Wieland Freund und Guido Graf haben die vier gegenwärtigen Stars der amerikanischen Literatur
besucht -
Jonathan Franzen (mehr
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David Foster Wallace (mehr
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Jeffrey Eugenides (mehr
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Richard Powers (mehr
hier)- und stellen viele Gemeinsamkeiten fest, unter anderem, dass ihre großen Erzählungen um die gleichen Probleme der Postmoderne kreisen, um "bröckelnde Identitäten" und den ganzen
"seelischen Kindergarten". "Sie sind alle um 1960 geboren, im Mittleren Westen, im unübersehbaren Nirgendwo Amerikas, im
Herzen des Herzens des Landes. Alle vier zählen heute zu den bedeutendsten Erzählern Amerikas. Sie kommen nicht aus den Metropolen, sie kommen aus dieser
verlässlichen Leere - vier weiße Männer um die vierzig. David Foster Wallace, in der Universitätsstadt Urbana in Illinois geboren, eben dort wo Richard Powers heute lebt, erzählt, dass seine Eltern an Universitäten an der Ostküste studiert haben, dass dort alles schneller, aber auch zynischer abläuft. Dort fragt man, wenn man irgendwas hört oder liest: Ist das interessant? Im
Mittleren Westen dagegen:
Ist das wahr?"
Jochen Stöckmann
erinnert an die Anfänge des vor fünfzig Jahren eingeschlagenen
deutschen Sonderwegs, aus jeder (mehr oder weniger zerbombten) Innenstadt eine
Fußgängerzonen zu machen. "Das neue, demokratische Deutschland schützt seine Bürger, Kaufhauskönige wie Konsumenten, vor allzu rasendem Verkehr, vor dem
rationalen Delirium der Metropolen. Lust an der Geschwindigkeit, Beat des großstädtischen Lebens, urbanes Vergnügen an unvorhergesehenen Situationen - diese westlichen Werte passen einstweilen nicht in den Kanon eines Wirtschaftswunderlandes."
Im Print preist der Amerikanist
Gert Raeithel Schönheit und Reichtum des
amerikanischen Englisch, das mit seinen Stab-, Binnen- und Endreimen, mit seinen Lautmalereien, seinen Abkürzungen und Wortschöpfungen so schnell, direkt und ungestüm vorwärts drängt. Stephan Wackwitz bricht eine Lanze für die
erotische Lyrik des "kommunistischen Dandys"
Peter Hack (mehr
hier), die "die Selbststilisierung, das Versteckspiel, die Verkleidung, die Ironie, die Grausamkeit, die Verlogenheit, die
Treulosigkeit, die
Eleganz und das
Raffinement" der Erotik "glanzvoll und lustig wieder in ihre seit der Antike angestammten Rechte" gesetz habe und dafür von einer "souveränen Republik" auch gewürdigt werden sollte. Und Gustav Seibt befasst sich noch einmal mit
Jörg Friedrichs Buch
"Der Brand". Er wirft ihm im Grunde vor, gerade dadurch, dass er
nicht aufrechnet, sein Thema - den Luftkrieg - unheilvoll zu verkürzen. "Geschichtsschreibung kann nicht im
Stupor vor dem Schrecken verharren." Als Gegenlektüre empfiehlt Seibt
Kurt Flaschs Aufzeichnung seiner Mainzer Kindheit
"Über die Brücke" zu lesen, in denen der Philosoph sehr bewegend schildert, wie seine Mutter noch in ihrer Todesangst hoffte, dass Deutschland den Krieg verlieren würde.
In weiteres Artikel geht es um die Werte, die neuere Literatur und die verfängliche Praxis des Zitierens, um die Wiederkehr der großen Familiensagen (der Rothschilds und der Esterhazys), um Antonin Dvorak in der Neuen Welt von Iowa, um Schriftsteller als Realitätenvermittler und vieles mehr.