
Adam Shatz
findet es ungerecht gegenüber den großen Verschwörern der Weltgeschichte, den Vandalismus von Donald Trumps
Lumpenarmee als Putschversuch zu bezeichnen (die
LRB hat eine hübsche Reihe von Texten zu gelungenen und vereitelten Coups
zusammengestellt.) Und er bezweifelt, dass die
zynische Kehrtwende, die führende Republikaner wie Mitch McConnell und Lindsey Graham so überraschend vollzogen haben, auf ihr Konto geht. Viel wichtiger sei das Wahlergebnis von Georgia, glaubt Shatz, und eigentlich sei
Stacey Abrams die Frau der Stunde: "Der 6. Januar markiert den grausigen Schlusspunkt von Trumps vier Jahre anhaltendem Angriff auf die Institutionen der amerikanischen Demokratie markiert, aber er ist auch der Gipfel einer anderen Kampagne: von Stacey Abrams zehnjährigem Bemühen, Georgia in die Hand der Demokraten zu geben. Unter der Führung von Abrams, einer Erbin der Bürgerrechtlerinnen Ella Baker und Fannie Lou Hamer, arbeiteten politische Organizer langsam und geduldig daran, die Wahlbeteiligung zu erhöhen, besonders unter Schwarzen. Etliche Demokraten wollten Abrams nicht glauben, wenn sie beteuerte, dass
Georgia sich wandele. Dank der Rückkehr vieler Schwarzen aus dem Norden, bemerkte sie, betrug ihr Anteil an der wahlberechtigten Bevölkerung mittlerweile ein Drittel; in Georgia gab es zudem eine wachsende Anzahl von Latinos und asiatischen Wählerns, die zusammen mit liberalen Weißen eine demokratische Mehrheit bilden könnten. 2018 hätte sie beinahe die Gouverneurswahlen gewonnen, wenn nicht so viele Bürger von der Wahl ausgeschlossen worden wären (ihr Gegenspieler Brian Kemp war als Wahlleiter für den
Ausschluss von 1,
4 Millionen Wählern zwischen 200 und 2018 verantwortlich). Sie machte den Weg frei, aber sie weigerte sich, ihre Niederlage formal einzugestehen. Sie machte weiter Druck und unterstützte die Kampagnen der beiden Kandidaten für den Senat:
Raphael Warnock, Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, wo Martin Luther King gepredigt hatte, und
John Ossoff, der als Praktikant bei Georgias im Juli verstorbener Bürgerrechtsikone John Lewis angefangen hatte… Wird das tiefrote Georgia ein blauer Staat? Kommt Texas als nächstes? Ist das der Beginn eines
neuen Südens?"
Als eingeschworener Arsenal-Fan
liest der Dramatiker
Will Frears die Autobiografie des gestürzten Trainergotts
Arsène Wenger, der dem schon halb abgeschriebenen Fußballclub den "größten, kraftvollsten und schnellsten" Fußball bescherte, den die englische Liga je gesehen hatte - bis arabisches und russisches Geld auch Wenger hinwegspülte: "Wenger beschreibt sein erstes Spiel als Trainer: 'Wir spielten auswärts bei den Blackburn Rovers. Ian Wright schoss zwei Tore. Sieg! Auf dem Weg zum Stadium skandierten die Spieler: 'Wir wollen unsere Mars-Riegel!' Ich hatte angefangen mit ihnen zu arbeiten und meine Vorstellungen durchzusetzen, auch in Bezug auf die Ernährung. Der Fußball, der in England heute gespielt wird - das Tempo, das Spektakel, die
irrsinnige Athletik, die Obsession mit den Entfernungen, die ein Spieler laufen muss, das Gegenpressing, die Statistiken Pep, Klopp, Mo Saleh, Kevin de Bruyne und von links zieht Marcus Rashford rüber - begann mit dem
Verbot von Mars-Riegeln."
Weiteres: Hardcore-Israelkritiker
Nathan Thrall möchte eine konzeptionelle Mauer zertrümmern: "Die Vorstellung, dass
Israel eine Demokratie ist, wie sie von Peace Now, Meretz, der
Haaretz-Redaktion und anderen Kritikern der Besatzung aufrechterhalten wird, beruht auf dem Glauben, dass man den Staat in den Grenzen von 1967 trennen kann vom restlichen Territorium unter seiner Kontrolle."