Der belarussische Punkmusiker
Igor Bancer hat bei einem Protest nackt vor einem Polizeikommando getanzt. Dafür drohen ihm drei Jahre Gefängnis. In der Untersuchungshaft ist er mit Mördern zusammengesteckt worden, nun ist er im
Hungerstreik. Auf die Frage, warum er sich vor Gericht nicht von einem Anwalt vertreten lässt,
sagt sein Labelmanager Artur Schock im Interview mit Du Pham von der
taz: "Er hat sich dafür entschieden, sich vor Gericht selbst zu verteidigen. Der Anwalt ist trotzdem anwesend, aber Igor führt das Wort. Der Anwalt ist die einzige Person, die ihn besuchen darf. In Belarus ist es nun mal so, dass der Angeklagte zwar das Recht hat, sich durch einen Anwalt verteidigen zu lassen, das hat in der Praxis allerdings keinerlei Auswirkungen. Die Urteile
stehen schon vorher fest und werden bei den politischen Fällen
von oben gefällt. Es gibt zu keinem Zeitpunkt ein rechtsstaatliches Verfahren. Das wird nur simuliert."
Im Interview mit Susanne Memarnia von der
taz warnt der grüne Berliner Justizsenator
Dirk Behrendt vor "antimuslimischem Rassismus", stellt sich aber trotz Vorwürfen rechtsextremer Aktivitäten in Behörden vor seine Beamten. Er ist zuversichtlich, dass das
Berliner Neutralitätsgesetz, das einzig von der SPD verteidigt wird, in den kommenden Prozessen kippt: "Dass die SPD nun
diese Schleife über Karlsruhe eingelegt hat, ist für die Betroffenen bedauerlich, sie müssen noch etwas auf die Durchsetzung ihrer Rechte warten. Aber am Ende des Tages werden wir auch an Berliner Schulen Lehrerinnen und Lehrer erleben,
die religiöse Symbole tragen."
Anfangs sah es so aus, als schlügen sich die Amerikaner besonders schlecht in der
Coronakrise, nun bewerben sich
die Europäer aber mit Karacho auf den ehrenvollen zweiten Platz.
Paul Krugman kommentiert in der
New York Times das europäische Impfdesaster: "Die europäischen Funktionäre scheuten nicht einfach Risiken, sondern
die falschen Risiken. Sie schienen tief besorgt, dass sie am Ende
der Pharmaindustrie zu viel bezahlten. Sie schienen wesentlich weniger besorgt, dass viele Europäer sterben könnten, weil die Kampagne zu langsam anrollte."
Im großen
Zeit-Online-
Interview kritisiert auch der Ex-Verfassungsrichter
Udo DiFabio das
Krisenmanagement der Regierung während der Pandemie, auch hinsichtlich der Impfstoffversorgung: "
Deutschland hat womöglich nicht genug getan, um eine raschere europäische Versorgung zu gewährleisten. Verfassungsrechtlich ist es ja so, dass der Lebens- und Gesundheitsschutz auch harte Maßnahmen des Lockdowns rechtfertigt, aber wenn eine bessere und schonendere Art der Eindämmung besteht, muss der Staat hier alles in seiner Macht Stehende tun, um der Gesundheit und der Freiheit willen."