Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Soll Jamie den Kanzler noch einmal anrufen?

10.02.2026.
Forbes fragt sich, wie der ehemalige Mathelehrer Jeffrey Epstein ein Vermögen von 600 Millionen Dollar ansammeln konnte. Der New Statesman versteht nicht, dass Labour nie auffiel, wie eng der britische Politiker Peter Mandelson und Epstein waren. Die NYT porträtiert den ehemaligen General und linken Politiker Yair Golan, der als einziger israelischer Politiker noch an eine Zweistaatenlösung zu glauben scheint. Der Merkur liest Peter Jelavichs Buch über Kunstfreiheit. Wired fragt sich, ob ICE eine Strategie hat oder nur dumm und brutal ist. Der New Yorker hört Joe Rogan.

Mandat des Himmels

03.02.2026. Der Trumpismus ist ein Fall von Neo-Royalismus, behaupten in Le Grand Continent die Politologen Stacie Goddard und Abraham Newman. Hari Kunzru wandert für Harper's durch London und versucht sich in praktischer Psychogeografie. Novinky erklärt, warum Petr Pavel immer mehr zum neuen Vaclav Havel wird. Die London Review rechnet die Kosten von KI ab und erinnert an Barnett Newman. Im Merkur entsorgt Heinz Bude seine Boomer-Bibliothek.

Eine unerfüllte Sehnsucht nach Zärtlichkeit

26.01.2026. Die New York Times hat Angst vor einem Bürgerkrieg in Amerika. In der New York Review of Books ist der Autor Joseph O'Neill überzeugt: Die Republikaner wollen eine eine Einparteienherrschaft errichten. Der Guardian besucht das syrische Aleppo, das im Bürgerkrieg seine traditionell multiethnische Stadtkultur verloren hat. New Lines wirft einen Blick auf die moderne Sklaverei in Nigeria. Eurozine stellt neue mexikanische Literatur vor.

Auf den Knien kann man nicht leben

20.01.2026. Im New Yorker schildert der Dichter Armando Ledezma das Fegefeuer der Venezolaner. Aktualne erinnert an den tschechischen Fotografen und Guru František Drtikol. HVG und Elet Irodalom trauern um Bela Tarr. Die London Review rekapituliert den Werdegang Xi Jinpings, kennt aber wenigstens einen lebenden Staatsmann, dem sie noch weniger vertraut. In New Lines fragt sich der srilankische Journalist und Politik-Professor Shyam Tekwani, wie man über einen Bürgerkrieg schreiben kann. Der Dlf fragt sich, wie ein neuer Literaturkanon aussehen könnte. 

Mut ist ansteckend

13.01.2026. Der Guardian staunt über die geschwinde Selbstzensur amerikanischer Institutionen unter Trump. Seit Trump Interesse für Grönland zeigt, interessieren sich auf die Dänen für die Schöne, lernt der New Yorker. In Elet es Irodalom erklärt der Autor Péter Bognár, wie sich im Krimi das Menschenbild der Moderne manifestiert. New Lines fragt: Wer wäre bereit für Tallinn zu sterben? Die London Review weiß, was Donald Trump in Venezuela will: Kuba. Eurozine stellt moldauische Literatur vor, die das Trauma des Landes verarbeitet: das sowjetische Experiment der Identitätsauslöschung.

Sichtbar und ohne Reue

06.01.2026. Vor fünf Jahren versuchten Trump-Anhänger das Kapitol zu stürmen. Donald Trump wurde für seine Aufstachelung nie belangt, was die New York Times über die Konsequenzen von Straflosigkeit nachdenken lässt. Der New Statesman dokumentiert den Niedergang des Rechtsstaat in Hongkong. New Lines erinnert an die Millionen von Emigranten, vor gut hundert Jahren vor der Armut auf Sizilien nach Tunesien flüchteten. Im Dlf wirft der Philosoph Ralf Konersmann einen kritischen Blick auf die heutige Geschichtsschreibung. Der New Yorker fragt sich, warum die USA Venezuela überfallen haben und findet keine Antwort.

Riesiger Fehlalarm

15.12.2025. Eurozine erkundet den Sinofuturismus. New Lines besucht das Königreich Eswatini, das aus den USA abgeschobene Flüchtlinge in sein Hochsicherheitsgefängnis aufnimmt. HVG erklärt, warum man László Krasznahorkai auch ohne Punkt sehr gut lesen kann. Der Guardian schildert das Dilemma der British Virgin Islands. In der LRB denkt John Lanchester über die KI-Revolution - oder eher das Revolutiönchen - nach. Verstka besucht eine Leichenhalle im russischen Rostow.

Freiheit in die Bilder, Bilder in Freiheit

09.12.2025. Es braucht schon eine Revolution, um dem Kastenwesen - und dem Hinduismus - den Garaus zu machen, meint Outlook India. Im Time Magazine erklärt Mohammed Hanif, warum noch jeder pakistanische Premier im Gefängnis gesessen hat. Der Guardian lernt von einem Schneckenfarmer, wie man Steuern vermeidet. Aktualne erinnert an Karel Gotts erste Filmrolle. In Atlantic erklärt Anne Applebaum den Unterschied zwischen Korruption in der Ukraine und in den USA.

Vom Sarg bis zur Beerdigungslingerie

02.12.2025. Der Guardian berichtet, wie die Friedfertigkeit des Buddhismus in Ländern wie Sri Lanka oder Myanmar einem gewalttätigen Nationalismus und männlichem Dominanzgehabe weicht. La vie des idees taucht ein in das Universum der "dark romance". Eurozine erkundet die Russland-Liebe der Italiener. Die New York Times blickt besorgt auf die steigenden Todesfälle durch E-Bikes. Der New Yorker erliegt dem morbiden Charme Jessica Mitfords.

Paradox der Popularität

25.11.2025. Der New Yorker bringt eine große Reportage aus dem Ostkongo, in dem sich über hundert Milizen bekämpfen. In Africa is a Country bedauert und kritisiert der Dichter Efe Paul-Azino die Intellektuellen in Nigeria. Die LRB blickt auf 15 zerschnittene Gutenberg-Bibeln. In Eurozine sprechen die Investigativjournalisten Andrei Soldatov und Irina Borogan über "Our Dear Friends in Moscow". In Irozhlas kritisiert der tschechische Sicherheitsanalytiker und Oberst Otakar Foltýn den absoluten Dilettantismus des US-Friedensplans für die Ukraine. Die London Review lernt, wie Cybercrimes in Indien das Kastenwesen in Frage stellen.