Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 22.09.2015 - New York Times

Das aktuelle Magazin der New York Times stellt die neue Barbie-Generation vor. Mattels "Hello Barbie" hat Grips und will eine echte Freundin sein. Spooky? James Vlahos hat Barbies künstliche intelligenz im Gespräch getestet: "Nach der von Barbie gestellten Frage "Wie geht"s?" achtet das System auf Schlüsselwörter wie "gut", "wunderbar" oder "nicht schlecht". Positive Reaktionen kontert Barbie mit: "Klasse! Mir auch", negative mit "Das tut mir leid". Jede von Barbies Gesprächen verästelt sich wie ein Baum durch Fragen und eine Liste von möglichen Antworten, die Barbies nächste Reaktion bedingen. Im Fall einer unvorhergesehenen Antwort, reagiert die Puppe mit einem Trick, den ein Mensch etwa in einer lauten Umgebung anwenden würde: "Wirklich? Nicht möglich!" Es ist wie Improvisationstheater mit einem unkalkulierbaren Partner … Barbie kann Kinder nach ihrer Lieblingsmusik fragen und hat über 200 Antworten parat: "Taylor Swift? Ist eine meiner Superfavoriten! My Bloody Valentine? Die sind soo emo". Während Barbies Lernprozess wurden wichtige Fragen markiert. Das ermöglicht Barbie Superpower: Sie kann sich an Antworten erinnern und sie Tage und Wochen später als Gesprächsaufhänger verwenden …Was genau Kinder mit all dem anfangen können, wird sich zeigen, Tests haben ergeben, dass sie Spielzeug mit künstlicher Intelligenz nicht für im biologischen Sinn lebendig halten. Aber sie behandeln es auch nicht wie eine Sache. Sie begreifen es als eine dritte ontologische Kategorie - ein Wesen, weniger als ein Mensch, aber mehr als eine Maschine."

Außerdem: Jay Caspian Kang trifft den schweigsamen Ex-Basketballstar Kareem Abdul-Jabbar. Und Rachel Donadio berichtet über ihre Erfahrungen als Vatikankorrespondentin und über den neuen Wind im Allerheiligsten.

Magazinrundschau vom 01.09.2015 - New York Times

Im Magazin der New York Times überlegt Scott Shane, welche Alternativen es zur Ermordung des extremistischen Imams Anwar al-Awlaki gegeben hätte, der heute so populär scheint wie nie. Der aus New Mexico stammende, streng religiöse Awlaki, eine durchaus respektierte Persönlichkeit, in dessen Moschee jedoch einige der Attentäter des 11. September verkehrten, hatte regelmäßig Kontakt zu Prostituierten, das FBI wusste davon: "Awlakis Handeln scheint nicht von der Feindschaft der Amerikaner gegen Muslime nach 9/11 bestimmt gewesen zu sein. Vielmehr scheint er realisiert zu haben, dass sein eigener unislamischer Lebenswandel seine Karriere in Gefahr brachte. Wenn das FBI ihn angeklagt oder seine Akte veröffentlicht hätte, wären seine moralische Autorität und seine Argumentation gegen den Afghanistankrieg und Guantanamo in sich zusammengebrochen. Hätte das FBI nur mit einer Veröffentlichung gedroht, um ihn auf seine Seite zu ziehen - umso schlimmer. Binnen weniger Tage wäre er verschwunden und nicht wieder in die USA zurückkehrt. Trotz der Gefahr, die von dem FBI-Dossier ausging, wollte Awlaki die Möglichkeit, sein amerikanisches Leben wieder aufzunehmen, nicht gleich aufgeben." Hätte es da nicht Anknüpfungsmöglichkeiten gegeben? Was ist überhaupt mit der Soft Power der USA, fragt sich Shane.

Magazinrundschau vom 25.08.2015 - New York Times

Ein bisschen trocken und doch faszinierend liest sich in der New York Times Steven Johnsons Bestandsaufnahme der Kulturindustrien in Zeiten der Digitalisierung. Alle pessimistischen Prognosen wischt er vom Tisch - und benutzt dafür statistisches Material, etwa aus amerikanischen Ämtern. So gibt es mehr Musiker als vor zwanzig Jahren, und sie verdienen besser - während die Majors tatsächlich in die Knie gingen. Einer der Gründe dafür ist bekannt: Live-Musik bringt mehr Geld als vorher. Ein anderer Faktor ist ebenso wichtig: "Der größte Wandel ist vielleicht die Leichtigkeit, mit der Kunst heute gemacht und vertrieben werden kann. Die Kosten für den Konsum von Kunst mögen gesunken sein, wenn auch nicht so stark wie befürchtet. Aber die Kosten für die Produktion sind weit drastischer gesunken. Autoren können schreiben und ein Publikum erreichen, ohne dafür eine Druckerpresse oder internationale Agenten zu brauchen. Unabhängige Filmemacher, die für Luftaufnahmen früher einen Helikopter und Tausende Dollar gebraucht hätten, benutzen heute eine GoPro-Kamera und eine Drohne für weniger als tausend Dollar."

Magazinrundschau vom 18.08.2015 - New York Times

Sadismus lässt sich am besten religiös rechtfertigen. Die New-York-Times-Reporterin Rukmini Callimachi hat mit vielen Opfern gesprochen und erzählt in einer langen Recherche, wie die Vergewaltigungen jesidischer Mädchen von den IS-Milizen geradezu bürokratisch organisiert und mit Koran-Suren gerechtfertigt werden. Zugleich ist "die Praxis zu einem etablierten Rekrutierungsmittel geworden, um Männer aus tief konservativen muslimischen Gesellschaften anzuwerben, wo gelegentlicher Sex tabu und Rendez-Vous verboten sind. Ein wachsender Korpus interner Memos und theologischer Erörterungen dient dazu, Verhaltensregeln für Sklaverei zu schaffen, inklusive eines ausführlichen Handbuchs, das vom Forschungs- und Fatwa-Referat des Islamischen Staats herausgegeben wurde. Die Führung der IS-Milizen legt dabei eine enge Auslegung des Korans an den Tag, um Gewalt nicht nur zu rechtfertigen, sondern jeden sexuellen Akt als spirituell empfehlenswert und tugendhaft erscheinen zu lassen."

Weitere Artikel: Gideon Lewis-Kraus besucht ein knapp fünf Quadratkilometer großes Stück Niemandsland zwischen Kroatien und Serbien, wo der tschechische Politiker Vit Jedlicka sein libertäres, euroskeptisches Liberland gründen möchte. Auf Jodi Kantors und David Streitfelds große Reportage über die Arbeitsbedingungen bei Amazon haben wir heute morgen schon in 9punkt hingewiesen.

Magazinrundschau vom 28.07.2015 - New York Times

Im Magazin der New York Times erörtert Eliza Griswold die Lage der Christen im Nahen Osten und ihre Bedrohung durch Isis: "Das Schicksal der Christen im Nahen Osten ist nicht nur eine Sache der Religion, es beeinflusst auch die Entwicklung der Gesellschaften, die aus der geopolitischen Neuordnung entstehen. Im Libanon, wo Christen immer eine starke Rolle in der Regierung gespielt haben, wirken sie immer mehr als Puffer zwischen Sunniten und Schiiten. 70 Jahre lang war der Libanon ein Schlachtfeld des Konflikts zwischen Israel und Palästina. Heute tritt dieser Konflikt zurück hinter die sich weiter verschiebende Sunniten-Schiiten-Trennung mit ihrem schrecklichen Bluvergießen … Selbst wenn Isis untergeht, ist das Schicksal religiöser Minderheiten in Syrien und im Irak düster. Solange ihnen kein Schutz gewährt wird, werden ihre Vertreter flüchten. Nina Shea vom Hudson Institute schätzt die Situation bereits als so schlimm ein, dass den Christen entweder Aufenthalt und Arbeit in Kurdistan gewährt werden muss, oder eine sichere Ausreise. Exil bedeutet für diese Gemeinden das Todesurteil, heißt es unter Aktivisten … Die praktische Lösung nach Meinung vieler assyrischer Christen ist die Ermöglichung einer sicheren Zuflucht auf der Ebene von Ninive … So eine Lösung, heißt es, würde nicht einmal die von den USA und ihren Alliierten ungeliebten internationalen Einsätze oder Flugverbotszonen nötig machen."

In einem kleinen Essay denkt der pakistanische Autor Mohammed Hanif über das gewandelte Verhältnis des Islam zu Hunden nach: "Als Teenager in unserem Dorf in Zentralpunjab sah ich unseren lokalen Imam und Vorbeter mit seinem russischen Pudel spielen. Seine Enkel, die ihn im Sommer besuchten, hatten ihn mitgebracht und dagelassen. Ich sah den Imam mit dem Pudel auf der Straße, wie er ihn tätschelte und knuddelte. Sein langer, schneeweißer Bart und die glänzenden Locken des Pudels berührten sich manchmal. In fast zehn Jahren Frömmigkeit, in der ich hinter ihm betete, erlebte ich nie, dass ihn jemand wegen seines physischen Kontakts mit einem Hund kritisierte. Vielleicht war das die Autorität des Imam. Vielleicht sah der Hund sauberer aus als einige von uns ländlichen Gläubigen. Vieleicht dachten die Leute, ein Mann der so alt und fromm war, wisse, was er tue. Heute, wenn jemand in seiner Position versuchen würde, öffentlich einen Hund zu knuddeln, würde er ganz sicher seinen Status als Imam verlieren, wenn nicht sogar seinen Kopf."

Außerdem: Gareth Cook stellt den vielleicht bedeutendsten Mathematiker unserer Zeit vor, der, sehr zeitgemäß, auch ein begnadeter Networker ist: Terry Tao. Und Bruce Weber schreibt den Nachruf auf E. L. Doctorow; der große Zeitreisende starb vergangenen Dienstag 84-jährig in New York.

Magazinrundschau vom 07.07.2015 - New York Times

In der neuen Ausgabe des Magazins der New York Times versucht David Segal hinter das Geheimnis und den Preis des Erfolgs der Huffington Post zu kommen: Arbeitszeiten und Konkurrenzdruck sind mörderisch. Andererseits arbeiten bei der HuffPo heute "rund 850 junge Redakteure und Video-Produzenten, sie produziert 13 Ausgaben weltweit, darunter indische, deutsche und brasilianische Seiten, und stößt 1900 Postings täglich aus". Das liegt vielleicht auch daran, dass niemand die Widersprüche im Netz so verkörpert wie Gründerin Ariana Huffington, die ihre Mails in der Regel zwischen 1 und 5 Uhr morgens verschickt. Auf der Elternseite der HuffPo attackieren einige der erfolgreichsten Kommentare Mütter, die spät nachts noch ihre Facebook-Kommentare abrufen und sich offenbar danach sehnen, dass ihnen jemand sagt, sie sollten um diese Uhrzeit nicht mehr auf Facebook sein. "Sie wissen schon, Kommentare wie "Hören Sie auf Zeit zu vertrödeln und gehen Sie ins Bett", "Schalten Sie Ihre Geräte ab", sagt Ethan Fedida, der Social Media Redakteur der Seite. "Die Leser sind verrückt nach solchen Kommentaren." Es ist als würde Huffington eine Krankheit verbreiten, während sie gleichzeitig mit der Kur hausieren geht. Man kann es Scheinheiligkeit nennen, aber es belegt auch, wie schlau sie ist. Das Geschäft von Internetmedien ist es herauszufinden, was die Leute wollen - und wenn das, was wir wollen, widersprüchlich ist, warum sollte Huffington von diesem Widerspruch nicht profitieren?"

Außerdem: Im Aufmacher porträtiert Nicholas Dawidoff den "größten lebenden Fotografen" Robert Frank. Daneben gibt es Fotos aus Robert Franks Klassiker "The Americans", unterlegt mit Zitaten aus Jack Kerouacs Einleitung. Rollo Romig schickt eine Reportage aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu, in dessen Politik ehemalige Filmstars eine große Rolle spielen.

Magazinrundschau vom 23.06.2015 - New York Times

Im Magazin der New York Times nimmt Brit Bennett die Morde von Charleston zum Anlass, um über das Privileg Weißer nachzudenken, im zweifelsfall nicht auf ihr Weißsein festgelegt zu werden: "Während ein Terrorist weiß sein kann, wurzelt seine Gewalt nie in seinem Weißsein. Ein weißer Terrorist hat einzigartige, komplizierte Motive, die wir nie ganz verstehen. Es kann sich um einen Einzelgänger handeln oder ein Ungeheuer, entweder geistesgestört oder einfach nur böse, er existiert nur als Ausbund von Extremen: Entweder wird er menschlich gemacht und fast sympathisch, oder er ist so monströs, dass er mythisch wirkt. So oder so spielt Weißsein keine große Rolle, er ist auch kein Feld-und-Wiesen-Rassist. Er steht für nichts außer sich selbst. Er ist alles, was ihn zu etwas Abnormen macht und von der langen Geschichte weißen Terrors trennt."

Anlässlich des Falls der Rachel Dolezal denkt auch der Historiker Daniel J. Sharfstein über Rasse in Amerika nach: Das öffentliche Interesse an Dolezal zeige, wie sehr die Bedeutung der ethnischen Identität gestiegen ist. Und das, obwohl gleichzeitig moderne DNA-Analysen, wie sie etwa Ancestry.com durchführt, eine uralte amerikanische Erfahrung bestätigen: Dass viele Menschen nicht sind, wer zu sein sie glauben: "Die amerikanische Gesichte ist eine Geschichte dunkelhäutiger Weißer und hellhäutiger Schwarzer. Unzählige Männer und Frauen haben ihre Hautfarbe wegerklärt mit Geschichten über ihre spanische, portugiesische, italienische und - wie in einem Fall 1874 vor einem Gericht in Tennessee - karthagische Herkunft. Mehr Weiße haben angeblich eine Cherokee Großmutter als demografisch möglich ist."

Außerdem unbedingt lesenswert: Alexis Okeowos Porträt der südafrikanischen Ombudsfrau Thulisile Madonsela, die in öffentlichem Auftrag die Korruption der Regierung Jacob Zumas untersucht. In der Sunday Book Review werden u.a. Susan Neimans Buch "Why Grow Up?", Vivian Gornicks Erinnerungen und Milan Kunderas Roman "Das Fest der Bedeutungslosigkeit" besprochen.

Magazinrundschau vom 16.06.2015 - New York Times

Im aktuellen Magazin der New York Times schildert Samantha M. Shapiro, wie die an den Evangelikalismus angelehnte Pfingstbewegung in Brasilien immer mehr Kinderprediger hervorbringt, ein fragwürdiges Geschäft, aber mit enormen Effekten: "Keiner kennt die genaue Zahl der Kinderprediger in Brasilien, doch es dürften Tausende sein, meist kommen sie aus armen Familien und sind mit den "Assemblies of God" assoziiert, deren Glaube ab 1914 von Missionaren auch nach Südamerika gebracht wurde. In Brasilien stellen die "Assemblies of God" heute die größte Konfession der Pfingstbewegung dar. Ihr zentraler Glaubenssatz besagt, dass Gott in der Welt auf aktive Weise präsent ist und der Mensch an seiner göttlichen Kraft teilhaben kann, genau wie Jesus oder Peter und Paul durch Prophezeiung, Zungenreden und die Heilung von Kranken. "Assemblies of God" besteht darauf, dass sich der Heilige Geist nicht allein durch gelernte Priester offenbart, sondern durch jeden - die Mittellosen, die Ungebildeten, sogar durch Kinder. Der Erfolg der Pfingstbewegung ist verantwortlich für eine drastische Veränderung im Christentum. Noch in den 70ern gehörten weniger als zehn Prozent der Christen dieser Bewegung an, heute ist es etwa ein Viertel, mehr als bei jeder anderen Konfession. Damit hat die Pfingstbewegung das Zentrum der Christenheit von Europa in den "globalen Süden", nach Afrika, Asien und Lateinamerika verschoben."

Außerdem in der Times: Dan Kaufman berichtet aus Wisconsin, wo sich Gewerkschaften und Republikaner weiterhin heftig bekriegen. Und Alexandra Alter findet in Joshua Cohens Roman "Book of Numbers" eine neues Beispiel für die "Great American Internet Novel", das einzige Problem des Buches: Die Wirklichkeit ist schneller.

Magazinrundschau vom 09.06.2015 - New York Times

Tech- und Design-Spezial beim Magazin der New York Times, wo sich Bill Wasik fairerweise fragt, ob man nicht von digitalem Imperialismus sprechen sollte, wenn acht der zehn Top-Internetfirmen in den USA beheimatet sind, aber 81 Prozent der Nutzer nicht, und wenn es wahr ist, was man im Silicon Valley glaubt, und Technologie immer auch Werte transportiert: "Eine quasi-religiöse Haltung, die erklärt, warum ein Großteil von Googles und Facebooks philanthropischen Anstrengungen der letzten zwei Jahre sich auf Entwicklungsländer konzentriert. Die Bosse dieser Firmen glauben fest daran, dass Informationstechnologie, ihre eigenen Dienste selbstverständlich inklusive, auf lange Sicht zu einer besseren Gesellschaft verhelfen. Aus dem Silicon Valley betrachtet nimmt sich das Teilen von Daten weniger wie das Aufzwingen von amerikanischen Werten aus, denn wie ein universelles soziales Gut. Doch selbst, wenn wir dem zustimmen, bleibt die bange Frage, wohin das ganze Teilen führt. Den einzelnen Nutzer treiben Smartphone und Co. immer noch weiter an, sich zu vernetzen, Inhalte zu teilen und sein Privates offenzulegen. Aber all diese Daten zusammen ergeben für Regierungen und Unternehmen, die sie analysieren, höchst brauchbare Informationen. Und für Institutionen wie für Konsumenten gilt: Jeglicher Widerstand fällt mit der Erfahrung des Machbaren, mit der Erfahrung, dass, was einmal kaum akzeptabel war, unvermeidlich und wünschenswert werden kann."

Außerdem: Adrian Chen sucht nach den Urhebern einer Reihe von Falschmeldungen über chemische Unfälle, Ebola-Infektionen und Schießereien in den USA - und wird fündig bei der kremlnahen Internet Research Agency in St. Petersburg. (Die NYT hat den Text auch ins Russische übersetzen lassen.) Liz Alderman prüft, ob die Fahrervermittlung Uber in Paris gut ankommt. Clive Thompson fragt, wie die Schweizer Uhrmacher das digitale Zeitalter verkraften. Und der Fotograf Dave Greer zeigt uns die physisch greifbare Infrastruktur des Internets.

Magazinrundschau vom 26.05.2015 - New York Times

Im New York Times Magazine porträtiert Christopher Beam Chinas ersten Stand-up Comedien - Huang Xi oder Joe Wong, wie er in Amerika genannt wurde. Wong kam von China nach Houston, wo er Englisch lernte und seinen Doktor in Biochemie machen wollte. Comedy lernte er gewissermaßen nebenbei, von der Pike auf, mit allen Aufs und Abs. Bis eines Tages die Letterman-Show anrief: "Es lag Spannung in der Luft, als Wong im April 2009 auf die Bühne kam. Er sah nicht aus wie ein Stand-up Comedian, eher wie ein verwirrter Tourist, der versehentlich im CBS-Studio gelandet war. Seine Khakihosen waren hochgezogen und sein Gesicht rot vor Panik. "Hi alle miteinander", sagt er mit angespannter Stimme. Lettermans Publikum kicherte nervös. Wong ließ die Stille andauern. Dann sagte er: "Tja, also, ich bin Irisch.""

Außerdem: Julia Scott beschreibt den Kampf gegen die Kriminalisierung Homosexueller in Belize. Buchkritiken widmen sich u.a. "The Familiar", dem ersten Band aus einer geplanten 27-teiligen Serie von Mark Z. Danielewski, Harold Blooms neuestem Streich "The Daemon Knows" und Philipp Bloms Band "Die zerrissenen Jahre. 1918-1938".