Der
Bertelsmann Club wagt sich weiter auf fremdes Terrain vor. Nachdem er zu Beginn des Jahres den
Bücher-Bestellservice startete, über den Club-Mitglieder
alle auf dem Buchmarkt lieferbaren Titel online oder per Telefon-Hotline zum Ladenpreis ordern können, weitet der Club das Angebot jetzt auf die 214
Club-Filialen aus. Damit stärke Club-Geschäftsführer
Rainer Wittenberg seinen wichtigsten Vertriebsweg, schreibt der
Buchreport. "Ziel ist es mit Sicherheit aber auch, von den üblichen Rabatten des Buchhandels zu
profitieren und so die Verluste des Clubs weiter zu reduzieren."
Harry Potter V verursacht derzeit ein
unüberschaubares Chaos am Markt. Die nicht preisgebundene Originalausgabe (Richtpreis: 24,90 Euro) wird bei
Amazon und
Weltbild beispielsweise für 8,90 Euro verschleudert. Das ärgert besonders den
Berlin Verlag, der die englischsprachige Taschenbuchausgabe ab Juni für 12,50 Euro anbieten wird. Das ebenfalls nicht preisgebundene Hörbuch (Richtpreis: 99,95 Euro) gibt's bei
Hugendubel schon für die Hälfte. Am dreistesten ging nach
Buchreport-Recherchen ("Ich bin doch nicht blöd"-Elektrofachhandel)
Media Markt vor: Eine Filiale stempelte einwandfreie Restbestände ihrer Hardcover kurzerhand als Mängelexemplare und verkaufte sie zu Ramschpreisen. Preisbindungstreuhänder
Dieter Wallenfells und
Carlsen hätten bereits Abmahnungen geschrieben, heißt es.
Der Buchhandel wird in das Konzept der
SZ-Bibliothek (siehe auch Börsenblatt)
eingebunden. Anders als in Italien sei es in Deutschland rechtswidrig, den Verkauf der Bücher an den Kauf der Zeitung zu koppeln, meldet der
Buchreport. Die Reaktionen im Handel seien bisher
verhalten, von Euphorie keine Spur. Filialisten wie
Thalia, Gondrom oder
Habel wollten mitmachen,
Hugendubel prüfe noch das Angebot. Auflagenzahlen ließ sich Projektleiter
Klaus Josef Lutz nicht entlocken. Man behalte sich vor, die Auflagenplanung je nach Erfolg zu
modifizieren. Zwischen 10.000 und 40.000 Euro soll der
Süddeutsche Verlag übrigens pro Lizenz geboten haben.
Taschenbücher werden
billiger. Im Durchschnitt kosten die insgesamt 563 Neuerscheinungen aus 30 Verlagen im März 2004 1,82 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, hat der
Buchreport errechnet. Der Mittelwert bleibe mit 9,19 Euro
unter der 10-Euro-Schwelle. Der Taschenbuch-Ausstoß sei um 1,75 Prozent zurückgegangen. Die meisten Novitäten bringe
dtv heraus, gefolgt von
Goldmann,
Bastei Lübbe und
Rowohlt.
Für
Reiseverlage war 2003 eines der
härtesten Jahre der Nachkriegsgeschichte. Der
Buchreport beruft sich auf eine Studie des Marktforschungsinstituts
GfK, nach der die Reiseführerumsätze vergangenes Jahr um 10 Prozent gesunken sind, die Absätze um 3,5 Prozent. Für den gesamten Buchumsatz gibt die GfK gegenüber 2002 ein Umsatzminus von 4,4 Prozent an.
Personalien:
Dr. Doris Janhsen, zurzeit Verlagsleiterin von List und Claassen, wird im September ihren neuen Job bei
Droemer als zweite Verlagsleitung neben
Beate Kuckertz antreten und hier den Bereich der anspruchsvollen Unterhaltung ausbauen.
Thomas Hopfe, Verlagsleiter im Bereich Medizin bei
Springer, hat das Unternehmen Ende Februar auf eigenen Wunsch verlassen.
Meldungen: Irland lässt sich die 100. Wiederkehr des fiktiven
"Bloomsday" (16. Juni 1904) aus
James Joyce "Ulysses" eine Million Euro kosten und feiert seinen berühmten Literaten mit fünfzig Festen. Höhepunkt der Veranstaltungen ist ein "Bloomsday"-Frühstück am 13. Juni, zu dem die Dubliner Stadtverwaltung
10.000 Gäste kostenlos einlädt (
mehr). Die Stadt Frankfurt ehrt S. Fischer-Verlegerin
Monika Schoeller mit der
Goethe-Plakette. Das Geschäftsjahr 2003 schloss
Hugendubel nicht, wie der
Buchreport in seiner letzten Ausgabe bekannt gab, mit einem Minusumsatz von 3,2 Prozent ab, sondern mit einem
Plus von 1,5 Prozent. Und zum Schluss: die
Bestsellerlisten.