Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.06.2026, 10.54 Uhr
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Mittwoch, 01.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Quelle von Instabilität

01.04.2026 Instabilität ist der neue Normalzustand, warnt der Ökonom Eswar Prasad bei Zeit Online. Kritik gibt's am neuen Gesetz zur Todesstrafe in Israel exklusiv für palästinensische Terroristen: Die taz hat von Israel eh nichts Besseres erwartet. Die Jüdische Allgemeine hofft, dass der oberste Gerichtshof das Gesetz kassieren wird. Die SZ lässt sich von Chat-GPT bestätigen, dass Open AI  gegen das Urheberrecht verstößt. In der FAZ warnt der Migrationsforscher Alexander Kustov, Forschungsergebnisse zur Migration schön zu reden: Damit spiele man den Rechtsextremen in die Hände.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Notwendigkeit einer jeden Note

01.04.2026 Donald Trump präsentiert Entwürfe für seinen neuen Ballsaal und die SZ mokiert sich über Treppen, die ins Nichts führen. Lustvoll plattwalzen lässt sich die Welt von Raphael Pichons majestätischer neuer "Johannespassion"-Einspielung. Die Zeit tanzt in Carla Simóns Film "Romería - Das Tagebuch meiner Mutter" mit Geistern. Die FAZ begegnet in Apolda den märchenhaften Aktfotografien Günter Rösslers. critic.de bejubelt Barbara Lodens unter die Haut gehenden Klassiker "Wanda", der erstmals in die deutschen Kinos kommt.

Bücherschau des Tages

Literarische Weltenerfinder

01.04.2026 Die FAZ ist restlos begeistert von Anjet Daanjes Roman "Das Lied von Storch und Dromedar", eine so originelle wie dunkle Hommage an die Schwestern Brontë. Mit Tomer Gardi folgt sie dem eritreischen Rider Filmon, der für einen Hungerlohn in Israel Essen ausfährt. Die Zeit vertieft sich in die Tagebücher von Monika Maron, die das Dagegensein nie aufgegeben hat. Dlf Kultur empfiehlt Nicola Denis Roman "Wo die Kaffeekirschen leuchten", der ins Kolumbien der fünfziger Jahre führt. 

Donnerstag, 02.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Das schleift ab

02.04.2026 Wer sind die Feinde der Demokratie, wer definiert sie, und wann wird man selbst dazu, fragen in der FAZ Elisa Hove, Frauke Rostalski und Philip Manow. Die AfD sollte ruhig Regierungserfahrung sammeln, meint in der NZZ Rüdiger Safranski, das habe auch die Grünen am Ende entradikalisiert. Auf Zeit online fürchtet der Historiker Moshe Zimmermann einen Backlash gegen Israel in den USA. In der SZ erklärt die  Rechtsphilosophin Elisabeth Holzleithner, warum der Tatvorwurf "leichtfertige Vergewaltigung" eine Lücke im Sexualstrafrecht schließen würde.

Efeu - Die Kulturrundschau

Harmloser Thunfisch-Grill

02.04.2026 Die taz hofft mit den mutigen russischen Medienmacherinnen aus Julia Loktevs Doku "My Undesirable Friends: Part I" auf ein neues Jahr ohne Putin. Die FAZ schwebt auf Twyla Tharps Tanzstück "In the Upper Room" davon. KI-generierte Musik ist für das menschliche Ohr nicht mehr von echter zu unterscheiden, erfährt die FAZ von Deezer-CEO Alexis Lanternier. Die taz lernt außerdem, wie gefährlich Punks in Manila leben. 

Bücherschau des Tages

Gedanken in Stücke zersprungen

02.04.2026 Die FAZ folgt Armin Nassehi interessiert beim Versuch, die Funktion von Antisemitismus systemtheoretisch zu analysieren. Die NZZ lässt sich von Stefan Hentz durch das aufregende Leben von Jazzlegende Miles Davis führen. Der Dlf versinkt in einer neuen Joseph-Roth-Werkausgabe und erinnert sich mit Siri Hustvedt an Paul Auster. Und Dlf Kultur denkt mit Wolfgang Ullrich über die Macht von Memes nach.

Samstag, 04.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Stets im Dienst der Erinnerung

04.04.2026 Die FAS fragt sich, ob Olivier Assayas' Verfilmung von Giuliano da Empolis Roman "Der Magier im Kreml" Propaganda für Russland machen will. Viel Spaß haben die Feuilletons, wenn Lars Eidinger in Molières "Der Geizige" an der Berliner Schaubühne als deutscher Boomer im Autohaus auftritt. Die taz blickt andächtig auf kleine Rothkos in Florentiner Mönchszellen. Und in der NZZ rechnet Apples Ex-Designer, der Schwarzwälder Hartmut Esslinger, mit Apple ab. Und der Perlentaucher wünscht Frohe Ostern!

9punkt - Die Debattenrundschau

Ins Viktimistische gekippt

04.04.2026 Um Trump zu bekämpfen, sollten sich die Amerikaner mit der Geschichte ihrer Verfassung auseinandersetzen, ruft die Historikerin Jill Lepore im FAS-Interview. Peter Sloterdijk sieht in der MAGA-Bewegung den Ausdruck eines "kontrafaktischen Minderwertigkeitsgefühls", wie er im SZ-Gespräch erklärt. Der taz wird in einer Ausstellung in Berlin mit VR-Brille das Grauen des syrischen Foltergefängnisses Sednaya vor Augen geführt. In der SZ versichert die Politikwissenschaftlerin Florence Gaub: Früher war es auch nicht besser! 

Bücherschau des Tages

Frösche, die kein Wasser mögen

04.04.2026 Die FAZ lässt sich von Marie Luise Kaschnitz durch das Frankfurt der Sechziger führen. Die FAS gibt dank der Reportagen von Ceyda Nurtsch die Hoffnung nicht auf, dass die Spaltung in der türkischen Gesellschaft irgendwann überwunden werden kann. Die taz lässt sich von Jörg Lau Deutschlands außenpolitische Herausforderungen vor Augen führen. Die Welt rät zur Lektüre von Tierno Monénembos Roman „Der schwarze Terrorist“, der an den französischen Widerstandskämpfer Addi Bâ Mamadou erinnert. Mit Golo Maurer amüsiert sich über jene Gruppe deutscher Maler, die in Olevano die deutsche Kunst erfanden. Und die FR lernt von Sally Coulthard alles über Frösche.

Dienstag, 07.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Neue Welle der Tieftauchgänge

07.04.2026 Die brutale Gegenwart in Israel seit dem 7. Oktober erlebt die FAZ beim Theaterfestival "Isradrama", bei dem Deutschland als einziger Gast aus Westeuropa anreiste. Die NZZ bewundert in Paris die strahlenden Algen, die Henri Matisse in seinem zweiten Leben schuf. Wann hat Popmusik eigentlich zuletzt provoziert, fragt sich die Welt. Im Perlentaucher erinnert sich Angela Schader mit Devika Reges' Debütroman an ein Indien vor Narendra Modi. Dank einer leuchtenden Siri Hustvedt in Sabine Lidls Porträtfilm vergessen FAZ und Standard kurz die hässliche amerikanische Gegenwart.

9punkt - Die Debattenrundschau

Tragende Stützen des Systems

07.04.2026 Die Täter kamen in Deutschland aus der Mitte der Bevölkerung, sagt Götz Aly in der SZ - aber macht die Ausstellung "Wieviel wussten die Deutschen" in der "Topographie des Terrors" diesen Aspekt wirklich deutlich? Ebenfalls in der SZ spricht der Autor Arnd Henze über die gefährliche Ideologie des "Christlichen Nationalismus" in den USA. In der FAZ warnt der Ethiker Rainer Mühlhoff vor der Ideologie des Silicon Valley. In der taz erklärt der Kriminologe Klaus von Lampe, was es mit den vielen Schießereien in Berlin auf sich hat.

Bücherschau des Tages

Über Mut und Hühner

07.04.2026 Die FAZ freut sich über Daniel Faßbenders "Surf-Noir"-Krimi "Heaven's Gate", in dem ein wellenreitender Privatdetektiv die Schattenseiten einer philippinischen Insel entdeckt. Mit Thomas Knüwer streift sie durch geheimnisvolle "lost places" und findet dort unverhofft Gemeinschaft. Die SZ empfiehlt den Erinnerungsband der aus Russland geflohenen Autorin Natalja Kljutscharjowa. Die NZZ empört sich mit Madame Nielsen im Theater. Und Dlf Kultur amüsiert sich prächtig mit den verrückten Hühnern aus  Melanie Garanins und Massuda Kassems Kinderbuch "Chicken Survivor". 

Mittwoch, 08.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Von einer zivilen zu einer sultanistischen Oligarchie

08.04.2026 Im Irankrieg scheint es ein Waffenstillstandsabkommen zu geben - das behauptet jedenfalls Donald Trump, berichtet Zeit online. Wie dieser Krieg jetzt auch ausgeht, Trumps sprachliche Eskalation hat den Genozid quasi salonfähig gemacht, fürchtet die taz. In der SZ beschreibt der ukrainische Schriftsteller Jurko Prochasko, wie Russland versucht, die Ukrainer jenseits der Frontlinie zu zermürben. Bei Zeit online erklärt der Historiker Jeremy Varon, warum die Trump-Regierung die Kritische Theorie gern als Schreckgespenst zeichnet, damit aber leider auch manchmal recht hat.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit wärmender Liebesklangkraft

08.04.2026 Karin Bergmann wird neue Intendantin der Salzburger Festspiele - eine Posse, meint die Welt: ihr Vorgänger wurde gefeuert, weil er sich für sie stark machte. Die FAZ bejubelt derweil die fluffigen Klänge einer Rameau-Barockoper, die in Genf aufgeführt wird. Weit mehr als nur Postkartenbilder liefert "Pompeji: Unter den Wolken", ein per Streaming verfügbarer politischer Dokumentarfilm des italienischen Regisseurs Gianfranco Rosi, freut sich die taz.

Bücherschau des Tages

dagenken / fügehle

08.04.2026 SZ und NZZ betrachten mit dem Journalisten Nicholas Potter besorgt die Radikalisierung von Teilen der Linken. Die FR reist mit Octavia E. Butler ins Jahr 1815 in den USA und erlebt die Brutalität der Sklaverei. Außerdem bewundert sie die bewusstseinserweiternde lyrische Kraft von Henning Ahrens. Die FAZ lässt sich von Jens Soentgen in die Geheimnisse der Luftforschung einweihen. Die taz lernt in einer Graphic Novel von Niels Schröder den Widerständler Otto Weidt kennen, der seine jüdischen Mitbürger vor der Deportation durch die Nazis bewahren wollte. 

Donnerstag, 09.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Die anziehende Eigenheit der Gedanken

09.04.2026 Die taz lernt in Remagen den politischen Günther Uecker kennen, der die Menschenrechtserklärung nach China schmuggelte. Die SZ verschmilzt in Mannheim mit Kaari Upson in Hugh Hefners Playgirlgrotte. ZeitOnline listet die Künstler auf, die die Begleitmusik zum Antisemitismus in Großbritannien liefern. Die FAZ fragt, was Boualem Sansal wohl bewogen hat, von Gallimard ausgerechnet in den Verlag des extrem rechten Medienmoguls Vincent Bolloré zu wechseln. Und der Perlentaucher erlebt mit Barbara Loden die Enttäuschung der Feministinnen der Siebzigerjahre. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie Schlachtvieh

09.04.2026 Donald Trump hat mit seinen Drohungen gegen den Iran jede Grenze überschritten, meint die SZ unter Berufung auf den Historiker Timothy Snyder. Auch innenpolitisch scheint ihm der Krieg geschadet zu haben: MAGA liegt im Sterben, zitiert die FAZ die New York Times. In der taz erzählt der Rapper Behrad Ali Konari von dem Psychoterror, dem er in iranischen Gefängnissen ausgeliefert war. Die Zeit erinnert an das "größte Kriegsverbrechen der Gegenwart": die Abschlachtung der Bewohner der sudanesischen Stadt Al-Faschir. Ebenfalls in der Zeit ermuntert Aleida Assmann die Leser, eine neue Suchmaschine für die NSDAP-Mitglieder-Kartei zu nutzen, um die eigene Familiengeschichte in der NS-Zeit zu erkunden.

Bücherschau des Tages

Du hast dich den Lichtern verschrieben

09.04.2026 Wie „präzise Kurzfassungen von Trauer“ erscheinen der FAZ die musikalischen Gedichte der Dänin Tove Ditlevsen. Die Zeit findet sogar Trost, wenn ihr der Schwede Stig Dagerman in seinen poetischen Geschichten von Mord und Totschlag erzählt. Und auch eine unerwiderte Liebe ist gar nicht so schlimm, lernt sie von der Philosophin Miriam Metze. Wie böse Messalina, der Gattin des römischen Kaisers Claudius, von Männern mitgespielt wurde, erfährt die NZZ von der Historikerin Honor Cargill-Martin. Die FR lässt sich von Franketiennes Klassiker der haitianischen Literatur zum Kampf auffordern. Und der Dlf Kultur stärkt den Globalen Süden mit Patrick Kaczmarczyk.

Freitag, 10.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Nahe am Abgrund des Taktgefühls

10.04.2026 Die Feuilletons trauern um Mario Adorf, die "Seele und das Herz" des deutschen Films, wie die FR schreibt. ZeitOnline hofft, dass durch den New Yorker Verleger Edwin Frank Hans Erich Nossacks Novelle "Der Untergang" aus dem Jahre 1948 in den deutschen Kanon gelangt. Hyperallergic freut sich indes für die Amerikaner, dass sie jetzt auch Gabriele Münter kennenlernen dürfen. Monopol lässt sich von nichts abhalten, gut gelaunt über die Diriyah-Biennale in Riad zu flanieren. Und die FAZ kann nur müde lächeln, wenn Norman Foster Queen Elisabeth II Biodiversität widerspiegeln lässt. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Ermutigt durch das Überleben

10.04.2026 Bangigkeit vor den ungarischen Wahlen: In der taz schildert der Journalist Akos Toth, wie Orban die Presse gleichschaltete. In der SZ fragt Lacy Kornitzer, ob die Veränderungen der Orban-Jahre überhaupt noch rückgängig zu machen sind. Und in Zeit online befürchtet Garri Kasparow, dass Orban die Wahl verlieren und dann - mit freundlicher Unterstützung der USA und Russlands - mit Gewalt weiterregieren wird. Die Times of Israel zieht eine bittere Zwischenbilanz des amerikanisch-israelischen Angriffs  auf Iran und seiner Folgen.

Bücherschau des Tages

Geburt der Zeitschichtenmetapher

10.04.2026 Eine eklatante Forschungslücke schließt Karen Hagemann mit ihrem monumentalen Werk über vergessene Soldatinnen, freut sich der Dlf. Die FR fürchtet dank Andreas Fulda, dass alles noch schlimmer kommen könnte, wenn China Taiwan angreift. Der Dlf Kultur schöpft mit Volker Perthes derweil Hoffnung, dass eine multipolare Weltordnung gelingen könnte. Außerdem empfiehlt er Margaret Laurence’ wunderbaren Emanzipationsroman „Glücklichere Tage“ aus dem Jahr 1974. Die FAZ denkt mit Fernando Esposito über die "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" nach. 

Samstag, 11.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Die gefährlichste Zeit

11.04.2026 Die Hälfte hungert, zwei Drittel sind auf Nothilfe angewiesen: Der Sudan ist Schauplatz des schlimmsten Konflikts der Gegenwart und gibt immer mal wieder Anlass zu Konferenzen, die laut taz nur etwas Ritualisiertes haben. Alice Schwarzer wundert sich auf emma.de doch sehr über die Queerbeauftrage der Bundesregierung, die Schwarzer mal eben in einem offiziellen Post "dem rechten Spektrum" zuordnet. Die Gefahr eines Weltkriegs ist heute größer als zu Zeiten des Kalten Kriegs, warnt der Historiker Odd Arne Westad in der FR. Ist die liberale Demokratie noch zu retten, fragt die taz einige Protagonisten des Diskurses. Nein, antworten die meisten. 

Efeu - Die Kulturrundschau

Federn der ersten Generation

11.04.2026 In der taz ist Feridun Zaimoglu total genervt von den deutschen Supertürken. Was wird denn jetzt aus dem Haus von Jürgen Habermas am Starnberger See, fragt die SZ und hat auch eine Idee. Außerdem amüsiert sie sich königlich bei den Proben zu Beth Steels Hochzeits-Familiendrama "Wenn die Sterne fallen" am Theater Osnabrück. In der FAZ erzählt B. K. Tragelehn, warum er Anfang der Neunziger aufgehört hat zu inszenieren: Zu viel Ironie. Details sind die Primzahlen der Prosa, verkündet Michael Maar in der FAZ, und die kann KI nicht.

Bücherschau des Tages

Fantasiertes, das bisweilen an Pasolini erinnert

11.04.2026 Die FAS hätte gern noch mehr von Monika Marons Tagebüchern gelesen. Die SZ findet die rechte Sprachkritik "Links - Deutsch, Deutsch - links" rechts. Die FAZ liest mit großem Interesse den Roman "Was die Zeit nicht nimmt " von Marek Torčík, den sie als Erzähler von Rang begrüßt. Die FR lernt mit Petro Rychlo viel über die deutsch-ukrainischen Literaturbeziehungen und mit Margret Schepers einiges über die Frauenbewegung der Siebziger. Die Welt fragt mit Judith Schalansky, woraus die Welt gemacht ist, nämlich aus "Marmor, Quecksilber, Nebel". 

Montag, 13.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Das "echte" Volk wird seiner Herrscher überdrüssig

13.04.2026 Der Wahlsieg Peter Magyars gibt ganz Europa Hoffnung, freuen sich die ersten Kommentatoren in den Zeitungen. Er zeigt, dass die MAGA-Bewegung nichts Unaufhaltsames hat, so Anne Applebaum in Atlantic. "Illiberale" Demokratie führt in Korruption, für die sich das Wahlvolk am Ende rächt, so Yascha Mounk in seinem Blog. Nun kommt es auf eine "Mischung aus energischem Wandel und kluger Dosierung" an, mahnt der Tagesspiegel. Die SZ druckt Hape Kerkelings Buchenwald-Rede. Aktualisierung: Magyar siegt mit Zweidrittelmehrheit.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sie munkeln lange im Dunkeln

13.04.2026 Franz Schrekers Oper "Das Spielwerk und die Prinzessin" begeistert die Kritiker in Halle. Outlook India trauert um die Sängerin Asha Bhosle, die große Stimme Bollywoods. Die SZ fragt sich, wie es mit der Sammlung Bührle weitergehen soll. Die FAZ wirft einen Blick auf den schon über zwanzig Jahre dauernden Kritiker-Streit zwischen Elke Heidenreich und Denis Scheck. Die Rolling Stones haben eine neue Single rausgebracht - aber nur auf Vinyl und unter dem Alias The Cockroaches, melden die Kritiker. 

Bücherschau des Tages

Ekstatisches Ausschwärmen

13.04.2026 Die SZ applaudiert Dana Grigorceas Roman "Tanzende Frau, blauer Hahn", der von einer sommerlichen Liebe in Ceaușescus Rumänien erzählt. Außerdem lobt sie Claudia Kemferts Buch "Kurzschluss" als unerschrockenes Plädoyer für eine neue Energiepolitik. Die taz schmökert in den neuen Essays von Karl Ove Knausgard. Die FR verschlingt John Grishams neuen Thriller "Das Vermächtnis". Die NZZ folgt Matthias Nawrat in "Das glückliche Schicksal" in eine raffniertes literarisches Labyrinth.

Dienstag, 14.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Land der Hoffnung

14.04.2026 Die Zeitungen feiern das ungarische Wahlergebnis als Sensation - aber sie mahnen auch. 16 Jahre unauslöschliche Zerstörung in den Seelen müssen Peter Magyar, seine Regierung und die Ungarn selbst jetzt heilen, schreibt der ungarische Schriftsteller Gabor Schein in der SZ. Wird die Central European University nach Budapest zurückkehren, fragt Wilhelm Droste in der FAZ. golem.de und heise.de sind begeistert von Frankreich: Dort hat die Regierung einen Masterplan, um den Staat von den amerikanischen Software-Plattformen zu befreien. Religionsfreiheit ist die Freiheit, Religion zu kritisieren, betont Michael Roth in der Welt.

Magazinrundschau

Etwas Süßes dazu wäre wahnsinnig gut

14.04.2026 HVG kann es noch kaum fassen: Viktor Orban ist abgewählt! New Lines kostet gebratenen Fisch nach Lahori-Art. La Regle du Jeu erinnert daran, wie Marcel Reich-Ranicki einen unbekannten spanischen Autor berühmt machte. Tablet untersucht den Beitrag der Rechten zur Dritte-Welt-Bewegung. Aktualne schwärmt von den Fotos des Philosophen Miloslav Kubeš, der das Prager Alltagsleben der 60er-Jahre einfing. Der New Yorker verzeifelt in einer Ausstellung über New Humans. Die NYT sucht immer noch den Erfinder des Bitcoin.

Efeu - Die Kulturrundschau

Stillstand als Geste

14.04.2026 FAZ und FR erleben in Andrea Breths Inszenierung der Puccini-Oper "Turandot" den Alptraum eines zeitlosen totalitären Regimes. Monopol erfährt vom polnischen Künstlerduo Bogna Burska und Daniel Kotowski, die den diesjährigen Biennale-Pavillon gestalten, wie Gebärdensprache und Walgesänge zusammenhängen. Die taz sieht bei einer Retrospektive der Filme von Hara Kazuo verstörende Bilder von japanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Die Welt freut sich über eine angenehm prunklose Performance von Justin Bieber beim Coachella-Festival.  

Bücherschau des Tages

Und nur manchmal eine Hoffnung

14.04.2026 Die FAZ lässt sich von Daniel Gerlach die Geschichte des Nahen Ostens neu erzählen. Mit Niklas Weber steigt sie in die frühen Eisenbahnen, die sowohl Ort der Demokratisierung als auch der Diskriminierung waren. Die FR lässt sich von Julia Webers Heldin Ruth in ein Tier verwandeln. Die NZZ klettert mit dem Bildband von Francisco Paco Carrascosa, Matthias Oberli und Emanuel Tschumi Schweizer Katzentreppen hinauf. Dlf legt uns den Coming-of-Age Roman "Kekeli" von Jessica Mawuena Lawson ans Herz, während Dlf Kultur mit Francois Saranos Walen tanzt. 

Mittwoch, 15.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Im neuen Wind

15.04.2026 Ungarn bewegt die Zeitungen nach wie vor: Mit Freude, aber auch Sorge blickt György Dalos in der NZZ auf die Herausforderungen, vor denen Peter Magyar steht - wie wird er das Verhältnis zur EU und Russland gestalten? FAZ und SZ werfen einen Blick auf die nun verwaisten orbanistischen Medien in Ungarn. Die FAZ staunt über eine postkoloniale Handreichung des Deutschen Museumsbundes. Die Golfstaaten werden sich nach dem Iran-Krieg politisch neu orientieren, prophezeit der Politologe Kamran Matin in Zeit online.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das vorletzte Wort ist gesprochen

15.04.2026 Sind spanische Literaturpreise zu hoch dotiert? Nein, eher deutsche zu niedrig, findet die SZ. Moses Pelham darf - wahrscheinlich - Kraftwerk samplen, entscheidet der Europäische Gerichtshof. Der Tagesspiegel glaubt allerdings, dass die Entscheidung künftig die Kunstfreiheit eher einschränken wird. Die FAZ schlägt Alarm: Das Chemnitzer Bühnenkulturangebot könnte bald halbiert werden, wenn es nach der örtlichen SPD geht. Ebenfalls die FAZ ist ergriffen von Lee Millers Buchenwald-Fotografien, die zur Zeit in Weimar ausgestellt werden.

Bücherschau des Tages

Champagner-fluffig

15.04.2026 Die FAZ kürt Steffen Martus' Literaturgeschichte ab 1989 zu einem künftigen Klassiker der Literaturwissenschaft. Die NZZ zieht den Hut vor David Vajdas Roman "Diamanten", in dem eine Künstler-Familie mit dem Tod der Mutter umgehen muss. Die SZ macht sich mit Ildiko von Kürthy und Christiane Rösinger Gedanken über das Älterwerden als Frau. Die taz schmökert in den gesammelten Comics über Manfred Sommers Kriegfotografen Frank Cappa. Und die FR findet in Daniel Fehrs Kinderbuch eine freundliche Kuh in ihrem Bett vor.   

Donnerstag, 16.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Spezifisch teutonischer Unterschied

16.04.2026 Die FAZ ärgert sich, dass die Feier der Sexarbeit in der Bonner Bundeskunsthalle alle Probleme der Prostitution ausblendet. Die SZ hat lange nicht so grandioses Musiktheater gesehen wie in Tobias Kratzers Hamburger Inszenierung "Frauenliebe und -sterben".  Aber darf ein männlich gelesener Regisseur überhaupt den Feminismus ins Musiktheater tragen, fragt die nachtkritik. Außerdem feiert die SZ Michel Houellebecq als Nachtwächter der europäischen Kultur. Die NZZ staunt in Anna Rollers gleichnamiger Verfilmung, wie schnell Leif Randts Roman "Allegro Pastell" aus der Zeit gefallen ist.

9punkt - Die Debattenrundschau

Theatralik und nebliger Bombast

16.04.2026 In der SZ denkt Andreas Rödder darüber nach, wie sich bürgerliche Politik gegen links und rechts durchsetzen könnte. Das wird nicht einfach, denn unsere Hirne tendieren eher nach rechts, erklärt in der Zeit die Neurophilosophin Liya Yu. Ebenfalls in der Zeit können Peter Nadas und der Historiker Krisztián Ungváry es kaum fassen, dass der Machtwechsel in Ungarn ohne Gewalt gelingt. lto.de, Welt und FAZ kommentieren das Urteil des Landgerichts Berlin über den Correctiv-Artikel zur Potsdamer Tagung der AfD 2024, dessen zentrale Aussage, man habe dort einen Masterplan zur Remigration von Flüchtlingen entwickelt, laut Gericht "im wesentlichen unwahr" ist. Und Aufruhr in der französischen Verlagsszene: Ist schon wieder Boualem Sansal schuld?

Bücherschau des Tages

Kraft und Glitzer

16.04.2026 Die FAZ empfiehlt Reportagen von Rebecca West, Janet Flanner und Martha Gellhorn über die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Mit Markus Messling blickt sie auf Bartholdis Champollion-Statue und denkt neu über Kolonialismus nach. Auf die lange Geschichte des russischen Kolonialismus blickt derweil die taz mit dem illustrierten Handbuch des ukrainischen Journalisten Maksym Eristravi. Und Dlf Kultur begleitet mit Kae Tempest den queeren Rothko auf dem Weg der Transition.

Freitag, 17.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Schneidezähne aus Lapislazuli

17.04.2026 Die Theaterkritiker verlieren sich beim Berliner FIND-Festival mit Katie Mitchell und Maggie Nelson im Mund einer Mohnblume in Suff, Sex und Trauer. So hinreißend ist Raffael nie entzaubert worden, freut sich die Welt in einer monumentalen Ausstellung im New Yorker MET. Monopol findet Balance dank Alexander Calder in Paris.  Artechock stöhnt angesichts der neofeudalen Gremien, die darüber entscheiden, dass Kunst die Bürger nicht ärgern darf. Und Boards of Canada geben ihr erstes Lebenszeichen nach 13 Jahren.

9punkt - Die Debattenrundschau

Sudanesische Straflosigkeit

17.04.2026 Im Senegal wurde vor einigen Wochen ein drastisches Gesetz gegen Homosexualität verabschiedet - die Folgen machen sich jetzt bemerkbar, berichtet Le Monde Afrique. Schön dass es eine Sudan-Konferenz gab, bemerkt die SZ, nur wäre es nicht auch an der Zeit, politisch etwas gegen den Krieg dort zu unternehmen? Die Russen haben bekanntlich eine unmenschliche Geduld mit Wladimir Putin, aber dass er jetzt immer häufiger das Internet abschaltet fällt laut Tagesspiegel und NZZ selbst ihnen unangenehm auf.  Der Protest gegen die Gleichschaltung des Pariser Verlags Grasset hat eine neue Qualität, konstatiert Le Monde.

Bücherschau des Tages

Brachiale Literatur über brachiale Verhältnisse

17.04.2026 Als kleine Sensation würdigt die FAZ, wie Julia Wolf in ihren Erzählungen elf Frauen zwischen Beherrschung und Entgleisung porträtiert. Gern verirrt sie sich auch im erzählerischen Labyrinth des spanischen Autors Enrique Vila-Mata. Der Dlf amüsiert sich prächtig mit den vielen Anekdoten, die Craig Brown aus dem Leben der Queen zu berichten weiß. Dieser Popliterat ist gut gereift, befindet der Dlf außerdem nach der Lektüre von Joachim Blessings "Wachs und Gold". Dlf Kultur gibt mit Gary Victor die Hoffnung auf bessere Zeiten in Haiti nicht auf.

Samstag, 18.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Keine Angst vor der Religionspolizei

18.04.2026 Die NZZ feiert in Zürich die Wiederentdeckung der Künstlerin Marisol, die die indigene Schnitzkunst in die Pop-Art brachte. Außerdem porträtiert die NZZ bei ihrem Rundgang über die Diriyah-Biennale saudische Künstler, die sich nicht einschüchtern lassen. Die FAS wird sich nach einer Ausstellung in München beim Friseur künftig vorm Zähneziehen fürchten. Die SZ träumt nach dem Besuch der Mailänder Designwoche vom Leben im Eames House. Der große Teil der Literaturkritik verzichtet aufs Verreißen, weil der ein oder andere Kritiker bereits einen Buchvertrag unterzeichnet hat, glaubt die taz. Und der Perlentaucher erinnert mit Tete Loepers Roman "Shut up and hide!" an den Genozid an den Tutsi in Ruanda.

9punkt - Die Debattenrundschau

Warnsignale aus der Geschichte

18.04.2026 Putin geht es um die totale Kontrolle über die Erinnerung, hält die Historikerin und Memorial-Gründerin Irina Scherbakowa im FAS-Interview fest. Der bulgarische Schriftsteller Dimitré Dinev erinnert im SZ-Gespräch an das Straflager auf der Insel Belene, dessen Geschichte erst seit Kurzem aufgearbeitet wird. Die aktuelle geopolitische Situation lässt sich am besten mit der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg vergleichen, legt der Historiker Odd Arne Westad im FAZ-Interview dar. SZ und FAS blicken auf den Streit des amerikanischen Präsidenten mit dem "Anti-Trump" Papst Leo XIV.

Bücherschau des Tages

Ästhetischer Sprengstoff

18.04.2026 Der Dlf lässt sich von Christian Haller zart in die „Kammer des alten Alters“ überführen. Die FAZ lernt von Frank Schäfer, dass Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister nicht weniger Antikriegslyriker war als Bob Dylan. Die Welt lernt von Marie Kondo die kulturelle Grammatik der Schönheit. Die FR freut sich, dass Dieter Bongartz’ Familienroman „Vaterland“ eine zweite Chance bekommt. Kaum erträglich, aber umso wichtiger findet die taz die Augenzeugenberichte, die die syrische Journalistin Samar Yazbek von Überlebenden aus Gaza zusammengetragen hat. Empfehlenswert findet sie auch Thomas Söltings Essay über die Franco-Diktatur und ihr Nachleben. 

Montag, 20.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Harte und weiche Waren

20.04.2026 Für die Ungarn war 2026 wichtiger als 1989, sagt Paul Lendvai im Gespräch mit Zeit online. Eine Linke, die nicht liberal ist, ist keine, sagt Nicholas Potter im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Nach dem Eklat um das Verlagshaus Grasset wird der Kulturkampf in Frankreich mit härtesten Bandagen ausgefochten - Vincent Bolloré nutzt dafür die Medien, die er besitzt. Zeit online staunt: Pete Hegseth scheint zu glauben, dass die Bibel von Quentin Tarantino geschrieben wurde.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Prinzip des Ungehörtseins

20.04.2026 Das Gorki-Theater verabschiedet sich von Shermin Langhoff - die Kritiker sehen mit Marta Górnickas "Kassandra" ein Deutschland anklagendes, aber rauschhaftes Stück. Die FAZ pilgert in das von Christoph Mäckler entworfene Terminal 3 des Frankfurter Flughafens. Der Verbrecher Verlag beklagt im Freitag die Masse an antisemitischen Kommentaren, mit denen er sich in sozialen Medien herumschlägt. Warum wollen wir gerade jetzt Filme über den Iran sehen und aus welchem Blickwinkel, fragt der Filmdienst. Regisseur Markus Schleinzer wünscht sich in dem Standard Erlösung im Zwischenmenschlichen und nicht auf der Leinwand.

Bücherschau des Tages

Mal beschwörend manisch, mal betrübt

20.04.2026 Die NZZ versenkt sich in Andrej Platonows opake Paradoxien über die Zeit der stalinistischen Säuberungen. Die FAZ horcht mit Pascale Hugues "So voller Leben", gelesen von Agnes Mann, in die Seele einer Mutter mit bipolarer Störung. Die SZ empfiehlt allen Demokraten im Schockzustand Matthias Brandts neues Buch "Nein sagen". Mit Oisín McKennas Roman "Hitzetage" über das Leben von Millenials in London bewältigt sie eine Identitätskrise. Die taz zieht mit Paul Christoph Gäbler und der Kreuzberger Gang "36 Boys" durch das Berlin der Achtziger. 

Dienstag, 21.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Sie stellt die schwierigsten Fragen

21.04.2026 Die Wahlen in Bulgarien hat der Moskau-freundliche Rumen Radew gewonnen: Ein neuer Orban ist er aber nicht, glauben Tagesspiegel, FAZ und taz. In der NZZ erklärt der ukrainische Schriftsteller Andri Ljubka, warum er jetzt doch in den Krieg zieht. Politico erzählt, wo Donald Trump Wahlkampfhelfer für ausländische Staatschefs spielte. In der SZ erklärt der Kölner Theaterintendant Kay Voges, warum er keine linke Blase bedient, wenn er mit EU-Fördergeldern die Correctiv-Recherche zum Potsdamer Treffen von Rechtsextremen auf die Bühne bringt. Die taz fragt sich, ob es wirklich hilfreich ist, analoge und digitale Gewalt gleichzusetzen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Kapitalismus ist schlimm, Männer sind schuld

21.04.2026 Die taz stellt den kurdisch-stämmigen Modedesigner Sezgin Kivrim vor, der mit der kurdischen Flagge auf einem Pulli einen Shitstorm ausgelöst hat. Die FAZ wandert durch die poststrukturalistisch angelegten Ausstellungsräume der neuen David Geffen Galleries in LA und überlegt, was Elitismus ist. Monopol feiert in Baden-Baden die so unheimliche wie schöne Kunst von Katharina Wulff. Die NZZ wirft jungen Schriftstellerinnen wie Sally Rooney und Caroline Wahl vor, nur sozialverträglich aufmüpfig zu sein. 

Magazinrundschau

Ihr flüchtiges Lächeln

21.04.2026 Byline Times sucht und findet in den Epstein Files Verbindungen zwischen Peter Thiel, Jeffrey Epstein und der Alt Right Bewegung. Der New Statesman begutachtet gutbürgerliche linke und sehr depressive Frauen der Gen Z. The Atlantic staunt über die innovative Drohnenindustrie der Ukraine. New Lines erzählt, wie die Regierung in Kuwait sich ihre Macht sichert: durch massenhafte Aberkennungen von Staatsbürgerschaften. In Elet es Irodalom denkt der Philosoph Mihály Szilágyi-Gál darüber nach, wo die ungarische Gesellschaft heute steht. Times of Israel und The Free Press setzen sich mit den israelischen Siedlern auseinander.

Bücherschau des Tages

Ausmaß des Dystopischen

21.04.2026 Die FAZ folgt mit Dario Ferraris Muttersöhnchen Marcello den Spuren eines Revoluzzer-Schriftstellers in Paris. Außerdem versetzt sie sich mit Judith Schalanskys Poetikvorlesungen in verschiedene literarische Aggregatszustände. Die FR versucht in Ali Smith dystopischer Zukunft den roten Linien eines bösen Konzerns zu entkommen. Die SZ macht sich mit Curtis Sittenfeld unabhängig von nervigen Männern. Und Dlf Kultur steigert sicht mit Petr Sestaks gestresstem Fahrradkurier in die Wut auf SUV-Fahrer hinein.  

Mittwoch, 22.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Staatlich geförderte Verunsicherung

22.04.2026 Kaum ist Habermas tot, entbrennt Streit unter seinen Adepten: War er denn adornitisch genug? Stefan Müller-Doohm verwahrt sich in der FAZ gegen Gerhard Schweppenhäuser. Zeit online verteidigt das "Demokratie leben"-Programm gegen eine eventuelle Neuausrichtung durch die CDU-Ministerin Karin Prien. Auch Journalisten schönen ihre Memoiren, besonders, wenn sie mal Nazis waren, lernt die FAZ bei Medienhistoriker Siegfried Weischenberg. Ein Vergleich der heutigen Situation mit der Weimarer Republik führt nicht sehr weit, meint der Historiker Jörn Leonhard in der NZZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Jekyll ohne Hyde

22.04.2026 Antoine Fuquas Michael-Jackson-Biopic "Michael" beschäftigt die Feuilletons. Dass der Film das Leben des Stars als Heiligenvita erzählt und die Missbrauchsvorwürfe ausspart, gefällt der FAZ gar nicht. Laut SZ ist "Michael" obendrein zum Einschlafen langweilig. Einhellige Zustimmung findet hingegen eine Berliner Ausstellung zu Bauhaus-Fotografinnen, der Tagesspiegel zeichnet nach, wie die Künstlerinnen um ihre Bildrechte kämpfen mussten. Die nachtkritik setzt mit Blick auf Marta Górnickas "Kassandra" zu einer Wutrede wider banal aktivistisches Theater an.

Bücherschau des Tages

Anarchisches Gewimmel

22.04.2026 Die FAZ folgt Golo Maurer ins römische Olevano, das vielen jungen Malern der deutschen Romantik zum Sehnsuchtsort und Verhängnis wurde. Von Siegfried Weischenberg lässt sie sich erzählen, wie sich Journalisten während des Nationalsozialismus verhielten. Die FR rollt mit Kathrin Zipse ein vergessenes Kapitel der Geschichte auf und folgt deutschen Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ins ländliche Island übersiedelten. Die SZ ist begeistert von Safia Al Bagdadis Roman "Unser Haus mit Rutsche", über Sebastian Hotz' "Sidekick" kann sie nur müde lächeln.

Donnerstag, 23.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Mystik der Maulbeerfeige

23.04.2026 Le Point kann es nicht fassen: Kamel Daoud wurde vom algerischen Regime zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er es wagte, über das Schwarze Jahrzehnt zu sprechen, während tausende Terroristen durch das gleiche Gesetz freigesprochen wurden. Nach Orbans Abwahl setzen sich Ungarns Filmemacher für eine neue Ära ein, die wieder unabhängige Gremien über die Filmförderung entscheiden lässt. Los Angeles mausert sich zur neuen Kunstmetropole, staunt die Zeit. Die FAZ bewundert den Neubau V&A East Museums, der nach Röntgenaufnahmen von Balenciaga-Kleidern entworfen wurde. Und die Welt lernt Bernini als Erfinder des barocken Rom kennen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Aufstand der Geister und des Geistes

23.04.2026 Die AfD ist erstmals stärkste politische Kraft in Deutschland, meldet das ZDF-Politbarometer: Selbst Schwarz-Rot hätte heute keine parlamentarische Mehrheit mehr. Vor vierzig Jahren explodierte ein Reaktor im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl: Die nukleare Katastrophe ist ein Krieg, erinnert sich die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch in der Zeit. In Le Point beschreibt der Strahlungsforscher Jim T. Smith die paradoxen Folgen der Katastrophe. In der Welt erklärt der Sinologe Frank Dikötter, warum es in China keinen Kapitalismus gibt. In der FR untersucht Claus Leggewie das Verhältnis der Deutschen zum Wal.

Bücherschau des Tages

Hundeliteraturverhinderungsgesetz

23.04.2026 Die NZZ liest berührt, wie sich Fleur Jaeggy an ihre große Liebe Ingeborg Bachmann erinnert. Mit Joachim Krause blickt sie auf die Tabus der deutschen Atomgeschichte. Die Zeit erfährt in Essays von Elena Ferrante, wie viel Arbeit hinter dem Schreiben steckt. Dlf Kultur kann den "verschmitzten Humor", mit dem Gharbi M. Mustafa vom Schicksal eines jungen Kurden im Irak erzählt, nur bewundern. Außerdem sticht Dlf Kultur mit sechzehn Kapitäninnen in See. 

Freitag, 24.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Safe Space für Ästhetik

24.04.2026 Die FR bewundert in Frankfurt die Werke von Fritz Scholder, der schon in den Sechzigern mit seinen Bilder von Indigenen aneckte. Wer zum Boykott von Literatur aufruft, schadet in allererster Linie der Kunst, ruft Etgar Keret in der SZ. Löst die Trennung von E- und U-Musik auf, rät der Filmkomponist Anselm Kreuzer auf Backstage Classical. Die NZZ ist genervt vom immer gleichen Haltungstheater gegen rechts, der Guardian von einer Turnerpreis-Liste mit den immer gleichen Positionen. Und die FAZ findet es geschmacklos, Frida-Kahlo-Wellness-Wohneinheiten für 1,6 Millionen Dollar anzubieten.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Anschein, es ginge vorrangig um Machterhalt

24.04.2026 Der iranische Oppositionsführer Reza Pahlavi ist in Berlin aufgetreten und erntet den Hohn der taz. In der SZ spricht Virginie Despentes über die polarisierte Stimmung in Frankreich nach der Affäre um den Verlag Grasset. Die FR erinnert an den Genozid an den Armeniern, der von den Türken bis heute nicht als solcher anerkannt wird. In Rheinland-Pfalz will man die Landesverfassung ändern, um die politische Partizipation der stark gewordenen AfD zu begrenzen - der Rechtsprofessor Hinnerk Wißmann sieht das in der FAZ sehr kritisch. 

Bücherschau des Tages

Die Erde als Blumenplanet

24.04.2026 "Großes literarisches Kino" verdankt die FR Markus Orths, der in "Die Enthusiasten" so wahnsinnig fabuliert wie kein Zweiter. Außerdem wären sie gern wie "Rocky", nachdem sie den von Sylvester Stallone zusammengestellten Bildband durchgeblättert hat. Die taz erinnert sich dank Irene Sieben an die Choreografin Manja Chmiel, die den Tanz der Sechziger prägte. Der Dlf Kultur lernt von David George Haskell, dass Blütenpflanzen unser Ökosystem umkrempelten. Und nach der Lektüre von Hans Christian Hönes' Aby-Warburg-Biografie möchte sie diesem Haustyrannen lieber nicht über den Weg laufen.

Samstag, 25.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Engel, Sünde, Hölle und Teufel

25.04.2026 Die sich längst abzeichnende Katastrophe der Berliner Kulturpolitik ist nun ein- und die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson zurückgetreten - FAZ und Tagesspiegel resümieren das Trauerspiel. Auf Twitter findet Reza Pahlavi eine deutliche Antwort auf das schändliche Verhalten deutscher Journalisten. Der Tagesspiegel fragt, warum die Schöpflin-Stiftung ihre Aufgabe darin sieht, scharf israelfeindliche Veranstaltungen in Berlin zu finanzieren. Die NZZ erklärt, warum der intensive Katholizismus des Vincent Bolloré den Rechtspopulismus in Frankreich noch gefährlicher macht. 

Efeu - Die Kulturrundschau

Alles singt, alles schwingt

25.04.2026 Mateja Koležnik schickt die "Drei Schwestern" mit einer Handvoll Soldaten am BE in einen Bunker, während oben der Krieg vorbereitet wird: So gegenwartsdurchlässig klang Tschechow schon lange nicht mehr, ruft der Tagesspiegel. In der FAS erklärt der pritzkerpreisgekrönte burkinische Architekt Francis Kéré, was afrikanische Architektur auszeichnet. Die Welt lauscht beim Literaturfestival "Litglow" dem erstaunlich kontrollierten Hildesheim-Sound. Die SZ staunt, wie gut Ringo Starr singen kann. Der Tagesspiegel feiert Herbert Blomstedt, der mit 98 Jahren einen hinreißenden Bruckner dirigierte.

Bücherschau des Tages

Störgeräusche

25.04.2026 Dlf Kultur stürzt sich mit Farai Mudzingwas Roman "Die Avenues" in das Straßenleben Harares. FAZ und Dlf tauchen begeistert in die gesammelten fantastischen Erzählungen von Jorge Luis Borges ein. Die taz liest mit Craig Browns "Q" eine fast phänomenologische Annäherung an die verstorbene Queen Elizabeth II.. Die Welt lernt mit Olivier Guez' Biografie Gertrude Bells, "Die Welt in ihren Händen", eine fast vergessene Architektin des heutigen Nahen Ostens kennen.

Montag, 27.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Ohne unmittelbares menschliches Zutun

27.04.2026 In der NZZ fordert der Historiker Jan Grabowski einen offenen Blick auf den Holocaust - auch die Komplizen in den besetzten Ländern müssen in der Geschichtsschreibung vorkommen, fordert er. In Frankfurt wird ein Habermas-Kongress vorbereitet, und so gut wie alle Adepten fragen sich laut FAZ: Bin ich es, der da reden soll? Die Welt beleuchtet das unheimliche, von Palantir in Aussicht gestellte Szenario eines von KI automatisierten Krieges. hpd.de beleuchtet den religiösen Aspekt am Trumpismus: Die Trennung von Staat und Religion erodiert.

Efeu - Die Kulturrundschau

Höchstens ein extraterrestrisches Grunzen

27.04.2026 Johan Simons bringt am Schauspielhaus Bochum Wassili Grossmans großen Roman "Leben und Schicksal" auf die Bühne - die Kritiker sind beeindruckt und mitgerissen. Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch passen gut zusammen, staunt die taz im Dresdner Albertinum. Bei der deutschen Erstaufführung von Beat Furrers neuem Klavierkonzert erlebt die FAZ Musik als "Kraftakt". Die NZZ setzt sich mit dem Hype um das kanadische Mikrotonal-Musik-Duo Angine de Poitrine auseinander. Und deutsche Medien haben kaum beachtet, dass Kamel Daoud vom algerischen Regime in Abwesenheit zu drei Jahren Haft verurteilt wurde.

Bücherschau des Tages

wunderplunder

27.04.2026 Die FAZ empfiehlt heute eine ganze Reihe Kinderbücher. Am besten gefallen ihr Arne Rautenbergs Gedichte über Erdbeermilch trinkende Muthasen und Heinz Janischs Lyrikband, in dem Pferde über Wolken reiten. Die FR lässt sich im neuen Roman von Charles Lewinsky von einem Hollywood-Insider in 40 Therapiestunden von Doris Day und dem Trauma des Holocaust berichten. Die SZ lernt von Jörg Lau, dass die USA schon vor Trump kein Freund Europas mehr waren. Die NZZ bewundert die Worte, die Judith Schalansky in ihren Poetikvorlesungen aus Marmor meißelt. Und die Welt bekommt dank Dave Goulson Appetit auf sehr kleine Fische.

Dienstag, 28.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Geist ist kein eloquenter Ort

28.04.2026 Die Jury in Venedig verkündet, weder Israel noch Russland zu berücksichtigen: Die Welt ärgert sich, dass sich ein ästhetisches Urteilsgremium zum politischen Akteur aufschwingt. Die FR bewundert in Aschaffenburg die geretteten Schätze des Kiewer Khanenko Museums. Junge Autorinnen haben es auf dem Buchmarkt heute leichter als ältere Männer, glaubt der Freitag. Im Tagesspiegel erzählt Kent Nagano, wie er in Leonard Bernsteins selten gespieltem Ballett "The Dybbuk" die Dämonen tanzen lässt. Und die FAZ staunt in Aachen, wie gut Ingeborg Bachmanns "Malina" auf der Bühne funktioniert.

9punkt - Die Debattenrundschau

Diskursives Dagegenhalten

28.04.2026 Die SZ lässt sich von Christoph Möllers erklären, warum Antisemitismus unter Kunstfreiheit fällt. Im Ukrainekrieg erkennen inzwischen selbst russische Propagandisten den Widerspruch zwischen militärischen Zielen und der militärischen Wirklichkeit, erzählt der Schriftsteller Christoph Brumme in der NZZ. In der taz beklagt der Blogger und Aktivist Emran Feroz eine "Islamophobie-Industrie" in Deutschland. Und die SZ stellt den Zuckbot vor.

Magazinrundschau

Die Tragödie der Allmende

28.04.2026 In Razpotja spricht Tania Branigan über ihr Buch zum "Red Memory" der Chinesen. The Ideas Letter erklärt, warum KI gerade dabei ist, das aufzufressen, wovon sie zehrt: soziale Komplexität. The Insider fragt, wie zulässig Kompromisse mit einem repressiven Regime sind. The Free Press liest drei Bücher aus der Gazology. Desk Russie untersucht das Verhältnisses der europäischen Linken zum Iran. Qantara stellt eine Anthologie mit Gedichten 26 zeitgenössischer saudischer Dichter vor. Outside blickt auf die Bärenkrise in Japan.

Bücherschau des Tages

Zwischen Ich und Nicht-Ich

28.04.2026 Die FAZ lässt sich von Bojan Pancevski die ganze brisante Geschichte der Nordstream-Sprengung erzählen. Eine äußerst streitbare Nacht verbringt sie mit Ethan Taubes und seinem Vater Jacob. Einen letzten Weckruf vernimmt die NZZ, wenn Jana Puglierin auf eine bessere europäische Sicherheitspolitik drängt. Der Dlf erfährt von Rainer Hermann, wie lange die Hamas den 7. Oktober plante. Immerhin die FR schöpft noch Hoffnung mit musikalischen Gedichten von Anja Bachl.

Mittwoch, 29.04.2026

9punkt - Die Debattenrundschau

Wird schocken!

29.04.2026 In der SZ schaut Claudius Seidl auf die Katastrophe der Berliner Kulturpolitik. Carl Schmitt war zwar nicht der "Katechon", aber die Verschwörer des 20. Juli mochten ihn auch so nicht besonders, muss die Zeit feststellen. Dort wird auch über ein "Gruppenexperiment" Adornos berichtet, das er lieber nicht veröffentlichte. Die SZ recherchiert zum Leiter einer Deutsch-Arabischen Schule in Berlin, der einen Anschlag gegen sich erfunden haben soll. Die taz vermisst die Action einstiger 1. Mai-Demos in Berlin.

Efeu - Die Kulturrundschau

Drogensucht und Liebeskummer

29.04.2026 In Leipzig wird der Opernkomponist Albert Lortzing wiederentdeckt - seine "Regina" feiert die FAZ als eine veritable Volksoper. Ebenfalls in der FAZ wirft die Schriftstellerin Angela Steidele dem Regisseur Markus Schleinzer vor, mit seinem auf der Berlinale gefeierten Film "Rose" Geschichtsfälschung zu betreiben. Aktivismustheater à la Correctiv verträgt sich schlecht mit dem Hochsubventionsbetrieb aktueller Bühnenkunst, findet die Welt. KI wird nicht nur Popmusik, sondern auch deren Rezeption verändern, vermutet die NZZ. In Frankreich reißen die Diskussionen um Boualem Sansal nicht ab.

Bücherschau des Tages

Ein Roman wie ein Wegenetz

29.04.2026 Wie in einem Bosch-Gemälde fühlt sich die FAZ, wenn sie mit Irene Sola und einer Frauensippe auf einem katalanischen Landsitz den Tod der Matriarchin erwartet. Von Beschreibungsgenie Robert Seethaler lässt sie durch Sackgassen der Gesellschaft führen. Die NZZ begegnet dank Slobodan Snajder derweil den Bewohnern der ältesten Straße Zagrebs. Die SZ kürt Christoph Möllers Buch über öffentliche Kunstfreiheit zum neuen Standardwerk. Die Zeit liest berührt, wie Tupoka Ogette den Rassismus in der DDR erlebte. Als eindringliches Leseerlebnis würdigt der Dlf Kultur Thomas Medicus' Roman über den Selbstmord seines Vaters.

Donnerstag, 30.04.2026

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit spiegelgleicher Scharfsinnigkeit

30.04.2026 Viel Wirbel um die Biennale in Venedig: Die SZ sichtet geleakte Mails, die zeigen, wie lange Russlands Teilnahme schon geplant wurde. Die FAZ ärgert sich, dass die Jury Künstler in Sippenhaft für ihre Regierungschefs nimmt. Und auf ZeitOnline fragt der rumänisch-jüdische Künstler Belu-Simion Fainaru: Was ist eigentlich mit China, Saudi-Arabien oder Iran? Die NZZ blickt aufgeregt auf die literarischen Entdeckungen aus Tschechien, die die Frankfurter Buchmesse präsentieren wird. Der Guardian vergisst in der großen Zurbarán-Schau in London die Grenze zwischen Bild und Betrachter. Und der Perlentaucher bewundert die Archaik der Bilder in Markus Schreiners "Rose".

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie eine disziplinarische Maßnahme

30.04.2026 Wenn Peter Magyar in Ungarn Erfolg haben will, darf er nicht an Orbans Methoden anknüpfen, mahnt der Politologe Zoltan Adam in der NZZ. Der Berliner Finanzsenator Stefan Evers ist jetzt auch der Berliner Kultursenator. Der Berliner Kultur und dem Tagesspiegel macht diese Meldung eher Sorge. Die taz und Le Grand Contintent fragen, wer das Terrornetzwerk "Hayi" ist. Mali ist auch das Desaster des Postkolonialismus, konstatiert Laurent Joffrin in librejournal.fr.

Bücherschau des Tages

Ach, die dumme Literatur

30.04.2026 Die Literaturkritiker sind offenbar schon ins lange Wochenende verschwunden. Die FR amüsiert sich aber vorab noch prächtig, wenn Nicolas Mahler Handke, Koeppen, Beckett und Co. beim Scheitern und Schimpfen über die Schulter blickt. Die NZZ liest interessiert Sam Apples Biografie des schwulen jüdischen Krebsforschers Otto Warburg, der unter den Nazis unbehelligt weiterarbeiten konnte. Im letzten Roman des kürzlich verstorbenen Portugiesen Antonio Lobo Antunes blickt der Dlf aus 23 Perspektiven auf das Leben von Júlio de Melo Fogaça, einen vergessenen homosexuellen politischen Häftling der Salazar-Diktatur. 

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Tuvia Tenenbom. Wie nennt ihr dieses Land hier? - Unter Siedlern. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Tuvia Tenenbom: Wie nennt ihr dieses Land hier?
Aus dem amerikanischen Englisch von Michael Adrian. Mitten im Kriegs- und Krisenjahr reist Tuvia Tenenbom dorthin, wo Geschichte, Religion und Politik auf engstem Raum aufeinandertreffen:…
Jan-Werner Müller. Straße, Platz, Palast - Zur Architektur demokratischer Räume. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Jan-Werner Müller: Straße, Platz, Palast
Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Mit zahlreichen Abbildungen. Menschen gehen auf die Straße. Die Öffentlichkeit wird als Marktplatz der Ideen beschrieben. Parlamente…
Linea Maja Ernst. Fast Abend, immer noch hell - Roman . S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Linea Maja Ernst: Fast Abend, immer noch hell
Aus dem Dänischen von Ursel Allenstein. An der Uni waren Sylvia und ihre Freunde unzertrennlich, jetzt haben sie Jobs, Beziehungen, manche sogar Kinder. Doch eine Sommerwoche…
Caro Claire Burke. Yesteryear - Roman. Heyne Verlag, München, 2026.Caro Claire Burke: Yesteryear
Aus dem Amerikanischen von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn. Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen…

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