Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Ödipus kam nicht aus Dublin

30.10.2018. In En attendant Nadeau erklärt Georges-Arthur Goldschmidt: Kafka, das bin ich. Im New Statesman erklärt Fintan O'Toole den Vatermord zum Nationalsport irischer Schriftsteller. Osteuropa analysiert die polnische Justizreform. Im New Yorker erklärt Adam Hochschild, warum die Deutschen 1918 nicht verstanden, dass sie besiegt waren. Und das New York Magazine porträtiert Gentlewoman Penny Martin.

Von Idefix zu Tolkien

23.10.2018. The Atlantic beobachtet die Kolonisierung unseres Raums durch Amazons Alexa und unseres Gehirns durch das Pentagon. In der Sydney Book Review lässt sich J.M. Coetzee von drei SchriftstellerkollegInnen den Umgang mit den indigenen Kulturen in Argentinien erklären. Outlook India sieht #metoo in Indien in Gefahr. Der New Yorker sucht ein Konzept für Atheismus. In der London Review hört der Komponist Nico Muhly die Akkorde aufsteigen. Respekt berichtet über einen Streit um den tschechischen Staatspreis.

Planetarischer Chauvinismus

16.10.2018. Im Zeit Magazin erklärt der chinesische Autor Cixin Liu, warum alle Welt plötzlich chinesische SciFi liest. Eurozine untersucht die französische Literatur der Ungerechtigkeit. Qantara schildert Ägyptens wenig freundlichen Umgang mit Einwanderern. In Words without Borders erinnert sich die Dalit-Autorin Kausalya Baisantry, wie ihre Verwandtschaft jeden Bildungsversuch unterminierte. La vie des idees kritisiert den Kommunitarismus in Marseille. In Elet es Irodalom sieht Timothy Snyder das System Ungarn (und Russland) auf lange Sicht scheitern. Die New York Times fragt: Welche Einwanderungspolitik wollen die Demokraten?

Domäne der Frauen

09.10.2018. Der New Yorker untersucht die Kommunikationskanäle von Trumps Wahlkampfteam mit der russischen Alfa-Bank. In der New York Review of Books sieht der Historiker Christopher R. Browning Donald Trump all die Fehler wiederholen, die zur großen Wirtschaftskrise und zwei Weltkriegen führten. Intercept sucht verschwundene saudische Frauenrechtlerinnen. In der London Review erklärt die Sozialwissenschaftlerin Sheng Yun: Frauen sind die größten Kapitalistinnen und damit die Zukunft Chinas. In The Nation lernt der Historiker Richard J. Evans, wie deutsche Frauen vom Nationalsozialismus profitierten.

Skala von Hintergedanken

02.10.2018. Der New Yorker würdigt die toughen amerikanischen Malerinnen der Nachkriegszeit. Der Merkur verbeugt sich vor einem farcierten Truthahn mit Himbeeren und François-Pierre de La Varenne, dem Begründer der Haute Cuisine. Das TLS erinnert an das immer noch ungesühnte Blutbad von Tlatelolco 1968. In Longreads erklärt Tim Mohr, warum der SED die Punks unheimlich waren. In n+1 bringt Navtej Singh Dhillon seinen Vater aus London zum Sterben zurück in den Punjab.

Verwirrung unseres Begehrens

25.09.2018. Die NYRB vollführt den Sturz des Mannes. Im New York Magazine beobachtet Andrew Sullivan, wie die USA in Stämme zerfallen. Dass russische Trolle dies mit 126 Millionen Facebook-Account befördert haben, erfährt der New Yorker.  Für La vie des idées gilt auch in Flüchtlingsfragen: Nicht jede schlagkräftige Metapher trifft. Elet es Irodalom fürchtet um Ungarns säkulare Erinnerungskultur.  Und auf Pitchfork erzählt Simon Reynolds die Geschichte des Autotunes.

Republik der Fans

18.09.2018. Anne Applebaum hört in Polen einen Haufen mittelgroßer Lügen. Ivan Krastev sucht den Bürger. Respekt fürchtet sich vor der Angst der Tschechen. Micromega untersucht die Konstruktion des Multikulturalismus. Die New York Times vermisst eine neue Gewerkschaftsbewegung. Bloomberg besucht das schwarze Schaf der EU - und es ist nicht Ungarn.

Hand in der Keksdose

11.09.2018. Popula schreibt über das Leben nach der Abschiebung. Der Rolling Stone lernt in Mexiko, was noch lukrativer ist als Drogenhandel. Eurozine denkt über Kryptowährungen nach. Die London Review geißelt das Duckmäusertum der Millennials. GQ zählt seine Spermien. Die NYT lässt sich von Lina Khan Amazon's Antitrust Paradox erklären. Longreads schnuppert den Duft der Zibetkatze.

Die Regierung war tot

04.09.2018. Der New Yorker betrachtet mit Wolfgang Tillmans, was neu ist. Im Merkur diagnostiziert die Soziologin Cornelia Koppetsch eine Ära der gesellschaftlichen Schließung. Im Guardian erklärt Kwame Anthony Appiah das Problem mit der lupenreinen Identität am Beispiel seines Verhältnisses zu Taxifahrern. Das Smithsonian Magazine stellt Codeknackerinnen im Kalten Krieg vor. The Atlantic erzählt, wie russische Neonazis versuchten, Montenegro aufzumischen. Wired erzählt, wie russische Hacker die Ukraine lahm legten. Die New York Times feiert die Fluidität des Comme-des-Garcons-Mannes.

Junger Mann von göttlicher Natur

28.08.2018. In Magyar Narancs erinnert Viktor Horváth an die ungarische Kollaboration bei der Niederschlagung des Prager Frühlings. Der New Yorker inspiziert Daniel Ortegas Wandel vom Revolutionär zum Autokraten. El Malpensante  fordert: Guerrilleros zu Parkwächtern. In Eurozine fragt der ukrainische Philosoph Mykola Rjabtschuk die Tschechen, ob nur die Mitteleuropäer Freiheit verdienen. In Quietus erinnert sich Terence Stamp an sein Vorstellungsgespräch mit Pasolini für "Teorema". In Elet es Irodalom sieht László F. Földényi nur noch horizontales Verlangen, wo früher vertikales Heimweh war.