
Im aktuellen
Magazin der
New York Times erklärt Jonathan Mahler, warum die Geschichte von Obamas wichtigstem außenpolitischem Sieg, der
Tötung Bin Ladens, noch immer nicht geschrieben ist. Er stellt die Version des Weißen Hauses, derzufolge eine SEAL-Eliteeinheit den Job alleine erledigt hatte, neben die des Investigativjournalisten
Seymour Hersh, der in der
London Review of Books die Mitarbeit des pakistanischen Geheimdienstes
vermutet hatte. "Die offizielle Fassung liegt irgendwo zwischen Fakten und Mythologie.
Geschichtsschreibung ist ein Prozess, und es wird noch lange dauern, bis die offizielle Version der Regierung sich als richtig oder falsch erweist … Nicht dass die Wahrheit über Bin Ladens Tod nicht erfahrbar wäre, wir kennen sie nur nicht. Und nichts deutet darauf hin, dass wir bald Genaueres wissen. Die Geschehnisse in der
Schweinebucht sind bis heute nicht geklärt, und das ist mehr als ein halbes Jahrhundert her. Es gibt verschiedene Wege, ein Narrativ zu kontrollieren, den altmodischen Weg: Halte die entscheidenden Dokumente
unter Verschluss. Und den moderneren, mit allen Wassern der sozialen Medien gewaschenen Weg: Erzähl die Geschichte, die sie
glauben sollen. Schweigen ist ein Weg, ein Geheimnis zu bewahren, Reden ein anderer. Und sie schließen einander nicht unbedingt aus." Ein säuerlicher Mark Bowden, der ein Buch über die Ereignisse geschrieben hat, das der Regierungserzählung recht nahe ist,
nennt Mahlers Artikel in
Vanity Fair "ein großartiges Geschenk für Verschwörungstheoretiker".
Außerdem: Ganz erstaunlich, wie viele Menschen sich mit einem beschäftigen, nachdem man
einsam und unbemerkt in seiner Wohnung gestorben ist,
lernt Reporter N. R. Kleinfield während seiner Reportage über den langen Weg des Körpers von George Bell in sein Grab. Katie Benner und Conor Dougherty
beschreiben, wie
journalistische Medien zerrieben werden zwischen Apples App-Welt und Googles Webwelt. Elisabeth Weil
trifft San Franciscos reuigen
Untergrund-Boss Nr. 1. Rivka Galchen
schreibt über die bindende Kraft des
Schlaflieds.
In der
Sunday Book Review bespricht Laila Lalami
Riad Sattoufs Graphic Novel "The Arab of the Future" und Touré
liest John Seabrooks Buch "Inside the Hit Factory" über die Musikindustrie und stellt dabei fest, dass die neuen
Streamingdienste den Löwenanteil der Einnahmen an die Labels und ihre Superstars zahlen, während unbekanntere Künstler und vor allem
Songwriter fast leer ausgehen.