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Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
30.09.2006. Die Buchmesse steht vor der Tür. Und überall schreiben und sprechen indische Autoren. In der Berliner Zeitung erklärt Vikram Chandra, wie sich Verbrechen, Politik und Religion zu einer unheiligen Allianz zusammentaten, die auch Stoff für zweibändige Romane abgibt. Die NZZ bringt eine ganze Beilage mit Betrachtungen zu Malerei, Musik, Bollywood und Literatur. In der SZ weiß der irgendwie ja auch indische Autor V.S. Naipaul, warum Bangladesch so glücklich ist.. In der FR liefert Mahesh Dattani Impressionen aus Deutschland. Außerdem: Die taz interviewt Necla Kelek. In der Welt bespricht Dan Diner die große Geschichte des Holocaust von Saul Friedländer.

FR, 30.09.2006

Der indische Autor Mahesh Dattani ist in Deutschland unterwegs und liefert Impressionen. Manches ist anders als in Indien: "Wenige Reihen vor mir in meine Richtung gewandt knutscht ein junges Paar. Knutschen in der Öffentlichkeit ist eine Kunst, die man beherrschen muss. In Mumbai verstecken sich die Schmuser im Schatten der Parks oder am Strand, weit fort von den wachsamen Blicken der Polizei. Hier tut man es in aller Öffentlichkeit."

Weitere Artikel: Matthias Arning gratuliert dem Historiker Manfred Messerschmidt zum Achtzigsten. Mirja Rosenau freut sich, dass die Frankfurter Messe dem Städelmuseum Martin Kippenbergers Gemälde "Zwei Proletarische Erfinderinnen auf dem Weg zum Erfinderkongress" geschenkt hat. Käthe Trettin kommentiert die Verleihung des Unseld-Preises an die dänische Dichterin Inger Christensen. Karin Ceballos Betancur denkt in ihrer "Bonanza"-Kolumne über Passbilder nach.

Besprochen werden Stefan Puchers Inszenierung von Eugene O'Neills "Trauer muss Elektra tragen", ein "Ödipus" und ein "Cyrano" am selben Theater in Basel in einer Kritik, eine Hamburger Inszenierung von Hans-Werner Henzes "L'Upupa und der Triumph der Sohnesliebe" und ein Konzert des Bayerischen Staatsorchesters unter Kent Nagano in der Alten Oper in Frankfurt.

NZZ, 30.09.2006

Joachim Güntner unterhält sich mit Wolfgang Beck, der das literarische und Sachbuchprogramm des seit 1763 bestehenden Beck-Verlags leitet und auf die Frage, warum der Verlag so erfolgreich ist, antwortet: "Einmal angenommen, dies sei der Fall, könnte es mit einer gewissen Stetigkeit unserer Verlagsarbeit zusammenhängen, mit einer konstanten Bemühung, möglichst nur beste Bücher und Autoren zu verlegen, und mit der seit langem verfolgten Zielsetzung, Wissenschaft an eine weitere Öffentlichkeit zu vermitteln."

Weitere Artikel: Samuel Herzog berichtet, dass eine Erbin Anspruch auf ein Macke-Bild im Aargauischen Kunstverein erhebt. Außerdem wird angekündigt, welche Bücher in der am Montag erscheinenden Buchmessenausgabe rezensiert werden. Besprochen wird Bob Wilsons und Matthias Langhoffs Pariser Inszenierung von Heiner Müllers Drama "Quartett".

Die Samstagsbeilage Literatur und Kunst ist dem Buchmessengastland Indien gewidmet. Angela Schader führt ein und verweist auf den Umstand, dass Indien als erstes Land zum zweiten Mal Gast in Frankfurt ist.

In der Beilage schreiben fast ausschließlich indische Autoren. Kiran Nagarkar ("Gottes kleiner Krieger") wirft einen kritischen Blick auf das heutige Bollywood: "Abgesehen von einigen Ausnahmen wie 'Maqbool' und 'Hazaroon Khwaishe Aisi' scheint im Herzen des indischen Films gegenwärtig eine große Leere zu herrschen: keine neuen Ideen, Misstrauen gegenüber einheimischen Drehbüchern oder Adaptationen indischer Erzählungen und Romane. Wir sind mehr und mehr zu Parasiten geworden. Wir wagen es nicht mehr, in unserem eigenen Terrain zu schürfen, sondern kupfern von Hollywood ab."

Außerdem meditiert Sudhir Kakar über "Die indische Frau zwischen Heim und Welt". Ranjit Hoskote legt einen Essay über die indische Literatur der Gegenwart am Beispiel der Werke von Amitav Ghosh, Rohinton Mistry, Allan Sealy und Kunal Basu vor. Der Romancier Amit Chaudhuri verfasst eine Hommage auf die indische Musiktradition. Brijinder Nath Goswamy blickt zurück auf 2000 Jahre indischer Malerei. Und Chakravarthi Ram-Prasad nimmt sich noch längere Dauern vor und tritt eine "Reise durch 3500 Jahre indischer Denktradition" an. Und Ilja Trojanow liest zwei neue Romane über Bombay.

TAZ, 30.09.2006

Im taz-mag spricht die Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek über die Pflicht der Migranten zur Freiheit - und die Unterschiede zwischen Ost und West: "Im Westen ist auch dank der grünen Bewegung und der antirassistischen Initiativen vieles besser geworden. Im Westen werden Migranten geschützt. Wenn man aber in Rostock oder in Greifswald ankommt, stehen Neonazis dort unbehelligt herum. Und keiner sagt was. Niemand ruft die Polizei, keiner stört sich daran, dass diese Glatzköpfe diese schönen Städte hässlich grölen."

Nina Apin war für den Kulturteil dabei, als Norbert Lammert, Adolf Muschg und Seyran Ates über den Band "Patriotismus, Verfassung, Leitkultur" sprechen wollten - und dann doch wieder von Kopf und Kragen redeten: "Als die Diskussion droht in eine verfassungsdemokratische Lehrstunde abzugleiten, bringt Muschg die Absetzung von 'Idomeneo' ins Spiel und mutmaßt, dass die meisten Muslime auch gegen den abgeschnittenen Kopf von Jesus protestieren würden. Ein Raunen geht durchs Publikum. Seyran Ates wehrt sich gegen die gutmenschendelnde Unterstellung. 'Es gibt Muslime, die durchaus dazu bereit sind, anderen Göttern den Kopf abzuschlagen', sagt sie mit Bezug auf die zerstörten Buddha-Statuen in Afghanistan und fordert, den 'unsäglichen vorauseilenden Gehorsam' gegenüber dem radikalen Islam einzustellen."

Zwei Artikel gibt es zum Nationalfeiertag: Christian Jostmann macht sich Gedanken über den "summer of heimatliebe" - in einem weiteren Text fragen sich vier weitere Autoren nach dem aktuellen Zustand von Deutschland.

Besprochen werden Bücher, darunter drei indische Bücher vorgestellt, die sich ganz oder in Teilen um Bollywood drehen, Zadie Smiths neuer Roman "Von der Schönheit" und Donald Barthelmes sehr verspätet übersetzter Roman "Der König" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und Tom.
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Berliner Zeitung, 30.09.2006

Im Interview mit Arno Widmann erzählt der Autor Vikram Chandra, wie er seinen monumentalen Roman "Sacred Games" geschrieben hat, dessen erster Band "Der Gott von Bombay" in Deutschland gerade erschienen ist: "Verbrechen, Politik und Religion haben sich in die Geografie dieses Subkontinents, ja in den Körper eines jeden einzelnen seiner Bewohner eingeschrieben. Die drei kämpfen jeder für sich und gemeinsam gegen uns, und sie kämpfen gegeneinander. Gewaltige Kriege, Stoff für große Epen. Viel größer, gewaltiger als das, das wir uns vorstellen. Die Wirklichkeit hat die größte Fantasie. Darum habe ich viel recherchiert, habe versucht, genau zu erfahren, wie das organisierte Verbrechen funktioniert, wie es zusammenarbeitet mit Politik und Religion."

FAZ, 30.09.2006

Die heutige Ausgabe steht schon im Zeichen der unweigerlich heraufziehenden Buchmesse. Hubert Spiegel empfiehlt die belletristischen Bücher der Saison, Eberhard Rathgeb liest die Sachbücher, und Martin Kämpchen befasst sich mit Büchern aus dem Gastland Indien. Wirklich überraschende Titel nennen sie nicht. Günter Grass ("Beim Zwiebeln der Häute"), Imre Kertesz ("Dossier K.") in der Literatur (und Christoph Peters und Felicitas Hoppe und Christoph Ransmayr), Peter Sloterdijk ("Zorn und Zeit") und Ayaan Hirsi Ali ("Mein Leben, meine Freiheit") und die Reportage "Zur Lage der chinesischen Bauern" von den Lettre-Ulysses-Preisträgern Chen Guidi und Wu Chantao bei den Sachbüchern. Unter den indischen Büchern fallen die Reportage "Bombay - Maximum City" von Suketu Mehta und Kiran Nagarkars Roman "Gottes kleiner Krieger" auf. Sowohl in der Literatur als auch im Sachbuch gehört die Auseinandersetzung mit Islam und Islamismus zu den wichtigsten Themen.

Weitere Artikel: In der Leitglosse doziert Patrick Bahners im Anschluss an eine Bemerkung Wolfgang Schäubles über die Frage, ob die Verfassung Verhandlungssache sein könne. Der Feinstschmecker Jürgen Dollase besucht für seine Kolumne die Restaurants des elsässischen Kochs Jean-Luc Brendel in Riquewihr. Jürg Altwegg berichtet über den Fall des französischen Philosophen Robert Redeker, der nach einem korankritischen Artikel für den Figaro im Versteck leben muss. Oliver Jungen macht sich Sorgen um die Zukunft der katholischen Theologie ausgerechnet in Bayern. Dieter Bartetzko berichtet über die Wiedereröffnung des Festspielhauses in Dresden-Hellerau. Joseph Croitoru liest osteuropäische Zeitschriften, die unter anderem Dmitri Schostakowitschs gedenken. Jürgen Kaube gratuliert dem Berliner Wissenschaftskolleg zum 25. Geburtstag. Michael Jeismann gratuliert dem Militärhistoriker Manfred Messerschmidt zum Achtzigstern. Richard Kämmerlings gratuliert dem amerikanischen Autor Tim O'Brien zum Sechzigsten. Und selbst dem Sektengründer Claude Vorilhon alias Rael wird der FAZ-Geburtstagsartikel zum Sechzigsten nicht erspart (es gratuliert Andreas Rosenfelder).

In der ehemaligen Tiefdruckbeilage erinnert auch Wolfgang Sandner an Dmitri Schostakowitsch, der in diesen Tagen hundert Jahre alt geworden wäre. Auf der Schallplatten-Seite geht's um neue Aufnahmen mit eher abgelegenen Klaiverwerken von Mozart, um eine CD der Lemonheads, um eine CD der Mountain goats und um die Jazzrockcombo Trio beyond. Auf der Literaturseite werden Juri Andruchowytschs Roman "Moscoviada" und eine Biografie über die Tochter Fontanes, Martha Fontane, von Regina Dieterle besprochen.

Besprochen werden außerdem ein Konzert des Bayerischen Staatsorchestern unter Kent Nagano in Frankfurt, eine Ausstellung mit deutscher Beutekunst der Menzel-Zeit in der Eremitage, eine Aufführung von Eugene O'Neills "Trauer muss Elektra tragen" an den Münchner Kammerspielen, "Ein Mond für die Beladenen" desselben Autors im Londoner Old Vic mit Kevin Spacey und Verdis "Luisa Miller" in Leipzig.

Für die Frankfurter Anthologie liest Tilman Spreckelsen ein Gedicht Theodor Storms - "Abseits":

"Es ist so still; die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft. (...)"

Welt, 30.09.2006

Aus heutiger Sicht fast schon wieder ungewöhnlich findet Dan Diner in der Literarischen Welt die Perspektive, aus der heraus Saul Friedländer in seinem Werk über den Holocaust die "Jahre der Vernichtung" betrachtet. Denn Friedländer "stellt die Weltanschauung der Judenfeindschaft ins Zentrum", was heute nicht mehr selbstverständlich sei. "In den vergangenen Jahren erfreuen sich gerade solche Bücher über den Holocaust der Gunst des Publikums und erreichen für das historische Genre gerade sensationelle Verkaufszahlen, die eher davon abzusehen trachten, in der Judenfeindschaft den zentralen Grund für die Ermordung, für die Vernichtung der europäischen Juden zu sehen. Dass die ermordeten Juden Juden waren, wird eher zu einer Nebensache, zu einer Art sekundärem Grund. Solche Begründungen sind beliebt, weil sie es auf das Materielle abstellen: auf Raub und Plünderung, auf Habgier und ökonomisches Kalkül. Solche menschlichen Gebrechen sind jedermann einsichtig, beruhen sie doch auf so etwas wie auf einer nachvollziehbaren negativen Anthropologie. (...) Diesem Trend stellt sich Saul Friedländers Geschichte des Holocaust entgegen."

Weiteres: Tilman Krause würdigt den Biografen und Essayisten Rüdiger Safranski, der den Welt-Literaturpreis 2006 erhält. Besprochen werden unter anderem Christoph Ransmayrs Versepos "Der fliegende Berg", George Steiners Essay "Warum Denken so traurig macht" und Neil Fergussons Buch über den "Krieg der Welt".

Hatten wir nicht genug bigotte Wertedebatten, stöhnt Mariam Lau im Feuilleton, nachdem sie den Reden bei der Präsentation von Norbert Lammerts Buch "Verfassung, Patriotismus, Leitkultur" in Berlin zugehört hat. Als gefragt wurde "ob sich der Bundestagspräsident denn hier zur Überlegenheit des Christentums bekennen wolle, wurde allerdings wieder auf politische Opportunität verwiesen; ähnlich wie der Papst sich selbst ja auch hinter einem Zitat versteckt und obendrein noch entschuldigt hat, als es hart auf hart kam. Schöne Kulturkämpfer sind das!"

Campino gibt im Interview den Theaterkritikern eins auf die Mütze, die die "Dreigroschenoper" verrissen haben, obwohl sie wussten, dass auf einer Baustelle geprobt werden musste: "Sie sind brutaler als Musikkritiker. Aber ihre Macht wird vielleicht überschätzt. Eine derartige Breitseite hätten die Toten Hosen nach einer Plattenveröffentlichung wohl nicht überlebt." Die Dreigroschenoper sahen immerhin 70.000 Menschen.

Weitere Artikel: Sönke Wortmann spricht im Interview über seinen Fußball-Dokumentarfilm "Deutschland. Ein Sommermärchen". Ml. gratuliert Lea Rosh zum Siebzigsten.

Besprochen werden CDs von "The Killers" und "Jet", die Ausstellung "Heimat und Exil" im Jüdischen Museum Berlin und die Inszenierung von Arthur Millers "Handlungsreisendem" an der Schaubühne.

SZ, 30.09.2006

Im Interview spricht Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul über sein nächstes Buch, das Elend der Revolution, die Zukunft der indischen Kleinbauern - und das Glück. Interviewer Burkhard Müller erzählt ihm von zwei Umfragen: die eine behauptet, die Dänen seien das glücklichste Volk der Welt, die andere nennt die Einwohner von Bangladesh die glücklichsten Menschen der Welt. Letzteres hält Naipaul für plausibel: "Sie sind nicht sehr ehrgeizig, ihre einzige Sorge gilt der Religion. Sobald das in Ordnung geht, sind sie glücklich. Ich meine, das ist in Ordnung. Wenn das Hochwasser kommt und ihre Häuser wegschwemmt, klettern sie auf die Bäume, wenn das Hochwasser geht, klettern sie wieder runter und bauen ihre kleinen Hütten wieder auf. Es ist ein Drama für sie, es dramatisiert den Jahreslauf. Aber sie sind sehr zufrieden. Ich habe nie glücklichere Menschen gesehen... Jede Menge Anstrengung geht in den Versuch, alle glücklich zu machen, Entwicklungsprojekte, dies und jenes. Sie wollen das nicht. Sie wollen ihre Religion, sie wollen fünfmal am Tag beten. Wenn sie sterben, wollen sie ins Paradies. Beim Paradies können wir ihnen nicht helfen, aber wir müssen verstehen, was sie wollen."

Der Kabarettist Alfred Dorfer kommentiert recht sarkastisch den Stand der Dinge in Österreich vor der Wahl am Sonntag: "Der Wahlkampf in Österreich ist vorüber, am Sonntag steht der Urnengang an. Die bereits chronische Krankheit Politikverdrossenheit ist am Symptom der Wurschtigkeit leicht zu erkennen - die Ursachen dafür wurden überlebensgroß affichiert, das Wahlvolk hat mit der Glaubwürdigkeit von Laienspielgruppen den stummen Vorträgen der Regierungswilligen gelauscht. Die Auswahl ist groß wie nie und bestätigt den Verdacht, dass Unfreiheit auch durch die Art des Angebots entstehen kann."

Weitere Artikel: Aus Frankreich berichtet Johannes Willms vom in Cannes gezeigten und jetzt anlaufenden Film "Indigenes" über Soldaten der franzöischen Armee, die aus den Kolonien stammten - der Film hat bereits im Vorfeld für viel Aufsehen gesorgt und Jacques Chirac nach einer Sondervorführung dazu bewegt, die Veteranenrenten der betroffenen Soldaten auf das Niveau der französischen Soldatenrente zu erhöhen. Im Interview aus Anlass seines 70. Geburtstags erklärt der Komponist Steve Reich, welche Probleme er mit der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts hat. Ingo Petz erzählt davon, dass Rockmusik in Weißrussland der "Klang des Aufbruchs" ist. Gerhard Matzig stellt nach Ansicht der Pläne fest, dass der Umbau des derzeit noch vom "Süddeutschen Verlag" bewohnten Areals in Münchens Mitte "glücken" kann. Gottfried Knapp gratuliert dem österreichischen Künstler Walter Pichler (mehr) zum Siebzigsten. Die Literaturseite annonciert Neuauflagen alter DDR-Kinderbücher.

Besprochen werden Stefan Puchers Inszenierung von "Trauer muss Elektra tragen" an den Münchner Kammerspielen, die Adam-Sandler-Komödie "Klick", ein Konzert des Bayerischen Staatsorchesters unter Kent Nagano in Wien und die Ausstellung "Heimat und Exil" im Jüdischen Museum Berlin.

Unbedingt lesenswert Sonja Feldmeiers Reportage auf der Medienseite über die Macht der einflussreichen Media-Agenturen und den Fall von Alexander Ruzicka, bis vor kurzem Chef der Aegis Media, der zweitgrößten Mediaagentur-Gruppe Deutschlands. "Vier Media-Agentur-Konzerne kontrollieren inzwischen 75 Prozent des Geschäfts, das im Planen und Platzieren von Werbespots und Anzeigen in Sendern und Presseprodukten besteht. Manche Chefs der Medien gewöhnten sich an, lieber zu kuschen vor den mächtigen Geldbeschaffern, deren viele Millionen schließlich all die schönen Reportagen, Spielfilme und Shows möglich machten." Die Media-Agenturen bewegen in Deutschland immerhin mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr

In Jan Brandts Aufmacher der SZ am Wochenende geht es um Kaffee und Tee - und damit auch um ein arges Missverhältnis mit wenigen Ausnahmen: "In Deutschland wird pro Kopf und Jahr durchschnittlich 6,9 Kilo Kaffee getrunken - und 250 Gramm Tee." Der indische Autor Kiran Nagarkar erzählt von Lesungen, Verlesungen und dem indischen Literaturbetrieb. Von einer Dirk Peitz porträtiert den früheren Musikjournalisten und heutigen Bestsellerautor Tony Parsons. Im Interview gibt sich der Dichter Wolf Wondratschek gelassen: "Ich baue auf den Ruhm post mortem. Man ruht, man lässt sein Lächeln in die Meere fließen . . ."