Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Das geht nicht im Geschirrspüler

08.09.2009. Der New Yorker bestellt deckenhohe Schuhschachteltürme bei Zappos. In Literaturen erklärt Terezia Mora, warum die IT-Gemeinde nicht Oberschicht sein will. In HVG möchte Agata Gordon lieber homosozial statt homosexuell genannt werden. Der Guardian geht ins Bett mit J.M. Coetzee. NZZ-Folio singt ein Loblied auf den Lehrling. Der Chronicle of Higher Education staunt über ein literarisches annus mirabilis bei Google.

Angenehme Erregung

01.09.2009. Heute will Russland Geheimdokumente zur Rolle Polens beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vorlegen, berichtet der Observer. In Przekroj meint Tomasz Lubienski: 1939 haben die Polen richtig und groß gehandelt. Das britische Onlinemagazin Spiked vermisst den Qualitätsjournalismus in der schwedischen Zeitung Aftonbladet. Die Menschenrechte wurden in Haiti geboren, erinnert uns Le Monde. Warum löst der Hass auf Frauen so viel weniger Empörung aus als der Hass auf Schwarze, fragt Standpoint. Auch Ungarn können Kindermörder sein, stellt Magyar Narancs fest.

Fieser kleiner Angeber

25.08.2009. Atemlos beschreibt der ungarische Autor Janos Hay in Eurozine seinen Aufenthalt in Indien. Frontline hat ein umfangreiches Dossier über Ehrenmorde bei Hindus und Sikhs zusammengestellt. Als krude Mischung aus Sexismus und Rassismus geißelt The Nation die Behandlung der südafrikanischen Athletin Caster Semenya. In Osteuropa erzählt Michail Ryklin, wie Walter Benjamin den Hitler-Stalin-Pakt aufnahm. Wie man in New York mit unfähigen Lehrern umgeht, beschreibt der New Yorker. In HVG plädiert der Soziologe Andras Kovats für eine neue Einwanderungspolitik in Ungarn. Das New York Times stellt fest: Wenn arme Frauen zu Geld kommen, hilft das nicht ihren Töchtern.

Office 39

18.08.2009. In The Atlantic findet Jeffrey Goldberg die "Inglourious Basterds" nicht jüdisch. Im Espresso erklärt Suketu Mehta inwiefern die Bombenattentate in Bombay den Zusammenhalt der unterschiedlichen religiösen Gruppen in der Stadt gestärkt hat. Der New Yorker porträtiert Milliardär und Bürgermeister New Yorks Michael Bloomberg. Auch die Briten basteln an einem Loi Hadopi, berichtet Rue89. In Vanity Fair empfiehlt Christopher Hitchens den "Baader-Meinhof-Komplex". Der Independent beschreibt den Streep-Effekt. Im Guardian warnt Pankaj Mishra Europas Muslime vor der der säkularen intellektuellen Priesterschaft des Westens.

Frauen mit flaumigen Schnurrbärten

11.08.2009. In Outlook India findet Amartya Sen eine Tonne anderer Dinge über einem Körnchen Wahrheit. In Al Ahram wünscht sich Amr Hamzawy ein nationales Aufklärungsprojekt für Ägypten. Wo ist die große Idee?, ruft Dominic Sandbrook im New Statesman. In Odra erzählt der Künstler Jerzy Kosalka, wie sein eigenes Kunstwerk ihn schockiert hat. In Walrus beklagt der Künstler Stan Douglas, dass sein Kunstwerk niemanden schockiert hat. Der Economist diagnostiziert die Malaisen der deutschen Wirtschaft. In openDemocracy erinnert James R. Mensch an die Ermordung von acht Journalisten in Peru. Dawn weiß, warum Homosexualität bis zum 19. Jahrhundert in muslimischen Kulturen geduldet wurde.

Fünf Jahre Abwechslung

04.08.2009. Im Merkur streitet Reiner Paris gegen immer mehr Gleichheit. Im Espresso fragt sich Soli Özel, ob der Prozess gegen die Ergenekon-Verschwörer die Demokratie in der Türkei stärken wird. In der Liberation warnt Jamil Sayah davor, ein Verbot der Burka auf die Scharia zu stützen. Alles in allem lief es für Danton ganz gut, findet die London Review of Books. Auch Antisemiten können den polnisch-jüdischen Dialog fördern, meint der Philosoph Jan Hartmann in Tygodnik Powszechny. Warum hat es kein Araber auf den Mond geschafft?, fragt Abdel-Moneim Said in Al Ahram.

Eigenartige patriarchale Subkultur in Zürich

28.07.2009. Im New Yorker testet Nicholson Baker den Kindle. In Polityka erzählt der Physiker Janusz Ostrowski wie er als Feuerwehrmann den Aufstand im Warschauer Ghetto erlebte. Prospect berichtet von einer veritablen Medien-Revolution in Pakistan. Der Economist liest einen niederschmetternden UN-Bericht über die arabische Welt. Der Espresso berichtet über die Folgen eines falsch übersetzten Papstbriefes für die Untergrund-Christen in China. In der The New York Review of Books sieht Michael Messing dank der Blogger ein neues Zeitalter im Journalismus anbrechen.

Der Mensch muss inkonsequent sein

21.07.2009. In Poets & Writers erklärt der Verleger Jonathan Galassi den Vorteil digitaler Bücher. Das TLS nennt ihren Nachteil: Man kann nicht dran riechen. In der Gazeta Wyborcza überlegt Leszek Kolakowski, für welche Wahrheit er sterben würde. Im New Statesman möchte John Gray den Begriff "Fundamentalismus der Aufklärung" wieder einführen. In Le Journal du Dimanche fordert BHL die Beerdigung der Sozialistischen Partei Frankreichs. Der New Yorker kennt schon unsere nächste Steuer. Im Spectator fragt Iason Athanasiadis die Iraner: Warum diese Angst vor den Engländern? Foreign Policy verkündet den Tod des Machos.

Kein Gehörnter, tut mir leid

14.07.2009. Das TLS liest, wie Sartre und Beauvoir sich jeder ein Schoßhündchen Lanzmann zulegten. Le Monde erzählt die Geschichte des ersten Terroristen in Europa. Im New Statesman erklärt der Historiker A. N. Wilson, warum Großbritannien die Monarchie nicht mehr braucht. Al Ahram kommentiert die deutschen Reaktionen auf den Fall Marwa al-Sherbini. In Le Point erinnert BHL an den Fall Ilan Halimi. NZZ Folio entdeckt im Meer einen neuen Kontinent aus Abfall. In Le Monde diplomatique singt John Berger ein Loblied auf zwei Museumswächter.

Was schmerzt? Was hilft?

07.07.2009. In Micro Mega protestieren italienische Intellektuelle gegen ein Gesetz, das illegale Immigration zum Verbrechen erklärt. In Al Ahram erklärt der Literaturprofessor Hamid Dabashi zum Iran: nicht die Demonstranten, sondern die Anhänger Ahmadinedschads sind Mittelklasse. Im Observator Cultural fragt Leo Butnaru: Warum lassen sich EU-Politiker in Moldawien dekorieren? In Dawn verzweifelt Arundhati Roy an der Demokratie. Das ging Oswald Mosley auch schon so, erfahren wir in Standpoint.