Der
buchreport nimmt die Buchmesse zum Anlass, die
wirtschaftliche Lage der Branche zu beklagen. "In den vergangenen Jahrzehnten ist das Geschäft für Verlage und Buchhändler in Verbindung mit der Buchmesse meist angezogen und hat sich in aller Regel bis zum Beginn des
Weihnachtsgeschäfts gesteigert. Inzwischen haben die Probleme der Branche aber die
Buchmesse selbst erfasst und auch dort Krisensymptome zu Tage gefördert." In seiner Kurzkolumne schreibt Bodo Harenberg: "Auch wenn die Umsätze im Minus stecken und die Perspektiven noch keinen Hauch von Morgenröte haben: Die Buchmesse ist der
Ballsaal der Branche. Es darf und muss getanzt werden. Und sei es ein Tanz auf dem Vulkan."
Einen Werbeeffekt für das Buch erhofft sich die
Stiftung Lesen von ihrer Kooperation mit
Coca Cola: "Schnapp dir ein Buch" heißt die Initiative, die sich an Kinder zwischen acht und zwölf richtet. "Die Buchförderer und der Brausemixer haben den 22. November zum
'Coca-Cola-Lesetag' erklärt, an dem im ganzen Land 'Bücherpartys' veranstaltet werden sollen. Auf einer zentralen Veranstaltung in Berlin lesen Prominente aus Film, Sport und Musikgeschäft aus ihrem Lieblingsbuch vor."
Zwei weitere Werbeevents stehen im November an: In Anlehnung an die Aktion "One book, one city", die in den USA offenbar recht erfolgreich war, lässt der Verlag
Hoffmann und Campe Hamburg am 9. und 10. November das Buch "Der Mann im Strom" von
Siegfried Lenz lesen. In Köln wird vom 2. bis zum 10. November
Böll gelesen: Die grün-nahe
Heinrich-Böll-Stiftung, die Erbengemeinschaft Heinrich Böll und der Verlag
Kiepenheuer & Witsch richten in diesen acht Tagen insgesamt
40 Einzelveranstaltungen aus. Anlass sind eine Reihe von Jubiläen: Bölls 85. Geburtstag, 30. Jahrestag der Verleihung des Literaturnobelpreises und - wichtiger noch - 20-jähriges Jubiläum der Ernennung zum Ehrenbürger von Köln. Im Oktober erscheinen die ersten drei Bücher einer
27-bändigen Werkausgabe des Schriftstellers.
Ökologische Kostenwahrheit könnte auch Bücher teurer machen. Das Barsortiment KNO fordert schon jetzt höhere Buchpreise, weil möglicherweise ab Sommer nächsten Jahres für Lkw eine
Autobahn-Maut fällig wird. Nach Angaben von KNO könnten die Kosten für die Transportunternehmen um zehn Prozent steigen. "Die Auswirkungen der höheren Transportpreise auf die Gesamtkosten von Sortiment und Verlag werden zwar relativ gering sein, trotzdem werden sie die Gewinnmarge schmälern", schreibt der
buchreport. Bei KNO sei man überzeugt, dass durch "rechtzeitige Preiserhöhungen (...) Mehreinnahmen generiert werden" könnten. In einem Kommentar bezweifelt Andrea Czepek, dass
Preiserhöhungen zurzeit "ein vernünftiges Anliegen" sind: "Wenn die Wege immer teurer werden, müssen Wege eingespart werden - auch die Remissionsquote wird wieder zu diskutieren sein. Sie ist im letzten Jahr bei den Auslieferern von 6,9 Prozent auf 8,1 Prozent angestiegen." Auch seien die Sortimenter dazu angehalten, Bestellungen stärker zu bündeln. 2001 seien 37,1 Prozent der Lieferungen leichter als zwei Kilo gewesen.
Die
S. Fischer Verlage wollen ihren Novitätenausstoß in den kommenden Jahren "deutlich reduzieren", zitiert der
buchreport den kaufmännischen Fischer-Geschäftsführer. Nach der Neuordnung der Zuständigkeiten in den Chefetagen "soll in den nächsten Monaten der programmatische Feinschliff einsetzen". Betroffen sei vor allem der
Scherz Verlag, der künftig neben dem "klassischen Krimi-Segment" auch die "Ratgeber im Bereich der Lebenshilfe" stärker in den Vordergrund stellen werde.
Bücher für die spanischen Muttersprachler in den USA wurden bislang aus Mexiko, Spanien und Argentinien importiert. Nun haben die
US-Verlage "mit eigenen Imprints den
spanischen Sprachmarkt und damit eine einflussreiche Minderheit aufs Korn genommen". Als Beispiele für spanische Imprints werden
Rayo (HarperCollins),
Libres en Espanol (Simon & Schuster) sowie Vintage
Espanol und
Para Ninos (beide Random House) genannt. Bookspan, eine gemeinsame Buchclubtochter von Bertelsmann und AOL Time Warner, hat gleich einen
spanischen Buchclub gegründet.
Streit gibt es in Großbritannien um den
Booker-Prize. Die Jury habe sich beschwert, dass die Verlage nur noch "pompöse" und absolut
humorlose Bücher einreichen. Empörte Verleger forderten daraufhin eine "eine öffentliche Entschuldigung und eine Überarbeitung des Booker-Formats. Ärger gibt es auch um die Zusammensetzung der sechs Auswahltitel, unter denen
kein einziger englischer Autor vermerkt ist, dafür aber drei Kanadier notiert sind. Höchst umstritten ist zudem die Nichtberücksichtigung von
Zadie Smith und 'The Autograph Man', den die Medien und Buchmacher - allerdings etwas voreilig - zum großen Favoriten 2002 erklärt haben." Der Sieger des Booker-Prize wird am 22. Oktober verkündet.
Weitere Meldungen befassen sich mit den Expansionsplänen der
Mayerschen Buchhandlung (deren Umsatz in Aachen seit der Eröffnung des neuen, größeren Stammhauses am 19. September um 80 Prozent gestiegen ist), mit einer möglichen Übernahme der Essener Buchhandlung
Baedeker durch "die expansive Buch & Kunst-Gruppe aus Sachsen" sowie mit den
Thalia-Plänen für die Amadeus-Kette in Österreich (O-Ton Thalia: "Top-Service, Top-Qualität und Top-Ambiente"). Schließlich erfahren wir, dass
Weltbild in den Handel mit Kinderspielzeug einsteigt, dass die Akademische Buchhandlung
Interbook in Trier aus der Fleischstraße vertrieben wurde, weil dort eine "Center-Anlage" entstehen soll, dass die Großdruck-Bücher von
dtv 25 Jahre alt werden und dass das ZVAB ein neues
Internetangebot entwickelt hat.
Und
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