Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Saubere, schöne, glasklare Sätze

01.07.2025. Die New York Times beschreibt das Grauen, das Putins Drohnen nachts über die Ukraine bringen.  In Seznam Zpravy erzählt Liao Yiwu wie wichtig Vaclav Havel für die chinesischen Dissidenten der 1990er war. In Desk Russie entwirft Litauens ehemaliger Außenminister Gabrielius Landsbergis mit leichter Hand ein Szenario für Sarajewo 3.0. Le Grand Continent und die London Review waten durch den Sumpf der Neoreaktion. BioGraphic besucht die wilden Tiere Roms. Der New Yorker betrachtet traurig die Studenten von heute.

Die Rottöne einer Lüge

24.06.2025. Africa is a Country fürchtet um Mali. Aeon erklärt, warum Zölle total amerikanisch sind: Schon George Washington erhob sie. New Republic erzählt, wieviel reicher die Reichsten in den letzten Jahrzehnten wurden. Die LRB feiert die Ausstellung "Paris Noir" im Centre Pompidou. Harper's versucht herauszufinden, warum einige der treuesten Israel-Unterstützer im Pazifik leben. Aktualne erinnert an den Bürgermeister von Proseč, Jan Herynek, der unter Lebensgefahr Thomas und Heinrich Mann zu einer tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft verhalf.

Unbegrenzte Gewinnmöglichkeiten

17.06.2025. New Lines fragt: Soll der Sudan Elon Musk dankbar für Starlink sein oder ihn wegen der wegfallenden USAID-Hilfe hassen? Der New Yorker recherchiert, wie sehr die Kürzungen Musks den USA schaden können. Natan Sznaider liest für den Merkur Pankaj Mishras Buch "Die Welt nach Gaza". IStories stellt Vladimir Vedeneev vor, ohne den es kein Telegram gäbe. Die NYRB versucht sich ein Myanmar nach den Generälen vorzustellen. In HVG versucht sich György Spiro ein Ungarn mit einem zahlungsunfähigen Budapest vorzustellen.

Femicider war der präzise Begriff

03.06.2025. Le Grand Continent betrachtet die Laufbahn des neuen polnischen Staatspräsidenten Karol Nawrocki - und findet nur Skandale. Africa is a Country berichtet über die wachsende Zahl der Femizide in Kenia. Die LRB beobachtet, wie die Techkonzerne fette Beute mit Militärtechnologie machen, die sie nur noch vermieten. La vie des idees stellt mit Paulette Nardal eine Pionierin der "Négritude" vor. Words without Borders denkt darüber nach, wie Übersetzungen Sprachen verändern.

Weit weg im Universum

27.05.2025. In Harper's denkt Karl Ove Knausgard sehr schön über die Materialität der Welt nach. Elet es Irodalom und HVG kritisieren das geplante Gesetz zur "Wahrung der Souveränität": Es soll vor allem Regierungskritiker mundtot machen. La vie des idees fragt: Was wurde eigentlich aus den Neocons? Der New Yorker untersucht die Kultur der Korruption in den USA, die Donald Trump gerade installiert. New Lines porträtiert den einzigen schwarzen Urdu-Dichter Pakistans, Noon Meem Danish. Wired erklärt das neue Geschäftsmodell für KI-generierte Musik.

Der Verlust einer echten Verheißung

20.05.2025. Der New Yorker zieht eine grauenhafte Bilanz des Bürgerkriegs im Sudan. New Lines schildert die unaufhörliche Zerstörung Somalias seit Siad Barre. Qantara beobachtet die massenhaften Abschiebungen von Afghanen aus Pakistan. Die London Review beschreibt die nervenzerfetzenden Fluchtversuche des Eritreers Even nach Europa. The Atlantic porträtiert J. D. Vance als den Lucien du Rubempré des 21. Jahrhunderts. HVG, Desk Russie und Elet es Irodalom beobachten die Folgen einer revisionistischen Erinnerungspolitik in Ungarn und Russland.

Der wahre ordo amoris

13.05.2025. In der London Review macht sich der irische Dichter Colm Tóibín Gedanken über Robert Prevost, jetzt Papst Leo XIV. In HVG improvisiert der ungarische Pianist Zsigmond Gerlóczy. In Le Grand Continent meditiert der polnische Autor Tomasz Rozycki über das zusammengewürfelte Europa. Der New Statesman versichert: Die Linke hat die besten Argumente für den Brexit. Bei Tenoua erinnert der Historiker Claude Nataf daran, dass die Tunesier sich unter der Nazi-Besatzung weigerten, ein Pogrom gegen die tunesischen Juden zu entfesseln. *Alarm denkt über eine tschechische Erzählung zum Kriegsende nach.

Entweder Wasser oder euer Blut

06.05.2025. Outlook India schwant im Kaschmirkonflikt nichts Gutes, wenn Indien Pakistan das Wasser abdreht. Himal erzählt die Geschichte der kastenbasierten Sklaverei in Indien. Africa is a Country wirft reichen schwarzen Künstlern aus den USA und UK vor, mit der postkolonialen Bourgeoisie Afrikas zu klüngeln. Quillette erklärt die jüngsten Bombenattentate in Thailand als Folge des thailändischen Kolonialismus. The Atlantic verfolgt entsetzt die Demontage des Rechtsstaats durch Trump. Le Grand Continent stellt den rumänischen Rechtsextremisten George Simion vor, der den ersten Wahlgang in seinem Land gewann. New Lines erzählt, wie in Syrien kurdische Identität systematisch durch arabische verdrängt wurde.

Geschichte ist Ironie in Bewegung

29.04.2025. Atlantic sieht in den USA einen Alptraum wahr werden: Den von Trump und Musk beherrschten gläsernen Bürger. Und was, wenn China das Rennen um die KI gewinnt, fragt der New Statesman. Bei Persuasion diskutieren Yascha Mounk und Ivan Krastev die Demontage des amerikanischen Ideals durch Rechte und Linke. Eurozine porträtiert die ukrainische Künstlerin Marharyta Polovinko, die an der Front starb. IStories porträtiert den amerikanischen Peacenik Michael Gloss, der auf der anderen Seite der Front starb. Africa is a Country fragt sich am Beispiel Kenias, wie Demokratie funktionieren soll, wenn die Eliten parteiübergreifend zusammenhalten. Der New Yorker gibt der amerikanischen Demokratie noch eine Chance.

Ordnung und Chaos

15.04.2025. Atlantic staunt über den geradezu maostischen Kulturkampf, den Donald Trump gegen die "Kreative Klasse" entfacht hat. Dabei ist die "Kreative Klasse" jetzt auch noch von KI bedroht, lernt der New Yorker. La vie des idees erzählt von dem Gerücht, weiße Franzosen würden afrikanischen Männern ihren Penis stehlen. New Lines berichtet aus dem gefährlichsten Flüchtlingslager der Welt. In der Public Domain Review findet die Historikerin Eva Miller die ersten Wolkenkratzer im alten Babylon. Aktualne würdigt den in Bergen-Belsen ermordeten tschechischen Maler und Dichter Josef Čapek. Die LRB erkundet das saure Verhältnis der Grönländer zu Dänemark.