Die Exiliranerin
Monireh Kazemi bekennt bei
hpd.de ihre Überraschung, nicht nur über das Ausmaß der Proteste im Iran, sondern auch über die
Solidarität hierzulande. Selbst
Grüne oder Linke, von denen sie sich bisher als "Islamophobe" behandelt fühlte, unterstützen die Proteste im Iran! "Ich gehe dieser Tage zu den Demos und Kundgebungen. Alles überrascht mich. Nicht nur, dass die Linke und die Grünen dabei sind, sondern auch viele Iranerinnen und Iraner, die bislang wegen geplanter Iranreisen und Familien in ihrem Geburtsland
immer vorsichtig gewesen sind. Viele Menschen fühlen sich von der Brutalität der Islamischen Republik betroffen und erscheinen in großen Mengen auf den Straßen. Und es sind nicht nur Iranerinnen und Iraner oder Kurden, nein, es kommen auch Deutsche, Afghanen und sogar Ukrainer."
Ebenfalls bei
hpd.de findet sich ein
hilfreicher Grundsatztext der Organisation "Terre des Femmes" zur Klärung der Begriffe "
Femizid", "
Feminizid" und
Ehrenmord", die tatsächlich alle trotz der gleichen frauenfeindlichen Dimension in unterschiedlichen Kontexten stehen. Besonders umstritten sei der Begriff des Ehrenmords, auch weil er in diskriminierende Absicht benutzt werde. Dennoch trage er bei, "sich über die Spezifika der geschlechtsspezifischen Gewalt
mit einem vermeintlichen Ehrkontext bewusst zu sein. Alle Stellen, die mit (potenziell) bedrohten oder betroffenen Personen in Kontakt geraten können, müssen über die besondere Gefährdungslage informiert sein. Denn nur so kann aus unserer Sicht gewährleistet sein, dass gefährdete Personen frühzeitig identifiziert und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geschützt werden. Denn die Gefahr geht bei Ehrverbrechen nicht "nur" von einem (potenziellen) Täter aus, sondern zumeist von einem (Familien-)Kollektiv an Personen."
Francis Fukuyama setzt seine Promotiontour für sein aktuelles Buch
"Der Liberalismus und seine Feinde" in der
Welt fort, im Interview mit Mladen Gladic erläutert er, weshalb die
USA für "
nicht sehr rassistisch" hält ("in Harvard, Yale, Stanford steht der
Anteil an asiatischen Studenten in keinem Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung") und warum er das
meritokratische Prinzip ablehnt: "In den meisten öffentlichen Schulsystemen der USA gab es spezielle Schulen für begabte Kinder. Und man musste eine Prüfung ablegen, um aufgenommen zu werden. Vor allem nach den Black-Lives-Matter-Unruhen wurden viele
Programme abgeschafft, mit der Begründung, dass sie
Schwarze diskriminieren, denn bei den standardisierten Aufnahmeprüfungen schneiden sie nicht gut ab. Ich halte das für problematisch, denn standartisierte Tests sind ein wichtiges Mittel, um Fähigkeiten zu messen. Nebenbei bemerkt, hat das eine starke politische
Gegenreaktion hervorgerufen."
Sollte man
BDS-
Unterstützer wie
Annie Ernaux oder
Roger Waters boykottieren? Nein,
meint Harry Nutt in der
FR, findet aber eine andere Frage auch bedeutsamer: "Warum eigentlich wird nicht leidenschaftlich darüber debattiert, wie solch eine Haltung sich
in zahlreichen Institutionen des deutschen Kulturbetriebs bis in die Leitung hinein etablieren konnte, wo doch in beinahe jeder Eröffnungsrede, von was auch immer, Dialog und demokratische Strukturen hochgehalten werden?"
"Laut einer Recherche von
Correctiv.Lokal und der Initiative "FragDenStaat" gaben nur
57 Prozent der öffentlichen deutschen Krankenhäuser mit gynäkologischer Abteilung an,
Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen", schreiben Anastasia Trenkler und Marvin Wenzel im
Tagesspiegel+. "Das gilt für die medizinische und kriminologische Indikation. Nach der Beratungsregel sind es weniger als 40 Prozent. In
Bayern ist die Situation
besonders düster. Dort gaben neun von 83 öffentlichen Kliniken an, ein solches Angebot zu haben, so die Rechercheergebnisse. Bei
katholischen Einrichtungen werden Schwangerschaftsabbrüche nur im äußersten Notfall durchgeführt. Etwa zur Rettung des Lebens der Mutter. Aus dem christlichen Selbstverständnis resultiert auch, dass die Caritas-Beratungsstellen seit dem Jahr 2000 bei der Schwangerschaftskonfliktberatung keine Beratungsscheine mehr ausstellen dürfen. Auch die Streichung von
Paragraf 219a, der es Mediziner bis vor kurzem strafrechtlich verbot, über das Durchführen von Schwangerschaftsabbrüchen zu informieren, bedauerte die Caritas."