden soll - mit preußischem Militärdekor am Turm oder nicht? Die FAZ stellt die Litauerin Irena Saulutė vor, die den Terror der Sowjets in Sibirien überlebte. In der Berliner Zeitung hat Dramaturg Thomas Oberender einen Plan für das Berliner ICC.

Bücherschau des Tages

Zwischen Psychiatrie und Facebook-Chat

22.08.2024 Die Zeit taucht erschlagen aber höchst angeregt aus Clemens Meyers 1000-seitigem Wälzer "Die Projektoren" auf. "Die FAZ lässt sich von David Wagners "Verkin" verzaubern. Preiswürdig findet die taz Nora Bossongs Roman "Reichskanzlerplatz" über Magda Goebbels. Die FR reist mit Sarah Brooks' Transsibirien-Express und allerhand seltsamen Figuren durch das "Ödland" zwischen Moskau und Peking. Die Welt taucht mit Tara Zahra ein in die Welt der Antiglobalisten zwischen den zwei Weltkriegen. Dlf Kultur fragt mit Levent Tezcan: "Alles Rassismus?"

Freitag, 23.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Patriotisches Porzellan

23.08.2024 Hat es mit der Garnisonkirche denn nie ein Ende? Nun ist der Turm zumindest eingeweiht. Frank-Walter Steinmeier hielt eine Rede. Die Gegner protestierten. Und die Feuilletons sind gespalten. Das andere große Thema: Eins ist vor den Wahlen in Thüringen und Sachsen klar: Die "Angleichungstheorie", nach der sich die Differenzen zwischen Ost und West abschleifen sollen, kann in den Schredder, meint die taz. Verschiedene Zeitungen versuchen zu klären, warum die Ossis sind, wie sie sind. Könnte es mit Geschichte zu tun haben? Mit der Tatsache, dass der Hitler-Stalin-Pakt in Deutschland so schmählich vergessen ist, fragt der Historiker Felix Ackermann in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die geheime Mechanik der Seele

23.08.2024 Die Streamingdienste zeigen nur noch uniformen Schrott, beschwert sich Zeit Online. Die FAZ lotet das Verhältnis Claudia Roths zu Bayreuth aus und genießt auf dem Kunstfest Weimar das Spiel der Theaterlegenden Eva Mattes und Roberto Ciulli. Ebendort freut sich die SZ, dass die Menschenrechtsorganisation Memorial sich nicht unterkriegen lässt. In Luzern bekommt die NZZ Wagner mit zeitgenössischen Instrumenten zu hören - und staunt, wie rauh das klingt. Der Freitag hinterfragt die Kanon- und Auszeichnungspraktiken des deutschen Literaturbetriebs.

Bücherschau des Tages

Nussschalen aus Sprache

23.08.2024 FR und Dlf Kultur tanzen in Lydia Davis' virtuos verdichteten Kurzgeschichten vom Dosenschinken bis zum Ehestreit. Die FR amüsiert sich außerdem mit den Albernheiten, erschrickt aber auch vor den Beschimpfungen, die Richard Wagner seinem "Herzens Weibel" Minna schrieb. In Colson Whiteheads Debütroman begleitet der Dlf Kultur eine Fahrstuhlinspekteurin durch New York. Die FAZ probiert mit Beate Roth gebackene Hollerstrauben nach Rezepten von Jean Paul. Die NZZ fühlt sich bestens aufgehoben, wenn Sven Regener ihr Humor in der Literatur erklärt. Und die SZ empfiehlt neue Jugendbücher.

Samstag, 24.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Orgien verletzter Gefühle

24.08.2024 Die Filmkritiker streiten über die Überlegung, Mohammad Rasoulofs "Die Saat des Heiligen Feigenbaums" als deutschen Beitrag zu den Oscars zu schicken: Mehr als eine politische Geste, jubelt die FR, diese "Schummel-Nominierung" zeigt die Schwäche des deutschen Films, wütet die Welt. Der Tagesspiegel schaut sich zeitgenössische mongolische Kunst im oberfränkischen Mürsbach an. Die FAS erinnert sich in einer Ausstellung in Bordeaux, wie Disney die Franzosen in Retortenstädten zu Frankreich-Darstellern machte. Die SZ ist peinlich berührt, wenn Bestsellerautorin Carolin Wahl darüber klagt, dass sie nicht auf der Longlist steht.

9punkt - Die Debattenrundschau

Voneinander abgespalten

24.08.2024 Die Wahlen in Thüringen und Sachsen drohen, historisch zu werden. Eindringlich schildert Steffen Mau in der SZ "dieses Diffundieren des Rechten in die Alltagskultur". In der Berliner Zeitung zeigt sich unterdessen, wie sich die Membran zwischen links und rechts auflöst: "Die Brandmauer muss weg!", ruft Bernd Stegemann und hofft auf ein neues Einvernehmen mit AfD-Wählern. In der taz betrachtet Caroline Fetscher das Tunnelsystem der Hamas in Gaza als eine "antisoziale Megaskulptur", die direkt ins Jenseits der Aufklärung führt. Kamala Harris wird überall gefeiert, die FAZ beleuchtet einen eher unheimlichen Aspekt ihrer Wählersoziologie.

Bücherschau des Tages

Versteck gegen die Unkultur

24.08.2024 Die FAZ bewundert, wie Paul Murray in „Der Stich der Biene“ den Spieß umdreht und die Realität ins Digitale eingreifen lässt. Die taz analysiert mit dem Historiker Volker Ullrich das Scheitern der Weimarer Republik, als „Buch der Stunde“ empfiehlt die SZ indes Philip Ruchs „Es ist 5 vor 1933“, in dem der Aktivist ausmalt, wie es nach einer Machtübernahme der AfD aussehen könnte. Die Welt setzt sich in Clemens Meyers wuchtigem Roman „Die Projektoren“ mit Lex Barker und ehemaligen Partisanen ans Lagerfeuer. Und der Dlf zieht sich mit Eckhart Nickel in eine Popintellektuellen-WG zurück.

Montag, 26.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine absolute Sicherheit gibt es nicht

26.08.2024 Die "Brandmauer" wird schon vor den Wahlen in Thüringen und Sachsen mürbe. Sahra Wagenknecht mokiert sich in Zeit online über "diese hysterische Kampagne gegen die AfD" und bekennt im Übrigen, dass sie in Amerika nicht wüsste, " für wen ich stimmen würde". Auch bei der CDU bröckelt die Brandmauer, beobachtet die taz. Die taz fragt sich auch, was wohl die Festnahme des Telegram-Chefs Pawel Durow in Frankreich bedeutet. In der SZ rät der britische Autor Mohsin Hamid der Ukraine zur Kapitulation.

Efeu - Die Kulturrundschau

Eine letzte, vergessene Kanone

26.08.2024 Kiril Petrenko hat sich für den Saisonauftakt der Berliner Philharmoniker durch Bruckners Fünfte gekämpft - und leider nur halb gewonnen, bedauert die FAZ. Mit Heiner Goebbels Stück "Everything That Happened and Would Happen" finden die Salzburger Festspiele indes zu einem gelungenen Abschluss, nickt die SZ. Der neue Roman der österreichischen Schriftstellerin Ljuba Arnautović verarbeitet die Rückkehr ihres Vaters aus dem sowjetischen Gulag, erzählt sie dem Standard. Die taz porträtiert den romantischen Maler Carl Alexander Simon, der in Chile ein neues Deutschland gründen wollte.

Bücherschau des Tages

Ans andere Ende der Welt

26.08.2024 Wie Menschen im Ernstfall ihr wahres Wesen offenbaren, kann die NZZ in Daniela Kriens Roman "Mein drittes Leben" beobachten. Die SZ lässt sich vom ukrainischen Agrarökonomen Alex Lissitsa die weniger bekannten Facetten der Ukraine zeigen.  Die FAZ irrt mit Alexandra Helmigs Protagonistin durch die verwirrenden Ambivalenzen der Adoleszenz. Von Kate Crawford lernt sie, warum KI weder künstlich noch intelligent ist. Die taz blättert durch einen prächtigen Bildband des Architekturfotografen Iwan Baan.

Dienstag, 27.08.2024

Magazinrundschau

Der Kommandant wollte sich betrinken

27.08.2024 Takie Dela porträtiert eine der letzten unabhängigen Redaktionen Russlands, Swobodnyje Nowosti aus Saratow. Der New Statesman schildert die Geschichte des islamischen Hasspredigers Anjem Choudary, der jahrzehntelang unbehelligt in UK agitieren durfte. Walrus besucht den Chemiker Frederik Vanmeert, der weiß, mit welchen Substanzen Jan Vermeer die Glanzlichter auf der Perle und im Gesicht des Mädchens mit dem Perlenohring setzte. New Lines trifft sudanesische Flüchtlinge in Kenia. "We have a Historikerstreit on our hands!", ruft Engelsberg Ideas. Und die New Left Review sucht nach der siebten Generation des chinesischen Kinos.

Efeu - Die Kulturrundschau

Überfordert den Verstand des zynischsten Lesers

27.08.2024 Die Theaterkritiker knien nieder vor Isabelle Huppert, die als "Bérénice" von Romeo Castellucci bei der Ruhrtriennale die ganze Bühne geschenkt bekommt, um alle emotionalen Extreme zu zelebrieren. In der NZZ sehnt sich Clemens J. Setz nach den alten Zeiten der herrlich falschen Twitterpoesie, die Elon Musk nun auch in den Orkus geblasen hat. Die taz lauscht in Venedig den Wehklagen der Nigerianer, die Precious Okoyomon von ihren Alltagssorgen erzählen lässt. Und Monopol feiert sechzig Jahre Comic-Geschichte im Pariser Centre Pompidou.

9punkt - Die Debattenrundschau

Fragen dazu wurden bislang nicht beantwortet

27.08.2024 Es muss doch möglich sein, eine Einwanderungspolitik zu betreiben, die Islamisten abschiebt und Demokratieaktivisten hier aufnimmt, auch wenn sie aus dem selben Land kommen, meinen die Ruhrbarone nach dem Attentat in Solingen. Man kann nichts machen, reicht nicht mehr, insistiert die FAZ, es macht nur die AfD stärker. Die SZ hingegen rät nach Solingen, nur nicht gleich in Panik zu verfallen. Andere Themen: Die taz fragt sich, warum sich niemand für die Menschenrechtsverbrechen des iranischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung interessiert. In der SZ fordert Fran Lebowitz: Schafft den Supreme Court ab. Und die Fahrräder.

Bücherschau des Tages

Zitate von Brecht und Bowie

27.08.2024 Die FAZ vertieft sich in die Erinnerungen des Soziologen Zygmunt Bauman. Marianne Jungmaiers neoromantische Gedichte erzählen ihr von der Begegnung zwischen Tier, Pflanze und Mensch. Die FR nimmt mit Jan Mohnhaupt die Spinnenperspektive ein. Die taz wandelt mit Hryhir Tjutjunnyk in "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" träumerisch durch ukrainische Wälder.

Mittwoch, 28.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

In der Fußgängerzone des Seins

28.08.2024 In der SZ wütet Dominik Graf gegen den "Einschaltquoten-Rinderwahnsinn" der Öffentlich-Rechtlichen und wünscht sich Experimente, bei denen uns Hören und Sehen vergeht. Da wäre dann vielleicht auch Platz für Tilman Singers wagemutigen Alpen-Horrorfilm "Cuckoo", der die Uneindeutigkeit strahlen lässt, meint der Perlentaucher. Die FR wirft einen Blick auf die abgehalfterten Rockstars, die sich nicht zu fein sind, Trump zu unterstützen. Apropos abgehalfterte Rockstars: Auf die Oasis-Reunion hätte die taz gern verzichtet. Hyperallergic feiert in Philadelphia die amerikanische Impressionistin Mary Cassatt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das eine ist Verleugnung

28.08.2024 In der Diskussion nach dem Solingen-Attentat gibt es nur Extreme, meint der Dschihadismus-Forscher Hugo Micheron in der FAZ und schlägt vor, Tik-Tok zu verbieten.  Die Deutschiranerin Nahid Taghavi sitzt seit vier Jahren im Iran in Haft - für ihre Freilassung scheint sich hier aber niemand zu interessieren, wundert sich die taz. Der Entwurf für die Antisemitismus-Resolution der Ampel-Parteien liegt vor: Die Ruhrbarone finden ihn gut, eine Gruppe jüdischer Intellektueller protestiert hingegen in einem offenen Brief, den die taz abdruckt.

Bücherschau des Tages

Kinderwunsch-Retreat am Mittelmeer

28.08.2024 Die FAZ lässt sich von Giosuè Calaciura gerne erzählen, dass hinter Jesus' Wundern eigentlich seine Mutter steckte. Außerdem beugt sie sich über die neue Ausgabe des Duden und vermisst dabei die Wörter "Doggystyle" und "Negroni". Die FR ist hin und weg von Clemens Meyers neuem Roman "Die Projektoren". Die NZZ steckt mit dem dritten Teil von Solvej Balles Reihe "Über die Berechnung des Rauminhalts" immer noch in einer Zeitschleife fest, langweilig wird ihr dabei aber keineswegs. Und Dlf Kultur lässt sich von  Peter Heather und John Rapley darüber aufklären, was die westliche Zivilisation heute besser machen könnte als es das Römische Reich damals tat.

Donnerstag, 29.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Sind wir vielleicht Hofnarren des Spektakels?

29.08.2024 Im Welt-Gespräch erzählt Andres Veiel, wie er in seinem Dokumentarfilm über Leni Riefenstahl die Lügen der NS-Propagandafilmerin wie unter dem Mikroskop zerlegt. Die Zeit bestaunt in Karlsruhe Lady Gaga zwischen Ninja Turtles auf den gigantischen Tapisserien von Margret Eicher. Den Musikkritikern eröffnen sich bei der Wiederaufstehung von Nick Cave alle Himmelszelte, während Gospelchöre niederfahren. Die NZZ sucht indes das irdische Paradies im Museum Frieder Burda.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wir sind Kassandras

29.08.2024 Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk wirft den Ostdeutschen im Welt-Interview vor, sich nachträglich als Revolutionäre von 1989 zu stilisieren, obwohl die meisten das nicht waren. Sonja Margolina erklärt in der NZZ, wie Russland Straftäter als Soldaten in den Krieg schickt. In der SZ fordert Gilda Sahebi ein Narrativ, das die Gesellschaft nach Erschütterungen wie dem Attentat in Solingen zusammenhält. Und in der Zeit berichtet der Soziologe Mouhanad Khorchide von seinen Begegnungen mit jungen Islamisten, die im Gefängnis sitzen - und den Koran nie gelesen haben.

Bücherschau des Tages

Sex und Text

29.08.2024 FAZ und Dlf Kultur äugen gespannt mit Julia Friedrichs in die Welt der Superreichen. Die taz freut sich über die Neuauflage eines spanischen Comicklassikers: "Kreidestriche" von Miguelanxo Prado. Die Zeit lobt Katja Oskamps "Vorletzte Frau", mit dem die Autorin ihre Liebes- und Schreibbeziehung zu Thomas Hürlimann aufarbeitet. Dlf Kultur fühlt sich angenehm belehrt mit Jason Roberts' Band "Die Entdeckung allen Lebens", der ihm zwei sehr unterschiedliche Naturwissenschaftler und Aufklärer des 18. Jahrhunderts näher bringt: Carl von Linné und Georges-Louis de Buffon.

Freitag, 30.08.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Nichts weiter als eine Romantik

30.08.2024 Die historischen Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen stehen an, die Zeitungen können über fast nichts anderes nachdenken. Die taz hofft, dass man den Lack am BSW abkriegt, wenn man es an den Regierungen beteiligt. Aber die AfD bindet stärkere publizistische Energien. Mehrere Artikel zeigen, welchen verheerenden Einfluss die AfD kulturpolitisch in den Neuen Ländern jetzt schon hat. Alles in allem mag eine Intervention Ian Burumas in der Welt helfen, der Linken dringend rät, vom Woken Abschied zu nehmen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gefangene unserer eigenen Egos

30.08.2024 In Venedig spaltet Andres Veiels Doku-Film über Leni Riefenstahl die Gemüter:  Warum heute noch Riefenstahl, fragt der Tagesspiegel, viel Gegenwart entdeckt der Filmdienst.  Indes feiern die Kritiker Angelina Jolie, die so athletisch den Geist von Maria Callas beschwört. Ein bisschen platt kommt der FAZ eine Kant-Installation in Potsdam vor. Die taz staunt, wie gut die Tanzszene in Dresden vernetzt ist. Das Van-Magazin spricht mit dem Komponisten Walter Zimmermann über dessen Musikphilosophie.

Bücherschau des Tages

Schafe schwimmen am Fenster vorbei

30.08.2024 Die FAZ reist mit Ines Geipel durch den Osten und die Zeit der Wiedervereinigung und stellt fest: War alles gar nicht so schlimm. Die FR schaut derweil mit Matthias Wittekindts neuem Krimi aus der Manz-Reihe nach, was "hinterm Deich" so los ist. Dlf Kultur setzt der menschenfeindlichen Rhetorik der AfD  Mohammad Sarhangis "Gefühlsgeschichte der Migration" entgegen.  Außerdem versucht er, mit dem Anglisten Pierre-Heli Monot die Politik des Surrealismus zu begreifen.

Samstag, 31.08.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Typen, Schmiere, Sensationen

31.08.2024 Die Filmkritiker begeistern sich auf den Filmfestspielen Venedig für Tim Fehlbaums "September 5" über das Münchner Olympiaattentat des Jahres 1972 - die SZ erkennt klassisch-griechische Tragödienwucht. Die Welt ärgert sich darüber, dass die Kunstbiennale Venedig indigene Wandteppiche ausstellt - anstatt digitaler Kunst aus dem globalen Süden. Die NZZ verteidigt die boomende Young-Adult-Literatur gegen den Vorwurf, lediglich der Sehnsucht nach überkommenen Geschlechterrollen Ausdruck zu verleihen. Im Anschluss an eine Theaterfahrt durch den Osten schlägt die FAZ Alarm: Insbesondere in Sachsen droht bei einem AfD-Wahlsieg ein kulturpolitischer Kahlschlag.

9punkt - Die Debattenrundschau

Aufhellung dieses blinden Flecks

31.08.2024 Die FAS setzt sich mit Jürgen Habermas' umstrittenen Forderungen im Ukraine-Krieg auseinander. In der FAZ versucht der Soziologe Oliver Nachtwey dem Erfolg des BSW auf die Schliche zu kommen. Ilko-Sascha Kowalczuk erklärt im Tagesspiegel, warum er die Wagenknecht-Partei für ebenso gefährlich hält, wie die AfD. Der Literaturwissenschaftler Adrian Daub erklärt in der FR, warum das Phänomen der Cancel Culture heute nicht mehr aktuell ist. Ronya Othmann hält in der FAZ fest: Abschiebungen lösen das Terrorismus-Problem nicht.

Bücherschau des Tages

Dokument einer Verführung

31.08.2024 Die FAZ genießt mit Maike Albath neapolitanischen Kaffee und blickt gleichzeitig auf die literarische Vergangenheit Neapels. Alexander Schimmelbusch hat mit seinem neuen Roman "Karma" Potential zum deutschen Houellebecq, findet sie außerdem. Der Dlf hingegen hat schon nach ein paar Seiten genug von der Zukunfts-Satire. Die NZZ schwärmt von Lydia Davis' poetischer Sprachkunst, die sie in "Unsere Fremden" aufs Neue beweist. Die taz sieht Martina Hefters Roman "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" völlig zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

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Aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle. Die Zahl derer, die im 18. November feststecken, wird immer größer. Tara Selter wohnt mit einer Handvoll Zeitgefangener in einer…
Joachim Scholtyseck. Henkel - Vom Waschmittelhersteller zum Weltunternehmen. C.H. Beck Verlag, München, 2026.Joachim Scholtyseck: Henkel
Das 1876 von Fritz Henkel gegründete Unternehmen Henkel ist ein Kind des frühen Deutschen Kaiserreichs. Der steigende Lebensstandard der Bevölkerung erhöhte die Nachfrage…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
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