Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Technokrat Nr. 10450-1

08.04.2025. Elon Musks Politik ist eigentlich die seines Großvaters Joshua Halderman, erklärt die New York Times. Ceska Televize lernt aus einem neuen Buch, dass der tschechische Kultautor Egon Bondy ein Stasispitzel war. Der Merkur rekonstruiert die jüngere Geschichte der politischen Rechten Dänemarks. Der New Yorker erzählt, wie in Brasilien ein Richter die sozialen Medien in ihre Schranken weist. Osteuropa erklärt, welche Kritiker Putin willkommen sind. New Lines erzählt, wie Polen in Uganda die rassistischen Hierarchien der Briten durcheinander brachten.

1200 Jahre Trump?

01.04.2025. Die LRB beschreibt die totale staatliche Überwachung in Chinas Xiong'an New Area. Ein Vorbild Donald Trumps ist Viktor Orban: In The Atlantic prophezeit Anne Applebaum den Amerikanern denn auch ungarische Stagnation, ungarische Korruption und ungarische Armut. Der New Yorker porträtiert den einzigen Mann, der das vielleicht verhindern kann: John Thune. In Desk Russie zählt die französische Historikerin Francoise Thom die Gefälligkeiten auf, die Trump bereits Putin erwiesen hat. Der Guardian blickt mit einer versteckten Kamera auf den dänischen Traum.

Ein Synapsen-Hochzeitslied

25.03.2025. Jacob Dreyer sieht in seinem Substack-Newsletter die Industrielle Partei auf dem Weg zur Weltherrschaft. Genau davor hat der Unabomber gewarnt, bemerkt unbehaglich die New York Times. Wired wartet inzwischen auf den Q-Day. The Atlantic fragt sich, wie lange Ahmed al-Sharaa ohne Geld einen Bürgerkrieg in Syrien verhindern kann. Le Grand Continent zeichnet ein Psychogramm der europäischen Schwäche. Die Paris Review lernt von Ọlábísí Àjàlá, den Polizisten in ihrem Kopf zu töten. Die Yale Review rühmt den Gegenstand, mit dem die Zivilisation begann: Die Umhängetasche.

Rückkopplungseffekt

18.03.2025. The Atlantic glaubt, dass Trumps "Maga"-Bewegung den europäischen Rechtspopulisten schadet. Die LRB ist sich nicht so sicher. Elet es Irodalom sieht uns in einer Ära der Wahnsinnigen angekommen. Der Guardian beschreibt die Lage zweier junger Syrer, die Assad gedient haben. La vie des idees folgt Hannah Arendts "Stamm" durch das Frankreich der Jahre 1933-41. Wired kann nicht fassen, auf welche privaten Daten Elon Musks Doge-Jünglinge zugreifen dürfen.

Mann auf die Sonne

11.03.2025. Bis jetzt wurde das 21. Jahrhundert von niemandem so geprägt wie von Wladimir Putin, konstatiert - wenn auch ungern - The Atlantic. Donald Trumps Behandlung Selenskis erinnert Timothy Snyder in Desk Russie stark an den Antisemitismus der Sowjets. Das Institute for the Study of Contemporary Antisemitism belegt ein frühes Bedürfnis, Israel Genozid vorzuwerfen. KI ist eine Stimme für die Arschlöcher, schimpft The Baffler, der ihre Anwendung im Film kategorisch ablehnt. Die BBC warnt vor den Folgen von Verwandtenehen. Der New Yorker lernt einiges über die Briten in einem Buch über die Große Hungersnot in Irland.

Im Wahnsinn gibt es kein System

04.03.2025. Warum hat es Trump so eilig, Putin seine Loyalität zu beweisen, fragt Garri Kasparow in The Atlantic. Wie eine Hilfshyäne tanzt Trump um die Ukraine herum, um Putin zu gefallen, notiert auch HVG. Helen Sullivan schickt der  London Review of Books eine große Reportage über illegalen Goldabbau in Südafrika und stößt auch hierauf die Spuren Russlands. David Leonhardt fährt für das NYT Magazine nach Dänemark und fragt: Gibt es eine progressive Art, Migranten an der Grenze abzuweisen?  

Worte, die auf den Akkorden tanzen

25.02.2025. Die New York Review of Books fragt sich, was Trump mit seinem bürokratiefressenden DOGE-Programm erreichen will: Den schlanken Staat? Den gefesselten Staat? Oder gar den handlungsunfähigen Staat? Harper's Magazine ist dagegen überzeugt: Die Bürokratie überlebt alle, auch Trump. Aktualne erinnert an den slowakischen Abenteurer, Erfinder und Mitbegründer der Tschechoslowakei Milan Rastislav Štefánik. Opernlibrettist Gene Scheer erklärt in der Paris Review, warum die Oper einem Stummfilm ähnelt. Die Europäer sind etwas vorschnell im postherorischen Zeitalter angekommen, meint der litauische Philosoph Simas Čelutka in Eurozine. Der New Yorker untersucht am Beispiel Korea, welche Folgen der weltweite Geburtenrückgang haben kann.

Die Idee der Unschärfe

18.02.2025. Die Trump-Regierung setzt auf einen "kompetitiven Autoritarismus", dessen Bekämpfung den Einzelnen kosten wird, warnt der Politologe Steven Levitsky in Foreign Affairs. Trump ist mehr Elagabal als Caesar, denkt der Kunsthistoriker Konstantin Akinscha in Eurozine. New Lines lässt sich erzählen, wie die eritreische Armee Menschen zu Soldaten foltert. In Dlf verteidigt Hans von Trotha das Feuilleton gegen seine Verächter. Die London Review of Books taucht ein in den "Fall Messiaen".

Mein Vater in Handschellen

11.02.2025. Quanta lernt, wieviel Literaturkritik in einem ChatGPT für DNA steckt. Der Guardian stellt die wirtschaftspolitischen Prioritäten Donald Trumps und Xi Jinpings nebeneinander. Le Grand Continent erklärt, warum China so innovativ ist. TechCrunch stehen die Haare zu Berge bei der Vorstellung, wer gerade alles Zugriff auf die empfindlichsten Daten der Amerikaner hat. La vie des idees sieht mit der Serie "Squid Game" in die Zukunft. The Atlantic spendiert Gary Shteyngart einen Maßanzug.

Eine Poesie der Gegenwart

04.02.2025. The Point erkundet mit Pier Paolo Pasolini die polyvalente Bedeutung der Körperlichkeit. Yascha Mounk unterhält sich mit Yanis Varoufakis über den neuen Technofeudalismus. Republik überlegt: Was ist ein Mann? In HVG blickt der Cutter Dávid Jacsó mit den Augen des ersten Zuschauers auf einen Film. Die London Review liest die ergreifende Geschichte russischer Botaniker während der Blockade Leningrads. Le Grand Continent warnt vor der "Paypal-Mafia". In Wired fragt Bill Gates, warum er nicht mehr Steuern zahlen muss?