Heute in den Feuilletons

Küssende Hasen totschießen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
17.01.2013. Es gab noch Zeiten, in denen Kinderbücher drastisch werden durften, aber die sind nun vorbei, meint die Presse in Wien, auch die Zeit befasst sich mit dem Thema. Für die Frankfurter Rundschau wird's langsam knapp, berichten verschiedene Medien. Die taz schildert Oper, Pornografie und Prostitution im Kontext. In der FR hält Quentin Tarantino am Begriff des Holocausts für die Sklaverei und die Geschichte der Indianer in den USA fest. In der Zeit versteht ZDF-Intendant Thomas Bellut das ganze Gerede um Schleichwerbung bei Gottschalk nicht: Die sei doch "durch die Clearingstelle ausgeschlossen".

Tagesspiegel, 17.01.2013

Der britische Anthropologe Jeremy Keenan spricht im Interview über den Konflikt in Mali und die Ziele der französischen Intervention: "Das drängendste Problem sind zurzeit natürlich die Islamisten. Aber selbst wenn sie weg wären, blieben all die großen Probleme, die es zuvor schon in Mali gab. Die malische Regierung im Süden muss das Land auch als Einheit behandeln. Das hat es bisher nie gegeben. Die Rebellion der Tuareg gab es, weil der Norden immer verachtet, politisch und wirtschaftlich marginalisiert wurde. Den Norden ordentlich zu entwickeln wird hunderte Millionen Euro kosten. Doch das Geld wäre da. Die EU hatte bereits Pläne, diese Mittel zu bewilligen, bevor die Kämpfe im letzten Jahr ausbrachen."

Bereits gestern sind Oliver Welke und Dieter Wischmeyer an die Protokolle herangekommen, in denen die ARD die Redaktionskonferenzen ihrer fünf Groß-Talker festhält. Los geht es Freitag, 10 Uhr: "Redaktionskonferenz bei Günther Jauch. Der Superstar des ARD-Talks lauscht der Manöverkritik zur Sendung vom letzten Sonntag. Sein Redaktionsleiter erwähnt die fantastische Quote und meint dann scherzhaft: 'Na gut, wenn wir mal ehrlich sind ... Nach so einem starken Münster-Tatort könnten wir wahrscheinlich auch sechzig Minuten live auf irgendeine Straßenkreuzung in Haselünne schalten, und wir würden trotzdem fantastische Quoten holen.' Die Runde lacht herzlich. Günther Jauch lacht nicht. Er schaut den Redaktionsleiter mit kalten Augen an und macht sich eine Notiz. Der Redaktionsleiter schluckt."
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