Die Publizistin
Canan Topcu ist im Alter von acht Jahren als Tochter türkischer Arbeitsmigranten nach Deutschland gekommen und fühlt sich keineswegs als
Person of Color. Im Gegenteil - die von der Linken geführte
Rassismusdebatte sowie deren
Sprechverbote gehen ihr ziemlich auf die Nerven, wie sie in der
SZ schreibt: "Richtung und Tonalität der Rassismuskritik wird bestimmt von einer jungen
akademisch gebildeten Generation, die einerseits darauf pocht, nicht auf Herkunft reduziert, sondern als 'von hier' wahrgenommen zu werden, andererseits aber selbst
Identitätspolitik betreibt - nicht nur durch die Selbstbeschreibung als People of Color, sondern auch im Zelebrieren von Elementen aus der Herkunftskultur. Politisch problematisch ist die
moralische Überlegenheit, die aus der Betroffenheit abgeleitet wird, ohne selbst auf Ressentiments zu verzichten oder Ausgrenzung zu betreiben."
Die deutsche
Polizei hat sich im Laufe der Zeit immer mehr
demokratisiert und sie wird vermutlich nicht von Rechtsradikalen unterwandert werden, aber Polizisten sollte einem "
Bewusstseinscheck" unterzogen werden,
schreibt Thomas Schmid in der
Welt: "Polizisten haben Schusswaffen und dürfen im Zweifelsfall im Höchsttempo durch die Straßen brettern. Es wäre ein Wunder, wenn die Polizei nicht auch
autoritäre Charaktere, Waffennarren und eben auch Menschen mit
herrschaftlichem Ordnungsverständnis anzöge. Dass Rechtsradikale überdurchschnittlich oft zur Polizei wollen, ist alles andere als überraschend. Verwunderlich ist freilich, dass es offensichtlich in der Polizei an nachhaltigen Bemühungen mangelt, solche Geisterfahrer aufzuspüren, zur Räson zu rufen."
Die
taz hat ihre Zeitung in die Hände von
Klimaaktivisten und -innen gegeben, deren Artikel einen interessanten Einblick in ihre Erklärungsmodelle geben. Die drei Aktivistinnen Isadora Cardoso, Lisa Göldner und Kathrin Henneberger,
möchten den
feministischen Aspekt ihres Engagements hervorheben, das nur einen Gegner kennt: "Die Klimakrise ist tief verwurzelt in historisch miteinander verwobenen Unterdrückungssystemen:
Patriarchat,
Rassismus,
Kapitalismus und
Kolonialismus. Ohne Rücksicht auf Verluste und die katastrophalen Folgen für unser Klima beuten wir den Planeten aus. Dahinter liegen dieselben Machtstrukturen, die zur Ausbeutung der Körper von Frauen und (un)bezahlter Care-Arbeit führen, zur Ausbeutung von Menschen und Rohstoffen des globalen Südens und zur Diskriminierung
nicht-weißer Menschen."
Die Klimaaktivisten teilen Menschen in "
Schwarz und Weiß, in Gut und Böse" auf, sie
spalten die Gesellschaft, sagt Clemens Traub, einst selbst "Fridays for Future"-Aktivist indes im
Gespräch mit der
Berliner Zeitung: "Die Klimabewegung ist
bürgerlich und privilegiert, sie versteht die Lebenswirklichkeit der Geringverdiener oder Kleinstadt- und Dorfmenschen nicht. Das ist ein Fehler. (…) Fridays for Future muss inklusiver werden, die ganze Breite der Bevölkerung mitnehmen und nicht nur Leute, die sich Klimaschutz leisten können."
Die Berliner Landesstelle für Gleichberechtigung hat einen 44 Seiten langen
Leitfaden für diversitysensible Kommunikation gegen Diskriminierung erstellt, unter anderem sollen die Begriffe "
Ausländer" oder "
Schwarzfahrer" in Berliner Behörden nicht mehr geduldet werden (hier als pdf-
Dokument). Solche sprachlichen Umerziehungsprogramme haben noch nie etwas gebracht, meint in der
Welt Matthias Heine, der den Leitfaden mit dem "Linguistic Engineering" unter
Mao vergleicht: "Am niederschmetterndsten offenbart sich die Unmöglichkeit, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit durch sprachliche Umetikettierungen aus der Welt zu schaffen, aber in den USA. Dort sind die Schwarzen in den vergangenen 150 Jahren
x-
mal umbenannt worden: Aus Niggern wurden Negroes, aus Negroes wurden Colored, aus Colored wurden Black Americans, aus Black Americans wurden Afroamericans,
aus Afroamericans wurden People of Color, ohne dass sich deshalb irgendwas am
Rassismus geändert hat. Im Gegenteil: Fast alle diese Bezeichnungen wurden von manchen der so Genannten bald als beleidigend empfunden."