Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Das Gift der Vergangenheit

22.10.2019. In Afghanistan geht der Krieg immer weiter, und der Abzug amerikanischer Truppen hilft auch nicht, berichtet der New Yorker. Im New Statesman staunt der Historiker Robert Saunders, wie klein die Brexiteers England plötzlich machen. Der Guardian fühlt sich etwas unter Druck gesetzt in den Räumen des Frauennetzwerks "The Wing". In Elet es Irodalom denkt László Végel über Minderheiten und Identität nach. La vie des idees widerspricht dem Vorwurf, die EU sei nicht demokratisch.

Der feuchte Traum eines Mikroökonomen

15.10.2019. New Yorker und Atlantic fühlen dem Behemoth Amazon auf den Zahn, der Kritik erstmals nicht einfach mehr wegdrücken kann. In der New York Review of Books fragt Zadie Smith, ob uns das Konzept der kulturellen Aneignung nicht denkfaul macht. Magyar Narancs und Dissent denken über Agnes Heller und ihr Verhältnis zu György Lukacs nach. Critic.de feiert die Münchner Filmemacher der 60er. Pitchfork führt uns durch die Geschichte der Conceptronica.

Blut an der Wand

08.10.2019. Der New Yorker lässt sich einen Text von der KI schreiben. Die tschechischen Magazine proben das Leben ohne Karel Gott. Im Merkur meditiert Valentin Groebner über die Male des Futur II auf der Haut der anderen. Der Film-Dienst feiert die Freiheiten der italienischen Giallo-Filme. In der London Review fürchtet John Lanchester die Überwachungstechniken von Facebook. Die New York Times zeigt, dass traditionelle Medien und der Staat das auch können.

Ihr Marken-Intellektuellen-Diva-Outfit

01.10.2019. Die Paris Review staunt über die Intelligenz von PflanzenReuters fürchtet den Aufmarsch der Bewaffneten Volkspolizei in Hongkong. Bloomberg beobachtet die Mongolei auf ihrem Balanceakt zwischen Norwegen und Russland. In Aktualne skizziert Jaroslav Rudis die Nachwirkungen der Wende in Tschechien und Ostdeutschland. Die New York Times untersucht in einem Dossier die Gründe für die epidemische Ausbreitung von Bildmaterial mit missbrauchten Kinder.

Die Strafen für Nonkonformismus

24.09.2019. Die New York Review of Books verfolgt die Minutenjustiz in Trumps Abschiebungsgerichten. Das New York Magazine beobachtet die Entfremdung zwischen Demokraten und Silicon Valley. Der Guardian erklärt, warum Wahrheit zwar nie rein ist, aber trotzdem existiert. In Elet es Irodalom erinnert sich Ivan Szelenyi an Györgi Konrad, mit dem er "Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht" schrieb. Das Times Literary Supplement porträtiert die Mutter aller charismatischen Provokateurinnen. Wired macht uns Hoffnung aufs Überleben.

Farbe aus dem All

17.09.2019. Vanity Fair porträtiert den pakistanischen Premier Imran Khan. The Atlantic fragt, was die äthiopische Bundeslade im British Museum zu suchen hat. Im Merkur setzt sich Eva Geulen dem kosmischen Grauen H.P. Lovecrafts aus. Die Washington Post schwärmt für Rieslinge mit Umlaut. Der Guardian sucht ein Kopftuch in türkischen Fernsehserien. Der New Yorker kann sich nicht entscheiden, ob Edward Snowden ein Verräter oder ein Whistleblower ist.

Bestens erprobte Kontrolltaktik

10.09.2019. In der NYRB zeigt J.M. Coetzee wenig Sympathie für die effiziente, aber inhumane Flüchtlingspolitik Australiens. In Magyar Narancs erinnert sich Bela Tarr an keinen einzigen Namen der 30 ungarischen Kulturminister seit 1978, der Name Peter Esterhazy aber bleibt. In La vie des idees prägt der Soziologe Rémi Lefebvre den Begriff der "désintermédiation". Osteuropa weiß, warum die Kultur des postsowjetischen Underground wieder angesagt ist. Die LRB lernt von Berthe Morisot, wie kindisch der Kampf zwischen Farbe und Linie ist.

Der Empfänger von Irinas Fußmassage

03.09.2019. In der New Republic hält Evgeny Morozov seinen Literaturagenten John Brockman eine Mail unter die Nase, in der Brockman ihn mit den schönen jungen Frauen in Jeffey Epsteins Umfeld für dessen Netzwerk anzuwerben scheint. Im Spectator erklärt Ivan Rogers, warum ein No-deal-Brexit kein Abschluss, sondern ein Anfang ist. Im New Yorker überlegt Sterling Ruby, wie man als Künstler eine Jeans bepreist. Der Merkur prescht durch vierzig Jahre DDR-Literatur. In Elet es Irodalom rühmt der siebenbürgische Dichter Imre József Balázs die rumänische Avantgarde-Literatur. Und in der New York Times warnt Neil Young: Gestreamte Musik macht uns krank.

Keine Ikone

27.08.2019. Der New Yorker fragt sich, wie weit die Schere zwischen Arm und Reich aufgehen kann. Das ungarische System belohnt die Dummheit, kritisiert Paul Lendvai in Elet es Irodalom. In Wired blickt Laurie Penny zurück auf ihre Zeit als Sci-Fi-Nerd in Oxford. In Novinky erklärt Petr Pithart, was für ihn Freiheit ist. The Atlantic versucht Aung San Suu Kyi zu verstehen.

Du wirst dich später schämen

20.08.2019. Im New Statesman wirft John Gray den liberalen Eliten vor, ihr eigenes Versagen auf die Dummheit der Wähler zu schieben. Die New York Times erinnert an den Beginn der Sklaverei in Amerika vor vierhundert Jahren. Die Businessweek blickt auf die seelische Verzweiflung im östlichen Montana. The Nation beklagt die gebrochenen Versprechen der kolumbianischen Regierung. Nicht einmal Ungarns Wissenschaft konnte ihre Autonomie verteidigen, seufzt HVG. In Novinky schreibt Regisseur Alexei German die Demokratie in Russland ab. Und Critic.de bringt Eckhart Schmidts Attacke auf die Münchner Filmbohème, die einer Liebeserklärung recht nahe kommt.