Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 11.10.2004 - New York Times

"War Trash", Ha Jins Erinnerungen eines chinesischen Kriegsgefangenen der USA während des Koreakriegs lassen einen vergessen, dass man einen Roman und keine Autobiografie vor sich hat, jubelt Russell Banks. Der bereits hochdekorierte Schriftsteller mischt in seinem neuen Buch "zwei alte und ehrwürdige westliche Literaturtraditionen - den Roman als wirklichkeitsgetreue Memoiren und die authentischen Memoiren als Gefängnisgeschichte. Es ist ein brillanter und origineller Zeilenspung, und Ha Jin meistert ihn bravourös; mit dem Ergebnis, dass der Erzähler, Yu Yuan, einer der am besten ausgearbeiteten Charaktere ist, die in den vergangenen Jahren aus der Welt der Prosa aufgetaucht sind." Dazu gibt es ein Interview mit Ha Jin, zum Lesen oder Anhören.

Andrew Delbanco bewundert Harold Bloom, der zwar manchmal "irritierend extravagant" schreibt, an guten Tagen aber eine Literaturkritik zur Literatur emporheben kann. In "Where Shall Wisdom Be Found?", einer Ode an seine Lieblingsschriftsteller, vollbringt Bloom dieses Kunststück nicht nur einmal. Zu "mathematisch" austariert findet John Banville "The Double", den neuen Roman von Jose Samarago. Er kann nicht glauben, dass die beiden Protagonisten sich gleich wie Roboter verhalten müssen, Identität hin oder her. Die jetzt erschienene Auswahl der Tagebucheinträge Jack Kerouacs beweist ein für alle Mal, dass er kein "halbfertiger primitiver Kiffkopf war, der den Sinneseindruck dem Sinn vorzog", jubelt Walter Kirn. Ted Widmer interessieren an Kitty Kellyes "The Family" (erstes Kapitel), dem heiß erwartetem Enthüllungsbuch über den Bush-Clan, weniger die Marijuanageschichten als vielmehr die Chronik des Aufstiegs einer Familie in den innersten Machtzirkel Amerikas.

In einem kundigen Hintergrundessay erläutert Franklin Foer den Konflikt zwischen den mittlerweile in die Defensive geratenen Neocons und den erstarkenden Isolationisten innerhalb der Republikanischen Partei. Der von Bush 2000 ausgerufene Waffenstillstand ist durch den Irakkrieg hinfällig geworden. In der neu eingerichteten Bestseller-Kolumne beschäftigt sich Dwight Garner mit der diesjährigen Rekordnachfrage nach politischen Büchern.

Im New York Times Magazine  berichtet Robin Marantz Henig von einem neuen Medikament, das auf den ersten Blick nur ein weiteres Herzmittel ist, bei näherem Hinsehen aber gesellschaftlichen Sprengstoff in sich birgt. BiDil funktioniert bei Schwarzen besser. Es scheint der Beweis dafür zu sein, dass sich die menschlichen Rassen genetisch unterscheiden. Das eröffnet ganz neue Forschungsmöglichkeiten. Und Probleme. "Für rassenbasiertes Nischenmarketing müssten Medikamentenhersteller zunächst die biologischen Unterschiede zwischen Schwarzen, Weißen, Asiaten und Indianern herausfinden. Und je mehr sie diese Unterschiede beschreiben und erklären, desto mehr spielen sie den Rassisten in die Hände."

Aus den Entwicklungslaboren des Schokoriegelherstellers Mars liefert Jon Gertner eine Reportage, die sich wie ein Wissenschaftskrimi liest. Hinter dreifachen Sicherheitsschleusen arbeiten dort Chemiker seit fünfzehn Jahren mit einem beachtlichen Budget an der Entwicklung der gesunden Schokolade. Flavanole, Bestandteile der Kakaonuss, können die Blutzirkulation begünstigen, haben die Forscher herausgefunden. Und der Schokoladenriegel CocoaVia, ein Prototyp mit künstlich erhöhten Flavanolwerten, wird schon über das Internet vertrieben.

Außerdem trommelt Matt Bai für den Präsidentschaftskandidaten John Kerry und fragt sich, ob dessen überdachte, aber auch komplexe Terrorismusbekämpfungsstrategie den immer noch vom 11. September traumatisierten Amerikanern zu vermitteln ist. Deborah Solomon unterhält sich mit dem Schriftsteller Edward P. Jones, der nicht so recht weiß, was er mit der halben Million Dollar Preisgeld als MacArthur Fellow anfangen soll. Lynn Hirschberg erfährt von Claire Danes, dass sie mit neun eine selbstbewusstere Schauspielerin war als mit 25 (jetzt posiert sie dafür für die New York Times). Und für die Design-Aficionados gibt es diese Woche eine Beilage, in der stilvolle, aber unerschwingliche Möbel zu sehen sind, als Ausstattung für Wohnungen, die man sich nie wird leisten können.

Magazinrundschau vom 04.10.2004 - New York Times

Vergangene Woche haben wir schon Philip Roths Bericht über die Entstehungsgeschichte seines neuen Buches "The Plot Against America" lesen dürfen, jetzt bestätigt ein begeisterter Paul Berman, was sich schon angedeutet hat. "Philip Roth hat einen grandiosen politischen Roman geschrieben, wenn auch in einer Weise, die seine Leser nie geahnt haben - die Fabel eines alternativen Universums, in dem Amerika faschistisch geworden ist und das Alltagsleben unter einer Dampfwalze von nationaler Politik und Massenhass plattgewalzt wird. Hitlers Alliierte regieren im Weißen Haus. Antisemitische Mobs beherrschen die Straße." Berman weiß gar nicht, wo er mit dem Lob anfangen soll. "Der Roman ist düster, lebendig, traumhaft, grotesk und gleichzeitig unheimlich glaubwürdig." Das Fazit: "Roth hat seinen Weg in einen archetypischen Alptraum gefunden - die bange, uralte Mitternachtsangst der amerikanischen Juden." Hier das erste Kapitel, hier mehr über den Autor.

Großartig! David Orr ist in die Tiefen des Netzes getaucht und hat knapp 25 Websites heraufgeholt, in denen sich alles um Literatur dreht. Von Maud Newtons Blog, das als eine der besten Quellen für Neuigkeiten aus dem Verlagswesen gepriesen wird, bis hin zu WordsWithoutBorders, deren norwegische Betreiber es sich zur Aufgabe gemacht haben, möglichst viele Bücher ins Englische zu übersetzen.

Tom Carson mag Jon Stewart nicht nur, weil er in der ersten Folge seiner täglichen Comedy Show nach dem 11. September geweint hat, sondern auch weil er Bücher schreibt wie "America (The Book). A Citizen's Guide to Democracy Inaction", in dem er "selbstironischen jüdischen Witz mit Ivy-League-Schickheit" verbindet. Nicht immer überzeugend findet dagegen Colm Toibin die Versuche Stephen Greenblatts, in seiner Shakespeare-Biografie "Will in the World" aus der Vita des Meisters sein Oeuvre zu destillieren. Ben Macintyre glaubt Jonathan Randal, wenn er Osama Bin Laden als Geschäftsmann in Sachen Terror sieht, der beinahe schon unsterblich ist. Die Printausgabe kommt in aufgefrischtem Gewand daher, neu ist eine Kolumne zur Welt der Bestseller. Dwight Garner nimmt sich zum Einstand die allererste Bestenliste aus dem Jahr 1935 vor, die es hier als Pdf gibt.

Aus naheliegenden Gründen ist diese Ausgabe des New York Times Magazine der Kunst gewidmet. Am 20. November öffnet das MoMa seine runderneuerten Pforten. Arthur Lubow schafft es in einer der längsten Reportagen der vergangenen Jahre, aus der monatelangen Vorbereitungsarbeit der Kuratoren eine spannende Geschichte zu machen. Lubow verrät auch schon einiges. So wird nicht mehr der Badende von Cezanne die Besucher in der Eingangshalle begrüßen, sondern Paul Signacs Werk "Vor dem Hintergrund eines Hintergrunds voller rhythmischer Hebungen und Winkel, Töne und Farben, ein Porträt von M. Felix Feneon im Jahr 1890". MoMA-Direktor Glenn Lowry soll begeistert gewesen sein, als er im April das briefmarkengroße Bild am Schaumstoffmodell des Museums entdeckte, das den Kuratoren zur Veranschaulichung dient. "Ich würde sagen, wir können den Vorhang heben." Hier kann man sich unterlegt von Schwenks durch das halbeingerichtete Museum die Erklärungen des Kurators John Elderfield anhören.

Weiteres: Mit glamourösen Fotos von Tina Barney stellt Maura Egan die Frauen vor, die New Yorks Kunstszene als Mäzene mit ihrem Geld nähren und lenken. Wo sind die großen Impresarios der Vergangenheit geblieben, fragt sich Jesse Green, wenn er sich die Anwärter auf den Chefposten des geschichtsträchtigen Public Theatre ansieht. In einer weiteren Galerie sind Porträts aus der Hand von Elizabeth Peyton zu sehen, eine der erfolgreicheren jungen Malerinnen New Yorks. James Traub grübelt, ob die Museen auch in Zukunft noch als Rückzugstätten aus dem hektischen Stadtleben taugen werden. Und Russell Shorto besucht Nonesuch Records, um herauszufinden, wie dieses kleine aber feine Label den Weg in die Zukunft der Musikindustrie weisen könnte. 

Magazinrundschau vom 27.09.2004 - New York Times

Jonathan Mahler steuert einen kurzweiligen Essay über die Deadline bei, die von Schriftstellern ebenso gefürchtet wie ignoriert wird. "Amerikas legendärste Autorin mit Schreibblockade ist sicherlich Fran Lebowitz, die - mit Ausnahme eines Kinderbuches - ihr letztes Werk 'Social Studies' 1981 herausgebracht hat. (Sie übernahm die Führung von Harold Brodkey (mehr), dessen sehnlichst erwartetes Debüt sich so lange verzögerte - mehr als drei Jahrzehnte, wie sich herausstellte - dass er schließlich zum wahrscheinlich ersten Schriftsteller wurde, der berühmt wurde, weil er kein Buch geschrieben hatte." Hier befragt der Playboy Lebowitz zu ihrem Buch in Arbeit.

Eric Pace verabschiedet die französische Schriftstellerin Francoise Sagan, indem er sie noch einmal über die Liebe als Krankheit und den Spaß am Fahren schneller Wagen sprechen lässt: "Wie irre und hoffnungslos auch immer man verliebt ist, bei 120 Meilen pro Stunde nimmt das ab."

Weitere Artikel: Nachdem sie William Trevors immerhin elfte Kurzgeschichtensammlung "A Bit on the Side" goutiert hat, bejubelt Lynn Freed den Meister jener Kleinigkeiten, die das Menschsein ausmachen, ohne jegliche Zurückhaltung: "Mit unendlicher Geduld arbeitet er sich voran, um hier ein Stück zu enthüllen, dort etwas aufzudecken, um dann alles zusammenzubringen, wenn die Geschichte selbst schon vorbei ist. Immer wieder gelingt ihm dieser magische Akt." Genau die richtige Mischung haben die Herausgeber der Anthologie "Just Enough Liebling" (erstes Kapitel) des Essayisten und Journalisten A. J. Liebling gefunden, lobt Charles McGrath. Besonders beeindruckt ihn, wie frisch, "weise und zynisch zugleich" Lieblings Ansichten erscheinen, etwa zur Beziehung von Journalismus und Geld. "Full Bloom", Hunter Drohojowska-Philps Biografie der amerikanischen Malerin Georgia O'Keeffe, kann Jed Perl dagegen nicht vom Hocker reißen. Zu brav, zu konventionell die Herangehensweise, zumal für ein Sujet wie Keeffe. Das Ergebnis: "business as usual".

Nach seinen Recherchen in der Welt der Blogs wird Matthew Klam im New York Times Magazine das Gefühl nicht los, dass sich der Schwerpunkt des politischen Journalismus gerade in Richtung der "zum großen Teil unbezahlten, T-Shirt-tragenden Armee" der Blogger verschiebt. "Zu Beginn dieses Monats startete eine Truppe von rechtsorientierten Bloggern einen koordinierten Angriff gegen CBS News und deren Behauptung, dass Präsident Bush eine Spezialbehandlung in der National Guard genossen habe; innerhalb von 24 Stunden gelangte die exzessive Analyse von Schriftarten aus den Siebzigern auf Drudge, von dort aus zu Fox News, den anderen Sendern und schließlich auf die Titelseiten der führenden Zeitungen des Landes." Blogger sind den Medienstrategien der Politiker besser gewachsen als konventionelle Reporter, meint Klamm. "Sie haben begonnen, so wie die PR-Macher der Pseudo-Events zu arbeiten, indem sie zusammenbleiben, Informationen teilen und gegenseitig die besten Zeilen der anderen wiederholen."

Für ihr Porträt des rätselhaften und unkonventionellen Regisseurs Wong Kar-wai (Filme) besuchte Jaime Wolf auch das Set von "2046" auf Macao, auf dem alle nur auf einen warteten: Wong Kar-wai. "Kurz nach Mitternacht fuhr ein Minivan herein, Wong stieg aus, in der Hand ein Haufen Papier, auf dem er in Langschrift die Szenen notiert hatte, die demnächst gedreht werden sollten. Ein Assistent verteilte schnell die Kopien. Es schien, als wäre Wong gerade aus einer Cafe-Schreib-Session gekommen, mit einem kurzen Stop bei Kinko's, was der Wahrheit recht nahe kam."

Außerdem: Deborah Solomon unterhält sich mit dem kanadischen Designer Bruce Mau, der wohl als Einziger behauptet, der iPod interessiere ihn nicht. Charles Siebert berichtet, was die Wissenschaftler bei der großangelegten Suche nach außerirdischem Leben vorhaben. Die Stilsektion ist ganz der Zukunft des Automobils gewidmet: Christopher McDougall kündigt fliegende Vehikel an, John Tierney erklärt in seinem Manifest, warum alle profitieren, wenn noch mehr gefahren wird, und Spike Gillespie stellt fest, dass wir das altbekannte Fahrgefühl auch in Zukunft nicht missen müssen.

Magazinrundschau vom 20.09.2004 - New York Times

Die Vereinigten Staaten im Jahr 1940. Der Fliegerheld und Antisemit Charles A. Lindbergh kandidiert gegen Franklin D. Roosevelt, gewinnt und wird Präsident der USA. Vor dieser Kulisse entfaltet sich "The Plot Against America", der neue Roman von Philip Roth (mehr). In einem Essay beschreibt er, wie ihn die Memoiren Arthur Schlesingers inspiriert haben und was ihn persönlich mit dem Thema verbindet. "Noch bevor ich zur Schule ging, wusste ich schon etwas über den Antisemitismus der Nazis und den amerikanischen Antisemitismus, der von so bekannten Personen Leuten wie Henry Ford und Charles Lindbergh gepflegt wurde, die mit Filmstars wie Chaplin und Valentino in diesen Jahren die weltweit bekanntesten Berühmtheiten waren. Das Genie des Verbrennungsmotors und der Luftfahrtheld Lindbergh - und unser nationaler antisemitischer Propagandaminister, der Radiopriester Charles Coughlin (Lebenslauf, Reden und Hörprobe hier) - waren ein Hassthema sowohl für meinen Vater wie auch seine Freunde. Freiwillig besaß in unserer jüdischen Nachbarschaft praktisch niemand einen Ford, obwohl es das beliebteste Auto des Landes war."

T. C. Boyles (mehr) neues Stück nennt sich "Inner Circle" (erstes Kapitel) und handelt von den persönlichen, professionellen und sexuellen Beziehungen des legendären Soziologen Alfred C. Kinsey zu einem seiner ergebenen Mitarbeiter. Obwohl Boyle von Perfektionisten wie Kinsey fasziniert sei, erweise er sich selbst "immer wieder als Herold der menschlichen Unzulänglichkeiten", diagnostiziert A. O. Scott. Leider hören die Unzulänglichkeiten diesmal nicht beim Sujet auf. Der Roman, meckert Scott weiter, "hat eine verwischte, hastige, unfertige Art. Wir bekommen nicht genug Kinsey und gleichzeitig viel zu viel von ihm."

Weiteres: Die New York Times Book Review druckt den Titel von nicht mal zur Hälfte ab, Vendela Vida lobt die 81 kurzen experimentellen Kapitel von Nick Flynns Autobiografie als "kunstvolle Meditation". Der Titel des Buchs, den die Times nicht nennen mag, lautet "Another Bullshit Night in Suck City". Terrence Rafferty hat den aktuellen Reißer der produktiven Joyce Carol Oates gelesen und rät: "Lesen Sie 'The Falls' schnell und schauen Sie nicht zu genau hin, oder zu lange. Dann machen Sie was anderes. Oates wird es jedenfalls tun." Und Maud Casey windet dem "komisch-düsteren" Debüt "April Fool's Day" (erstes Kapitel) des kroatischen Schriftstellers Josip Novakovich einen Lorbeerkranz aus Druckerschwärze. Wie Novakovic alleine den serbischen Regen beschreibt, in diesem "leichten, eleganten Tempo"! Laura Millers Letztes Wort ist eine Suada gegen die Sitte, Bücher grundsätzlich zuerst als Hardcover herauszubringen. (Hm, werden Autoren von Taschenbuch-Tantiemen satt?)

Im New York Times Magazine berichtet Deborah Solomons Bericht von ihrem Treffen mit dem 88-jährigen Arthur Miller. Es geht um "Finishing the Picture" - nach "After the Fall" von 1964 der zweite Versuch Millers, seine Ehe mit Marilyn Monroe in einem Theaterstück zu beschreiben. Doch Solomon kann ihm kaum ein Wort über Monroe entlocken. "'Man tut, was man tun kann und den Rest muss man dem Zeitgeist überlassen', bemerkt er fröhlich. 'Vielleicht werde ich vollkommen vergessen. Die meisten Werke auf der Welt werden vollkommen vergessen; 99,99 Prozent aller Kunstwerke sind vergessen. Es gab so viele Autoren, die in ihrer Zeit berühmt waren, und die heute niemand mehr kennt. Geschichte ist wie ein gigantisches Biest - sie krümmt ihren Rücken und wirft einfach herunter, was drauf liegt.' Seine Bemerkungen waren bescheiden, aber unmöglich ernst zu nehmen. Die Wahrheit ist, nicht jeder wird in den Abgrund des Vergessens geworfen. Und als er sprach, musste ich daran denken, dass Monroe unvergessen ist."

Lynn Hirschberg unterhält sich mit dem brasilianischen Regisseur Walter Salles, dessen "Motorcycle Diaries" (mehr hier und hier) über den frühen Che Guevara demnächst herauskommt. Elizabeth Rubin zeichnet den Weg der jungen amerikanischen Anwältin Fern Holland, die sich im Irak für die Rechte der Frauen einsetzte und dafür ermordet wurde. Hingewiesen sei schließlich noch auf das opulente Style Magazine, das ganz der herbstlichen Männermode gewidmet ist.

Magazinrundschau vom 13.09.2004 - New York Times

Eine wahre Fundgrube, diese Ausgabe! Art Spiegelman hat ein neues Buch geschrieben - oder besser: ein neues Buch gezeichnet? David Hajdu weiß nicht so recht, was er mit "In the Shadow of no Towers" anfangen soll. "Ein seltsam dünner, aber robuster Zwitter von einem Buch - eine intime Erinnerung an die Attacken auf das World Trade Center, die Spiegelman aus der Nähe miterlebt hat, ein Schwadronieren über ihre Auswirkungen auf die Welt im Allgemeinen und den Autor im Besonderen, und eine Monografie der Sonntagszeitungs-Comic-Strips des frühen 20. Jahrhunderts, alles auf 42 überformatigen Seiten."

"Ist diese Sammlung ein Revival oder ein hübsches Grab", fragt William Deresiewicz angesichts der "Gesammelten Erzählungen" von Isaac Bashevis Singer (mehr). Um dann nur umso begeisterter zu applaudieren. "Drei dicke Bände bringen den allergrößten Teil seiner Kurzerzählungen zusammen, fast 200 Geschichten insgesamt. Und was war er für ein Kurzgeschichtenschreiber! Der schiere Überfluss seiner Produktion, zusammen mit seinem berühmten Interesse am Sex, lässt an einen jüdischen Boccaccio denken, und Singer ist wirklich boccaccianisch in seiner Ausgelassenheit, seiner Leichtigkeit und seiner Fantasie. Ich habe mich vielleicht zweimal gelangweilt, während ich die 2.500 Seiten dieser Sammlung gelesen habe."

Weiteres: Begleitet von einer vor Understatement bebenden kurzen Vorrede druckt die New York Times Book Review "The Bargain" ab, die "vermutlich letzte unveröffentlichte Erzählung" von Truman Capote (hier mehr über ihn, hier mehr von ihm), geschrieben vor mehr als fünfzig Jahren. Leon Wieseltier schreibt einen poetischen Nachruf auf den polnischen Schriftsteller und Nobelpreisträger Czeslaw Milosz.

Der Nihilismus hat ganz Amerika erfasst, behauptet Cornel West in "Democracy Matters" (Leseprobe). Caleb Crain bewundert zwar die "enorme" Allgemeinbildung des Autors, überzeugt ist er aber noch lange nicht. Dafür schreibe West zu "nachlässig". Harvey Weinstein und Jonathan Burnham von Miramax wollen auch auf dem Buchmarkt Geld verdienen und haben deshalb Kristin Gore, die Tochter Al Gores, damit beauftragt, das Buch zu schreiben, kolportiert Ana Marie Cox. Und verreißt auch gleich wie nebenbei das "Sammy's Hill" (erstes Kapitel) betitelte Ergebnis. "Es ist nicht schlecht, es ist halt auch nicht gut."

Das New York Times Magazine nur noch kurz: Abgedruckt ist ein Auszug aus Stephen Greenblatts vielgelobtem Buch "Will in the World: How Shakespeare became Shakespeare". Hier überlegt er, warum Shakespeare so unsterbliche Stücke schreiben konnte: Zunächst durch genaue Beobachtung von Alltagsszenen - und ein wenig Magie. "Bei einer Gelegenheit war Shakespeare offensichtlich beeindruckt vom Gelächter des Londoner Mobs über das Opfer einer öffentlichen Exekution. Ich glaube, beim Nachdenken über dieses Lachen fand er nicht nur einen Weg, den grausamen Hohn zu unterminieren, sondern auch seine eigene Fähigkeit - und die des Theaters -, innere Vorgänge darzustellen. Das Ergebnis - ein bedeutender Moment in Shakespeares Entwicklung als Künstler und Mensch - war 'Der Kaufmann von Venedig'."

James Traub porträtiert den "No. 1 guy in the world's No. 1 city": Donald Trump. Walter Kirn schlägt vor, den 11. September ad acta zu legen. Das Datum werde sowieso nur missbraucht. Lisa Belkin berichtet im Titel über die Integration eines behinderten Kindes in einen ganz gewöhnlichen Kindergarten.

Magazinrundschau vom 06.09.2004 - New York Times

Eine jüdische Familie, die 1935 von Berlin nach New York zieht, der Vater ein Häretiker, die Mutter eine von den Nazis vertriebene Ärztin, fünf schwierige Kinder, und ein 18-jähriges Hausmädchen, die das alles erzählt. John Leonard preist Cynthia Ozicks neuen Roman "Heir to the Glimmering World" (erstes Kapitel) als "brillante Beschreibung zerstörter Welten". Wer jetzt noch zweifelt, dem schenkt Leonard nach: Das Buch sei "ein Märchen mit verschlossenen Räumen, irren Gesängen, geheimen Büchern und geraubten Babies. Und eine Kindergeschichte, eine Ödipus-Tragödie über den Mord am Vater und das Weitermachen danach. Und ein Nachfolger des viktorianischen Romans. Aber auch eine grimmige Parabel über 'Säuberungen'." Alles in einem Buch.

Weitere Besprechungen: Jeff Turrentine liest neu erschienene Kurzgeschichten als Analyse der kollektiven Gemütsverfassung seiner Landsleute nach dem 11. September. Bwundernswert, wie tief sich die Journalistin Lorraine Adams für ihren Erstling "Harbor" (erstes Kapitel) in die algerische Gemeinde der USA hineinrecherchiert hat, staunt Neil Gordon in seiner Besprechung. Der "herkuleanische" Eifer, mit dem Eli Zaretsky riesige Mengen an Material für ihre Geschichte der Psychoanalyse zusammengetragen hat, nötigt Daphne Merkin zwar Respekt ab. Allerdings stört sie neben dem "pedantischen Stil" auch der "Soziologenjargon", in dem "Secrets of the Soul" (erstes Kapitel) gehalten ist. Das "Letzte Wort" hat Laura Miller, die sich dem derzeit erfolgreichen Genre der alternativen Geschichtsschreibung zuwendet.

Das New York Times Magazine lohnt sich wieder mal: Lynn Hirschberg liefert ein Porträt der spanischen Regie-Ikone Pedro Almodovar, zum Ausdrucken und in Ruhe lesen. So fängt es an: "Im Stau in einer schwarzen Limousine auf dem Weg zum Palais des Festivals für die Cannes-Premiere seines neuen Films "Bad Education", wirkte Pedro Almodovar, wie so oft, ängstlich und neugierig zugleich. Er zappelte, er wuselte. Als er das Fenster herunterließ, schrien die Paparazzi, die in drei Reihen tief gestaffelt neben dem langsam fahrenden Auto herliefen: 'Pedro! Pedro!' und verdeckten seinen Blick auf die Straße, wo die Wände mit seinem Bild gepflastert waren und die Fans darauf warteten, ihn zu überrennen. Er versuchte daran vorbei zu sehen zu sehen. Ihn interessierte was eine Frau in der Menge anhatte, welche Beziehung zwei Männer zueinander hatten, die Eis aßen. Er suchte nach Einzelheiten, nach den ersten Anzeichen einer Geschichte, nach dem Film." Als Bonbon gibt es eine Bilderstrecke mit Almodovars Filmfrauen.

Außerdem: Samantha M. Shapiro stellt eine christliche Universität bei Los Angeles vor, wo zwar stramme Christen herangezogen werden sollen, aber auch die Moderne Einlass erhält. Roger Lowenstein leidet mit den Präsidentschaftsbewerbern, die versprechen müssen, was sie nicht halten können: Jobs. Im Leitartikel haut David Rieff in die gleiche Kerbe und beschreibt die Zwänge, in denen der zukünftig mächtigste Mann der Welt stecken wird. Deborah Solomon spricht schließlich mit Elizabeth Edwards, Frau des demokratischen Vizepräsidentschaftskandidaten.

Magazinrundschau vom 30.08.2004 - New York Times

Wer hat den Bericht der Untersuchungskommission zum 11. September eigentlich gelesen, fragt Richard A. Posner und kommentiert das Schriftstück für die Leser der New York Times Book Review einmal ausführlich. Den bürokratiesprech-freien wie konsistenten Stil lobt er als "unerwarteten literarischen Triumph". Mit der vorgeschlagenen Zentralisierung des Geheimdienstapparats ist er weniger einverstanden. Die Reaktion sei typisch amerikanisch. "Amerikaner sind keine Fatalisten. Wenn ein Mensch mit 95 stirbt, wird die Familie seinen Tod wahrscheinlich als medizinisches Versagen auffassen. Wenn die Nation einen Überraschungsangriff erlebt, ist unsere instinktive Reaktion nicht, dass wir von einem gerissenen Gegner überrumpelt worden sind, sondern dass wir die falschen Strategien oder Strukturen hatten, also ändern wir sie, dann sind wir wieder sicher. In Wahrheit waren die Strategien und Strukturen gar nicht so schlecht; sie wurden verbessert, weitere Verbesserungen werden keinen großen Effekt haben." Außerdem finden sich der Originaltext des Dokuments und eine Zusammenfassung der bisherigen Berichterstattung zum Thema im Netz.

Weitere Besprechungen: "David Mitchell ist, da besteht kein Zweifel, ein Genie." Aber der Ehrgeiz, der auf jeder Seite seines neuen Romans "Cloud Atlas" (erstes Kapitel) zu spüren sei, kommt Tom Bissell auch ein wenig suspekt vor. Richard Eder preist Maureen Howards "Silver Screen" (erstes Kapitel), kunstvolle Variationen über das schwierige Leben als Star. David Orr empfiehlt einen Sammelband mit dem Oeuvre des formalistischen Dichters Donald Justice (Auszug). Drei neue Enthüllungsbücher über Fehler und Intrigen der Familie Bush und ihren Freunden können Jacob Weisberg dagegen nicht vom Hocker reißen.

Für das New York Times Magazine besucht und porträtiert David Samuels die politische Aktivistin Susan Lindauer. Sie hatte vielfältige Kontakte zu Diplomaten arabischer Länder, mit denen sie sich über die Jahre immer wieder getroffen hat. Lindauerin bezeichnet sich als Kriegsgegnerin, das FBI hält sie für eine irakische Spionin. David Brooks stellt Rezepte zur Neuorientierung der republikanischen Partei aus. Pat Jordan stellt Joe Paterno vor, legendärer Footballtrainer, der es auch mit 77 Jahren einfach nicht lassen kann. Und James Traub hofft inständig, dass John Kerry endlich klare Worte findet und Nuancen mal Nuancen sein lässt. Denn "um das Maßvolle zu verteidigen, ist Extremismus erlaubt".

Magazinrundschau vom 23.08.2004 - New York Times

"Fesselnd, extrem komplex und überaus bezaubernd" findet Luc Sante die Fortsetzung von Marjane Satrapis grafischem Roman "Persepolis". In "Persepolis 2" (ein paar Blicke) hat die Protagonistin nun nicht mehr mit der Iranischen Revolution zu kämpfen, sondern mit der eigenen Entwicklung. "Satrapis Stimme ist so kunstvoll natürlich wie ihr Zeichenstil, niemals zeigt sie Bemühtheit oder Berechnung, sie kommuniziert einfach, auf eine Art unvermittelt, wie es ein Brief von einem Freund sein kann, in diesem Fall ein wunderbarer Freund."

Sarah Glazer schimpft, dass die englische Übersetzung von Simone de Beauvoirs feministischem Standardwerk "Das andere Geschlecht" völlig veraltet, aber vor allem fehlerhaft und unvollständig ist. Als Zuckerl gibt es eine Leseprobe von Tom Wolfes neuem Roman "I Am Charlotte Simmons", der im November herauskommen soll. Ansonsten ist diese Ausgabe dem bevorstehenden Schulanfang gewidmet: So sinniert Laura Miller etwa mit Barbara Feinberg, warum es so viele problemorientierte, depressive und vor allem langweilige Jugendbücher gibt. Oder Suzy Hansen analysiert den wachsenden Markt der Hausarbeiten gegen Gebühr.

Warum die Seele der Japaner neuerdings einen Schnupfen bekommen kann, erklärt Kathryn Schulz im New York Times Magazine. Dort wird gerade eine Krankheit erfunden. "Jetzt bewirbt eine riesige Kampagne der pharmazeutischen Industrie die leichte Depression, von deren Existenz die meisten Japaner bis vor kurzem überhaupt nichts wussten. Japan ist ein Versuchsfeld geworden für das, was wir durch die globale Expansion der westlichen Psychopharmaka gewinnen und verlieren können."

Außerdem porträtiert Jonathan Dee den Performance-Künstler im Priestergewand, Reverend Billy (homepage). Clive Thompson grübelt, ob das professionelle Engagement des Militärs beim Entwickeln von Computerspielen den Krieg surrealer machen wird. Jason deParle liefert eine Reportage über das Kindererziehen in Amerikas vergessenen Vierteln. Und Deborah Solomon unterhält sich mit Vincent Gallo, einst Calvin-Klein-Modell und jetzt Drehbuchschreiber, Regisseur und Schauspieler in seinen eigenen Filmen. Das Filmplakat für seinen neuen Streifen ist ein gut geplanter Skandal.

Magazinrundschau vom 16.08.2004 - New York Times

Großes Lob erntet Orhan Pamuks siebter Roman "Snow" (erstes Kapitel) von Rezensentin Margaret Atwood. Sie rühmt Pamuks "hohe Kunst des Geschichtenerzählens" und erklärt das Buch zu einer "unverzichtbaren Lektüre für unsere Zeit". Ka, ein türkischer Dichter mit Schreibblockade, kehrt nach zwölf Jahren Exil in Frankfurt in seine Heimatstadt Istanbul zurück, um dem Begräbnis seiner Mutter beizuwohnen, seine Jugendliebe wiederzufinden und über eine Selbstmordwelle junger Mädchen zu recherchieren, die von ihrer Schule gezwungen worden waren, das Kopftuch abzulegen. Auf der ersten Seite ist Ka schon tot, ermordet, und ein Freund beginnt seine Geschichte zu erzählen. Es ist eine "Male Labyrinth Novel", schreibt Atwood, ein Genre, "dessen Spuren man bei De Quincey, Dostojewski und Conrad findet, und das Kafka, Borges, Garcia Marquez, DeLillo und Auster" pflegten. Das schönste Kompliment hebt sich die begeisterte Rezensentin bis zum Schluss auf. "'Snow' ist das bisher letzte Kapitel in Pamuks großem Projekt: sein Land schreibend zu erschaffen." Dazu gibt es noch ein Interview mit dem Schriftsteller.

Weitere Besprechungen: John Kerry "wirkt auf mich, als würde er sich wirklich wünschen, wir wären nicht im Krieg", verkündet Christopher Hitchens nach dem Genuss dreier neuer Bücher über den Bush-Herausforderer. "Wir sehen einen Mann, der einen perfekten Friedenspräsidenten abgeben würde oder abgegeben hätte." Al Gore beschreibt Ross Gelbspans "Boiling Point" (erstes Kapitel) als eine "Mischung aus leidenschaftlicher Stellungnahme und klarer Analyse" zum Thema globale Erwärmung. Ebenso "wunderbar" wie die sieben vorherigen findet Charles Taylor Alan Fursts achten Spionageroman, "Dark Voyage" (erstes Kapitel).

James Bennett, von 2001 bis letzten Monat Israel-Korrespondent der New York Times, porträtiert im elfseitigen Aufmacher des Magazins den israelischen Premier Ariel Sharon.

Weitere Artikel: Arthur Lubow versucht zu begreifen, wie es dazu kommen konnte, dass die seltsamen Plastikfiguren von Michael Lau in Japan und Amerika einen Hype ausgelöst haben. Der Künstler selbst hat dafür eine ganz einfache Erklärung: "In einer sehr langweiligen Welt passiert etwas, die Leute fahren darauf ab, und Michael Lau hat es erfunden", sagt er. Matthew Brzezinskli folgt den Gangs von der Großstadt aufs Land, wo die Polizei wenig Erfahrung und das Geschäft noch Potenzial hat. Und Deborah Solomon erfährt von dem Wirtschaftswissenschaftler Ray C. Fair, wie man das Ergebnis der Präsidentenwahl vorhersagt, und warum der Irak-Krieg keine Rolle spielen wird.

Magazinrundschau vom 09.08.2004 - New York Times

"Dieses dreckige kleine Buch handelt von der Frage, ob die Probleme, die unser in Ehren gehaltenes und ängstliches Land plagen, durch das Erschießen des Präsidenten gelöst werden können", fasst Leon Wieseltier mit fühlbarem Sarkasmus zusammen. Auch wenn Nicholson Baker in seinem neuen - auch schon auf Deutsch erschienenen - Roman "Checkpoint" den mutmaßlichen Assassinen gehörig an seinem Vorhaben zweifeln lässt, für Wieseltier ist hier eine Grenze überschritten. "Die Radikalität der Rechten hat zu einer Radikalität der Linken geführt. Der amerikanische Liberalismus im Ganzen scheint seinen Kopf zu verlieren. Wenn die Befremdlichkeit gegenüber Bush zu einer Entschuldigung für eine große Vereinfachung wird, wird das schlimme Folgen für den Liberalismus und Amerika haben."

Weitere Besprechungen: Körperlich fit zu bleiben war auch eine Art der Selbsterhaltung, hat Bernhard Knox aus zwei Büchern über die antiken Olympischen Spiele gelernt. Historisch wertvoll, erzählerisch aber leider eine Niete, meint Ethan Bronner zu Dennis Ross' "The Missing Peace", eine Zusammenfassung der vergangenen zwölf Jahre Nahostpolitik. Theo Thait findet in Tony Epriles Debütroman "The Persistence of Memory" ein "fazinierendes Fenster" in das weiße Südafrika zur Zeit des Kalten Krieges. Vladimir Voinovich hat seine satrirische Feder über die Jahre gespitzt, und so wird sein Roman "Monumental Propaganda" (erstes Kapitel) rund um russische Exkommunisten, die sich sehnsuchtsvoll nach Stalin zurücksehnen, auf fast keiner Seite langweilig, lobt Ken Kalfus. Besonders gefällt ihm der Exkurs zur sowjetischen Latrinenkultur.

Das New York Times Magazine ist ganz der Mission Olympia im Schwimmbecken gewidmet. Daniel Mendelsohn stellt zuvor noch einmal richtig, dass es auch bei den Griechen nie um Ruhm und Ehre ging. Michael Sokolove fühlt mit Schwimmer Michael Phelps, der angetreten ist, um Mark Spitz' ewigen Rekord von sieben Goldmedaillen zu knacken. Maura Egan und Christine Muhlke haben die gewaltigen Diätpläne einiger Sportler zusammengetragen. Nur Deborah Solomon schert aus und unterhält sich mit Victoria Gotti, Tochter des Mafiabosses John Gotti, über ihre neue Reality Show.