Der Hongkonger Aktivist
Joshua Wong ist zu
dreizehneinhalb Monaten Haft verurteilt worden,
meldet unter anderem
Zeit Online mit
dpa und
AFP. "Die Behörden haben an Wong ein
Exempel statuiert. Er steht aber für Tausende Festgenommene, er steht für die
Zerstörung einer Stadt", schreibt Lea Deuber in der
SZ: "Das
Sicherheitsgesetz bedeutet nicht nur das Ende der Wirtschaftsmetropole, in der Bürger und Unternehmen einst sicher waren vor den Zugriffen und der Willkür des chinesischen Systems, wie es bisher nur in Festlandchina existierte. Sondern das Gesetz ist auch ein Novum, das weit über das chinesische Strafgesetzbuch hinausgeht. So erlaubt es, auch Handlungen außerhalb der Sonderverwaltungszone strafrechtlich zu verfolgen. Bestraft werden können auch Menschen, die
keinen Wohnsitz in Hongkong haben. Womöglich nie da waren. Also auch
Journalisten, die außerhalb Hongkongs über die Stadt schreiben."
Heute erhält
Nasrin Sotoudeh eigentlich den "
Right Livelihood Award". Aber sie kann nicht kommen,
meldet emma.de. "Aus drei Gründen: Erstens, weil sie von ihrem Hungerstreik geschwächt und
an Corona erkrankt ist. Zweitens, weil der Iran die mutige Kämpferin niemals ausreisen lassen würde. Und drittens, weil Nasrin, die zurzeit auf Hafturlaub bei ihrer Familie war,
heute wieder ins Gefängnis muss!" Die Preisverleihung ist heute ab 18 Uhr
digital zu verfolgen, vor allem aber kann man hier bis zum 11. Dezember gegen 4,50 Euro einen
Dokumentarfilm über Sotoudeh sehen.
Amed Sherwan, im
irakischen Kurdistan geboren, hat im Alter von 15 Jahren seine Heimat verlassen, nachdem er inhaftiert und
gefoltert wurde,
weil er nicht an Allah glaubt. Heute kämpft er in Deutschland mit
Mohammed-
Karikaturen und "Allah-is-gay"-Shirts gegen Islamismus und für Religionsfreiheit, schreibt auf Seite 3 der
SZ Christoph Koopmann, dem Sherwan auch erzählt, was ihm widerfuhr, nachdem er seinen Eltern mitteilte, er sei
Atheist: "Um 23 Uhr sieht er seine Eltern wegfahren, als sie zurückkommen, haben sie drei Polizisten dabei, der Vater hat sie geholt. Sie nehmen den Jungen mit, im Schlafanzug. Du hast den Propheten beleidigt, sagt einer. (…) Um 23.40 Uhr bringen ihn die Polizisten auf eine Wache, schließen die Tür hinter sich ab. Sie binden seine
Beine an den Lauf einer Kalaschnikow, heben ihn in die Luft, und beginnen, mit einem Gummischlauch auf seine Füße und seinen Rücken einzuschlagen. Sie verpassen ihm
Elektroschocks. Du glaubst, dass wir vom Affen abstammen, sagen sie, dann tanz für uns, kleines Äffchen. Um zwei Uhr bringen sie Amed Sherwan ins Jugendgefängnis von Erbil. Auch dort prügeln die Wärter auf ihn ein, mit Gürteln und Fäusten. Einer hält ihm eine Pistole an den Kopf."