Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Die halbe Charakterarbeit

04.06.2019. In Clarin erklärt J.M. Coetzee, warum er nur noch aus dem Spanischen übersetzt werden möchte. Adda erzählt die Geschichte des schottischen Sklavenhandels. Der New Yorker besucht Tombstone. Der Guardian untersucht die Krise des Konservatismus. Der Rolling Stone sucht nach Gründen für die Selbstmordepidemie unter weißen mittelalten amerikanischen Männern. Respekt würdigt den großen Jiří Stránský. Im Spectator würdigt Quentin Tarantino das Genie Carlo Simis.

Einzigartig, aber nicht groß

28.05.2019. Shakespeare war eine Frau, behauptet The Atlantic. Bloomberg lässt sich von dem französischen Ökonomen Gabriel Zucman erklären, wie man die Superreichen richtig besteuert. Respekt erklärt, warum ihre schwejksche Natur die Tschechen immerhin halb immun gegen die Rechte macht. In Eurozine plädiert Yemisi Akinbobola für einen neoliberalen Feminismus in Nigeria. Das TLS begleitet Michel Foucault auf einem LSD-Trip im Death Valley. Im New Statesman versichert Maurice Glasman seinen Brüdern von der britischen Linken: Die Juden sind nicht schuld am Sieg des Kapitalismus. Engadget probiert das neue Fleisch, das keins ist.

Nur noch nummerierte Ameisen

21.05.2019. Die LRB geißelt den Ausverkauf des britischen Gemeineigentums. Kino-Zeit lässt sich erklären, wie man einen alten Farbfilm restauriert. Der New Yorker sucht vergeblich mutige junge Künstler auf der Whitney Biennial. Die Armen als Klasse gibt es nicht, beschreibt Agnes Heller in 168 ora das Problem der traditionellen Parteien. Propublica berichtet über Gewaltexzesse in Alaska. The Nation schildert die Folgen der drakonischen Abtreibungsgesetze in Ecuador. Die NYT weiß, warum Gesetze gegen Cannabiskonsum rassistisch sind.

Phase der Verleugnung

14.05.2019. Marilynne Robinson blickt für Harper's in die Zukunft und erahnt ewig lebende Reiche und unfreie Arme. Die NYRB lernt aus der Autobiografie von Howard "Mr. Starbucks" Schultz, dass Armut Geist und Körper verkrüppelt. Im Guardian fürchtet Timothy Garton Ash die Übernahme Europas durch Russland und China. In Novinky fragt Herta Müller die Osteuropäer, ob sie ihr Gedächtnis verloren haben? Bloomberg lernt, dass es in China wieder Gedankenverbrechen gibt. Und angesichts unserer Vorliebe für Superhelden schwant auch FilmComment nichts Gutes für die Zukunft.

Bastle etwas für deine Freunde

07.05.2019. Der New Yorker untersucht die Landfrage in Südafrika. In Guernica erzählt die Geigerin Hilary Hahn, wie man einen Notentext liest. Bloomberg porträtiert den Mann, der Microsoft wieder uncool - und damit erfolgreich - machte. Die LRB widmet sich weiblicher Delinquenz. Im New York Magazine erzählt Anjelica Huston, wie man eine unperfekte Ehe führt.

Queere Morphologie

30.04.2019. In der NYRB bewundert Colm Toibin das Action Painting Tintorettos. Das Artforum feiert die zweideutigen Charaktere der Künstlerin Nicole Eisenman. HVG darf nicht mehr auf Budapester Litfasssäulen werben. Die London Review analysiert das Ergebnis der Wahlen in Nigeria. In Respekt seitzt die Moskauer Elektropop-Band Ic3peak ihr Vertrauen in den russischen Citoyen. Die Hindustan Times amüsiert sich mit dem pakistanischen Autor H.M. Naqvi und dem Kosaken Abdullah in "Currachee". The Ringer erinnert an den großen Sci-Fi-Autor Gene Wolfe.

Eine brillante Übung der Verkürzung

24.04.2019. Wired resümiert 16 Monate Reboot bei Facebook. Der New Statesman fragt mit Ian McEwan: Sollen wir zu Siri Bitte sagen? Quillette empfiehlt nicht, die Aufmerksamkeit einer dänischen Sozialbehörde zu erregen. In Magyar Narancs erklärt der Politologe Gábor Török, warum der Orbanismus gesiegt hat, Viktor Orbán aber nicht. Die New York Review of Books feiert das Licht und das Blau in den Bildern Antonello da Messinas.

Ein wildes Stück Aufklärung für den Bourgeois

16.04.2019. In der London Review erzählt Colm Toibin von dem Schmerz in seinen Eiern, der sich als Krebs entpuppte. Der Guardian stellt die chinesischen Deep Learning Überwachungssysteme und den riesigen globalen Markt dafür vor. Le Monde diplomatique blickt nach Algerien, wo die Geschäftsfreunde des Bouteflika-Clans festsitzen. Today blickt nach Indonesien, wo sich viele Muslime radikalisieren. Und Simon Reynolds hört in der Red Bull Academy das Fauchen der Stahl-Hochöfen, wie es Luigi Nono festgehalten hat.

Eine Logik des Standpunktes

09.04.2019. Wired erzählt von den Versuchen in Raqqa, die Leichen in den Massengräbern des IS zu identifizieren. La vie des idees begegnet polnischen "Patrioten", die keine kritischen Geschichtsdebatten wollen. Bloomberg erklärt, warum der Sudan nicht die Kornkammer Afrikas ist, die er sein könnte. Der Guardian porträtiert Freaks und Geeks des politischen Telemarketings. In Himal setzt Taran N Khan ihre große Reportage über afghanische Flüchtlinge in Deutschland fort.

Dieser Schatten ist eher blau?

02.04.2019. Das nepalesische Magazin Himal bringt eine große Reportage über afghanische Flüchtlinge in Deutschland. Im Merkur möchte Aleida Assmann die Wende nicht nur westlichem Kolonialismus, sondern auch östlichem Freiheitsbegehren zuschreiben. Respekt schöpft Hoffnung aus der Wahl der neuen slowakischen Präsidentin. Der New Yorker lernt von Henry Louis Gates Jr., wie vergeblich die Hoffnung auf Gleichheit für die Afroamerikaner schon 1865 war. En attendant Nadeau feiert die Kunst der Nabis. Die New York Times reiht die Israel-Kritik in den amerikanischen Kampf gegen weiße Vorherrschaft ein.