
Jonathan Mahler
steuert einen kurzweiligen Essay über die
Deadline bei, die von Schriftstellern ebenso gefürchtet wie ignoriert wird. "Amerikas legendärste Autorin mit Schreibblockade ist sicherlich
Fran Lebowitz, die - mit Ausnahme eines Kinderbuches - ihr letztes Werk 'Social Studies' 1981 herausgebracht hat. (Sie übernahm die Führung von
Harold Brodkey (
mehr), dessen sehnlichst erwartetes Debüt sich so lange verzögerte - mehr als
drei Jahrzehnte, wie sich herausstellte - dass er schließlich zum wahrscheinlich ersten Schriftsteller wurde, der berühmt wurde, weil er kein Buch geschrieben hatte."
Hier befragt der
Playboy Lebowitz zu ihrem Buch in Arbeit.
Eric Pace
verabschiedet die französische
Schriftstellerin Francoise Sagan, indem er sie noch einmal über die
Liebe als Krankheit und den Spaß am Fahren schneller Wagen sprechen lässt: "Wie irre und hoffnungslos auch immer man verliebt ist, bei
120 Meilen pro Stunde nimmt das ab."
Weitere Artikel: Nachdem sie
William Trevors immerhin elfte Kurzgeschichtensammlung
"A Bit on the Side" goutiert hat,
bejubelt Lynn Freed den Meister jener Kleinigkeiten, die das Menschsein ausmachen, ohne jegliche Zurückhaltung: "Mit
unendlicher Geduld arbeitet er sich voran, um hier ein Stück zu enthüllen, dort etwas aufzudecken, um dann alles zusammenzubringen, wenn die Geschichte selbst schon vorbei ist. Immer wieder gelingt ihm dieser
magische Akt." Genau die richtige Mischung haben die Herausgeber der Anthologie "Just Enough Liebling" (
erstes Kapitel) des Essayisten und Journalisten
A. J. Liebling gefunden,
lobt Charles McGrath. Besonders beeindruckt ihn, wie frisch, "weise und zynisch zugleich" Lieblings Ansichten erscheinen, etwa zur Beziehung von
Journalismus und Geld. "Full Bloom", Hunter Drohojowska-Philps Biografie der amerikanischen Malerin
Georgia O'Keeffe, kann Jed Perl dagegen nicht vom Hocker
reißen. Zu brav, zu konventionell die Herangehensweise, zumal für ein Sujet wie Keeffe. Das Ergebnis: "business as usual".
Nach seinen Recherchen in der Welt der
Blogs wird Matthew Klam im
New York Times Magazine das Gefühl nicht los, dass sich der Schwerpunkt des
politischen Journalismus gerade in Richtung der "zum großen Teil unbezahlten,
T-Shirt-tragenden Armee" der Blogger
verschiebt. "Zu Beginn dieses Monats startete eine Truppe von rechtsorientierten Bloggern einen
koordinierten Angriff gegen CBS News und deren Behauptung, dass Präsident Bush eine Spezialbehandlung in der National Guard genossen habe; innerhalb von 24 Stunden gelangte die exzessive
Analyse von Schriftarten aus den Siebzigern auf
Drudge, von dort aus zu Fox News, den anderen Sendern und schließlich auf die Titelseiten der führenden Zeitungen des Landes." Blogger sind den
Medienstrategien der Politiker besser gewachsen als konventionelle Reporter, meint Klamm. "Sie haben begonnen, so wie die PR-Macher der
Pseudo-Events zu arbeiten, indem sie zusammenbleiben, Informationen teilen und gegenseitig die besten Zeilen der anderen wiederholen."
Für ihr
Porträt des rätselhaften und unkonventionellen Regisseurs
Wong Kar-wai (
Filme) besuchte Jaime Wolf auch das Set von
"2046" auf Macao, auf dem alle nur auf einen warteten: Wong Kar-wai. "
Kurz nach Mitternacht fuhr ein Minivan herein, Wong stieg aus, in der Hand ein Haufen Papier, auf dem er
in Langschrift die Szenen notiert hatte, die demnächst gedreht werden sollten. Ein Assistent verteilte schnell die Kopien. Es schien, als wäre Wong gerade aus einer
Cafe-Schreib-Session gekommen, mit einem kurzen Stop bei
Kinko's, was der Wahrheit recht nahe kam."
Außerdem: Deborah Solomon
unterhält sich mit dem kanadischen
Designer Bruce Mau, der wohl als Einziger behauptet, der iPod interessiere ihn nicht. Charles Siebert
berichtet, was die Wissenschaftler bei der großangelegten Suche nach
außerirdischem Leben vorhaben. Die Stilsektion ist ganz der
Zukunft des Automobils gewidmet: Christopher McDougall
kündigt fliegende Vehikel an, John Tierney
erklärt in seinem Manifest, warum alle profitieren, wenn noch mehr gefahren wird, und Spike Gillespie
stellt fest, dass wir das
altbekannte Fahrgefühl auch in Zukunft nicht missen müssen.