Die Wirtschaftsredakteurin der
taz Ulrike Herrmann behauptet zwar immer mal wieder, dass es überhaupt kein Problem sei, Nöte der Wirtschaft wie akut etwa die Coronakrise mit
immer neuen Schulden zu stopfen (
Resümee). Nur leider muss die
Wirtschaft dafür wachsen, und da ist der Idee einer nachhaltigeren Wirtschaft nicht gerade zuträglich. Im Leitartikel der
taz gibt Herrmann zu, dass es für dieses Problem keine Lösung gibt: "Wachstum ist ein Dilemma. Am Wachstum hängen Arbeitsplätze, Investitionen, Gewinne, Renten, Schulden und Vermögen.
Also alles. Gleichzeitig kann man in einer endlichen Welt aber
nicht unendlich wachsen. Doch bisher hat niemand gezeigt, wie man aus dem Wachstum aussteigen kann, ohne dass es zum Crash käme."
Fast unbemerkt hat die
Duden-
Redaktion bereits im vergangenen Jahr begonnen, 12.000 Berufsbezeichnungen zu gendern, weiß Marcus Lorenz in der
Welt. Das
generische Maskulinum soll Stück für Stück getilgt werden. SprachwissenschaftlerInnen sind empört, auch Lorenz hält nichts davon: "Wenn der Duden der
Welt schreibt, die Bedeutungsangaben würden auf 'redaktionellen
Recherchen zum aktuellen Sprachgebrauch' basieren, muss man sich fragen, wo recherchiert wird. Und welche Schlussfolgerungen für die Bedeutungsangaben eines Wörterbuchs das zulässt. Die erdrückende Mehrheit der deutschsprachigen Medien verwendet bei Personenbezeichnungen fast immer das generische Maskulinum."
Auf einer ganzen Seite im
FAZ-Feuilleton ärgert sich auch der Linguist
Peter Eisenberg über
anonyme Initiativen, die "geschlechterinklusive Schreibung" fordern, den Glottisschlag, den
Genderstern - lediglich "ein
sprachlicher Gesslerhut, mit dem signalisiert wird, dass sein Träger einer von den Proponenten vertretenen Geschlechterideologie folgt" und den Vorstoß der Duden-Redaktion: "Die Genderlinguistik verhält sich zu großen Teilen wie ein Schlosser, der seinen Hammer wegwirft und versucht, ihn durch einen Feldstein zu ersetzen. Damit kommt er nicht zurecht, so wie die Genderlinguistik viele
untaugliche Versuche unternimmt, sich geschlechterneutral auszudrücken, obwohl wir das generische Maskulinum haben. Wenn etwa die Präsidentin der Universität Leipzig Anreden wie
Herr Professorin einführt, etabliert sie nicht ein
generisches Femininum, sondern ungrammatische Ausdrücke."
Im sauerländischen Olpe liegt der
kleine Ort Neger im Negertal, unterteilt in Unterneger, Mittelneger und Oberneger. Nun ist eine kleine
identitätspolitische Debatte entbrannt, es wird vorgeschlagen, den Ort in "
Nager" umzubenennen, auch wenn der Ortsname kleinerlei rassistischen Kontext aufweist, wie Harry Nutt in der
FR schreibt. Ihn ärgern die "gönnerhaften Einlassungen" von Sprachforschern und Vertretern der Initiative ISD, die keinen "Gedanken daran verschwenden, wie überfordert die Bewohner eines Dorfes sein müssen, wenn sie in derlei Kämpfe um
symbolische Terraingewinne hineingezogen werden. (…) Indem die Dörfler ein Stück ihrer Identität hergeben, leisten sie einen Beitrag für eine
höhere identitätspolitische Gerechtigkeit, die in den erstaunlichsten Gegenden ausgefochten werden kann und sich dem kaum mehr zu entziehen vermag.(...) Eine derart auf schnelle Triumphe zielende Identitätspolitik verkennt das eigene
Dominanzgebaren, das in diesem Fall nicht über Autoritarismus und Gewalt verläuft, sondern auf Diskursmacht setzt."
In der
SZ dreht sich Karl-Markus Gauss angesichts der
Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker, die sich als "
Widerstandskämpfer" bezeichnen, der Magen um: "Was geht da vor, wenn sich junge Männer und Frauen, die frei von historischer Bildung sind, politische Mandatare einer Partei, die sonst gerne allerlei Zwangsmaßnahmen für missliebige Menschengruppen fordert, und honorable Bürger, die sich das Klassenvorrecht herausnehmen, zu tun, was dem Pöbel untersagt ist, in einem einig sind? Darin nämlich, dass sie tapfer für die Freiheit einstehen, während die anderen sich als willfährige Untertanen dem neuen
Faschismus ergeben haben. Natürlich verharmlosen sie alle auf grässliche Weise den Nationalsozialismus."