
Im
Magazin der
New York Times erörtert Eliza Griswold die Lage der
Christen im Nahen Osten und ihre Bedrohung durch Isis: "Das Schicksal der Christen im Nahen Osten ist nicht nur eine Sache der Religion, es beeinflusst auch die Entwicklung der Gesellschaften, die aus der geopolitischen Neuordnung entstehen. Im
Libanon, wo Christen immer eine starke Rolle in der Regierung gespielt haben, wirken sie immer mehr
als Puffer zwischen Sunniten und Schiiten. 70 Jahre lang war der Libanon ein Schlachtfeld des Konflikts zwischen Israel und Palästina. Heute tritt dieser Konflikt zurück hinter die sich weiter verschiebende Sunniten-Schiiten-Trennung mit ihrem schrecklichen Bluvergießen … Selbst wenn Isis untergeht, ist das Schicksal religiöser Minderheiten in Syrien und im Irak düster. Solange ihnen kein Schutz gewährt wird, werden ihre Vertreter flüchten. Nina Shea vom Hudson Institute schätzt die Situation bereits als so schlimm ein, dass den Christen entweder Aufenthalt und Arbeit in Kurdistan gewährt werden muss, oder eine sichere Ausreise. Exil bedeutet für diese Gemeinden das Todesurteil, heißt es unter Aktivisten … Die praktische Lösung nach Meinung vieler assyrischer Christen ist die Ermöglichung einer
sicheren Zuflucht auf der Ebene von Ninive … So eine Lösung, heißt es, würde nicht einmal die von den USA und ihren Alliierten ungeliebten internationalen Einsätze oder Flugverbotszonen nötig machen."
In einem kleinen Essay
denkt der pakistanische
Autor Mohammed Hanif über das gewandelte Verhältnis des
Islam zu Hunden nach: "Als Teenager in unserem Dorf in Zentralpunjab sah ich unseren lokalen Imam und Vorbeter mit seinem
russischen Pudel spielen. Seine Enkel, die ihn im Sommer besuchten, hatten ihn mitgebracht und dagelassen. Ich sah den Imam mit dem Pudel auf der Straße, wie er ihn
tätschelte und knuddelte. Sein langer, schneeweißer Bart und die glänzenden Locken des Pudels berührten sich manchmal. In fast zehn Jahren Frömmigkeit, in der ich hinter ihm betete, erlebte ich nie, dass ihn jemand wegen seines physischen Kontakts mit einem Hund kritisierte. Vielleicht war das die Autorität des Imam. Vielleicht sah der Hund
sauberer aus als einige von uns ländlichen Gläubigen. Vieleicht dachten die Leute, ein Mann der so alt und fromm war, wisse, was er tue. Heute, wenn jemand in seiner Position versuchen würde, öffentlich einen Hund zu knuddeln, würde er ganz sicher seinen Status als Imam verlieren, wenn nicht sogar
seinen Kopf."
Außerdem: Gareth Cook
stellt den vielleicht bedeutendsten Mathematiker unserer Zeit vor, der, sehr zeitgemäß, auch ein begnadeter Networker ist:
Terry Tao. Und Bruce Weber schreibt den
Nachruf auf
E.
L.
Doctorow; der große Zeitreisende starb vergangenen Dienstag 84-jährig in New York.