Nicht wenige brüsten sich heutzutage wieder mit ihrem "
Antifaschismus". Wie problematisch dieser Begriff ist,
erklärt Jan C. Behrends bei den
Salonkolumnisten: "Antifaschismus war ein Kernbegriff im
globalen Bürgerkrieg der dreißiger Jahre. Dabei hat er schon damals wenig zur Erklärung der politischen Lage beigetragen. Er diente primär zur Teilung der Welt in Faschisten und Antifaschisten. Für Sozialdemokraten, Liberale oder Konservative blieb da wenig Luft zum Atmen. Im Zweifelsfall wurden sie von Moskau dem faschistischen Lager zugerechnet."
Rassismus ist ein System, das "aufrechterhalten wird, um Ungleichheit zu installieren" - und somit auch ein
deutsches Problem, schreibt Mely Kiyak in ihrer
Zeit-Online-
Kolumne: "Das System Rassismus in Deutschland funktioniert so, dass die Unbedrohten, die das System stützen, es gleichzeitig leugnen. Sie negieren die Ungleichheit und Ungleichbehandlung durch Politik, Polizei, Gesellschaft. Täglich wird in diesem Land aus rassistischen Gründen
attackiert,
angezündet oder sogar
geschossen. Rassistisch motivierte Gewalt wird zum
Alltag."
Maxim Biller attackiert in einem zweiseitigen (leicht redundanten)
Zeit-Artikel
linke Identitätspolitik, deren Verfechter er verdächtigt, wie
einst die Nazis "mit dem tränenreichen, stigmatisierenden Hinweis auf die sie angeblich beleidigende sexuelle, soziale, geschlechtliche, moralische Zugehörigkeit von Irgendwem zu Irgendwas nur gesellschaftliche und berufliche
Konkurrenten aus dem Weg räumen wollen, um zum Schluss selbst ihren Platz einzunehmen. Man kann es das Gründgens-statt-Granach-Prinzip nennen - oder auch, ein kleiner unnoltehafter Tritt gegen die all time-Bolschewiken ist immer erlaubt, den Gundermann-versus-Biermann-Trick. Bin ich zu hart, zu herzlos, zu arrogant? Ja, natürlich, was sonst."
Felix Riedel
kritisiert in seinem Blog den
Essay von Perlentaucher Thierry Chervel zur
Mbembe-Debatte: "Er zeichnet eine
flotte Diskursgeschichte der Relativierung, der Singularität, und konzediert den Mbembe-Unterstützern*innen damit noch das Recht auf eine Teilhabe an einem Opferdiskurs, wie verfremdet auch immer. Es geht aber nun einmal beim Vergleich von Israel mit Apartheid und Holocaust nicht um die Dimensionen, sondern
um Verkehrung. Es ist bösartige Täter-Opfer-Umkehr, und nicht Relativierung. Man muss es einfach immer wieder erklären: Mbembe ist ein Antisemit nicht weil er relativiert, sondern weil er
aus Opfer Täter und aus
Tätern Opfer macht."