9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.06.2020 - Ideen

Wenn jetzt nicht nur in den USA, sondern auch in Europa Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestieren, zeigt sich Gustav Seibt (SZ), dass "der Westen" doch noch existiert, zumindest als "normatives Projekt", wie Heinrich August Winkler es einmal beschrieb: "Europa, das so lange die Welt eingeteilt und besiedelt hat, ist inzwischen selbst zu einem Einwanderungsgebiet geworden. Es wird dabei ähnlich multiethnisch, wie es die USA seit jeher waren. Damit ist auch die Erblast des Kolonialismus an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt. Der Sprung des Protests über den Atlantik hat einen historischen Grund in der Sache; er ist mehr als wohlfeile moralische Selbsterhöhung, wie manche Kritiker glauben. Der Kampf um Anerkennung, den eingewanderte Europäer heute führen, macht auf seine Weise Ernst mit dem normativen Projekt des Westens."

In der NZZ denkt der Politikwissenschaftler Adrian Lobe über den Virus als Kommunikationsmodell in der Massengesellschaft nach. Viren, überlegt er mit Baudrillard, Michel Serres und Susanne Ristow, sind "sehr erfolgreiche Kommunikationssysteme, effizienter als jede Druckerpresse, denen es durch massenhafte Reproduktion nicht nur gelingt, im menschlichen Organismus die Agenda zu setzen, sondern auch im Informationssystem der Weltöffentlichkeit - gerade weil das hypermediale Virus den Menschen als Medium instrumentalisiert. Vielleicht ist diese Rekombinatorik auch eine Art Mimikry der zunehmend digitalen und programmierten Gesellschaft - was bedeuten würde, dass die infektiösen Agenten smarter sind als wir Menschen. Und vielleicht ist das Virus auch das radikalste Medium, weil es schon gar kein Dazwischen mehr gibt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.06.2020 - Ideen

Der Soziologe Armin Pfahl-Traughber wendet sich in hpd.de gegen eine kulturelle Aufladung des Antirassismus - wie etwa im Begriff "antimuslimischer Rassismus", in dem bestimmte religiöse oder kulturelle Traditionen einen Schutzstatus erhalten: "Diese Denkweise läuft darauf hinaus, die Berufung auf Menschenrechte selbst unter Rassismusverdacht zu stellen. Und so erklären sich auch die Gleichsetzungen, die bezogen auf Frauenrechtlerinnen und Religionskritiker mit Muslimenfeinden und Rechtsextremisten vorgenommen werden. Die Folge davon ist, dass gegenüber den gemeinten Gruppen und Kulturen menschenrechtliche Probleme nicht mehr angesprochen werden können. Denn die kritisierten Erscheinungsformen gelten als den Kollektiven eigene Wertvorstellungen."


Überhaupt zu fragen, ob es in Deutschland Rassismus gibt, findet Jagoda Marinic in der SZ etwa mit Blick auf die NSU-Morde "ungehörig". Sie fordert eine "vielstimmige Debatte über Rassismus, die den hier lebenden Minderheiten gerecht wird": "Die deutsche Debatte braucht dringend Thesen wie die des Historikers und Philosophen Achille Mbembe, der mit seinen kapitalismuskritischen Ansätzen die Möglichkeit eröffnet, globale Allianzen gegen die Unterdrückung zu bilden. Immer mehr Menschen werden, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Opfer rassistischer Unterdrückung, nicht zuletzt, weil die Verschiebung menschlicher Arbeitskraft in einer globalisierten Welt Menschenleben dehumanisiert. Die Gastarbeiter der Nachkriegszeit sind ein Beispiel hierfür, so wie heute die Ausbeutung osteuropäischer Arbeiter in den Schlachthöfen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.06.2020 - Ideen

Der Rechtsprofessor Ralf Michaels schrieb in der FAZ vom 9. Juni, die Debatte um Achille Mbembe sei fehlgelaufen, weil sie versuche, ein deutsches Narrativ über den Holocaust zu universalisieren und statt dessen den ganz anderen Blick Mbembes auf den Holocaust als antisemitisch zu brandmarken. Thierry Chervel, der auf den Historikerstreit rekurriert hatte, antwortet im Perlentaucher: "Michaels nennt es bezeichnend, dass die Mbembe-Debatte mit dem Historikerstreit verbunden wird, 'als bestünde kein Unterschied zwischen dem Versuch des Deutschen Ernst Nolte, die deutsche Verantwortung zu relativieren, und dem Versuch des Afrikaners Mbembe, den Holocaust in eine umfassendere Verantwortung einzuordnen'. Aber sowohl bei Nolte wie bei Mbembe fällt der Wunsch auf, ein Ereignis, das im Innersten keinen Sinn hat und dessen einzige Botschaft es ist, dass es niemals hätte stattfinden dürfen, in eine Kontinuität einzuordnen."

Im Englischen bezeichnet "race" ein "Gruppe von Menschen, denen einende physische Charakteristika zugeschrieben werden", in Deutschland ist der Begriff "Rasse" hingegen "biologistisch konnotiert", hält Jakob Biazza auf Sueddeutsche.de fest und kritisiert die Übersetzung von "race riots" mit "Rassenunruhen": "Er schreibt Menschen tendenziell Charakterzüge zu, die sich angeblich aus einer biologischen Grundlage speisen sollen. Ein Framing, das hier in mehrfacher Hinsicht falsch ist: Zunächst einmal, weil die Rassenlehre rassistischer, menschenverachtender Unfug ist. Zum anderen aber auch, weil es ja eben gerade keine einenden physischen Merkmale bei den Demonstranten gibt, die in den USA (und in vielen anderen Ländern) gegen Rassismus, Diskriminierung und (Polizei-)Gewalt protestieren. Es sind Menschen nahezu aller Ethnien, Glaubensrichtungen, Hautfarben, sozialer Schichten oder Nationalitäten, die wegen der systemischen Ungleichheiten auf die Straße gehen." Er plädiert für die Übersetzungen "Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus" oder "Demonstrationen gegen Ungleichheit und Diskriminierung".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.06.2020 - Ideen

Nein, die Coronakrise ist kein Einschnitt. In Wirklichkeit werden an ihr nur schlagartig bestimmte Prozesse der Spätmoderne deutlich, die nur verstehen kann, wer den Soziologen Andreas Reckwitz liest, der dies zum Glück in der heutigen Zeit noch mal hinreichend deutlich macht: "Man muss es betonen: Ohne die Krise der Spätmoderne, die seit den 2010er-Jahren ins Bewusstsein rückt, wäre das Coronavirus wohl nur eine banale Pandemie - eine menschliche Tragödie, aber ohne intellektuellen oder politischen Nährwert. Im Rahmen der ohnehin schon verbreiteten Desillusionierung kann das Virus jedoch als Menetekel einer Moderne in der Sackgasse und als Chance für einen gesellschaftlichen Neubeginn gedeutet und dramatisiert werden."

Die Plünderer in den USA sind keine Anarchisten, auch wenn Donald Trump sie so bezeichnet, insistiert Ilija Trojanow in seiner taz-Kolumne: "Hätte er auch nur einige Seiten von, sagen wir, Michail Bakunin oder Emma Goldman, Erich Mühsam oder Murray Bookchin gelesen, wäre er erstaunt, dass Anarchismus nicht die Plünderung eines Foot-Locker-Ladens (schicke Sneakers!) bedeutet, sondern das Streben nach größtmöglichem Gemeinwohl bei größtmöglicher individueller Freiheit. Also das Gegenteil von neoliberaler Ausbeutung und polizeilicher Willkür. Gewiss, es gibt auch im Anarchismus viele Strömungen, aber eines haben sie doch gemein: Solidarität als gesellschaftliches Grundprinzip, nicht Konkurrenz und Rivalität."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.06.2020 - Ideen

Der Fehler in der Mbembe-Debatte liegt für den in der FAZ schreibenden Rechtsprofessor und Dekolonialisierungsforscher Ralf Michaels darin, dass die Deutschen ihre Sicht auf den Holocaust angeblich universalisieren wollen: "Die Kritik setzt an bei der speziellen Verantwortung der Deutschen für den Holocaust und postuliert eine daraus folgende spezifische deutsche Sicht, ein deutsches Narrativ, eine deutsche Identität und eine deutsche Verantwortung. Sie ignoriert den partikularen Ursprung dieser Sicht und macht daraus einen Universalismus. Diesen schreibt sie dann allen vor, also auch denen, die an der speziellen deutschen Erfahrung und Verantwortung nicht teilhaben."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.06.2020 - Ideen

Nicht wenige brüsten sich heutzutage wieder mit ihrem "Antifaschismus". Wie problematisch dieser Begriff ist, erklärt Jan C. Behrends bei den Salonkolumnisten: "Antifaschismus war ein Kernbegriff im globalen Bürgerkrieg der dreißiger Jahre. Dabei hat er schon damals wenig zur Erklärung der politischen Lage beigetragen. Er diente primär zur Teilung der Welt in Faschisten und Antifaschisten. Für Sozialdemokraten, Liberale oder Konservative blieb da wenig Luft zum Atmen. Im Zweifelsfall wurden sie von Moskau dem faschistischen Lager zugerechnet."

Rassismus ist ein System, das "aufrechterhalten wird, um Ungleichheit zu installieren" - und somit auch ein deutsches Problem, schreibt Mely Kiyak in ihrer Zeit-Online-Kolumne: "Das System Rassismus in Deutschland funktioniert so, dass die Unbedrohten, die das System stützen, es gleichzeitig leugnen. Sie negieren die Ungleichheit und Ungleichbehandlung durch Politik, Polizei, Gesellschaft. Täglich wird in diesem Land aus rassistischen Gründen attackiert, angezündet oder sogar geschossen. Rassistisch motivierte Gewalt wird zum Alltag."

Maxim Biller attackiert in einem zweiseitigen (leicht redundanten) Zeit-Artikel linke Identitätspolitik, deren Verfechter er verdächtigt, wie einst die Nazis "mit dem tränenreichen, stigmatisierenden Hinweis auf die sie angeblich beleidigende sexuelle, soziale, geschlechtliche, moralische Zugehörigkeit von Irgendwem zu Irgendwas nur gesellschaftliche und berufliche Konkurrenten aus dem Weg räumen wollen, um zum Schluss selbst ihren Platz einzunehmen. Man kann es das Gründgens-statt-Granach-Prinzip nennen - oder auch, ein kleiner unnoltehafter Tritt gegen die all time-Bolschewiken ist immer erlaubt, den Gundermann-versus-Biermann-Trick. Bin ich zu hart, zu herzlos, zu arrogant? Ja, natürlich, was sonst."

Felix Riedel kritisiert in seinem Blog den Essay von Perlentaucher Thierry Chervel zur Mbembe-Debatte: "Er zeichnet eine flotte Diskursgeschichte der Relativierung, der Singularität, und konzediert den Mbembe-Unterstützern*innen damit noch das Recht auf eine Teilhabe an einem Opferdiskurs, wie verfremdet auch immer. Es geht aber nun einmal beim Vergleich von Israel mit Apartheid und Holocaust nicht um die Dimensionen, sondern um Verkehrung. Es ist bösartige Täter-Opfer-Umkehr, und nicht Relativierung. Man muss es einfach immer wieder erklären: Mbembe ist ein Antisemit nicht weil er relativiert, sondern weil er aus Opfer Täter und aus Tätern Opfer macht."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.06.2020 - Ideen

Auf Zeit online malt sich der Wissenschaftsphilosoph Alfred Nordmann schon mal aus, wie man auf eine zweite Ansteckungswelle mit dem Coronavirus im Herbst reagieren könnte: "Vielleicht ist dies die Stunde der Nanotechnologie - womöglich mit Oberflächenbeschichtungen zur Virenabwehr. Vielleicht findet auch irgendjemand einen Nachweis für die anti-viralen Wunderkräfte eines exotischen ätherischen Öls. Oder es erzeugt demnächst ein Industrielabor mit der Crispr-Cas-Genschere eine Pflanze, die Corona-durchseuchte Luft erneuert. Materialwissenschaft, physikalische Messtechnik, Biotechnologie, Lüftungstechnik, Chemie und Meteorologie, Kunst und Architektur, nicht zuletzt die Geschichtswissenschaften müssten jetzt gefragt werden, um eine neue Normalität auch für Innenräume zu erfinden. Vielleicht findet all solche Forschung längst statt, in den Köpfen aber ist das noch nicht angekommen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.06.2020 - Ideen

Vor einigen Tagen hat Perlentaucher Thierry Chervel die Mbembe-Debatte einen "Historikerstreit mit umgekehrten Vorzeichen" genannt. Aleida und Jan Assmann schicken heute Repliken auf diesen Essay. Aleida Assmann nennt den Streit um Mbembe eine "gefährliche Nebelbombe": "Er lenkt ab von dieser Aufgabe der Antisemitismusbekämpfung in unserem Land und ist im Begriff, den tragenden Konsens in der Gesellschaft in Frage zu stellen. Wo es um die beherzte Vereinigung der kritischen Kräfte und Verteidigung demokratischer Werte gehen sollte, werden Sprach- und Zensurregeln eingeführt, mit denen ausgerechnet diejenigen angegriffen werden, die sich aktiv und nachhaltig für die Grundwerte dieses Staates und seiner Erinnerungskultur einsetzen"

Jan Assmann wendet sich gegen die "Einflussnahme staatlicher und interessierter Kreise auf das kulturelle Leben unseres Landes": "Dass BDS auch in Deutschland Meinungsfreiheit genießt, ist seit dem Beschluss des Bundestags, diese Aktion als antisemitisch einzustufen einfach falsch. Antisemitismus genießt in Deutschland mit Recht keine Meinungsfreiheit. Der Staat wendet keine Steuergelder für diese Bewegung auf, wenn eine Kulturinstitution einen afrikanischen Philosophen zu einem Vortrag einlädt, der dieser Bewegung weder angehört noch im Verdacht steht, für sie werben zu wollen."

Bei jüngeren Forschern wie Jonathan Lanz, der sich auf das Thema Kinder im Holocaust spezialisiert hat und die Mbembe-Kontroverse bei opendemocracy.net kommentiert, scheint die Idee einer "Singuarität" des Holocaust inzwischen völlig passé zu sein: "Es ist einfach nicht wahr. Der Holocaust war trauriger Weise kein einzigartiges Verbrechen, und Historiker und Publikum sollten die gefährliche Idee, dass der Mord an Europas Juden jenseits aller Vergleiche sei, zurückweisen". Schon nach der Befreiung der Lager habe es Einzelne gegeben (Lanz nennt den französischen Autor David Rousset), "die die Ungerechtigkeit des Holocaust auf ein unvergleichliches Niveau heben wollten, auf eine Ebene, an die weder die südafrikanische National Party oder Israels Likud-Partei je heranreichen könnten". Mbembes Kommetare "sind nicht antisemitisch", beteuert Lanz, "aber das sie die Suprematie des Holocaust als unberührbares Grauen bedrohen, lösen sie Angst aus. Wir sollten uns nicht vor Mbembes Kommentaren fürchten, sondern seine Worte als der Erfüllung des Versprechens 'Nie wieder' begrüßen".

Außerdem: Rudolf Walther blättert für die taz durch die Zeischriften Cato, Tichys Einblick und Tumult und stellt ein Kontinuum von der CDU bis zur extremen Rechten fest.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.05.2020 - Ideen

Sehr instruktiv beschreibt der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht in der Welt, wie sich in den Postcolonial Studies eine Hermeneutik durchgesetzt hat, in der es nicht mehr um die historische Analyse geht, sondern um heroische Intention. Statt Edward Said und Henry Louis Gates, Gayatri Spivak und Homi K. Bhabha, meint Gumbrecht, lesen sie zuviel Frantz Fanon: "Mit der Hermeneutik war erstens - fern von allem neuen Inhalten - eine Perspektive der Textauslegung in den Vordergrund getreten, der es mehr um Einstellungen und Absichten hinter den Texten ging als um deren Wörtlichkeit. Dies beflügelte zweitens die Auffassung von Wirklichkeitsbildern als 'sozialen Konstruktionen' auf der Grundlage solcher Absichten, was drittens zu dem Habitus führte, 'Fakten' als Produkte eines naiven Glaubens an Konstruktionen von Wirklichkeit zu entlarven. Als der philosophischen Wahrheit vermeintlich letzter Schluss gab viertens die rationalitätskritische Attitude der Dekonstruktion diesem Entsubstantialisierungsschub ihren Segen. An die Stelle von Faktengenauigkeit konnte so fünftens eine Empathie mit den Opfern der Geschichte als Imperativ der Wissenschaft treten."

Auch vor Donald Trump waren die Republikaner keine konservative Partei im hergebrachten Sinne, stellt in der taz der Politikwissenschaftler Torben Lütjen klar, tatsächlich geben dort rechte Anarchisten den Ton an, deren Libertarismus auf die Starken und Wagemutigen setzt: "Das ist nicht nur Sozialdarwinismus pur, sondern in seinem Glauben, jeder sei im Kapitalismus tatsächlich seines eigenen Glückes Schmied, natürlich auch eine ziemliche Fiktion. Doch der Mythos ist unmittelbar massenwirksam, anschlussfähig an die vielen verschiedenen Gruppen, die sich unter dem Dach einer heterogenen Bewegung tummeln: etwa die Waffennarren und Milizionäre, die von der Heidenangst getrieben sind, die Regierung könnte ihnen ihr verbrieftes Grundrecht auf Waffenbesitz nehmen, und die im Lockdown lediglich den neuesten perfiden Trick erkennen. 'Live free or die' - in diesem nun tausendfach auf Plakate und T-Shirts gedruckten Credo, stolz auch getragen von jenen Menschen, die, schwer bewaffnet, in diversen Landesparlamenten amerikanischer Bundesstaaten 'protestieren', manifestiert sich dieser militante und maskuline Hyperindividualismus."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.05.2020 - Ideen

Die Deutschen - geade die intelligenteren unter ihnen- backen sich Hannah Arendt zu einer "heiligen Hannah", die leider in dieser Form nie existiert hat, beobachtet Michael Wuliger in seiner Kolumne für die Jüdische Allgemeine. Dazu gehört natürlich die Affäre mit Heidegger. Aber auch ein anderer Aspekt: "Gelegentlich wird die Philosophin auch gern als Kronzeugin gegen Israel zitiert. Passende Sätze finden sich bei ihr tatsächlich. Allerdings auch andere, die jeder zionistische Rechte sofort unterschreiben würde: 'Wenn man als Jude angegriffen wird, muss man sich als Jude wehren. Nicht als Deutscher, nicht als Weltbürger, nicht als Verteidiger der Menschenrechte.'"