Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 02.08.2004 - New York Times

Völlig verfallen ist A. O. Scott den Eröffnungssätzen von James Woods Essaysammlung "The Irresponsible Self": "Woods Eröffnungen sind unnachahmlich - Glückskekse voll dorniger, kritischer Intelligenz und prickelnder Metaphern -, und sie geleiten uns mit der darauf folgenden Erörterung in einen Zustand der verwirrten Wachheit: 'Der englische Modernismus muss in Einheiten der Ermattung oder der Verneinung gemessen werden.' 'Das Scheinheilige kann unter anderem ein verzerrter Botschafter der Wahrheit sein.' Manchmal werden zwei rätselhafte Aussagen mit einem Semikolon zusammengefügt: 'Die Engländer sind Ekklesiasten, aber selten Metaphysiker; Sie denken in Kirchhöfen.' Und gelegentlich beginnt Wood zur Abwechslung mit einer Frage, die allerdings oft eher rhetorisch ist: 'Mal ehrlich, gibt es wirklich jemanden, der Priester mag?'"

Sehr gelungen Mark Costello ist entzückt von Bryan Burroughs Buch "Public Enemies" (Leseprobe hier), einer Gangster-Galerie der 30er Jahre. Besonders angetan hat es ihm das Porträt des frauen-dämonisierenden J. Edgar Hoover. "Er, der in der Verfolgung männlicher Straftäter unerbittlich war (und bis 43 bei seiner Mutter wohnte), verspürte einen ganz besonderen und wahnhaften Schrecken vor den Frauen, die ihm im Weg standen. Er dämonisierte Bonnie Parker, Ruby Floyd, Kathryn (Mrs. Machine Gun) Kelly und die berüchtigte Ma Barker, Räubermutter der Barker-Karpis Gang. 'Die verwelkten Finger der spinnenhaften, gewieften Ma Barker', kann man in einem von Hoover in Auftrag gegebenen Pressemitteilung lesen, 'kontrollieren, satanischen Tentakeln gleich, die Stränge, an denen das Schicksal der Desperados baumelte.'"

Weiteres: Jerome Robbins hat mit seinem Tanz gezeigt, "dass ein Gott so sein sollte, wie jemand, den man irgendwann auf der Straße sieht", doch Deborah Jowitt wird dem genialen und gequälten Broadway-Tänzer und Choreografen in ihrer Biografie nicht ganz gerecht, meint Nicholas Fox Weber. Jonathan Ames' Roman "Wake Up, Sir!" (Kostprobe) erinnert Henry Alford an die Jeeves-Romane von P.G. Wodehouse. Besonders angetan hat es ihm die Hauptfigur, ein neurotischer, jüdischer, dem Alkohol zugeneigter Schriftsteller, der von sich selbst sagt: "Selbst-zerstörerisch, selbst-versunken, selbst-süchtig, selbst-verliebt? Alles mit 'selbst' und einem Bindestrich bin ich." Strobe Talbott empfiehlt Jack F. Matlock Jrs. "Reagan and Gorbachev" (hier das erste Kapitel) als wirkungsvolles Mittel gegen den Reagan-Heiligenkult. Iain Calder schreibt in "The Untold Story" zwar über sein eigenes Blatt (Calder war lange Jahre der Herausgeber des Boulevardblatts National Enquirer), aber mit seinem Lob hat er Recht, wie Bruce Handy findet.

Im Aufmacher des New York Times Magazine Peter Maass auf elf Seiten den Ölmilliardär Vagit Alekperow, nach dem Fall Chodorkowskys der mächtigste Oligarch in Russland - und wohl auch der klügste: "Ich stehe Putin nicht nahe, aber ich behandele ihn mit großem Respekt."

Weiteres: Sheryl Gay Stolberg erklärt, warum die Republikaner in dem Demokraten Tom Daschle, Senator von South Dakota, ihren Hauptfeind wittern. Und John Hodgman verkündet feierlich, dass Susanna Clarkes ''Jonathan Strange & Mr. Norrell" der Harry Potter für Erwachsene werden wird (selbst davon überzeugen kann man sich hier, im pdf-Format).

Magazinrundschau vom 26.07.2004 - New York Times

Die Diskussion über das Imperium der Vereinigten Staaten von Amerika läuft auf Hochtouren. In dieser Ausgabe nimmt sich die New York Times Book Review der vier wichtigsten neuen Büchern zum Thema an, und keines kommt ungeschoren davon.

Als "den bisher ambitioniertesten Versuch, historische Analyse mit dem derzeitigen Weltgeschehen zu verbinden", lobt John Lewis Gaddis den Band des englischen Historikers Niall Ferguson, der den USA ein schlechtes Zeugnis im imperialen Benehmen ausstellt. Trotz bedenkenswerter Argumente leide "Colossus" (erstes Kapitel) aber unter Widersprüchen, wundersamen Abschweifungen und Fehlern. Für eine euphemistische Mogelpackung hält Ronald Steel Michael Ignatieffs Gedanken zu einem politisch-ethischen Kodex in den Zeiten des modernen Terrors. Denn anstatt Folter, Angriffskriege oder gezielte Tötungen zu verbieten, liefere Ignatieff in "The Lesser Evil" (erstes Kapitel) ein "elegant verpacktes Handbuch für nationale Selbstgerechtigkeit".

Francis Fukuyama (mehr) hat für "Multitude" (Leseprobe), das neue Buch der neomarxistischen Denker Michael Hardt und Antonio Negri (bei uns bekannt durch "Empire"), nur ein Kopfschütteln übrig. "Die Schwammigkeit der Analyse kann gar nicht genug betont werden." Nahezu uneingeschränkte Zustimmung erfährt einzig Hugh Thomas' "Rivers of Gold" (erstes Kapitel), das die kurze Ära der spanischen Eroberer wieder aufleben lässt. Paul Kennedy staunt: "Er scheint alle verfügbaren Quellen gelesen zu haben." Schließlich kann ein Gespräch angehört und gelesen werden, dass Paul Kennedy und John Lewis Gaddis über die neue Weltordnung geführt haben.

In den übrigen Besprechungen stellt Mark Kamine Debütromane vor, Judith Martin widmet sich Sally Bedell Smiths Schilderung der königlichen Aura der Kennedys, und Carlo D'Este empfiehlt Norman Davies Untersuchung des gescheiterten Warschauer Aufstandes gegen die deutschen Besatzer im August 1944.

Matt Bai stellt in der Titelgeschichte des New York Times Magazine die neue Generation von Demokraten vor, die an einer riesigen linksliberalen Revolution und der Neuerfindung der Demokratischen Partei tüfteln. Stephen Mihm fragt sich, ob die neue Generation nichttödlicher Waffen den Krieg wirklich sicherer machen. Christopher Caldwell denkt über die Zauberformel "Integrität" nach, die zwar nichts mehr bedeutet, die aber alle Politiker anstreben. Sam Schechner überlegt, woran die einst übermächtige Deutsche Küchenschabe gescheitert ist. Und Deborah Solomon lässt sich vom Schriftsteller Carl Hiaasen erklären, warum Florida schäbiger ist als man es beschreiben kann.

Magazinrundschau vom 19.07.2004 - New York Times

"KRIEG DICH WIEDER EIN!" rät John Leonard seinem Kollegen Dale Peck, dessen "Hatchet Jobs" eine einzige Fatwa gegen die schreibende Zunft der vergangenen Jahrzehnte sei. Peck glaubt, notiert Leonard, "dass die westliche Literatur mit James Joyce auf die schiefe Bahn geraten, mit Don DeLillo völlig zusammengebrochen und im Ganzen auf den Müll zu werfen ist. Seinem Kollegen Sven Birkerts widmet Peck alleine "über 30 verächtliche Seiten, wegen des Delikts und der Erzsünde der Großzügigkeit in der literarischen Kritik." (Hier einige Kritiken Birkerts zum Nachprüfen.) "Das ist keine Kritik. Es ist nicht mal Performancekunst. Es ist Rowdytum." Passend dazu Laura Kipnis schöner Text über "Peck The Knife" auf Slate.com.

"Drei Geister der Demokraten" und Fast-Präsidenten der Vergangenheit sind angetreten, um John Kerry zu erzählen, wie man es besser macht, stöhnt Ryan Lizza, der die drei Ratgeber recht reserviert bespricht. "Grandios" findet dagegen Terrence Rafferty "The Tyrant's Novel" (erstes Kapitel) von Thomas Keneally, wo ein offenkundig irakischer Schriftsteller mit der unmoralischen Auftragsarbeit des Diktators kämpft. Die neuen Geschichten der deutschstämmigen Ruth Prawer Jhabvala drehen sich wieder einmal um kulturell heimatlose indische Mittelschichtler, seufzt Pankraj Mishra. Für ihn bezeugen "My Nine Lives" (erstes Kapitel) vor allem die Weltentfremdung der Autorin. Alle halbe Stunde kommt in den USA ein belletristisches Buch auf den Markt, stellt Laura Miller schließlich in ihrer Kolumne fest und fragt sich, wer das noch alles lesen soll.

Im New York Times Magazine schaudert Walter Kirn ob der Aussicht auf ein Medikament, dass Untreue kurieren soll. Lawrence Osborne begibt sich nach Hawaii, um dort von Traumwissenschaftler Stephen LaBerge in einem 9-Tage-Kurs zu lernen, wie man seine Träume kontrolliert. Lisa Belkin widmet sich einer neuen Zivilisationskrankheit, der "Aufmerksamkeits-Defizit-Störung". Und Pat Jordan versucht herauszufinden, warum der 22-jährige Baseballer Matt Harrington ein Multimillionen-Dollar Angebot der ersten Liga ausgeschlagen hat und jetzt in der Provinz spielt.

Magazinrundschau vom 12.07.2004 - New York Times

Alan Wolfe sieht die Flut von Polemiken, die den politischen Diskurs in die Buchhandlung verlagert haben, als Rückgriff auf die Tradition der Federalist Papers. "Lange vor der Dekonstruktion waren wir begeistert von einer Hermeneutik des Verdachts. Es gab Parteinahme, bevor wir überhaupt Parteien hatten. Unsere Verfassungsväter warnten vor den Gefahren der Fraktionen, weil wir so selten zusammenhielten." Michael Moore (mehr), Anne Coulter (mehr) & Co beweisen Wolfe, dass die etablierten Eliten und Institutionen nicht mehr in der Lage sind, den nötigen Konsens herzustellen. In einer Präsentation sind einige Zitate aus den neuen Pamphleten versammelt, deren Schärfe man hierzulande nicht gewohnt ist. Mitglieder der Regierung werden mal als Fanatiker bezeichnet, mal mit Hitler verglichen, und ihr Vorgehen firmiert unter "Bushs-Mittelfinger-Politik".

Respektlos, aber witzig ist Christopher Buckleys Stichwortverzeichnis zu Bill Clintons Biografieschmöker, von A wie "Angelou, Maya: liest fürchterliches Gedicht bei Clintons Vereidigung" bis zu "Frau, diese: siehe auch Monica Lewinsky".

Weitere Artikel: Eine intelligent präsentierte "Horde Bilder" die tausendfach belohnen, verspricht Thomas Hoving den Lesern von "Red Grooms", der "bisher beste" Band über den Zeichner, der New York "so perfekt einfängt, dass wir manchmal vergessen, Kunst zu betrachten und nicht die Stadt selbst" (hier einige Beispiele). Philip Caputo bedauert, dass Ex-General Tony Zinni seine Erinnerungen "Battle Ready" (erstes Kapitel) unbedingt mit der Hilfe von Tom Clancy schreiben musste. Als hervorragendes Buch über das Geschäft mit High End Restaurants und "erstaunlich lesbar" empfiehlt Adam Platt "Sirio", in dem Sirio Maccioni die Geschichte seines Esstempels "Le Cirque" erzählt.

In Hochform präsentiert sich das New York Times Magazine. In einer formidablen Titelgeschichte kündigt Charles McGrath die Graphic Novel als Literatur der Zukunft an. In der Herstellung verfahren Art Spiegelman (mehr) und Kollegen aber eher altmodisch. "In gewisser Hinsicht sind Graphic Novels fast ein primitives Medium und benötigen eine Menge Handarbeit: Zeichnen, Tuschieren, Einfärben und Beschriften, fast alles von Hand (auch wenn einige Künstler mit Computerzeichnen experimentieren). Es ist, als ob ein traditioneller Romancier seinen Ausdruck nehmen und ihn dann Wort für Wort kopieren müsste, wie ein federschwingender Mönch in einem mittelalterlichen Kloster. Für einige Zeichner sind vier oder fünf Bilder eine gute Tagesleistung, und sogar ein bescheiden bemessenes Buch kann Jahre brauchen, bis es fertig ist." In einem interaktiven Feature sprechen Heroen der Gattung schließlich selbst über ihre Arbeit.

Deborah Solomon wagt sich in die Höhle des Löwen und interviewt William F. Buckley, Konservativer und Gründer der honorablen National Review. "- NYT: Müssen Sie immer so clever sein? - W.F. Buckley: Mit der Alternative kenne ich mich nicht aus. - NYT: Und warum sind konservative Autoren grundsätzlich witziger als liberale? - W.F. Buckley: Da bin ich mir nicht sicher. Karl Marx war ein Knüller, hab ich gehört."

Weiteres: Robert S. Boynton schildert den Kampf zwischen dem "Guerilla-Dokumentarfilmer" Robert Greenwald und Fox News. Ersterer hat aus unveröffentlichtem Material und internen Memos ein Stück über den Murdoch-Sender gemacht, und hofft, mit einem Schnellstart dem Verbot seines Films zuvorzukommen. Peter Landesmann grübelt über die Unklarheiten und auch den Sinn des lang vorbereiteten Prozesses gegen Saddam Hussein. Und Ted Widmer freut sich über das überfällige Revival des amerikanischen Gründervaters Alexander Hamilton.

Magazinrundschau vom 05.07.2004 - New York Times

Wunderschön zu lesen ist eine Sottise des Schriftstellers Gary Shteyngarts über Amerika und seine Einwanderer. In den einschlägigen Ratgebern für Immigranten erkennt man laut Shteyngart das Wesen Amerikas am Besten. "Ein Land voller Krämer und Träumer, Hausarbeitsmodellen, falscher Kindermodel-Wettbewerbe und grassierendem Identitätsschwindel. Es bedeutet hauptsächlich in Südkalifornien zu leben, mitten unter kambodschanischen Doughnut-Tycoons und chinesischem Wäscherei-Imperien es bedeutet an Gott zu glauben (am besten Jesus Christus) und ihn (sie) zu einem Teil von allem machen, was man tut." Als er 1980 aus der Sowjetunion in die USA kam, bezog Shteyngart seine Verhaltensregeln noch aus einem schmalen Büchlein. "Direkt auf den sowjetischen Immigranten abzielend betonte das Buch den ausgiebigen Gebrauch eines Deos und die Verpflichtung, schmerzhaft zu grinsen, wann immer ein Amerikaner anwesend war (ich merkte mir diese Ratschläge unter dem Motto 'smell-n-smile')." Elena Lappin steuert ihre Erfahrungen als illegaler Einwanderer bei. Sie wurde 26 Stunden am Flughafen von Los Angeles festgehalten, weil sie als Britin kein Visa hatte.

Überraschend milde, ja generös beurteilt Larry McMurtry Bill Clintons viel gescholtene wie beworbene Memoiren "My Life" (erstes Kapitel). Das Werk ist "die bisher reichhaltigste präsidentielle Autobiografie - kein Buch erzählt uns lebendiger oder ausführlicher wie es ist, für acht Jahre Präsident der Vereinigten Staaten zu sein." Wie sanft Clinton mit seinem Vater umgeht, beeindruckt McMurtry besonders, und wenn er "in den Bereich ernsthafter Politik kommt, wird seine Erzählstimme zuversichtlicher und die Geschichte beginnt ihre Anziehungskräfte zu entfalten." Der Kollege Michiko Kakutani vom Mutterblatt dagegen hält Clintons Buch für "schlampig, selbstverliebt und oft himmelschreiend dumpf." Es liest auch der Meister selbst, zum Anhören.

Aus den weiteren Besprechungen: "Hendrik Hertzberg ist amüsant, aufschlussreich und halsstarrig. Seine Zeit ist vorüber, unsere hoffentlich noch nicht", notiert Richard Brookhiser zu "Politics", einer Sammlung von Artikeln des Urgesteins des politischen Journalismus in den USA. Franklin Foer schafft es in "How Soccer Explains the World" (erstes Kapitel) zwar nicht, das Versprochene einzulösen, aber sein "faszinierender, exzentrischer Essay" über den Fußball und seine Fans lässt das schnell vergessen, jubelt Joe Queenan. In belletristischer Hinsicht sticht Michael Andre Bernsteins Roman "Conspirators" (erstes Kapitel) hervor, eine "lange, unterhaltsame" Geschichte über politische Ränkespiele im untergehenden Habsburger Reich. Alan Riding gefallen nicht nur die bizarren Charaktere dieser gierigen und dekadenten Ära, er lobt auch den dem Sujet angemessenen "eleganten und mäandernden Erzählstil" des Debütautors.

Im New York Times Magazine begleitet Jennifer Senior die beste Verkäuferin für Sexspielzeuge auf Verkaufstour in die amerikanische Provinz: Linda Brewer, die Königin der Passion Parties. Herausgekommen ist eine köstliche Reportage. "Seitdem sie im Außendienst tätig ist, rast Linda Brewer in einem silbernen Cadillac Escalade durch den Süden, mit einem Nummernschild, auf dem 'Funlady' steht. Auf der Straße bemerken das Männer oft und hupen, um dann erstaunt und amüsiert zu gucken, wenn sie merken, dass die Frau am Steuer auf die Sechzig zugeht.".

Im langen Titel ruft Ted C. Fishman wieder einmal das chinesische Jahrhundert aus, gestützt auf eine lange Latte gut recherchierter Details. Sara Corbett war mit einem professionell Reisenden auf Blitztour in Lissabon: Rick Steve, sympathisch und manisch zugleich, steht hinter den erfolgreichsten Reiseführern für Europa. Er verführt vor allem Ältere zum Sprung über den Atlantik und hofft damit, ein wenig zur Annäherung der beiden Kontinente beizutragen. Im Rest geht es um die Welle. Brian Wilson von den Beach Boys gesteht Deborah Solomon, dass er immer noch nicht surfen kann und den Herbst am liebsten mag, Catherine Saint Louis unterhält sich mit Regisseur Stacy Peralta über die Sucht nach der Welle (Peraltas Dokumentarfilm "Riding Giants" startet demnächst), und eine Diaschau zeigt uns Kelly Slater & Co als Models.

Magazinrundschau vom 28.06.2004 - New York Times

Lang ist die Liste der neuen Kurzgeschichten, die sich die New York Times Book Review in dieser Ausgabe vornimmt. "Entweder ist es das coolste Ding, das gerade in der anspruchsvollen Literaturszene abgeht oder der verdammt schlagende Beweis, dass die amerikanische Belletristik fast am Ende ist", poltert Walter Kirn über "Oblivion" von David Foster Wallace. Eindeutiger und wohlmeinender fällt Thomas Mallons Resümee über "The Lemon Table" aus, der neue Kurzgeschichtenband des etwas arrivierteren Julian Barnes. "Viele scharfe, sogar grausame, komische Bilder. Stilistisch vermeidet Barnes Bravourstücke und zieht den dauerhaften, gefälligen Witz des englischen komischen Realismus vor, in dem schiere Intelligenz und genaue Beobachtung die ganze Konstellation tragen, Zeile für Zeile und Seite für Seite." Hier liest Barnes selbst. Den Short-Stories-Schwerpunkt komplettieren Besprechungen von E. L. Doctorows Band "Sweet Land Stories" (Auszug) und David Bezmozgis' Zyklus "Natasha" (Auszug).

Laura Secor nähert sich der legendären Leiterin des Verlags Simon & Schuster, Alice Mayhew, die so aufsehenerregende Bücher wie "All the President's Men" herausbringt, um ihre Person aber ein großes Geheimnis macht. Geoffrey Wheatcroft begeistert sich für die gesammelten Briefe des "Geistesgiganten" Isaiah Berlin aus den Jahren 1924-1946, die einen guten Teil der sozialen und literarischen Geschichte Englands im 20. Jahrhundert entschlüsseln. Cristina Nehring lästert schließlich über den neuen Typus des Buchliebhabers, der stolz auf seine Belesenheit ist, ansonsten aber nichts zu sagen hat.

Im New York Times Magazine tröstet uns Arthur Lubow, dass nicht nur in Berlin die Kultur am Boden ist: Das altehrwürdige New York Philharmonic Orchestra kränkelt, denn das Geld fließt nicht mehr, schreibt Lubow. "Vor etwas mehr als zehn Jahren brachten Radio- und Fernsehverträge etwa 700.000 Dollar jährlich ein. Heute dümpelt man bei 150.000 herum. Und wenn das Orchester ein wichtiges neues Werk eines berühmten zeitgenössischen Komponisten einspielen will, muss es den Hut herumreichen."

Für Michael Ignatieff macht der Irak Amerika endgültig zu einem ganz gewöhnlichen Land. "Die Illusion, von der die USA im Irak und überall aufwachen müssen, ist die, dass sie Gottes Vorsehung erfüllen oder (für diejenigen mit säkulareren Ansichten) der Motor der Geschichte sind. Im Irak ist Amerika nicht der Schöpfer der Geschichte, sondern ihr Spielzeug." Erfrischend ist Deborah Solomons Gespräch mit Ronald P. Reagan, der so ganz andere Ansichten als sein präsidentieller Vater hat. Außerdem wägt Barry Bearak die Chancen des brasilianischen Präsidenten Lula ab, wie versprochen das Los seiner Landsleute zu verbessern. Und Benoit Denizet-Lewis geht der Frage nach, wie aus den mittelmäßigen Tennisspieler Brad Gilbert der beste Trainer der Welt werden konnte.

Magazinrundschau vom 21.06.2004 - New York Times

"Ästhetisch und psychologisch potent", so lautet Daniel Mendelsohn Urteil zu Colm Toibins historischem Roman (erstes Kapitel) mit und über den Schriftstellers Henry James (mehr). "'The Master' ist unzweifelbar die Arbeit eines erstklassigen Romanciers", stellt Mendelsohn fest. Ihn stört aber die Gefühllosigkeit, die von James offensichtlich auf Toibin abgefärbt habe. Toibin selbst beschreibt seinen Protagonisten mit unverhohlener Faszination: "Alles an ihm ist zweideutig. Von allem was er war, war er ebenso das Gegenteil. Er liebte seine Familie, er vermisste sie, er sehnte sich danach, von ihr weg zu sein. Er liebte England, ihn grauste es vor England. Er liebte es, nachts auszugehen, er hasste es, nachts auszugehen. Er liebte Frauen, er liebte Männer. Er liebte die Arbeit, er fürchtete die Arbeit." Letzeres können wir nachvollziehen.

Mit seinem neuen Buch "Dress Your Family in Corduroy and Denim" (erstes Kapitel sowie eine Lesung zum Anhören) hat David Sedaris (mehr auf Deutsch) die "schnelle, saubere und geschwätzige Form des Seelengründelns" perfektioniert, ätzt Stephen Metcalf.

Aus den weiteren Besprechungen: Bryan Burrough notiert erstaunt, wie sehr ihn die Geständnisse des Auftragskillers Frank Sheeran erheitert haben. In "I Heard You Paint Houses" (erstes Kapitel) zitiert der Anwalt Charles Brandt aus den Gesprächen mit seinem langjährigen Klienten, der nicht nur behauptet, den Gewerkschaftler Jimmy Hoffa umgebracht zu haben, sondern auch Plausibles zum Mord an John F. Kennedy zu sagen hat. Niemand beschreibt Schlachten besser als John Keegan, gesteht David Fromkin, ansonsten aber ist ihm Keegan zu altmodisch, um in "The Iraq War" die wirkliche Herausforderung, den Guerrilla-Krieg, adäquat zu beschreiben. Robert J. Richards ist nicht so ganz überzeugt von Niles Eldredge, der in "Why We Do It" den Kampf um Energie und nicht die Verbreitung der Gene als Triebfeder des Lebens bestimmen will. Laura Miller widmet sich in ihrer Last-Word-Kolumne schließlich dem verachteten Genre der Ratgeberliteratur, das sein Goldenes Zeitalter in den Siebzigern erlebte. Ein besonders schönes Exemplar, Thomas Harris' "I'm O.K. - You're O.K." wird demnächst neu aufgelegt.

Im New York Times Magazine berichtet Jeffrey Gettleman aus Falluja, wo er sich die kuriose Truppe ansieht, die für Ruhe, wenn auch nicht für Frieden in der Rebellenhochburg sorgt. Die Falluja-Brigade besteht aus ehemaligen Rebellen und Soldaten der Republikanischen Garde Saddam Husseins, alle vor kurzem noch Feinde der Amerikaner. Gettleman ist mitten drin: "Mein Übersetzer Khalid und ich waren plötzlich allein. Die Offiziere hinter dem Schreibtisch bemerkten mich und warfen stechende Blicke in meine Richtung. Khalid wurde ein wenig unruhig. 'Es ist wie ein Treffen des Generalstabs der Republikanischen Garde', flüsterte er mir zu. 'Diese Leute sind schlecht. Sie hassen Amerikaner. Lass uns von hier verschwinden.'" Zum aktuellen Stand im Irak-Krieg hat die New York Times ein erschöpfendes Dossier eingerichtet.

Außerdem weiß Chuck Klostermann nicht so recht, ob er lachen oder weinen soll, wenn er sieht, wie Metallica (Bilder) mit Hilfe eines Therapeuten den Rock aus ihrem Leben zu bannen versuchen. Im Aufmacher staunt Paul Tough über den Plan des Reformers Geoffrey Canada von der Harlem's Children Zone, der die Zukunft der Kinder von Harlem ändern möchte, nicht Stück für Stück wie bisher, sondern in einem großen Schwung. Hier erklärt er sein ambitioniertes Projekt selbst.

Magazinrundschau vom 14.06.2004 - New York Times

"Einige wenige intuitive, sensible Visionäre mögen 'Ulysses', James Joyce' neuen Wälzer begreifen und verstehen, ohne einen Trainingskurs zu absolvieren, aber der durchschnittlich intelligente Leser wird wenig oder gar nichts herausbekommen - selbst bei genauer Lektüre, man möchte fast sagen Studium - außer Verwirrung und ein Gefühl von Ekel." Am 16. Juni jährt sich der Bloomsday zum hundertsten Mal, was die New York Times Book Review veranlasst, ihr stolzes Archiv zu bemühen und uns Joseph Collins' lesenswerte Orginalbesprechung des Klassikers von James Joyce aus dem Jahr 1922 zu präsentieren, gefolgt von Sean O'Faolains Gedanken zum Jubiläum 1954, um schließlich John Banville für die Gegenwart sprechen und Joyce unter anderem als Gründervater der irischen Tourismusindustrie würdigen zu lassen. Auch im Magazin ist Bloomsday: Jonathan Wilson porträtiert die jüdische Gemeinde Dublins, die wieder wächst, selbst wenn Leopold Blooms Welt langsam verblasst..

Der englische Literaturkritiker und frisch bestallte Oxford-Professor für Poesie Christopher Ricks hat sich den Dichter Bob Dylan vorgenommen und dessen Texte eingehend untersucht. Dabei herausgekommen ist, meint ein zu gleichen Teilen befremdeter und begeisterter Jonathan Lethem, "entweder die intimste rock-kritische Untersuchung, die je veröffentlicht wurde, oder die dümmste, oder beides..." Ricks' Methode nenne sich "Close Reading" und "wird bei näherer Betrachtung in Ricks' Händen zu einem lebhaften Sport, voller verführerischer Anspielungen, neckischer Exkursen, freiem philosophischen Sinnieren und Scherzen zum Aufstöhnen." Dazugestellt ist ein Artikel über Ricks von Charles McGrath, die Musikerin Lucinda Williams (mehr hier und hierwürdigt ihren Kollegen Dylan, und Ricks selbst spricht schließlich über die Musik seines Helden.

Weitere Besprechungen: Recht zufrieden ist David Gates mit "Moanin' at Midnight" (erstes Kapitel), James Segrests und Mark Hoffmans Biografie der flüchtigen Blues-Größe Howlin' Wolf. Auf "unterhaltsame" Weise, verspricht Joe Klein, beschäftigt sich Greg Kot mit dem Musiker Jeff Tweedy, der mit Wilco gegen den Mainstream zu schwimmen versucht. David L. Ulin schwärmt von der "unerwarteten Tiefe", die er in Geoff Nicholsons Satire "The Hollywood Dodo" (erstes Kapitel) entdeckt hat. David Frum schließlich ist Walter Russell Mead dankbar, obwohl der Bush in seinem Buch "Power, Terror, Peace and War" bescheinigt, bisher alles richtig gemacht zu haben. Denn damit zeigt Mead vor allem, notiert Frum, dass "es die Opposition bisher noch nicht fertig gebracht hat, eine kohärente und überzeugende Alternative zu präsentieren".

Im New York Times Magazine untersucht James Traub in einer dieser profunden Riesenreportagen die nukleare Bedrohung im Allgemeinen und die Probleme mit Irans Nuklearprogramm im Speziellen. Die USA glänzen mit einer recht ambivalenten Haltung. "Viele Staaten ohne Nuklearwaffen beschweren sich darüber, dass die USA neue Bestimmungen anstrebt, um andere daran zu hindern, überhaupt Atomenergie zu nutzen - aber zugleich selbst offen die Vereinbarung zur Abrüstung verletzt. Darüber hinaus hat die Bush-Regierung damit begonnen, eine neue Generation taktischer nuklearer Waffen zu entwickeln. Zeugt das nicht, wie die Iraner behaupten, von einer Doppelmoral?

Außerdem porträtiert Jonathan Mahler den Militäranwalt Charles Swift, der die Häftlinge in Guantamo besser verteidigt als das der Regierung lieb ist. Und Helen Epstein erklärt, warum der Kampf gegen Aids in Afrika nicht vorangeht.

Magazinrundschau vom 07.06.2004 - New York Times

Frederick P. Hitz, ehemaliger Mitarbeiter des CIA, lehrt in Princeton Literatur und vergleicht die Agentenromane etwa von John Le Carre oder Graham Greene mit der Realität der Geheimdienstler. Ein Ergebnis: die Wirklichkeit schlägt meist die Fiktion. Andererseits, notiert Laura Miller, haben berühmte Doppelagenten oft die einschlägigen Werke konsumiert, bevor sie selbst zum Agenten wurden. "Sergeant Clayton J. Lonetree verschlang 'trashige Spionageromane', bevor er mit einer russischen Frau und schließlich mit dem KGB anbandelte, während er als Wachmann der Moskauer Botschaft eingesetzt war. Robert P. Hanssen vom FBI, der 15 Jahre lang amerikanische Staatsgeheimnisse verkaufte, sagte aus, dass er ein Doppelagent sein wollte, seit er die Autobiografie von Kim Philby gelesen hat, ein Mitglied der verräterischen Cambridge Five."

Aus den weiteren Besprechungen: Aus ihrer Untersuchung der viktorianischen Inneneinrichtung (Beispiele) rekonstruiert Judith Flanders die Befindlichkeit eines ganzen Zeitalters, weshalb Alida Becker das Buch als Schlüssel zum Entziffern bisher unentdeckter Symbole der zeitgenössischen Literatur empfiehlt. Außerdem erfährt die Hausfrau, warum man drei Haarbürsten besitzen sollte. Liesl Schillinger bespricht drei Bücher, die jeweils von einem Autorinnenteam geschrieben wurden und zwangsläufig selbstbestimmte Frauen als Protagonistinnen aufweisen. Lisa Zeidner hält Romane, die in Einzelgeschichten zerfallen, für hybrid und deshalb Lisa Glatts Debüt "A Girl Becomes a Comma Like That" (erstes Kapitel) für antriebslos. Außerdem hat die Redaktion eine Auswahl der besten Neuerscheinungen des vergangenen halben Jahres zusammengestellt: für den Strand (in Deutschland lese: für den verregneten Sonntag).

Das New York Times Magazine gründelt im Dunstkreis von Wirtschaft, Politik und Kriminalität. Paul Krugman untersucht, warum Alan Greenspan vom Volkshelden zur tragischen Figur verkommen ist. "Er ist der Bush-Clique auf den Leim gegangen, obwohl er einseitige Steuersenkungen immer strikt abgelehnt hat. "Greenspan machte seine Bedenken nie öffentlich, vielleicht um seinen Freund O'Neill (den ehemaligen Finanzminister) zu schonen. Und als er realisierte, wie unverantwortlich die Steuersenkung wirklich war, war er gefangen - zu tief verstrickt in die Politik der Regierung, um das Ruder ohne Gesichtsverlust herumzureißen."

Weitere Artikel: Der ehemalige Staatsanwalt und Thriller-Autor Mark Costello bezweifelt, dass härtere Strafen für Wirtschaftsverbrecher die Lösung sind. Michael Lewis macht das Shareholder-Denken für alle unsympathischen Züge des Kapitalismus verantwortlich. Bruce Poter porträtiert einen Delinquenten, der den Business-Anzug gegen einen Gefängnis-Overall tauschen musste. Stephen Dubner und Steven Levitt erzählen die Geschichte eines Geschäftsmannes, der Bagels in Geschäftsvierteln verkauft und dadurch die "White Collar Crimes" aus nächster Nähe beobachten kann.

Magazinrundschau vom 01.06.2004 - New York Times

Es scheint wenig Gründe zu geben, Pauline Kael (mehr) und Susan Sontag (mehr und mehr) zu vergleichen", schreibt Michael Wood über Craig Seligmans ungewöhnlichen Versuch "Sontag & Kael". Anfangs (erstes Kapitel) weiß keiner, worauf der "eloquente Zweifler" Seligman hinaus will, er springt von einer zur anderen, und scheint nur die Konversation am Laufen halten zu wollen. "Doch dann werden die Umrisse einer echten Diskussion zwischen Sontag und Kael sichtbar, auch wenn sie nie eine geführt haben: Kael meint, wir lieben die Ernsthaftigkeit viel zu sehr, weshalb wir in die Abgründe unser Liebe zum Trash hinabtauchen müssen, um dieser Feierlichkeit zu entkommen", notiert Wood. "Aber es ist auch möglich, mit Sontag zu argumentieren, dass der Feind etwas anderes ist: Frivolität, die Bedrohung der Ernsthaftigkeit, die mit unserem Verlangen nach Schnelligkeit und Neuem einhergeht." Die anfängliche Skepsis des Rezensenten löst sich in Bewunderung auf. "Seligmans Offenheit und Gewandtheit, seine Bereitschaft, seine Zweifel ernst zu nehmen und seine Meinung zu ändern, führt uns zu Orten, die wir ohne ihn nicht hätten erreichen können."

Weitere Besprechungen: Verlyn Klinkenborg leistet Roland Emmerich Flankenschutz und stellt eine Reihe von alarmierenden Büchern vor, die die Klimadebatte ein für alle Mal entscheiden könnten, "wenn sie nur jemand lesen würde". Die Medien gedeihen am besten, wenn sie verantwortungsvoll kontrolliert werden, weiß James Fallows nach der Lektüre von Paul Starrs "detail- wie nuancenreicher" Untersuchung "The Creation of the Media"(erstes Kapitel). Außerdem preist Stephen Metcalf eine Neuausgabe der Gedichte von Philip Larkin, in die nur jene Meisterwerke aufgenommen wurde, die auch der Poet selbst für würdig befunden hat.


Für das New York Times Magazine besucht Ilan Greenberg Georgiens neuen Präsidenten Mikhail Saakashvili, und hält ihn für fähig, das Land trotz tiefverwurzelter Gesetzlosigkeit zum Licht zu führen. "134 Tage nach der samtenen Revolution nahm Saakashvili einen Anruf seines Generalstaatsanwalts entgegen. Ein persönlicher Freund und finanzieller Unterstützer seiner Präsidentschaftskampagne hatte einen Regierungshubschrauber beschädigt, den er für seinen persönlichen Gebrauch gemietet hatte. Dieser Freund hatte das Steuer übernommen, seinen Sohn auf den Schoß genommen und war prompt abgestürzt. Der Schaden belief sich auf eine Million Dollar. der Generalstaatsanwalt erzählte Saakashvili, dass sich der Mann weigerte, den Schaden zu bezahlen, und herumschrie, er sei ein Freund des Präsidenten. [...] Saakashvili zögerte einen kurzen Moment, befahl 'Ins Gefängnis!' und knallte den Hörer auf die Gabel."

Weitere Artikel: Stephen Rodrick wundert sich, wie Schauspieler Christopher Walken trotz seines Hangs zu schlechten Filmen immer begehrter wird. Elizabeth Weil sieht sich die unbeugsamen Rentner genauer an, die in einem Akt zivilen Ungehorsams illegal billige Medikamente aus Kanada importieren (allein das Foto der Senioren in Rebellenpose lohnt die Lektüre). Benoit Denizet-Lewis taucht ab in die Liebeswelt der Minderjährigen und sieht sexuelle Befreiung, Online-Chats und Chauvinismus munter nebeneinander.