Spätaffäre - Archiv

Für die Ohren

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Spätaffäre vom 23.04.2014 - Für die Ohren

Der Zündfunk des Bayerischen Rundfunks wird 40 - und öffnet seine an Interviewschätze reichen Archive: In der vierteiligen Reihe "The History of Rock'n'Roll" erzählt er 40 Jahre Musikgeschichte und reichert das mit zahlreichen Interview-Ausschnitten an. Hier die vier Episoden zum Nachhören. (insgesamt ca. 220 Minuten)

"Hass! Mehr Hass! Die Geschichte von Eric und Dylan" lautet der Titel von Joachim Gaertners Hörspiel über Eric Harris und Dylan Klebold, an deren Amoklauf an der Columbine High School vor 15 Jahren der WDR mit diesem Hörspiel erinnert. Im Hörspielspeicher des Senders kann man sich dieses und einige weitere Produktionen anhören und herunterladen. (48 Min.)

Spätaffäre vom 22.04.2014 - Für die Ohren

Mit seinen beiden "Nymphomaniac"-Filmen (hier und hier unsere Kritiken) hat Lars von Trier die Frage nach dem Verhältnis von Pornografie und Autorenfilm neugestellt. Im br-Feature "Artcore" gehen Markus Metz und Georg Seeßlen der Frage nach, was diese Verschmelzung disparater Filmkonzepte für die Zukunft des Kinos bedeuten könnte. Hier zum Nachhören. (50 Min.)

Mit gleich drei Sendungen hat sich der Deutschlandfunk in seiner Sendereihe "Essay & Diskurs" am vergangenen langen Wochenende mit dem Ersten Weltkrieg befasst. Alle drei Sendung sind nun online nachhörbar. Dominik Geppert betreibt Ursachenforschung (hier - 29 Minuten). Oliver Janz beschäftigt sich in "Der Erste Weltkrieg als Weltkrieg" mit der historischen globalen Perspektive auf die Ereignisse der Jahre 1914 bis 1918 (hier - 28 Minuten). Robert Gerwarth befasst sich mit den Folgen des Ersten Weltkriegs auf den Verlauf des 20. Jahrhunderts (hier - 29 Minuten).

Spätaffäre vom 17.04.2014 - Für die Ohren

Ulrich Wickert unterhält sich im NDR mit Saša Stanišić über dessen neuen Roman "Vor dem Fest" - eine ungewöhnliche Dorfchronik aus der Uckermark, die bis in die Gegenwart reicht. Stanišić, der für seinen Roman den Leipziger Buchpreis bekam, erzählt von den Recherchen zu seinem Buch, philosophiert über die Macht der Mythen und Märchen und gibt Einblicke in den Leipziger Literaturbetrieb. Hier zum Nachhören (35 Minuten).

Gerade wird im Theater an der Wien Claus Guths Bühnenfassung von Georg Friedrich Händels "Messiah" aus dem Jahr 2013 wiederaufgeführt. Walter Weidringer lobt die Inszenierung in der Presse als "kühne säkular-existenzielle Neudeutung des sakralen Stoffes". Im Standard schreibt Ljubisa Tosic: Guth läuft "zu hoher Fantasieform" auf, er stülpt "dem biblischen Text eine Geschichte über..., welche die letzten Fragen aufleuchten lässt, indem heutige Figuren existenziellen Grenzsituationen ausgesetzt werden." Auf Youtube finden wir die Aufführung vom 30. September 2013. Mit Susan Gritton, Cornelia Horak, Richard Croft, Bejun Metha, Florian Boesch, dem Ensamble Matheus und dem Arnold Schoenberg Chor. Es dirigiert Jean-Christophe Spinosi. (154 Min.)


Spätaffäre vom 16.04.2014 - Für die Ohren

"Wie ich Neue Musik zu hören lernte" - eine Art Hörgeschichte vermittelt der Schweizer Musikwissenschaftler und -kritiker Thomas Meyer in seinem zweiteiligen Feature für SWR2. Dabei geht es um den ganz persönlichen Schock, den die Neue Musik in den 1970er Jahren bei ihm ausgelöst hat, wie Vertrautes in Frage gestellt wird und wie man sich an das "Neue" heranwagt. Hier der erste Teil zum Mithören, hier der zweite (beide je 55 Minuten).

Der SWR bringt Friedrich Pohlmanns Radioessay "Der Erste Weltkrieg und die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts". Aus dem Programmtext: "Der Erste Weltkrieg war die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Er brachte jene totalitären Bewegungen hervor, deren Mit- und Gegeneinander bestimmend für die weitere Geschichtsentwicklung wurde: den Faschismus, den Nationalsozialismus und den Bolschewismus. So ging Mussolinis Entwicklung vom führenden Sozialisten Italiens zum Faschistenchef auf sein Votum für den italienischen Kriegseintritt zurück. Hitler, der im Ersten Weltkrieg Meldegänger war, ist ohne das Trauma der Niederlage und die Novemberrevolution undenkbar. Und auch Lenins Bolschewismus ist ganz wesentlich das Produkt einer kriegsbedingten ideologischen Radikalisierung." Hier zum Nachhören. (56 Min.)

Spätaffäre vom 15.04.2014 - Für die Ohren

Für den WDR5 haben Bernhard Pfletschinger und Catrin Dingler "Italiens Irrfahrt nach Europa" untersucht. Sie fragen sich, warum die Italiener, nachdem sie so lange Silvio Berlusconi wählten, jetzt dem Komiker Beppe Grillo folgen: "Die Autoren begleiten Grillo auf seiner Wahlkampftour und befragen den Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo zur Rolle der Komödianten in der italienischen Geschichte und Gegenwart. Der Schriftsteller Robert Menasse, der sich für ein Buchprojekt ein Jahr im Zentrum der EU in Brüssel aufhielt, fürchtet die Narren nicht: für ihn sind sie die letzten Vertreter europäischer Nationalstaaten, die sich auflösen. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament wird ein Sieg der Rechtspopulisten befürchtet. Italien übernimmt danach die EU-Ratspräsidentschaft." Hier zum Hören (ca. 50 Minuten)'

Mit den amerikanischen Qualitätsserien der letzten Jahre ging auch eine einschneidende Veränderung der Heldenfigur einher, beobachtet Barbara Sichtermann in einem Radioessay für den Deutschlandfunk nach der Sichtung von Serien wie "Mad Men", "Dexter" oder "Breaking Bad": "Die Figur des Helden erfährt eine radikale Wandlung. Sie ist nicht mehr einfach nur ein gebrochener Charakter, der Fehler macht wie wir alle. Sie entfernt sich auf eine Weise von den 'Guten', die es dem Publikum trotz intensiven Mitfieberns nicht mehr möglich macht, sich mit ihr zu identifizieren." Hier kann man die Sendung nachhören. (29 Minuten)

Spätaffäre vom 14.04.2014 - Für die Ohren

In einem Feature für den SWR bringt der Historiker und Geheimdienstexperte Wolfgang Krieger Licht in die dunkle Welt der Geheimdienste. Aus dem Programmtext: "Historische Weitsicht ist offenbar keine Stärke der Geheimdienste, wie auch die Umbrüche in der arabischen Welt belegen. Erfolgreich sind sie dagegen in der Technik, von der satellitengestützten Rüstungskontrolle bis zur Totalüberwachung des Internets. Deshalb ist es auch eine Illusion zu glauben, das Internet könne spionagefrei werden. 'Wir werden uns nicht dafür entschuldigen, dass unsere Geheimdienste effizienter sind als andere', erklärte Obama im Januar. Damit bestätigte er auch: Anders als oft behauptet wird, entwickeln Geheimdienste kein 'Eigenleben' - sondern tun das, was die jeweilige Regierung von ihnen erwartet." In der Mediathek des Senders steht das Feature zum Nachhören bereit. (29 Min.)


Der Musiker und Naturforscher Bernie Krause hat im Herbst letzten Jahres mit "Das große Orchester der Tiere" ein hervorragend besprochenes Buch über den Ursprung der Musik in der Natur veröffentlicht. Michael Langer hat für den Deutschlandfunk ein Feature über den Autor gemacht: "Für ihn liegt der Ursprung der Musik in den Klanglandschaften der Wildnis, die er wie kein Zweiter akustisch akribisch dokumentierte. Auf seinen Reisen sammelte er über 15.000 Tierstimmen und nahm rund 4.000 Stunden Soundscapes auf in unberührten Habitaten - von denen übrigens etwa die Hälfte bis heute verschwunden sind. Wie es um einen Lebensraum bestellt ist, das hört einer wie Krause inzwischen schon am Klang." Hier zum Mithören (50 Minuten)
Stichwörter: Mediatheken, Wildnis, Umbruch, SWR

Spätaffäre vom 11.04.2014 - Für die Ohren

"Open source is doing for mass innovation what the assembly line did for mass production. Get ready for the era when collaboration replaces the corporation", prognostizierte Thomas Goetz vor zehn Jahren in Wired. Heute wird im Zusammenhang mit dem Datenleck "Heartbleed" erhitzt über Open Source Programming diskutiert: macht es Software sicherer oder anfälliger für Fehler? Im DradioKultur unterhält sich Philip Banse mit Claudia Rauch, Harald Welte und Leonhard Dobusch über Vor- und Nachteile des offenen Codes. Hier kann man die Sendung online hören und runterladen. (57 Min.)

"Verändert Crowdfunding den Kulturbetrieb", fragt sich beim SWR eine Runde bestehend aus Denis Bartelt von der Plattform Startnext, die Kulturmanagerin Eva-Maria Brück-Neufeld und der Social-Media-Experte Karsten Wenzlaff unter der Leitung von Susanne Kaufmann. Unter anderem geht es um diese Fragen: "Wie verändert diese 'Schwarmfinanzierung' das kulturelle Leben? Wird Kunst dadurch demokratischer? Wenn die Netzgemeinde bezahlt, werden dann die öffentliche Hand und Sponsoren ihre Kulturförderung langfristig herunter fahren? Schon jetzt erscheint es denkbar, dass die Crowd auch über die Vergabe öffentlicher Gelder mit entscheiden könnte." Hier kann man die Sendung online hören. (44 Min.)

Spätaffäre vom 10.04.2014 - Für die Ohren

Mit einer "langen Nacht" widmet sich DeutschlandradioKultur dem Thema "Kunst und Grauen im Ersten Weltkrieg". Aus dem Programmtext: "Nicht nur Thomas Mann verklärte den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 als 'Großen Krieg'. Er fiel in eine Phase außergewöhnlicher Vitalität und der Gründung von Avantgarde-Bewegungen in den Künsten und beeinflusste mehr als jeder andere Konflikt das Werk der Künstler, die ihn erlebten." Hier lässt sich die Sendung online nachhören (170 Min.)

"Serverfarmen, Clouds und Datenströme" lautet der Titel eines SWR-Features von Harlad Brandt, der sich darin mit Fragen der heutigen digitalen Kultur befasst. Aus dem Programmtext: "Die Auslagerung großer Datenmengen - auch auf ausländische Server - verstärkt die Möglichkeit der Kontrolle und Beeinflussung durch fremde Regierungen oder Interessengruppen. Und die Infrastruktur moderner Gesellschaften ist heute vom Fluss der Datenströme abhängig. Das Gesundheitswesen, der Börsenhandel, die Wasserversorgung und selbst die Energieerzeugung können schnell zusammenbrechen, wenn Computer abstürzen und es zu Stromausfällen kommt. Ohne Strom funktioniert kein Computer, aber ohne computergesteuerte Netzwerke ist die Stromerzeugung nicht mehr denkbar. Hier beißt sich die Katze in den digitalen Schwanz." Beim Sender kann man das Feature online nachhören. (50 Min.)

Spätaffäre vom 09.04.2014 - Für die Ohren

Eines der schönsten Museen der Welt, die Eremitage in St. Petersburg, feiert in diesem Jahr 250-jähriges Jubiläum. Pauline Tillmann porträtiert in einem Feature für Bayern2 Menschen, die für die Eremitage leben und arbeiten - etwa den Uhrmacher Michail Gurjev, der sich seit einem Jahr um eines der Leuchtturmprojekte zum Jubiläum kümmert. Sein Auftrag: Er soll die größte Uhr der Eremitage, die sogenannte "Strasser-Uhr", wieder zum Klingen bringen. Zum Nachhören hier. (53 Minuten)

"Tod! Tod! Die Gräben sind erst zur Hälfte mit den Leichen der Tutsi gefüllt. Beeilt euch, sie ganz aufzufüllen!", tönte es während des Genozids in Ruanda aus dem Radio. In seinem Theaterstück "Hate Radio" demonstriert der Schweizer Autor und Regisseur Milo Rau, wie der Radiosender RTLM systematisch Hass schürte und zum Völkermord anstachelte. Beim WDR steht die Hörspielfassung des Stücks bis zum 14. April zum Download (aus Jugendschutzgründen nur zwischen 20 und 6 Uhr, 53 Minuten).

Spätaffäre vom 08.04.2014 - Für die Ohren

Definitiv kein Stoff zum nebenbei Hören: Peter Sloterdijks kulturkritischer Radioessay "Die schrecklichen Kinder der Neuzeit", in dem es dem Philosoph um nichts anderes geht als den "bedrohten Fortbestand der Zivilisation". Aus dem Programmtext: "Da in der Moderne die Traditionsfäden chronisch reißen und immerfort neue Vektoren den Zug ins Kommende bestimmen, wandeln sich die Individuen zu 'Kindern ihrer Zeit'. Und weil moderne Elterngenerationen selbst schon zivilisatorisch labil antreten, gerät die Formung ihres Nachwuchses zu einem unbeendbaren Match zwischen potentiell schrecklichen Eltern und potentiell schrecklichen Kindern." Hier zum Nachhören. (50 Min.)

Sabine Bergks "Ichi oder der Traum vom Roman" ist eine Hörspiel-Produktion von Deutschlandradio Kultur (2014): "Ichi will einen Roman schreiben. Ichi versucht, über sich selbst zu schreiben und findet überall nur Figuren, die Ichi links liegenlassen. Ichi streift mit einem toten Vogel in der Hand durch die Welt und versucht einen Roman zu schreiben. Das ist nicht einfach, wenn man kein Dach über dem Kopf hat. So begibt sich Ichi auf eine Reise ... durch Fragmente der Erinnerung, Kindheiten und andere Sommer Frostlandschaften." - Regie: Judith Lorentz - Komposition: Lutz Glandien - mit Brigitte Hobmeier (70 Min).
Stichwörter: Hörspiel, Sloterdijk, Peter