9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.03.2018 - Medien

Ein weiterer Schlag für die "vierte Gewalt" in der Türkei. Der Medienunternehmer Aydin Dogan muss sein Medienunternehmen an einen Erdogan-nahen Konkurrenten verkaufen, berichtet Wolf Wittenfeld in der taz. Dazu gehört die Hürriyet, die wichtigste Zeitung des Landes neben der republikanischen Cumhuriyet. Sie hatte sich zwar bereits dem Erdogan-Kurs angenähert, so Wittenfeld. "Dennoch blieb Hürriyet die meistverkaufte Zeitung der Türkei, die immer noch, wenn auch sehr vorsichtig, Kritik an Erdogan zuließ und Geschichten druckte, die der Regierung nicht passten. Anders als Cumhuriyet oder Birgün, erreichte Hürriyet auch Leser aus dem AKP-Lager, weshalb die Zeitung bis zuletzt ein Ärgernis für den Präsidenten blieb." In der FAZ kommentiert Bülent Mumay.

Der Jurist Leonhard Dobusch ist ein Verfechter der öffentlich-rechtlichen Anstalten und Mitglied im ZDF-Fernsehrat. Bei Netzpolitik berichtet er über die Arbeit dieses Gremiums und klärt über die zuweilen recht exotisch wirkenden Praktiken auf - etwa heute die "Freundeskreise", die sich zusammentun, um bestimmte Positionen zu verfechten: "Gemein ist den Freundeskreisen in ARD und ZDF ihr schlechter Leumund. Und das ist auch kein Wunder. Fernsehratsvorsitzende Marlene Thieme bezeichnet sie im Interview als 'informelle Treffen' und gibt sich unwissend über deren Zusammensetzung und Entscheidungsverfahren. Dabei werden die Einladungen zu den Vorberatungen zumindest im ZDF durch das Gremienbüro verschickt, finden die Treffen in den Räumlichkeiten des ZDF statt und nehmen regelmäßig hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Anstalten von Intendant Thomas Bellut abwärts an den Freundeskreissitzungen teil."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.03.2018 - Medien

Empört berichtet Markus Beckedahl, dass sein Dienst Netzpolitik.org keine EU-Presse-Akkreditierung bekommt. In den Kriterien der EU heißt es, dass Presseunternehmen kommerziell sein müssten. Beckedahl dazu: "Zwar sind wir eine nicht-kommerzielle Organisation, die sich zu fast hundert Prozent über freiwillige Leserspenden finanziert. 2018 müsste es doch aber in der EU möglich sein, die selben Rechte zu besitzen wie ein kommerzielles Unternehmen. Schließlich dürfte beispielsweise die genossenschaftlich organisierte Tageszeitung taz kaum Schwierigkeiten haben, eine solche EU-Akkreditierung zu erhalten." Und was ist mit den ebenfalls nicht-kommerziellen öffentlich-rechtlichen Sendern?

Putin, Trump und jetzt Scientology: Heute ist jeder sein eigenes Medium. Die Scientologen haben jetzt einen eigenen Fernsehsender - wie übrigens auch die amerikanische Waffenlobby NRA, berichtet Jürgen Schmieder für die SZ aus Los Angeles. "Unabhängige Berichterstattung schön und gut, aber wäre es nicht schöner und besser, die vermeintliche Wahrheit direkt aus der Quelle zu bekommen, ganz nah dran zu sein? Das ist das so simple wie gefährliche Verkaufsargument all dieser Sender. Wer Scientology kritisch gegenübersteht, der dürfte die aufwendigen und doch meist stinklangweiligen Produktionen des Scientology Network als Reaktion auf all die kritischen Sendungen identifizieren. Für Scientology-Mitglieder dürfte es dagegen nichts als die Wahrheit sein."

Eine virtuelle Parallelwelt bauen sich auch ultraorthodoxe israelische Juden (etwa ein Achtel der Bevölkerung), mit Hamichlol, eine Art koschere Wikipedia, schreibt Alexandra Föderl-Schmid in der SZ. "Ihr Ziel ist es, 'die größte jüdische Enzyklopädie' zu schaffen mit Einträgen, die sich 'mit der Thora, jüdischen Werten und der Geschichte des jüdischen Volkes beschäftigen'. Es sollen Beiträge 'aus allen säkularen Feldern' übernommen werden, aber 'in sauberer Sprache geschrieben, die mit der jüdischen Weltsicht übereinstimmt'." Zur jüdischen Weltsicht gehört, dass Frauen unsichtbar zu bleiben haben, weshalb Hamichlol ein Foto von der israelischen Regierung retuschiert und die Frauen rausgelöscht hat.

Auch in Brasilien wird der Mob über die sozialen Medien in Wallung versetzt. So werden in jüngster Zeit immer wieder Künstler angegriffen unter dem Vorwand, sie würden Pädophilie, Sodomie und Blasphemie unterstützen, berichtet Boris Pofalla in der Welt. "'Die Kulturinstitutionen gehen fragiler und eingeschüchterter in das Jahr 2018 hinein als ins Vorjahr', schreibt etwa der Kunstkritiker Fabio Cypriano. 'In gewisser Weise ist das die Folge der verrückten Polarisierung in den sozialen Netzwerken, die auch die Kunstwelt kontaminiert hat.' Eine wichtige Rolle spielen dabei reaktionäre Kräfte wie die sogenannten Pfingstkirchen. Ihnen gehört in dem einst rein katholischen Land mittlerweile ein Viertel der Bevölkerung an. Die Bewegung verspricht Erlösung im Hier und Jetzt. Noch stärker als die Katholiken verquicken die Evangelikalen Religion und Politik, hetzen offen gegen Andersgläubige wie die Anhänger der afrobrasilianischen Religion Candomblé, gegen Homosexualität und alles, was ihrem Weltbild nicht entspricht. Gerade unter den Armen in den Favelas haben sie massiven Zulauf, aber auch Eliten bekennen sich zu ihnen."

Zum Schluss noch was Gutes aus dem Netz: Dieser Wikipedia-Eintrag zu einem Vergnügungspark in Vernon, New Jersey, wurde von Longform als "best article" eingestuft.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.03.2018 - Medien

Dass Wladimir Putin ohne Probleme wieder russischer Präsident werden wird, liegt unter anderem auch an der "Vierten Gewalt",  sagt der russische Wahlbeobachter Andrei Busin im Gespräch mit Barbara Kerneck von der taz: "Unter dem Vorwand, die Bevölkerung zu informieren, agitieren die Massenkommunikationsmittel zugunsten bestimmter Kandidaten oder einer bestimmten Partei. Oft wirkt es sich schon als Agitation für einen bestimmten Kandidaten aus, wenn TV und Zeitungen über ihn ein wenig positiv berichten. Denn die Massenkommunikationsmittel, allen voran die TV-Kanäle, gehören bei uns entweder ganz dem Staat oder sie stehen sehr stark unter seinem Einfluss."

Roboterjournalismus setzt sich bei standardisierbaren Texten (etwa Sportberichten) tatsächlich durch, schreibt Alexander Fanta in Netzpolitik: "Lokalnachrichten eignen sich besonders für die Automatisierung. An vielen Orten sind Daten und Statistiken verfügbar, über die kein Journalist berichtet." Ein Beispiel: "Die schwedische Agentur TT programmierte ein Widget, das Zahlen zu örtlichen Schulen und Immobilienpreisen mit dem nationalen Schnitt vergleicht und dem Leser eine kurze Erklärung dazu formuliert."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.03.2018 - Medien

Wie Putins Russland in den russischen Medien unterdessen als Supermacht inszeniert und politische Gegner abgewertet werden, erzählt in der FAZ der russische Schriftsteller Dmitri Gluchowski: "Auch die angeklagte Partei erhält das Wort - Vertreter der Ukraine oder Europas (meistens Polen, manchmal auch Deutsche) oder Amerikas. Diese Vertreter sehen entweder zu gut aus ('feine Pinkel!') oder zu schlecht ('da sieht man's!'), haben einen lächerlichen Akzent, machen Fehler und reden um den heißen Brei herum. Als Migranten der Talkshows wandern sie von einem Sender zum anderen und verkörpern überall die Käuflichkeit der Ukraine, Amerikas Idiotie, Europas Untergang. Die Experten des Kremls ziehen sie durch die Scheiße (noch dürfen Sie annehmen, das sei eine Metapher), und zwar demonstrativ - während die Repräsentanten des Westens sich hernach kurz schütteln und zur nächsten Talkshow trotten, als wäre nichts gewesen."

Die Grünen-Politikerin Tabea Rößner fordert in der taz-Debatte über die Öffentlich-Rechtlichen, dass die Sender ins Netz expandieren dürfen - schon aus Misstrauen gegenüber der jetzigen Netz-Öffentlichkeit: "Die öffentliche Meinungsbildung ist großen Verwerfungen ausgesetzt. Fake News, Hate Speech und Echokammern gefährden den demokratischen Diskurs. Dazu kommt: Die meisten Informationsangebote im Internet sind marktwirtschaftlichen Prinzipien unterworfen, die auf Sensation und Skandalisierung drängen. Und Vielfalt von Anbietern bedeutet nicht automatisch Vielfalt von Meinungen." Wir schlagen dann vor, auch gleich öffentlich-rechtliche Zeitungen zu schaffen!

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.03.2018 - Medien

Der Grünen-Politiker Sven Giegold hat einen Weg gefunden, weitere, noch nicht existierende Gebührengelder auszugeben und fordert laut Daniel Bouhs im NDR-Medienmagazin "Zapp" einen öffentlich-rechtlichen Europakanal: "'Ich fände es gut, wenn wir eine Art 'Airbus-Projekt' für die europäische Öffentlichkeit hätten, also einen öffentlich-rechtlichen Sender und Internetkanal für eine kritische Europaberichterstattung', sagte der Europaabgeordnete dem NDR-Medienmagazin ZAPP. Für solch eine Plattform könnten Journalisten aus ganz Europa gemeinsam recherchieren. 'Das könnten wir auch mit einem Teil der Rundfunkbeiträge finanzieren.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.03.2018 - Medien

"Es gibt inzwischen ein so vielfältiges Angebot an privaten Sendern, dass die öffentlich-rechtliche Konkurrenz vielfach unnötig geworden ist", schreibt der Jungliberale Phil Hackemann in der taz-Debatte über die öffentlich-rechtlichen Sender. "Wir benötigen deshalb keine Dutzenden öffentlich-rechtlichen Sender mehr, die im Grunde dasselbe Angebot bereitstellen wie ihre privaten Pendants. Stattdessen bräuchten wir im Prinzip nur noch einen werbefreien öffentlichen Sender pro Ausstrahlungsform (also Radio und TV), der uns rund um die Uhr mit hochwertigen Nachrichten, Dokumentationen und Kultur versorgt - und zwar ohne Werbeunterbrechung."

Matus Kostolny, Chefredakteur der slowakischen Zeitung Dennik N spricht mit FAZ-Autor Stephan Löwenstein über die  Reaktionen des Publikums auf den Mord an dem Journalisten Jan Kuciak und seiner Lebensgefährtin Martina Kusnirova. "Auf Journalisten zu schimpfen liegt im Trend. Für Politiker ist das bequem. Bei uns waren sie recht erfolgreich damit, die Menschen zu verunsichern. Traditionelle Medien schienen wirklich an Vertrauen verloren zu haben. Aber die letzten Tage haben gezeigt, dass das überhaupt nicht der Fall ist. So eine starke Welle von Sympathie und Solidarität hätte ich nicht erwartet. Es scheint, als hätten die Leute doch erkannt, wie wichtig es ist, unabhängige Medien zu haben. "

Markiert der Mord an Jan Kuciak, der Großdemonstrationen in der Slowakei, den Rücktritt des Innenministers und internationale Proteste zur Folge hatte, vielleicht gar eine Trendwende in Osteuropa? Ivo Mijnssen macht sich in der NZZ wenig Hoffnungen. Er erinnert daran, dass der Mord ohne Kuciaks Arbeitgeber Ringier nicht so hohe Wellen geschlagen hätte: "Ohne dessen weltweite Kampagne wäre die ausländische Aufmerksamkeit deutlich kleiner gewesen. Im Mordfall Kuciak wurde damit viel erreicht, doch die Notwendigkeit dieses Drucks verweist gleichzeitig auf die Schwäche der slowakischen Medienlandschaft. Diese ist, wie in anderen Ländern der Region, in der Mehrheit stark abhängig von Staatsaufträgen oder von der Gunst von Oligarchen."

Außerdem: Nils Jacobsen meldet in Meedia, dass Apple den amerikanischen Digital-Magazin-Dienst Texture kauft, der gegen ein Monatsabo einen Querschnitt aus Magazinen wie Vogue oder Wired bietet und als eine Art "Netflix der Magazine" gelten will.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.03.2018 - Medien

Die taz führt eine Diskussion über die öffentlich-rechtlichen Sender. Der Medienjouralist Peter Stawowy ist ein Anhänger des Systems, das er behutsam renovieren möchte, und ruft deshalb: "Fakt ist: Die Gebühren-Diskussion, die schon viele Jahre tobt, nervt - und bringt uns keinen Schritt weiter. Vielmehr unterminiert sie die Akzeptanz des Ganzen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.03.2018 - Medien

ZeitOnline meldet, dass die Türkei zwei Journalisten der Zeitung Cumhuriyet freigelassen hat, den Chefredakteur der Zeitung, Murat Sabuncu, und den bekannten Investigativjournalisten Ahmet Şık: "Mitglieder von Amnesty International, die der Verhandlung als Prozessbeobachter beiwohnten, berichteten, dass der Herausgeber der Zeitung, Akın Atalay, weiter in Untersuchungshaft im Gefängnis Silivri bleibe."

Ulrich Gutmair bekundet in der taz sein Faible für Don Alphonso, dessen Upperclass-Blog "Die Stützen der Gesellschaft" die FAZ nicht mehr fortführen will: "Don Alphonso ist für den vermögenden Teil der deutschen Mittelklasse, was Didier Eribon für die französische Arbeiterklasse ist: Er drückt ihre Widersprüche aus, aber sie merken es nicht."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.03.2018 - Medien

Das schöne Presse-Selbstbild von der "vierten Gewalt" unterschlägt, dass es in der Regel nur wenige Journalisten oder Medien sind, die etwas wagen, während alle anderen brav mitmachen, schreibt in der taz der Anwalt Tora Pekin, der sich für die Cumhuriyet-Redakteure in Haft einsetzt: "Von den regimetreuen Medien brauchen wir erst gar nicht zu reden. Wir schämen uns für sie. Aber in der Türkei gibt es auch Medien, denen man nicht direkt ansieht, dass sie mit der Macht verbändelt sind. Zaghaft bezeichnen sich ihre Mitarbeiter*innen als Journalist*innen. Manchmal behaupten sie sogar, ihre Tätigkeit sei für das Gemeinwohl. Aber Journalismus, der nicht am Lack der Machthaber kratzt, wäre ein Oxymoron. Journalist*innen einzusperren heißt, die Bewegungsfreiheit des Journalismus einzugrenzen."

Nach der Niederlage des "No Billag"-Referendums gab es große Erleichterung, auch bei deutschen Sendern. Aber der Refombedarf bleibt bestehen, findet Perlentaucher Thierry Chervel in einem Gastbeitrag für die Welt und fordert eine Neuformulierung der Idee öffentlich-rechtlicher Information, die vom Internet aus denkt. Unter anderem schlägt er "ein öffentlich-rechtliches Netflix" vor, "das nicht nur die Mediatheken und Archive der Sender pflegt, sondern auch als eine Internet-Kinemathek funktioniert... Denn Netflix wird sich nicht um das filmische Erbe von Fritz Lang bis Fassbinder kümmern, und die Sender senden nur 'Tatort' und Mankell... Wäre das öffentlich-rechtliche System reformfähig, dann ließen sich solche innovativen Ansätze finanzieren, indem man die Redundanzen der Anstalten reduziert und Geld abzweigt. Mit einer Milliarde Euro ließe sich schließlich schon eine Menge anfangen."

Außerdem: Angesichts rechtspopulistischer Angriffe, etwa durch die AfD, fordert Klaus Staeck in der FR die Öffentlich-Rechtlichen auf, "deutlichere Zeichen ihres Reformwillens" erkennen zu lassen.

(Via turi2) Offenbar hat die taz mal wieder eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die über die Zukunft ihrer Zeitung nachdenkt. Das Thesenpapier wird im Netz präsentiert: "Laut, plakativ, geistreich - so ist die taz. Auf Papier. Online ist unser Journalismus limitiert und schlecht durchdacht. Dabei sind dort unsere Leser*innen. Und bald nur noch dort. Es muss unsere absolute Priorität sein, das taz-Profil ins Netz zu bringen. Dabei müssen wir nicht die Ersten sein, die neue Technologien ausprobieren, aber wir sollten schneller das übernehmen, was uns hilft, besseren Journalismus zu machen."

Die saudische Sendergruppe MBC hat türkische Serien, darunter die Seifenoper Noor, aus dem Programm genommen, meldet Dunja Ramadan in der SZ. Neben dem türkischen Verhältnis zu Katar stoße den Saudis die "Freizügigkeit" türkischer Serien auf, vielen Klerikern sei die Serie zu "unislamisch", so Ramadan: "Seit Jahren warnen sie vor dem negativen Einfluss auf die arabische Gesellschaft. So soll die Anzahl der Scheidungen nach der Ausstrahlung von Noor rasant angestiegen sein - nachweisen lässt sich das natürlich nur schwer. 'Viele Frauen schalten den Fernseher an und sehen wie Muhanad dieser Frau - wie heißt sie noch mal - ah ja, Noor, hinterherrennt und dann vergleichen sie ihn mit ihrem Mann. Dabei ist das Schauspielerei! Ich schwöre bei Gott, es ist Schauspielerei. Sie bekommt Geld dafür ihn zu lieben, in Wahrheit mag sie ihn wahrscheinlich gar nicht', empört sich etwa der jordanische Scheich Wassim Youssef im arabischen Fernsehen. Tatsächlich sind in den letzten Jahren die Scheidungszahlen in der Region angestiegen: So lassen sich im ultrakonservativen Saudi-Arabien 30 Prozent der Ehepaare scheiden."

Außerdem: Die New York Times präsentierte gestern eine schön aufbereitete Liste von 167 Frauen, die sie in ihren Nachrufen nicht gewürdigt hatte.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.03.2018 - Medien

Erwartbar wütend reagiert FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld auf die Ankündigung des KEF-Vorsitzenden Heinz Fischer-Heidlberger, dass die Rundfunkgebühren wohl ab 2021 steigen "müssen" (unser Resümee). Und erinnert an einen Spruch des ARD-Vorsitzenden Ulrich Wilhelm, der es "ignorant" fand nicht einzusehen, dass den Sendern drei Milliarden Euro fehlten. Es sei denn, man wolle die Sender zwingen, ihr Programm zu reduzieren, so Wilhelm. Hanfelds kommentar: "Weniger Programm? Möglich wäre das - locker und ohne Schmerzen - angesichts von 66 Radio-, 21 Fernseh- und einer unüberschaubaren Zahl von Internetangeboten. Aber wer wagt das in der deutschen Medienpolitik, die von Landesregierungen in allen politischen Farben - von CSU bis Linkspartei - bestimmt wird?"