Heute tagt der Rechtschreibrat über die Frage, ob der
Genderstern in die
amtliche Rechtschreibung aufgenommen werden soll. Für den
Dlf hat Monika Dittrich verschiedene
Stimmen zum Thema zusammengetragen. Politische Sprachvorschriften seien das Kennzeichen
autoritärer Regime, meint etwa der Linguist
Peter Eisenberg: "Was im Augenblick passiert, ist eine politische Bewegung einer Pressure-Group, die der deutschen Sprache gefährlich werden kann (…) Niemand hat das Recht, in die deutsche Sprache reinzugreifen, ihre Grammatik zu manipulieren, den Leuten den freien Sprachgebrauch zu verbieten und dafür zu sorgen, dass sie
Ideologeme von sich geben." Und auch von feministischer Seite kommt Kritik, da Frauen hinter dem Stern wieder deklassiert würden, wie die Linguistin
Luise Pusch erklärt: "Die Feministinnen, die für das große I gekämpft haben, 20 Jahre lang, die fühlten sich doch schon sehr düpiert, dass dann der alte Zustand wiederhergestellt werden soll."
Erstaunlicher Weise ruft der offene Brief
Uwe Tellkamps in der Zeitschrift
Sezession, einer Publikation der Neuen Rechten (unser
Resümee), nicht allzu viel Aufhebens hervor. In der
SZ kann sich Alex Rühle nur
wundern: "Auf der einen Seite ein korruptes Kartell, auf der anderen einzelne freidenkerische Helden, wacker im Meinungssturm ausharrend. Wer die Welt so sieht, für den ist es vielleicht konsequent, diesen Text auf
sezession.de zu veröffentlichen. Er darf sich dann nur nicht wundern, wenn er mit toxisch rechtem,
autoritärem Gedankengut in Verbindung gebracht wird, das macht er durch diesen publizistischen Schulterschluss schließlich ganz allein: Die meisten Autoren auf
Sezession verachten die demokratische, pluralistische Debatte und huldigen einem 'autoritären Kult um Tat und Entscheidung', wie der Historiker
Volker Weiß schreibt."
Im
FR-
Interview sprechen die Kulturwissenschaftlerin
Nathalie Weidenfeld und ihr Mann, der Philosoph
Julian Nida-
Rümelin, die jüngst ein
Buch zum Thema "Digitaler Humanismus" veröffentlicht haben, über
Künstliche Intelligenz und Maschinenmenschen. Von apokalyptischen Visionen halten sie nicht viel: "Maschinen haben keine Absichten, weder gute noch böse. Wir müssen uns also keine Gedanken machen über Akteure, die sich gegen uns wenden, sondern darüber, wie wir diese technischen Möglichkeiten sinnvoll einsetzen können." Auf
Zeit Online hat sich Lisa Hegemann das Papier der Bundesregierung zur "
Strategie Künstliche Intelligenz" genauer
angesehen.