Die Buchmacher - Archiv

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281 Presseschau-Absätze - Seite 26 von 29

Die Buchmacher vom 21.10.2002 - buchreport.express

"Nichts als die Wahrheit" von Dieter Bohlen steht "mit einem bisher nicht gekannten Abstand zu den Verfolgern" auf Platz eins der Bestsellerliste, schreibt der buchreport (auf der Sachbuch-Liste ist das allerdings auch nicht ganz so schwer). Das Düsseldorfer Marktforschungsunternehmen Innofact habe hochgerechnet, dass sich das Buch bis zum Jahresende 500.000-mal verkaufen werde. "Der Erfolg des Buches macht klar, nach welchem Rezept die Megaseller der Zukunft gebaut sein müssen: Medienstars werden mit ihren Lebensberichten inklusive Beichten aus dem Bett so gnadenlos gepusht, bis das Interesse an ihren Büchern auch bei Lieschen Müller wach geworden ist." Das Blatt weist darauf hin, dass die Wertschöpfung "diesmal via Familie" funktioniert habe: Wie die Bild-Zeitung gehöre auch die Verlagsgruppe Heyne Ullstein List zum Springer-Konzern. Ein paar Seiten weiter hinten die Enthüllung: "Hinter vorgehaltener Hand räumten Vertreter der Verlagsgruppe in Frankfurt ein, dass ihnen ihr neuer Top-Seller schon ein bisschen peinlich sei. Schließlich besteht das Buch vor allem aus Bohlens freimütiger Auskunft über verschiedene Bettgeschichten. Es fehlen nicht einmal die schnoddrige Schilderung eines erlittenen Penisbruchs oder der Testgriff an die Silikon-Brüste seiner Langzeit-Freundin Nadja Abdel Farrag alias Naddel." Großzügig fügt der buchreport hinzu: "Dabei muss es in schwierigen Zeiten niemandem peinlich sein, wenn er dem angeschlagenen Buchhandel zu einem ordentlichen Umsatz verhilft." Ein Vorteil des Buches sei, dass der Verkaufserfolg kaum auf Kosten anderer Titel gehen werde.

Die Buchmesse habe die Weisheit bestätigt, dass Abspecken dem Wohlbefinden durchaus zuträglich sein könne, meint der buchreport. "Dass sich viele Verlage für einen schlankeren Auftritt entschlossen haben, hat der Messe insgesamt nicht geschadet", sagt auch Messe-Chef Volker Neumann. Von der buchreport-Anregung, die Messe nur für ein Fachpublikum zu öffnen, hält Neumann offenbar nichts: "Die Messe muss den Spagat zwischen Fachveranstaltung und großem Event für ein breites Publikum aushalten". Neumann lote derzeit auch "das sensible Thema" Buchverkauf aus. Den kommenden Länderschwerpunkt Russland will der Messe-Chef stärker als ins Zentrum der Veranstaltung rücken, die ausländischen Verlage sollen besser angebunden und die Wege für das Fachpublikum kürzer werden.

Der buchreport zitiert Peter Ripken, den Leiter des Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Ripken bemängelte, dass Suhrkamp es versäumt habe, die Übersetzungen der Bücher von Friedenspreisträger Chinua Achebe zu überarbeiten. Die kunstvolle Verbindung des Englischen mit dem Rhythmus von Achebes Muttersprache Igbo komme in den deutschen Übersetzungen nicht rüber, so Ripken. "Einen weiteren Grund für die mangelnde Akzeptanz Achebes in Deutschland sieht Ripken in der kritischen Darstellung der Europäer, die für viele unbequem sei. Achebe bestätige unsere Vorstellungen von Afrika nicht - Krieg und Not auf der einen Seite, Tanz und Musik auf der anderen."

Aufatmen in den Redaktionen: An der Überschrift "Das Hörbuch boomt" muss auch künftig nichts geändert werden. Denn die allgemeine Branchenkrise spart das Hörbuch bisher aus. "Der Münchner HörVerlag bekommt nach eigenen Angaben von der viel beschrienen Krise am Buchmarkt nichts zu spüren und kam mit vollem Programm nach Frankfurt und fuhr mit vollen Kassen retour. Mit zweistelligen Umsatzzuwächsen im ersten Quartal steht der Verlag zwar nicht stellvertretend für den gesamten Audio-Bereich, sondern ist eher dessen Aushängeschild, in der Tendenz geht es jedoch den meisten Hörbuch-Anbietern besser als ihren Buchkollegen."

Für die Kinderbuchautorin Cornelia Funke, deren Buch "The Thief Lord" zurzeit auf Platz drei der Kinderbuch-Bestsellerliste der New York Times steht, war die Buchmesse offenbar ein voller Erfolg. "Viele Verträge werden erst in den nächsten Wochen unterschriftsreif, doch die Zwischenbilanz ist eindrucksvoll: Außer in die USA und Großbritannien wurde 'Herr der Diebe' nach Polen, Ungarn, Jugoslawien, Japan, Thailand, Schweden, Frankreich, Taiwan, Finnland, Spanien und Färöer verkauft. Angebote liegen u.a. aus Dänemark, Holland, Russland und Griechenland vor."

Und welches Buch wird bei Thalia gestapelt? Mehr hier.

Die Buchmacher vom 14.10.2002 - buchreport.express

Der buchreport steht ganz im Zeichen der Buchmesse. "Soll Frankfurt in Zukunft reine Fachmesse werden oder weiterhin ein Mischmasch aus Fach- und Publikumsmesse bleiben", fragt das Blatt den Börsenverein auf der Titelseite eher rhetorisch. Für den Ausschluss des gemeinen Volkes aus den Messehallen plädiert Bodo Harenberg in einem Kommentar: "Die Messe müsste dann nicht mehr an sechs Tagen, die den Personaleinsatz belasten und Löcher in die Kassen der Aussteller reißen, geöffnet sein, sondern könnte auf drei oder vier Tage reduziert werden." Allerdings müsste die Messe für die Medien interessanter gemacht werden: "Denn auch ohne Publikum muss Frankfurt die Berichterstatter zumindest dieses eine Mal im Jahr faszinieren (...). Würde Frankfurt den großen Schritt wagen, könnte sich die kleine Schwester in Leipzig endgültig zur Publikumsmesse mausern (und brauchte keine falschen Ambitionen mehr zu hegen)." Harenberg glaubt allerdings nicht daran, dass sein Vorschlag Realität wird: "Denn die Mühlen in den Gremien des Börsenvereins mahlen langsam. Hoffentlich aber nicht zu langsam." Weitere Artikel beschäftigen sich mit dem Sparkurs, den viele Verlage in Frankfurt fahren (wenn sie überhaupt gekommen sind), mit dem Konditionenstreit, der bei Begegnungen zwischen Buchhändlern, Barsortimenten und Verlagen eine Rolle spielen sollte und mit dem ewigen Standortproblem (wer wurde in welche Halle verbannt?).

Außerdem stellt der buchreport das neue Machtgefüge in der Verlagsgruppe Lübbe vor: Stefan Lübbe, Sohn des Verlagsgründers Gustav Lübbe, gibt die Geschäftsführung ab und zieht sich in den Beirat zurück. Der 45-Jährige ist seit September 2001 Mehrheitsgesellschafter; seinerzeit schenkte seine Mutter ihm neun Prozent der Anteile. Im Januar gab sie ihm ihre verbliebenen elf Prozent: Stefan Lübbe hält nun 60, seine Schwester Cornelia Lübbe-Roggen 40 Prozent. "Dem Vernehmen nach hat Cornelia Lübbe-Roggen die neue Struktur eher geschluckt als freudig begrüßt. Denn auch in Zukunft werden alle Fäden bei ihrem Bruder zusammenlaufen. Zum neuen Geschäftsführer wird Karlheinz Jungbeck berufen. Der Ex-Kirch-Manager ist ein Weggefährte Stefan Lübbes: Er gründete mit ihm 1996 die Filmrechte-Agentur Rights GmbH & Co. KG." Bei Lübbe sei die Rede "von einer geplanten 'intensiveren Zusammenarbeit zwischen Beirat und Geschäftsführung'. Heißt konkret: Stefan Lübbe will auch weiterhin bestimmen, wo's bei Lübbe langgeht."

Dem Berliner Wissenschaftsverlag (der bis 1. August Berlin Verlag Arno Spitz hieß) ist eine Neuausrichtung verordnet worden. "Ich möchte den Verlag als Berliner Institution für Universitäten und Fachhochschulen etablieren und in Zukunft den Schwerpunkt noch mehr auf die wissenschaftlichen Publikationen legen", sagt Verleger Claus Michaletz. Dazu sollen auch neue Themengebiete erschlossen werden, etwa das Stiftungs- oder Energierecht. Michaletz ist optimistisch: "Wir stellen kleine Auflagen her und können bei Bedarf mit dem POD-Verfahren reagieren."

Einige Ankündigungen sind bereits Vergangenheit: Friedenspreisträger Chinua Achebe wollte in Frankfurt für eine neue UNICEF-Buchreihe werben, für die er und andere Autoren Texte über die Situation von Kindern in aller Welt schreiben. Sehr begehrt war Jonathan Franzen: Sein Verlag Rowohlt erklärte, man hätte für den Schriftsteller "Gesprächstermine im Halbstundentakt" vergeben können, habe aber auf Wunsch des Autors darauf verzichtet.

Hier wie immer die Bestseller.

Die Buchmacher vom 07.10.2002 - buchreport.express

Der buchreport nimmt die Buchmesse zum Anlass, die wirtschaftliche Lage der Branche zu beklagen. "In den vergangenen Jahrzehnten ist das Geschäft für Verlage und Buchhändler in Verbindung mit der Buchmesse meist angezogen und hat sich in aller Regel bis zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts gesteigert. Inzwischen haben die Probleme der Branche aber die Buchmesse selbst erfasst und auch dort Krisensymptome zu Tage gefördert." In seiner Kurzkolumne schreibt Bodo Harenberg: "Auch wenn die Umsätze im Minus stecken und die Perspektiven noch keinen Hauch von Morgenröte haben: Die Buchmesse ist der Ballsaal der Branche. Es darf und muss getanzt werden. Und sei es ein Tanz auf dem Vulkan."

Einen Werbeeffekt für das Buch erhofft sich die Stiftung Lesen von ihrer Kooperation mit Coca Cola: "Schnapp dir ein Buch" heißt die Initiative, die sich an Kinder zwischen acht und zwölf richtet. "Die Buchförderer und der Brausemixer haben den 22. November zum 'Coca-Cola-Lesetag' erklärt, an dem im ganzen Land 'Bücherpartys' veranstaltet werden sollen. Auf einer zentralen Veranstaltung in Berlin lesen Prominente aus Film, Sport und Musikgeschäft aus ihrem Lieblingsbuch vor."

Zwei weitere Werbeevents stehen im November an: In Anlehnung an die Aktion "One book, one city", die in den USA offenbar recht erfolgreich war, lässt der Verlag Hoffmann und Campe Hamburg am 9. und 10. November das Buch "Der Mann im Strom" von Siegfried Lenz lesen. In Köln wird vom 2. bis zum 10. November Böll gelesen: Die grün-nahe Heinrich-Böll-Stiftung, die Erbengemeinschaft Heinrich Böll und der Verlag Kiepenheuer & Witsch richten in diesen acht Tagen insgesamt 40 Einzelveranstaltungen aus. Anlass sind eine Reihe von Jubiläen: Bölls 85. Geburtstag, 30. Jahrestag der Verleihung des Literaturnobelpreises und - wichtiger noch - 20-jähriges Jubiläum der Ernennung zum Ehrenbürger von Köln. Im Oktober erscheinen die ersten drei Bücher einer 27-bändigen Werkausgabe des Schriftstellers.

Ökologische Kostenwahrheit könnte auch Bücher teurer machen. Das Barsortiment KNO fordert schon jetzt höhere Buchpreise, weil möglicherweise ab Sommer nächsten Jahres für Lkw eine Autobahn-Maut fällig wird. Nach Angaben von KNO könnten die Kosten für die Transportunternehmen um zehn Prozent steigen. "Die Auswirkungen der höheren Transportpreise auf die Gesamtkosten von Sortiment und Verlag werden zwar relativ gering sein, trotzdem werden sie die Gewinnmarge schmälern", schreibt der buchreport. Bei KNO sei man überzeugt, dass durch "rechtzeitige Preiserhöhungen (...) Mehreinnahmen generiert werden" könnten. In einem Kommentar bezweifelt Andrea Czepek, dass Preiserhöhungen zurzeit "ein vernünftiges Anliegen" sind: "Wenn die Wege immer teurer werden, müssen Wege eingespart werden - auch die Remissionsquote wird wieder zu diskutieren sein. Sie ist im letzten Jahr bei den Auslieferern von 6,9 Prozent auf 8,1 Prozent angestiegen." Auch seien die Sortimenter dazu angehalten, Bestellungen stärker zu bündeln. 2001 seien 37,1 Prozent der Lieferungen leichter als zwei Kilo gewesen.

Die S. Fischer Verlage wollen ihren Novitätenausstoß in den kommenden Jahren "deutlich reduzieren", zitiert der buchreport den kaufmännischen Fischer-Geschäftsführer. Nach der Neuordnung der Zuständigkeiten in den Chefetagen "soll in den nächsten Monaten der programmatische Feinschliff einsetzen". Betroffen sei vor allem der Scherz Verlag, der künftig neben dem "klassischen Krimi-Segment" auch die "Ratgeber im Bereich der Lebenshilfe" stärker in den Vordergrund stellen werde.

Bücher für die spanischen Muttersprachler in den USA wurden bislang aus Mexiko, Spanien und Argentinien importiert. Nun haben die US-Verlage "mit eigenen Imprints den spanischen Sprachmarkt und damit eine einflussreiche Minderheit aufs Korn genommen". Als Beispiele für spanische Imprints werden Rayo (HarperCollins), Libres en Espanol (Simon & Schuster) sowie Vintage Espanol und Para Ninos (beide Random House) genannt. Bookspan, eine gemeinsame Buchclubtochter von Bertelsmann und AOL Time Warner, hat gleich einen spanischen Buchclub gegründet.

Streit gibt es in Großbritannien um den Booker-Prize. Die Jury habe sich beschwert, dass die Verlage nur noch "pompöse" und absolut humorlose Bücher einreichen. Empörte Verleger forderten daraufhin eine "eine öffentliche Entschuldigung und eine Überarbeitung des Booker-Formats. Ärger gibt es auch um die Zusammensetzung der sechs Auswahltitel, unter denen kein einziger englischer Autor vermerkt ist, dafür aber drei Kanadier notiert sind. Höchst umstritten ist zudem die Nichtberücksichtigung von Zadie Smith und 'The Autograph Man', den die Medien und Buchmacher - allerdings etwas voreilig - zum großen Favoriten 2002 erklärt haben." Der Sieger des Booker-Prize wird am 22. Oktober verkündet.

Weitere Meldungen befassen sich mit den Expansionsplänen der Mayerschen Buchhandlung (deren Umsatz in Aachen seit der Eröffnung des neuen, größeren Stammhauses am 19. September um 80 Prozent gestiegen ist), mit einer möglichen Übernahme der Essener Buchhandlung Baedeker durch "die expansive Buch & Kunst-Gruppe aus Sachsen" sowie mit den Thalia-Plänen für die Amadeus-Kette in Österreich (O-Ton Thalia: "Top-Service, Top-Qualität und Top-Ambiente"). Schließlich erfahren wir, dass Weltbild in den Handel mit Kinderspielzeug einsteigt, dass die Akademische Buchhandlung Interbook in Trier aus der Fleischstraße vertrieben wurde, weil dort eine "Center-Anlage" entstehen soll, dass die Großdruck-Bücher von dtv 25 Jahre alt werden und dass das ZVAB ein neues Internetangebot entwickelt hat.

Und hier geht es zu den Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 30.09.2002 - buchreport.express

In Zeiten knapper Kassen ist sinnvolles Wirtschaften schwer. Das gilt auch für Verlage: Der buchreport weist darauf hin, dass die steigenden Preise für Taschenbücher dazu beigetragen haben dürften, "dass die Warengruppe Taschenbuch im buchreport-Umsatztrend ein erhebliches Minus verzeichnet". Allein im August seien die Taschenbuchumsätze um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgeblieben. Der Rückgang sei "zum ersten Mal nachhaltig". Die Taschenbuchverlage, so das Blatt, stecken in einer Zwickmühle: "Auf der einen Seite müssen sie auf steigende Produktions- und Lizenzkosten mit höheren Preisen für ihre Bücher reagieren, auf der anderen Seite bekommen sie die Kaufverweigerung der Buchhandelskunden zu spüren". Spätestens nach der Euro-Einführung hätten die Kunden eine Sensibilität für Preise entwickelt: Grund für die "gefühlte Teuerung" beim Taschenbuch sei neben den objektiven Preiserhöhungen (im Schnitt zwei Prozent jährlich seit 1998) "auch der Umstand, dass der Abstand zwischen Hard- und Softcover in den vergangenen Jahren zusammengeschmolzen ist".

Auch die FAZ-Verlagsgruppe konzentriert sich auf ihr Kerngeschäft: Ein Verkauf der 50-prozentigen Beteiligung am Filialisten Buch Habel sei "beschlossene Sache". Für die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), die der FAZ zu 100 Prozent gehört, werde ebenfalls ein Verkauf angestrebt: "Gesucht wird zumindest ein 'strategischer Partner', möglichst jedoch ein Käufer. Zur Disposition steht die Deutsche Verlags-Anstalt mit all ihren Imprints ebenso wie der Zeitschriften-Zweig mit den beiden Renommierblättern Bild der Wissenschaft und Naturkosmos. Verkauft werden soll möglichst nur komplett." Vor fünf Jahren sei der damals neue DVA-Geschäftsführer Jürgen Horbach noch mit der Expansion beauftragt worden. Der Anlass zum Strategiewechsel liege im Stammgeschäft der Mutter - Medienkrise, Bilanz-Minus von 27 Millionen Euro im vergangenen Jahr, noch schlimmere Befürchtungen für das laufende Jahr. Konkrete Investoren oder Kaufinteressenten gebe es noch nicht. Auch seien die Verkaufschancen "nicht günstig, denn andere große Buchverlage oder Medienkonzerne, die in der Vergangenheit als Käufer in Frage gekommen wären, befinden sich derzeit selbst in schwierigen Positionen". (Hier die entsprechende Börsenblatt-Meldung.)

Weltweit warten Verlage und Buchhändler auf den neuen "Harry Potter". In einem Interview mit der Times hat Joanne K. Rowling angekündigt, das Manuskript für "Harry Potter and the Order of the Phoenix" sei bereits fertig. Es sei nice, neat und ziemlich big, zitiert der buchreport. Ob das Buch zum Weihnachtsfest erscheine? Rowling wollte sich nicht festlegen: "Vielleicht". "An ihrem geistigen Kind müsse sie noch ein wenig zupfen und polieren. Letztendlich liege die Entscheidung zur Veröffentlichung aber bei Bloomsbury, gab sich die Autorin diplomatisch." Das deutsche Weihnachtsgeschäft wird ohne "Harry Potter" auskommen müssen.

Bei Random House ist die Trennung von Falken und Mosaik "ein Abschied in Raten". Viel versprechende Titel sollen weitergeführt werden, etwa die Brigitte-Bücher, die in das Label "Mosaik bei Goldmann" wandern. Alle anderen Mosaik- und Falken Titel werden im Katalog von Bassermann geführt, einem Imprint für Modernes Antiquariat. Klaus Eck, President und Publisher in der Random-House-Geschäftsführung betont: "Es wird keine Ramschverkäufe geben, damit würden wir uns selbst keinen Gefallen tun."

Der buchreport weist darauf hin, dass Kiepert die älteste Berliner Buchhandlung war. Das Sanierungskonzept sei, zitiert das Blatt die Insolvenzverwalterin Petra Hilgers, nach Absage potenzieller Partner und überraschend hohen Mietpreisforderungen der Vermietergemeinschaft gescheitert. (Andreas Kiepert könne diese Aussage nicht nachvollziehen, heißt es dazu. Warum wird nicht erklärt.) "Eine eindeutige Erklärung, welche Faktoren zur Insolvenz von Kiepert geführt haben, gibt es nicht. Andreas Kiepert hat Fehler eingeräumt. Nach einer Liquiditätskrise im Sommer 1999 hatte er den Rat von Betriebsberatern, zu verkleinern und Personal abzubauen, ausgeschlagen und nochmals zwei Millionen Euro investiert und das Haupthaus umgebaut. Mit Blick auf die Flächenexplosion in Berlin - seit 1997 sind Hugendubel, Dussmann und Thalia hinzugekommen, die Wohlthatsche ist weiter vorgedrungen - vermag niemand zu sagen, ob die Entscheidung richtig oder falsch war. Kiepert wollte dem Wandel Berlins vom kleinen Kietzidyll zur Metropole gerecht werden und Marktführer bleiben."

Schließlich weist der buchreport auf "Stranger in the Woods" hin, ein Buch mit Fotos von Schneemännern, die im Wald das Erstaunen der Tiere erregen. Der Band ist 1999 in den USA im Eigenverlag der Fotografen erschienen und wurde seitdem 200.000 Mal verkauft.

Und hier geht es zu den Bestsellerlisten.


Die Buchmacher vom 23.09.2002 - buchreport.express

Der buchreport hat eine neue Bestsellerliste (es ist bereits die fünfte selbst produzierte): Neben den Hardcoverlisten, die das Blatt für den Spiegel ermittelt, und den Taschenbuchlisten für die Zeitschrift Gong gibt es nun eine Liste mit Wirtschaftsbestsellern für das manager magazin. Wie bei Spiegel und Gong erscheint die Liste im buchreport bereits einige Tage vor ihrer Veröffentlichung im manager magazin. Hier die Plätze eins bis fünf: "Die Mäuse-Strategie für Manager", "Endlich mehr verdienen", "Fish", "Auto" von Ferdinand Piëch und "Die Sinn-Macher" von Gertrud Höhler. Für die komplette Liste hier klicken und dann runterscrollen.

Dann weist das Blatt darauf hin, dass vor allem Kleinverlage der Frankfurter Buchmesse fernbleiben. Die Branchenkrise habe sie besonders hart getroffen. "Die Filialisierung im deutschsprachigen Buchhandel stellt die Kleinverleger vor kaum noch lösbare Probleme: Wo sie bisher durch persönlichen Einsatz für ihre Bücher werben konnten, scheitern sie nunmehr schon im Vorfeld, denn ihre Bücher werden kaum gelistet und können deshalb auch nicht ans Lager genommen werden."

Hinter der Expansion der Mayerschen Buchhandlung in Aachen, so betont der buchreport, steht kein Konzern, die Eigentümerfamilie Falter habe ihr nagelneues Stammhaus selbst finanziert. Die Risikobereitschaft der Falters sei groß: "Sie eröffnen ihr Haus in einer Zeit, in der der Einzelhandel insgesamt bereits im siebten Jahr in Folge preisbereinigt Umsatzrückgänge zu verzeichnen hat und Stimmen, die das Flächenwachstum mit der Krise in Zusammenhang bringen, mehren sich." In der neuen Großbuchhandlung gibt es neben drei Cafes auch eine "gläserne Redaktion" der Aachener Zeitung sowie eigene Abteilungen für französische und niederländische Literatur.

Die Fachbuchhandlung Struppe & Winckler hat die Kiepert-Filiale an der FU in Berlin-Dahlem per Pachtvertrag übernommen. Über den Kauf der Kiepert-Filiale an der Humboldt-Universität könnte in den nächsten Tagen entschieden werden, sagt der kaufmännische Geschäftsführer von Dr. Otto Schmidt dem buchreport. Der Kölner Verlag ist Eigentümer von Struppe & Winckler. Auch die Gespräche über den Kauf von Bereichen des Kiepert-Haupthauses am Ernst-Reuter-Platz gehen weiter; Struppe & Winckler sei an der Übernahme von Flächen und Einrichtung interessiert, strebe aber ein Gesamtkonzept "Medienhaus" an.

Der Online-Antiquar Abebooks (der im Sommer 2001 den deutschen Second-Hand-Buchhändler Justbooks gekauft hat) kooperiert in Kanada und in den USA künftig mit Amazon: Die bei Abebooks gelisteten Bücher werden auch im Amazon-Angebot präsentiert. "In Deutschland ist das zwar noch nicht aktuell, aber offenbar in Planung." Abebooks erschließt mit der Partnerschaft einen neuen Kundenstamm: "Der Gebrauchtmarkt bei Amazon entwickelt sich explosionsartig; im 2. Halbjahr 2002 waren bereits 35 Prozent aller über Amazon gekauften Waren gebraucht." Angst, dass Abebooks sich mit der Kooperation überflüssig machen könnte, hat Marketingchef Boris Wertz nicht: "Amazon ist in erster Linie auf dem Gebrauchtmarkt aktiv, während wir den Schwerpunkt auf antiquarische Bücher legen."

Schließlich der Hinweis, dass man mit Krimis "Kasse machen" kann: Knapp eine Woche nach seinem Erscheinen steht der Titel "Eifel-Liebe" von Jacques Berndorf auf Platz 2 der Taschenbuchliste. Überhaupt sei Grafit höchst erfolgreich: Auf einem Leser-Ranking des Internet-Portals Krimi-Forum.de stehen fünf Titel des Dortmunder Krimi-Verlags auf den ersten zehn Plätzen.

Und hier geht es zu den traditionellen Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 16.09.2002 - buchreport.express

Über den Umsatz-Trend auf dem deutschen Buchmarkt vermeldet der buchreport, dass nach erfreulichen 6,2 Prozent im Monat Juli der stationäre Buchhandel im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent zurückgeblieben ist, was ein "kumuliertes Minus von 3,3 Prozent" bedeutet. Der Sommer werde daher "eine verheerende Eiszeit, wie es sie seit Dekaden nicht mehr gegeben hat". Hoffnung sieht der Handel dem Blatt zufolge im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Nach Vermutungen des Kommentars von David Wengenroth seien die Kriegskassen der Händler prall gefüllt, allein die "Unlust des Verbraucher" wäre für den Rückgang verantwortlich. So eröffnen sich seiner Meinung zufolge für die großen Ketten neue Chancen, in besetzte Märkte einzudringen. Auf das Geschäftsklima hingegen wirkten die positiven Juli-Umsätze im September nach, nachdem die Befindlichkeitskurve im Juni und Juli auf Tiefstwerten befunden hätten.

Weiter wird berichtet, dass die Schulbuchverlage und Bildungsmedienhersteller - zusammengeschlossen in der VDS Bildungsmedien - nach der Veröffentlichung der PISA-Studie einen Forderungskatalog vorgelegt haben, in dem von der Politik statt der lähmenden Diskussion über Bundeskompetenzen und Kulturhoheit der Länder ein entschiedeneres Handeln gefordert wird. Dem Papier zufolge gäbe es "eklatante Mängel bei der Wissensvermittlung".

Die Titelseite das Blattes informiert, dass Amazon seinen Vorsprung gegenüber anderen deutschen Online-Buchhändlern weiter ausbaut. Amazon ist heute bereits der drittgrößte Buchhändler Deutschlands überhaupt, hinter Thalia und Hugendubel. Für die Übernahme der s gescheiterten Bertelsmann-Ablegers BOL, an der sich auch buch.de interessiert zeige, gibt es dem Blatt zufolge von Amazon noch keine konkreten Informationen.

Zu lesen ist auch, dass der Einbruch der Anzeigengeschäfte im Zeitschriftenbereich durch weniger Papierverbraucht zu sinkenden Preisen für Papier und Druckmaschinen geführt hat. Um 5,3 Prozent sei der Papierverbrauch demnach erstmals in Deutschland gesunken - weltweit um 2,5 Prozent.

Außerdem wird berichtet über das am 1. Oktober in Kraft tretende neue Preisbindungsgesetz, das unter anderem die Preisbindung auch für das Moderne Antquariat festlegt. Dass sich für die insolvente Berliner Buchhandlung Kiepert eine "Shop-in-the-Shop-Lösung" anbietet; dass im Vergleich zu den Umsätzen der Belletristik und der Sachbücher die Umsatzentwicklung der Schulbücher deutlich abstürzt, und dass der Fourier Verlag in Wiesbaden die Lagerbestände von dem insolventen Haffmanns Verlag aus Zürich übernimmt.

Schließlich die Bestseller.
Stichwörter: Buchmarkt, Hugendubel

Die Buchmacher vom 09.09.2002 - buchreport.express

Die vorgelegten Halbjahres-Daten von Bertelsmann "geben kein sehr genaues Bild von der wirtschaftlichen Lage" des Konzerns ab, sie seien wenig aussagestark, heißt es im Buchreport. Das Motto des neuen Chefs laute lediglich: "Notfalls auch mit weniger Umsätzen, aber auf jeden Fall wieder Gewinne machen." Die Zahlen, die Bertelsmann bekannt gibt, beschränkten sich nur auf den operativen Gewinn, und seien noch von Veräußerungsgewinnen aus dem Vorjahr (Verkauf von AOL Europe) geprägt. Zum Abschied von den Internet-Aktivitäten durch die Direct Group und der Musiksparte BMG , sowie zum Verkauf des Internet-Buchhandels BOL kommentiert Andreas Czepek: "Mit dem Platzen einer Seifenblase kann nur unzulänglich verglichen werden, was da bei Bertelsmann passiert. Gunter Thielen kann nur noch den Scherbenhaufen, der von den hochfliegenden Plänen seines Vorgängers Middelhoff übrig geblieben ist, zusammenkehren."

Vertreterbörsen bleiben trotz Teilnehmerschwund weiter im Trend, ist in der Titelgeschichte des buchreport.express zu lesen. Thalia überlegt, erstmals eine eigene Vertreterbörse zu veranstalten, und schwächt somit die Existenz herkömmlicher Börsen. Die Hamburger Vertreterbörse, bislang im Congress Centrum Hamburg (CCH) zuhause, muss sich deshalb für 2004 nach einem kleineren Veranstaltungsort umsehen. Aufgrund der veränderten Bestellgewohnheiten der Buchhändler werden Neuansätze für das Vertretersystem gefordert.

Keine konkreten Zahlen gibt es bisher zur Frankfurter Buchmesse, meckert das Magazin. Man sei auf Vermutungen angewiesen. Der Sprecher der Messe, Holger Ehling, könne auf die wichtigsten Fragen nur tendenzielle Antworten geben. "Führungswechsel, Terminstreitigkeiten und Querelen um die Platzierung einzelner Aussteller haben offenbar organisatorische Schleifspuren hinterlassen."

Ebenso unklar sei, was aus dem Zukunftskongress Frankfurt Futura Mundi werden soll, auf dem zum Beispiel Kofi Annan und Mary Robertson sprechen sollen. Entgegen anderslautenden Berichten der Kongress zumindest stattfinden.

Wie es mit den 216 Libro-Filialen nach der Übernahme durch Thalia weitergehen soll, ist noch nicht auszumachen. Nachdem die ebenfalls übernommenen und besser dastehenden 22 Amadeus-Filialen aus der Konkursmasse herausgenommen sind, drohen der Hälfte der jetzt noch bestehenden Libro-Filialen zum Jahresende die Schließung.

Die Frankfurter Eichborn AG schließt ihre Halbjahresbilanz mit einem Minus ab, "eine Routineuntersuchung mit unangenehmen Folgen." Nach einem hoffnungsvollen ersten Quartal liege der Verlust im Verlagsgeschäft bei 665.000 Euro, der Konzernverlust beläuft sich im selben Zeitraum sogar auf das doppelte. Die Umsätze fielen im ersten Halbjahr 2002 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,5 Prozent.

Außerdem wird berichtet, dass es nun einen festen Termin gibt für die von dem Schweizer Autor Matthyas Jenny initiierte Buchmesse, die am 2. und 3. Mai nächsten Jahres in Basel stattfindet. Nach Plänen des Vorstandes soll die Zahl der Abgeordneten in der Abgeordnetenversammlung des Börsenvereins reduziert werden. Regionale Buchhändler in den Hochwasser-Regionen werden durch die Geschenke der Schulbuchverlage an Schulen geschädigt. Schließlich finden sich Berichte vom Umzug des Literaturhauses in Frankfurt, sowie vom New Yorker Buchfestival New York is Book Country.

Die Buchmacher vom 02.09.2002 - buchreport.express

Die Titelgeschichte widmet der buchreport express den großen Buchhandelsketten, die zur Flächenoffensive ansetzen und damit dem Konzentrationsprozess im deutschsprachigen Buchhandel gehörigen Vorschub leisten: So wird Thalia die österreichische Buchhandelskette Amadeus aus der Konkursmasse der Libro AG übernehmen - zum Preis von 9,3 Millionen Euro. Von den 22 Filialen der Amadeus-Kette wird Thalia jedoch wohl nur diejenigen weiterbetreiben, die mehr als 600 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Die Schließung droht kleineren Geschäften in Braunau, Ried und Grießkirchen. Das Lübecker Unternehmen Weiland expandiert nach Süden. Im Zentrum von Hannover wollen die Nordlichter ihre bisher größte Filiale mit einer Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern eröffnen. Die Buchhändler in Hannover schwanken zwischen Zähneklappern ("Das ist reiner Kannibalismus") und demonstrativer Gelassenheit ("Die haben nichts, was wir nicht auch hätten"). In Aachen setzt die Mayersche an, einen regelrechten Bücherdom zu errichten. Die Verkaufsfläche wird auf 5.500 Quadratmeter verdoppelt, hinzukommen ein Literaturgarten mit Kinderspielplatz, ein Forum für 375 Besucher sowie Präsentationsflächen für Volkshochschule, Amnesty International und Greenpeace. Und schließlich wollen die Dresdner Filialisten Buch & Kunst westwärts wandern. Neben Magdeburg und Riesa sind neue Läden in Göttingen und Detmold geplant.

In den Hochwassergebieten wird das Ausmaß der Schäden immer deutlicher: "In 34 Buchhandlungen hat das Wasser Spuren hinterlassen, 18 Sortimentern ist nichts mehr geblieben, weder Bücher noch EDV, noch Ladeneinrichtung", schreibt der buchreport express. Zahlreiche Verlage haben inzwischen angekündigt, die beschädigten Bücher kostenfrei umzutauschen, Zahlungsziele zu verlängern oder Rechnungen bis zur Mitte des nächsten Jahres zu valutieren. Skeptisch betrachtet buchreport das Angebot der Kreditanstalt für Wiederaufbau, günstige Kredite zu vergeben. Die meisten Buchhändler haben schließlich noch nicht einmal die Kredite abbezahlt, die sie nach der Wende für die Eröffnung ihres Ladens aufgenommen hätten.

Weiter meldet der buchreport express: Die Verlagsgruppe Ullstein Heyne List schreibt zwar immer noch rote Zahlen, aber offenbar keine tiefroten mehr. Im ersten Halbjahr 2002 kommt die Buchsparte mit einem Verlust von 5 Millionen Euro (bei einem Umsatz von 77 Millionen) davon, im vorigen Jahr waren es insgesamt noch 45,8 Millionen Euro.

Die führenden Buchhandelsketten der USA haben ihre Wachstumserwartungen noch einmal um 2 - 3 Prozent für dieses Jahr reduziert. Der britischen Buchbranche geht es nicht viel besser, dennoch greifen die Verlage im Königreich für Celebrity Books immer tiefer in die Taschen, wie sich der buchreport wundert. Vorschüsse in siebenstelliger Höhe sind mittlerweile die Norm. So zahlt HarperCollins etwa dem Fußballer David Beckham einen Vorschuss von 3 Millionen Pfund für seine Memoiren ("Mein Leben als Fußballer und Ehemann von Posh-Spice" oder so).

Und hier geht es zur Spiegel-buchreport-Bestsellerliste, die in dieser Woche zwölf Neueinsteiger verzeichnet.

Die Buchmacher vom 26.08.2002 - buchreport.express

Auch der buchreport berichtet natürlich über die Folgen des Hochwassers für die örtlichen Buchhandlungen, vor allem aber über die "Solidaritätswelle". Eine Liste der betroffenen Läden gibt einen Überblick über die Kosten. Totalschäden werden aus Döbeln, Dresden, Eilenburg, Freital, Grimma, Meißen, Olbernhau, Pirna und Waldheim gemeldet, schwere Schäden aus Aue, Burkhardtsdorf, Radebeul und wiederum aus Dresden. Dort waren eine Reihe von Buchhandlungen gar nicht erreichbar. Die oben bereits erwähnte Liste der geschädigten Buchhandlungen gibt es hier.

In der Schweiz haben Verleger und Buchhändler einen "Etappensieg errungen". Das Bundesgericht stimmte ihrer Beschwerde in Teilen zu und hob das Verbot der Buchpreisbindung auf. Der Fall wurde zur Neubeurteilung an die Wettbewerbskommission zurückverwiesen. Diese hatte die Buchpreisbindung 1999 als wettbewerbswidrig verboten.

HarperCollins hat seinen Umsatz um 4,8 Prozent gesteigert. "HarperCollins-Chefin Jane Friedman, die weiteres Wachstum durch Akquisitionen nicht ausschließen will, begründet das Rekordergebnis mit Wachstum an allen Fronten. (...) Mit 106 Titeln auf der Bestsellerliste der New York Times und 47 Bestsellern bei der englischen Sunday Times war HarperCollins so erfolgreich wie nie zuvor."

Hermann Heckmann kommentiert die Situation der internationalen Fachverlage. "Als hätten sie sich verabredet, haben einige der großen Medienkonzerne öffentlich gemacht, dass sie sich von ihren Fachverlagen trennen wollen. (...) Dieser Kurswechsel ist nicht durch eine wirtschaftliche Fehlentwicklung der Töchter ausgelöst worden, denn in ihrer Gesamtheit schreiben die Fachverlage weiterhin schwarze Zahlen." Für die Manager der großen Konzerne seien die Fachverlage zu kleinteilig. Nach der "Flurbereinigung" würden die Fachverlage "größtenteils zu Konzernen gehören, die sich auf Fachinformationen spezialisiert haben" - wie Reed Elsevier, Thomson oder Wolters Kluwer. Dennoch werde sich der spezialisierte Fachverlag auch in Zukunft neben den großen internationalen Gruppen behaupten können.

Weitere Meldungen: Thalia könnte die österreichische Amadeus-Kette kaufen, spekuliert der buchreport. Es sei vielleicht nur noch eine Preisfrage. Die 22 Amadeus-Filialen gehören zur insolventen Libro AG; zu dem Separat-Verkauf könnte es kommen, nachdem kein brauchbares Angebot für den gesamten Libro-Bestand vorliege. Außerdem berichtet der buchreport von einer Meldung des manager magazins, derzufolge BOL zum Verkauf steht. Und wenn der Aktienkurs von barnesandnoble.com sich nicht bis zum 1. November erholt, droht der Rausschmiss aus der Nasdaq. 25 Millionen Aktien wurden im Mai 1999 für 18 Dollar pro Stück ausgegeben. Der vom buchreport genannte aktuelle Wert: 74 US-Cent.

Und hier die wöchentlichen Bestseller der Spiegel-Liste.

Die Buchmacher vom 19.08.2002 - buchreport.express

"Der Umsatztrend: Endlich wieder ein Plus geschafft!", jubelt es von der ersten Seite des buchreport. Der Juli war der erste Monat seit September 2001, der umsatzmäßig über seinem Vorjahresmonat lag. Gleich um 6,2 Prozent stieg der Umsatz an. "Allerdings gab es für den Aufschwung im Juli gute Voraussetzungen: Der Kalender erlaubte einen zusätzlichen Verkaufstag und der Juli 2001 (...) hatte mit -4,1 Prozent ein extrem schlechtes Ergebnis gebracht. Trotzdem sehen viele Buchhändler endlich ein erstes Licht im unendlich langen Tunnel - und damit eine gute Chance, bis zum Jahreswechsel in die Nähe einer schwarzen Null zu kommen."

Zweites Top-Thema: Die Bücherdatenbank von KNO und Libri - geplantes Konkurrenzprodukt zum Verzeichnis lieferbarer Bücher - steht möglicherweise kurz vor dem Scheitern. Mit Fragezeichen, einem "offenbar" und einem "offensichtlich" mutmaßt der buchreport, dass die beiden Barsortimente "das Interesse an ihrem aggressiv vorgetragenen Projekt" falsch eingeschätzt hätten - wie gesagt: "offenbar". Von einem Ende der Bücherdatenbank würden alle profitieren, meint Bodo Harenberg: Es käme nicht zur "Materialschlacht" zwischen VlB und Bücherdatenbank, Verlage müssten künftig nicht für die Aufnahme in zwei Verzeichnisse zahlen und Buchhändler könnten sich weiter auf die Kataloge der Barsortimente verlassen. Zudem habe die Buchhändlervereinigung von dem Schub profitiert, der von der "KNO/Libri-Kampfansage" ausgegangen sei; das VlB werde nun endlich aktueller und zuverlässiger.

Anlässlich des ersten Jahrestags der Anschläge vom 11. September 2001 kommt eine Reihe von Titeln auf den Markt, die an die Attentatsserie und ihre Folgen erinnern. Im Verlag Karl Müller erscheint das Buch "Die Erste Seite. Internationale Schlagzeilen nach dem 11. September". Palmyra bringt "Ein Tag im September" heraus, bei Frederking & Thaler erscheint "New York. Die illustrierte Geschichte von 1609 bis heute". Weitere Bücher heißen: "Gott gegen Geld", "Der Tag, an dem die Türme fielen", "Pax Americana" (von Ernst-Otto Czempiel) und "Schläfer mitten unter uns". Das Spiegel-Buch zum 11. September erscheint in einer aktualisierten Neuauflage und als Hörbuch.

Klaus Eierhoff, bislang im Bertelsmann-Vorstand zuständig für die DirectGroup (Clubs und E-Commerce), wurde "gefeuert". Sein Nachfolger Ewald Walgenbach ist laut buchreport "ein knallharter Sanierer". Dieser habe nun keinen leichten Job: "Allein im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2001 hat die DirectGroup bei einem Umsatz von 1,494 Milliarden Euro Verluste von 513 Millionen Euro (...) quittieren müssen - Besserung nicht in Sicht. Hier die Börsenblatt-Meldung dazu.

Die Verleihung des Preises für Globales Bewusstsein des Club of Budapest an den brasilianischen Schriftsteller Paulo Coelho macht der Buchmesse und der Friedenspreis-Verleihung an Chinua Achebe Konkurrenz. Findet jedenfalls der buchreport. "Der Club of Budapest, ein Ableger des berühmten Club of Rome, würdigt den Schriftsteller für seinen Einsatz für eine nachhaltige Welt." Die Laudatio hält Bill Clinton, im Publikum wird unter anderem Michail Gorbatschow sitzen. Veranstaltungsort: Paulskirche. Zeitpunkt: 6. Oktober, eine Woche vor der Friedenspreisvergabe.

Jonathan Franzen hat eine Nachfolgerin: Alice Sebold. Ihr Roman "The Lovely Bones" (hier ein Auszug) lasse in diesem Jahr die Kassen der US-Buchhandlungen klingeln. "Ihr Erfolg steht für funktionierende Mundpropaganda im Buchhandel." Im nächsten Jahr wird das Buch also auch bei uns auf den Buchtischen liegen und auf den Bestsellerlisten stehen.

Und hier die Bestsellerliste.